TEST: Cabasse Pearl im Einzel- und im Stereobetrieb - schicke, edle und leistungsstarke Avantgarde?

Zum Stückpreis von 2790 EUR gibt es, wahlweise in schwarzer oder weißer Version, die Wireless-/Streaming-Aktivlautsprecher Cabasse Pearl - zum Beispiel im Online-Shop der Soundbrothers Kassel, unserem Partner für diesen Test. Spezielles Kennzeichen sind das kugelförmiges Design und die hochwertige Verarbeitung.  1600 Watt (RMS, Spitzenleistung kurzzeitig 3.200 Watt) hat jeder Speaker. Maximal 118 dB sind im Single-Betrieb möglich, satte 124 dB schafft Erin Stereo-Paar. Frequenzen zwischen 14 Hz und 27 kHz können dargestellt werden. 

Verarbeitung und Technik

The Pearl in Perlmutt

The Pearl in Schwarz

Seitliche Ansicht des schwarzen Speakers

Rückseite des weißen Speakers

The Pearl erfreut unser Auge durch eine hochwertige Verarbeitung. Ganz gleich, ob in der schwarzen oder in der weißen Variante, präzise, gleichmäßige Spaltmaße und eine sehr gute Materialqualität sorgen für Punkte auf dem Test-Konto. Üppige 18 kg wiegt The Pearl pro Stück. Die Abmessungen: 326 x 327 x 323 mm.

Logo und Blick auf die Membran 

Die Lautsprechermembranen bestehen aus Kohle- und Glasfaser, der Schalldiffusor und die Kalotte aus Aluminium. Die doppelt ausgeführte Gehäuseschale ist aus Verbundfaser gefertigt. 

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Der für diese Baureihe entwickelte Tieftöner bietet bis zu 30 mm völlig linearen Membranhub, ohne Zweifel eine außergewöhnliche Performance. Dadurch, so verspricht der Hersteller, können auch tiefe Bässe tadellos präsentiert werden. Aufgrund der, wie Cabasse sagt, "dynamisch adaptiven Kontrollalgorithmen" sind auch heftige Bassschläge kein Problem für The Pearl. 

Top-Räumlichkeit durch aufwändige Technik

Rückseite komplett beim schwarzen Speaker

Edle Details

Edle Permuttoberfläche 

The Pearl in Permuttweiss von oben

Seitliche Ansicht

Cabasse hat sich die dreiachsige Konfiguration aus Bass-/Mittel/Hochtontreiber (Trifft-Koax) direkt patentieren lassen. Durch diese spezielle Anordnung kann man das Design kompakt halten, zugleich kommen - getreu dem Prinzip der Punktschallquelle - alle Signale zeitgleich beim Hörer an. Dank des speziellen 360 Grad-Rundumklangs wird eine überragende Räumlichkeit serviert. 

Damit das gesamte System auch hoch belastbar ist, gibt es eine äußerst leistungsfähige Kühlung (thermischer Dissipator). So laufen die edlen Speaker immer mit den passenden Betriebsparametern.

Anschlüsse

An Anschlüssen findet sich Ethernet plus WiFi, Bluetooth, ein optischer Digitaleingang, Cinch-Analog und ein USB-A-Slot für die Wiedergabe von Musik, die sich auf externen USB-Medien befindet. 

An Audioformaten werden MP3, AAC, WMA, AIFF, FLAC und ALAC wiedergegeben. Ein hochpräziser 768 kHz/32-Bit-DAC stellt die akkurate Wandlung des digitalen Signals in ein analoges Signal sicher. Das Packing-Formant MQA wird nicht unterstützt. The Pearl bietet Support für Qobuz, Deezer, Napster, Spotify und Tidal. 

Fernbedienung

The Pearl kann man komfortabel in das StreamCONTROL Multiroom-/Streaming-System von Cabasse integrieren. Wahlweise kann man die  Boxen mittels Google Assistant per Sprachbefehl steuern. Zusätzlich zur Netzwerkeinbindung (kabellos oder kabelgebunden) ist auch Bluetooth vorhanden. Die HD-Streaming-Technologie von Cabasse. Alternativ zur App kann man auch die Fernbedienung zur Steuerung verwenden. 

Auf dem zugehörigen Ständer

Fuss im Detail

Im Stereobetrieb

Natürlich ist es auch möglich, zwei der noblen Aktivlautsprecher zu einem Stereo-Paar zu vereinen, was wir im Test natürlich ausprobiert haben. Sehr schicke Ständer sind optional ebenfalls zu haben. 

Auch ein Einmesssystem ist vorhanden

Integriert in The Pearl ist auch ein automatisches Klang-Kalibierungssystem mittels eingebautem Mikrofon. Das "Cabasse Room Kompensation System" (CRCS) analysiert die Raumakustik an jedem beliebigen Ort. Nach der Analyse wird die Wiedergabe von The Pearl durch die Verwendung spezieller, extrem präziser digitaler Filter angepasst. Eine besonders angenehme, homogene, souveräne Darstellung in der Praxis, so drücken sich die Vorzüge von CRCS aus. Die Funktion wird direkt aus der App heraus bedient. Im Punkt "Einstellungen" zunächst "Player" wählen. Hier kann man den Lautsprecher anklicken, der kalibriert werden soll. Im Menü des Lautsprechers geht man dann zum Punkt "Automatische Kalibrierung".

Features in der Übersicht
  • Mit Raumkorrektur/akustischer Analyse
  • App erlaubt zahlreiche Klangeinstellungen
  • 1600 Watt RMS-Leistung
  • Tri-Koax-Treiber
  • Geht man in den Einstellungen zum Punkt Erweiterte Konfiguration, finden sich für den versierten Anwender zahlreiche weitergehende Informationen und Einstelloptionen
  • TIDAL, Qobuz, Deezer, vTuner, Spotify Connect werden unterstützt 
  • Bluetooth mit aptX 
  • Wifi mit WPS
  • UPnP
  • DLNA
  • USB-Anschluss
  • Kopplung zum Stereopaar über Netzwerk, klappt problemlos

Nun haben wir von der App natürlich zahlreiche Screenshots gemacht, die wir nun präsentieren.

App-Screenshots

Natürlich mit Spotify Connect

Nun wird The Pearl ausgewählt

Wiedergabe eines Titels über Spotify

Hauptmenü der App

Auswahl der Speaker, die zur Verfügung stehen

 

Hier kann man Lautsprecher zu Gruppen zusammenfügen

Bei Tidal kann man sich direkt in der App anmelden

Unsere Tidal-Playlists

Wiedergabe eines Titels über Tidal

Umfangreiches Menü pro Speaker, inklusive automatischer Kalibrierung und erweiterter Einstellungen

Klangeinstellungen

Die sehr umfangreiche App bietet im Punkt "erweiterte Konfiguration" zahlreiche Informationen

Mittels Kabel verbunden

Alle Informationen auf einen Blick

In dem Punkt "erweiterte Konfiguration" findet man nahezu alles

Insgesamt bietet die App enorm viele Einstellmöglichkeiten und Informationen. Da man zahlreiche zusätzliche Features unter dem Punkt "Erweiterte Konfiguration" zusammenfasst, entsteht trotzdem kein heilloses Durcheinander. Auch derjenige, der nicht allzu tief in die Materie eintauchen möchte, findet schnell den gesuchten Punkt.

Klang

Werden brillante klangliche Ergebnisse erzielt?

Wie sieht die akustische Performance aus? Für einen Preis von fast 2.800 EUR kann man auch einiges erwarten. Hier unsere Eindrücke.

Middle Of Nowhere, Adan Hüjens, Stereo-Betrieb

  • Der enorme Tiefgang zu Beginn des Tracks zeigt die Grenzen des Gehäusevolumens auf. Hier reicht es nicht mehr aus, um alle Facetten des enorm tiefen Basses zu präsentieren.
  • Als dann der Track Fahrt aufnimmt, hat der Bass Kraft und Volumen und bleibt selbst bei 80 Prozent des möglichen Maximalpegels noch kontrolliert. Der große Membranhub des Tieftöners zeichnet sich offenbar aus. 
  • Impulstreue Einarbeitung aller elektronischen Effekte, die zudem auch durch die enorme Räumlichkeit sehr plastisch zum Vorschein treten.
  • Der Aufbau des Tracks kommt sehr treffend heraus, man kann gut in verschiedene akustische Ebenen trenne, erhält aber zugleich einen homogenen Gesamteindruck.
  • Alternierende Soundeffekte präsentieren die Pearls souverän und schnell, das macht wirklich Freude.

No Goodbye, Paul Kalkbrenner, Stereo-Betrieb

  • Erneut notieren wir eine impulstreue Wiedergabe, der Rhythmus kommt gut heraus, erst bei ca. 80 Prozent des maximalen Pegels nimmt die Struktur im Detail merklich ab. 
  • Bei diesem Titel hören wir weniger Weitläufigkeit, insgesamt liegt dieses Electro-Titel den The Pearl eher weniger.
  • Der Bass an sich wird gut präsentiert, bei dem Song aber fehlt es etwas an Differenzierung im Bassbereich, was beim ersten Beispiel deutlich besser gelang. 
  • Stimmanteile werden richtig gut aufbereitet 

How Far Can We Go, Klaas - Einzelbetrieb, anschließend Stereobetrieb

  • Schon bei einzelner Verwendung erzielt The Pearl eine tolle Räumlichkeit, eine tadellose Auflösung sowie gelungene Stimmwiedergabe. Die Pegelfestigkeit liegt so hoch, dass man einen Lautsprecher ohne Schwierigkeiten in Hörräumen bis zu 25 Quadratmetern verwenden.
  • Im Paar absolut synchron, das Stereo-Pairing findet mittels Netzwerk statt. Oft funktioniert das in der Praxis schlecht, und die Latenzzeiten sind zu hoch. Bei The Pearl hingegen scheint alles exzellent zu funktionieren. 
  • Erstklassige Räumlichkeit im Stereobetrieb, auch im Hörraum über 30 Quadratmeter notieren wir noch eine gleichmäßige Ausbreitung. 
  • Natürlich kann man im Paarbetrieb mit einer nochmals höheren Pegelfestigkeit rechnen, das reicht auch für den 35 Quadratmeter-Hörraum. 
  • Bass präzise und straff, auch parallel stattfindende Bass-Ereignisse werden tadellos auseinander differenziert.

I‘m still Standing, Elton John, Paar-Betrieb

  • Wegen der schlechten Qualität der Quelle findet eine leichte Überhöhung der Mitten/oberen Mitten statt, die man bei eher niedrigeren bis mittleren Lautstärken kaum bemerkt. 
  • Der Bass ertönt straff und mit akkuraten Konturen.
  • Sehr gute Räumlichkeit, das kennen wir auch schon aus den vorherigen Tracks. 
  • Pegelfest, durch das Quellmaterial wird es aber bei hoher Lautstärke etwas unangenehm und die Differenzierung lässt nacht.

The Sun Always Shine On TV, a-ha, Betrieb einzeln gegen Betrieb als Paar 

  • sehr gute Stimmwiedergabe im Intro, im Paarbetrieb ist eine nochmals glaubwürdigere Verteilung der Stimme im Raum herauszuhören.
  • Sauberer Aufbau bereits im Einzelbetrieb, man kann klar einzelne klangliche Ebenen auseinander halten.
  • Als der Song richtig losgeht, überzeugt uns der sehr fundierte, exakte Bass.
  • Der Rhythmus wird während des gesamten Songs impulstreu präsentiert.
  • Dynamische Wechsel werden schnell verarbeitet, dadurch entsteht der Eindruck enormer Dynamik. 
  • Bei diesem Song schlägt sich schon ein Lautsprecher sehr überzeugend, für kleinere Räume reicht er aus - wenn man natürlich keinen "echten" Stereoeindruck" erwarten kann (Bühne, Aufbau einfacher).

Automatic Lover, Real McCoy, Paarbetrieb Stereo:

  • Der Bass wird erneut exzellent präsentiert: Mit Nachdruck und Präzision. 
  • Rap-Gesang wirkt sehr realistisch. 
  • Dichte Räumlichkeit, man fühlt sich von Klang umgeben, ohne dass alles künstlich übertrieben wirkt. 
  • Auch die weibliche Stimme kommt klar und charismatisch heraus, Dynamik innerhalb der vokalen Präsenz authentisch.
  • Hohe Pegel sind kein Problem.

Oli P., Flugzeuge im Bauch

  • tolle Atmosphäre, sehr natürlich, zugleich mit einem ansprechenden Volumen. 
  • Enormer Tiefgang, merkt man gleich zu Beginn sehr gut. 
  • Stimmwiedergabe sehr gut, aber etwas zu stark im Hintergrund 
  • Dynamische Wechsel werden impulstreu verarbeitet. 
  • Wir halten eine überragende Wiedergabe der weiblichen Gesangsstimme fest.

Caruso, Jonas Kaufmann, Einzel -und Paarbetrieb

  • Stimme löst sich sehr gut vom Lautsprecher, schon im Einzelbetrieb überzeugend.  
  • Nutzt man 2 Pearls, kommt die Stimme natürlich noch realistischer, charismatischer heraus
  • Eine homogene, gleichmäßige Wiedergabe stellen wir gerade bei der Verwendung eines Paars fest
  • Räumlichkeit schon bei einem Pearl sehr dicht, bei zwei Lautsprechern nochmals deutlich besser und vor allem realistischer. 

Zum Klang insgesamt: Schon ein Pearl-Schallwandler genügt, um auch im 25 Quadratmeter Hörraum massiv Druck zu machen. Sehr pegelfest, Leistung satt. Besonders hervorzuheben sind die Top-Räumlichkeit und eine homogene, gleichmäßige akustische Ausbreitung. Verwendet man ein Paar als Stereo-Lösung, hat man ein vollwertiges, klangstarkes HiFi-System. Zwar teuer (4.580 EUR zusammen), aber enorm stark: Dichte Räumlichkeit, angenehme Tonalität, absolut synchrones Spiel. The Pearl ist für praktisch jeden Musikstil geeignet, immer angenehm und zugleich lebendig.

Natürlich ist ein Stückpreis von 2.790 EUR enorm viel. Was rechtfertigt diese Summe?

Vorteile gegenüber erheblich günstigeren Konkurrenten zwischen rund 600 und rund 900 EUR Stückpreis , z.B. Denon Home 350, Harman Kardon Citation 500, oder selbst der akustisch sehr starke Bluesound Pulse 2i:

  • Deutlich kraftvoller und kontrollierter
  • Für große Lokalitäten geeignet
  • Dynamikumfang deutlich größer
  • Mischung aus harmonischer Auslegung und ausgezeichneter Transparenz zeigt die Preisklasse
  • Detaillierte Stimmwiedergabe 
  • Bessere Loslösung des Klangs von den Boxen
  • Vollausstattung mit automatischer Raumkorrektur und erweiterten Einstellmöglichkeiten 

Man muss aber auch klar sagen: Ein The Pearl kostet so rund dreimal (!) so viel wie ein Bluesound Pulse 2i. Für denjenigen, der Design, Kraft und einen sehr kultivierten, detailreichen und räumlich dichten Klang miteinander verbinden möchte, ist die Cabasse-Alternative schon verlockend. 

Fazit

Edel, extrem kraftvoll, kultiviert und souverän: Diese akustischen Attribute umschreiben die The Pearl am besten. Hightech trifft auf eine extravagante Optik, die aber nicht so spektakulär ist, dass man sich schnell daran sattsieht. Die App bietet enorm viele Informationen und Einstellmöglichkeiten. Auch ein gut funktionierendes Einmesssystem ist dabei. Was uns fehlt, ist die Unterstützung von MQA. Ansonsten herrscht sozusagen Eitel Sonnenschein - The Pearl ist eine zwar sehr kostspielige, aber akustisch brillante Ausnahmeerscheinung. Das gilt bereits für den Einzelbetrieb, und erst recht für den Betrieb als Stereo-Paar. 

Avantgardistische Streaming-Lautsprecher mit superbem Klang
Streaming-/Multiroom-Lautsprecher Luxusklasse
Test 17. November 2020

 

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Oksana Fritz
Redaktion: Philipp Kind
Datum: 17. November 2020

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