TEST: Sony Xperia X compact – Top in der Kompaktklasse?

Sony bleibt dem Ansatz, kompakte Smartphones mit sehr guter Ausstattung anzubieten, treu. Gerade für Anwender, die mit den immer größer dimensionierten Display-Diagonalen eines mobilen Endgerätes nichts anfangen können, bleiben die Geräte interessant.

Grundsätzlich stellt sich schon die Frage, ab wann ein Smartphone überhaupt zur Kompakt-Klasse gehört, denn eine klare Richtlinie dazu gibt es logischerweise nicht. Wenn man sich allerdings den aktuellen Markt anschaut, dann sollte das Display-Maß unter 5 Zoll liegen.

Wichtig aber: Die Ausstattung sollte nicht durch den Schrumpfprozess verloren gehen. Eine Aufgabe, die nicht jede Handy-Manufaktur beherrscht. Sony weist in diesem Bereich eine qualitativ hochwertige Historie auf, zu der das Xperia X compact nahtlos aufschließt oder vielleicht sogar mehr bietet als mancher Vorgänger?

Rückseite

Vermutlich um sich auch von der bisherigen Z-Serie abzusetzen wurde das Design komplett verändert. Die harten Kanten sind verschwunden und statt Metall setzen die Macher auf soliden, stark glänzenden Kunststoff. Ist das nun ein Schritt nach vorne? Sicherlich nicht, aber das ist zumindest teilweise wohl auch Geschmackssache. Auffällig ist jedenfalls, dass das Sony Xperia X compact nicht allzu schmal ist, wenn man es mit der aktuellen Smartphone-Riege vergleicht.

Die Unibody-Verarbeitungsqualität ist erwartungsgemäß zwar nahezu makellos, doch dafür fehlt eine IPX-Zertifizierung, ein Einsatz am Strand ist also nicht empfehlenswert.

Für Sony ist ein 4,6 Zoll-Display also die neue Kompakt-Klasse und tatsächlich wirkt das Smartphone dadurch sehr handlich, wenn man es mit 5-Zollern vergleicht. Was aber auffällt: Rund um das Display wird viel Platz „verschenkt“, was auch an den beiden Frontstereo-Lautsprechern liegt.  Angesichts dieser Maße sorgt die Auflösung von 1.280 x 720 Pixeln für ausreichend Schärfe. Insgesamt spielt die Qualität in der oberen Liga mit, kann aber nicht mit OLED-Displays mithalten, da die Farbsättigung dafür zu brav ist. Dafür lässt der Touchscreen sich sehr hell stellen und er reagiert auch nicht beleidigt, wenn man zu stark draufdrückt.

Sony Xperia X compact Foto

Foto-Aufnahme

Dass Sony gute Kameras baut, ist ja spätestens seit der Z-Reihe bekannt. Auch beim X compact gibt man sich keine Blöße und bedient sich fleißig aus dem technischen Fundus des Unternehmens. Ergebnis ist eine potente 23-Megapixel-Kamera mit schnellem Laser-Autofokus und RGB-Farbsensor. Und das sieht man auch: Bei Tageslichtaufnahmen lässt der Kleine seine Kameramuskeln spielen, denn die Fotos sehen in der Regel brillant bis hin zum Rand des Bildes aus. Zwiespältig ist hingegen der Autofokus, der Bewegungen mit einkalkuliert. Das führt manchmal zu leichten Unschärfen bei weiter entfernteren Objekten. Bei kurzen Distanzen ist der Knipser hingegen absolute Spitzenklasse – dank eines guten LED-Lichtes auch bei geringem Lichteinfall. Unspektakulärer ist hingegen die gute 5-Megapixel-Frontkamera sowie der Camcorder, der „nur Full-HD“ beherrscht. Dank ausgeklügelter SteadyShot-Funktion gelingen dafür aber sehr ruhige Videos quasi aus der Hüfte.

Das restliche Ausstattungsprogramm ist sehr rund und schließt auch einen Fingerprintscanner sowie erstmals den USB-Typ-C-Anschluss mit ein, ein Aufladen des Gerätes erfolgt also deutlich flotter.

Sony Xperia X compact Screenshot I

Android 6.0 ist vorinstalliert

Wie nicht anders gewohnt ist bei Sony die neueste Android-Generation 6.0 vorinstalliert und die Chancen stehen gut, dass es noch viele sinnvolle Updates gibt. Neben allen bekannten Android-Standards gibt es auch einige Besonderheiten. So ist der linke Startscreen allein persönlichen Daten & Infos vorbehalten. Google-Suche, Wetter sowie ein permanenter Newsticker stehen hier zur schnellen Ansicht bereit – eine gute Idee. Auch der Cache-Cleaner an Bord ist eine sinnvolle gute Dreingabe.

Rückseite

Besonders erwähnenswert ist aber vor allem der Fingerprintscanner auf der rechten Seite. Der ist mit dem Daumen sehr schnell erreichbar, arbeitet präzise und flott – genauso soll es sein. Clever und innovativ ist zudem die neue Ladetechnik Qnovo. Dadurch lernt das Smartphone quasi die Ladegewohnheiten des Nutzers und optimiert es so sukzessive. Beispiel: Wenn der User vor dem Schlafengehen wieder das Handy ans Netzteil steckt lädt das Xperia X compact erst kurz vor dem Aufstehen die restlichen 10%. Eine Idee, die Schule machen darf, da sie den Akkublock sinnvoll schont. Da auch ein App Drawer, alle gängigen Short Cuts und ein gutes Arbeitstempo vorhanden sind, macht das Gerät in dieser Disziplin eine rundum gute Figur.

Auch Sony rudert wie viele andere Unternehmen bei der Prozessor-Architektur etwas zurück, denn der Snapdragon 650 ist „nur“ Hexa-Core. Das ist aber alles andere als besorgniserregend, denn durch die 1.800 MHz Taktung, 3 GByte Arbeitsspeicher und ein offensichtlich gutes Software-Zusammenspiel läuft alles wie geschmiert: schneller Alltagsbetrieb, sichereres Multitasking und auch anspruchsvolle 3D-Games sind kein Problem.

Der 2.700 mAh starke Akkublock kann ebenfalls überzeugen, denn bei moderater Nutzungsintensität sind fünf Tage locker drin und selbst bei Nonstop-Einsatz bringt das Xperia X compact rund 8,5 Stunden auf die Waage. Für ein Kompakt-Smartphone ist das eine reife Leistung.

Schön: Sony hält am bewährten Konzept fest und stattet das Sony Xperia X compact mit zwei dezenten Frontlautsprechern aus. Sicherlich mangelt es dem Funker zwar deutlich an Bassfundament, doch dafür spielt es locker auf und kommt auch bei hoher Lautstärke nicht sofort klanglich an seine Grenzen. Davon profitiert natürlich auch die Freisprecheinrichtung, die auch bei Nebengeräuschen soliden Dienst verrichtet. Die saubere und klare Stimmübertragung in beide Senderichtungen runden die insgesamt sehr gute Vorstellung perfekt ab.

Fazit

Auf Sony ist – wieder – Verlass! Die Macher haben ein kompaktes Smartphone gebaut, das Großes leistet. Insbesondere die sehr solide Technik und ausgezeichnete Ausstattung stechen hervor. Aber auch im Bereich Handhabung und Kameraqualität leistet sich die kompakte Variante keine Schwächen. Kurzum: In der Kompaktklasse gibt es aktuell kaum ein besseres Gerät.

Klein, aber wirklich Oho!
ueberragend
08.12.2016

+ Top-Ausstattung
+ Sehr gute Kamera
+ Kompakt

–  … dadurch kleines Display
– Keine IPX-Zertifizierung
– Kein 4K-Camcorder

Test: Ulf Schneider
Datum: 08.12.2016




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