TEST: Teufel Ultima 40 Surround Complete – Home Cinema-in-a-Box auf hohem Level

Teufel Ultima 40 Surround Complete Gruppenbild1

Teufel packt Deutschlands meistverkaufte Stereo-Standbox, die Ultima 40, nun in ein komplettes Heimkino-System, nennt das Ganze Ultima 40 Surround Complete und verkauft den Hörspass fix und fertig für 1.400 EUR.  Für diesen Betrag kassiert der stolze Besitzer ordentlich ab, denn neben der UL 40 Mk2 Standbox für vorn links/rechts gibt es den Center UL 40 C Mk2, die Regallautsprecher UL 20 Mk2 für Surround links/rechts, den kraftvollen aktiven Subwoofer US 5305/6 SW und die Decoderstation 6 als Vorstufe. Die Endstufen lauern im Subwoofer darauf, endlich loslegen zu dürfen. Im Set enthalten sind auch 1 x 30 Meter Lautsprecherkabel AC 1030 CS, 1 x 30 Meter Lautsprecherkabel S2530S, 3 x 3 Meter Stereo-Cinch-Kabel C7530A und sogar 1 x 1,5 Meter HDMI-Kabel 1.4 C1515V. Eine DS 6 RC getaufte Fernbedienung fehlt natürlich auch nicht. 

Teufel Ultima 40 Surround Complete US 5305 Front Seitlich1

Subwoofer US 5305/6 SW mit Schutzgitter

Teufel Ultima 40 Surround Complete US 5305 Front Seitlich2

Subwoofer US 5305/6 SW ohne Schutzgitter

Teufel Ultima 40 Surround Complete US 5305 Rueckseite Seitlich

Subwoofer US 5305/6 SW von hinten

Teufel Ultima 40 Surround Complete US 5305 Tieftoener

Drei 130 mm Basstreiber

Teufel Ultima 40 Surround Complete US 5305 Anschluesse Rueckseite1

Anschlüsse für die Speaker

Teufel Ultima 40 Surround Complete US 5305 Anschluesse Rueckseite2

 Alle 6 Endstufen sind im Gehäuse des Subwoofers untergebracht

Highlight des Sets ist der aktive Subwoofer, der besonders flach und kompakt ist, aber trotzdem satte 108 dB/1m Schalldruck im Bassbereich erzeugen kann. Gleich drei 130 mm Tieftöner sind verbaut. Jeder einzelne hat nicht allzu viel Membranfläche und spricht daher auch bei kleinen, kurzen Bassimpulsen schnell an, gleichzeitig steht aber dadurch, dass es drei dieser Treiber gibt, genug Membranfläche für einen exzellenten Tiefgang zur Verfügung. 33 Hz (- 3 dB) schafft der US 5305/6 SW als untere Grenzfrequenz. Die Tieftöner-Membranen bestehen aus hoch belastbarem Polypropylen. Der Subwoofer arbeitet nach dem Bassreflex-Prinzip, durch die Teufel-eigene, langjährig erprobte und immer weiter optimierte DPU-Technik kommt es kaum zu störenden Strömungsgeräuschen. Die eingebaute Endstufe stellt 40 Watt Sinusleistung für jeden Satellitenkanal zur Verfügung, nicht übermäßig üppig. Für den Bassbereich werden 150 Watt Sinus bereitgestellt, völlig ausreichend. 0,5 Watt verbraucht der Subwoofer im Standby-Betrieb, maximal 350 Watt kann er Leistung im Betrieb aufnehmen. Er ist exakt 50 cm tief, 21 cm breit und 49,20 cm hoch. Er wiegt 16,4 kg. 

Teufel Ultima 40 Surround Complete UL 40 Mk2 Gruppenbild

Deutschlands meistverkaufte Stereo-Standbox – Teufel Ultima 40 Mk2

Teufel Ultima 40 Surround Complete UL 40 Mk2 Rueckseite Seitlich

Von hinten

Teufel Ultima 40 Surround Complete UL 40 Mk2 Tieftoener

Einer der beiden 165 mm Tieftöner

Teufel Ultima 40 Surround Complete UL 40 Mk2 Mitteltoener

Mitteltöner mit ebenfalls 165 mm

Teufel Ultima 40 Surround Complete UL 40 Mk2 Hochtoener

Hochtöner mit Gewebekalotte

Teufel Ultima 40 Surround Complete UL 40 Mk2 Bassreflexrohre

Zwei Bassreflexöffnungen

Teufel Ultima 40 Surround Complete UL 40 Mk2 Anschluesse Rueckseite

 Tadellose Bi-Wiring-Terminals

Die Ultima 40 Mk2 bringt es auf 52 Liter Netto-Innenvolumen und ist mit 120 Watt dauerhaft belastbar sowie mit 200 Watt kurzzeitig. Die Empfindlichkeit liegt bei 87 dB, das ist ok, aber keine Sensation. 108 dB (1m) werden maximal an Schalldruck erzeugt. Die Nennimpedanz beträgt 4 bis 8 Ohm, der Frequenzbereich geht von 45 Hz bis 20 kHz – damit bleibt der Oberwellenbereich außen vor. Die Bestückung besteht aus einem 25 mm Hochtöner mit Gewebekalotte, einem 165 mm Mitteltöner mit Kevlar/Fiberglas-Membran  und zwei 165 mm Tieftönern mit Fiberglas-/Zellulose-Membran. Die Dreiwege-Box hat, wie auch der Subwoofer, ein MDF-Gehäuse, das recht ordentlich foliert ist. Die Bassreflexbox hat zwei Bassreflex-Ports auf der Rückseite. 32,7 cm tief, 21,5 cm breit und 106 cm hoch, stellt die Ultima 40 einen guten Kompromiss bezüglich der Abmessungen dar – nicht zu groß, um übertrieben im Raum zu stören, aber auch nicht zu klein, um vollwertigen Klang zu generieren. Das Gewicht beträgt 21,5 kg. 

Teufel Ultima 40 Surround Complete UL 20 Mk2 Gruppenbild

Ultima 20 Mk2 als Surroundlautsprecher

Teufel Ultima 40 Surround Complete UL 20 Mk2 Hochtoener

Hochtöner

Teufel Ultima 40 Surround Complete UL 20 Mk2 Tiefmitteltoener

Tief-/Mitteltöner

Teufel Ultima 40 Surround Complete UL 40 C Mk2 Anschluesse

Anschlussterminal

Teufel Ultima 40 Surround Complete UL 20 Mk2 Rueckseite Seitlich

 Rückseite

Der Regallautsprecher Ultima 20 Mk2 mit 10 Litern Netto-Innenvolumen bringt den gleichen Hoch- und Tieftöner (allerdings nicht zwei Stück, sondern einen) wie die Ultima 40 Mk2 mit. Auch die Nennimpedanz ist identisch. Die Ultima 20 Mk2 ist dauerhaft mit 50 und kurzzeitig mit 80 Watt belastbar. Die Empfindlichkeit wird vom Hersteller mit 84 dB angegeben. Die Bassreflex-Regalbox erzeugt 104 dB maximalen Schalldruck und weist einen Frequenzgang von 70 Hz bis 20 kHz auf. Sie wiegt 6 kg und ist 24 cm hoch, 21,5 cm breit und 33,5 cm tief. 

Teufel Ultima 40 Surround Complete UL 40 C Mk2 Front Seitlich3

Ultima 40 C Centerlautsprecher

Teufel Ultima 40 Surround Complete UL 40 C Mk2 Hochtoener

Der identische Hochtöner sitzt auch im Center

Teufel Ultima 40 Surround Complete UL 40 C Mk2 Tiefmitteltoener

2 x 110 mm Tiefmitteltöner

Teufel Ultima 40 Surround Complete UL 40 C Mk2 Rueckseite Seitlich

Center von hinten

Teufel Ultima 40 Surround Complete UL 40 C Mk2 Wandhalter

Möglichkeit zur Wandbefestigung. Das ist dank geschlossenem Gehäuse auch akustisch problemlos möglich 

Teufel Ultima 40 Surround Complete UL 40 C Mk2 Anschluesse

Anschlussterminals

Teufel Ultima 40 Surround Complete UL 40 C Mk2 Front Seitlich1

 Center mit Gitter

Der Center Ultima 40 C Mk2  ist mit 100 Watt dauerhaft und mit 150 Watt kurzzeitig belastbar. Die Empfindlichkeit liegt bei 89 dB, der maximale Schalldruck bei 107 dB/m. Der Zweiwege-Centerlautsprecher besitzt ein geschlossenes Gehäuse und zwei 110 mm Tiefmitteltöner mit Kevlar/Fiberglas-Membran und den von den anderen passiven Komponenten her bekannten 25 mm Hochtöner mit Gewebekalotte. Der Frequenzgang reicht von 90 Hz bis 20 kHz. Der Center ist 15,7 cm tief, 42 cm breit und 17 cm hoch. Er wiegt 6,7 kg und weist 7 Liter Netto-Innenvolumen auf. 

Alle Lautsprecher, die passiven und auch der aktive Subwoofer mit allen sechs Endstufen im kompakten Gehäuse, sind ordentlich verarbeitet. Der Subwoofer wirkt zusammen mit der Decoderstation 6 am hochwertigsten, er weist ein anderes Oberflächen-Finish als die Ultima-Lautsprecher auf. Deren Folierung soll Holzmaserung imitieren, während die Oberfläche des aktiven Subwoofers sehr schlicht, zeitlos und robust daherkommt. 

Teufel Ultima 40 Surround Complete Decoderstation 6 Front Seitlich

Schickes Design: Decoderstation 6 

Teufel Ultima 40 Surround Complete Decoderstation 6 Display

Zweizeiliges Display

Teufel Ultima 40 Surround Complete Decoderstation 6 Bedienelemente2

Im Detail

Teufel Ultima 40 Surround Complete Decoderstation 6 Bedienelemente1

Lautstärkedrehregler

Teufel Ultima 40 Surround Complete Decoderstation 6 Fernbedienung

Gute mitgelieferte Fernbedienung mit ordentlichem Arbeitswinkel und tadellosen Druckpunkten – das war nicht immer so

Teufel Ultima 40 Surround Complete Decoderstation 6 Anschluesse Rueckseite2

Externes Netzteil

Teufel Ultima 40 Surround Complete Decoderstation 6 Anschluesse Rueckseite1

Ordentliche Anschlussbestückung

Teufel Ultima 40 Surround Complete Decoderstation 6 Innenleben

 „Teuflisch rotes“, aufgeräumtes Innenleben der Decoderstation 6

Die sehr kompakte Decoderstation 6 mit zweizeiligem gut ablesbarem Display und Bicolor-Optik hat ein gutes Anschlussangebot. Dieses umfasst zwei koaxiale und zwei optische Digitaleingänge, drei analoge Audioeingänge (2 x Cinch, 1 x 3,5 mm Miniklinke), vier HDMI-Terminals (die leider nicht dem aktuellen Standard 2.0, sondern lediglich dem Standard 1.4a), einen HDMI-Ausgang sowie drahtloses Streaming via Bluetooth. Decodiert werden Dolby Digital, Dolby Digital Plus, Dolby Pro Logic, Dolby Pro Logic II, DTS und DTS Neo:6. HD-Tonformate sowie Dolby Atmos/DTS:X fehlen im Sortiment. Ein Radio mit 30 FM-Speicherplätzen ist auch mit dabei. Im Standby-Betrieb benötigt die Decoderstation 6 0,40 Watt. Sie ist 17 cm tief, 27 cm breit und 6,5 cm tief. Das Gewicht: 2 kg.  

Teufel_LT5_Complete_Menu_2

 Schlichtes, aber leicht bedienbares OSD

 Die Decoderstation 6 verfügt auch über ein On Screen Display, das optisch schlicht gehalten ist. Durch Drücken der zentralen Taste innerhalb der Navigationseinheit wird das grafische Menü aufgerufen. Es ist unterteilt in Tuner, Surround (hier kann man die Surround/Stereo-Betriebsart auswählen), Klangsteuerung (Klang mit Höhen- und Basseinstellung, Modus mit Dynamik-Kompression und Kino EQ, Equalizer mit folgenden Bändern: 60 Hz, 125 Hz, 250 Hz, 500 Hz,, 1 kHz, 2 kHz, 4 kHz, 8 kHz, 16 kHz), Pegeljustierung (für jeden Lautsprecher einzeln inklusive Sub, Testton muss separat aktiviert werden), Quellenpegel, Audiozuordnung (für HDMI 1, HDMI 2, HDMI 3, HDMI 4, TV), LS-Konfiguration (LS-Größen mit Abkürzungen jeweils für 5.1/5.0-System wie LSS1, was heißt: Große Fronts, kleiner Center, kleine Surrounds, ein Subwoofer, sowie Trennfrequenz, Phase des Subwoofers, Lip Sync und Abstand in 10 cm Schritten ) sowie System-Konfiguration (HDMI, automatisches Abschalten nach 30, 60 Minuten oder nie, Einschaltpegel letzter oder fest, Funkstrecken Bluetooth/Wireless Sub, 3.1/5.1, Deutsch/Englisch, System Reset).

Die Attraktivität des Menüs ist nicht allzu hoch, die Bedienung über die gute Fernbedienung geht allerdings einfach von der Hand. Das Tastenfeld der mitgelieferten Remote ist sinnvoll aufgeteilt, Oben gibt es direkten Zugriff auf die angeschlossenen Geräte, darunter befindet sich eine 10er Tastatur, es folgen Kippschalter für Kanal/Lautstärke, eine Mute- und eine Surround-Taste. Dann folgt die Navigationseinheit, umgeben von den vier Tasten für EQ-Direktzugriff, Tone/Lip Sync, Info und Return. Unten dann sind kleinere, weniger oft benötigte Knöpfe: Direct-Betriebsart, Dimmer, Memory, Mode, Testton, Channel Select, Level +/i des jeweiligen Channels. 

Klang

Nun geht es um die akustische Güte des Teufel-Komplettangebots – zu Beginn fühlen wir dem Ultima 40 Surround Complete mit den Szenen 15 und 16 von der „Avengers“ Blu-ray (DTS-HD Master Audio) auf den Zahn. Mit mächtigem Bass kündigt der Subwoofer das Eintreffen der gepanzerten Echse auf der Erde an. Das riesige Monster verwüstet ganze Straßenzüge, was von eindrucksvollem Bassgrollen untermalt wird. Der Teufel-Subwoofer liefert hier eine gelungene Leistung ab, weil er zum einen einen ordentlichen Nachdruck bereithält, auf der anderen Seite aber auch Struktur in den tieffrequenten Bereich bringt.

Der Tiefgang ist gut bis sehr gut, aber nicht sensationell. Hier können ausladendere aktive Subwoofer mit mehr Gehäusevolumen noch mehr bieten. Sehr gut gefällt uns, wie schnell das Teufel-Komplettsystem Effekte verteilt, von vorn nach hinten, hintereinander durch alle Kanäle – das alles läuft souverän und gekonnt ab. Stimmen werden vom passend dimensionierten Center prima erfasst, die gesamte Front-Klangkulisse ist homogen. Die Anbindung an den aktiven Subwoofer gelingt bei Trennfrequenz 80 Hz sehr überzeugend. Die Klangkulisse wirkt dann wie aus einem Guss und weist keine störenden Klanglöcher aus. Die durch die Luft rasenden Gleiter der Aliens werden sehr dynamisch dargestellt, die zahlreichen Explosionen und die durch die Straßen fliegenden Autos werden mit sehr guter Ausdruckskraft wiedergegeben.

Ebenfalls positiv – das Teufel Ultima 40 Surround Complete lässt sich auch von verschiedenen parallel stattfindenden Klangereignissen nicht beirren, sondern differenziert diese selbst bei gehobenem Pegel gut auseinander. Man merkt, dass alle Komponenten des Systems sorgfältig aufeinander abgestimmt wurden – die Klangkulisse ist sehr angenehm, aber gleichzeitig kraftvoll und dynamisch. Es ist einfach alles stimmig, keine Aggressivität und keine mangelnde Dynamik stören die Gesamtharmonie. Subtile Effektgebilde im Hintergrund bereiten dem Teufel-Komplettset auch keine Schwierigkeiten. Diese werden impulstreu eingebunden und sind auch für das komplette Filmton-Hörerlebnis mit verantwortlich. 

Richtig zur Sache geht es im 6. Kapitel von „Stirb Langsam 4.0) (BD, DTS-HD Master Audio). Die eiskalte Killer-Brigade Gabriels  möchte Matthew Farrell, der ein Programm für Gabriels mieses Vorhaben programmiert hat, ausschalten. Doch die Gangster haben nicht  mit dem erfahrenen, wenn auch heruntergekommenen Cop John McLane gerechnet, der beherzt eingreift. Dabei muss zwar Matthews Wohnung dran glauben und auch das Mietshaus wird arg in Mitleidenschaft gezogen – aber der PC-Freak bleibt am Leben. Massive Salven aus den automatischen Waffen der Killer, die Explosion des Feuerlöschers im Treppenhaus – daraufhin fliegt einer von Gabriels Schergen aus dem Fenster – bieten viel Ansatz, zu zeigen, wie eine nachdrückliche Effektwiedergabe aussehen kann.  

Und das Ultima 40 Surround Complete gibt sich hier keine Blöße: Selbst die große Explosion am Ende des 6. Kapitels wird exzellent wiedergegeben. Schon zuvor stellt das Set das zersplitternde Glas der Hausscheibe sehr gut heraus, das Auflösungsvermögen ist ausgezeichnet. Im siebten Kapitel werden die lodernden Flammen sehr gut herausgearbeitet, die Stimmen, in diesem Falle von John und Matthew, sind realistisch eingebunden. Die Auseinandersetzung im Auto mit harten Schlägen, dem hochdrehenden Motor und den quietschenden Reifen kommt lebendig zum Ausdruck, als der Gitterzaun aufs Auto fliegt, kommt dieser Effekt wiederum mit sehr guter Auflösung heraus.

Bilanzierend können wir dem Ultima 40 eine sehr gute Eignung für die mehrkanalige Filmtonwiedergabe zusprechen. Das liegt an folgenden Faktoren:

  • Sehr gute Pegelfestigkeit, trotz „nur“ 40 Watt Sinus pro Kanal (für die Ultima-Komponenten)
  • Die 150 Watt Sinusleistung des Subwoofer-Kanals sind absolut ausreichend. Sogar komplexe oder sehr massive tieffrequente Effekte können akkurat wiedergegeben werden. Die möglichen Pegel übertreffen das, was man bedenkenlos im Wohnzimmer fahren kann, deutlich.
  • Man merkt, dass alle Komponenten des Sets sorgfältig aufeinander abgestimmt wurden. Das gesamte Klangbild weist keine störenden „Klanglöcher“ auf, es ist rund, gefällig, gleichzeitig aber lebendig.
  • Effekte werden nicht nur mit Wucht, sondern auch mit überraschend feiner Auflösung wiedergegeben. Beispiele: Zu Boden fallende Patronenhülsen oder Glassplitter, die sich im ganzen Hörraum verteilen.
  • Stimmen der Protagonisten sind einerseits sehr gut verständlich, andererseits aber auch fließend ins tonale Gesamtgefüge integriert. Nie wirken Stimmen aufgesetzt, also zu weit im Vordergrund, aber auch nicht unpassend nach hinten zurückversetzt.
  • Der Music Score kommt räumlich dicht und mit gutem Aufbau zur Geltung, er wird mit sauberer Balance eingearbeitet. 
  • Die beiden Ultima 20 Mk2 für den Rear-Bereich schaffen überraschend viel Surround-Atmosphäre und können mit ihrem breiten horizontalen Abstrahlwinkel punkten. 

Natürlich muss ein leistungsfähiges 5.1 Komplettsystem auch mit Musikmaterial ausgezeichnet zurecht kommen. Daher haben wir die „Lichtmond 3 – Days Of Eternity“ Blu-ray (DTS-HD Master Audio)eingelegt und hören uns die beiden Stücke „Empires Of The Past“ und „Days Of Eternity“ an. Hier brilliert das Teufel-Komplettsystem durch enorm kraftvollen, präzisen Bass und eine außergewöhnlich raumfüllende, dichte Klang-Atmosphärw. Wir sprechen über ein 1.400 EUR-System ohne DTS.-HD Master – und trotzdem klingt es besser als manches doppelt so teure, nicht so präzise aufeinander abgestimmte Set! Es ist unglaublich, was für den niedrigen Kaufpreis geboten wird.

Die elektronischen Klavier-Klänge, die Donnerschläge, der tiefe, subtile Bass, all das ist herausragend arrangiert. Sicherlich gibt es einiges an Potential nach oben – aber für diesen Kaufpreis geht nicht mehr. Wer es nicht glaubt – bitte Probe hören! Auch die Balance Front-Surround ist extrem gut, sauber, mit fließenden, unmerklichen Wechseln, schöner Ausgestaltung auch kleinerer Effekte, gelungener Einbindung der Vocals – es stimmt einfach alles, das Hörerlebnis wird als kraftvoll, kultiviert und komplett wahrgenommen. Hand aufs Herz – wer braucht im Wohnzimmer mehr?

Jetzt lauschen wir dem eindrucksvollen Intro des Within Temptation Live-Konzertes „Black Symphony“ und dem ersten Stück „Jillian“. Wir verwenden hier die Dolby Digital-Tonspur und merken schon bei den kräftigen Beifallsbekundungen des Publikums – hier bewegt sich was. Der Chor startet, und schon wieder ziehen wir den Hut – wie sauber die Stimmen eingebunden werden und wie gleichmäßig sie sich im Hörraum verteilen, ist ausgezeichnet. Dann startet der erste tiefe Bass, der nicht ganz so ausdrucksvoll ankommt, wie es maximal möglich ist. Das liegt am kompakten Gehäuse des Subwoofers, hier braucht es schlichtweg mehr Volumen. Nun baut sich das Intro langsam auf, das Orchester verrichtet ganze Arbeit.

Dieser Aufbau kommt sehr plastisch heraus, jedes Instrument wird bezüglich seiner Charakteristik prima eingearbeitet. Die Weitläufigkeit und Klarheit des Klangbildes sind ausdrücklich hervorzuheben. Man spürt den mystischen Spannungsbogen sehr deutlich, der akustisch aufgebaut wird, und man fühlt sich komplett in den Aufbau des Intros eingebunden. Nie legt das Teufel-Komplettset seine angenehme Auslegung ab, immer bleibt es souverän. Teufel hat hier im Vergleich zu früheren Angeboten einen deutlichen Schritt nach vorn gemacht, das ist gut zu hören, als der Chor mit aller Macht ebenso wie das Orchester eingreift. Hier wurde es früher schrill und unausgewogen, jetzt herrschen Lebendigkeit, Homogenität und überragender Aufbau vor. Kleine dynamische Unterschiede werden sofort erkannt und entsprechend eingearbeitet. Dass es sich um ein sehr vielschichtiges Intro handelt, bleibt zu keinem Zeitpunkt verborgen. Auch hintere musikalische Ebenen fließen ins Gesamtklangbild ein.

Nun startet „Jillian“ – nach Aufbau eines weiteren Spannungsbogens geht es dann richtig „in die Vollen“. „Teufel rockt!“ werden die Verantwortlichen aus Berlin begeistert ausrufen, denn das ist momentan einer der Hauptpfeiler des Images. Dem können wir hier absolut zustimmen – es rockt, oder besser es „metalt“ – und wie. Der E-Gitarre fehlt es nicht an Ausdruckskraft, die Stimme von Sharon Den Adel wird aber nicht von den Instrumenten und vom Bass erdrückt, sondern kann sich frei und tadellos auflösend entfalten. 

Als musikalisches Fazit steht fest: Auch für mehrkanalige Musik eignet sich das Ultima 40 Surround Complete vortrefflich – unsere Gründe für diese Einschätzung:

  • Enorme Pegelfestigkeit, auch bei hoher Lautstärke praktisch keine Einbußen bei der Dynamik
  • Sehr gute Herausarbeitung von Vocals unter allen Bedingungen
  • Komplexe akustische Gebilde werden impulstreu dargestellt
  • Tonal äußerst gelungene Auslegung, klar genug und strahlend genug, um nicht bedeckt zu wirken, aber gleichzeitig zurückhaltend genug, um nicht als aggressiv oder metallisch eingestuft zu werden. Ein erstklassiger Kompromiss
  • Räumlich sehr dicht, die Atmosphäre z.B. von Live-Konzerten kommt sehr überzeugend heraus. 

Nächste Übung: Wir spielen von Bluetooth zu und geben diese Tracks in Stereo 5.1 wieder. Nach Drücken der „BT Pairing“ Taste ist das Hexenwerk gleich erledigt und eine stabile BT-Verbindung zwischen iPhone 6 Plus und der Decoderstation 6 entsteht.  Bei „Dance With Me“ (Calvo Remix) von Felix Jaehn featuring Thalie Ann Seeyen ist der Bass exzellent: Tief, satt, hervorragend wird der richtige Punkt getroffen. Auch im Mehrkanal-Stereobetrieb ist die Pegelfestigkeit hervorragend, man kann also seinen eigenen kleinen Club eröffnen, zumindest so lange, bis die Nachbarn oder gleich die Herren in Blau (nicht mehr in Grün mittlerweile) vor der Türe stehen, um dem wilden Treiben Einhalt zu gebieten. Die elektronischen Effekte werden weit in den Hörraum geschleudert, dank der gebotenen Kraft kann man das Set sogar in Hörräumen mit gut 25 Quadratmetern einsetzen. „The Night“ (Mr. Ciufo Remix) von 3LAU & Nom De Strip featuring Estelle hat nach dem ersten Refrain z.B. extrem fiese Bässe, die enorm tief nach unten gehen und Verstärkern viel Kraft rauben. Hier schauen wir, was die Class D Endstufe im Teufel-System hier auf die akustischen Beine stellt. Bis zu diesem Punkt ist alles top, Vocal-Integration, der sonstige Bass, das Piano – nun kommt der Part, und – Bravo! Satt, tief, kraftvoll – der Subwoofer macht schlichtweg alles richtig. Wir sind ein weiteres Mal begeistert, was Teufel hier für wenig Geld an Qualität anbietet. 

Und wenn es mal sentimental werden soll – auch hier bringt sich das Teufel-Komplettset gelungen ein. „I Belong To You“ von Eros Ramazzotti und Anastacia liegt den Berliner Komponenten hörbar – die Stimmen lösen sich sehr gut von den Lautsprechern, die Instrumente werden klar und detailreich wiedergegeben, der Bass hat Substanz und Macht, überdeckt aber nicht die anderen Klanganteile. Also auch für anspruchsvollere Aufgaben ist dieses Teufel-Angebot bestens gerüstet.  Bei „License To Kill“ von Gladys Knight ist dies ebenso zu spüren: Mit Sinn für Emotionalität, Ausdruckskraft und dichter räumlicher Atmosphäre kann man auch hier glücklich sein. Das Auflösungsvermögen des Teufel Ultima Surround Complete ist überragend und bringt den Song sehr facettenreich heraus. 

Fazit

Teufel Ultima 40 Surround Complete Gruppenbild1

Teufel zeigt klar die Kernkompetenzen des Unternehmens in diesem Komplett-Set: Kein Bamster, Rockster, Hipster oder sonst ein Trendprodukt, die im Marketing klar eine wichtige Position einnehmen und eine „neue Linie“ bekunden sollen, sondern brachial guter Klang für wenig Geld. Man mag kaum glauben, wie komplett, kultiviert, kraftvoll und dynamisch das Set aufspielt. Akustisch wird praktisch alles gnadenlos an die Wand gespielt, was sich in ähnlichen Preisregionen bewegt. Sicher werden jetzt einige bemängeln, dass jeder Gurken-AVR mittlerweile Decoder für DTS-HD und Dolby TrueHD mitbringt – aber das macht aus einer Gurke keinen Gewinner. Der Teufel Decoderstation 6 fehlen diese Decoder, dafür aber passt alles in diesem System optimal zusammen, und das macht einen echten Siegertypen letzten Endes aus. 

Spender größter Hörfreude – das Teufel Ultima 40 Surround Complete verblüfft durch erstklassige akustische Performance in allen Belangen
preisklassenreferenz
Heimkino-Komplettssysteme bis 1.500 EUR

+ Exzellente Pegelfestigkeit
+ Herausragendes akustisches Zusammenspiel aller Komponenten
+ Sehr gute Grob- und Feindynamik
+ Räumlich eindrucksvoll
+ Hervorragend bei Filmton und Musik
+ Kompakter, aber sehr leistungsstarker Subwoofer, der alle Endstufen beherbergt
+ Schnell spielfertig
+ Preiswert

– Nur HDMI 1.4a
– Keine Decoder für DTS-HD und Dolby TrueHD

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 31. Juli 2015




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