XXL-SPECIAL: Übersicht über aktuelle Ultra HD (4k) TVs

Schöne neue UHD-Welt?

Einführung

Auf der IFA 2013 haben viele verschiedene Firmen UHD-TVs mit 3.840×2.160 Pixel Displayauflösung vorgestellt. Hier möchten wir Ihnen einen Überblick über eine Vielzahl verschiedener Modelle geben, der Artikel ist nach Hersteller und alphabetisch geordnet.

Zunächst einmal ist festzustellen, dass beinahe alle Firmen bezüglich UHD-TVs ein ähnliches Ausstattungs- und Schwerpunkt-Paket schnüren:

  • Diagonalen von 50 bis 84 Zoll sind gängig. Vereinzelt 55 Zoll.
  • Da jeder Hersteller weiß, dass 4k derzeit ein großes Content-Problem hat, beteuern alle, dass das Upscaling von niedriger auflösendem Material auf 4k exzellent ist. Mindestens einer der Prozessorkerne der in den 4k TVs verbauten Mehrkern-Prozessoren (meist Quad-Core oder gar Hexa-Core) kümmert sich dann, sozusagen exklusiv, um das Upscaling.
  • Obwohl bezweifelt werden darf, dass sie in der Praxis genutzt werden, rüsten fast alle Hersteller ihre UHD-TVs mit recht aufwändigen Soundsystemen aus.
  • Alle UHD-TVs kommen mit üppiger Top-Smart TV-Plattform des jeweiligen Herstellers und lassen sich per App steuern.
  • Hochleistungsfähige Frame Interpolierer stehen bereit, um flüssige, stabile Bewegungsabläufe zu garantieren.
  • Preislich extremer Aufpreis auf 84 Zoll.

Nicht einig sind sich die Hersteller beim Thema 3D. Hier gibt es zwar in der Mehrzahl UHD-TVs, die mit passiven Polfilterbrillen arbeiten, aber auch einige Geräte, die auf aktive Shutterbrillen setzen.

Wir stellen nun Geräte und deren Parameter, sofern bekannt, der einzelnen Hersteller ausführlich vor.

Hisense

Riesiger 110 Zoll UHD-TV von Hisense

China macht Druck: Der auf dem chinesischen Markt sehr mächtige Hersteller Hisense (hierzulande vor allem als neuer Loewe-Kooperationspartner bekannt) bietet UHD-LED-LCD-TVs in Bildschirmdiagonalen von 50 bis 84 Zoll an. Zusätzlich wurde auf der IFA auch ein 110 Zoll messender UHD-TV präsentiert. Die XT880er Serie umfasst Geräte von 50 bis 65 Zoll, wie wir schon berichtet haben, kommen die TVs mit 3840×2160 Pixeln Auflösung schon jetzt in den Handel. Preislich beginnt Hisense mit dem 50 Zoll-Modell bereits bei 1.999 EUR – ein „UHD-Schnäppchen“. Weitere Größen: bei der XT880er Serie: 58 und 65 Zoll (2.999 bzw. 4.999 EUR). Der 58-Zöller liegt exakt auf dem Preis-Niveau wie das 58-Zoll-Modell der Toshiba M9-Baureihe – diese stellen wir später vor. Der 65-Zöller bewegt sich in preislicher Nähe vom PFL9708 aus dem Hause Philips (5.199 EUR). Auch dieses Gerät wird in diesem Artikel noch ausführlich behandelt.

Exakte Einstellparameter im Video-EQ

Hisense besitzt ein reichhaltiges Sortiment an sehr guten UHD-TVs, die XT880-Serie ist zudem gerade in 50 und 58 Zoll wirklich preiswert

Bei der 3D-Wiedergabe setzt Hisense auf aktive 3D-Technolgie. Ein Triple-Tuner für DVB-S2, DVB-C und DVB-T ist eingebaut. Die Hisense-eigene Smart TV Plattform in aktualisierter Form ist ebenfalls integriert. Wahlweise können die UHD-TVs wireless oder drahtgebunden ins Netzwerk eingebunden werden.

Drei USB- und vier HDMI-Ports sorgen für flexible Anschlussmöglichkeiten. Composite, Komponente, Scart oder VGA sind weitere mögliche Anschlussformen. Formatvielfalt bei der Medienwiedergabe wird auch bei Hisense groß geschrieben: Es können z.B. JPG, PNG, MP3, WMA, AVI, MPG, VOB, H.264, DivX, MKV oder OGG wiedergegeben werden. HbbTV ist ebenfalls vorhanden.

Hinzu kommt das 84 Zoll-Modell 84XT900, das Europapremiere auf der IFA feierte und für 14.999 EUR erhältlich sein wird. Der LED-LCD-TV mit Gehäuseelementen aus Aluminium hat ebenfalls einen Triple-Tuner und vier HDMI 1.4 Anschlüsse. Drei USB-Terminals sind ebenfalls vorhanden. Viele Mediaformate können wiedergegeben werden. Im Gegensatz zu den Geräten der XT880er Serie arbeitet der 84-Zöller mit passiver Polfiterbrillen-Technik bei der 3D-Wiedergabe. Die Hisense-eigenen Smart TV-Funktionen dürfen natürlich auch im 84-Zöller nicht fehlen. Wie bei den anderen UHD-TVs mit aktiver 3D-Technik bietet auch der 84XT900 die Möglichkeit, 2D-Inhalte in 3D-Inhalte zu wandeln. Ab September ist auch der große 84-Zöller zu haben.

Satte 110 Zoll misst das größte Modell der XT900-Serie. Preise und Verfügbarkeiten stehen bislang noch nicht fest. Hisense setzt auf ein HVA (Vertical Alignment) Panel, das Blickwinkel von bis zu 178 Grad (vertikal/horizontal) bietet. Das Hisense-Panel arbeitet mit einer Bildwiederholrate von 120 Hz.

Wir haben uns die Modelle der preislich fairen XT880er Serie auf der IFA schon genauer angeschaut. Positiv auf fällt zunächst die sehr elegante Optik. Zwar besteht bei den Modellen in 50, 58 und 65 Zoll der Rahmen im Gegensatz zu den größeren XT900 Modellen aus Kunststoff, das Material erweckt aber einen durchaus hochwertigen Eindruck, der auch bei genauerem Hinsehen kaum geschmälert wird.

Der Video-EQ ist recht ausführlich, natürlich gibt es vorgefertigte Bildprogramme wie Kino, Spiele oder Lebhaft, aber der User kann auch jede Menge selbst einstellen. Auch der Weißpunkt kann auf Wunsch justiert werden, was gerade für Anwender, die mittes CalMan oder anderer Software einmessen und das Bild effektiv feintunen wollen. Rauschreduzierter, Verbesserungsmechanismen für die Wiedergabe von Hauttönen , Farbtemperatur oder dynamischer Kontrast sind ebenfalls verfügbare Parameter.

Die Bildgüte hinterlässt einen erstaunlich guten Eindruck. Natürlich kann man unter Messebedingungen weder konkrete Aussagen noch wirkliche Vergleichsaussagen treffen. Aber die ersten Eindrücke zeigen ein angenehmes Bild, was sich vor allem dann bestätigt, wenn man die Digitale Noise Reduction komplett ausschaltet (war merkwürdigerweise trotz 4k Content an) und die Farbtemperatur auf „warm“ stellt. Selbst bei dieser Einstellung erscheint das Bild allerdings noch minimal zu kalt. Auf der Messe ließ Hisense die TVs mit dem Bildfeld „Lebhaft“ laufen, das gern für Messen etc. verwendet werden dürfte, da das Bild extrem scharf und kontrastreich erscheint – allerdings nur auf den ersten Blick. Kennern fällt direkt der überzogene Kontrast auf. Tunt man etwas fein, erscheint das Bild als sehr angenehm, die Hisense-Panels punkten zudem mit sehr geringem Panelrauschen und breitem Blickwinkel, vor allem aus horizontaler Perspektive.

Diesen Namen wird man sich merken müssen – nicht nur wegen der Kooperation mit Loewe

Insgesamt ein beeindruckender Auftritt von Hisense. Allerdings darf man nicht vergessen, dass der visuelle absolut exzellente Philips 65PFL9708 kaum teurer ist als der entsprechende Hisense UHD in 65 Zoll. Philips hat hier einen Kampfpreis realisiert, der vielen aktuell zu schaffen machen könnte. Samsung hat bereits nachgezogen und die Modelle der F9090 Serie (55 und 65 Zoll) preislich nach unten korrigiert. Teurer als Hisense und Philips sind sie aber nach wie vor.

LG

LGs erster UHD-TV mit 84 Zoll Bilddiagonale

LGs größer Stolz: Prototyp eines UHD Curved OLED mit 77 Zoll Bilddiagonale

LG beeindruckte auf der IFA: Ein OLED UHD-TV mit satten 77 Zoll Diagonale war an den Publikumstagen der Magnet in der LG-Halle. Allerdings handelt es sich bei diesem Gerät um einen Prototyp. LG offeriert mit dem „Curved“ und dem „Gallery“ OLED zwar schon zwei OLED-TVs in 55 Zoll, diese aber haben die klassische FullHD Auflösung und werden daher nicht in diesem Special behandelt.

Der 77-Zoll Prototyp ist auch „curved“, also gebogen, und zwar recht kräftig. Dadurch erscheint das Bild größer und plastischer, was sich beim 4k OLED noch besser nachvollziehen als beim kleineren „Curved“ FullHD OLED. Zwar ist der Curved-Nachteil nicht wegzudiskutieren – es können nur wenig Zuschauer im perfekten Bildfokus sitzen – aber das Bild erscheint beeindruckend plastisch und tief. Der LG-Prototyp wurde mit nativem, speziell für diesen Einsatz präpariertem 4k Material vorgeführt. Dieses sah brillant auf dem TV aus: Tiefstes Schwarz, exzellenter Detailkontrast und leuchtende, brillante Farben – zusammen mit der enormen Bildtiefe ein Ausnahme-Erlebnis.

65-Zöller der neuen LA9650-Serie

Und hier der 55-Zöller der LA9650-Serie

LA9700er Serie mit 4.1 Soundsystem

Der 4k OLED ist noch Zukunftsmusik, sehr real ist aber das große 4k LED-LCD-Sortiment von LG, das fünf Modelle von 84 bis 55 Zoll umfasst. Der 84-Zöller, 16.000 EUR teuer, ist schon seit Ende 2012 im Sortiment. Er hört auf den Namen 84LA9800 und beeindruckt in erster Linie durch schiere Größe. Seine jüngeren und von der Diagonale her kleineren „Brüder“ gibt es in 55 und 65 Zoll. Die große Serie heißt LA9700 und hat als Besonderheit das Nano Full LED Backlight. Zuständig ist es für besten Detailkontrast, feinste Graustufenübergänge und sattes Schwarz. Der 65-Zöller hat 144 Local-Dimming-Zonen und 244 LEDs. Der 55 Zöller weist 100 Dimming-Zonen und 200 LEDs mit. Der Kenner merkt, dass es kein „echtes“ Full LED Backlight ist, sondern eher ein erweitertes Edge LED-Backlight mit deutlich mehr LEDs und daraus resultierend besserem Local Dimming. Ein komplettes Panel an LEDs hinter dem eigentlichen LCD-Panel würde mit einer viel größeren LED Zahl einher gehen und überdies könnte die Bautiefe nicht so gering gehalten werden. Wirkung zeigt LGs Nano Full LED Dimming aber: Das Schwarz erscheint recht satt, der Schwarzwert ist sehr gut. Auch der Detailkontrast ist stimmig. Schön plastisch erscheint natives 4k Material. Lebendig wirken die Farben.  Hochskaliertes Material werden wir erst im Test begutachten können.

Bedienen lassen sich die LG 4k TVs mit Magic Remote oder konventioneller Fernbedienung. Alle LG Smart TV Funktionen inklusive LG Cloud und LG Premium Content sind verfügbar. der umfangreiche Video-EQ und das sehr übersichtliche „Home Dashboard“ als Menü-Zentrale zeigen Klasse. 4500 EUR kostet der LA9700 in 55 Zoll, 7000 EUR der LA9700 in 65 Zoll.

Wer 1000 EUR sparen möchte, kann sich auf die LA9650 Serie freuen, die ebenfalls in 55 und 65 Zoll auf den Markt kommt. Das teure Nano Full LED Local Dimming fehlt hier. Drei HDMI- und drei USB-Schnittstellen werden mitgeliefert. Die teurere LA9700er Serie hat eine HDMI-Schnittstelle mehr. Sehr praktisch bei beiden LG UHD-Baureihen: Der eingebaute HEVC (High Effiency Video Coding) Decoder für die direkte Wiedergabe von Ultra HD Content von einem USB Flash-Datenträger.

LG verkündete im Rahmen der IFA auch, dass zukünftig HDMI 2.0 Kompatibilität berücksichtigt würde. Damit ist wohl die problemlose Wiedergabe von 2160p/60 gemeint. Einzelheiten werden noch bekannt gegeben.

Panasonic

TX-L65WT600E für 6.999 EUR

Gleich der erste UHD-TV ein voller Treffer

Panasonic präsentierte in Berlin den ersten UHD-TV des Hauses – nein, kein OLED und auch kein Plasma, sondern ein EDGE-LED-TV, der auf den Namen TX-L65WT600E hört, war der Star, er kostet 6.999 EUR und hat nicht nur HDMI 2.0 Schnittstellen, sondern auch einen Display Port 1.2a Anschluss. Überdies ist er der erste in Europa erhältliche UHD-TV, der ein THX-Zertifikat aufweist. Der Panasonic UHD-TV ist zu Bildwiederholraten von 50 und 60 Hz kompatibel, somit dürften bei 2160p/60 keine Probleme auftreten. Display Port 1.2a unterstützt sogar bis zu 120 Hz Bildwiederholrate, von daher ist sogar noch Spielraum nach oben. Beide Anschlussmodi unterstützen überdies Chroma-Sampling von 4:4:4.

Panasonic setzt neben mehreren THX-Bildmodi (Cinema und Bright Room) ebenso wie Philips auf die Kraft der Prozessorkerne und verbaut einen 6-Kern-Prozessor. Besonders aufgrund der Möglichkeit, ein exzellentes Upscaling von FullHD auf 4k zu ermöglichen, baut Panasonic diesen ultraschnellen Prozessor ein.  Nicht nur BD-Signale, sondern sogar YouTube Videos in niedrigerer Auflösung können auf UHD hoch skaliert werden. Aufgrund komplexer, spezieller Algorithmen und einer extrem großen Datenbank soll der WT600E eine besonders hochwertige Upconversion schaffen.

Absolut stabile, schnelle und flüssige Bewegungen sind dank der aktualisierten Version der Panasonic Intelligent Frame Creation möglich, Motion Clarity Backlight Scanning arbeitet mit 2.000 Hz.

Panasonic legt darauf Wert, dass alle Top-Merkmale der 2013er Viera TVs natürlich auch ins UHD-Spitzenmodell wandern. Ganz gleich, ob Steuerung mit der exzellenten Viera Remote 2 (für Apple iOS und Android, für Tablet und Smartphone, sogar mit umfangreichen Video-EQ-Funktionen, TV-Bild-Wiedergabe etc.), Twin-Tuner mit der Möglichkeit zum Signal-Mix (1 x DVB-S2, 1 x DVB-C z.B,), My Home Screen oder der Viera Connect Market, alles ist natürlich auch hier an Bord.

Aus der Masse schert Panasonic beim Thema 3D aus, was auf den ersten Blick nicht allzu verständlich erscheint. Panasonic offeriert alle herkömmlichen FullHD TVs des Jahrgangs 2013 ausschließlich mit passiver Polfilterbrille, beim WT600 als UHD-TV, der ja auch ein Edge LED-LCD ist, setzt man aber auf aktive Shutterbrillen. Dabei wäre es ohne weiteres möglich gewesen, zwei getrennte Bilder für linkes und rechtes Auge parallel in FullHD zu produzieren. Und ein LDC-Panel ist kein Plasma-Panel – bei den Plasma-TVs des Hauses ist es klar, dass Panasonic auf aktive Shutterbrillen setzt, denn dank der ultraschnellen Reaktionszeit von Plasma-Panels treten hier unschöne Nebeneffekte kaum auf. Das zeigt der erst kürzlich bei uns erschienene Test des Panasonic TX-P65VTW60 deutlich. Wir sind also gespannt, wie sich der WT600 beim Test in unserer Redaktion bei der 3D-Wiedergabe schlagen wird. Offensichtlich legt Panasonic gesteigerten Wert darauf, auch in 3D UHD-Auflösung bieten zu können.

Bei der Zuspielung von nativem 4k Material konnten wir den TV schon begutachten. Intern poliert der TV das in unserem Falle mit 50 Hz eingehende Signal auf 100 Hz hoch. Dann greift das 2000 Hz Back Light Scanning der Intelligent Frame Creation – und wir sind fasziniert. Mittlerweile kennen wir nicht wenige 4k TVs, aber Panasonic setzt erneut Bestmarken, wie wir es von anderen TVs des Hauses kennen: Extrem hohe, gleichzeitig aber enorm angenehme Bildschärfe – all dies gefällt sehr gut.

Bei Sequenzen, die San Francisco zeigen, beweisen die ruhigen Kamerafahrten über die Golden Gate Bridge Klasse. Bei Aufnahmen, die den legendären Strip von Las Vegas in prächtigen Neonfarben präsentieren, kann man den für einen Edge LED-LCD überragenden Schwarzwert bewundern. Bewegungen sind absolut stabil, trotz Edge Technik ist die Ausleuchtung des Bildes homogen und wird nicht durch Hot Spots gestört. Das haben wir auch von Panasonic LED-LCDs bislang noch nicht gesehen.

Der Video-EQ bietet verschiedene vordefinierte Bildfelder. Dynamik, Normal, Kino, THX Cinema, THX Bright Room, Monitor und Benutzereinstellungen. Schaltet man im Setup überdies den Profi-Modus frei, gibt es die Bildfelder (ISF) Professionell 1 und Professionell 2.

Es finden sich im Video EQ Regler für Backlight, Kontrast, Helligkeit, Farbe, Farbton, Schärfe, Farbtemperatur (Kühl1, Kühl2, Normal, warm1, Warm2), Colour Management, adaptive Backlight-Steuerung, und den Umgebungssensor. Es gibt noch weitere Parameter: Eine Rauschunterdrückung, den Re-Master-Prozess MPEG, den Re-Master-Prozess Auflösung, das Bildtext-Glättungswerkzeug, den Leuchtkraftverstärker, und die Intelligent Frame Creation (Programme: Aus, niedrig, mittel, hoch).

Bei im Setup frei geschaltetem Profimodus (dann kommen die beiden Bildfelder Professionell 1 und Professionell 2 dazu) gibt es noch mehr Justageparameter: Die adaptive Gammaeinstellung, den Schwarzwert-Expander, die Option „Weißeffekt bereinigen“ sowie Weiß- und Farbabgleich. Natürlich verfügt der WT600 auch über unterschiedliche wählbare Gamma-Kurven. In den Options-Einstellungen befindet sich ein Spielemodus, der Filmklarzeichner, der 1080p Pure Direct, 4k Pure Direct und man kann in diesem Menü die Upconversion von 1080p auf 4k aktivieren. Steuert man den TV per Display Port an, kann man per entsprechender Einstellung dafür sorgen, dass die Bildeinstellungen optimal für vom Display Port zugespielte Bildsignale passen.

Wir halten den WT600 für extrem stark und außerordentlich durchdacht. Er ist zwar kein Sonderangebot, aber der Display Port 1.2a Anschluss und HDMI 2.0 sorgen für Furore. Das Bild ist auf Referenz-Niveau bei der Zuspielung von nativem 4k Material. Allerdings haben wir den WT600 noch nicht beim Upscaling gesehen. Dies wird erst im Test erfolgen. Dann schauen wir uns auch an, welche Leistungen der TV im 3D-Betrieb in Verbindung mit der Nutzung aktiver Shutterbrillen erbringt.

Ohne Kurve, aber mit Spitzen-Bild: Gerade geschnittene OLED 4k-TVs auf der IFA

Farbenpracht und feine Auflösung

Interessanterweise hat Panasonic auch schon UHD OLED-TVs als Prototypen gebaut. Serienfertig ist aber derzeit kein Gerät. Schon auf der 2013er Convention im Frühjahr, die in Nizza stattfand, gab es einen OLED mit 4k Auflösung zu bewundern. Damals war er mit 56 Zoll Bildschirmdiagonale noch der größte 4k OLED. Er ist gerade und nicht „curved“. OLED-typisch begeistern schon beim Protypen die leuchtenden Farben, das tiefe Schwarz, der exzellente Kontrast und die ultrageringe Bautiefe.Auch auf der IFA fanden sich entsprechende, bereits im Vorserienstadium sehr bildstarke OLEFD UHD-Prototypen. Panasonic möchte bei der Entwicklung von OLED-TVs übrigens mit Sony kooperieren, wie man bereits Ende Juni 2013 bekannt gab.

Philips/TP Vision

Sehr stolz ist man bei TP Vision/Philips: Erst hatte man den UHD-Trend verschlafen, dann präsentierte man zur IFA den Philips 65PFL9708 und kassierte überdies prompt den EISA-Award für das brandneue Gerät.

Umfangreicher Video-EQ

Mit Ambilight – typisch Philips

Nicht ganz zu Unrecht, wie wir finden. Zunächst spricht der faire Preis von 5.199 EUR für den UHD-Philips. Dann auch der blitzschnelle, hochleistungsfähige 6-Kern-Prozessor, der im Inneren seinen Dienst verrichtet. Gerade dann, wenn FullHD Material auf die UHD-Auflösung hochgerechnet werden muss, braucht man hohe Rechenleistung. Dies wissen auch andere Hersteller und spendieren Mehrkern-Prozessoren, bei denen sich ein Kern allein oftmals nur ums Upscaling kümmert. Beim Philips UHD zeigt dies Früchte. Der TV bietet ein sehr stabiles, scharfes und rauscharmes Upscaling, das auch mit der Güte teurerer Konkurrenten mithalten kann.

Dies zeigt sich auch bei der Wiedergabe nativem 4k-Materials. Tolle Farbbrillanz, enorme Bildruhe, sehr gute Plastizität – Philips hat einen sauberen Job gemacht. Der Blickwinkel des sehr rauscharmen Displays ist groß genug, der Schwarzwert ausgezeichnet. Gesamt- und Detailkontrast zeigen kaum Schwächen.

Die Frame Interpolation arbeitet mit 900 Hz und macht, so unsere ersten Eindrücke, eine sehr gute Arbeit. Bewegungsabläufe erscheinen flüssig, Kamerafahrten stabil. Unschärfen treten kaum auf.

Überzeugen kann der 65PFL9708 auch im 3D-Betrieb. Hier vertraut Philips dem passiven Polfilterbrillen-Prinzip. Kaum Ghosting und praktisch kein Flimmern sind die sichtbaren Vorzüge. Da durch die hohe UHD-Auflösung parallel ein FullHD Bild fürs linke und rechte Auge erzeugt werden kann – getrennte Bilder fürs linke und rechte Auge sind Voraussetzung für das Auftreten eines vom menschlichen Auge als dreidimensional wahrgenommenen Bildes -, ist auch die Auflösung absolut ausreichend. Trotzdem setzen andere Hersteller auf aktive Shutterbrillen, um auch bei 3D in 4k die volle Auflösung zu ermöglichen. Das Bild wird getrennt fürs linke und rechte Auge mit minimalem Zeitversatz produziert. Aus diesem Grunde braucht man die aktiven Shutterbrillen, die für diese Mini-Zeitspanne die andere Seite abdunkeln. Leider sind die Neigung zum Ghosting und leichtes Flimmern gerade in helleren Räumen Nachteile der aktiven Shutter-Technik.

Aber zurück zum Philips UHD. Mit ihm sieht man dank des Philips-typischen Ambilight XL in dreiseitiger Ausführung besonders angenehm. Der Anwender hat die Möglichkeit, aus bis zu 50 Ambilight-Farben auszuwählen.  Des Weiteren hat er einen sehr praxisgerechten und gut ausgestatteten Video-EQ.  Neben zahlreichen Einstelloptionen weist der Philips auch zwei ISF-Bildfelder (Tag und Nacht) auf. Ganz neu ist das Ultra Pixel HD Bildprocessing für beste Leistungen bei jedem Quellmaterial. Perfect Natural Motion, Ultra Resolution und Dynamic Contrast sind einige der einstellbaren Parameter.

Die Bedienung ist dank der zweiseitigen Fernbedienung  mit vollwertiger QWERTZ-Tastatur auf der zweiten Seite sehr praktisch, auch WWW-Adressen können, wenn man z.B. den eingebauten Browser nutzt, komfortabel eingegeben werden.

Bilanzierend halten wir den Philips für ein sehr starkes Gerät. Optisch schick, sehr gut verarbeitet, technisch hoch gerüstet, bildstark und preislich fair.

Und er bekommt durch den 84PFL9708 tatkräftige Verstärkung: Der größere der beiden Philips UHD-TVs mit satten 213 cm Bilddiagonale weist die identischen technischen Merkmale auf. Allerdings bietet er vom Sound her noch mehr und offeriert 90 Watt Gesamtleistung, während es der 65-Zöller bei 27 Watt belässt. Beiden UHD-TVs legt Philips 6 passive 3D-Brillen und die hochwertige zweiseitige Remote mit Tastatur und Zeigefunktion bei. Eine Kamera für Sykpe etc. ist ebenfalls vorhanden. Der Preis für den 84-Zöller beträgt 15.499 EUR.

Samsung

S9 in 110 Zoll

S9 in 98 Zoll

S9 in 85 Zoll

Es wimmelt nur so von UHD-TVs beim südkoreanischen Marktführer. Daher ist es an der Zeit, Ordnung hineinzubringen, „Urvater“ aller UHD-TVs aus dem Hause Samsung ist die S9 Timless-Serie. Optisch auffällig, befindet sich das Display nochmals in einem separaten Rahmen. In 85 Zoll war das Flaggschiff schon auf der diesjährigen Roadshow zu bewundern. Dass der S9 Timeless nur in homöopathischen Dosen auf den Markt kam und auch kommen wird,  liegt keinesfalls an der Qualität – aber rund 35.000 EUR für einen Fernseher hat nicht jeder übrig. Die optisch auffällige Rahmen-Konstruktion tut ihr Übriges – im deutschen Durchschnitts-Wohnzimmer kann man die Design-Ikone ohnehin nicht unterbringen.

Aus visueller Sicht konnte der S9 schon auf der Roadshow beeindrucken. Diese Reihe positiver Eindrücke setzt sich auf der IFA Innovations Media Briefing und auf der IFA selber fort. Mit 4-Kern-CPU ausgestattet und dank der Kompatibilität zu Samsung Smart Evolution Kits zukunftsgerüstet, brilliert der S9 mit satten, sehr dynamischen Farben, extrem geringem Panelrauschen und breitem Blickwinkel. Feinste Details gibt Samsungs TV-Eliteprodukt geschliffen wieder. Manchem Hardcore-Cineasten könnten die Farben, die wir bei den Demos sahen, schon wieder zu satt sein, aber sicherlich finden sich im Video-EQ probate Mittel, hier nachzuregulieren.

Dass Samsung durchaus davon ausgeht, dass der S9 ankommt, beweist die IFA. Hier stehen,  zum Testen der Publikumsresonanz, gleich noch S9 in zwei weiteren, noch größeren Bildschirmdiagonalen. 110 und 98 Zoll lauten die nackten Zahlen, noch beeindruckender freilich ist die Realität: In Verbindung mit dem speziellen Design wirken die TVs wahrhaft gigantisch – und beeindrucken bei nativer 4k Zuspielung mit ihren prächtigen Farben, dem tollen Schwarzwert und dem enormen Blickwinkel. Samsung scheint es beim S9 geschafft zu haben, beim Thema Schwarzwert effektiv nachzulegen. So schwarz war noch kein anderer Samsng TV bislang, selbst die sehr guten Plasmas des Hauses haben hier Mühe, mitzukommen – erstaunlicherweise.

Samsung bezog schon bislang beim Thema 3D-Wiedergabe sehr eindeutig Stellung. Passive Polfilterbrillen braucht kein Mensch, so scheinen die Südkoreaner zu denken. Alles aktiv, alles mit Shutterbrille, da machen auch die zeitlosen S9-Modelle keine Ausnahme.

Curved UHD OLED in 65 Zoll

UHD-OLED in gerader Bauform

Samsung stellte auch einen Curved OLED TV UHD Prototypen in 65 Zoll auf der IFA aus. Er heißt Curved OLED S9C und bietet nochmals besseren Schwarzwert als die S9 Modelle mit LED-LCD-Technik. Die gebotene Linie sorgt für einen tiefen, intensiven und plastischen Bildeindruck, mit sauberer Staffelung der einzelnen  Bildebenen und untadelig identischer Schärfe in allen Bildsequenzen.

Ohne Kurve geht auch, es gab ebenfalls einen 65 Zoll-Prototypen eines OLED UHD-TVs in Berlin zu bestaunen. Schwarzwert, Kontrast und enorme Farbtreue zeigen immer wieder, dass OLED aus visueller Sicht einen weiteren Schritt nach vorn bedeutet – leider momentan noch mit einem deutlichen Rückschritt hinsichtlich der TV-Gesamtlebensdauer verbunden. Dies eint derzeit alle OLED-TVs, sie altern einfach schneller.

F9090 in 65 Zoll

F9090 in 65 und 55 Zoll, für 3.999 und 5.999 EUR. Zukunftssicher dank Kompatibilität zu Samsungs Smart Evolution TV Kits

Leider konnten wir bislang noch keinen der Samsung 4k Modelle betrachten, wie er FullHD Material auf 4k hochskaliert. Dies werden wir allerdings bald bei einem Test in Augenschein nehmen. Zum Test werden wir ihr „bürgerliches“ Personal aus dem Hause Samsung empfangen: Aller Voraussicht nach einen 55-Zöller der F9090er Serie erwarten. Mit 3.999 EUR gerade frisch im Preis gesenkt, zeigt er, dass man für faire Aufpreise vom Top FullHD-Eigner zum UHD-TV Eigner aufsteigen kann. Für 5.999 EUR – auch das absolut im derzeit üblichen preislichen Rahmen – ist der 65-Zöller der F9090er Serie zu bekommen. Samsung hat bei der Modellreihe  laut eigener Aussage besonders auf eine lupenreine Upconversion niedriger auflösender Quellmateralien auf 4k geachtet – darum sind wir sehr gespannt auf den Test. In vier Schritten führt der 4-Kern-Prozessor das Upscaling durch – um das Material genau zu analysieren und exakt die richtigen Schritte für eine exzellente Upconversion durchzuführen.

Die Modelle der S9 und der F9090 Serie sind darüber hinaus alle mit einem Tein HD Triple Tuner ausgestattet.

Derzeit, so Samsung, liegt UHD klar im Fokus, und nicht etwa OLED. Dies begründet Samsung mit der derzeit enorm hohen OLED-Preisstruktur und auch mit den begrenzten Produktionsmöglichkeiten.

Sony

Sony KD-84X9005

KDL-65X9005

Freudige Botschaft von Sony auf der IFA: Während von anderen Herstellern keine klare Aussage zu bekommen war, kündige Sony en Update der 4k TVs des Hauses auf HDMI 2.0 an. Bei den Modellen der X9-Serie (KD-65X9005, 6999 EUR, KD-55X9005, 4499 EUR) wird dies, so Sony, per Software-Update funktionieren, beim älteren 84-Zöller aus 2012, dem 25.000 EUR kostenden KD-84X9005, geht es nur mittels Hardware-Update.

Alle UHD-Sony TVs arbeiten mit passiven Polfilterbrillen

Der 84-Zöller verfügt ebenso wie die Modelle in 55 und 65 Zoll über einen sehr umfangreichen Video-EQ

Im  Gegensatz zu anderen Anbietern setzt Sony noch auf eine konventionelle Haupt-Fernbedienung

Der 84-Zöller als ältestes Modell konnte von uns bereits 2012 genauer in Augenschein genommen werden. Er ist preislich allerdings sehr weit von den beiden anderen Modellen entrückt. Ebenso wie die kleineren, neueren und vom Design her anderen X9 Modelle (seitlich angebrachte Magnetic Fluid Lautsprecher) arbeitet er im 3D-Betrieb mit passiven Polfilterbrillen.

Obwohl schon etwas älter, beeindruckt nach wie vor das akkurate, saubere Upscaling von FullHD-Material auf 4k/UHD. Der 800 Hz Frame Interpolierer arbeitet darüber hinaus, ebenso wie in den kleineren Modellen, exzellent. Ruckeln, auf dem großen 84-Zoll-Screen besonders störend, leistet sich der Sony nicht. Nicht mehr ganz auf der Höhe ist die Farbbrillanz. Hier sind einige Konkurrenten und insbesondere die beiden kleineren, neueren X9-Modelle mittlerweile noch besser. Waren erste Samples des X9 in 84 Zoll noch mit einer etwas unrunden 24p Wiedergabe in 2D negativ behaftet, so hat sich dieses Problem zur Gänze erledigt. Die aktuellen 84-Zöller entsprechen hier dem hohen Sony-Standard.

65-Zöller und 55-Zöller der X9-Serie verfügen über das Triluminos-Display von Sony

Die beiden kleineren X9-Modelle verfügen über das in diesem Jahr erstmals eingeführte Sony TRILUMINOS Display. Das entsprechende Panel wird in den Serien X9 (4k) und W9 (FullHD) verbaut. Sony verspricht sich von der neuen Technologie einen „Quantensprung für mehr Farbbrillanz“ und erreicht ein Farbspektrum, das dem von OLED-TVs sehr nahe kommen soll. Sony ist der einzige Hersteller, der derzeit Flachbildschirme mit dieser Technik anbietet. Um eine perfekte Farbdarstellung zu ermöglichen, fügt Sony zwischen dem eigentlichen Flüssigkristall-Display und der LED Hintergrund- Beleuchtung eine spezielle Harzschicht ein, die mit sogenannten „Quantenpunkte“ versehen ist. Klareres, weißeres Licht als bei einem normalen LCD-Panel soll die Folge dieser Technik sein. Ein erweiterter Farbraum beim LCD TV, wie ihn die Triluminos Technologie von Sony ermöglicht, in Kombination mit einem leistungsstarken Bildprozessor kann jetzt dafür sorgen, dass die dargestellten Bilder deutlich kräftiger, detailreicher und natürlicher wirken. In der Vergangenheit ging der Schuss bei der Darstellung eines erweiterten Farbraums am heimischen Flatscreen bei verschiedenen Herstellern oft nach hinten raus. Bonbonfarben und Über-Sättigung des Bildes wiesen den Weg in die offensichtlich falsche Richtung.

Genau dies möchte Sony verhindern. Der leistungsstarke Bildverbesserungs-Chip X-Reality PRO im Innern der Triluminos-Devices von Sony rechnet die Farbwerte der Videonorm (Rec709) auf den erweiterten Farbraum um, so dass das Triluminos Display seine Stärken voll ausspielen kann. Auf Wunsch können die Fernseher natürlich auch den geringeren Farbraum Rec709 wiedergeben. Wie funktioniert Triluminos genau? Die Technologie setzt sogenannte Quantenpunkte ein. Quantenpunkte sind winzig kleine Nanopartikel, die durch hochenergetisches Licht angeregt werden und das Licht dann in einer bestimmten Wellenlänge, sprich Farbe, wieder abgeben. Die abgestrahlte Farbe lässt sich durch die Größe der Partikel steuern, wodurch Quantenpunkte produziert werden können, die angeregt jeweils exakt in den Grundfarben Rot, Grün und Blau leuchten. Das ausgestrahlte Licht der Quantenpunkte ist dabei besonders rein und hell.

Das neue Triluminos Display von Sony macht sich genau diesen Umstand zu Nutze: Als Hintergrundbeleuchtung kommen hier, im Gegensatz zu den weißen LEDs konventioneller LCD TVs, spezielle blaue LEDs zum Einsatz. Diese strahlen hochenergetisches Licht ab, das für die gewünschte Reaktion benötigt wird. Zwischen der LED Hintergrundbeleuchtung und dem LC-Display wird nun eine mit Quantenpunkten versehene Harzschicht, der „Triluminos Farb-Booster“, eingefügt. Das blaue Licht der Hintergrundbeleuchtung wird nun durch die Quantenpunkte in reines rotes und grünes und blaues Licht umgewandelt und durch die dynamische Lichtdurchlässigkeit des LCDs als farbiger Pixel auf dem Display sichtbar.

Wo findet der Anwender die Aktivierung von TRILUMINOS im Video-EQ? Man wählt zunächst die Bildeinstellungen, dann die erweiterten Bildeinstellungen und dort den Regler „Farbbrillanz“ verwenden. Der Regler kann deaktiviert werden, sonst sind „niedrig, mittel und hoch“ verfügbar. Im Kinomodus ist die Farbbrillanz ausgeschaltet, im Standardmodus ist sie aktiviert. Mit dieser Reglung werden Farben „geboostet“. Szenen, in denen z.B. ein tiefblaues Meer zu sehen ist, wird der Farbeindruck massiv intensiviert. Die Message von Sony ist klar: Der Standardfarbraum REC709 wird perfekt wiedergegeben, aber Sony kann auch einen sehr fein abstufbaren erweiterten Farbraum bieten (bis x.x. colour), in einer Art und Weise, die derzeit einzigartig auf dem Markt ist. Hauttöne werden nicht linear mit gesättigt, sondern erst bei 40 bis 50 Prozent geht die Sättigungskurve hoch. Dadurch wird eine nach wie vor hohe Bildnatürlichkeit erreicht.

Auch wenn es letzten Endes Geschmackssache ist, beeindruckend ist Triluminos auf jeden Fall. Dies beweist auch der KDL-65X9005, den wir bereits einem Preview unterziehen konnten.

Mit superbem Upscaling von FullHD Content auf 4k und einer exzellenten 3D-Performance konnte er sich im Gegensatz zu vielen Konkurrenten, bei denen wir nur die native Darstellung von 4k Content kennen, beweisen. Auch (bei ausgeschalteter Triluminos Funktion) Farbtreue (besser noch als beim FullHD W9-Modell), Detailkontrast und Schwarzwert sind hervorragend. Im 3D-Betrieb beeindruckt die Natürlichkeit des Bildes, alle Effekte wirken ausgesprochen authentisch.

Natürlich kennen wir auch den Video-EQ des X9 bereits sehr gut. Hier der Überblick:

Er arbeitet eingangsselektiv (es sei denn , man geht bei der Eingangswahl auf „allgemein“) und ist, wie üblich bei Sony, an die Szenenwahl, die gerade aktiv ist, gekoppelt. Die Szenenwahl berücksichtigt Video- und Audio-Parameter und weist folgende Programme auf (zur Szenenwahl: Options-Taste drücken und auf Szenenwahl gehen oder in den Systemeinstellungen): Automatisch, automatisch 24p Synchronisation, Allgemein, Kino, Sport, Musik, Animation, Foto, Spiel, Grafik). Wir verwenden den Szenenmodus „Automatisch 24p Synchronisation “ für weitere Betrachtungen beim Video-EQ.  Dieser Modus verhält sich folgendermaßen: Bei der Anzeige von 24p Signalen schaltet der TV automatisch in das Szenenprogramm „Kino“, ansonsten für alle anderen Signale wird automatisch die gerade beste Szene gewählt.

Weiter geht es mit dem eigentlichen Video-EQ – hier finden sich die Bildmodi Standard, Brillant und Anwender. Des Weiteren kann man die Normwerte wiederherstellen sowie Hintergrundlicht, Kontrast, Helligkeit, Farbe, Farbton, Farbtemperatur (Kalt, Neutral, Warm1, Warm2), Bildschärfe, dynamische Rauschunterdrückung, MPEG-Rauschunterdrückung, Pixel-Rauschunterdrückung, Reality Creation (Automatisch, Manuell, Aus), die Videobereichserkennung, die „Gleichmäßige Abstufung“, die Betriebsart der Frame Interpolationstechnologie MotionFlow (Standard, Weich, Echtes Kino, Impuls, Klar Plus, Klar, Aus) und den Filmmodus (Automatisch/Aus) einstellen.

Nicht immer anwählbar ist der Parameter „Mastered in 4k“ – diese Einstellung steht nur bei 4k Material zur Verfügung. Im Submenü „Weitere Einstellungen“ finden sich: Schwarzkorrektur, Verb. Kontrastanhebung, Gammakorrektur, dynamische LED-Steuerung, der automatische Lichtbegrenzer, die Weiß-Betonung, die Farbbrillanz und der Weißabgleich. Zu letzterem ist folgendes zu sagen: Hier sind für Rot, Grün und Blau jeweils separat pro Primärfarbe die Gain- und Bias-Werte einstellbar. Wer z.B. den TV mittels CalMan kalibriert, wird dankbar für diese Möglichkeit sein, denn so kann man den Weißpunkt exakt festlegen, wenn ab Werk das Ergebnis nach Nachbesserung ruft. Dies werden zwar nur Bild-Perfektionisten bemerken und entsprechend nachbessern, aber umso besser, wenn es die Möglichkeit gibt. Weiter finden sich im Submenü „Erweiterte Einstellungen“ Regler für Detail- und Randverbesserung. Die Parameter Haut-Naturalisierung und Bevorzugte Anzeigeschwindigkeit sind nicht in jeder Betriebsart anwählbar.

Insgesamt eine große Auswahl, allerdings bleibt die Konkurrenz hier nicht hinter dem X9 zurück, sondern offeriert ein ähnlich großes Parameter-Portfolio.

Die 55 und 65 Zoll-Modelle der X9 Serie kommen ohne Touchpad- oder „Air Mouse“-artige Fernbedienung, wie es bei Samsung (Touchpad), LG (Magic Remote, ähnlich wie eine Air Mouse oder ein Gamepad der Nintendo Wii-Konsole) oder Panasonic (Touchpad) der Fall ist. Es liegen zwei, im Vergleich zu den Hauptgeräten nicht allzu wertig erscheinende, Fernbedienungen bei. Die große ist mit NFC ausgestattet. Sonys komplette Entertainment-/Smart TV Plattform steht zur Verfügung. Für gute Klangqualität sollen die (leider) an beiden Seiten fest installierten, optisch gewöhnungsbedürftigen Magnetic Fluid Lautsprecher sorgen, die auch dafür verantwortlich sind, dass die X9-Modelle in 55 und 65 Zoll recht breit sind. Auf der IFA stand auch ein 4k/UHD-TV von Sony aus der X8-Serie mit schmalem seitlichem Rahmen ohne die Magnetic Fluid-Lautsprecher, dieses Modell wird aber – so der jetzige Stand – in Deutschland vorerst nicht angeboten.

Sony hat auf der IFA ferner einen 4K OLED TV präsentiert, der sich aber noch im Prototypenstadium befindet. Er misst 56 Zoll und zog das Publikum magisch an. Er ist als gerades Modell und nicht als Curved OLED konzipiert. Das satte, tiefe Schwarz, die leuchtenden Farben und den feinen Detailkontrast konnte man schon auf der Messe gut erkennen.

Toshiba

Preisbrecher: 58-Zöller der M9-Serie für 2.999 EUR

Toshiba stellte auf der IFA seine erstmals in Amsterdam bei der „Toshiba World“ im Frühjahr 2013 gezeigte M9-Serie vor, die aus drei Ultra HD-Fernsehern mit Bilddiagonalen von 58 bis 84 Zoll besteht. Das 58 Zoll-Modell ist bereits für 2999 EUR zu haben. Der 65-Zöller wird mit 5.999 EUR angegeben. Wer mehr Geld hat und auch ausgeben will, kann aber ebenso bis zu 19.999 EUR für den 84-Zöller investieren. Neben dem CEVO-Prozessor zur Skalierung von niedriger aufgelöstem Video-Material will Toshiba unter anderem auch durch die drahtlose Übertragung nach dem Intel WiDi-Standard und einen eigenen Cloud-TV-Service punkten. Toshiba erwähnt allerdings keine HDMI 2.0-Schnittstellen, die für die 50 und 60 Hz-Wiedergabe von hochauflösendem Material erforderlich sind. Hier muss man abwarten, was Toshiba für eine Lösung anbietet.

3 Modelle der M9-4K-TV-Serie

Demonstration des CEVO 4K Bildprocessings auf der IFA

Toshiba hat eigens für die UHD-Modelle die CEVO 4K Multiprozessor-Plattform entwickelt, die genug Rechenleistung auch für ein Upscaling von FullHD Material auf 4k bereitstellen soll. Erste Bildeindrücke konnten wir mit zugespieltem 4k Content machen. Das Bild sieht sehr angenehm aus, Farbtreue und Kontrast liegen auf gutem Level. Für akkurate Bewegungsdarstellung sorgt der mit 800 Hz arbeitende Frame Interpolierer namens Active Motion Rate (AMR). Doch auf der IFA gab es nicht nur einen 50 Zoll-Protypen der M9-Serie, sondern auch eine Upscaling-Demonstration, die bewies: Feine Details, ruhiges Bild, saubere Bewegungen: Das CEVO 4K Bildprocessing hat was drauf.

Gezeigt wurde auch ein Protyp der M9-Serie im kleineren 50 Zoll-Format

Schon erhältlich ist der M9 in riesigen 84 Zoll

Uneinigkeit herrscht beim Thema 3D. Während der kleinere 58-Zöller mit aktiven Shutterbrillen arbeitet, sind die beiden größeren Modelle mit passiven Polfilterbrillen ausgestattet. Beim 58-Zöller liefert Toshiba 2 aktive Shutterbrillen mit, bei 65-Zöller und 84-Zöller liegen vier passive Polfilterbrillen bei.

Die „goldene Mitte“ repräsentiert der M9 in 65 Zoll für 5.999 EUR

Gut ausgerüstet sind alle M9-Modelle beim Thema Smart-TV: Toshiba AppsConnect; integriertes Wi-Fi®, Intel® WiDi, Toshiba Cloud TV; HbbTV; USB -Recording, MediaGuide von Rovi; Open Browser und Skype™ sind mit an Bord. Hier hat Toshiba gegenüber der starken Konkurrenz aufgeholt.

Toshiba bietet nicht wie Samsung und Panasonic einen Twin THD Triple Tuner an, sondern setzt auf einen herkömmlichen DVB-T/DVB-T2/DVB-C, DVB-S/DVB-S2-Tuner. An Schnittstellen gibt 4 x HDMI® (laut Toshiba mit HDMI® UHD-Unterstützung) inklusive 1 x HDMI® mit MHL, 2x USB, 1x SD-Kartenslot. Audyssey Premium Television sorgt für guten Klang.

HDMI 2.0 und Fazit

Problem ist derzeit noch HDMI 2.0. HDMI 2.0 ist der neue, für das UHD-Zeitalter vorgesehene HDMI-Standard, doch längst nicht jeder derzeit erhältliche 4k/UHD-Flachbildschirm ist in der Lage, ihn zu erfüllen. Sind 4k-TVs nur dann zukunftssicher, wenn sie HDMI 2.0 können?

Mit dieser Frage einher geht die weitere Frage, ob der jeweilige Ultra High-Definition TV die 4k Signale mit der vierfachen Pixelanzahl im Vergleich zu normalen FullHD-Signalen mit 60 Hz entgegen nehmen kann. Weiter stellt sich die anschließende Frage, ob die TVs mit dem für die Wiedergabe kommender 4k-Filme vorgesehenen neuen Kopierschutz HDCP 2.2 zurechtkommen.

UltraHD mit 60 Bildern/s wird auch 2160p60 genannt. Und laut dem derzeitigen Statement der HDMI-Dachorganisation sieht alles nicht ganz so klar aus, denn laut deren Aussage ist UHD/2160p/60 keine notwendige Voraussetzung für HDMI 2.0. Verschiedene Hersteller rüsten ihre 4k TVs (Panasonic) schon serienmäßig mit HDMI 2.0 aus bzw. kündigen Updates an (Sony).  Wenn es ums HDMI 2.0 Update geht, meinen die Hersteller damit, dass zukünftig 2160p/60 entgegen genommen werden kann. Sony möchte dies bei der X9-Serie per Softwareupdate ermöglichen, lediglich der schon aus 2012 stammende 84-Zöller braucht ein Hardware-Update. Software-Updates auf HDMI 2.0 sind wohl nur dann möglich, wenn der eingebaute HDMI-Receiver-Chip entsprechende Bandbreite bereits verarbeiten kann,  denn es finden sich zwischen HDMI 1.4a, dem derzeitigen Standard, und HDMI 2.0 erhebliche Unterschiede. 18 GBit pro Sekunde braucht man für 2160p/60, während HDMI 1.4a eine obere Grenze von 10,2 Gbit/s hat, also praktisch nur gut die Hälfte. Ob dies für 2160p/60 ausreicht, darf angezweifelt werden.

Keine konkreten Antworten gibt es, ob bei den Herstellern wirklich schon entsprechende HDMI-Receiver-Chips hardwareseitig verbaut sind, die die 18 GBit/s schaffen.

Hinweise gibt es zumindest was den Panasonic UHD-TV angeht. Dieser hat auch einen Display Port Anschluss, und die Display Port-Spezifikation unterstützt bereits 4k Video mit 60 Bildern/Sekunde.

Man muss sich also ein Hintertürchen öffnen, um UHD-TVs für 2160p/60 „ready“ zu machen, ohne teuer Hardware zu tauschen. Man reduziert die Farbabtastung bei der Datenübertragung auf YCbCr 4:2:0.  Dies nennt man „Farbunterabtastung“. Dadurch wird die erforderliche Bandbreite im HDMI-Kanal hinabgesetzt. Dies hat zur Folge, dass die bislang im HDMI 1.4a-Standard maximal definierten 10,2 GBit/s doch genug sind.

Problem der Farbunterabtastung könnte eine nicht mehr ganz so exakte Präsentation von Farbkonturen und Farbverläufen sein, da die Farbauflösung im Bild nicht mehr so hoch ist.

HDMI 1.4 und HDMI 1.4a sahen bereits die Übertragung mit Auflösungen von 3840×2160 und 4096×2160 Pixeln vor – aber bei ersterer Auflösung mit 30, bei zweiterer Auflösung mit 24 Bildern pro Sekunde.

Durch den mit 18 GBit/s deutlich höheren Datendurchsatz lassen sich bei HDMI 2.0 auch zwei Video-Streams gleichzeitig zu einem Screen übertragen und parallel anzeigen. Bis zu 32 Audiokanäle werden von HDMI 2.0 maximal unterstützt. Interessanterweise gibt es keine neue Kabel-Spezifikation.

Insgesamt kommt einem diese Situation nicht ganz unbekannt vor. Als vor einigen Jahren die ersten TVs mit FullHD Bildschirmauflösung in die Läden kamen, waren längst nicht alle Screens der ersten Stunde zukunftssicher – viele nahmen kein 1080p/24 Hz, sondern nur 1080p/60 Hz entgegen. Unschönes Ruckeln bei verschiedenen Bewegungen und Kamerafahrten war das Resultat, so dass man diese TVs fürs anspruchsvolle Filmeschauen kaum gebrauchen konnte. Noch etwas früher gab es auch in der Vergangenheit eine Kopierschutz-Problematik, als mancher mit digitalen Videoschnittstellen ausgestattete TV nicht mit dem Kopierschutz HDCP klar kam. Damals gab es noch TVs mit Digital Visual Interface (DVI).

Daher  – so schön scharf und detailreich die neue 4k-Welt auch ist, schnellstens muss ein Standard her, wie der TV – und übrigens auch der Beamer – 4k/UHD-Signale entgegen zu nehmen hat. 2160p/60, so sieht es aus, wird dieser neue Standard, und da sollten sich die Hersteller – und nicht nur Sony und Panasonic – schnell bemühen, klar zu stellen, dass ihre exzellenten, aber auch teuren 4k Devices mit diesem zurecht kommen. Geht dies, aus welchen Gründen auch immer, nicht, muss das auch offen gesagt werden. Denn in unserer heutigen, schnelllebigen Zeit, in der überdies ein harter Kampf um Marktanteile gerade auf dem TV-Markt stattfindet, kann es sich kein Hersteller leisten, gerade zahlungskräftige Kunden, die als „early adopters“ jetzt schon einen 4k-TV kaufen, nachhaltig zu vergraulen.

Qualitativ müssen verschiedene 4k-TVs in unserer Redaktion zeigen, was sie können. Erste Eindrücke geben zwar Anlass zur Hoffnung, aber genaue Auskunft über die tatsächliche Performance können diese nicht geben. Daher freuen wir uns auf erste Tests von 4k TVs. Diese umfassen den 65-Zöller der Philips PFL9708er Serie, den 55-Zöller der Samsung F9090 Serie, den 55-Zöller der Sony X9-Serie, den 58-Zöller der Toshiba M9-Serie und einen 55-Zöller der LG LA9700er Serie.




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