TEST: Kenwood Radio CR-M70DAB - kompakter Alleskönner für die ältere Generation?
Klangwertung
Kommen wir nun zu den klanglichen Eigenschaften des Kenwood Digitalradios. Wir starten mit der Wiedergabe von DAB+ und haben dafür Antenne Bayern ausgewählt. Gerade läuft "Pompeii" von Bastille. Der zu Beginn des Titels ertönende Chorgesang besitzt eine sehr gute Struktur, wirkt aber leicht hallig. Als dann Dan Smith, Leadsänger der Band, das Mikrofon übernimmt, gelingt in Anbetracht der günstigen Preisklasse eine erstaunlich klare Darstellung der Stimmfarbe. Natürlich fehlen hier feine Nuancen, aber für die Beschallung im Garten oder aus der Terrasse ist die Performance durchaus als gelungen zu bezeichnen. Aufgrund des kompakten Gehäusevolumens fehlt es natürlich an der nötigen Durchschlagskraft im Bassbereich. Die maximal mögliche Dynamik reicht für den Alltag aus, höhere A und nach einige Hörversuchen, sollte der Nutzer die EQ-Klangkurve "Normal" verwenden.
Weiter geht es beim Klangcheck mit der Wiedergabe via Bluetooth. Wir spielen der Kenwood CR-M70DAB den Klassiker "Losing my Religion" vom R.E.M. zu. Der Track startet mit Drums sowie eine Gitarre, und die beiden Facetten werden vom Kenwood Radio ordentlich präsentiert. Als Michael Stipe, Sänger bei Band, mit seiner charismatischen Stimme loslegt, die nicht jedem Lautsprecher "gefällt", gelingt hier eine erstaunlich differenzierte Darbietung, die wir so nicht erwartet hätten. Als der Titel dann etwas an Fahrt aufnimmt, ermöglicht unser Test-Radio eine insgesamt schlüssige Gesamtwiedergabe mit leichten Dedizierten hinsichtlich der Auflösung, was aber in Anbetracht der Baugröße und des günstigen Kaufpreises nicht verwunderlich ist.
Als nächstes Musikbeispiel haben wir uns für die 2022er Remaster-Version von "Rooster" (Alice in Chains) entschieden. Der Titel startet mit einer zart gespielten E-Gitarre und leichten Drums. Beide Facetten meistert die Kenwood CR-M70DAB ausgezeichnet und mit klarer Kontur. Als sich im weiteren Verlauf noch der leichte Chorgesang hinzugesellt, bleibt die Gesamtwiedergabe klar und homogen. In dem Moment, in dem Frontmann Jerry Cantrell mit seinem nasal-wirkenden Gesang loslegt, kann uns das Kenwood Radio ein weiteres Mal mit der Darstellung der Stimme überzeugen - natürlich ist dies in Anbetracht der Preisklasse zu sehen. Im weiteren Verlauf des Titels nehmen wir eine insgesamt klare und relativ angenehme Darstellung wahr. Dass nicht jede muskalische Einzelheit dargestellt wird, sollte in Anbetracht der Gerätekategorie und des Kaufpreises nicht verwundern.
Abschließen möchten wir unsere Klangwertung mit "Escapism" von Raye & 070 Shake. Der energiegeladene Track explodiert innerhalb weniger Sekunden mit satten und schnellen Bässen und dem sehr fordernden Sprechgesang von Raye. Als positiv nehmen wir erneut die saubere Stimmwiedergabe wahr. Die Stimmfarbe von Raye wird überzeugend getroffen und sogar mit zahlreichen Facetten dargestellt. Die tieffrequenden Signale kann das Radio ebenfalls gut herausarbeiten, und dadurch entsteht ein insgesamt homogenes Klangbild. Erwartungsgemäß fehlt es hier auch an der nötigen Portion Durchschlagskraft - auf diese wird die Zielgruppe für dieses Produkt im Alltag aber wohl kaum tatsächlichen Wert legen.
Konkurrenzvergleich

- Sharp Tokyo DR-P420: Wir starten unseren Konkurrenzvergleich mit dem Sharp Tokyo DR-P420. Das Sharp Digitalradio ist in Blau, Pink oder Weiß für 32,99 Euro im Handel erhältlich. Es schlägt sich solide bei der DAB/DAB+ und FM-Wiedergabe sowie bei der Audiosignal-Übertragung ohne Kabel vom Smartphone oder Tablet. Integriert ist zudem Bluetooth 5.0. Praktisch ist die Möglichkeit, das DR-240 sowohl mit vier Batterien vom Typ AAA als auch übers Stromnetz zu betreiben. Hier hat man hoffentlich ein passendes Netzteil mit USB-Anschluss übrig, denn im Lieferumfang ist keines enthalten. Für den günstigen Kaufpreis ist das Tokyo-Radio tadellos verarbeitet. In den Klangtestreihen präsentierte sich unser Testsample mit einer guten bis sehr guten Stimmwiedergabe, kann aber aufgrund des geringen Gehäusevolumens und der geringen Audioleistung bei Dynamik und Nachdruck im Bassbereich nicht vollends überzeugen. Wer eine kompakte und günstige Lösung für DAB+ Radiowiedergabe sucht und zusätzlich per Bluetooth zuspielen möchte, kann definitiv einen zweiten Blick auf das Sharp Device werfen. Hohe Ansprüche an die akustische Performance sollten in dieser Preisklasse außen vor bleiben.

- Teufel RADIO ONE: Weiter geht es mit dem RADIO ONE von Lautsprecher Teufel . Dieses ist für derzeit reduzierte 99,99 EUR im Teufel Onlineshop und in den Flagship-Stores erhältlich erhältlich. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um langweiligen Radiowecker, nein, die Berliner schicken das Radio One als einen modernen "Hifi-Wecker" ins Rennen, und das wahlweise in Black oder Light Grey. Das Radio One verfügt über einen herkömmlichen UKW-Tuner sowie über einen DAB+ Empfänger, somit ist eine moderne Übertragung in rauschfreier Tonqualität möglich. Zusatzinformationen lassen sich dank DAB+ ebenfalls empfangen. Drahtloses Streaming vom Smartdevice ist dank der Integration der Bluetooth-Version 5.1 kein Problem. Somit lassen sich die Lieblingstitel von Spotify, Tidal oder Apple Music auf dem Radio One wiedergeben. Bestückt ist das Radio One mit zwei leicht seitlich nach außen geneigten 2-Zoll Vollbereichstreibern - also preisklassenüblich. Ergänzt wird das Sortiment von einer passiven Membran auf der Rückseite, die für eine deutlich bessere Basswiedergabe zuständig ist. Damit das Radio One auch eine breite Klangbühne abbilden kann, haben die Berliner Ingenieure dem Hifi-Wecker die Teufel-eigene Dynamore-Klangtechnologie integriert. Durch Dynamore weitet sich das Stereo-Panorama virtuell teilweise deutlich hörbar gegenüber den tatsächlichen Abmessungen des Gerätes. In unserer Klangwertung überzeugte uns die integrierten Dynamore-Technologie durch ein spürbares Mehr an Räumlichkeit - dadurch spielte der kleine Berliner HiFi-Wecker groß auf. Das ausgezeichnet ablesbare Display und die solide Verarbeitung sprechen auch fürs Radio One. Weniger gut gefällt uns das große externe Netzteil und vor allem die Tatsache, dass das Radio One keinen eingebauten Akku besitzt.

- Roberts Rambler BT: Abschließen möchten wir unseren Konkurrenzvergleich mit dem Roberts Rambler BT Stereo Radio. Das sehr stylische Retro-Gerät, das mit einer frischen und sauberen Verarbeitung punkten kann, liegt preislich bei ca. 189 EUR und ist somit der teuerste Kandidat in unserem Vergleich. Zusätzlich zur Wiedergabe von DAB+/FM setzt Roberts, wie es mittlerweile üblich ist, auf ein Bluetooth-Modul, was ein einfaches & komfortables Streamen vom Smartdevice erlaubt. Externe Zuspieler lassen sich sich ebenfalls mit dem Rambler BT Stereo via AUX-Klinkenstecker verbinden. An der Front sowie auf der Rückseite befindet sich ein lederähnliches Material, das sehr sauber aufs Gehäuse aufgebracht wurde. Die beiden Seitenteile präsentieren sich als mit Echtholz versehen und steuern zum Retro-Style noch das fehlende i-Tüpfelchen bei. Das LCD-Display auf der Oberseite ist tadellos ablesbar und kann bei Bedarf gedimmt werden. Die Bedienelemente haben einen klar definierten Druckpunkt, und die beiden Drehräder für Lautstärke und Senderauswahl nehmen die Farbvariante des Gehäuses auf. Beide Drehregler besitzen eine fühlbare Rasterung, könnten aber hochwertiger gelagert sein. Beim Thema Klang konnte uns der Rambler BT Stereo leider nicht ganz so abholen, wie wir eigentlich gehofft haben. Natürlich ist die Erwartungshaltung bei einem kompakten DAB-Radio mit Bluetooth nicht enorm noch. Und klar, für die Beschallung im Alltag, z.B. in der Küche oder im Home Office, reicht das schicke Radio problemlos aus. Hat man jedoch ein wenig höhere Ansprüche, könnte es etwas schwierig werden: Teilweise erklangen Stimmen ohne Tiefenwirkung und wirkten so, als wenn ein leichter Schleier darüber läge. Auch fehlte es der Gesamtwiedergabe an Homogenität und Durchschlagskraft. Die Gesamtlautstärke konnte keine Bestmarken setzen.
Fazit

Die Kenwood CR-M70DAB nimmt sich den Belangen der älteren Generation von uns an und verfügt über extra große Bedienelemente sowie große Schriftzeichen auf einem Farbdisplay. Erhältlich ist das Kenwood-Device in einer schwarzen sowie weißen Farbvariante für rund 119 EUR, die Preise können variieren.
Zusätzlich zum klassischen FM- sowie DAB/DAB+ Tuner unterstützt das kompakte Radio kabelloses Musikstreaming dank der Bluetooth 5.3 Konnektivität. Für die Wiedergabe von FM/DAB stehen jeweils 20 Senderspeicher zur Verfügung. Ebenfalls an Board ist die Dynamic Range Control, die den Unterschied zwischen lauten und leisen Tönen reduziert, aber nicht von allen Sendern unterstützt wird. Das Radio verfügt über ingesamt drei Komprimierungsstufen (hoch, tief, aus).
Das Radio verfügt auf der Rückseite über einen USB-Port für die Wiedergabe von USB-Speichermedien sowie über eine Kopfhörerbuchse. Weiterhin an Bord ist die ASA-Warnfunktion (Automatic Safety Alert). Hiebei handelt es sich um ein System für DAB+ Digitalradios, das die Bevölkerung in Notfällen warnt, indem es das Radio automatisch aus dem Standby einschaltet, auch wenn das Internet oder Mobilfunknetz ausfällt.
Um das Kenwood-Radio auch vielseitig einsetzen zu können, kann das Device nicht ausschließlich am Stromkreis betrieben werden. Vielmehr ist für einen flexiblen Einsatz zusätzlich ein integrierter Li-Ion Akku mit 2.000mAh vorhanden, der für bis zu 10 Stunden Wiedergabezeit sorgt.
In unserer Klangwertung überzeugte die Kenwood CR-M70DAB mit überraschend acettenreichen Stimmwiedergabe. Selbst kritische Stimmcharaktere meisterte des Radio für Preisklasse und Gerätekategorie überzeugend. Aufgrund der kompakten Baugröße und der Auslegung fehlte es im tieffrequenden Bereich aber etwas an Durchschlagskraft und Präzision. Bei mittleren Lautstärkepegel gelingt aber eine insgesamt sehr ansprechende Performance.
Kompaktes und vielseitig einsetzbares DAB+/FM-Radio inklusive Bluetooth Musik-Streaming

DAB/FM-Radios bis 200 EUR
Datum 25. Dezember 2025
Test: Sven Wunderlich
Fotos: Sven Wunderlich
Redaktion: Carsten Rampacher
Datum: 25. Dezember 2025
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