XXL-TEST: HEOS by DENON Amp HS2 – überzeugt auch die zweite Generation des HEOS Multiroom-Verstärkers?

Denon Heos Amp HS2 Front Seitlich1

Denon hat nun die zweite Generation der beliebten HEOS Multiroom-Audio-Komponenten eingeführt. Überarbeitet präsentiert sich unter anderem auch der für 579 EUR erhältliche HEOS Amp, der nun Amp HS2 heißt. Neu ist der Support für High Resolution Audio-Dateien, die der HESO Amp HS2 nicht nur entgegen nimmt, sondern dank entsprechend hochwertiger D/A-Konverter auch entsprechend verarbeiten kann. Bluetooth ist des Weiteren nun im Gerät integriert. Denon lässt sich diese zusätzlichen Features nicht schlecht bezahlen, der „alte“ HEOS Amp, von uns ausführlich getestet, kam lediglich auf 499 EUR. 

Der Amp HS2 bietet ansonsten genau die Eigenschaften, die wir schon bei der ersten Amp-Generation geschätzt haben. Er offeriert 2 x 100 Watt Leistung (8 Ohm, 1 kHz, 0,7 % Klirrfaktor), produziert von einer effizienten Class D-Digitalendstufe. Im Verstärkunsprozess entsteht bei digitalen Endstufen nur wenig Verlustwärme, demnach ist die Erhitzung nur gering. Großformatige Kühlkörper entfallen, somit kann man selbst kräftige Class D-Endstufen in kompakte Gehäuse integrieren. Mit 221 mm Breite, 93 mm Höhe sowie 214 mm Tiefe erweist sich der Amp HS2 als äußerst kompakt, somit kann er einfach integriert werden. 

Denon Heos Amp HS2 Anschluesse Rueckseite

Anschlüsse

Denon Heos Amp HS2 Detail Front

Unverwechselbares Design

Der Amp HS2 ist bezüglich der WLAN-Konnektivität kompatibel mit 802.11 a/b/g/n/ac-Netzwerken im 2,4 und im 5 GHz Band. Damit wird auch der aktuell schnellste Standard 802.11 ac unterstützt. An Musikquellen und Musikdiensten sind Spotify Connect, Deezer, Tune In (kostenloses Internet Radio), SoundCloud und TIDAL (auch mit HiRes-Dateien zum Streaming) derzeit an Bord. Ebenso gibt der Amp HS2 lokal auf einem Apple iOS-Device (iPhone oder iPad) gespeicherte iTunes-Musikdateien wieder. Auch die Wiedergabe von Musikdateien vom Android-Smartphone/Tablet sowie vom Amazon Kindle Fire-Device ist möglich. Musikwiedergabe inklusive HiRes-Audio kann auch vom DLNA-Server oder vom DLNA-NAS-Festplattensystem erfolgen. Weiter können USB-Massenspeicher an den HEOS Amp HS2 angeschlossen werden, zudem finden sich ein Cinch-Stereo-Analogeingang und ein optischer Digitaleingang. Der 3,5 mm Miniklinkeneingang auf der Rückseite wird für die Erstinstalllation des HEOS Amp HS2 benötigt. Wer den HEOS Amp kabelgebunden ins Heimnetzwerk integrieren möchte, findet zu diesem Zweck eine Ethernetbuchse. 

Der HEOS Amp HS2 spielt WAV, FLAC sowie ALAC mit bis zu 24-Bit/192 kHz ab. AIFF und DSD-Support, so verspricht es die Produktinformation, folgen in Kürze. AAC- und MP3-Dateien werden ferner bis zu 320 kbit/s unterstützt. WMA kann der Amp HS2 mit bis zu 192 kbit/s wiedergeben. 

Denon Heos Amp HS2 Bedienelemente Seitlich

Lautstärketasten am Amp HS2

Denon Heos Amp HS2 Rueckseite Seitlich

Rückseite komplett

Der Amp HS2 ist ordentlich verarbeitet, das HEOS-spezifische Design kennen wir bereits aus der ersten Generation. Unter dem Device befinden sich vier Standfüße, von vorne aus gesehen auf der rechten Seite sind Lautstärke-Tasten plus Mute-Taste für die Stummschaltung. Das Gehäuse besteht komplett aus Kunststoff, enorme Noblesse darf trotz guter Materialqualität nicht erwartet werden.

Wenden wir uns nun der HEOS-App und der Installation des HEOS Amp HS2 zu. Immens wichtig ist das mitgelieferte 3,5 mm Audiokabel, das zwingend für die Erstinstallation gebraucht wird. Hier nun die entsprechenden Screenshots:

Denon Heos Amp HS2 App1

Die App startet

Denon Heos Amp HS2 App2

Wichtig ist der Anschluss des Audiokabels an Smartphone und Amp HS2

Denon Heos Amp HS2 App3

Genaue Anweisungen in der App

Denon Heos Amp HS2 App4

Leuchtet die LED vorn am Amp HS2 dauerhaft grün, kann es weiter gehen

Denon Heos Amp HS2 App5

Eingabe des Netzwerkschlüssels

Denon Heos Amp HS2 App6 

Herstellung der Verbindung

Denon Heos Amp HS2 App7

Auswahl des Geräte-Namens

Denon Heos Amp HS2 App8

Nun wird das Audiokabel nicht mehr benötigt

Denon Heos Amp HS2 App9

Software-Updates können automatisch heruntergeladen werden

Denon Heos Amp HS2 App10

Aktualisierung auf die neueste Software

Denon Heos Amp HS2 App11

Update erfolgreich beendet

Denon Heos Amp HS2 App12

Diese Quellen stellt der HEOS Amp HS2 zur Verfügung

Denon Heos Amp HS2 App13

Zugriff auf Musikserver im Netzwerk

Denon Heos Amp HS2 App14

Optionen bei Wahl unseres NAS-Systems

Denon Heos Amp HS2 App15

Zugriff auf die verschiedenen Ordner

Denon Heos Amp HS2 App16

Nach Alphabet sortiert: Inhalt des Ordners „Highresaudio“

Denon Heos Amp HS2 App17

Optionen für die Wiedergabe eines Titels

Denon Heos Amp HS2 App18

Zugriff auf die iTunes-Musik vom iPhone

Denon Heos Amp HS2 App19

Darstellung des Inhalts einer Wiedergabeliste auf dem iPhone

Denon Heos Amp HS2 App20

Wiedergabe eines Titels

Denon Heos Amp HS2 App21

Tune In-Übersicht

Denon Heos Amp HS2 App22

Tune In – Genre „Electronic“

Denon Heos Amp HS2 App23

Wiedergabe des Streams von einer spanischen Internet Radio-Station

Denon Heos Amp HS2 App24

Spotify Connect ist auch integriert

Denon Heos Amp HS2 App25

Auswahl des Amp HS2 bei den zur Disposition stehen Musikwiedergabegeräten

Denon Heos Amp HS2 App26

Wiedergabe eines Titels aus einer Spotify-Wiedergabeliste

Wie schneidet der HEOS Amp HS2 nun bei Aussstattung, Anschlüssen, Erstinstallation sowie App-Handling ab? Wir denken, insgesamt kann man sehr zufrieden mit den Eigenschaften sein. Die Erstinstallation ist so einfach, dass auch wenig versierte Anwender dank der genauen Erklärungen innerhalb der App kaum Probleme haben werden, das Gerät in Betrieb zu nehmen. Ist der Amp HS2 dann im Netzwerk eingebunden, ist das Handling der zahlreichen Funktionen ebenfalls einfach zu bewerkstelligen. Der Amp HS2 unterstützt zahlreiche stark nachgefragte Streaming-Dienste,  überdies gibt es eine kostenlose Internet Radio-Plattform. Die Zugriffszeiten, z.B. auf Wiedergabelisten auf Servern im Heimnetzwerk oder auf Streams von Tune In, sind relativ kurz, rekordverdächtig schnell beziehungsweise schneller als der Vorgänger agiert der HEOS Amp HS2 aber nicht. Die Anschlusssektion ist gut bestückt, erfreulich ist, dass Bluetooth nun direkt in den Amp HS2 integriert ist. An unterstützten Formaten fehlt derzeit vor allem noch DSD, laut Denon aber ist es nur eine Frage der Zeit, wann auch Direct Stream Digital unterstützt wird. Die Verarbeitung des HEOS Amp ist gut, in Anbetracht der Preisklasse – rund 600 EUR wechseln den Besitzer – wäre zumindest eine Gerätefront aus Aluminium aber angebracht. Mit 100 Watt pro Kanal sind die eingebauten Endstufen sehr kraftvoll und treiben auch Lautsprecher gestandener Preisklassen souverän an, so wie unsere Nubert nuVero 70, die wir für den Test angeschlossen haben. 

+ Leistungsstarke Endstufen
+ Einfache Erstinstallation
+ Kompatibel zu HiRes-Audiodateien
+ Einfaches Handling der App
+ Gute Anschlussauswahl

– Derzeit noch kein DSD-Support
– Materialqualität für die Preisklasse nicht optimal

Klang

Der HEOS Amp HS2 kann nun auch HiRes-Audiodateien verarbeiten und wiedergeben. Das haben wir natürlich gleich getestet. Wir starten mit Diana Kralls Adaption von „Desperado“ (FLAC 48 kHz/24-Bit) durch, und wir lauschen gespannt – denn im Vergleich zum ersten HEOS Amp klingt die zweite Generation etwas wärmer, homogener – gar nicht so, wie man es landläufig von Devices mit digitalen Endstufen annimmt. Klingt komisch, ist aber so. Der Amp HS2 bringt fließendere Übergänge, eine feinere Betonung des Pianos sowie eine bessere Loslösung der Stimme zustande und kann demnach auch seinen Mehrpreis klanglich rechtfertigen. Auch beim nächsten Titel aus dem „Wallflower“-Album von Diana Krall profiliert sich der Amp HS2: Die Harfe am Anfang von „Don’t Dream It’s Over“ arbeitet der Wireless Audio-Verstärker sauber heraus, und auch die Stimmwiedergabe kann ein weiteres Mal überzeugen. Die Streicher sind harmonisch integriert, und trotz der leichten Wärme im Klangbild ist der Hochtonbereich angenehm frei und lebendig. 

„Alone for You“ vom Jan Lundgren Trio in 88,2 kHz/24-Bit FLAC gibt der Amp HS2 souverän-gelassen und fundiert wieder. Der präzise Basseinsatz, die sehr gute Ausarbeitung der Klavier-Passagen und die ausgezeichnete Trennung der einzelnen Instrumente voneinander. Gerade bei diesem Stück bietet der Amp HS2 eine Qualität, die manchem normalen HiFi-Stereo-Verstärker im klassischen 43 cm Rastermaß gut zu Gesicht stünde. In Anbetracht des eher einfachen Kunststoff-Gehäuses werden an traditionellen Werten orientierte HiFi-Liebhaber vermutlich einen weiten Bogen um den Amp HS2 machen – aber zu Unrecht. Denn das Innere ist hochwertig und erfüllt auch gehobene Hör-Ansprüche mit Anstand und Würde. 

In 96 kHz/24-Bit hören wir uns aus Wolfgang Amadeus Mozarts Violinenkonzert in A-Dur, Köchelverzeichnis 219, das Allegro aperto an. Hier gefällt uns das angenehme akustische Profil des Amp HS2, das wir schon eingangs angesprochen hatten, erneut richtig gut, da es sehr stimmig mit dieser Art von Musik harmoniert. Harmonisch, aber doch spritzig, schwungvoll und mit authentischer räumlicher Darstellung: Zahlreiche Pluspunkte fallen hier auf, die für einen Wireless Audio-Verstärker durchaus nicht als selbstverständlich anzusehen sind. Wie gut der Amp HS2 mit der Violine, auch in den Solo-Parts, zurecht kommt, verdient Respekt. Die Feindynamik macht einen noch geschliffeneren Eindruck als bei der ersten HEOS Amp-Generation, bei den orchestralen Gesamteinsätzen erscheinen die Übergänge runder. 

In FLAC 192 kHz/24-Bit erfolgt nun die Wiedergabe von Mark Knopflers „Basil“ aus dem Album „Tracker“. Die akustische Gitarre trennt der Amp HS2 sauber von der Stimme Marks, die sich charismatisch und frei im Raum verteilt. Kleine akustische Effekte wie das Abklingen von Instrumenten arbeitet der HEOS-Verstärker glaubwürdig heraus und schafft, wie bei den anderen getesteten Stücken auch, eine vielschichtige Hör-Atmoshäre. Der exakte Bass liefert ein kräftiges, aber die zu üppig geratenes Fundament. Die vielen Facetten des Songs stellt der Amp HS2 gelungen dar, und beweist auch hier, dass er sich durchaus für den Hörer mit gewissem Anspruch eignet. Natürlich, hochklassige HiFi-Verstärker bieten noch mehr Gesamtdynamik, noch mehr Feinarbeit, Elemente verteilen sich noch akkurater ausbalanciert im Raum – aber diese Devices können sonst weitaus weniger als der Amp HS2 und sind überdies deutlich kostspieliger. 

Geben wir nun Musik wieder, die auf unserem iPhone gespeichert ist. Nachdem das „Experiment HiRes Audio“ mit sehr guten Zensuren abgeschlossen wurde, muss sich der Amp HS2 nun bei Dateien mit niedrigerer Auflösung beweisen. Beim Duett von Eros Ramazzotti&Anastacia „I Belong To You“ hinterlässt der Verstärker einen guten Eindruck, wenngleich man schon gerade bei Anastacias Stimme merkt, dass bezüglich der Herausarbeitung charakteristischer Merkmale noch mehr geht. Eros klingt minimal zu hell, auch hapert es bei großem Pegel an maximaler feindynamischer Ausprägung. Für Geräte-Klasse und Preiskategorie kann man sonst trotzdem zufrieden sein. Im bisherigen Testbetrieb aber ist die Wiedergabe dieses Songs die schwächste Vorstellung des HEOS Amp HS2. 

Vielleicht schneidet der Amp HS2 bei „Perfidia“ aus dem Andrea Bocelli-Album „Passione“ besser ab? Die klare Antwort: Hier macht der Amp HS2 alles richtig. Schön modelliert er schon den instrumentalen Anfang heraus, als Andrea dann seine Stimme erhebt, hat diese Charisma  und Schmelz. Der Bassbereich gefällt ein weiteres Mal durch Impulstreue und das richtige Maß an kontrolliertem Nachdruck. Die Stimme wird sauber von den Instrumenten getrennt, die Wiedergabe ist in sich schlüssig und lebendig. 

Wie „housig“ der HEOS Amp HS2 sein kann, muss er uns bei „The Girl Is Mine“ von Destiny’s Child &Brandy unter Beweis stellen. Mit solidem Bass und einer guten Ausbreitung der elektronischen Effekte schlägt sich der Verstärker sehr gut und kann durchaus auch bei beachtlichem Pegel noch Begeisterung wecken: Im Bassbereich ist kein „Aufweichen“ herauszuhören, vielmehr ist der Bass auch dann noch recht trocken und hart. Die Stimme, wie auch in den anderen Stücken aus unseren Testreihen, wird gut von den instrumentalen Anteilen getrennt. Die räumliche Wirkung ist ausgezeichnet. 

Nun wechseln wir zu einer Spotify-Wiedergabeliste und starten hier mit dem Trance-Klassiker „Is E.T. on XTC“ von Mediteria durch. Das Quellmaterial ist aus qualitativer Sicht schlecht, und daher ist es beachtlich, was der Amp HS2 noch an Dynamik, Räumlichkeit und Basskraft herausholt. Versuchen wir es mit „Dreamer Trance“, ebenfalls von Mediteria, im General Base-Mix. Hier geht es deutlich vehementer zur Sache, die Basskraft der 2 x 100 Watt-Endstufen kann hier praktisch vollkommen überzeugen. Der Amp HS bewegt hier etwas – und zwar ordentlich. Die Pegelfestigkeit ist ausgezeichnet, und die Souveränität bei hoher Lautstärke ist überragend. „Back Again“ von General Base im Extended-Mix beschließt unsere Spotify-Checks. Auch hier wieder zeigt der Amp HS2 seine „Discotheken-Talente“ und bietet einen sehr guten Punch beim Bassbereich. Hart, klar, wuchtig – bei der Basswiedergabe macht der Amp nichts falsch und präsentiert sich akustisch vollwertig. Die elektronischen Effekte spiegelt der HEOS-Verstärker treffsicher im Hörraum wieder. 

Fazit

Denon Heos Amp HS2 Front Seitlich2

Der HEOS by Denon Amp HS2 präsentiert sich im Testbetrieb als Universaltalent für den multimedialen Einsatz. Er lässt sich einfach installieren und steuern, die Ausstattung ist reichhaltig und praxisgerecht. Die App ist einfach und verständlich aufgebaut, die Anzahl der verfügbaren Quellen ist vielfältig und wird vielen Ansprüchen gerecht. Folgt noch der Support für DSD, stehen auch praktisch alle relevanten Formate für die Wiedergabe zur Verfügung. Akustisch trumpft der Amp HS2 mit seinen pro Kanal 100 Watt starken Digitalendstufen in nahezu jeder Disziplin auf. Hörer mit normalen bis gehobenen Ansprüchen finden hier einen akustischen Partner, der souverän, dynamisch und mit authentischer räumlicher Ausgestaltung jedes Quellmaterial wiedergibt. 

Kompakter, leistungsstarker HEOS Multiroom-Verstärker mit praxisgerechter Ausstattung und vielfältigem Einsatzprofil
ueberragend
Wireless Multiroom Audio-Komponenten
Test 23. Mai 2016

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 23. Mai 2016 




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