TEST: SVS Hochleistungs-Subwoofer PB12-NSD

 

Das Produkt

Bass-Legenden schreibt schon seit geraumer Zeit die US-amerikanische Brand SVS. In Kenner-Kreise sind die Basskraftwerke enorm beliebt, nicht umsonst haben wir auch schon viele der aktiven Subwoofer zum Check in der Redaktion gehabt. Nun hat sich ein Kandidat zu uns gesellt, der nicht nur mit enormer Performance, sondern auch ausgesprochen günstigem Kaufpreis auf sich aufmerksam machen möchte:

Es handelt sich um den aktiven Bassreflex-Subwoofer SVS PB12-NSD, der nun auf herbstlichen Kundenfang gehen möchte. Die unverbindliche Preisempfehlung des Tieffrequenz-Experten liegt bei 1.000 EUR, der normale Streetpreis bei 899 EUR. Der Promotionspreis von 749 EUR gilt für die Promotion, die Ende der Woche startet – mehr dazu unter SV-Sound. Auf jeden Fall kann derjenige, der massiven Bass zum kleinen Preis einkaufen möchte, jetzt mit besonders gutem Gewissen zuschlagen.

Leistungsstarke digitale Endstufe


Gute Qualität im Detail

Mit 400 Watt (RMS) Dauerleistung und 800 Watt kurzzeitiger Spitzenleistung qualifiziert sich der PB12-NSD dank der STA-400D Sledge-Endstufe auch für anspruchsvolle Aufgaben. Die effiziente Class D Digitalendstufe realisiert massiven Nachdruck ohne störende Hitzeentwicklung und daraus resultierender Temperaturprobleme, wie man sie bei analogen Endstufen finden kann. Im Gerätäeinneren ist die gesamte Elektronik sauber verarbeitet und übersichtlich arrangiert.

Gerundete Gehäuseecken

Bedienelemente und Anschlüsse:  Line In, Line Out, Hochpass-Ausgang, dazu griffige Drehregler für Phase, Tiefpassfilter und Pegel. Auch vorhanden: Automatische Anschaltfunktion

Bassreflexrohr


30 cm Bass-Treiber

Rückseite

Der schwarze aktive Subwoofer strahlt mit seinem 30 cm Basschassis nach vorn ab, wiegt üppige 32 kg und misst 53 cm in der Höhe, 44 cm in der Breite und 55,8 cm in der Tiefe. 2 Jahre Garantie gibt SVS auf die Elektronik des Subwoofers. Das resonanzarme Sicherheitsstahlgitter ist gebogen und sorgt so für eine interessante Optik. Die Gehäuseecken sind gerundet, was die Verletzungsgefahr minimiert. Das Bass-Chassis ist fest verschraubt, nur die Bassreflex-Öffnung nicht. Überhaupt wirkt das Bassreflexrohr aus schlichtem Kunststoff wenig hochwertig – wobei sich hier die Frage stellt: Muss sich alles Technische in aparter Aufmachung für die heutige Hochglanzwelt zeigen?

Alles am PB12-NSD ist auf größtmögliche Belastbarkeit ausgelegt: So die besonders leistungsfähige Schwingspule, die Langhub-Zentrierspinne, die hochwertige Gummisicke, der pulverbeschichtete Aluminium-Druckgusskorb, die doppelt ausgeführten großen Ferrit-Magnete. Die leichte und hochfeste Alu-Membran ist mit für das präzise Schwingen auch bei großer Auslenkung verantwortlich. Aufgrund der Polkernlüftung ist die Kühlung besonders gut, des weiteren sinkt die Geräuschkulisse (Strömungsgeräusche).

Die Verarbeitung hinterlässt einen recht guten Eindruck, das Gehäuse ist in schwarz-matt gehalten und erscheint sehr robust.

Testequipment
Klang

„Der PB12-NSD ist die kostengünstige Alternative innerhalb der SVS Subwoofer Familie“ – so beginnt der Text auf der SV-Sound Website. Manch ein Bass-Fan wird daher gleich zum nächsten Modell übergehen. Ein fataler Fehler – denn der „Aktivist“, aktuell für 899 EUR im SV-SoundShop erhältlich, offeriert ein großartiges Potential, das dem der weitaus teureren SVS-Boliden kaum nachsteht, erst recht nicht, wenn man den Kaufpreis mit ins Kalkül zieht.

Wir haben den PSB-12 NSD in verschiedenen Testreihen über Stunden angehört, und sind ausgesprochen angetan von der Performance. Beginnen wir mit einer SVS-Domäne, der Wiedergabe von Filmton. Hier haben wir uns die große Schlacht der „Avengers“ (BD, DTS-HD) gegen die böse gesinnten außerirdischen Eindringlinge angehört. Unser 65 Zoll Samsung F9090 UHD-TV sorgte für ein grandioses visuelles Erlebnis – kann da der SVS akustisch mitziehen? Klare Antwort: Absolut. Das Schöne am PB12-NSD ist, dass er nicht groben, unstrukturierten Krawall veranstaltet, sondern präzise, trocken und ungemein nachdrücklich agiert. „Dadurch wird der Film wirklich zum tieffrequenten Erlebnis, schon als Loki Ironman Stark seine Lanze auf die Brust setzt, beeindruckt der PB12-NSD mit toller Impulstreue bei diesem im Vergleich zu anderen recht kleinen Effekt.

Als dann die Jäger der Aliens durchs Himmelsloch einfallen und das Gefecht seinen Lauf nimmt, ist der SVS stets voll auf der Höhe und bringt in die zahlreichen gewaltigen Explosionen viel Struktur und zugleich Nachdruck. Größere Hörräume bis rund 35 Quadratmeter werden vom PB12-NSD problemlos mit kraftvollem Bass versorgt, und die räumliche Ausbreitung ist ausgezeichnet. Als die riesige Panzerechse mit ohrenbetäubendem Grollen zum Zerstörungsfeldzug antritt, erbebt der Hörraum in den Grundfesten. Der 30 cm Basstreiber wird von der 400 Watt-Endstufe immer souverän mit Kraft versorgt, der Tiefgang ist exzellent und wird selbst von manchem deutlich teureren Bassisten nicht erreicht. Unaufgeregt und gelassen stellt sich der PB-12NSD der Herausforderung, die gesamte erbitterte Schlacht mit enormem Pegel darzustellen – das Limit dürfte hier eher der AV-Receiver als der US-Bassexperte setzen.

Auch bei „Batman – The Dark Knight“ (Dolby TrueHD, BD)legt sich der SVS direkt zu Filmbeginn ins Zeug. Schon das tieffrequente Wabern ganz zu Beginn wird hervorragend erfasst – der PB12-NSD beweist hier seine Klasse hinsichtlich des Tiefgangs, der realisiert wird. Es folgt die kurze Sequenz, in der die Schergen des Jokers die Glasscheibe aus dem Wolkenkratzer sprengen – problemlos, ohne Anschlagen der Membran und mit enormer Kraft kommt dieser Effekt heraus. Auch die Schießerei in der weitläufigen Schalterhalle der Bank kommt sehr gut heraus. Die Basswiedergabe ist – untypisch für das, was man US-Lautsprechern nachsagt – nicht übertrieben voluminös und „schlabbrig“, sondern präzise, hart und mit natürlicher Räumlichkeit versehen. Die Bassanteile beim Music Score werden vom PB12-NSD genau erfasst.

Und wie sieht es bei Musik aus? Paul Kalkbrenners „Altes Karmuffel“ (BD, DTS-HD) ist dem aktiven Subwoofer wie auf den Leib geschneidert. Mit Lebendigkeit, klaren Strukturen und erneut überragendem Tiefgang schafft er es, die tieffrequenten elektronischen Effekte sehr gut herauszuarbeiten. Pegelfest ist er natürlich auch – kraftvoll schleudert er auch bei großer Lautstärke die tiefen Frequenzen in den Hörraum.  Unnatürlich zu übertreiben ist auch hier nicht das Metier des SVS – er gibt jede Art von Bass ehrlich, direkt und lebendig wieder.

Bei Andrea Bocellis „Romanza“ (PCM 5.1, BD) beweist uns der PB12-NSD, dass er tatsächlich in der Lage ist, sich kultiviert zu integrieren: Das Bassfundament ist spürbar, aber nie in falscher Dosierung überpräsent. Kein unschönes Nachschwingen der Membran, sondern trockene, exakte Wiedergabe – daher macht der SVS auch bei differenzierter Musik Spaß.

Im Stereo 2.1 Betrieb begeistert uns der PB12-NSD bei Diana Kralls „Stop This World“ (96 kHz FLAC): Trocken, tief, satt – so muss der Bass klingen und genauso gibt ihn der SVS wieder. Dabei überdeckt er nie vokale oder instrumentale Anteile, sondern präsentiert sich erneut integrativ. Bei „Past Is Dead“ (Flac 88,3 kHz, aus dem Album „True North“) von Bad Religion nimmt es der aktive Bassist locker mit der hohen Grundgeschwindigkeit des Tracks auf und serviert eine gelungene Basswiedergabe, die allerdings nicht ganz so nachdrücklich wirkt, wie wir es von manchem teureren aktiven Subwoofer her kennen. Hier sind kleine Abstriche zu machen.

Vergleichen wir mit Kontrahenten: Der Jamo SUB 650 ist nochmals preiswerter und macht ebenfalls gehörig Druck.  Die enorm leistungsstarke Endstufe beschert dem Dänen ausgezeichnete Pegelfestigket, einen sehr guten Tiefgang und ein ausgesprochen überzeugendes Volumen. Also viele Gemeinsamkeiten – aber auch Unterschiede. Der SVS spielt noch trockener, präziser und ermöglicht bei feinen Strukturen noch mehr Differenzierung.

Ebenfalls aus dem Hause SVS kommt der SVS PB13-Ultra, der besonders leistungsstarke SVS-Subwoofer mit 1.000 (!= Watt-Endstufe. Hier können, was in Anbetracht des Preisunterschiedes zum kleineren PB12-NSD auch nicht verwundert, nochmals höhere Anforderungen an Tiefgang, Pegelfestigkeit und Nachdruck gestellt werden. Der „Dampfhammer“ gehört strenggenommen ins dedizierte Heimkino, denn nur dort kann man die extremen Bass-Eskapaden, die der PB13-Ultra ermöglicht, formvollendet genießen. Für alle anderen Anwendungen reicht der absolut überzeugende PB12-NSD auch schon souverän.

Günstig und bärenstark – so kann man den Nubert nuBox AW-993 umschreiben. Für 650 EUR UVP stellt er für andere eine unüberwindbare Hürde dar. Doch hier wirft der SVS seinen eigentlich viel teureren UVP in die Waagschale. Nur für beschränkte Zeit ist er für 749 EUR erhältlich, und zeigt in Details seine höhere Preisklasse: Noch mehr Pegelfestigkeit, noch etwas mehr Tiefgang. Für 650 EUR aber ist der AW-993 nach wie vor der Maßstab, vor allem auch wegen seiner Kultiviertheit.

Fazit

Der SVS PB12-NSD ermöglicht eine enorm hohe Performance im tieffrequenten Bereich. Pegelfest und präzise, ist er alles andere als ein „typischer“ US-Subwoofer. Vielmehr begeistert seine trockene und gelassene Basswiedergabe auch den anspruchsvollen europäischen Bass-Liebhaber. Gerade wird er zum Sonderpreis angeboten – da heißt es nur: Zugreifen, bevor es zu spät ist.

Basskraft aus den USA: Der SVS PB12-NSD verwöhnt überdies mit Präzision und tollem Tiefgang
Aktive Subwoofer bis 800 EUR
Test 21. Oktober 2013

+ Trockener, enorm präziser Bass
+ Hervorragender Tiefgang
+ Exzellente Pegelfestigkeit
+ Praktisch keine Strömungsgeräusche

– Recht ausladend

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 21. Oktober 2013




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