TEST: Grundig 55 GOB 9099 OLED Fire TV Edition HF mit Alexa Far Field Sprachsteuerung

"Alexa, starte Netflix!" - Erste Versuche und Eindrücke mit dem Alexa Hands-free Modell GOB 9099 von Grundig haben wir auf der IFA 2019 in Berlin gemacht. Anhand einer kurzen Demo, die wir auch in einem Video festgehalten haben, konnten wir erleben, dass die Sprachsteuerung am TV-Gerät ähnlich gut und zuverlässig funktioniert wie mit den proprietären Komponenten des Konzerns. Jetzt steht das Modell in 55 Zoll in der Redaktion und darf sich im Praxisalltag beweisen. Dabei stehen natürlich nicht nur die innovative Steuerungstechnologie, sondern auch die Performance bei konventionellen Aufgaben eines Fernsehers auf dem Prüfstand. "Smart" ist der Grundig TV logischerweise, das 4K UHD OLED Display soll aber auch visuell überzeugen und bringt beispielsweise Support für Dolby Vision mit, wir haben uns den 55-Zöller, der aktuell zu sehr günstigen Marktpreisen ab gut 1.100 EUR erhältlich ist, genau angesehen.

Verarbeitung und Anschlüsse

Standfuß des Grundig 9099

Rückseite

Gesamtansicht der Rückseite

Seitliche Anschlüsse

Anschlüsse nach unten

CI-Slot mit Abdeckung

Die Verarbeitungsqualität des 55 Zoll großen Grundig Fernsehers kann sich absolut sehen lassen. Der Standfuß ist aus Metall und fest am Display montiert. Dank OLED-Technologie ist auch die Bautiefe im oberen Bereich des TVs sehr gering, die Rückseite besteht hier aus Metall. Die unteren zwei Drittel des Fernsehers sind ausladender und rückseitig mit Kunststoff versehen. Damit der Fernseher auch frei aufgestellt einen schicken Eindruck macht, kommt hier ein Strukturmuster zum Einsatz.

Rechts seitlich und nach unten sitzen die Anschlüsse. Diese sind gut integriert und wirken solide. Beim GOB 9099 muss man sich offensichtlich mit drei HDMI-Eingängen begnügen, häufig stehen hier vier zur Verfügung. Eine der Schnittstellen unterstützt den Audio Return Channel. Für den "HD-Triple Tuner" stehen Eingänge für Satellit (DVB-S2) und Kabel/Antenne (DVB-C/DVB-T2) bereit, zudem gibt es zwei USB 2.0-Slots, einen optischen Digitalausgang und Ethernet. Für Pay TV-Angebote steht ein CI Plus-Slot bereit.

Der Rahmen fällt verhältnismäßig klein aus, wenn auch noch ein wenig Abstand zum Panel sichtbar ist. Zudem ist der Rahmen durchgängig, es gibt also kein Spaltmaß bei Übergängen an den Kanten. Im unteren Bereich schließt sich eine Sound-Leiste an, auf der mittig das Grundig-Logo angebracht ist. Das Logo wirkt einfach aufgesetzt und ragt auch über die silberne Abschlussleiste unten hinaus - ein kleines Detail, dass bei genauem Hinsehen aber auch aus einiger Entfernung auffällt. Es handelt sich bei den Lautsprechern um ein 3-Wege-Soundsystem mit integriertem Woofer, 90 Watt Systemleistung sollen hier zur Verfügung stehen - auch Dolby Atmos wird verarbeitet.

Amazon Fire TV-Betriebssystem

Beiliegende Fernbedienung

Beim Grundig 55 GOB 9099 HF handelt es sich, wie die Kennzeichnung mit HF bereits verrät, um einen Fire TV Edition mit Alexa "Hands free". Die Fernfeldmikrofone sind also direkt im Fernseher integriert, die Kommunikation mit Alexa kann quasi identisch zu den Echo-Komponenten erfolgen, in dem man einfach frei in den Raum spricht. Bei Alexa-fähigen Fernsehern, die keine Fernfeldmikrofone bieten, muss man z.B. noch die Fernbedienung hernehmen, in der ein Mikro steckt. Dennoch gibt es natürlich auch hier noch eine konventionelle Fernbedienung, wenn man sich gerade nicht mit Alexa unterhalten möchte.

Die Remote ist leicht, schlank und liegt gut in der Hand. Mancher bevorzugt vielleicht etwas größere Tasten, dafür lässt sie sich sehr gut mit einer Hand bedienen. Ganz oben sitzt eine Mikrofon-Taste, falls man das Mikro direkt aktivieren möchte, ohne vorher Alexa zu rufen. Darunter ein "Navigationskreuz" in Kreisform mit mittiger OK-Taste, Tasten zur Menü-Steuerung sowie die üblichen Programmwechsel- und Lautstärke-Buttons. Amazon Prime Video, Netflix und auch DAZN und TVNOW können mit eigenen Direktzugriffstasten sofort gestartet werden. Für den Betrieb sind zwei AAA-Batterien erforderlich.

Einrichtung des GOB 9099

Shop-Modus möglich

Für vollen Funktionsumfang ist ein Anmelden beim Amazon-Konto unumgänglich

Zahlreiche Apps stehen zur Verfügung

Streaming-Apps

TV-Apps und Mediatheken

Diverse Sport-Apps

Startseite individualisieren

TV-Sendersuche 

DVB-C, DVB-T2 oder DVB-S2 stehen zur Verfügung

Als OS kommt das Fire TV Betriebssystem zum Einsatz, dass natürlich auch einen umfangreichen Einrichtungsassistenten mitbringt. Wer alle Funktionen nutzen will, verbindet sich im Idealfall direkt hier mit dem heimischen Netzwerk und hinterlegt die Konto-Daten von Amazon. Neben der Sendersuche von konventioll per Kabel, Satellit oder Antenne empfangbaren Programmen kann man direkt seinen eigenen Startbildschirm individualisieren, indem man gewünschte Apps zur Installation auswählt und zum Startscreen hinzufügt. Analog zu anderen Betriebsystemen stehen hier zahlreiche Applikationen inklusive Mediatheken, VoD-Dienste und Sportangebote zur Verfügung.

Fire TV Startseite

Unter "Live" kann man das aktuell laufende TV-Programm (auch Streaming-Dienste wie waipu.tv oder Zattoo) einsehen

Apps

Der Grundig TV reagiert blitzschnell auf Eingaben der Fernbedienung und führt sämtliche Befehle direkt aus, nervige Verzögerungen und Wartezeiten konnten wir weder bei der Einrichtung noch der Bedienung feststellen. Die Startseite ist übersichtlich und bietet Zugriff auf sämtliche Entertainment-Inhalte. Auch in den Einstellungen findet man sich schnell zurecht, auch wenn das Layout gegenüber anderen TV-Betriebssystemen ein wenig abweicht und im Menüpunkt "Einstellungen" zunächst eine weitere Button-Leiste auftaucht. Um zu den Bildeinstellungen zu gelangen wählt man z.B. zuerst "Töne und Bildschirm" und dann den Unterpunkt "Bildeinstellungen" aus. Das hat man aber schnell drin und dann steht einer problemlosen Steuerung nichts im Weg. Es folgen weitere Menü-Screenshots:

Der Menüpunkt Einstellungen mit zahlreichen Sub-Menüs

Geräteinformationen anzeigen

Grundlegende Einstellungsparameter

Alexa-spezifische Optionen, das Aktivierungswort kann geändert werden (Alexa, Computer, Amazon, Echo)

Bluetooth-Komponenten verwalten

 

Geräte-Steuerung externer Lösungen (z.B. Soundbars) über den Grundig TV

Toneinstellungen

Netzwerk-Konfiguration für Ethernet und WLAN

Bislang haben wir den GOB 9099 gesteuert wie jeden anderen konventionellen Fernseher auch, jetzt wollen wir mit Alexa ein Wörtchen sprechen. Voraussetzung ist, wie erwähnt, eine stehende Internetverbindung sowie die Verknüpfung des Fernsehers mit dem eigenen Amazon-Konto. 

Der Fernseher agiert dann praktisch identisch zu den typischen Amazon-Komponenten, wie z.B. ein Echo oder Echo Dot. Der TV kann übrigens, auch ohne zusätzliches Gerät und sofern man es aktiviert, per Sprachbefehl eingeschalten werden. Die Empfangsbereitschaft für Sprachbefehle wird mit einem akustischen Signal quittiert, im eingeschalteten Zustand zeigt der Fernseher im oberen Bereich zudem eine blaue Leiste an. Auch das Starten in bestimmte Apps ist möglich, z.B. zeigt der Grundig TV direkt die YouTube App an, wenn man in ausgeschaltetem Zustand Alexa "Alexa, starte YouTube" zuruft. Dies gelingt dann natürlich auch bei aktiviertem Fernseher. Wie üblich nimmt Alexa keine systemverwaltenden Befehle entgegen, auf so etwas wie "Alexa, installiere (App)" reagiert der Dienst mit "Darauf habe ich keine Antwort".

Typische Einstellungen, wie Senderwechsel und Lautstärkeanpassung kann natürlich ebenfalls per Sprache erfolgen. Praktisch ist auch eine gezielte Lautstärkeeinstellung, z.B. "Alexa, Lautstärke auf 20". Einige nützliche Befehle, wie z.B. "Alexa, zurück", womit man unter anderem auch YouTube-Videos stoppen und zur YouTube-Startseite zurückkehren kann, muss man sich zuerst aneignen. Hier hilft auch in den Einstellungen unter Alexa der Menüpunkt "Zum Ausprobieren" worin einige Beispiele erläutert werden, was alles per Sprachsteuerung möglich ist.

Für Anwender, die Alexa bereits kennen und schätzen gelernt haben, ist die Hands-free Variante des Grundig Fernsehers ein echter Mehrwert. Auf die Fernbedienung kann man, sofern man nicht zuviel in Menüs und Apps navigieren muss oder tiefer gehende Einstellungen tätigen möchte, verzichten - prinzipiell ist dies sogar bis zu einem gewissen Grad möglich, allerdings geht es per Remote schlichtweg schneller - und auch eine Aufstellung eines Echo-Gerätes ist nicht mehr notwendig.

Bild

Bildeinstellungen

Den integrierten Video-EQ nehmen wir erst später unter die Lupe, zunächst lassen wir es uns nicht nehmen, eine Ultra HD Blu-ray bei Werkseinstellungen einzulegen, um schon mal einen Eindruck davon zu gewinnen, was der Grundig TV grundsätzlich zu leisten vermag. Schließlich muss die visuelle Performance stimmen, unabhängig der Möglichkeiten der Alexa Sprachsteuerung.

Gleich im Menü wird deutlich, dass wir doch nicht ganz um die Bildeinstellungen herumkommen, denn der Bildmodus "Energiesparmodus" weist deutlich zu kühle Farben auf. Wir wechseln zu den Einstellungen - leider gibt es kein Overlay, erst wenn man die Bildeinstellungen auswählt, wechselt der TV zurück zum HDMI-Eingang und stellt die Optionen überlagernd dar - und entscheiden uns für den Modus "Film", daneben stehen noch "Spiel" und "Dynamisch" zur Verfügung. Der TV erkennt übrigens direkt, dass am gewählten HDMI-Eingang HDR-Material anliegt. Der Grundig GOB 9099 unterstützt neben HDR und HLG auch Dolby Vision. Im Filmmodus wirkt die Farbgebung deutlich natürlicher, wenn es selbst bei diesem Preset subjektiv gesehen noch ein wenig zu kühl wirkt. Hervorragend ist die Plastizität, sowohl was die Staffelung der einzelnen Bildebenen als auch die Objektplastizität betrifft. Als in unserem Beispiel "Deadpool" die beiden Protagonisten nebeneinander im Taxi sitzen, könnte man sich glatt dazu setzen. Auffallend ist allerdings auch sofort, dass der Grundig ab Werk Bildoptimierer aktiviert hat. Allem voran natürlich eine Frame Interpolationstechnologie, die der Hersteller mit "Motion Picture Improvement" betitelt. Das Ergebnis der Zwischenbildberechnung ist ein sehr cleanes Bild mit geschmeidigen Kamerafahrten und ohne den typischen 24p-Judder, allerdings wirkt sich die Technologie nicht nur positiv aus. Der Film-Look geht ein wenig verloren, das gesamte Bild wirkt beinahe zu sauber und klinisch, zudem sind an vereinzelten Stellen Berechnungsartefakte zu sehen, die sich meist durch Blockbildung und zittrige Kanten ausprägen. Exzellent ist die Kanten- und auch die Detailschärfe, die sowohl in hohen als auch niedrigen Helligkeitsbereichen überzeugen kann.

Sehen wir uns vor dem nächsten Bildbeispiel die Bildeinstellungen an. Für jeden HDMI-Eingang und auch für Apps und VOD-Dienste lassen sich individuelle Parametereinstellungen speichern, daher wählt man zunächst die gewünschte Schnittstelle aus. Zunächst können wir, wie erwähnt, zwischen den Bildmodi Spiel/Dynamisch/Energiesparmodus und Film wechseln. Wir wählen das Film-Preset, da hier die Farbgebung am authentischsten wirkt, alle anderen Presets sind zu kühl. Beim Gaming sollte man dennoch auf den Spiele-Modus setzen, da hier auf eine möglichst geringe Latenz bei Eingabebefehlen hin optimiert wird. Nach der Wahl des Presets kann man konventionelle Einstellungen, wie die Bildschirmhelligkeit (OLED), Helligkeit, Kontrast, Farbe, Farbton und Schärfe vornehmen. In den erweiterten Einstellungen gibt es die Optionen "Brillante Farbe (an/aus)" sowie "Dynamischer Kontrast (aus/niedrig/mittel/laut). Zudem lässt sich die Farbtemperatur wählen, im Filmmodus ist hier bereits warm ausgewählt, und eine Rauschminderung aktivieren. Darüber gibt es die Punkte "Geräuschunterdrückung blockieren (aus/niedrig/mittel/laut)", "Micro Dimming (aus/niedrig/mittel/laut)", "MEMC (aus/niedrig/mittel/laut), "Konturen verbessern (aus/niedrig/mittel/laut) und ein Farbmanagementsystem mit Einstellungen zu Primär- und Sekundärfarben. Wer möchte, kann selbstverständlich sämltiche "Bildoptimierer" einzeln ausprobieren - allerdings sollte man wohl nicht zuviel an Performance-Boost erwarten, auch die Tatsache, dass die Übersetzung eher schwammig ist (z.B. "Laut" statt "Hoch" sowie einzelne Begriffe im Farbmanagementsystem teilweise Englisch belassen), lässt unsere Erwartungen eher durchschnittlich ausfallen. Bei hochwertigen Produktionen und Ultra HD Blu-rays, die ohnehin in der nativen Panel-Auflösung vorliegen, sollte man ohnehin diese "Verbesserer" deaktivieren.

Dies haben wir beim zweiten Beispiel "Mord im Orient-Express" auch getan und werden von einer leicht warmen, aber lebendig und authentisch wirkenden Farbgebung an der Klagemauer in Israel empfangen. Hervorragend ist die Staffelung des Bildes, der räumliche Eindruck sowie die Objektplastizität der vielen einzelnen bewegten Elemente im Bild. Nicht so gut gefällt uns die native 24p-Darstellung ohne Zwischenbildberechnung. Hier muss man mit dem typischen Judder leben, es schleicht sich aber auch der ein oder andere Ruckler ein und das Bild wirkt insgesamt nicht so flüssig wie bei manchem Konkurrenten. Nach dem Härtefall im ersten Kapitel ist dies aber nicht mehr so ausschlaggebend und der Filmgenuss wird nur vereinzelt davon in Beschlag genommen. Das Bild wirkt sehr clean und auch sehr scharf. Dank OLED-Technologie finden wir auch einen hervorragenden und sehr tiefsitzenden Schwarzwert vor, außerdem werden in dunklen Bereichen nahezu alle vorhandenen Details erfasst und dem Zuschauer präsentiert. Auch helle Bereiche gibt der Grundig OLED, selbst beim Sehen mit externem Lichteinfall, kräftig wieder und kann auch im Wohnzimmer bei Tageslicht gut verwendet werden. Wie bereits beobachtet, erkennt man auch hier immer mal wieder ein wenig Panelrauschen, dies fällt dem weniger versierten Auge aber nicht extrem auf. Die Stärken sind klar die Kanten- und Detailschärfe, die klare Staffelung und Definition von Details in allen Helligkeitsbereichen und die überdurchschnittlich ausgeprägte Plastizität.

Auch bei Skyfall, der von konventioneller Blu-ray Disc mit einer Auflösung von 1080p auf die native UltraHD-Auflösung des Grundig-OLEDs skaliert werden muss, wird ein sehr plastisches und kontrastreiches Bild geboten. Dass die Farbgebung zwar insgesamt solide, aber insgesamt ein wenig zu intensiv gestaltet ist, fällt im ersten Kapitel bei den Hautfarben von Daniel Craig und den anderen, weniger populären Protagonisten direkt auf. Film-Enthusiasten legen hier viel Wert darauf und können im Farbmanagementsystem nachbessern. Der Werkszustand ist nicht extrem weit davon entfernt und der allgemeine Nutzer, der immer mal einen Film genießt, wird hier keinesfalls die Nase rümpfen, perfekt ist es out-of-the-box aber nicht ganz. Bei der rasanten Verfolgungsjagd wirkt das Bild weitgehend stabil und angenehm bei aktivierter Zwischenbildberechnung. Der zusätzliche Rechenaufwand macht sich erfreulicherweise nicht negativ bemerkbar, die Artefakte und nicht ganz  stabilen Kanten, die wir bereits beim ersten Beispiel beobachtet haben, fehlen aber auch hier nicht. Auch der für Frame-Interpolation bekannte Seifenoper-Look kann nicht ganz verheimlicht werden, das Bild wirkt einfach zu sauber und leicht künstlich. Wer auf eine Kino-ähnliche Wiedergabe setzt, sollte also lieber mit der nicht ganz optimalen 24p-Darstellung leben, hier entscheidet die individuelle Präferenz. Was den Schwarzwert, die Highlights und die Kontrastperfomance anbelangt, gibt es gegenüber Ultra HD keine Nachteile, dank OLED wird ein sehr dynamischer Bildeindruck gewährleistet. Sehr gut ist, dass der Grundig OLED-Fernseher sich auch bei externem Lichteinfall eine gute visuelle Performance ohne eklatante Abstriche realisiert.

Der Tuner zeigt ein erfreulich sauberes und stabiles Bild. Die Detail- und Kantenschärfe der öffentlich-rechtlichen Sender, die in 720p ausstrahlen, liegt auf hohem Niveau und ist auch in hinteren Ebenen recht solide ausgeprägt, lediglich. bei weitläufigen Panorama-Aufnahmen kann der Hintergrund ein wenig schwammig und nicht mehr so klar definiert wirken. In dunkleren oder sehr hellen Bereichen kann es immer mal wieder zu Pixelwölkchenbildung und leichtem Rauschen kommen, insgesamt beeinflusst dies den angenehmen Bildeindruck aber nicht enorm. Die Farben wirken recht intensiv und ein wenig kühl, insgesamt aber weder überzogen noch eklatant unnatürlich. Highlights gibt der OLED TV sehr gut wieder und wirkt auch bei externem Lichteinfall absolut ausreichend hell. Durch die gute Kontrast-Performance kann sich auch der räumliche Eindruck und die Objektplastizität absolut sehen lassen. Bei Nahaufnahmen von Gesichern arbeitet der Grundig TV viele Einzelheiten und Facetten aus, feine Ohrringe oder Details am Stirnband einer Protagonistin kommen klar heraus. Dies gelingt auch im Dämmerlicht, wenn es dann auch ein wenig an Detailschärfe im Hintergrund fehlt. Im weiteren Verlauf sticht nochmals die angenehme und ruhige Darstellung auf, ein leichtes Panelrauschen kann der Fernseher aber nicht gänzlich kaschieren. Etwas langsam empfinden wir das Umschalten von Sender zu Sender, hier lässt sich der GOB 9099 durchaus um die zwei Sekunden Zeit, bis das Bild des nächsten Kanals angezeigt wird. 

1080i-Signale anderer Sender zeigt der Grundig OLED mit ebenso hoher Bildstabilität, angenehmen Farben und guter Kontrastdarstellung. Auch hier sieht man ab und an etwas Rauschen, zum Großteil wird aber ein cleanes und detailscharfes Bild geliefert. Die Farbgebung wirkt dynamisch und das Bild insgesamt lebendig. Bewegungen gelingen gleichmäßig und auch die Bewegungsschärfe ist nicht zu kritisieren.

Ton

Was lässt sich zum Ton sagen? Akustisch präsentiert sich der Grundig überraschend stark. Wir notieren eine tadellose Präsenz der Mitten und auch untenrum vergleichsweise kräftig und voluminös - das kennen wir nur von wenigen anderen TVs. Auch die räumliche Darstellung überzeugt, Geschosse - denen es an Punch natürlich fehlt - können in ihrer Richtung nachvollzogen werden. Hinzu kommt die sehr gute Darstellung der Stimmen, stets verständliche Dialoge auch bei komplexerer Kulisse sind lobend zu erwähnen. Und selbst Musik (z.B. bei einem Abspann) wirkt dynamisch und lebendig. Insgesamt erweist sich der Grundig als ausgewogen und angenehm, dabei agiert er erstaunlich pegelfest, es kommt kaum zu Verzerrungen selbst bei hoher Lautstärke. Der OLED-TV ist überdies ausreichend laut auch für mittelgroße und größere Wohnzimmer.

Konkurrenzvergleich

Philips OLED 854 in 55 Zoll: Der schmucke Philips-OLED (2019) mit typischen Ausstattungsmerkmalen wie Ambilight, dem P5 Bildprozessor und dem Android-Betriebssystem erweist sich als problemloser Begleiter für den Alltag. Frame Interpolation und Farbwiedergabe sind besser als beim Grundig, dafür klingt der GOB 9099 besser. Beide OLEDs haben zudem ein so helles Display, dass es auch bei deutlichem externem Lichteinfall keine Probleme gibt. Der Marktpreis des Philips liegt bei rund 1,270 EUR.

Panasonic HXW904 (LCD, 55 Zoll, 2019): Der HXW904 von Panasonic schlägt sich selbst bei Schwarzwert und Detailkontrast sehr gut, aber natürlich liegt der Schwarzwert des Grundig OLEDs trotzdem tiefer. Der Panasonic kontert mit der besseren Frame Interpolation, dem überragenden Quattro-Tuner und sehr authentischen Farben. Was den Klang angeht, holt der Panasonic den GOB 9099 nicht ein. Mit rund 1.060 EUR Kaufpreis ist der Panasonic sein Geld trotzdem ohne Zweifel Wert. 

Fazit

Der Grundig GOB 9099 Fire TV-Edition HF macht einen sehr guten Eindruck nach dem Auspacken und spielt seine praxisgerechten Vorteile durch die Alexa Sprachsteuerung, die den Fernseher zweifellos in den Fokus der Aufmerksamkeit von Smarthome-affinen Anwendern rückt, aus. Völlig aus der Hand legen kann man die TV-Fernbedienung aber dennoch nicht, denn sobald man auf Einstellungen zugreifen oder z.B. in YouTube ein spezifisches Video auf der Übersichtsseite ansehen möchte, gerät man schnell an die Grenze des sonst durchaus leistungsfähigen Alexa-Systems. Praktisch ist natürlich, dass man nicht zwingend eine Amazon-Komponente, wie z.B. einen Echo Dot, benötigt. Zwar wird derjenige, der sich wegen Alexa für den Grundig Fernseher interessiert, vermutlich bereits ein solches Gerät zuhause haben, vielleicht aber ja nicht am Aufstellungsort des TVs.

Visuell schlägt sich der Grundig sehr gut, das OLED-Panel ist hell, selbst bei deutlichem externem Lichteinfall gibt es keinen Anlass zur Klage. Auch die Tunereinheit weiß zu überzeugen, wer hier einen Fernseher im wahrsten Wortsinne sucht, wird äußerst zufrieden sein. Richtig gut ist es um die Klangqualität bestellt, man glaubt gar nicht, wie kräftig und dynamisch das eingebaute Lautsprechersystem agiert. Selbst Musik kann man mit dem Grund hören. 

Die Verarbeitungsqualität ist rundum solide, weist aber im Detail Verbesserungspotential auf, zudem gibt es lediglich drei HDMI-Anschlüsse und "nur" einen einfachen Triple-Tuner. Sehr gut gefällt uns das schnell agierende Fire TV Betriebssystem, die üppige App-Auswahl und der individualisierbare Startbildschirm. 

Eleganter Ultra HD-OLED-TV mit Amazon Fire TV-Betriebssystem, toller Akustik und sehr gutem TV-Tuner

OLED-Ultra HD-TVs Obere Mittelklasse
Test 31. August 2020

Test: Carsten Rampacher, Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 31. August 2020


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