TEST: Ultrasone Offener Kopfhörer Edition 12 – neuer Maßstab bei den Edel-Headphones?

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Ultrasones Stolz: Offener High-End-Kopfhörer Edition 12 für 1.399 EUR

„Die anmutige Eleganz von Schmetterlingen diente als Grundlage für die Linienführung der Ohrkapseln“ – wer diesen Satz in der Produktbeschreibung zum Ultrasone Edition 12 auf der Website liest, ist unter Umständen geneigt, sich gar nicht näher mit dem Produkt zu befassen. Doch dies wäre unendlich schade, denn schließlich handelt es sich beim Edition 12 um einen der derzeit potentesten, modernsten und hochwertigesten Kopfhörer auf dem gesamten deutschen Markt. Gut, die 1.399 EUR, die der Hersteller für das Meisterwerk aufruft, sind auch happig – doch der Gegenwert, den man für diese Summe geboten bekommt, sprengt den üblichen Rahmen.

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Eleganz und hochwertige Materialqualität kennzeichnen den Edition 12

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Solider Verstellmechanismus

Ganz gleich, ob Schmetterling oder nicht – das Design der Ohrmuscheln außen sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert, überdies ist die Ausführung außergewöhnlich hochwertig und edel. Für die noble Ausführung ist der Edition 12 mit 282 Gramm recht leicht geraten, folglich bietet er ein sehr angenehmes Tragegefühl.

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Gütesiegel „Made in Germany“

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Nobles Alu dominiert

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Kabelführung im Detail

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6,3 mm Klinkenstecker

Noblesse dominiert im Detail, und auch bei der Werkstoffauswahl. Das Kopfband ist außen aus Aluminium und innen mit dunkelgrauem Leder des äthiopischen Langhaarschafes bezogen – im Dienste bester Tragequalität. Die Ohrmuscheln sind mit feinem Microvelours bezogen.

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Ohrmuscheln mit Microvelours bezogen

Natürlich ist nicht nur eine erlesene Materialwahl und eine vorbildliche Fertigungsqualität in aufwändiger Handarbeit entscheidend – sondern auch technische Voraussetzungen für exzellenten Klang. Ultrasone setzt beim Edition 12 auf das firmeneigene S-Logic Plus-Prinzip – „Natural Surround Sound“.

Besonderheit der Arbeitsweise des S-Logic-Prinzips: S-Logic bezieht die ganze Ohrmuschel in den Hörvorgang ein. Der Schallwandler sitzt daher nicht, wie sonst bei herkömmlichen uns bekannten Kopfhörern Gang und Gäbe, in der Mitte, sondern wurde bewusst dezentral angeordnet. Der akustische Reiz, als Ergebnis aus der kopfbezogenen Schallquelle, trifft nicht mehr, wie sonst üblich, frontal auf den Gehörgang. Die spezielle Anordnung des Schallwandlers beim S-Logic-Systems ermöglicht über die Einbeziehung der Anatomie der Ohrmuschel in den Hörvorgang das natürlich-räumliche Hören von jeder Stereoquelle – und zwar ohne DSP-Elektronik.

Die weiter entwickelte Version von S-Logic ist S-Logic Plus. Dieses System kommt im Edition 12 zum Einsatz. Das Design der Kopfhörerkapsel wurde weiter optimiert und tonal in aufwändiger Arbeit fein getunt. Mittels einer zusätzlichen Bedämpfung bilden der Schallwandler und das Bufferboard (Trennwand zwischen Luftvolumen am Ohr und Kopfhörerkapsel) eine bezüglich der Charakteristik her neue Klangeinheit – die hörbaren Folgen: Mehr Neutralität im Klangbild und räumlich weiter perfektionierte Wahrnehmung von Stimmen oder Instrumenten beim Hören konventioneller Stereoquellen.

Weiteres Merkmal: Meist ist es so, dass die Schallwandler heute gängiger Kopfhörer bei der Umwandlung von elektrischen Signalen in akustische Signale Niederfrequenzfelder erzeugen. Ultrasone hat eine spezielle entwickelte Abschirmung entworfen, um diese Gefahrenquelle weitgehend zu eliminieren. ULE (Ultra Low Emission) steht für MU-Metallabschirmung und minimiert niederfrequente Felder.

Der Edition 12 arbeitet nach dem offenen dynamischen Prinzip und bietet einen Frequenzgang von 6 bis 42.000 Hz. Die Impedanz beträgt 40 Ohm, der Kennschalldruck wird mit 99 dB angegeben. Die Treiber messen 40 mm und sind goldbeschichtet. Das Kabel, an dessen anderen Ende ein vergoldeter 6,3 mm Klinkenstecker hängt, ist 3 Meter lang. 5 Jahre Garantie gibt Ultrasone auf den Edition 12.

Klanglich haben wir mit 192 kHz/24-Bit FLAC HiRes-Material „Quiet Winter Night“ der schwedischen Akustik-Jazzer des Hoff Ensemble wirkt ausgesprochen feinnervig und räumlich sehr dicht. Details werden exakt in einem weitläufigen, luftigen Raum platziert, der Hochtonbereich ist recht prägnant, ohne aber, selbst bei deutlich gehobener Lautstärke, ins Unangenehme abzudriften. Mit feinsten Konturen wird die Stimme der Sängerin herausarbeitet, und auch die Trompete und das Klavier präsentieren sich enorm sauber eingearbeitet. Die Anschlagdynamik kommt exzellent heraus, auch kleine Nuancen beim Spiel stellt der Edition 12 glasklar dar. Subtile Bassanteile gezielt und impulstreu zu erfassen, ist ebenfalls eine Spezialität des Edition 12. Während des erstklassigen Hörgenusses sitzt das edle Stück überaus bequem auf dem Kopf des stolzen Besitzers, mittels des leichtgängigen Metallbandes ist es einfach, den Sitz optimal anzupassen.

In 96 kHz/FLAC liegt Diana Kralls „Garden In The Rain“ vor. Auch hier profiliert sich der Edition 12 wieder als Garant für eine sensible, gleichzeitig aber auch nachdrückliche Wiedergabe. Beeindruckend ist die Souveränität, die der Kopfhörer bei der Darstellung des Basses an den Tag legt. Subsonische Tiefen werden präzise ausgelotet und mit einer enorm dichten Räumlichkeit dargeboten. Das Klavier erfreut mit hervorragender Durchhörbarkeit, und die Stimme Dianas bewegt sich mit beispielhafter Präzision auf der virtuellen Bühne. Das Hörerlebnis, welches der Edition 12 anbietet, ist mit kaum einem anderen Kopfhörer vergleichbar: So luftig, gleichzeitig aber so fundiert – das Hören wird zu einem Erlebnis, das seinen Reiz aus einer intensiv empfundenen Vollkommenheit zieht. Wo andere Headphones dann doch mit Grenzen zu kämpfen haben – die je nach Preisklasse unterschiedlich hoch liegen -, durchbricht der Edition 12 herkömmliche Limitationen und stellt sich auf eine höhere Stufe authentischen, räumlichen Klangemfindens. Die Charakteristik von Dianas Stimme, die sie so einzigartig macht, spürt man regelrecht, so auch bei „Gentle Rain“. Durch sein Vermögen, auch subtile Strukturen herauszuarbeiten, sichert der Edition 12 ein absolut komplettes Hörerlebnis. Die Musik ist dem Zuhörer näher als zuvor, er erlebt sie direkter, klarer – und fühlt sich mittendrin.

Bei „Alone For You“ vom Jan Lundgren Trio stellt sich ein weiteres Mal heraus, dass der Edition 12 der Traum eines jeden anspruchsvollen Jazz-Liebhabers sein dürfte – er bietet einfach ein Hörerlebnis, das von der unnachahmlichen Mischung aus Leichtigkeit und Tiefe, aus Nachdruck und Filigranität lebt und Gegensätzliches harmonisch miteinander verbindet. „Meister der Nuancen“ – so könnte man den Edition 12 auch nennen, denn genau diese ausgezeichnete Betonung akustischer Einzelheiten, auch in hinteren Ebenen, macht den Edition 12 einzigartig.

„Diamante“ von Sandra & Tony Alessi wird ebenfalls mit brillantem Auflösungsvermögen und herausragender Weitläufigkeit wiedergegeben. Ein virtueller Raum mit feinen akustischen Strukturen entsteht, sowohl die weibliche als auch die männliche Stimme werden charismatisch und emotional wiedergegeben. Instrumente, die ansonsten eine gewisse, anscheinend nicht zu überwindende Distanz zum Zuhörer aufweisen, werden plötzlich viel plastischer ausgeformt, dadurch wird eben diese Distanz überbrückt, und die Folge ist, dass der Zuhörer nun in der Lage ist, feinste Details mit Begeisterung aufzunehmen. Insofern ist es nicht übertrieben, festzuhalten, dass der Edition 12 aus dem Hause Ultrasone einen neuen, dichteren Kontakt zur Musik realisieren kann – der Zuhörer vernimmt sie nun endlich mit all ihren Facetten.

In FLAC 44,1 kHz/24-Bit liegt „Doin‘ It Right“ von Daft Punk vor. Und auch bei dieser völlig anderen Art der Musik brilliert der Edition 12 – mit einer kräftigen Basswiedergabe und einer überragenden räumlichen Einarbeitung der zahlreichen elektronischen Effekte. Die Vocals begegnen dem Zuhörer als völlig frei, losgelöst, alles Drückende, Limitierende scheint zu fehlen. Minimale Echoeffkte, kleine Samples im Background – dem Edition 12 bleibt nichts verborgen. Die Pegelfestigkeit ist im Übrigen gut, setzt aber keine Maßstäbe. Lautesten Krach zu machen, ist auch keinesfalls die primäre Aufgabe des edlen Kopfhörers, und im Sinne der Gesundheit des Gehörs sollte sich auch der Zuhörer allzu hochpegelige Eskapaden sparen.

Fazit

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Der Ultrasone Edition 12 bietet in jeder Hinsicht das Besondere, das viele extrem anspruchsvolle Hörer oftmals vergeblich suchen. Das beginnt bereits mit der edlen, unverwechselbaren Optik. Nur beste Materialien kommen zum Einsatz, die handwerklich meisterhaft verarbeitet werden. Der Edition 12 besteht aus Leder, Alu und Microvelours, dazu kommt der erstklassige Tragekomfort. Akustisch ist man fast geneigt, zu sagen, dass der Highend-Kopfhörer in neuen Dimensionen vordringt. Luftig, feinfühlig, räumlich intensiv und fesselnd, gibt er alle Arten von Quellmaterial vortrefflich wieder. Sicherlich hat diese Maßstäbe setzende Leistung auch ihren (Kauf)-Preis, dieser ist aber vollauf gerechtfertigt.

Neue Dimension des Hörens: Räumlicher, feinsinniger, authentischer – der erstklassig verarbeitete Ultrasone Edition 12 legt die Messlatte höher
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Kopfhörer Luxusklasse
Test 14. Mai 2014

+ Enorm luftiger, gleichzeitig räumlich dichter Klang
+ Vorbildliche Feindynamik
+ Herausragende Stimmreproduktion
+ Hoher Tragekomfort
+ Beste Material- und Verarbeitungsqualität
+ 5 Jahre Garantie

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 14. Mai 2014

 

 




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