TEST: Oehlbach USB Bridge – USB DAC Kopfhörerverstärker im USB-Stick-Format

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Ultrakompakte USB-DACs für den Betrieb mit leistungsfähigen Kopfhörern liegen klar im Trend aktuell. Woran liegt das? Immer häufiger greifen anspruchsvolle Anwender auf hochauflösende Audiodateien, z.B. in den Formaten Flac, DSD oder WAV, zurück, die auf dem PC, dem Notebook oder NAS-Systemen/Home Servern abgelegt sind. Diese Stücke mit erweitertem Dynamikumfang und besonders detailreichen Hochtonbereich überfordern die Ausgabe-Möglichkeiten und Wiedergabe-Qualitäten des PCs oder Notebooks oftmals beträchtlich.

Schließt man direkt einen Kopfhörer an den PC oder an das Notebook an, ist die Wiedergabe oft schlecht, selbst wenn man einen Software-Player verwendet, der anerkannt gut ist und die High Resolution Audio-Wiedergabe unterstützt. Dass die Klangqualität trotzdem als unzureichend abgestempelt werden muss, liegt im billigen Kopfhörerverstärker und den einfachen D/A-Wandlern im PC oder im Notebook begründet.

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Für PC oder Mac geeignet, ideal fürs Notebook wegen der kompakten Abmessungen

Ein separater USB-DAC wie der für knapp 150 EUR erhältliche Oehlbach-DAC namens „USB Bridge“ verspricht rasche und effektive Abhilfe. Die USB Bridge kann mit jedem freien USB-Port an PC oder Mac verbunden werden und bringt eine Reihe hochklassiger Ausstattungsmerkmale mit. Zunächst ist festzuhalten, dass Kopfhörer mit einer Impedanz von 12 bis 10k Ohm unterstützt werden.

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3,5 mm Miniklinken-Ausgang

Der USB-Kopfhörerverstärker/DAC erfreut mit ausgesprochen kompakten Gehäuseabmessungen – nur in etwa so große wie ein USB-Stick ist das leistungsfähige Device. 24 Karat vergoldete Kontakte, Plug&Play-Funktionalität ohne spezielle Software bei PC und Mac, all dies sind Merkmale, die gern gesehen werden. Wir haben dies natürlich auch überprüft – tatsächlich, Plug & Play bei PC und Mac. Beim PC setzen wir übrigens auf Win Amp als Software-Player, beim Mac auf Audirvana.

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Staubschutzkappe inklusive, hochwertiges Alu-Gehäuse der USB Bridge

Bis zu 96 kHz/24-Bit unterstützt der tadellos verarbeitete kleine DAC nativ – so lautet die Angabe bei Oehlbach auf der Website. Die D/A-Wandler im kleinen Gehäuse sind vom renommierten Anbieter Asahi Kasei (Typ AKM AK4396) und können eigentlich, das entsprechende AKM-Datasheet gibt Auskunft, bis 192 kHz/24-Bit verarbeiten.

Wie der Audirvana-Softwareplayer auf unserem Apple MacBook pro aber unmissverständlich Auskunft gibt, ist bei 96 kHz und 24 Bit nativ Schluss – Oehlbach gibt demnach alles präzise an, die USB Bridge verarbeitet bis zu 96/24 nativ. Der AKM DAC ist überdies auch in der Lage, 1 Bit DSD-Signale z.B. von SACDs oder auch von DSD HiRes-Files, zu verarbeiten. Der Wandler weist auch eine extrem hohe Toleranz gegenüber digitalem Jitter auf.

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USB-Verlängerungskabel im Lieferumfang

Für beste Qualität sorgt auch das schmucke Aluminium-Gehäuse. Den analogen Stereo-Ausgang (3,5 mm) kann man im Übrigen nicht nur für den direkten Anschluss eines Kopfhörers verwenden. Auch ist es möglich, unter Umständen, sollte es keinen 3,5 mm Anschluss geben, auch mittels 3,5 mm auf Stereo-Cinch-Adapter, die USB Bridge mit der Stereoanlage zu verbinden. Für erweiterte Einsatzmöglichkeiten liefert Oehlbach eine hochwertige 15 cm USB-Verlängerung gleich mit. Eine Schutzkappe für den Transport ist auch im Lieferumfang enthalten.

Klang

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Sony MDR-Z1000

Bei „Past Is Dead“ von Bad Religion zeigt sich der Oehlbach-DAC direkt voll motiviert. Dynamishc, fetzig, neutral – das Flac 88 kHz/24-Bit-Stück kommt sehr authentisch heraus. Als Kopfhörer setzen wir auf den „kampferprobten“ Sony MDR-Z1000 (UVP 499 EUR), ein ausgezeichneter High-End-Kopfhörer mit ausgewogenem und detailreichem Klang. Der sehr kompakte Oehlbach-DAC wird sofort vom PC und vom Mac erkannt, und es kann losgehen.

Als Flac 88 kHz-File lauschen wir „Summer Lovin“ von Torsten Goods. Der Oehlbach USB-DAC gibt den entspannten Rhythmus des Stücks ausgezeichnet wieder. Die Stimme wirkt detailreich und setzt Akzente durch die klare Wiedergabe der gesamten Konturen. Der Bass überzeugt durch natürliche Auslegung und tadellosen Tiefgang.

In Flac 96/24 liegt Diana Kralls „I Miss You So“ vor. Die charismatische Stimme kommt ungemein realistisch zur Geltung, der Oehlbach-USB-DAC gefällt mit sehr gutem Auflösungsvermögen. Er präsentiert sich als ausgesprochen homogen und angenehm ausgelegt, jeder unangenehme Unterton fehlt erfreulicherweise. Die Anschlagdynamik beim Piano bereitet keine Schwierigkeiten bei der Darstellung. Zudem ist die Trennung der Stimme Dianas von den Instrumenten als sehr präzise zu bezeichnen. Der Oehlbach-DAC harmoniert sehr gut mit dem auf akustische Neutralität abgestimmten Sony-Kopfhörer.

„Diamante“ von Sandra & Tony Alessi wirkt ebenfalls sehr natürlich und lebendig in der Wiedergabe-Charakteristik. Der Bass ist straff und ehrlich, kein unnatürliches „Aufdicken“ findet statt. Auch bei diesem HiRes-Stück in Flac 96/24 weiß der Oehlbach-USB-DAC wieder mit seinem Auflösungsvermögen, insbesondere im Hochtonbereich, zu gefallen. Fein arbeitet er die Strukturen heraus und platziert sie exakt ortbar im virtuellen Raum. Klar ertönen die weibliche wie auch die männliche Stimme, unschön aggressive Untertöne sind nicht zu vernehmen, obwohl das Stück hier als durchaus kritisch einzustufen ist, wie wir aus anderen Hörtestreihen kennen.

Wolfgang Amadeus Mozarts Violinenkonzert KV 218, erstes Allegro: Dieser Part wird immer wieder gern von uns genommen, um Produkten auf den Zahn zu fühlen. Vorliegend in Flac 96/24, fordert es auch die USB Bridge durch das hohe Maß an akustischen Facetten und enormer Lebendigkeit sowie Spielfreude heraus. Doch der Pulheimer USB-DAC stellt sich allen Herausforderungen und meistert sie souverän. Die Violinen-Soli arbeitet er mit viel Liebe zum Detail heraus, die Impulstreue ist enorm. Dass die Violine transparent und fein klingt, aber nie unschön schrill, ist ein weiteres Merkmal, das Erwähnung verdient. Die orchestralen Gesamteinsätze sind akkurat eingearbeitet, die Dynamik wird gut in den virtuellen Raum transportiert.

Wenn auch mit 192 kHz/24-Bit höher auflösend, kommt „River Towns“ von Mark Knopfler sehr gut heraus. Klar, fein, mit sehr schöner Herausarbeitung von Marks Stimme – der anspruchsvolle Musikliebhaber wird bestens mit der USB Bridge klarkommen. Mit feinen Umrissen stellt der USB-DAC auch die instrumentalen Strukturen dar.

Kann sich der Oehlbach DAC auch bei Spotify-Tracks in bescheidener Qualität positiv in Szene setzen oder ist für die Wiedergabe solcher Streams ein hochwertiger USB-DAC nicht nötig? Bei „Back Again“ von General Base zeigt sich rasch, dass der Bass straffer, die Kontrolle größer und der Hochtonbereich freier wird, wenn wir den Oehlbach-DAC verwenden. Auch beim 2011er Remix des General Base-Klassikers „Poison“ macht die USB Bridge schnell deutlich, dass sie klare akustische Vorzüge bringt: Mehr klangliche Tiefe trifft auf geschärfte akustische Konturen. Die Stimme trennt sich sauberer von Effekten und von der Bass-Linie. Der Bass ist nicht so massiv, wie es vielleicht manch ein Anwender wünscht, dafür äußerst präzise und klar aufgebaut. Das Svenson & Gielen-Mix des Brooklyn Bounce-Tracks „Bring It Back“ zeichnet ein vergleichbares akustisches Bild. Der Bass trifft genau den richtigen Punkt und verfügt bei diesem Stück auch über das richtige Maß an Härte. Lebendig und jederzeit nachvollziehbar ist der Aufbau. Erneut trumpft der Oehlbach-DAC mit der sehr guten, weil echten Räumlichkeit auf.

Fazit

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Oehlbach liefert für einen fairen Kaufpreis einen überragenden, sehr kompakten und ungemein hochwertig auftretenden USB-DAC, der mit fein auflösender, dynamischer und räumlich echter Wiedergabe akustisch voll überzeugen kann. Flexible Einsatzmöglichkeiten und ausgezeichnete Bauteile sprechen ebenfalls für das praktische Device.

Edler USB-DAC mit hervorragenden akustischen Eigenschaften und vielen Einsatzmöglichkeiten
ueberragend
USB-DACs für den mobilen Einsatz
Test Mittwoch, 14. September 2016

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 14. September 2016




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