TEST: JBL Neckband-In-Ear-Bluetooth-Kopfhörer Live 220BT

Für Marktpreise um die 68 EUR gibt es den Bluetooth-In-Ear-Kopfhörer JBL Live 220BT mit Neckband. Also kein im Trend liegender True Wireless In-Ear-Kopfhörer, sondern eine klassische Konstruktion. Das muss in der Praxis aber keinesfalls nachteilig sein, denn gerade dann, wenn ein Earbud bei einem TW-Wireless-In-Ear doch mal aus dem Ohr fällt und dann auf Nimmerwiedersehen verschwindet, wünscht man sich die "guten alten Zeiten" zurück.

Packung innen

Ohrhörer komplett

Das kann hier nämlich nicht passieren, und ansonsten präsentiert sich der Live 220BT, der mit der Bluetooth-Version 4.2 antritt, technisch voll auf der Höhe der Zeit - gut, BT 5.0 wäre noch besser, aber das ist Meckern auf hohem Niveau.

Zubehör

Ausgerüstet mit Google Assistant und Alexa Built-In, kann man beliebte Sprachassistenten ohne Probleme verwenden. Zudem sitzt der Live BT220 sehr komfortabel im Ohr (Maße "M" beim Ohrpassstück, S und L werden ebenfalls mitgeliefert, genauso ein Ladekabel in JBL-typischem Orange) und ist rasch mit dem Smartphone verbunden. Am Neckband befinden sich die wesentlichen Funktionselemente und auch der Button zum Koppeln mit dem Smartphone.

Was lässt sich zur Freisprecheinrichtung sagen? Beide Gesprächspartner empfinden die Gesprächjsqualität als sehr gut, sehr klar und praktisch rauschfrei. Auch hier also ein hoher praktischer Nutzen. Die Akkulaufzeit geht mit 10 Stunden definitiv in Ordnung. Eine Schnellladefunktion gibt es zudem auch, schon 15 Minuten Aufladen reichen, um den Live BT220 wieder eine Stunde zu verwenden. Bereits nach 2 Stunden ist der Kopfhörer voll aufgeladen. Das ist gute Werte. Verbaut ist eine Polymer Li-ion Batterie (220mAh/3.7V).

Laut/Leiser-Tasten am Neckband

JBL-Logo

TalkThru-Taste, unter der Klappe daneben der Anschluss fürs Ladekabel

Mittels eine Knopfes am rechten Neckband steuert man zudem die "TalkThru" Funktion. Diese senkt den Pegel der aktuell laufenden Quelle, so kann man dann z.B. mit seinen Mitmenschen kommunizieren, ohne die Kopfhörer abzunehmen, Das funktioniert in der Praxis tadellos. Prima schottet der Live BT220 auch externe Geräusche ab, obwohl er kein ANC besitzt. Klar, man kann den Effekt nicht mit einem ANC-Headphone vergleichen, aber wenn eine Geräuschkulisse auf Niveau der Zimmerlautstärke herrscht, wird diese ausgeblendet. Dank der Multipoint-Verbindung kann man den BT220 mit zwei BT-Geräten verbinden und hin/herschalten. 

Earbuds mit Metallgehäuse

8mm Treiber verbaut

Die Verarbeitung ist sauber, die Materialqualität ausgezeichnet. Das betrifft das gummierte Neckband ebenso wie die Earbuds mit Aluminium-Gehäuse. Im Inneren der Earbuds arbeiten 8 mm Treiber. Frequenzen zwischen 20 Hz und 20 kHz werden laut Hersteller wiedergegeben. 

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Klang

Diesmal hören wir als erstes, was der BT220 leistet, wenn er Filmton wiedergeben darf. Wir starten unsere Netflix-App auf dem Smartphone und hören uns den Anfang von "ID4 - die Wiederkehr" an. Direkt fällt auf, dass der Live 220BT dynamische Differenzen recht gut wiedergeben kann. Denn das Geschehen, zunächst mit weit entfernten Stimmen, dann mit immer mehr Effekten, die näher kommen, wird vom Kopfhörer akustisch sehr gut erfasst. Die maximal erzielbaren Pegel sind gut bis sehr gut, auf jeden Fall in der Praxis ausreichend. Es gefällt die klare, saubere Stimmwiedergabe bei allen Akteuren, ganz gleich, ob weiblich oder männlich.

Bleibt die Frage: Wie schlägt sich der JBL, wenn es richtig "hoch her" geht? Dazu hören wir uns das schwierige Andockmanöver an der Mondstation an. Die akustische Kulisse, die der Kopfhörer aufbaut, ist ordentlich, es passiert auch im Bassbereich einiges. Die Räumlichkeit ist tadellos. Der Spannungsbogen, der durch den Music Score und durch die Effekte aufgebaut wird, kommt recht überzeugend heraus. Natürlich: Wer hier auf einen enormen Erlebnisfaktor setzt, wird etwas enttäuscht sein. Denn dieses Erlebnis, das ein echtes Mehrkanal-Lautsprechersystem oder aber ein sehr hochwertiger Kopfhörer offeriert, kann nicht erwartet werden. 

Und bei Luc Bessons legendärem "5. Element"? Auch hier geht es oft recht affektintensiv zu. Der Live 220BT agiert auch hier mit lobenswerter Dynamik und einer guten Ortungsmöglichkeit von Effekte im virtuellen Raum. Kleinere Unterschiede in der dynamischen Ausprägung werden gut erfasst. Dass 8mm kleine Treiber im Tiefbassbereich nicht allzu viel Nachdruck und Volumen aufbauen können, sollte jedem mit elementarem technischen Verständnis klar sein. Der Music Score wird ordentlich eingearbeitet.

Machen wir also mit Musikmaterial weiter. Wir hören von Mike Candys und Sebastian Mont "What's On Your Mind". Wir loben den ausgewogenen Klang, mit einem satten, aber nicht überzogenen Bass - nur, was die sonst bei JBL meist enorme Pegelfreudigkeit angeht, ist der 220BT nicht ganz auf dem Level anderer JBL Kopfhörer. Für die Praxis reicht es natürlich, und zu lautes Hören schadet ohnehin nur den Ohren.

Der kräftige Bass, der aber mit einer strukturierten Stimmwiedergabe einher geht, erfreut uns ebenfalls bei "Thank You (Not So Bad) von VIZE/Felix Jaehn. Auch der Aufbau des Tracks gelingt nachvollziehbar. Im vergleich zu anderen, oft sehr aufDynamik getrimmten JBL Headphones, punktet der Live 220BT mit einer ausgezeichneten Homogenität, diese sorgt dafür, dass man auch gerne länger hört - und dies nach wie vor entspannt und stressfrei tun kann. Bei "Heart Beating" von Nora En Pure stellt sich dieses relaxte Hörerlebnis ein weiteres Mal als sehr positiv heraus. Die männliche Stimme kommt überdies prima zur Geltung, der Beat wird impulstreu getroffen. 

"Living On A Prayer" von Bon Jovi ist der nächste Titel, den wir mit dem 220BT hören. Und wieder die üblichen Vorzüge: Homogene, in sich schlüssige Wiedergabe, angenehm, mit akkurater Trennung zwischen Stimmen und Instrumenten. Das nur durchschnittliche Quellmaterial wird gut "verheimlicht", die oftmals störende Überhöhung der oberen Mitten fällt hier kaum auf. Und auch "It's my Life", wiederum von Bon Jovi, kann man sich gut anhören. Bei beiden Tracks aber ist, was natürlich mit dem Quellmaterial zu tun hat, die Dynamik etwas verhalten. Dass das die 220BT In-Ears besser können, haben sie uns zuvor bereits bewiesen. 

Beim 2006er Remaster des Depesche Mode Hits "Enjoy The Silence" (von 1990) spielen die JBL Kopfhörer klar und sauber, aber bei diesem Track fällt es wirklich auf, dass die maximal möglichen Pegel eher durchschnittlich sind. Das ist schade, denn die runde, homogene Wiedergabe mit ordentlicher Klarheit in den Höhen hat uns ansonsten überzeugt. Ähnliches gilt auch für "Big in Japan" von Alphaville: Alles eigentlich prima, aber die JBL-typischen Tugenden wie spontane Dynamik und sehr gute maximale Lautstärke sind nicht in dem Maß vorhanden, wie man es sonst kennt. Der Bass ist solide, kräftig, und trifft zudem gut den Punkt. 

Fazit

Der JBL Live 220BT gefällt mit einem fairen, ja schon günstig zu nennenden Marktpreis und mit seiner ausgezeichneten Verarbeitung. Auch die Materialqualität ist tadellos. Zu loben ist die sehr gute Freisprecheinrichtung, die praktisch kein Rauschen produziert und Stimmen klar wiedergibt. Akustisch präsentiert sich der sehr gut ausgestattete Neckband-Bluetooth-In-Ear-Kopfhörer als angenehm und praxisgerecht abgestimmt. Der Bass ist voll und kräftig, aber nicht überzogen, Mitten und Höhen erfreuen durch saubere, natürliche Wiedergabe. Die maximal möglichen Pegel sind durchschnittlich hoch, und bei manchem Track ging dynamisch noch etwas mehr. Prima ist die Akkulaufzeit, für ein derartiges Modell sind 10 Stunden tadellos. Integriert ist zudem eine praktische Schnellladefunktion.

Tadellos verarbeiteter, klar und homogen klingender Neckband-Kopfhörer zum günstigen Kaufpreis

In-Ear-Kopfhörer bis 100 EUR
Test 19. März 2020

Test und Fotos: Carsten Rampacher
Datum: 19. März 2020

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