TEST: Apple iPad Pro in der 32 GB WiFi-Basisversion - Was bietet das Luxus-Tablet im XXL-Format ?

Apple iPad Pro 1

"Dünn. Leicht. Gigantisch."  - so wirbt Apple für das ipad Pro mit 12,9 Zoll-Display auf der eigenen Website. Mit 5,6 Millionen Pixeln, was einer Auflösung von 2.732 x 2.048 Pixeln entspricht, ist die Auflösung des Retina-Displays extrem hoch. 723 Gramm wiegt da iPad Pro, und es misst 306 x 221 x 6,9 mm. Also schon stattlich, bevor man sich zum spontanen Kauf entscheidet, sollte man das XXL-Tablet erst einmal in die Hand nehmen, ob man damit zurechtkommt. Zudem verspricht Apple, dass der im iPad Pro verbaute A9X-Prozessor neue Bestmarken bei den Leistungswerten setzt. WLAN und Bluetooth 4.2 sind stets an Bord, gegen Aufpreis gibt es auch Modelle mit SIM-Einschub und LTE. Ob das unbedingt sein muss, sollte jeder Anwender für sich entscheiden. Führt man sein iPhone nämlich mit sich, kann man ohne großen Aufwand einen mobilen Hotspot aufbauen. Klar ist allerdings, dass dann natürlich auch der Akku des iPhones schneller leer ist. Wer hier auf maximale Laufzeit angewiesen ist, sollte lieber ein iPad Pro mit LTE-Funktion ordern. 

Wir führen nun zunächst alle verfügbaren Varianten und angebotenes Zubehör auf:

  • Verfügbare Farben: Silber/Weiß, Gold/Weiß sowie Space Grau/Schwarz
  • 32 GB Wi-Fi: 907,33 EUR, 128 GB Wi-Fi 1.087,33 EUR, 128 GB WiFi+Cellular (Nano-SIM): 1.237,33 EUR.

Das sind sehr stolze Preise, selbst für Apple-Verhältnisse. Die 32 GB-Variante gibt es nicht mit Wi-Fi + Cellular. 

Der Lieferumfang fällt, auch das kennen wir von Apple, spärlich aus. Nur Ladegerät plus (recht langes) Lightning-Kabel sind noch in der Schachtel. Wir haben zum Test die 32 GB Wi-Fi-Basisversion herangezogen., das laut Marktpreis unter den rund 900 EUR von Apple liegt. Ab gut 800 EUR bekommt man diese Version im freien Handel. 

Verfügbares Zubehör direkt bei Apple - Beispiele:

  • Apple Pencil - 190 EUR. Der Stift fürs iPad Pro kommt mit einer Ersatzspitze und funktioniert in der Praxis recht gut. Wir haben ihn nicht zu unserem Testgerät geordert, haben ihn jedoch bereits ausprobiert. Rundherum empfehlenswert ist er aus einem Grund aber nicht: Es findet sich keine Möglichkeit, den wie einen normalen, konventionellen Bleistift geformten Apple Pencil direkt am Tablet unterzubringen - es ist viel zu dünn, um noch eine "Garage" für den Apple Pencil anzubieten. Also stellt sich die Frage: Wohin mit dem teuren Stift? Keine rundherum überzeugende Lösung, trotz der aufwändigen Technik: Fein abgestimmte Druck- und Neigungssensoren erkennen, wenn man fester aufdrückt oder den Neigungswinkel verändert. Für grafisch Interessierte kann der Pencil daher eine gute Investition sein. 
  • Smart Keyboard: Nur mit englischem Tastatur-Layout erhältlich, mit 179 EUR so teuer wie ein Einsteiger-Tablet z.B. von Samsung. Das Keyboard ist in ein Cover integriert, das auch das iPad Pro schützt. 
  • Logitech Create Backlit Keyboard Case für iPad pro in Blau, Schwarz oder Rot, 149,95 EUR: Normal große und zudem beleuchtete Tasten. Stromversorgung über den Smart Connector des iPad Pro. Da die Tastatur keinen eigenen Akku hat, entleert sich der des iPad Pro natürlich schneller. 

Apple iPad Pro 3

Silikon Case

  • Silikon Case Anthrazit für 89 EUR: Schützt nur die Vorderseite, sehr gute Verarbeitung.

Das 12,9 Zoll-Retina-Display weist laut Apple verschiedene Besonderheiten auf:

Apple iPad Pro Screenshot Menu

Darstellung der einzelnen Apps auf dem 12,9 Zoll Display des iPad Pro

  • Photo Alignment: Damit der axiale Kontrast verbessert wird, setzt Apple auf eine Bestrahlung mit ultraviolettem Licht in der Filmbeschichtung von TFT und Farbfilter zur Erzeugung eines gleichmäßigen Bereiches. Vorteil dieses Prozesses: Die Flüssigkeitskristall-Moleküle liegen genau dort, wo sie auch liegen sollen. Durch die optimale Ausrichtung der Moleküle wird beim direkten Blick aufs Display ein höherer Kontrast erzeugt.
  • Oxide TFT: Das Display des iPad Pro ist nicht nur größer, sondern löst auch deutlich höher auf als bei anderen Apple iPads. Um bestmögliche Qualität zu bieten, hat sich Apple hier vom Oxide TFT-Display des iMac mit 5K Retina-Display beeinflussen lassen, diese Basistechnologie wurde für das iPad Pro entsprechend angepasst. So lädt das hoch entwickelte TFT Pixel schneller und sorgt auf der größeren Bildfläche für eine homogene Helligkeitsverteilung. 
  • Variable Aktualisierungsrate: Als erstes Apple-Device überhaupt erkennt das iPad Pro, wenn sich der Inhalt auf dem Display nicht verändert. Als Folge davon halbiert sich die Bildwiederholungsrate von 60 auf 30 mal/Sekunde. Dadurch wird weniger Strom benötigt.
  • Timing Controller: Der TCON, so die Kurzform, steuert das Display. Salopp formuliert, sagt der TCON den Pixeln, was sie gerade zu tun haben. Klar ist, dass bei den 5,6 Millionen Pixeln des iPad Pro der TCON besonders leistungsstark sein muss. 

Apple iPad Pro 5

Rückseite

Apple iPad Pro 4

Home Taste mit Touch ID. Nicht wundern - hier liegt eine dünne Glasscheibe als Extra-Schutz auf dem iPad Pro, sehr empfehlenswert als Zubehör

Apple-Devices überzeugen stets mit hervorragender Verarbeitung. Hier macht auch das iPad Pro keine Ausnahme und erfreut das Auge mit exzellenter Materialqualität. Die Rückseite aus Aluminium dürfte sich aber in der Praxis als relativ kratzempfindlich erweisen. Durch die hochwertigen Materialien ist auch die Haptik exzellent. Die wenigen Bedienelemente - Home-Taste mit integriertem Fingerabdruck-Sensor sowie Tasten an der Seite - sind akkurat eingepasst. Der schmale geschliffene silberne Rand unterstützt den Eindruck, es mit einem besonders noblen Tablet zu tun zu haben. 

Apple iPad Pro 6

Hochwertige Materialanmutung

Apple iPad Pro 7

iSight-Hauptkamera (vorn zweite Cam für FaceTime und Selfies) und Tasten für die Lautstärkeregelung

Apple iPad Pro 8

Alle Bedienelemente sind sehr präzise eingepasst

Apple iPad Pro 9

Im Detail

Welche Ergebnisse erzielt das iPad Pro bei Benchmark-Tests? Wir starten mit "AnTutu Benchmark" und sind gespannt auf die Ergebnisse. Mit 176.754 Punkten wird ein brillantes Ergebnis erzielt (zum Vergleich: iPad Air 65.331 Punkte, iPhone 6S Plus 132.620 Punkte, Samsung Galaxy S6 Edge 80.102 Punkte). Beim CPU-Check von Geekbench lernen wir, dass der Apple A9X mit 2,24 GHz getaktet ist und exakt 3,89 GB an Arbeitsspeicher zur Verfügung stehen.

Apple iPad Pro Screenshot AnTutu2

AnTutu "in Aktion"

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Apple iPad Pro Screenshot AnTutu

AnTutu - Ergebnisse

Apple iPad Pro Screenshot Geekbench

Geekbench-Resultat

3.231 Punkt Score im Single-Core-Betrieb und 5.488 Punkte im Multi-Core-Betrieb sprechen für sich. Vergleiche im Multi-Core-Check gefällig? Apple iPad Air 2 4.529 Punkte, iPhone 6S Plus 4.340 Punkte, iPad Mini 4 3.039 Punkte. Auffällig ist, wie viel leistungsstärker der im iPad Pro verbaute A9X Prozessor mit 2,24 GHz Taktung gegenüber dem "normalen" A9 aus iPhone 6S/6S Plus (Taktung: 1,85 GHz) antritt. 

Apple iPad Pro Screenshot 4K

4K-Content sieht grandios aus

Wie macht sich das iPad Pro mit WLAN 802.11 a/b/g/n/ac-Modul und Bluetooth 4.2 in der Praxis? Wir schauen uns nun verschiedenen 4K (deren tatsächliche Auflösung aber z.T. auch darunter liegt)-Trailer von YouTube an. Der 4K-Trailer von "Deadpool" sieht auf dem 12,9 Zoll-Display extrem gut aus. Natürliche Farben, sehr guter Detailkontrast und eine gute Darstellung selbst bei deutlichem externem Lichteinfall sprechen hier für das iPad Pro. Gesamtbildschärfe sowie Detailtreue sind ebenfalls auf hohem Level. Das iPad Pro überzeugt darüber hinaus mit einer sauberen Bewegungswiedergabe und einer sehr hohen Plastizität. Schaut man bei wenig externem Licht, fällt auch der gute Schwarzwert positiv auf. Auch der Trailer zu "Transformers - Ära des Untergangs" sieht ausgezeichnet aus. Der alte Truck, herumfliegender Müll, das Haus von Cade Yeager in der Dämmerung: Hier sticht besonders ins Auge, wie gut es um den Detail- sowie Gesamtkontrast und um die Dreidimensionalität des Bildes bestellt ist. Klare Bewegungen, tadellose Farben (grüne Felder, blauer Himmel) sowie tolle Detaillierung (kurze Einblendung der Skyline) - mobiler Filmgenuss macht richtig Spaß mit dem iPad Pro. Die Sony 4K Demo "Another World" sieht ebenfalls herausragend aus. Afrikanische Landschaft in der Dämmerung, mit sich bewegenden Wolken, langsam wird es heller: Das iPad Pro managt die Darstellung mit feiner Nivellierung von Farb- und Kontrastunterschieden. Die Wellenbewegung des Wassers wirkt so plastisch, dass man richtig ins Bild eintauchen kann. Und auch die bunte Echse kommt brillant und klar heraus. Welche hervorragende Tiefenwirkung das Bild hat, welches das iPad Pro präsentiert, zeigt sich bei der kurzen Einblendung des Wasserfalls. Die unterschiedlichen visuellen Ebenen kommen hier sehr klar heraus. Die zahlreichen, farblich benachbarten Grün-Schattierungen arbeitet das iPad Pro zuverlässig heraus. Das Display besitzt eine hohe Leuchtkraft, wer diese allerdings ständig voll ausnutzt, sieht sich mit einer deutlich schrumpfenden Akkulaufzeit konfrontiert, mehr dazu weiter unten im Bericht. 

Apple iPad Pro Screenshot Garage Band

"Garage Band" macht Spaß auf dem iPad Pro

Apple iPad Pro Screenshot Rebirth

Rebirth könnte eine noch feinere Auflösung vertragen, das zeigt das brillante Display des iPad Pro unverhohlen

Apple iPad Pro Screenshot Yamaha AV Control

Yamahas AV Control-App sieht immer grandios aus

Apple iPad Pro Screenshot Landkarte

"Der moderne Atlas" - so kann man das iPad Pro auch bezeichnen

Klar dürfte sein, dass sich auch verschiedene Apps wie z.B. "Garage Band" (Apple-eigene, sehr beliebte App) exzellent auf dem großen 12,9 Zoll-Display machen. Wie unzureichend die Auflösung und die grafische Performance selbst von Apps ist, die eigentlich fürs iPad (aber eben nicht fürs iPad Pro) gedacht sind, beweist z.B. "Rebirth" (Software-Synthesizer/Effekt-Generator). Hervorragend sieht hingegen z.B. der "Yamaha AV-Controller" auf dem iPad Pro aus. Klar dürfte sein, dass sich das iPad Pro auch außergewöhnlich gut eignet, um z.B. Powerpoint-Präsentationen vorzuführen, zu erstellen oder allein anzuschauen. Auch Bildbearbeitung geht auf dem großen Screen leicht von der Hand. Die beim Zubehör weiter oben schon aufgeführten Hilfsmittel wie der Apple Pencil oder maßgeschneiderte Tastatur-Lösungen sind zwar kostspielig, heben aber den praktischen Nutzwert des iPad Pro weiter an. 

Und hält das iPad Pro auch akustisch mit diesen visuellen Glanzleistungen mit? Vier, so sagt Apple, "Hi-Fi-Lautsprecher" sind ins schlanke Unibody-Gehäuse integriert. "Das neue Design erzeugt ein Klangvolumen mit der dreifachen Ausgableistung des iPad Air", so Apple weiter. Zudem passt sich das iPad Pro hinsichtlich der Hochtonwiedergabe automatisch an, je nach dem, ob man es hochkant oder quer hält. Wir checken: Wie gut ist das eingebaute Soundsystem? Es finden sich in den Einstellungen unter "Musik" wieder jede Menge EQ-Modi:

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