TEST: Dan D'Agostino Pendulum - kompakter, luxuriöser Vollverstärker mit hohem Faszinationspotential

Anschlüsse

Dan D Agostino Pendulum Back Komplett

Rückseite des Pendulum in Komplettausstattung mit Streaming/HDMI/Digital-Modul und mit Phono MC

Dan D Agostino Pendulum Back 2

Rückseite rechts

Dan D Agostino Pendulum Back 2 (1)

Rückseite links

Das Anschlussangebot des Pendulum-Basismodells umfasst einen Cinchanschluss (der zum Phonoanschluss wird,, wählt man das optionale Phonomodul) und drei symmetrische XLR-Eingänge, einer davon mit Theater-Pass-Through. Symmetrische Vorverstärkerausgänge stellen die Integration beispielsweise von Subwoofern sicher. Das eben schon kurz erwähnte optionale MC (Moving-Coil)-Phonomodul garantiert eine erstklassige akustische Wiedergabe, wenn ein hochwertiger Plattenspieler angeschlossen ist.

Streaming-/DAC/Digital-Modul und App

Wählt man das optionale Streaming-/DAC-/Digitalmodul, ist der Pendulum mit einer üppigen Auswahl digitaler Anschlüsse und mit zahlreichen Streaming-Funktionen  sowie mit App-Steuerung ausgestattet. An Streaming-Optionen stehen beispielsweise AirPlay 2, Spotify Connect, TIDAL Connect, Qobuz Connect sowie ein Roon ready-Zertifikat bereit. Auch MQA-Material wird verarbeitet. Der vollsymmetrisch aufgebaute DAC verarbeitet bis zu 192 kHz/32-Bit (PCM) beziehungsweise DSD256.

Mit optischen und sowohl RJ45- als auch Wi-Fi-Netzwerkanschlüssen ist der Pendulum auf der Höhe der Zeit. Zudem ist der Vollverstärker das erste Modell von D’Agostino, das über einen HDMI-Eingang mit eARC-Funktionalität verfügt – die Verbindung mit einem Smart-TV ist schnell hergestellt,  und der TV-Ton kann über den edlen Pendulum wiedergegeben werden.

Der Pendulum ist komplett per App steuerbar - hier die Screenshots:

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Startbildschirm der App

Menüfunktionen

Balance und Eingänge

Geräteinformationen

Natürlich verfügt der Pendulum über Spotify Connect, so sieht es aber aus, wenn die App anzeigt, dass Musik über Spotify wiedergegeben wird

TIDAL Connect ist auch an Bord

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Technische Daten

Wenden wir uns, bevor wir mit der Klangwertung durchstarten, kurz den elementaren technischen Daten zu:

  • Frequenzgang 20 Hz bis 20 kHz, +-0,01 dB
  • Signal-Rausch-Verhältnis 75 dB A-gewichtet
  • Gesamte harmonische Verzerrung 0,1 % bei 120 W bei 8 Ω
  • Eingangsimpedanz 1,0 MΩ
  • Ausgangsleistung 120 W bei 8 Ω und 240 W bei 4 Ω
  • Ausgangsimpedanz 0,1 Ω
  • Analoge Eingänge: 3 symmetrische XLR-Stereoeingänge; 1 Paar unsymmetrisches RCA-Stereo
  • Digitale Eingänge (mit installiertem DAC-Modul) je 1 optisch; RJ45; W-lan; HDMI mit eARC
  • RS-232 Schnittstelle
  • Ausgänge 1 x symmetrisches XLR-Stereo; 5-Wege-Lautsprecher-Anschlussklemmen; ¼-Zoll-Kopfhörer
  • Abmessungen 43,2 x 11,8 x 35,6 cm (B x H x T)
  • Gewicht 15,9 kg

Nun widmen wir uns den Klangeigenschaften.

Klang

Dan D Agostino Pendulum Setup 1

Das Setup

Nun sind wir sehr gespannt, wie gut sich der Pendulum in Verbindung mit der Perlisten Audio S7t in den Klangtestreihen schlägt. Der edle und hoch belastbare Standlautsprecher beeindruckt durch jede Menge Perlisten Audio-exklusive Technologie und eine enorm dynamische, zugleich aber auch bei enormer Lautstärke homogene Wiedergabe. Da wir schon öfters mit dem großen Standlautsprecher gearbeitet haben, empfiehlt er sich für die Kombination mit dem US-Luxusvollverstärker.

Eva Cassidy, Ain‘t No Sunshine: Schon sehr schnell merken wir, dass wir keinen „normalen“ Stereovollverstärker vor uns haben, sondern ein äußerst exklusives Modell – die akustischen Qualitäten liegen nämlich auf einem Niveau, das man selbst auch deutlich gehobenen Preisklassen in dieser Güte nicht kennt. Ein sehr kontrollierter, aber gleichzeitig emotionaler Klang untermauert dies, sodass wir eine enorme akustische Präsenz im Hörraum wahrnehmen. Evas Stimme wird fein nuanciert präsentiert, und auch kurze vokale Impulse werden blitzschnell und präzise umgesetzt. Jedes einzelne Instrument wird mit enormem Charisma ausgestattet, ganz besonders das Klavier, dessen Anschlagdynamik hervorragend herauskommt.

Wir setzen fort mit Diana Kralls „The Look Of Love“: Feinfühlig und mit exzellenter Gesamt- und Feindynamik wird der Anfang des Titels präsentiert. Dianas Stimmkonturen trifft der edle Vollverstärker herausragend, und die Instrumente gruppieren sich präzise und homogen rund um ihre Präsenz - das Rauchige, Melancholische innerhalb ihrer Stimme wirkt ungemein direkt und authentisch. Natürlich, das möchten wir klar erwähnen, braucht man keinen Vollverstärker in  der Preisklasse des Pendulum. Auch mit günstigeren Modellen erzielt man bei diesem Titel wirklich überzeugende Resultate. Aber das Faszinierende ist, dass man dem Pendulum schnell verfällt, wenn man mit ihm hört. Dieses unerschütterlich Souveräne, Direkte, immer zu nahezu 100 Prozent Ausbalancierte – das sind die Eigenschaften, die das Hören mit dem Dan D’Agostino-Verstärker zu etwas Besonderem machen.

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Auch stets gern verwenden wir den 007-Titelsong „No Time To Die“ von Billie Eilish. Der Pendulum folgt hier konsequent seiner bisher gezeigten Linie und managt den gesamten Aufbau extrem. Hier beeindruckt uns die Mischung aus enormer Schnelligkeit und absolut klaren Konturen in allen musikalischen Ebenen besonders. Billies Stimme wird sensibel und charismatisch präsentiert, mit einer exzellenten Dynamik, sodass das volle Spektrum zu jedem Zeitpunkt herauskommt. Die in Weite und Tiefe überwältigende Räumlichkeit und die klare Differenzierung zwischen den einzelnen musikalischen Ebenen vervollständigen unsere Eindrücke.

Als vierten Titel nehmen wir  „West End Girls“, 2023er Remaster, von den Pet Shop Boys. Die Wahl fiel nicht umsonst auf das Remaster von 2023, denn dieses erfreut das Ohr mit einer wirklich überzeugenden Gesamtqualität. Das verdeutlicht uns der Pendulum direkt ab Beginn des kultigen Songs: Ein enorm satter, exakter Bass trifft auf eine grandiose Einarbeitung der Stimme von Neil Tennant sowie auf eine überragende räumliche Ausbreitung. Selbst bei Lautstärken, die man eher großen Vor-/Endstufenkombinationen zutrauen würde, brilliert der Pendulum mit unerschütterlicher Souveränität. Wir sind tatsächlich überrascht, denn der Vollverstärker ist optisch kein Monster-Bolide, sondern eher verhalten hinsichtlich der Abmessungen. Aber seine Pegelfestigkeit liegt so hoch, dass er, kombiniert mit entsprechend leistungsfähigen Lautsprechern, auch im großen Hörraum mit dem nötigen Nachdruck auftreten kann. Die Auflösung büßt auch bei enorm hohem Pegel nichts von ihrem Umfang ein, und sämtliche instrumentalen Effekte sind überwältigend präzise in die Gesamtakustik eingebettet.

Star Wars/John Williams, Imperial March, gespielt von den Wiener Philharmonikern: Dass dem Pendulum dieser legendäre Titel liegt, haben wir uns aufgrund er vorherigen Höreindrücke schon gedacht. Und mit hervorragendem Nachdruck, aber zugleich mit enormer Sensibilität legt er los. Jedes Instrument im großen Orchester ist einwandfrei zu orten und bekommt vollen Entfaltungsspielraum. Der ganze Aufbau des Imperial March wird beeindruckend straff und exakt in den Hörraum gestellt – und das wiederum nahezu unabhängig vom angewählten Pegel. Die Auslegung des Pendulum ist absolut homogen, nie wird er zu harsch oder zu metallisch. Daher sollte man auf ein Lautsprecherpaar für die akustische Umsetzung setzen, das diese enorm vorteilhaften Eigenschaften auch richtig unterstützen kann. Unsere Perlisten Audio S7t können dies definitiv, sie bieten auch bei hoher Lautstärke noch einen ausgewogenen, authentischen Sound, und auch das Auflösungsvermögen leidet in keinster Weise.

Und auch in diesen Testreihen setzen wir wieder auf Yello & Till Brönner mit dem Stück „Till Tomorrow“: Der satte Bass wird punktgenau getroffen, zudem notieren wir eine extrem homogene tieffrequente Ausbreitung. Wenn Till seine Trompete bedient, werden auch feinste Konturen hörbar. Auch ein kleines Hauchen holt der Pendulum sofort und ohne jede Verzögerung ans Tageslicht. Es entsteht ein vollumfänglich kompletter Höreindrück, mit enormer räumlicher Tiefe und einer vielschichtigen Staffelung beim Aufbau, die dafür sorgt, dass man sich sozusagen inmitten des Stücks aufhält und intensiv am musikalischen Geschehen teilnimmt. Hier wieder werden die Differenzen zwischen exzellenten günstigeren Modellen und dem Pendulum deutlich: Klar, der Aufpreis für die Exklusivität eines Dan D’Agostino-Vollverstärkers ist zweifelsohne enorm. Aber, und das relativiert die Sache, man bekommt dafür auch so viel geboten, dass man jeden Tag seine Freude daran hat. Dass Musik sprichwörtlich „wie live“ wirkt, dass man nicht nur Zuhörer ist, sondern tief ins akustische Geschehen eintauchen kann. Dieses Gefühl bietet der Pendulum in enormer Intensität. Auch hier wieder: Verstärker oder Vor-/Endstufenkombinationen für ein Drittel oder die Hälfte des Pendulum-Preises bedienen versierte Hörer bereits überragend. Wer nichts anderes kennt, ist hier schon rundherum glücklich. Der Pendulum eröffnet dann aber noch eine neue Dimension: Wie dicht man an der Musik ist, wie kultiviert er selbst bei höchstem Pegel bleibt, und wie gelassen er bei ebendiesen Pegel auch noch die letzte akustische Ebene herausmodelliert, das ist schon kompromisslose Extraklasse.

Mit vielen unterschiedlichen Facetten beeindruckt „Vertigo Heroes“ von Boris Blank. Und gerade der enorme Effektreichtum dieses Titels wird selbst von hochwertigen Komponenten zwar sehr gut, aber nicht perfekt präsentiert. Ganz anders der Pendulum, ihm bereiten die vielen akustischen Ebenen und die hohe Anzahl akustischer Elemente keinerlei Probleme. Er fügt jedes neue akustische Element ohne jede zeitliche Verzögerung hinzu und schafft zugleich eine enorm weitläufige Räumlichkeit, die immer absolut authentisch wirkt und durch den nachdrücklichen, extrem präzisen Aufbau Begeisterung weckt. Sämtliche akustische Elemente lösen sich überragend von den Perlisten Audio-Standlautsprechern, was auch deren hochklassigen klanglichen Qualitäten anzurechnen ist. Dass der Perlisten Audio S7t Standlautsprecher im Paarpreis unterhalb der magischen 20.000 EUR-Grenze liegt, verblüfft dann immer wieder, denn er harmoniert enorm gut mit dem edlen Vollverstärker aus den USA.

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"Ratchets" von HEDEGAARD stellt enorme Ansprüche ans Equipment, was Dynamik und maximal mögliche Leistung anbetrifft. Die massive Kraft, die im Pendulum steckt, wird bei diesem energiereichen Track aber ein weiteres Mal treffend verdeutlicht. In Verbindung mit den bassstarken, pegelfesten Perlisten Audio S7t wird hier ein Hörvergnügen der Extraklasse geboten. Der Bass drückt bis in die Magengrube, und die Trennung aller akustischen Elemente gelingt auch bei sehr hohem Pegel perfekt. Gleichzeitig fühlt man sich aufgrund der großzügigen Räumlichkeit sehr wohl - der Pendulum bietet eine breite Bühne, die aber stets durch eine absoulut akkurate Definition hinsichtlich Weite und Tiefe überzeugen kann.

Fazit

Dan D Agostino Pendulum Front 1

Es ist ein besonderes Vergnügen, mit dem Dan D’Agostino Pendulum hören zu dürfen. Der Einstieg in die erlesene Produktpalette des Luxus-HiFi-Herstellers aus den USA gelingt so gut, dass man sich ernsthaft fragt: Braucht man noch mehr? Schon der Pendulum in maximaler Konfiguration mit digitalem DAC/Streaming-Modul, HDMI-eARC und App-Steuerung sowie dem Phonoboard ist alles andere als ein günstiges Vergnügen. Dafür aber ein ungemein nachhaltiges: Denn so etwas wie den Pendulum nutzt man Jahre, Jahrzehnte lang, und freut sich jeden Tag wieder aufs Neue, wenn man den kultivierten, enorm dynamischen, praktisch perfekt ausbalancierten Klang genießt. Natürlich muss man keinesfalls die 29.000 EUR für einen Pendulum in Vollausstattung investieren, um einen hochwertigen Klang zu genießen. Wer aber das Beste vom Besten sucht, und eine Komponente für die Ewigkeit erwerben möchte, die zwar recht harmlos und kompakt auftritt, vom Leistungsvermögen her aber kompromisslos mit ausgewachsenen Vor-/Endstufenkombionationen mithalten kann, liegt beim Pendulum genau richtig. Wer das digitale DAC/Streaming-Modul einbauen lässt, erhält zudem absolut zeitgemäße Streaming-Eigenschaften, nicht nur TIDAL Connect und Spotify Connect sind vorhanden, sondern auch Qobuz Connect – und auch zu MQA und Roon ist dieses Modul kompatibel. Mit dem Pendulum und dem DAC-/Streaming-Modul hat man dann ein komplettes Musiksystem, bis auf zwei Lautsprecher und einen mittels HDMI-eARC direkt verbundenen Smart-TV braucht man nichts mehr.

Extrem edler, akustisch vortrefflicher Vollverstärker aus der US-Edelschmiede 
Masterpiece 2024
Vollverstärker Luxusklasse
Test 13. Oktober 2025

Test und Fotos: Carsten Rampacher
Datum: 13. Oktober 2025

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