XXL-TEST: LG 5.1.2 Dolby Atmos-Soundbar SJ9 – akustisches Kino-Feeling und Chromecast-Multimedia für 999 EUR

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Soundbars, die auch native Dolby Atmos-Tonspuren wiedergeben können, liegen derzeit im Trend. Samsung und auch Sony haben beispielsweise entsprechende Produkte im Portfolio – da möchte LG natürlich keinesfalls zurückstehen: Die 999 EUR kostende SJ9 im 5.1.2 Layout tritt an, um sich einen Spitzenplatz zu sichern. Das wird nicht ganz einfach. Die Samsung HW-950, gleich im Paket mit Wireless-Rears, die ebenfalls über Top-Firing-Module verfügen, kostet zwar 1.499 EUR laut unverbindlicher Preisempfehlung, wird aber für gut 1.100 EUR bei seriösen Versendern angeboten.

Samsung HW-K950

Samsung HW-K950

Und sie klingt, wie unsere Erfahrungen zeigen, alles andere als schlecht. Die Sony HT-ST5000, seit kurzem auf dem Markt, hat keine Wireless Rears, aber einen sehr kräftigen Subwoofer und kann auch in Multiroom-Audio-Anlagen mit Sony-Komponenten eingebunden werden. Zudem gibt es einen Installationsassistenten, gleich drei HDMI-Eingänge und ein On Screen Display. Unter der UVP von 1.499 EUR findet man das 7.1.2 System bei seriösen Anbietern derzeit nur schwer.

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Sony HW-ST5000

Viel Geld – die LG 5.1.2 Soundbar ist hier 500 EUR günstiger, ganz zu schweigen von der Samsung-Alternative. Die Sony zeigte, darum gibt es bislang auch nur ein Preview, nicht klar an, ob sie die Atmos-Tonspur der jeweiligen Blu-ray oder Ultra HD Blu-ray auch wirklich wiedergibt – so ganz perfekt wirkt sie in manchem Detail noch nicht. Das wiederum sind gute Voraussetzungen für die SJ9: Günstiger, vielleicht auch ausgereifter? Aber: Mit billiger Fernbedienung und nur 1 x HDMI-Eingang und 1 x HDMI-Ausgang zeigt die SJ9 auch, warum sie günstiger ist. Schauen wir, wie sie sich in den einzelnen Disziplinen schlägt. 

Was bietet die LG SJ9? Zunächst eine Gesamtleistung von 500 Watt, die für ein kraftvolles Spektakel zur Verfügung steht. Hier die einzelne Auflistung der Leistungsdaten:

  • System / Kanäle 5.1.2 – Kanal
  • Ausgangsleistung gesamt (RMS) 500 Watt
  • Ausgangsleistung Front – Lautsprecher 2 x 43 Watt
  • Ausgangsleistung Center – Lautsprecher 43 Watt
  • Ausgangsleistung Effekt Oben – Lautsprecher 2 x 43 Watt
  • Ausgangsleistung Surround – Lautsprecher 2 x 43 Watt
  • Ausgangsleistung – Subwoofer 200 Watt

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Soundbar komplett

Klangqualität, sei es bei Action-Krachern und Filmton oder bei gediegener Musikwiedergabe, steht bei der SJ9 im Vordergrund. Das unterstreichen die Unterstützung von hochauflösenden Audio-Dateien (WAV, FLAC, ALAC) mit bis zu 96 kHz/24-Bit sowie ein „Audioskalierer“, der der Audiosignal von Quellen mit geringerer Auflösung entsprechend optimiert. DSD-Dateien werden nicht unterstützt, was aber bei einem solchen Produkt nicht wirklich ins Gewicht fällt. Darüber hinaus ist die Soundbar von LG mit „Adaptive Sound Control“ und „LG Auto Sound“ ausgestattet. ASC analysiert aktuelle Wiedergabe-Inhalte in Echtzeit und passt die Klangausgabe entsprechend an. So sollen zum Beispiel Dialoge besonders gut verständlich und klar zu hören sein, ebenso aber wird bei Filmen und Sendungen mit Action-Inhalten eine Bassanhebung vorgenommen, um das Erlebnis noch zu intensivieren. LG Auto Sound hingegen soll für optimalen Sound bei jeder Lautstärke sorgen.

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Die Bedienelemente befinden sich auf der Rückseite der Soundbar, können aber dank der hier platzierten Logos sehr gut von vorne bedient werden

Damit im visuellen Bereich keine Einbußen hingenommen werden müssen, ist die SJ9 mit HDMI-Anschlüssen aktuellen Standards ausgestattet, konkret bedeutet dies HDMI 2.0 inklusive HDCP 2.2. Schließlich soll die Soundbar nicht nur bezüglich der Optik und dem Design zum eigenen TV passen, sondern, sondern auch das volle visuelle Potential des Bildwiedergabegeräts ermöglichen.

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Anschlüsse auf der Rückseite

Die Soundbar ist mit einem HDMI-Eingang und einem HDMI-Ausgang ausgestattet, der auch die Funktionalität des Audio Return Channels beherbergt und eine Einkabel-Verbindung inklusive Audiosignaltransport zum kompatiblen Fernseher gewährleistet. Außerdem ist noch ein optischer Digitalanschluss an Bord. Analoge Signale können, z.B. von einem mobilen Endgerät, per 3,5mm Klinke zugeführt werden. Die Anschlüsse sind passgenau integriert. Wer die SJ9 kabelgebunden ins Netzwerk einbinden möchte, kann dies mit dem integrierten Ethernet-Slot problemlos tun, aber auch WLAN ist selbstverständlich dabei. Es werden sowohl das 2,4 GHz als auch das 5 GHz WLAN-Band unterstützt.

Die LG Soundbar im Netzwerk zu integrieren ist ein sinnvoller Schritt, denn nur dann können die umfangreichen Funktionen des Multimedia-Pakets genutzt werden. Mit der integrierten Chromecast Audio-Software ist die Wiedergabe von Radiosendern, Podcasts und natürlich einer großen Auswahl an Musiktiteln gegeben. Spotify, Google Play Music, Deezer und TuneIn sind an Bord. Im Sinne der Convenience und Einfachheit bietet die LG SJ9 auch Bluetooth und so die direkte Wiedergabe von kompatiblen Smartphones, Tablets, etc.

Das funktioniert in der Praxis, wir haben es mit Deezer getestet, sehr gut. Wie sehen die Voraussetzungen aus?

  • Google Home App muss auf dem Smartphone oder Tablet integriert sein
  • Deezer-App muss integriert sein

Dann kann es losgehen. 

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Bei Google Home wird die SJ9 sofort erkannt

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Nun verbindet sich Google Home mit der SJ9

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Und schon kann es, hier mit Deezer, losgehen

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Deezer-EQ

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Deezer-Einstellungen

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Deezer-Wiedergabe

Bei Spotify Connect wird die SJ9 ebenfalls ohne Probleme erkannt.

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Auch bei Spotify findet man die SJ9 gleich in der Geräte-Liste

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Spotify-Wiedergabe

So gefällt uns das – besser als irgendeine hauseigene App, die nicht vernünftig funktioniert. kann man mittels Google Home und zahlreichen nachgefragten onlinebasierten Musikdiensten die Netzwerk-Fähigkeiten der SJ9 unkompliziert einsetzen. 

Was gibt es noch an Features? Auch „Auto Music Play ist integriert. Dabei startet die Musikwiedergabe automatisch, sobald sich ein Gerät, das bereits mit der Soundbar gekoppelt wurde, in der Nähe befindet.

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Bedienelemente mit gutem Druckpunkt direkt am Gerät

LG-SJ9-Fernbedienung

Beiliegende Fernbedienung

Gesteuert wird die Soundbar mit der mitgelieferten Fernbedienung oder direkt am Hauptgerät. Die Steuerung der SJ9 ist aber in vielen Fällen auch mit der Fernbedienung des TVs möglich, so dass kein zusätzlicher Funker Platz am Wohnzimmertisch für sich beansprucht.

Insgesamt sind in der LG SJ9 sieben Treiber verbaut. Fünf davon, also diejenigen, die für die Front-, Center- und Surroundkanäle zuständig sind, strahlen nach vorne ab. Die zwei Treiber für die Effekte von oben, die obenauf sitzen, fahren im Betrieb aus dem Gehäuse heraus. Inklusive dem drahtlosen Subwoofer entspricht die LG Soundbar also einem 5.1.2 System.

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Hier sitzt einer der beiden Lautsprecher, der sich für die Effekte von oben verantwortlich zeichnet

LG-SJ9-Soundbar-Verarbeitung

Solide Passungen, optischer Chic

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Display hinter dem Frontgitter

Das Gehäuse der LG Soundbar besteht aus einer Kombination von Kunststoff und Metall. Die Haptik der Ober- und Unterseite, die aus Kunststoff gefertigt ist, ist aber recht angenehm und wirkt nicht billig. Ein Metallgitter umschließt Front und Seite der Soundbar und kommt auch auf der Oberseite im Bereich der Lautsprecher, die nach oben hin abstrahlen, zum Einsatz. Die Farbe stimmt exakt mit dem Kunststoff überein und auch der Materialübergang erscheint an allen Stellen passgenau und nahtlos. Für Standfestigkeit sorgt zum einen das Gewicht von knapp 6kg und zum anderen drei gummierte Leisten an der Unterseite.

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Subwoofer

LG-SJ9-Subwoofer-Rueckseite

Rückseite mit Bassreflexöffnung

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Pairing-Button

Der Subwoofer besitzt obenauf ebenfalls die anthrazitfarbene Kunststoffoberfläche, rundum ist er allerdings mit einem schwarzen Stoffgitter versehen. Hinten befindet sich der Pairing-Button, der mit einem spitzen Gegenstand gedrückt werden muss. Für die Bodenentkopplung sind vier gummierte Standfüße angebracht, die etwas größer hätten ausfallen können. Sowohl die Soundbar als auch der Subwoofer sind mit fest angebrachten Stromkabeln versehen.

Klang  Dolby Atmos nativ

Wir lauschen dem ersten und dem vierten Kapitel von „Mission Impossible -Rogue Nation“ und wählen bewusst die englische Dolby Atmos-Tonspur. Im Gegensatz zu manchem Konkurrenten, der den Anwender im Unklaren darüber lässt, ob das Atmos-Signal wahrhaftig erkannt wird, reicht bei der SJ9 ein Druck auf die „Info“-Taste der Fernbedienung, und im Display der Soundbar wird „Dolby Atmos“ angezeigt. Sehr gut – doch die SJ9 gibt sich nicht nur informativ, sondern auch sehr klangstark, direkt von Beginn an.

Schon, als das Paramount-Logo und die für Mission Impossible-Filme typische Musik ertönt, gefallen die gebotene Räumlichkeit und das Auflösungsvermögen. Der aktive Subwoofer, natürlich wie üblich drahtlos, integriert sich ausgezeichnet und weitet die Klangkulisse im tieffrequenten Bereich effektiv. Nun befinden wir uns auf einem weitläufigen Feld, und Benjamin Dunn soll Ethan Hunt den Zutritt zu einem Airbus A-400 ermöglichen, per Übernahme der Flugzeug-Steuerung mittels eines iPads. Die Dialoge, auch mit Luther in Malaysia, überträgt die SJ9 sehr sauber. Die Stimmen sind klar verständlich und keinesfalls belegt, wie man es selbst von sonst guten Soundbars kennt. Die Triebwerksgeräusche des startenden Militärflugzeugs löst die SJ9 tadellos auf. 

Selbst das Anklicken von Symbolen auf dem Touchscreen des iPads durch Benji wird akustisch ausgezeichnet eingearbeitet. Bei allen Ereignissen vergisst die LG-Soundbar auch die gelungene Präsentation des Music Score nicht. Der Bassbereich hat Nachdruck und Dynamik. Die empfundene Räumlichkeit liegt doch. Als die Warnlampe im Airbus der Cockpit-Besatzung signalisiert, dass eine Klappe geöffnet wurde und sich nun ein Eindringling im Flugzeug befindet, wird auch dieser kleine Effekt sehr gut dargestellt. Insgesamt schafft es die SJ9 im ersten Kapitel des Films, ein überraschend umfassendes und authentisch wirkendes Kino-Erlebnis bereit zu stellen. Die dritte akustische Dimension wird ordentlich eingearbeitet, wenngleich der Effekt natürlich nicht so dicht und umfassend ist, wie beim Einsatz einer „großen“ AV-Anlage, die auch Frontlautsprecher mit leistungsfähigen Top Firing-Modulen bereithält. Aber für eine Soundbar – Respekt, eine tadellose Performance.

Wir wenden uns nun dem „Wien“ Kapitel zu, als Ethan und Benji in der österreichischen Hauptstadt aktiv sind. Wien bei Nacht, dazu klassische Musik: Diese kurze Sequenz beweist die Güte der SJ9. Klar, dynamisch und mit solidem tieffrequenten Antritt, kommt der orchestale Einsatz ausgezeichnet zum Ausdruck. Anschießend befinden wir uns in einer U-Bahn-Station unweit des Wiener Opernhauses. Benjamin bekommt eine Spezialbrille ausgehändigt, die ihn zunächst scannt, um festzustellen, dass die Brille nun den richtigen Eigentümer gefunden hat. Das Scan-Geräusch hören wir in feiner Auflösung und sehr guter Räumlichkeit. Die Umgebungsgeräusche in der U-Bahn-Station kommen in allen Hördimensionen überzeugend heraus.

Vor dem Opernhaus trifft der österreichische Bundeskanzler mit seiner Ehefrau in seinem Dienst-Maybach vor dem Opernhaus ein. Das Blitzlichtgewitter, verursacht durch die anwesenden Pressefotografen, kommt gut heraus, hier geht aber, was die Prägnanz des Effektes angeht, noch mehr. Schwamm drüber – das Niveau der SJ9 ist ansonsten sehr gut, auch als Ethan und vor allem Benjamin die Vorbereitungen treffen, um den Bösewicht im Publikum auszumachen. Dann startet Puccinis „Turandot“, und wir sind erstaunt, dass die LG-Soundbar auch mit der Wiedergabe der weltberühmten Oper keinerlei Berührungsängste hat. Für eine Soundbar ist die Präsentation gerade der weiblichen Gesangsstimme exzellent. Aber auch parallel stattfindende Effekte sowie Dialoge vergisst die Soundbar nicht und arbeitet diese nahtlos und impulstreu ein. Details wie das Laden einer Waffe beispielsweise entgehen der SJ9 nicht. Die teils sehr deutlichen Dynamiksprünge bei der Darbietung von „Turandot“ werden souverän gemanagt, und auch bei höherem Pegel kann man sich auf eine geschlossene, klare Darbietung durch die Soundbar verlassen.

Die wilde Schlägerei zwischen Ethan und seinem Widersacher kommt kraftvoll zum Ausdruck, die harten Faustschläge und der Aufprall von Ethan auf dem Boden gibt die SJ9 überzeugend wieder. Parallel wird die legendäre Arie „Nessun Dorma“ auf der Bühne zum Besten gegeben, was die SJ9 mit Hingabe und einer erstaunlichen Sensibilität erledigt. Insgesamt bietet die SJ9 für 999 EUR eine rundherum sehr gute Leistung, vor allem die Homogenität und die Kraft sorgen für Verwunderung im positiven Sinne. Gerade, wenn man mit wenig Aufwand, das heißt mit wenigen anzuschließenden Komponenten, eine ansprechende Akustik genießen möchte, liegt man hier absolut richtig. 

Klang Dolby Digital und DTS

DTS wird übrigens auch decodiert. Laut Display „normales“ DTS, was auch die technischen Daten belegen: Dolby Atmos, Dolby Digital, LPCM natürlich und DTS Digital Surround, also das herkömmliche DTS 5.1 Macht bei einer Soundbar nichts, denn auch DTS-HD-Material kann, wenn auch „nur“ der „Core“ in herkömmlichem DTS 5.1, wiedergegeben werden. Das zunächst zur Einführung. Im folgenden werden wir überprüfen, ob wir bei Dolby Digital- und DTS-Tonspuren auch 3D-Sound genießen können. 

Dolby Digital-Tonspuren wie bei der deutschen Tonspur von „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ können mittels des „Movie“ DSPs auch unter Miteinbeziehung der Top Firing-Lautsprecher mit enormer räumlicher Dichte wiedergegeben werden. Das merkt man auch bei subtilen Effekten im 2. Kapitel, als das Schießpulver durch die Luft fliegt, um stark magentisches Material ausfindig zu machen. Das gesamte Raumgefühl in der großen Halle bringt die SJ9 auf beachtlichem Level zur Geltung. Der Hall der Stimmen wirkt authentisch, weder zu gering noch zu übertrieben. Effekte werden, auch wieder mit tadellosem Support des Wireless-Subwoofers, nachdrücklich präsentiert. Der aktive Bass gefällt dabei nicht nur durch Präzision und Volumen, sondern auch durch den guten Tiefgang. 

Funktioniert das Miteinbeziehen der Top Firing-Module auch bei DTS-Material? Das haben wir beim Filmbeginn von „Avengers“ überprüft. Ja, auch bei DTS-Tonspuren wird 3D-Sound geboten, und der Start von „Avengers“ gelingt erstaunlich spektakulär. Alle Effekte, Musikelelemente und die bedrohlichen Stimmen kommen prima heraus. Weitläufigkeit, Klarheit und Kraft sind auch diesmal wieder die Kennzeichen der SJ9 Soundbar/Subwoofer-Kombination. Fluggeräusche, Stimmen, ein herabsausender Fahrstuhl: Alle Arten von Effekten bereiten der LG-Soundbar keinerlei Probleme. Eine räumlich stets dichte, fast lückenlose Klangkulisse erwartet den oder die Zuhörer. Auch, wenn man nicht ganz zentriert vor der SJ9 sitzt, bekommt man noch beinahe das volle Effektspektrum mit, natürlich ist die Ortungssicherheit dann etwas geringer, als wenn man exakt vor der Soundbar Platz nimmt. 

Jetzt wählen wir das Musik-DSP anstatt das Movie-DSP. Hier sind die Top Firing-Lautsprecher nicht aktiv. Wir lauschen Wolfgang Amadeus Mozarts Violinenkonzert Nummer 4 in D-Dur, KV 218, und hier dem ersten Allegro: Die faszinierende orchestrale Musik kommt gediegen und feinfühlig zur Geltung, und wenn das gesamte Orchester einsetzt, dann werden Dynamiksprung und akustische Wucht akkurat inszeniert. Der PCM 96 kHz/24-Bit Mix des identischen Stücks wird von der SJ9 ebenfalls prima wiedergegeben, so dass sich Klassik-Freunde zumindest wundern dürften: Auch, wenn sie natürlich nach wie vor lieber auf ein hochklassiges Mehrkanal-Setup oder eine talentierte Stereo-Kette setzen, so ist es doch verblüffend, wie gut eine moderne Hightech-Soundbar sein kann. 

Klang Material von Spotify

Erstaunlich ist, wie gut die SJ9 klingt, wenn wir mittels Spotify Connect Lieder zuspielen, so „Lost On You“ von LP. Im DSP-Modus „Music“ bietet sie eine hochwertige Klangqualität, die uns beweist, wie souverän auch eine Soundbar mit dem Thema Musikwiedergabe umgeht. Dass die Auflösung der Tracks von Spotify nicht perfekt ist, merkt man  kaum, so klar und dynamisch macht sich die SJ9 ans Werk. Dabei wird die charismatische Stimme der Sängerin ausgezeichnet betont. Das gilt auch für „Das Geschenk“ von Sportfreunde Stiller. Sehr impulstreu und mitreißend wird der Rhythmus wiedergegeben. Die SJ9 legt sich im Bassbereich, in den Mitten und auch im Hochtonbereich richtig „ins Zeug“ – für eine Vielzahl an Hörern reicht das, was die SJ9 akustisch „auf die Beine“ stellt, locker aus.

„Tell Me Where It Hurts“ von Garbage setzt die „Erfolgsgeschichte“ der LG-Soundbar fort. Auch hier überzeugen Nachdruck, Räumlichkeit und Dynamik. Die Stimme der Sängerin ist in diesem dritten Spotify-Beispiel lebendig, mit erstaunlich klar akzentuierten Konturen. Die SJ9 „verbiegt“ deutlich weniger als die meisten Konkurrenten. Sie weist keine „Badewannen-Charakterisik“ mit zurückgenommener Mittenwiedergabe auf, und sie schreckt auch bei der Präsentation hoher Frequenzen nicht vor einer sauberen, gut aufgelösten Wiedergabe zurück. Der straffe und vom Timing her passende Bassbereich rundet das Gesamtergebnis wirkungsvoll ab.

Fazit

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Die LG SJ9 bietet zum fairen Kaufpreis eine rundherum überzeugende Leistung. Sie ist zwar mit rund 1.000 EUR auf den ersten Blick kein Schnäppchen, wenn man die dafür offerierte Performance aber mit ins Kalkül zieht, kann man sehr zufrieden sein. Die Austattung erscheint sinnvoll, Decoder für Dolby Atmos, Dolby Digital, DTS Digital Surround sind vorhanden, das reicht. Die Integration von Google Chromecast sorgt für eine reibungslose Verwendung von onlinebasierten Music-Streaming-Diensten. Die Fernbedienung ist sehr einfach gehalten, und es findet sich nur ein HDMI-Eingang: das sind unsere Kritikpunkte. Der Klang ist in jeder Hinsicht überzeugend: Die klanglichen Vorzüge von Dolby Atmos kommen gelungen heraus, und selbst bei Musik hinterlässt die SJ9 einen ausgezeichneten Eindruck. Die Soundbar ist darüber hinaus sauber verarbeitet, und der aktive Wireless-Subwoofer ist überdurchschnittlich gut. 

LGs SJ9 begeistert durch kraftvollen, dynamischen Klang und eine praxisgerechte, moderne Ausstattung
ueberragend
Soundbar-Systeme bis 1.000 EUR
Test 15. August 2017

Test: Carsten Rampacher, Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 15. August 2017




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