TEST: Sony Studio-Referenzmonitorkopfhörer MDR-Z1000
13.05.2011 (cr/th)

MDR-Z1000 für 499 EUR

Hochwertige Detailverarbeitung

Hoher Tragekomfort
Einführung
Für knapp 500 EUR offeriert Sony den geschlossenen, dynamischen
Studiokopfhörer MDR-Z1000, der durch extrem hochwertige Materialien und einen
durchweg enormen Technologiestandard höchste akustische Authentizität
vermitteln soll. Der hochpräzise Klang wird durch die mit flüssigkristallinem
Polymer beschichtete Membran und die neu entwickelte 50 mm-Treibereinheit
möglich. Das leichte und feste Magnesiumgehäuse vermeidet unschöne
Vibrationen, was für eine detailreiche und störungsfreie Wiedergabe sorgt. Die
leistungsstarken Neodym-Magneten passen in das Konzept außerordentlich
Performance-freundlicher Komponenten. Die Ohrpolster aus Urethan halten
Außengeräusche effektiv vom Hörer fern, wie wir im Test feststellen konnten,
funktioniert dies ausgezeichnet. Für den MDR-Z1000 spricht auch die hohe
Belastbarkeit, der Frequenzgang reicht von 5 bis 80.000 Hz. . Eingangsleistungen
von bis zu 4.000 mW werden verkraftet. Damit der Kopfhörer optimal angesteuert
werden kann, ist ein Kabel mit Komponenten aus reinem, sauerstofffreiem Kupfer
mit vergoldetem 3,5 mm Miniklinkenanschluss und vergoldetem 6,25 mm
Adapterstück mit dabei. Das einseitig geführte, 3 Meter lange, leichte Kabel
garantiert ferner komfortablen Hörgenuss. Mit 270 Gramm
"Lebendgewicht" ist der MDR-Z1000 angenehm leicht.
Verarbeitung

Sehr gute Materialqualität

Solider Stecker direkt an der Ohrmuschel, einseitige
Kabelführung

Bügel im Detail

Ohrpolster aus angenehmem Material

Detailverarbeitung

Silberner Sony-Schriftzug vor hochglänzendem Hintergrund

Hier nochmals sehr gut zu erkennen

Aufhängung

Aus anderer Perspektive

Stecker mit Adapter
Der MDR-Z1000 ist exzellent verarbeitet und hinterlässt einen bis ins Detail
hochwertigen Eindruck. Die verwendeten Materialien zeigen, dass man in einer
deutlich gehobenen Preisklasse angekommen ist. Komponenten aus Magnesium sind
für das vergleichsweise geringe Gewicht verantwortlich, gleichzeitig ist
Magnesium hochfest und altert kaum. Der sehr angenehme, lederähnliche Bezug der
Ohrpolster und der sorgfältig gepolsterte Bügel mit präzisem Mechanismus zur
Anpassung an die Kopfgröße sorgen für weitere Pluspunkte. Durch die
einseitige Kabelführung ist größtmögliche Freiheit im Rahmen der
systembedingten Möglichkeiten (Kabel-Kopfhörer und kein Wireless-Kopfhörer)
gegeben. Das Kabel ist direkt am Kopfhörer solide verschraubt, das alles
hinterlässt einen durchdachten und zugleich edlen Eindruck.
Testequipment
Klang
CD, Andrea Bocelli, „Andrea“, Track 2: L’Attesa:
Der MDR-Z1000 rechtfertigt seinen Kaufpreis bei diesem Titel schon mit der ungemein charismatischen Stimmwiedergabe und zeigt: Dieser Edel-Kopfhörer ist viel zu schade, um ihn an einen Mittelklasse-Stereoverstärker oder AV-Receiver anzuschließen. Hier ist es durchaus sinnvoll, einen speziellen Kopfhörerverstärker einzusetzen, der eine sehr penible Signalverstärkung und dadurch optimale Signalreinheit garantiert. Nutzt man einen solchen, beeindruckt der filigrane, fast greifbare, sehr räumliche Klang, den der MZR-1000 bereit hält. Fein werden auch die Instrumente im Hintergrund durchmodelliert, Andreas Stimme ist auf der Bühne exakt zu orten, die Trennung von Stimmen und Instrumenten ist überragend. Die Streicher ertönen weich und fließend, lassen es aber gleichzeitig nicht an Detailfreude missen.
SACD, Acoustic Triangle, Interactions, Maurice Ravel, Trois Poèmes de Stéphane Mallarmé, “Soupir”, “Placet Futile”, “Surgi die la Croupe du Bond”:
Eine Herausforderung für eine hochwertige Elektronikkette stellt dieses Stück dar, da es feindynamisch sehr interessant ausgestaltet ist und Geräten, die ehr „grobmotorisch“ veranlagt sind, keine Chance lässt. Für den MDR-Z1000 hingegen ist dieses aus drei einzelnen Teilen bestehende Werk Ravels bestens geeignet, um seine Fähigkeiten ungehindert und ungefiltert entfalten zu können. Subtile Nuancen beim virtuosen Pianospiel werden sicher erfasst, die Anschlagdynamik kommt glaubwürdig zum Ausdruck. Bass und Saxophone begeistern durch die feine, sich sehr akkurat verteilende Räumlichkeit, das Volumen ist nahezu perfekt, der Kopfhörer lässt den Zuhörer bei geschlossenen Augen fest in dem Glauben, live beim Konzert dabei zu sein. Die Musiker mit ihren Instrumenten spielen vor dem geistigen Auge, mit Verve und bei gedämpftem Licht – es ist faszinierend, wie facettenreich das Klangbild ist – der MDR-Z1000 holt nahezu alle Details heraus und arbeitet diese impulstreu ein.
SACD, Thumb „3“, Track 1, Upside & Down, Down Like Me:
Die Band aus Gütersloh hat sich dem Crossover verschrieben – Sänger Claus Grabke dürfte vielen Skatern und Ex-Skatern noch als deutscher Santa Cruz-Frontdriver bekannt sein – der 19-malige Gewinner der deutschen Meisterschaft konnte sich auch international sehr gut in Szene setzen. Musikalisch feiert er auch Erfolge, mittlerweile als Solokünstler. Die auf „3“ enthaltenen Titel eignen sich sehr gut, um festzustellen, dass der MDR-Z1000 auch mit harten Crossover-Rhythmen keine Probleme hat, sondern auch hier mit Differenzierungsvermögen und intensiver Räumlichkeit Punkte sammeln kann. Die Gitarreneinsätze und die aggressive Stimme mischt der Sony zu einem fetzigen Hörerlebnis, der Klang scheint sich völlig vom Kopfhörer zu lösen, der Zuhörende fühlt sich mitten im Sound platziert.
SACD, Ludwig van Beethoven, 9. Symphonie „Ode an die Freude“, ab Beginn:
Seine feindynamischen Talente kann der MDR-Z1000 auch hier voll ausspielen. Er bietet eine plastische, den Zuhörer einhüllende Vorstellung, die praktisch alle musikalischen Ebenen sehr gekonnt berücksichtigt. Im Orchester hat jeder Musiker seinen festen Platz, der Aufbau ist klar nachvollziehbar. Brillant, aber nie aggressiv, überzeugt die Wiedergabe der Streicher durchweg. Die lebendige, gleichzeitig feine Ausgestaltung des Hochtonbereichs gefällt auch dem sehr anspruchsvollen Musikkenner. Tonal fühlt sich der Sony der Neutralität verpflichtet, er schafft es stets, eine äußerst homogene Gesamtwiedergabe zu realisieren, gleichzeitig aber auch ein sehr genaues Hinhören zu ermöglichen. Sehr impulstreu werden die teils gewaltigen Dynamiksprünge wiedergegeben, wenn urplötzlich das gesamte Orchester loslegt. Das akustisch ungemein facettenreiche Wesen dieser Symphonie erfasst der MDR-Z1000 ausgesprochen gut.
SACD, Bryan Ferry, Frantic, Titel 1, „It’s All Over Now, Baby Blue“:
Die Stimme Bryans klingt sehr fundiert und begeistert durch die exakt nachgezeichnete Stimmkontur. Kleine vokale Details finden umgehend Berücksichtigung. Die Mundharmonika-Parts kommen sehr gut heraus, das Schlagzeug klingt sehr authentisch. Top ist auch bei diesem Beispiel wieder die Räumlichkeit – man wähnt Ferry direkt im selben Raum, auf einer fiktiven Bühne direkt vor dem bequemen Sessel, in dem man den Klängen des Liedes entspannt lauschen kann.
Das Hörvergnügen wird durch den hervorragenden Sitz gesteigert, der recht
leichte Kopfhörer sitzt auch nach Hörsessions über mehrere Stunden noch
bequem auf dem Kopf. Störgeräusche von Außen werden effektiv gefiltert. Die
Ohrpolster sind nicht zu schweißtreibend und aus sehr angenehmem
Material.
CD, Within Temptation, The Heart Of Everything, Track 1, „The Howling“:
Der sensible, feine Beginn steht im krassen Gegensatz zum nachdrücklichen, massiven Stil nach dem ersten großen Dynamiksprung. Der MDR-Z1000 bietet in allen Situationen eine unerschütterliche Souveränität: Klar, feindynamisch exzellent durchzeichnet, ertönt der Beginn. Dann trumpft der Sony urplötzlich mit ungemeiner Kraft, tollem Volumen und viel grobdynamischem Schwung auf und ermöglicht eine emotionale, tiefgehende Wiedergabe des Songs. Die Stimme der Sängerin geht bei allem instrumentalen Gewitter nicht unter, sondern wird mit jederzeit klarer Kontur erfasst. Tempowechsel werden mit untadeliger Impulstreue umgesetzt. Die E-Gitarre klingt enorm realistisch, das Schlagzeug wird mit Punch dargestellt.
CD, Sunshine Live, Volume 35, CD 1, Track 8: Starkillers – „Cantina“:
Mit herausragenden Talenten kann der MDR-Z1000 auch bei diesem Track aufwarten: Kraftvoll, exakt und mit einer bestechenden Basswiedergabe macht der Kopfhörer unmissverständlich klar, dass er nicht nur der richtige Partner für die Wiedergabe sensibler Musik ist, sondern dass er genauso gut auch „richtig“ zupacken kann und einen mitreißenden Club-Sound entfesselt – die Bass-Salven werden mit Wucht abgeschossen, die mexikanisch-tradionellen Instrumentalanteile werden gleichzeitig in ausgesprochen exakter und detaillierter Art und Weise wiedergegeben. Die Räumlichkeit sticht – wie schon in den anderen Beispielen – ebenfalls hervor und sichert dem Zuhörer ein dichtes, intensives Hörerlebnis.
CD, Future Trance, In The Mix, Greatest Club Anthems, CD 2, Track 7 – Guru Josh Project, „Infinity 2008“, DJ Klaas
Remix:
Auch bei diesem Club-Evergreen sichert sich der MDR-Z1000 eine hervorragende Bewertung. Der Bass hat Energie, dickt aber nicht auf und trifft genau den Punkt. Die Stimmanteile stehen wunderbar frei im fiktiven Raum, die instrumentalen Teile sind von exzellenter Durchhörbarkeit geprägt. Der Aufbau des Songs ist jederzeit nachvollziehbar, gern nimmt der MDR-Z1000 auch die Wünsche derjenigen Hörer entgegen, die den Musikgenuss mit hohem Pegel schätzen: Der Kopfhörer bleibt auch bei forscher Lautstärke gelassen und bringt den harten Beat des Songs exakt und kraftvoll zum Zuhörer. Das Differenzierungsvermögen leidet auch bei größeren Pegeln nur sehr geringfügig.
Fazit

Der Sony MDR-Z1000 bietet ein ungeheueres Potential, das auch den versierten
und erfahrenen Anwender überraschen dürfte. Mit erlesener Materialqualität
und toller Verarbeitung bis ins Detail macht der edle Kopfhörer schon optisch
deutlich, dass er etwas Besonderes ist - und er lässt auch akustische Taten
folgen: Mit beispielhafter Räumlichkeit, enormem Detailreichtum, überragender
Grob- und Feindynamik sowie hervorragender Belastbarkeit lässt er keine Zweifel
daran aufkommen, dass er Maßstäbe in seiner Preisklasse setzen möchte.
Der Sony MDR-Z1000 setzt Maßstäbe: Auf eine erstklassige
Verarbeitung trifft ein zutiefst fesselndes Klangerlebnis

Kopfhörer Oberklasse
Test 13. Mai 2011
+ Erstklassige Räumlichkeit
+ Hochpräzise Detaillierung
+ Überragende Grob- und Feindynamik
+ Enorme Belastbarkeit
+ Erstklassige Material- und Verarbeitungsqualität
Test: Carsten Rampacher
Fotos: Thomas Hermsen
Datum: 13.05.2011
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