TEST: IOTAVX AVXP 3-230 - Enorme Leistung für die Frontkulisse zum extrem fairen Kurs

Klang

Neben einer beachtlichen Kraftentfaltung haben uns bishere Endstufen-Lösungen von IOTAVX auch mit einem sehr kontrollierten, präzisen und impulstreuen Sound überzeugen können. Der finanzielle Einsatz lohnt sich natürlich insbesondere dann, wenn man über anspruchsvolle Lautsprecher verfügt und auch dann, wenn man in größeren Räumen bei hohem Pegel ein Hörerlebnis ohne Verzerrungen genießen möchte. Wir setzen in unserem 7.1.4 Mehrkanal-Setup auf große Standlautsprecher vorne und auch unser Center ist beinahe eine liegende Standbox. Die perfekte Umgebung also für die neue AVXP 3-230.

Wir starten im Filmbetrieb mit einer imposanten Eingangssequenz aus dem Sci-Fi-/Action-Spektakel Blade Runner 2049. Unsere Standlautsprecher übernehmen hier einen großen Teil des tiefen Bassbereiches, die AVXP 3-230 muss sich also direkt mächtig anstrengen, zumal wir in unserem knapp 30qm großen Kinoraum auch gerne mit hoher Lautstärke immersiv ins Geschehen eintauchen. Mächtig werden die abgrundtiefen pulsierenden Bässe abgebildet, und auch wenn es schnell gehen muss, sind die IOTAVX-Endstufen sofort zur Stelle. Dabei zeigt sich ein klarer, transparenter Sound über den gesamten Frequenzbereich, der mit geschlossener Bühne sehr glaubwürdig und authentisch wirkt. Auch in Kombination mit unserem Denon AV-Verstärker und der dort integrierten Verstärkung arbeitet die AVXP 3-230 harmonisch zusammen. Das Klanggeschehen wirkt wie eine Einheit und hüllt uns Zuschauer mit dichter Atmosphäre in ein emotionales Klangbild ein. Feinheiten scheinen dem kraftvollen und massiv aufgebauten Briten ebenfalls nicht zu entgehen. Auch bei geringem Pegel werden Effekte sauber herausgearbeitet und lokal präzise platziert. Die Geschwindigkeit ist auf exzellentem Niveau, schnelle Wechsel im Frontbereich gelingen nahtlos und auch, wenn hohe Leistung rundum abgerufen wird, liefert die 3-Kanal-Endstufe kontunierlich enorme Souveränität und Kontrolle. Grobe Unterschiede im Zusammenspiel, vergleicht man das IOTAVX-Ensemble mit der Kombination AVC-A10H + AVXP 3-230 lassen sich nur im Detail feststellen. Die Briten agieren noch etwas direkter, der Japaner mit geringfügig weicherem Antritt, ist aber locker schnell genug, so dass hier ein absolut kohärentes Klangbild entsteht. Grundsätzlich sollte die Abstimmung natürlich halbwegs passen, da der Denon aber ebenfalls eher direkt und klar agiert, gibt es hier keinerlei Probleme. Die feinen Unterschiede dürften ohnehin nur auffallen, wenn schnelle direktionale Wechsel innerhalb einer ausgeprägten Klangkuppel nachvollziehbar sind. Das IOTAVX-Gespann wirkt dann noch etwas unmittelbarer, blitzartiger. Das gilt natürlich auch, wenn man zum Beispiel den Vergleich nur mit einem AV-Receiver oder AV-Verstärker heranzieht. Vorteile sind hier logischerweise insbesondere dann zu beobachten, wenn viel Leistung gefordert ist. Die Front wirkt dann bei hoher Komplexität noch etwas feiner differenziert und das Geschehen bleibt stets kontrolliert, selbst wenn man enorme Pegel fährt - Kraft ist dann im Überfluss vorhanden und wird augenblicklich bereitgestellt.

Praktisch identisch zeigt sich das Ganze bei "1917" von Sam Mendes, hier betrachten wir das Geschehen mit besonderem Fokus auf den Zeitraum zwischen 20 und 30 Minuten. Den impulstreuen Antritt und das schnelle Umschalten bei ausgeprägten Dynamiksprüngen kann man sofort wieder nachvollziehen und erfreut sich an einer direkten, aber dennoch nicht zu forschen akustischen Abbildung. Feine Nuancen werden sauber gewichtet wiedergegeben und auch filigrane Details gehen im teils schnellen und komplexen Geschehen nicht unter. Die Sprachwiedergabe ist stets im Fokus, klar verständlich und wird auch bei vielen gleichzeitig ablaufenden akustischen Elementen stets mit hoher Aufmerksamkeit bedacht. Auch die Vokalcharakteristik ist exzellent. Auch bei der Staffelung und Struktur der akustischen Kulisse geht die AVXP 3-230 in die Vollen. Feine Details, wie z.B. das Tippeln der Ratte in den Gängen unter der Erde, wird sehr sauber detailliert, zudem zeigt sich hier auch die absolute Geschlossenheit der Frontkulisse. Ganz eindeutig lässt sich der Weg des kleinen Nagers nachvollziehen, auch wenn man das Tier gerade nicht im Bild sehen kann. Direkt im Anschluss, während dieser ruhigen Szene, erfolgt eine blitzartige Explosion und mit ebenso hoher Geschwindigkeit reagieren die Endstufen der IOTAVX-Komponente. Sofort ist die geforderte Kraft verfügbar und sorgt für einen schockartigen Moment.

Bei unserer beliebten Szene von Jurassic Park, als die Protagonisten in ihren nicht mehr fahrenden Jeeps vor dem stromlosen Gehege des Tyrannosaurus Rex stehen, können sich die Endstufen nochmals gänzlich austoben. Problemlos kann man hier mit der Lautstärke an die eigene Belastungsgrenze gehen. Unbeeindruckt marschiert die AVXP 3-230 weiter und zeigt sich auch bei enormer Belastung mit absoluter Souveränität und Gelassenheit. Mit passender Schärfe gelingt das tösende Gebrüll der riesigen Echse und sorgt nicht nur bei den Fahrzeuginsassen für Terror, der bis ins Mark erschüttert. Auch das Reißen der Stahlseile, die den mächtigen Dino-König im Zaum halten sollte, begeistert mit sehr authentischer, schonungsloser Härte, ohne dabei ins Unangenehme zu driften. Die kraftvollen Schritte stellen die Endstufe vor keine Probleme und erneut erfreut uns das harmonische, ausgewogene Zusammenspiel aller Komponenten für eine geschlossene, immersive Kulisse. Wie in allen bisherigen Beispielen beobachtet, wird auch hier eine detaillreiche, fein balancierte Bühne mit klarer Struktur geboten, über die auch bei schnell aufeinanderfolgenden Dynamiksprüngen stets die Kontrolle behalten wird.

Schließlich darf die IOTAVX AVXP 3-230 auch bei der Musikwiedergabe im Stereo-Betrieb ihr Können unter Beweis stellen. Klassisch geht es mit den Vier Jahreszeiten von Vivaldi zu und der Brite zeigt hier wieder, dass er nicht nur sehr schnell kraftvoll zupacken kann, sondern dass ihm auch eine sehr gute feindynamische Differenzierung gelingt. Trotz der grundsätzlich direkten Auslegung umschmeicheln uns die Violinen mit einem sensiblen, sanften Sound. Trotz dieser Unaufdringlichkeit ist das Geschehen sehr klar und fein detailliert. Das schafft die Endstufe auch bei den Klarinetten, die hier sogar ein wenig prägnanter klingen als die gemäßigten Streicher. Punktgenau werden druckvolle Akzente gesetzt, die sich ebenso schnell wieder zurückziehen, wie sie erscheinen. Klare, angenehme Höhen werden mit präsenten Mitten und einem sehr präzisen Tiefton kombiniert, für eine sauber gestaffelte Bühne, die aber auch dicht erscheint und den Zuhörer weitläufig umspielt.

Bei zeitgenössischer Pop-Folk-Musik von Honig macht die Endstufe ebenfalls eine exzellente Figur, zeigt trotz der direkten Auslegung ein schwungvolles Klangbild und auch eine sehr räumliche, lebendige Stereobühne. Die Klarheit und Transparenz kommt natürlich dennoch klar heraus, besonders gut erkennbar beim Saitenanschlag und auch die Impulstreue und die nachdrückliche Kraft lässt sich beim zwischendrin einsetzenden Schlagzeug zweifellos nachvollziehen. Was die Vokalstimmen und auch die Detaillierung einzelner Instrumente angeht, verrichtet die IOTAVX Endstufe einen ausgezeichneten Job. Man merkt der Komponente den Fokus auf eine blitzartig reaktionsschnelle, alle akustischen Einzelheiten berücksichtigende Heimkino-Wiedergabe mit sehr direktem Ansatz zwar an, aufgrund der insgesamt aber angenehmen, harmonischen und nicht zu forschen Abstimmung werden auch anspruchsvollere HiFi-Fans bedient. Die stets tadellose Kontrolle trägt hierzu natürlich bei und was die Leistung betrifft, verfügt die AVXP 3-230 bei der Auslastung mit allen drei Kanälen ausreichende Reserven, so dass man im 2-Kanal-Betrieb definitiv zuerst ans eigene Limit stößt.

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Fazit

Iotavx Avxp 3 230 Front Von Schraeg Oben

IOTAVX hat es erneut geschafft und hat mit der AVXP 3-230 einen weiteren, enorm leistungsfähigen, massiv und sehr solide verarbeiteten Leistungsverstärker mit exzellentem inneren Aufbau im Sortiment. Mit der 3-Kanal-Endstufe hat der britische Hersteller ambitionierte Heimkino-Enthusiasten besonders im Visier. Hier kann man, als kraftvolle Unterstützung der beiden Frontlautsprecher links und rechts sowie dem Center, am meisten profitieren. Zumal der jüngste Neuzugang auch akustisch dafür perfekt abgestimmt ist. Mit hoher Präzision und Impulstreue, einem sehr klaren, direkten Sound und schier endlosen Reserven. Die AVXP 3-230 geht dabei aber stets sehr kontrolliert vor und lässt auch bei hoher Komplexität keine Details liegen. Besonders erfreulich ist auch, dass ihre Direktheit nicht, insbesondere bei hohem Pegel, zu einer zu forschen Abbildung führt. Die Klangkulisse bleibt stets angenehm, ausgewogen und nicht zu forsch. Das beschert, auch wenn der Fokus unverkennbar ist, eine authentische Stereobühne mit ausgeprägter Räumlichkeit und einer glaubhaften Präsenz über den gesamten Frequenzbereich. Hohe Kontrolle und Souveränität bis hin zu sehr hohen Pegeln, aber auch eine immer noch ausgezeichnete Dynamik und Detaillierung bei geringerer Lautstärke zeichnen die AVXP 3-230 aus. Auch wenn es nach einer explosiven Szene still wird im Heimkino, macht die Endstufe eine tadellose Figur. Ein Lüfter ist nicht zu hören und störendes Brummen ist erfreulicherweise bei IOTAVX auch längst kein Thema mehr. Für die Kombination mit einer Vorstufe hat der Hersteller natürlich auch die AVXP 7-230 im Angebot, die gleich mehr Kanäle abdecken kann, als Basis für die 3-Kanal-Endstufe diente und grundsätzlich eine sehr ähnliche Performance und Abstimmung aufweist. Wenn man aber z.B. bereits über einen AV-Verstärker mit guter Signalverarbeitung verfügt und diesem im kritischen Frontbereich Arbeit abnehmen möchte, ist man bei der AVXP 3-230 genau richtig. Was das Preis-/Leistungsverhältnis angeht, macht das 3-Kanal-Modell jedenfalls, wie alle bisherigen Leistungsverstärker des Hauses, der Konkurrenz das Leben schwer.

Kraftvoll, kontrolliert, präzise, direkt, dynamisch, preiswert - Die IOTAVX AVXP 3-230 ist der ideale Partner für die Frontkulisse im Heimkino
Referenz 2024

 

Test: Philipp Kind
Datum: 24.03.2025

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