Test: Nubert nuLine AW-1500

20.06.2005 (lm) (cr) 

Einführung 

Manchmal darf es eben doch ein bisschen mehr sein - fernab von wohnraum- und nachbarfreundlichen Mini-Subwoofern erweitert der schwäbische Boxenbauer Nubert sein Sortiment deutlich nach oben. Bislang fiel die Wahl der Tiefton-Freunde auf den AW1000, der auch schon bei vielen Komplett-Sets in unseren Testreihen brillierte, auch außerhalb von Nubert-Sets sehr häufig wegen seiner Qualitäten als Tieftonmeister zum Einsatz kommt und sich deswegen als feste Größe auf dem Markt etabliert hat. Kein Wunder, denn schließlich verbindet er hervorragende akustische Leistungen mit einem verhältnismäßig günstigen Preis von 864 €. Genau hier betritt der neue AW1500 das Parkett und buhlt mit seinen nunmehr 2 Chassis mitsamt doppelter Verstärkerleistung um die Gunst der Heimkino-Fans, wobei auch der überraschend günstige Preis von 1285 € dafür sorgt, dass dieser Subwoofer nicht nur innerhalb des Nubert Portfolios sehr attraktiv positioniert ist. 

Wer aber nun den Eindruck gewonnen hat, dieser Lautsprecher würde hauptsächlich für Tiefbass-Orgien ohne Rücksicht auf akustische Klarheit und Präzision sinnvoll sein, unterschätzt den AW1500 bzw. seine Entwickler. Letztere haben nämlich auch der Raumakustik große Aufmerksamkeit geschenkt und daher aufgrund der Chassis-Anordnung eine größtmögliche Kompensation der Raummoden angestrebt, um dem lästigen Dröhnen in fast jedem Hörraum entgegenzuwirken. Als Testobjekt steht uns von Nubert zwar „nur“ ein Vorserienmodell zur Verfügung, jedoch entspricht dieses klanglich der  mittlerweile bereits angelaufenen Serienproduktion. Selbstverständlich werden wir in unseren Hörtests Vergleiche zum AW1000 ziehen – und auch gegen 2 Stück AW1000 hat der AW1500 die Möglichkeit, sich entsprechend in Szene zu setzen. 

Verarbeitung

Nubert bietet den AW1500 preisgleich in allen nuLine -Variationen an. Dies bedeutet, dass der Kunden die freie Auswahl zwischen 3 Echtholz Furnieren und einer aufwändigen Mehrschicht-Silber-Lackierung hat. Zusätzlich ist noch die Farbe des Metallgitters (schwarz oder aluminiumfarbig) auswählbar, welches die Membranen vor Beschädigungen schützt. 


Hier sehen sie rechts unseren silbernen Vor-Serien AW1500, welcher noch gänzlich ohne Gitterbohrungen daherkommt. Auf der linken Seite befinden sich zwei AW1000
Übereinander gestapelt in der klassischen „Esche-Schwarz“ Ausführung. Das obere Modell trägt ein schwarzes Gitter, während beim unteren Subwoofer ein alufarbenes Exemplar montiert ist. Abgesehen von diesem Farb-Vergleich können Sie sich nun auch ein Bild der tatsächlichen Größenunterschiede machen. 

So sieht dann der Serien-AW1500 mit schwarzem Schutzgitter aus. Doch unabhängig davon, für welche dieser Farb-Kombinationen Sie sich interessieren, rein qualitativ bietet der AW-1500 eine Menge. Die Echtholz-Subwoofer begeistern aufgrund eines sehr hochwertigen Furniers, was selbst bei teureren Möbeln nicht immer in dieser Qualität anzutreffen ist – und auch bei manch anderem Boxenhersteller wird sogar in höheren Preisklassen öfters mal eine deutlich minder ansprechende Qualität geboten. Wer sich für die silberne Farbgebung entscheidet, erhält dank penibler Mehrschichtlackierung ebenfalls ein edel aussehendes Produkt, wobei speziell die Kombination aus silbernem, je nach Lichteinfall leicht glänzendem Korpus und schwarzen Chassis gleichzeitig sehr technisch aber auch elegant wirkt. Ob nun Mehrschichtlack oder Echtholz-Furnier, die hervorragende  Gehäusekantenverarbeitung oder auch die Einpassungsgenauigkeit der Membran- Aussparungen geben selbst anspruchsvollen Käufern keinen Grund, vom vierwöchigen Rückgaberecht Gebrauch zu machen. Manche Autohersteller, die sich eine Optimierung der Spaltmaße auf die Fahnen geschrieben haben, können sich hinsichtlich der Einpassungsgenauigkeit und Detailverliebtheit bei diesem Woofer einiges abschauen. 

Im Gegensatz zu den anderen Top-Woofern des Hauses benötigt der AW1500 keine separat zu kaufenden Absorberfüße, um einen akustisch vorteilhaften Stand zu bekommen. Ähnlich wie schon bei fast allen Nubert-Standlautsprechern verfügt auch der AW1500 nun auch über 4 Stück M8 Schraubgewinde, welche an der Gehäuseunterseite zu finden sind. Die mitgelieferten Tellerfüße mitsamt Filz-Beschichtung sind zwar hinsichtlich der An- oder Abkopplung auch nicht die perfekte Lösung, stellen aber für die Erstinbetriebnahme eine deutlich solidere Lösung dar als die bislang verwendeten NuBase Absorber. Außerdem kann 
nun mit relativ einfachen Mitteln eine Ankopplung mittels Nachrüstung handelsüblicher M8-Gewinde Spikes vorgenommen werden. Selbstverständlich bleibt auch eine Abkopplung, wie es ein Großteil der AW1000 Besitzer tut, mittels Absorber-Pucks ohne Probleme möglich. 

Unverändert wurde das fast schon obligatorische Front-Bedienpanel übernommen, mit dem die Übernahmefrequenz sowie Lautstärke nicht nur bequem von der Front, sondern sogar noch komfortabler per Fernbedienung justiert werden. Sogar zwei kleine Stell-Motoren werkeln hinter der Front, damit auch beim Justieren per Fernbedienung die Dreh-Regler Stellung sofort erkannt werden kann. Und obwohl dieser Aufwand für diese Preisklasse ein Novum darstellt, so möchten wir an dieser Stelle trotzdem noch einen kleinen Verbesserungsvorschlag einreichen: Bei einem solchen Subwoofer, der quasi fürs reine Heimkino gedacht ist, wäre 
eine Verbesserung der Ablesbarkeit unter dunklen Bedingungen (zum Beispiel mit einer fluoreszierender Skala) eine tolle Sache. Ansonsten stellt dieses Bedienelement unter verarbeitungstechnischem Aspekt eine große Freude dar. Auch hier wieder wird das Auge mit einer äußerst exakten Einpassung in das Gehäuse verwöhnt. 

Fazit Verarbeitung

Beim Anblick der nobel wirkenden Gehäuse und der sehr genauen Verarbeitung meint man sich weit oberhalb der 1200 Euro Klasse zu befinden. Kritikpunkte gibt es, wenn überhaupt in Relation zum Kaufpreis angemessen, nur an der Tatsache, dass manche Hersteller noch 
etwas aufwändigere, gesoftetere Kanten haben, was aber in Anbetracht der kompletten Verarbeitungsgüte kaum ins Gewicht fällt. Noch dazu bietet Nubert solch hohen Qualitätsstandard gleich in 4 Ausführungen an und eröffnet somit dem Kunden ein großes Maß an Anpassungsfähigkeit zur Raumgestaltung. Nur manchem sehr extrovertierten Anwender wird der Auftritt des AW-1500 zu schlicht sein. 

Technischer Aufbau / Bedienung 

Obwohl der AW1500 sich damit rühmt, eine raumakustisch vorteilhafte Konstruktion zu sein, so ist dieses Gerät bei genauerer Betrachtung zunächst einmal ein ganz normaler, 
konventionell konstruierter Bass-Reflex Subwoofer, ohne eingebauten Equalizer oder integrierte Raumeinmessung. Und trotzdem – oder genau deshalb, ist der AW1500 technisch hoch interessant. Die Entwickler sind nicht den Weg gegangen, mittels neuer, aufsehenerregenden Features den AW1500 im Markt abzugrenzen, sondern schenken umso mehr einer von Grund auf hochsoliden und akustisch sauberen Bauweise Beachtung. 



Beim Blick in das Gehäuse des AW1500 fallen daher auch die sehr aufwändigen und sorgfältig optimierten Versteifungen auf, die den Eigenklang des Korpus auf ein absolutes Minimum reduzieren sollen. In vielen anderen Hörvergleichen sind zuvor schon die Nubert-Subwoofer dadurch positiv aufgefallen, dass keine Dröhn-Effekte seitens des Gehäuses selber zu beobachten waren, während speziell im unteren bis mittleren Marktsegment durchaus einige Kandidaten dazu neigten, den Bass-Genuss durch Gehäuse-Resonanzen mitunter recht stark zu beeinflussen. 

Nun lüften wir eines der vermeintlich größten Geheimnisse des AW1500. Viele technisch Interessierte fragten sich schon seit der ersten Vorankündigung, wie das Gehäusevolumen und auch der Trafo auf die beiden Membranen aufgeteilt sind. 

Dieses Bild beschreibt den Aufbau des neuen Nubert-Woofers recht gut. Um das große Gehäusevolumen auszunutzen, gibt es keine Unterteilung in 2 Kammern. Eine zentraler, insgesamt bis zu 600 Watt leistender Verstärker mitsamt kräftigem Ringkerntrafo versorgt beide Tieftöner mit genügend Energie, um auch heftigste Tieftonattacken zu meistern. Jedes der zwei Chassis wird dabei von einer eigenen Endstufe versorgt. Da der gesamte Lautsprecher nach dem Bass-Reflex Prinzip gebaut ist, stehen pro Tieftöner jeweils 2 Bass-Reflex Rohre zur Verfügung, die nach hinten gerichtet sind und die Ausströmung der Luft gewährleisten. 

Und auch an diesem Punkt haben sich in der Vergangenheit bereits oft Vorteile bei den Nubert-Woofern gezeigt. Es ist keinesfalls selbstverständlich, dass selbst bei sehr niederfrequenten Sinustönen keinerlei Blas- oder Luftgeräusche zu vernehmen sind, denn die Abstimmung dieser Bass-Reflex-Rohre ist keinesfalls eine einfache Sache, da hier auch erhebliche Klangfaktoren zu berücksichtigen sind. Ob – und wie der AW1500 in dieser Hinsicht die Tradition seiner sauber spielenden Vorgänger fortsetzen kann, werden wir in der Klangrubrik aufklären. 


Widmen wir uns nun der Rückseite des AW1500 und damit auch der Anpassungsfähigkeit an den Raum bzw. die anderen Lautsprecher. Das Anschlussterminal lässt keine Wünsche offen: Vom richtigen Wippschalter zur Netztrennung bis hin zum Kaltgerätestecker demonstriert der Nubert Subwoofer seine technischen Vorzüge. Die Verbindung zum System erfolgt wahlweise per Cinch-Eingang oder mit dem Durchschleifen der Lautsprecherkabel. Letzt genannte Methode ist zwar bei Weitem die seltenere Anschlussart, stellt aber in reinrassigen Stereo-Anlagen mit puristischen Geräten oftmals die einzige Anbindungsmöglichkeit dar.

Für den „klassischen“ Einsatz in einem hochwertigen Surround-System stehen zusätzlich bis zu 2 Cinch Eingangs-Buchsen für den Empfang des LFE-Kanals zur Verfügung. Diese Buchsen können natürlich auch vom eventuell vorhandenen Vorverstärker-Ausgang für die Frontkanäle eines Surround-Receivers oder eines Stereo-Verstärkers gespeist werden. Dieses Signal kann dann weiter zur Endstufe für die Satelliten geleitet werden. Die 2 Cinch-Ausgänge “Line Out“ filtern die Bass-Anteile heraus, um den Verstärker und die die Satelliten-Boxen von der Bassarbeit zu entlasten. Der direkt darunter liegende Schalter definiert, ob dieser Ausgang unter 80 oder 40 Hz gefiltert wird. Ein weiterer Beweis für die gute Systemanpassung stellt der (über den Cinch Anschlüssen befindliche) stufenlose Phasenregler dar. Mit Sicherheit kein Novum oder Besonderheit bei Subwoofern, aber leider erleben wir auch in dieser Hinsicht bei anderen Firmen immer wieder, dass nicht nur bei Einstiegsmodellen an diesen, eher verborgenen Aspekten eingespart wird und stattdessen nur ein Kippschalter zur Verfügung steht. 

Diesen beiden kleinen Schiebereglern sollte man als AW1500-Besitzer unbedingt große Beachtung schenken, denn sie sind maßgeblich für die Klangcharakteristik verantwortlich. Der obere Schalter legt die untere Grenzfrequenz entweder bei 20- oder 30Hz fest. Dies hat folgenden Hintergrund: Bei sehr tiefen Frequenzen unterhalb 30Hz muss die Membran für den gleichen Schalldruck viel weiter ausgelenkt werden. Andersherum ausgedrückt: Bei Schalterstellung 30Hz bleibt diese Arbeit dem Subwoofer erspart und er kann somit bei extremsten Pegeln souverän/er agieren, da sowohl die Membran als auch das Netzteil von der kraftzehrenden Tiefsttonarbeit befreit werden. Selbstverständlich können und sollten Heimkino-Freude auch weiterhin ganz beruhigt mit 20Hz weiterhören – wenn aber beispielsweise bei einer Silvesterparty Techno-Musik mit unter 30Hz Bass-Anteilen bei ohrenschädigenden Lautstärken weit jenseits der 100dB angehört werden sollen, empfiehlt sich die Stellung 30Hz, um noch mehr Sauberkeit im Klangbild zu bekommen. Just in diesem Falle übernimmt auch der zweite Schalter eine wichtige Funktion: „Softclipping On/Off“ ist eine Art Überlastungsschutz. Wenn, wie im Beispiel unserer Silvesterparty, enorme Pegel gefahren werden, kann es durch Übersteuern, je nach Surround-/Stereoverstärker, mitunter zu Verzerrungen kommen. Um auch in diesen Fällen noch einen weitgehend unverzerrten Bass zu erreichen, zwackt der AW1500 in Schalterstellung „Softclipping On“ einen kleinen Teil der Leistung ab, um bei plötzlich auftretenden Überlastungen das Verstärkersignal „abzurunden“ und damit von Oberwellen zu befreien. Aber auch hier gilt: Selbst bei brachialen Pegeln im „normalen“ Heimkino-Einsatz werden diese Grenzen nicht erreicht, so dass die manuelle Aktivierung dieser Schutzfunktion nur in absoluten Ausnahmefällen empfehlenswert ist. 

Doch nicht nur mit diesen beiden Schaltern können die Klangeigenschaften justiert werden. 

Als Besonderheit liegen dem AW1500 diese beiden Gummipfropfen bei. Wenn alle 4 Bassreflexrohre „aktiv“, also unverschlossen sind, ist der erreichbare Bass-Druck oberhalb 30 Hz am größten und es gibt keinerlei hörbare Strömungsgeräusche. Zur Steigerung des Bass-Drucks unterhalb 25 Hz kann eines der beiden unteren Bassreflex-Rohre verschlossen werden. Beim Wunsch nach noch mehr 20 Hz-Bassdruck kann in größeren Räumen dann auch der zweite Pfropfen in eines der Bassreflex-Rohre eingeführt werden. Zusammen mit der Frequency-Einstellung (obere Grenzfrequenz) und der Volume-Regelung zeigt sich der AW1500 also auch ohne Equalizer sehr anpassungsfähig und ist mit sehr sinnvollen Optionen ausgestattet. Diese Features bieten übrigens alle Nubert Woofer, so dass wir uns auf der Suche nach Besonderheiten des AW1500 nun mit den Chassis sowie der raumakustische Wirkung auseinandersetzen. 

Chassis: Einer der Hauptunterschiede zum AW1000 ist, dass nun etwas kleinere Chassis verwendet werden ( 27 statt 31cm). Als „Organspender“ diente in diesem Fall der nuWave AW75, welcher in unseren Tests ebenfalls schon groß aufspielte und die gleichen Langhub-Chassis wie der AW1500 verwendet. Diese sind in der Lage, bis zu 5 cm auszulenken, verfügen über eine spezielle Wirbelstrombremse und verhelfen dem Subwoofer zu kräftigen 122dB Maximalpegel. Der ebenfalls schon imposante AW75 liegt übrigens bei 117dB, so dass der AW1500 akustisch fast die dreifache Leistung entfachen kann. (3db entsprechen einer Verdopplung der Schall-Leistung!). Außerdem gut auf dem Bild zu erkennen: die Membranen sind sehr weich aufgehängt. 

Mit Sicherheit aber die wohl wichtigste und auch offensichtlichste Besonderheit des AW1500 ist die eher ungewöhnliche, schmale Gehäusekonstruktion mit den beiden direkt übereinander gebauten Tieftönern. Hinter diesem Konzept steckt eine recht einfach zu erklärende, raumakustische Begebenheit: Ein klassischer Subwoofer kann die tiefen Töne im Raum nicht besonders gleichmäßig verteilen. Der Grund hierfür liegt in der Tatsache, dass sehr tiefe Töne prinzipiell immer kugelförmig an den Raum abgegeben werden. Die Ausbreitung der Schallquellen um den Lautsprecher ist daher immer kugelförmig und wird somit auf den Fußboden, die Decke und auch die seitlichen Wände abgeben und von diesen reflektiert. Am Hörplatz treffen deswegen viele verschiedene Schallwellen ein, die aber eigentlich nur den Klang verfälschen und die Präzision mindern. Bei heftigen Explosionen mag dieser Effekt als „Wummern“ bei manchem Hörer sogar Gefallen hervorrufen, aber bei anspruchsvollen Anwendern, speziell auch im Stereo-Betrieb, stellt sich so kein perfekter Hörspaß ein. Dazu kommt noch, dass fast alle Subwoofer direkt auf dem Boden stehen und zusätzlich eine eher niedrig montierte Membran haben, so dass bei bodennah abgegebenen Schallquellen die so genannten (vertikalen) Raummoden sehr stark angeregt werden. Vereinfach ausgedrückt: der Raum wird an einer ungünstigen Stelle mit tiefen Tönen befüllt, da sich die vertikal bewegenden Schallwellen sehr einfach überlagern bzw. auslöschen können. 

Für den Hörer äußert sich dieses in einer gesteigerten Dröhn-Neigung, während andere Frequenzen komplett ausgelöscht werden. Für eine raumakustisch wirklich perfekte Lösung bedarf es jedoch einer äußerst aufwändigen und maßgeschneiderten Kombination aus mehreren Subwoofern, die auch ein einzelner AW1500 nicht bieten kann. Aber der erste, große Schritt kann damit sehr wohl gemacht werden. Bei beiden oben beschriebenen Problemzonen mindert der neue Nubert Woofer die Raumprobleme recht deutlich. Durch die beiden übereinander liegenden (und hoch positionierten) Bass-Chassis wird sowohl der „Kugel-Effekt“ als auch die ungünstige Anregung des Raumes deutlich unterdrückt und eine ebenere, gleichmäßigere vertikale Schallabgabe ermöglicht. Wer die räumlichen und finanziellen Mittel hat, darf sich beim Einsatz von 2 Stück AW1500 ebenfalls noch über eine deutlich bessere horizontale Schallabgabe erfreuen, und ist dann schon hinsichtlich der Sauberkeit des Klangbildes auf einem äußerst hohem Niveau. Aus diesem Grund sind übrigens in fast allen Fällen 2 „kleinere“  Subwoofer immer vorteilhafter als ein sehr großer - wer es richtig wissen möchte im sehr extensiven Hörraum, macht natürlich auch nichts falsch, wenn er sich gleich zwei "dicke Brummer" in den Hörraum stellt. 

Klang 

Im wahrsten Sinne des Wortes: Beeindruckend! Für einen einzelnen Subwoofer realisiert der AW1500 schon beinahe beängstigende Pegel mit einem brachialen Bass-Druck und distanziert auf Anhieb viele Subwoofer, die wir bislang getestet haben. So haben der Heco Phalanx 12A, für sich betrachtet durchaus ein Pegel-Ass, ebenso wenig Chancen wie ein Quadral Aurum Sub 10, der zwar noch weitaus nobler aussieht als der Nubert-Woofer, aber bei großer Lautstärke nicht so gelassen sein Handwerk beherrscht. Und selbst der viel teurere Monitor Audio Fast Bass 212 erreicht nicht ganz den extremen Nachdruck des Nubert-Basslautsprechers, wenngleich die Präzision des FastBass nach wie vor für diesen auch optisch extrem hochwertigen Basslautsprecher spricht. Nur: Der FastBass bewegt sich in den preislichen Regionen unseres "Masterpieces", dem Teufel M12000, und dieser ist für den Fast Bass in jeder akustischen Beziehung weit weg: Der Teufel spielt noch präziser, bietet extremen Druck, dem selbst der superbe AW-1500 nicht Stand halten kann, und bestmögliche Souveränität. Aber: Während ein AW-1500 in vielen Fällen noch problemlos in den Hörraum zu integrieren ist, sprengen die ausladenden Abmessungen des Teufel M12000 "Uncle Doc" alle Vorstellungen normaler Mehrkanal-Liebhaber. Hier sollte schon ein separater Heimkinoraum zur geeigneten Unterbringung vorhanden sein.  Dies spricht dann wieder für den FastBass, der eher wie eine Skulptur als wie ein Subwoofer wirkt und durch seine hochelegante Schlichtheit auch die Ehefrau überzeugen dürfte. Unschlagbar ist das Angebot an lieferbaren Ausführungen, das Monitor Audio bietet. Auch die Oberflächenverarbeitung ist perfekt. Gerade Teufel sollte sich hier ein Vorbild nehmen und mehr Varianten in Bezug auf Farbe und Ausführung ins Programm aufnehmen sowie eine besonders edlen Oberflächenqualität noch mehrt Beachtung schenken. Der M12000 ist zwar extrem robust und versprüht den Charme professioneller Komponenten, sehr liebevoll ist er jedoch nicht gemacht.  

Zurück zum Nubert-Woofer, der unserer Meinung nach noch wirklich wohnraumkompatibel ist: In Anbetracht des herausragenden Preis-/Leistungsverhältnisses werden es auch die kommenden teureren Tiefton-Spezialisten von SVS es sehr schwer haben, das Nubert-Niveau zu toppen. Der zum Vergleich herangezogene AW1000 schafft es nicht, die Schwärze und Kraft der Bässe im gleichen Maße zu erzeugen. Auch kein Hochregeln der Lautstärke kann dies ausgleichen, er wird zwar lauter, kann aber einfach nicht so satt und bestimmt aufspielen wie sein größerer Bruder. In effektgeladenen Filmsequenzen ist der AW1500 in seinem Metier: Wenn Sie schon immer einmal gefahrlos einem Erdbeben beiwohnen wollten, empfehlen wir eine Vorführung bei Nubert mit der DVD „Volcano“ und dem AW1500. Im ersten Drittel des Filmes kommt es öfters zu kleineren bis äußerst heftigen Erdstößen, die zwar nicht höchste Anforderungen in Punkto Präzision vom Subwoofer abverlangen, aber eine druck- und kraftvolle Spielweise zur vollen Entfaltung dieser Szene benötigen. Mit dem AW1500 ist in dieser Sequenz ein Level möglich, der für die Preisklasse des 1500ers sensationell zu nennen ist. Gegenüber dem AW1000 bekommt der Raum durch die druckvolle Darstellung wesentlich mehr Tiefe und kann das infernalische Geschehen auf der Leinwand noch bedrohlicher in den Hörraum transportieren. Und auch eine andere Art der LFE-Kanal Nutzung vermag der AW1500 zu seinem Vorteil zu nutzen: plötzlich auftretende Schock-Momente, die mit kurzen Tiefbass-Schlägen kombiniert sind, machen ihrem Namen mit dem AW1500 alle Ehre. So waren sogar wir, trotz der Erkenntnis, was der AW1500 bei vorangegangenen Filmen leisten konnte, sehr erschrocken, als im Kapitel 5 von Butter-Fly Effect, (kurz bevor der Junge mit dem Messer in der Küche zu sehen ist) der Subwoofer einen Schlag in den Hörraum entlässt, als gebe es kein morgen. 

Mit unbändiger  Wucht schleudert der AW1500 nach Minuten der normalen Konversation einen dumpfen, heftigen Schlag heraus, um den Überraschungsmoment zu verstärken (was ihm vortrefflich gelungen ist). Genau von solch einer Umsetzung profitiert fast jeder Film enorm, denn aktive Subwoofer ohne schnelles Ansprechverhalten lassen einen Großteil der filmischen Energie und des Faszinationspotentials verpuffen. Der Grund für die enorme Kraft liegt in der Anordnung der beiden Lautsprecher-Chassis, welche sich gegenseitig zur vierfachen akustischen Leistung gegenüber einem einzelnen Chassis anspornen. Ähnlich wie beim Windschattenfahren eines Auto-Rennens profitieren auch die Membranen von der gegenseitigen Hilfestellung, was das Bewegen der Luftmassen rings um sie betrifft, nur funktioniert es im Falle der Subwoofer sogar noch weitaus effektiver, weil sich dabei der Wirkungsgrad jedes der beiden Chassis fast verdoppelt. Und so übertrieben, es an dieser Stelle für manche Leser zu sein scheint: wer mit 2 oder gar mehreren AW1500 sein Heimkino ausstattet, braucht daher keinen Vergleich gegenüber weitaus größeren und auch teureren Subwoofern zu scheuen.
Doch zurück zu unseren Klang-Tests. 

Nachdem der große NuLine Subwoofer seine Heimkino-Tauglichkeit bewiesen hat,  interessierten uns seine HiFi- bzw. Stereo-Qualitäten. Hier steht weniger eine brachiale, nachdrückliche Wiedergabe auf der Wunschliste, sondern vor allem Präzision und Harmonie im Zusammenspiel mit den Hauptlautsprechern. Hohe Erwartungen hatten wir ja durchaus an den AW1500, denn schließlich konnte speziell in dieser Disziplin der Nubert nuWave AW-75 zusammen mit einem ähnlichen Lautsprecher-Set Bestmarken setzen und ist daher zusammen mit dem SVS PB10-ISD unsere Referenz in der Preisliga bis 1.000 €. Die Vorteile der raumakustisch optimierte Bauweise des AW1500 waren überraschend deutlich zu vernehmen, ganz gleich welche Musik-Richtung gefragt war. Doch nicht nur durch seine sehr hohe Präzision punktete der Woofer – auch bei diesen musikalischen Anwendungen profitiert das gesamte Klangbild von einem souverän und lässig aufspielendem Bass-Bereich. Und obwohl die Nubert nuWave 125 mit Sicherheit ein sehr basspotenter Lautsprecher ist, fügt sich der AW1500 harmonisch und gewinnbringend in den untersten Frequenzen noch mit ein. Nie bekamen wir das Gefühl einer getrennt bzw. nebenher spielenden Sub/Sat Kombi – ganz im Gegenteil: Speziell bei leisen Pegeln vermochte der AW1500 eine dezente, aber äußerst wichtige Klangbereicherung in die akustische Wiedergabe des Bass-Fundamentes einfließen zu lassen. Der AW1000 übernimmt diese Aufgabe ebenfalls meisterlich, hat aber bei solch kräftigen und tiefreichenden Standlautsprechern wie der Nuwave125 nicht dieselbe, unauffällige, aber extrem effektive Durchsetzungskraft wie der AW1500. Diese äußerst gelungene Auslegung ist für eine substanzreiche, aber dennoch nicht zu dick auftragende Wiedergabe von Vorteil. Aus diesem Grund macht der AW1500 auch bei den Anwendern Sinn, die keine druckvollen Explosionen in Originallautstärke wünschen, sondern einfach nur einen Tiefbass-Partner für anspruchsvolle Musikwiedergabe selbst mit hochwertigen Haupt-Lautsprechern suchen. 

Doch abschließend interessierte es uns, ob der AW1500 auch gegen zwei AW1000 bestehen kann, welche ja schließlich über 400 Euro mehr kosten. Zu unserer Überraschung schlug sich der AW1500 wacker und kam fast an das Niveau des AW1000 Doppelpacks heran – konnte aber nicht ganz aufschließen und musste 
sich in den Disziplinen Schalldruck und Klangpräzision mit der zweiten Position zufrieden geben, denn die beiden AW1000 konnten mit der insgesamt größeren Membranfläche sowie Gehäusevolumen dann letztlich doch gewisse Vorteile gegenüber dem exzellenten 1500 verbuchen. Aber für einen Einzelsubwoofer – noch dazu für den recht günstigen Kaufpreis - bietet der AW1500 in klanglicher Hinsicht mehr als alles andere, weitaus kostspieligere Alternativen. 

Fazit Klang:

Der neue AW1500 ist quasi der James Bond unter den Subwoofern: Er kämpft sich clever und mit Nachdruck durch die heftigsten Gefechte, während gleichzeitig aber auch eine charmante, dezente Vorgehensweise in vortrefflicher Manier möglich ist. Ganz klar: Sehr vernunftbetonte Menschen, die stets mit 130 km/h über die Autobahn fahren, selbst nach 25 Jahren Führerschein nie ein Ticket wegen überhöhnter Geschwindigkeit bekommen haben, sich zuhause stets an die Zimmerlautstärke halten und nicht empfänglich sind für die immensen Reize hochwertiger technischer Gerätschaften, sind nicht die Zielgruppe des Nubert-Subwoofers, da sich das Faszinationspotential erst dann richtig erschließt, wenn man den Spaß an der Sache, zumindest ein wenig, über die Vernunft hinwegsetzt. Doch andersherum können wir den AW1500 auch Musik/Surround-Fans ans  Herz legen, die ihr Hobby (in verantwortungsvollem Umfang) in einer Mietswohnung frönen, denn durch die in dieser Preisklasse unerreichte Musiktauglichkeit sowie der verminderten Dröhnneigung geht auch abseits extremer Pegeln noch ein großer Reiz vom AW1500 aus, der ihn auch für vorsichtige Naturen interessant macht. Anwender mit größeren Freiräumen (räumlicher und menschlicher Natur) freuen sich darüber hinaus über die immense Kraft und Spielfreude des AW1500.

Schluss-Fazit: 

Dank der Doppel-Chassis erhält der neue Schwaben-Subwoofer mit überraschend  eindeutigem Ergebnis das Referenzprädikat. Das Schöne ist, dass trotz seiner Herkunft lediglich am Preis gespart wurde, denn für 1285 € bietet sonst kein anderer Hersteller – weder zu Listen- noch zu Straßenpreisen einen ähnlich leistungsfähigen Subwoofer an. Was uns am meisten beeindruckt hat, war die große Ausgewogenheit des Lautsprechers. Ob nun James Bond durch Minenfelder pflügt oder große Höhlentrolle das Heimkino aufsuchen, der AW1500 behält stets die Oberhand und beschert dem Zuhörer einen druckvollen, intensiven Bass, ohne dabei aber grobschlächtig bzw. ungezügelt zu klingen. Und genau deswegen können wir den AW1500 auch Musik-Freunden ans Herz legen, die sich eine schon spürbare, gleichzeitig aber verbindliche, harmonisch-dezente Aufwertung der Bässe wünschen. Da zusätzlich zum hervorragendem Klang und dem günstigem Preis auch noch die hochwertige Verarbeitung mitsamt Fernbedienung hinzukommen, vergeben wir dem Subwoofer für die Preisklasse bis 1.500 € den Referenzstatus.

Der nuLine AW-1500 glänzt durch höchste Ausgewogenheit und Pegelfestigkeit auf Premium-Niveau

Preisklassen-Referenz aktive Subwoofer bis 1.500 €
Test 20.06.2005
Preis-/Leistungsverhältnis
Pro:

+ im Heimkino-Einsatz druckvoller, satter Sound 
+ als Unterstützung für Stereo-Musik ebenfalls hervorragend geeignet 
+ enorme Pegelreserven machen Einsatz in Räumen bis zu 50m² möglich 
+ große Anpassungs- und Schutzoptionen vorhanden 
+ mildert Problemzonen der Raumakustik durch Chassis-Layout, weniger Dröhnen etc. 
+ Lieferumfang sehr großzügig: Fernbedienung, Tellerfüße, Bedienungsanleitung etc. 
+ sehr gute Gehäuseverarbeitung, gute Auswahl bei den Design-Varianten 
+ 5 Jahre Garantie, 4 Wochen Rückgabe-Recht

Contra:

- in Anbetracht des Kaufpreises keine Kritikpunkte feststellbar 

Test: Lars Mette, Carsten Rampacher
20. Juni 2005

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