TEST: Bildstarker Panasonic LCD 4K-Fernseher TX-55LXW834 mit Android TV, Dolby Vision & HDR10+

Bild

Eine ganze Palette an Bildmodi stecken natürlich im TX-55LXW834. Hier finden sich Dynamic, Normal, Kino, True Cinema, Sport Game und auch der beliebte Filmmaker Mode, der direkt alle dynamischen Bildoptimierer deaktiviert und Filme und Serien in der Art und Weise darstellen soll, wie vom Regisseur und Produzenten erdacht. Aufpassen muss hier nur derjenige, der gerne die Zwischenbildberechnung für eine flüssigere Bilddarstellung verwendet. Diese kann man zwar problemlos manuell hinzuschalten, grundsätzlich wird sie aber in diesem Preset deaktiviert. Darüber hinaus gibt es, sofern Dolby Vision-Inhalte zugespielt werden, die drei Presets Dolby Vision Vivid/Bright/Dark. Je nach Umgebungslicht wählt man hier das passende aus. Vivid ist für stark erleuchtete Umgebungen bei Tageslicht, z.B. Wohnzimmer mit großen Fensterfronten. Der Modus Bright ist ebenfalls für helle Umgebungen gedacht, die allerdings nicht ganz so ausgetrahlt sind. Der Dark-Modus eignet sich für dunkle Räume ohne externe Lichtquellen. Auf die isf-Modi, die man sonst häufig bei Panasonic Premium-Modellen trifft, muss man im LXW834 verzichten und auch das Calman-Ready-Zertifikat bleibt außen vor.

Wir starten das Testprozedere für unsere Bildeindrücke mit der konventionellen Blu-ray von Skyfall in 1080p-Auflösung. Die beiden Bildfelder Kino und True Cinema bieten auf den ersten Blick eine ausgewogene Farbbalance und einen natürlichen Bildeindruck im größtenteils abgedunkelten Raum. Wir entscheiden uns dennoch für den Filmmaker Mode, der sich um die Deaktivierung sämtlicher dynamischen Bildoptimierer kümmert und auch die Zwischenbildberechnung ausschaltet. Die ersten Szenen im dunklen Korridor und dem Appartement mit geschlossenen Jalousien sind für LCD-Fernseher grundsätzlich eine Herausforderung und man darf vom TX-55LXW834, der zu Marktpreisen von unter 1.000 Euro zu haben ist, keine OLED-Performance erwarten. Der Schwarzwert ist aber für die Technologie mit Hintergrundbeleuchtung aber durchaus solide und der LXW834 schafft es, ein dynamisches Bild mit gutem Kontrast abzubilden. Alles wirkt nicht ganz so plastisch, bis in die tieferen Ebenen gestaffelt, setzt man es in den Vergleich mit teureren Geräten, insbesondere wenn man Fernseher mit Mini LED-Technik betrachtet, aber das Schwarz kann sich sehen lassen und die Homogenität der Ausleuchtung haben die japanischen Entwickler zweifellos sehr gut hinbekommen. Die Ecken wirken zwar leicht erhellt, was sich auch ein wenig auf die schwarzen Balken der 2.4:1-Darstellung des Kinofilmes auswirkt, eklatante Hot Spots gibt es aber nicht und gesamtheitlich betrachtet erscheint das Bild ausgewogen und recht natürlich. Erstaunlich gut wirkt die Farbwiedergabe beim Blu-ray Bild. Satt und kräftig, aber nicht zu extrem, sondern angenehm authentisch wirkt die Farbgebung in den bunten Gassen Istanbuls. Hier sprechen wir dem LXW834 bezogen auf die Preisklasse sogar eine überdurchschnittlich gute Performance mit breitem Spektrum zu. Allerdings muss man darauf achten, dass man nicht allzu weit links oder rechts vom Bildschirm sitzt. Der Blickwinkel ist solide, aber je weiter man sich vom Sweet Spot entfernt, desto weniger dynamisch wirken die Farben, erhalten einen unnatürlichen Farbstich und der gesamte Bildeindruck erscheint flacher. Das Scaling gefällt mit hoher Detailschärfe und klaren Kanten, etwas Bildrauschen können wir beobachten. Die 24p-Darstellung meistert der LXW834 sehr gut. Kameraschwenks und Kamerafahrten wirken geschmeidig und zeigen nur selten geringfügiges Ruckeln. Bei schnellen Bewegungen der Protagonisten kann man bei genauem Hinsehen schon immer mal wieder leichtes Ruckeln erkennen, insgesamt wirkt das Bild aber nicht unruhig oder instabil. Das gilt erfreulicherweise auch für die Verfolgungsjagd im Auto und darauffolgend auf den Motorrädern über den Dächern der Stadt. Dort schlägt er sich sogar außerordentlich gut und zeigt ohne Zwischenbildberechnung ein bewegungsscharfes, gleichmäßiges Bild.

Mit "Mord im Orient-Express" wechseln wir auf eine UHD Blu-ray mit HDR-Bild in Ultra HD-Auflösung und hier zeigt sich direkt, dass es sich beim Panasonic LXW834 um einen Mittelklasse-Fernseher mit hoher Helligkeitsperformance handelt. Wie erwähnt ist, bedingt durch die Technologie, der Schwarzwert nicht optimal, dank der im Preisbereich sehr guten Helligkeit erzielt der Panasonic TV aber durchaus ansprechende Kontrastwerte und so ein plastisches, dynamisch wirkendes Bild mit beeindruckender Tiefe. Die HDR-Peaks kommen gut heraus und wirken im abgedunkelten Raum besonders gut, allerdings verhilft die hohe Helligkeit auch für ein attraktives HDR-Bild bei etwas hellerer Umgebung. Der  erweiterte Farbraum wirkt hier ebenfalls sehr natürlich und dynamisch. Premium-OLEDs aus dem Hause Panasonic kitzeln zwar hier noch ein etwas breiteres Spektrum heraus und bieten absolut saubere Übergänge, grundsätzlich wird man aber selbst als anspruchsvoller Filmenthusiast in diesem Bereich nicht übermäßig viel vermissen - nur wie gesagt, der Blickwinkel sollte berücksichtigt werden. Etwas auffälliger ist hier das leichte Ruckeln bei Kamerafahrten während der nativen 24p-Darstellung. Die ohnehin schwierige Szene, als die Kamera im ersten Kapitel von der Sonne hinab auf die Klagemauer schwenkt, ist für den LXW834 nicht einfach. Grundsätzlich wird man in der kurzen Sequenz nicht aus der Immersion gerissen. Aber wer aufpasst, erkennt an den Fugen der Mauer leichtes Zittern und einen insgesamt geringfügig ruckelnden Schwenk nach unten. Die Objektkanten der zahlreichen Pilger, die wie Ameisen hin- und herwuseln, stellt der Fernseher weitgehend stabil  und ohne eklatante Fehler dar.

Wir schalten die Zwischenbildberechnung hinzu und beobachten die Auswirkungen. Gut, die Schwenks im ersten Kapitel wirken definitiv etwas gleichmäßiger und das leichte Zittern an den Fugen der Klagemauer bleibt nahezu gänzlich aus. Völlig ruckelfrei ist die Darstellung allerdings immer noch nicht. Ein Schärfeverlust ist allerdings nicht wirklich festzustellen. Auch als der kleine Junge die gekochten Eier mit schnellen Schritten zum Meisterdetektiv bringt, bleiben die Kanten scharf und der Bildeindruck angenehm stabil. Für Fans einer absolut stabilen Bewegungswiedergabe ohne jegliches Zittern greift die Zwischenbildberechnung hier nicht stark genug ein. Das hat allerdings auch den Vorteil, dass der Film-Look quasi vollkommen erhalten bleibt. Der typische Seifenoper-Eindruck bleibt aus und wir können weiterhin einen authentischen und angenehmen Bildeindruck attestieren. Auch Artefakte bleiben selten. Wer genau hinsieht, kann aber z.B. bei den Konturen der Personen im Hintergrund - als der kleine Junge in Windeseile vorbeiläuft, leichtes Ghosting erkennen. Der Einfluss von Clear Motion ist also nicht eklatant, sowohl was das Positive, als auch was das Negative anbelangt. Detaillierte Einstellungen, wie z.B. die Justierung der Intensität der optimierten Bewegungswiedergabe, bringt der Panasonic Android TV nicht mit, Clear Motion lässt sich hier lediglich ein- oder ausschalten. So gesehen sagt uns die Darstellung mit Zwischenbildberechnung hier sogar zu, da der typische Filmeindruck erhalten bleibt, sich kaum Artefakte ausprägen und sogar leichte Vorteile bei der Bewegungsdarstellung erkennbar sind.

Bei Live TV macht der Panasonic LXW834 einen besonders guten Eindruck und gefällt mit den positiven Eigenschaften, die wir bereits bei der Filmwiedergabe beobachten konnten. Mit gutem Kontrast und somit auch solider Bildstaffelung realisiert der Panasonic Fernseher einen plastischen räumlichen Eindruck und wirkt alles andere als langweilig. Die Farbgebung gefällt mit sehr guter Dynamik und überzeugt auch hier, bei den öffentlich-rechtlichen, mit hoher Natürlichkeit. Bewegungen verlaufen bei der 50 Hz-Darstellung zwar nicht ganz so flüssig wie bei teureren Modellen mit 100Hz-Panel, allerdings muss man schon genau hinsehen, dass einem das leichte Ruckeln auffällt. Die Detaillierung und Kantenschärfe kann sich für einen Fernseher mit 4K-Auflösung definitiv sehen lassen, das Upscaling macht hier eine ebenso gute Figur wie bei sehr gutem FullHD-Material von Blu-ray Disc. Feine charakteristische Eigenschaften in Gesichtern oder auch einzelne Details an der Kleidung von Protagonisten arbeitet der Fernseher gut heraus. Leichtes Bildrauschen kann man hier und da erkennen, solange es sich um hochwertig produziertes Material handelt, fällt aber auch das während der Wiedergabe nur geschulten Augen auf. Das Umschalten beim Kabelempfang erfolgt erfreulicherweise flink und dauert ca. eine Sekunde.

Klang

Toneinstellungen

Presets

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Yamaha True X 800x600

Das "Surround Sound"-System im Panasonic LXW834 arbeitet mit 20 Watt Gesamtausgangsleistung und kann Dolby Atmos-Signale verarbeiten. Im täglichen Gebrauch liefert es eine grundsolide Performance mit sehr guter Sprach- und Dialogverständlichkeit, ausreichend Pegel für mittelgroße Wohnzimmer und gute Räumlichkeit. Mit den unterschiedlichen Klangmodi Benutzer, Standard, Hell, Sport, Kino, Musik und Nachrichten kann man die Akustik noch etwas personalisieren. Für immersiven Surround-Genuss reicht es zweifellos nicht aus. Sicher, es kommt immer auf den eigenen Anspruch an. Wer nur gelegentlich mal ein Action-Spektakel genießt, kann damit glücklich werden. Anwender, die etwas mehr Tiefgang, Substanz und Atmosphäre wünschen, orientieren sich im Zubehör-Bereich. Für den Anschluss einer Soundbar steht ein HDMI eARC-Anschluss zur Verfügung, auch ein optischer Digitalausgang ist integriert. Zusätzlich stehen ein Kopfhöreranschluss zur Verfügung und auch über Bluetooth sendet der TV auf Wunsch das Tonsignal.

Konkurrenzvergleich

LG 50QNED819QA

Der QNED819QA von LG ist auch in 55" günstiger zu haben als der Panasonic LXW834. Er kombiniert LGs NanoCell mit Quantum Dot-Technologie, bietet aber grundsätzlich wie der Vertreter aus Japan konventionelle LCD-Hintergrundbeleuchtung. Beide Komponenten bieten für die Gerätekategorie ein erstaunlich kontrastreiches und natürliches Bild. Der LXW834 besticht mit einer sehr ausgewogenen, farbtreuen Gesamtdarstellung, während der LG TV mit einer feineren Ansteuerung der LED-Beleuchtung auftrumpft. Bei beiden Fernsehern darf man sich nicht allzu sehr vom Sweet Spot entfernen, um die Blickwinkelstabilität ist es nicht perfekt bestellt. Im Gegensatz zum Android TV setzt der QNED819QA auf webOS 22. Ebenfalls flexibel ausgestattet gönnt sich der LG die eine oder andere Sekunde mehr beim Öffnen von Apps und VoD-Diensten. Bei der Bewegungswiedergabe bieten beide eine solide, aber keine perfekte Leistung. Der LG TV bringt aber einen größeren Funktionsumfang bei der Zwischenbildberechnung mit, so dass sich der Anwender hier zwischen starkem und geringem Einfluss auf das Bildgeschehen entscheiden kann, während der Panasonic lediglich eine Deaktivierung bzw. Aktivierung zulässt. Ein klarer Gewinner lässt sich hier schwer ausmachen, beide Komponenten bieten Vor- und Nachteile, für den LG spricht zweifellos der günstigere Preis.

Samsung QN90B

Schwer macht es dem Panasonic TV auch ein 2022er Modell von Samsung, denn die 55-Zoll-Variante dieses QLED-Fernsehers, der unterhalb des Premium-Modells QN95B rangiert, ist inzwischen zu Marktpreisen erhältlich, die nicht allzu weit vom LXW834 entfernt liegen. Und es handelt sich hier um einen Fernseher, der bereits mit der Quantum Mini LED-Technologie ausgestattet ist. Diese weist zwar ebenfalls noch ein paar visuelle Nachteile auf, übertrifft bei Schwarzwert und Kontrast die konventionelle LED-Hintergrundbeleuchtung bei weitem. Darüber hinaus muss sich der Panasonic TV zwar bezüglich seiner Leuchtkraft nicht verstecken, aber auch hier zeigt der QN90B mit Quantum Mini LED mit bis zu 2.000 Nit Maximalhelligkeit dem Android-Fernseher die Rücklichter. Das Tizen Betriebssystem ist vielleicht nicht ganz so flott, was die Integration neuer Applikationen betrifft, wie Android TV OS, aber insgesamt ebenfalls ausgereifte Software und was die Reaktionsgeschwindigkeit anbelangt, gibt es dank starkem Prozessor im Samsung TV nichts zu beanstanden. Beim Gaming ist man mit den vier HDMI 2.1-Anschlüssen des Samsungs besser bedient. Aber auch der Panasonic-Fernseher bietet Vorzüge gegenüber dem Samsung TV, der natürlich kein Dolby Vision unterstützt. Der LXW834 hat hier quasi alles an Bord, auch HDR10+ Adaptive.

Fazit

Panasonic TX-55LXW834

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Panasonic bietet mit dem TX-55LXW834 einen hochwertigen LCD-Fernseher mit tadellos integriertem Android TV Betriebssystem an. Dieses kann aufgrund seiner Vielseitigkeit mit nahezu lückenlosem App-Support, integrierter Chromecast- und Google Assistant-Funktion überzeugen. Kurze Zeit nach dem Bootvorgang ist auch die Reaktionszeit nicht zu beanstanden und der TV setzt eingehende Befehle flink um. Etwas Panasonic-DNA hat man ihm in diesem Bereich dennoch verpasst und die praktische "My Home Screen"-Leiste würden wir nur ungern vermissen. Für einen konventionellen LCD-Fernseher ist er nicht unbedingt günstig, punktet aber dafür auch mit Panasonic-Genen bei der Bildqualität. Sicher muss man mit den Einschränkungen der LCD-Technologie leben, die Farbgebung, Kanten- und Detailschärfe und die hohe Helligkeit sorgen aber für ein dynamisches und natürliches Bild, das im Alltag auch anspruchsvollere Anwender zufriedenstellt. Das ausgewogene, sauber abgestimmte Bild liefert einen grundsoliden Schwarzwert und guten Kontrast. Bei der Bewegungswiedergabe muss man den ein oder anderen Ruckler in Kauf nehmen. So ausgeprägt, dass es einen aus der Filmimmersion reißt, ist es aber keinesfalls. Die Bewegungskompensation greift dezent positiv ein und erhält erfreulicherweise den authentischen Film-Look bei. Der Tuner kann sich ebenfalls sehen lassen, ist aber - für Panasonic - einfacher ausgeführt als bei anderen Geräten aus gleichem Hause, parallele Aufnahmen sind hier nicht möglich. Gelegenheitszocker können ihre Konsole problemlos am LXW834 anschließen, für anspruchsvolle Gamer ist der TV, bedingt durch das Fehlen von HDMI 2.1-Features und 120Hz-Support nur bedingt geeignet. Die akustische Performance reicht für den täglichen Gebrauch aus, ist aber nicht überdurchschnittlich performant. Insgesamt ein visuell starker LCD-Fernseher mit flexiblem Android TV-Betriebssystem und keinen nennenswerten Schwächen. Aufpassen muss man noch bei der Größenauswahl, denn die Modelle unter 55 Zoll setzen auf ein anderes, etwas einfacheres Panel.

Bildstarker Panasonic TV mit sehr guter Farbgebung, flexiblem Android TV-Betriebssystem und wenigen Schwächen
 
Test: 20.01.2023

 

Test und Bilder: Philipp Kind
Datum: 20.01.2023

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