TEST mit Display Basic Check: Toshiba 55M7463D

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Das von uns auf den „Toshiba Heimspielen“ bereits vorgestellte neue FullHD-Modell, der 55 Zoll große M7, ist bei uns in der Redaktion eingetroffen. Zum Preis von 1.499 EUR wartet der Premium TV mit PRO LED700 Backlight für 75% mehr Leuchtkraft und einem Wide Colour Gamut IPS-Display auf, was Toshiba unter dem Begriff „CEVO Picture“ zusammenfasst. Dazu gehört eine direkte und lokal steuerbare LED-Hintergrundbeleuchtung, die aufgrund der höheren Produktionskosten aktuell kaum in anderen TV-Geräten zu finden ist. „CEVO Audio“ kümmert sich respektive um die akustische Performance des Fernseh-Gerätes, das durch einen satten Klang und besonderer Optimierung im Bassbereich begeistern möchte. Hinzu kommen Smart TV- und Multimedia-Dienste sowie ein Red Dot Award-prämiertes Design.

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Schmaler Rahmen in Hochglanzschwarz

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Rückseite

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Silberner Standfuß

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Standfuß von der Rückseite aus gesehen

Der auf einem silbernen Ständer fußende Flachbildschirm macht optisch einen sehr schicken Eindruck. Seitlich und oben sind die schmalen Rahmenleisten in hochglanzschwarz gehalten, die untere Leiste, bei der sich links das Toshiba-Logo und rechts der beleuchtete Power-Button sowie der IR-Sensor befindet, ist mattschwarz. Der Standfuß ist, wie bereits erwähnt, silbern, aus Metall gefertigt und bietet dem Gerät sicheren Halt. Die Rückseite ist aus Kunststoff gefertigt und beherbergt Anschlüsse sowie vier Knöpfe zur Bedienung direkt am Gerät. Die Verarbeitung ist insgesamt solide, das Spaltmaß gleichmäßig und gering. Trotz der direkten Beleuchtungstechnologie, bei der die einzelnen LEDs flächenmäßig hinter dem LC-Display platziert sind, ist der TV sehr flach. Frühere „Full LED-Backlight“-TVs waren deutlich breiter als konventionelle EDGE LED LCD-TVs.

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Fernbedienung

Die Fernbedienung ist sehr leicht und hat recht üppige Abmessungen. Das sorgt für großzügig dimensionierte Tasten der Remote. Etwas unterhalb der Mitte ist ein Navigationskreuz mit mittig platzierter OK-Taste und umliegenden Direkt-Tasten zu Einstellungen und EPG. Darüber sind Smart TV-Tasten und wiederum darüber die Programwechsel- und Lautstärketasten untergebracht. Der Power-Button ist oben in der Mitte, links daneben wählt man die Quelle. Das Tasten-Layout ist durchdacht und der Druckpunkt ausgezeichnet.

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Eine der beiliegenden 3D-Brillen

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Passive 3D-Brille

Bei den beiliegenden 3D-Brillen, vier an der Zahl, handelt es sich um passive Polfilterbrillen. Diese sind komplett aus Kunststoff gefertigt und, da keine Technologie wie in den aktiven Shutterbrillen steckt, sehr leicht. Auch Brillenträger sollten mit der Toshiba-Brille zurechtkommen.

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Anschluss-Übersicht

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Rückseitige Anschlüsse

Der Toshiba M7 bringt vier HDMI-Anschlüsse mit, dazu Komponentenvideo, Scart AV und VGA für PC-Anschluss. Audioseitig gibt es einen optischen Digitalausgang und analoge Cinch-Eingänge. Ein Ethernet-Slot und zwei USB-Anschlüsse beschreiben die Multimedia-Schnittstellen. Hinzu kommen DVB-C und LNB-Satellitenanschlüsse sowie ein CI+ Slot.

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Sprachwahl bei der Erstinstallation

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Übersicht

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Autoview-Modus für automatische Bildeinstellungen

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Wandmontage oder Standfuß

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Netzwerkeinrichtung

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Netzwerk-Überprüfung erfolgreich

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Aktivieren, damit der TV via Smartphone/Tablet gesteuert werden kann

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Signal für den TV-Empfang wählen

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Sendersuchlauf

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DVB-C Sender

Der Einrichtungsassistent des Toshiba TVs umfasst eine Reihe elementarer Einstellungen. Darunter die Wahl der Menüsprache, den Standort und ob der TV an der Wand montiert ist oder auf einem Tisch steht. Darüber hinaus kann man AutoView aktivieren, ein lichtempfindlicher Sensor prüft dabei stets das Umgebungslicht und passt die Bildparameter diesbezüglich an. Natürlich kann auch ein Sendersuchlauf durchgeführt werden, lediglich das gewünschte Signal für den TV-Empfang muss vorher festgelegt werden.  Außerdem wird die Internetverbindung eingerichtet und festgelegt, ob der TV mit einem Smartphone oder Tablet interagieren soll.

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Toshiba „Cloud-Einrichtungsassistent“

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Registrierung

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Einstellungen für den MediaGuide

Im letzten Schritt wird noch kurz der „Cloud-Einrichtungsassistent“ durchgeführt. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Einstellungen für den MediaGuide, der ein verbessertes EPG darstellt und besonders mit der MediaGuide Replay einen Benefit für den Anwender bietet. Dabei „lernt“ der MediaGuide die Sehgewohnheiten des Anwenders und zeichnet, eine externe USB-Festplatte vorausgesetzt, Sendungen und Programme, die für den Nutzer interessant sein können, automatisch auf. Der Tatort-Fan, der am Sonntag nicht zuhause ist, kann sich so am nächsten Tag auf die automatische Tatort-Aufzeichnung freuen. Der Fußball-Fanatiker verpasst kein WM-Spiel mehr, natürlich muss im Vorfeld der WM Fußball geschaut werden, damit der MediaGuide die Interessen des Anwenders bereits kennt.

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Einstellungen – Bild

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Erweiterte Bildeinstellungen

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Expertenbildeinstellungen

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Integriertes Testbild

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RGB Modus

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Weißabgleich

Das Einstellungsmenü des Toshiba Menü beginnt mit den Bildeinstellungen. Darin kann zunächst aus verschiedenen Bildmodi gewählt werden. Neben AutoView, Dynamisch und Standard, die für helle Umgebung konzipiert und eher dynamisch und farblich recht kühl sind, kommen die für Toshiba üblichen – und bewährten – Hollywood Pro, Hollywood-Tag & Hollywood-Nacht zum Einsatz.

Dazu gibt es konventionelle Schieberegler für Panelbeleuchtung, Kontrast, Helligkeit, Farbe, Farbton und Schärfe. In den erweiterten Bildeinstellungen ist der ColourMaster (bei Aktivierung Farbmanagement von Primär- und Sekundärfarben), Einstellungen zur Farbtemperatur, der dynamischen Hintergrundbeleuchtung und der Rauschunterdrückung zu finden. Dazu Resolution+ zur Optimierung von SD-Inhalten, Scene+ und der Automatische Helligkeitssensor. Die Zwischenbildberechnung heißt nun ClearScan und kann ebenfalls hier aktiviert bzw. feinjustiert werden.

In den Expertenbildeinstellungen – hier würde auch gut das Farbmanagement hineinpassen – ist der Weißabgleich und RGB-Filter untergebracht. Außerdem ein Universaltestbild.

Wie von Toshiba bereits gewohnt, ist der Video-EQ äußerst umfangreich und sogar in der Mittelklasse absolut vollwertige Kalibrierungsmöglichkeiten inklusive Weißabgleich und CMS integriert, top! Zudem scheinen die Hollywood-Bildmodi für eine authentische Filmwiedergabe out-of-the-box sehr gut geeignet sein, das werden wir im Display Basic Check noch genau prüfen.

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Toneinstellungen

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Weitere Einstellungen

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Spracheinstellungen, Sendersuchlauf, etc.

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Netzwerk-Setup

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EPG

Die grafische Benutzeroberfläche von Toshiba ist optisch ansprechender und vor allem farbenfroher geworden. Kleine Icons veranschaulichen die einzelnen Menüpunkte, die passend platziert und auch von weniger versierten Anwendern schnell durchschaut sind. Auf elementare Optionen wie das Einstellen des Bildformates, das EPG oder den Bildmodus kann man direkt mit der Fernbedienung oder über das Quick-Menü zugreifen. Die Navigation durch das Menü geht flott von der Hand, das Reaktionsverhalten des TV-Gerätes müssen wir keinesfalls kritisieren.

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Im M7 ist Toshibas große Smart TV Cloud Plattform integriert

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VoD- und weitere Entertainment-Apps

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Verschiedene Kategorien – hier Spiele

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Sonstige Kategorien wie News, Sport & Internetradio

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Mediatheken und sonstiges, zusammengefasst unter dem Begriff TV

Das Media Guide Replay Feature, bei dem für den Anwender interessante Sendungen oder Serien-Folgen automatisch aufgezeichnet werden, haben wir bereits kurz umrissen. Durch das Anlegen einzelner Profile ist es zudem möglich, die Vorzüge verschiedener Nutzer zu analysieren und zu speichern. Media Guide Replay legt dann einen „personalisierten TV-Sender“ an, bei dem die aufgenommenen Inhalte in Form einer Playlist präsentiert werden.

Die Smart TV Cloud Plattform ist in verschiedene Kategorien unterteilt, darunter Spiele, Sonstiges, Video-on-Demand, TV (Mediatheken und mehr), Media Guide Replay mit personalisiertem TV-Sender und „Empfohlene Apps“, die ebenfalls nach dem Anwendungsprofil des Nutzers ausgesucht werden. Zu den integerierten, enorm vielfältigen Apps, zählen natürlich Klassiker wie Youtube & Twitter

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Der Toshiba TV ist Intel Wireless Display kompatibel

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Natürlich ist auch ein Browser integriert

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Kategorie-Auswahl von unserem DLNA-Server

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Musik-Wiedergabe

Der Toshiba unterstützt die Intel Wireless Display Technologie, mit der Bildinhalte von geeigneten PCs oder Mobilgeräten drahtlos und ohne komplizierte Konfiguration direkt am TV-Gerät angezeigt werden können. Zudem ist natürlich ein Browser installiert.

Eine weitere wichtige Funktion ist die Wiedergabe von Musik sowie Fotos und Videos von einem USB-Medium oder einem DLNA-Server im Netzwerk. Im persönlichen Home-Bildschirm der Smart TV Plattform finden wir die Buttons „Meine Fotos“, „Meine Musik“ und „Meine Videos“. Jeweils unter dem Punkt können wir das Quellgerät, sofern mehrere vorhanden, auswählen und dann die gewünschten Dateien wiedergeben.

Der TV gibt MP3- und AAC-Dateien wieder, hochauflösende FLAC-Dateien jedoch nicht. Bei Bildern gelingen JPEGs, Bitmap- und auch PNG-Dateien. Bei den Videos zeigt sich der Toshiba TV sehr flexibel. Sämtliche Dateiformate werden wiedergegeben, darunter DivX-avi, AVCHD, MPEG, WMV, Quicktime MP4 und MOV sowie MKV-Container mit h.264 codierten Inhalten und AVCHD. Die Navigation ist manchmal etwas träge und mit leichten Verzögerungen verbunden, wirkt also nicht ganz so flüssig wie im Menü oder der Smart TV Plattform, geht aber bei Videos am schnellsten von der Hand.

Bild

Display Basic Check powered by

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Wir wählen beim Toshiba M7 ein geeignetes Bildfeld aus, das unserem subjektiven Eindruck nach der authentischen Kino-Darstellung bereits sehr nahe kommt. Beim Toshiba TV ist dies zweifelsohne einer der Hollywood-Modi. Da wir die Messungen in einem komplett abgedunkelten Raum durchführen, ist der Hollywood Tag Modus ungeeignet, bei externem Lichteinfall kann er aber gut eingesetzt werden. Wir entscheiden uns aufgrund der maximalen Konfigurationsmöglichkeiten für den Hollywood Pro Modus.

Für eine perfekte Helligkeitseinstellung in unserer Umgebung müssen wir die Helligkeit noch um zwei Steps anheben, um beim PLUGE-Testbild auf ein perfektes Ergebnis zu kommen. Wie wir es erwartet haben, ist die Helligkeitsverteilung dank der direkten Full LED-Backlight-Beleuchtung sehr homogen. Leider kommt der TV nicht ganz ohne Hot Spots aus. Dabei handelt es sich nicht um starke Ausprägungen aber die linke obere und untere Ecke erscheint geringfügig heller als der übrige Bildschirm. Dennoch ist er vielen EDGE LED LCD-TVs diesbezüglich überlegen. Bei den Reverse Grey Ramps & Steps zeigt der Toshiba eine ausgezeichnete Grautreppe, bei der auch im Überweiß noch solide differenziert werden kann. Beim Overscan-Testbild fällt auf, dass auch im Hollywood-Modus noch Overscan aktiv ist. Das Bildformat muss von „Breitbild“ auf den Wert „Nativ“ gesetzt werden, dann erfolgt eine pixelgenaue Darstellung. Die Schärfe ist beim voreingestellten Wert „0“ perfekt und muss nicht verändert werden, alles darüber hinaus wäre für Blu-ray HD-Material schon einen Tick zu scharf.

uebersicht1

Übersicht 1

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Gamut

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Gamut Luminance

uebersicht2

Übersicht 2

uebersicht3

Übersicht 3

rgb_balance

RGB Balance

farbtemperatur

Farbtemperatur im Balken- und Kurvendiagramm

Die ersten Eindrücke im Display Basic Check sind nicht überragend, aber in Ordnung. Der HD-Farbraum wird im Hollywood-Modus gut beschrieben, Abweichungen gibt es besonders bei den Sekundärfarben Magenta und Cyan, die nur noch ganz knapp bzw. nicht mehr ganz im Toleranzbereich liegen. Die Farbhelligkeit in Relation zum Referenz-Weiß ist sehr gut, Rot weicht am stärksten ab. Der Weißpunkt der verschiedenen IRE-Bereiche im Zoom liegt nahe beieinander, allerdings etwas nach unten ins grün-bläuliche verschoben. Die Gammakurve zeigt hingegen ein ausgezeichnetes Ergebnis, sie verläuft sehr nahe an der Ideallinie und auch der Gammapunkt ist auf einen Wert zwischen 2,35 und 2,4 hin optimiert, sehr gut! Die Farbtemperatur ist leider klar zu kalt und liegt kontinuierlich über den vorgegebenen 6500 K. Bei der RGB Balance ist auch eine Überrepräsentation der Primarfärbe Blau gut zu sehen. Vereinzelt sehr gut, aber mit Schwächen.

Praxisbetrieb

Bei Casino Royale, zugespielt von unserem Panasonic Blu-ray Player in 1080p24, zeigt der Toshiba ein sehr natürliches und angenehmes Bild. Zu Beginn des zweiten Kapitels zeigt sich die provisorische Kampfarena auf Madagaskar mit guter räumlicher Staffelung der einzelnen Bildebenen, darunter die Zuschauerränge, verfallene Häuser und Wellblechhütten im Hintergrund. Die 24p-Darstellung ist gut, aber nicht überdurchschnittlich, bei lang gezogenen Kamerafahrten werden Kenner ganz leichte Schwächen erkennen, im eigentlichen Praxisbetrieb wird dies aber den wenigsten auffallen. Aus dem Display Basic Check können wir auf eine zu kühle Farbtemperatur schließen, in der Praxis wird aber auch das nur geschulten Augen stärker auffallen. Die Farben wirken zueinander recht stimmig und nicht extrem unterkühlt, so dass noch ein natürlicher und weitgehend kinogerechter Look entsteht. Die Detail- und Kantenschärfe ist durchgehend auf hohem Niveau, Feinheiten im Gesicht der Schauspieler oder Strukturen an Kleidung und sonstigen Objekten wird exzellent herausgearbeitet. Auch Kontrast und Schwarzwert wirken sehr gut, die Differenzierung verschiedener Grautöne gelingt exzellent. Dank der Platzierung der LEDs hinter dem Display als Fläche können Helligkeitsunterschiede sehr präzise dargestellt werden, ein klarer Vorteil gegenüber EDGE LED LCD-Geräten, die häufiger mit Halos und nicht perfektem Kontrast zu kämpfen haben. Bei der schnellen Verfolgungsjagd bietet der Toshiba hohe Bewegungsschärfe und ein angenehmes, stabiles Bild, dass dadurch auch bei längeren Filmabenden nicht anstrengend wird. Auch die durch die Luft gewirbelten Rohre, die umherfliegenden Steine und die Explosion auf der Baustelle sorgt nicht für übermäßige Unruhe im Bild und wird artefaktlos dargestellt.

Toshibas Zwischenbildberechnung namens ClearScan funktioniert recht gut. Der 24p-Judder wird gekonnt eliminiert und Kamerafahrten gelingen sehr geschmeidig. Der Nachteil ist natürlich ein leichter Video-Look, mit denen Freunde der sehr flüssigen Bildwiedergabe leben müssen, die Farbgebung bleibt aber kinogerecht. Artefakte sind nur bei sehr schnellen Bewegungen von Objekten zu beobachten, dann treten Unruhen an Kanten und Doppelkonturen auf. Wer die Frame-Interpolation nutzen möchte, findet nicht überdurchschnittlich viele Schwächen, aber ein paar unumgängliche Nachteile vor.

Bei der 3D-Wandlung, die wir soeben aktiviert haben, ist ClearScan automatisch deaktiviert und kann auch nicht aktiviert werden. Dafür ist die 3D-Judder Verminderung auf automatisch gesetzt, was ebenfalls eine Form der Frame-Interpolation darstellt. Ähnlich wie im 2D-Betrieb treten Artefakte und unruhige Kanten nur bei schnellen Bewegungen auf, ansonsten wirkt das Bild sehr geschmeidig. Der 3D-Effekt ist recht gut mit verbesserter Ebenenstaffelung und solider Objektplastizität. Ohne Judder-Verminderung finden wir das Bild noch angenehmer und stabiler. Der Auflösungsverlust fällt eher bei ruhigen Szenen und Nahaufnahmen auf. Die Farbgebung entspricht in etwa dem 2D-Betrieb und auch der Helligkeitsverlust hält sich, erwartungsgemäß da es sich um passive 3D-Technologie handelt, in Grenzen.

Natürlich haben wir uns auch die native 3D-Darstellung angesehen und spielen dem M7 dafür „Avatar“ mit unserem Panasonic DMP-BDT500 zu. Beim Kameraflug über das Baumkanapee des Dschungels von Pandora wird eine gleichmäßige Bewegung erzielt, allerdings sieht man hier schon einen, bedingt durch die Reduzierung der Auflösung bei passiver 3D-Technologie, leichten Auflösungsverlust. In der folgenden Nahaufnahme fällt es nicht so sehr auf und die Feinheiten im Gesicht von Jake Sully werden gut herausgearbeitet. Der 3D-Eindruck gefällt besonders, als Jake aus dem Cryo-Schlaf erwacht und seine Kapsel im Langstreckenraumschiff herausfährt. Die verschiedenen Ebenen der zahlreichen Soldaten und Wissenschaflter kommen klar heraus. Auch in der folgenden Szene, in der das riesige Schiff durchs All schwebt, begeistert uns die Objektplastizität. Bewegungen einzelner Objekte gelingen zudem ebenfalls ruhig und stabil. Die Farbgebung wirkt etwas kühl, aber recht dynamisch und ansprechend. Ghosting fällt erfreulicherweise nur in sehr seltenen Fällen und dann eher geringfügig auf, insgesamt ein angenehmes 3D-Erlebnis, dass man problemlos einen gesamten Film, auch mit Überlänge, genießen kann.

Von der Bildruhe und Stabilität beim Upscaling von 576p auf 1080p sind wir in der ersten Szene der dritten Star Wars Episode begeistert. Die nach hinten ablaufende Schrift ist zwar etwas zurückhaltend bezüglich ihrer gelben Farbgebung, zeigt aber kaum Treppenstufenbildung und sonst keinerlei Artefakte. Selbst im hinteren Bildbereich, in dem zumeist Kantenzittern und Wellenbewegungen beginnen, ist lediglich eine leichte Unruhe an den Lettern zu erkennen, zudem bleicht das Gelb noch etwas stärker aus. Auch der Schwarzwert macht einen ausgezeichneten Eindruck auf uns, die schwarzen Balken und der schwarze Hintergrund gehen beinahe nahtlos ineinander über. Zahlreiche Sterne werden ohne Halos oder ähnliches herausgearbeitet. Hier sehen wir die Stärke des Full LED-Backlights, der Bildschirm ist homogen ausgeleuchtet und zeigt keine unerwünschten, deutlich helleren Stellen. Beim Schwenk auf den Sternzerstörer bleibt der Toshiba ebenfalls ruhig, nur die obere diagonale Linie des Schiffes zittert leicht, ansonsten steht er plastisch im Raum. Die kleinen Raumjäger werden ebenfalls stabil abgebildet. Beim Abnicken der kleinen Schiffe wird uns ein räumlich bis in die Tiefe gestaffeltes Panorama der Belagerungsschiffe über Coruscant geboten. Im Kampfgeschehen mit vielen umherfliegenden Geschossen und Droiden bleibt das Bild stabil. Auch der gebotene Kontrast gefällt ausgezeichnet und bei den Nahaufnahmen der Schauspieler in den Cockpits sehen wir Detailreichtum in den Kleidungs- und Gesichtsstrukturen. Sehr scharf, aber nicht überzogen wird hier ein kinogerechtes Bild erreicht.

Beim Live TV bietet der Toshiba bei den öffentlich-rechtlichen HD-Sendern, die ihre Sendungen in 720p ausstrahlen, ein ruhiges und detailscharfes Bild. Rauscharm und stabil wird das auf 1080p skalierte Bild präsentiert, auch bei Kamerafahrten oder schnellen Bewegungen bleiben Objektkanten stabil und sauber. Nur stellenweise tritt dann leichte Treppenstufenbildung auf. Mit Pixelwölkchenbildung oder sonstigen Artefakten hat der Toshiba nicht zu kämpfen, auch bei Laufschriften ist davon nichts zu sehen. Insgesamt ein sehr angenehmes Bild, mit guter Plastizität und lebendiger, aber natürlicher Farbgebung. Prinizipiell, wie man ein gutes HD-Bild im Live TV-Betrieb erwartet. Natürlich hängt die endgültige Performance auch von der Qualität der Produktion der Sendeanstalt ab, insgesamt holt der Toshiba TV aber viel raus.

Auch bei privaten Sendern mit 1080i-Ausstrahlung macht der Fernseher eine gute Figur, die DeInterlacing-Einheit scheint ebenfalls sehr gut zu sein, da wir kaum Unterschiede zur Skalierung von 720p-Signalen feststellen können. Ganz genau lässt sich, aufgrund der schon angesprochenen Qualitätsunterschiede bei der Programmproduktion, das natürlich nicht sagen. Im SD-Betrieb ist das Bild natürlich weniger detailscharf, aber nicht übermäßig stark verrauscht. Auch Artefakte treten nicht in größerem Umfang auf, die Kantenstabilität nimmt aber ab. Die Farbgebung ist nicht ganz so dynamisch, aber immer noch authentisch.

Konkurrenz

Im Konkurrenzumfeld tummelt sich bei uns aktuell der Philips 55PFK7189, der zwar etwas teurer ist, aber im gegenwärtigen WM-Bundle mit einer SoundStage daherkommt, die den TV akustisch erheblich unterstüzt. Der Philips hat ebenfalls Schwächen im Display Basic Check, allerdings nicht so sehr bei der Farbtemperatur sondern hauptsächlich beim Gamma, bei dem der Toshiba sehr gut abschneidet. Das Upscaling auf 1080p beherrschen beide Modelle sehr gut und auch bei der Blu-ray Wiedergabe schlagen sich beide ausgezeichnet, wenn hier auch der Toshiba aufgrund seiner Full LED-Backlight-Technologie besonders im Kontrast und Schwarzwert die Nase vorne hat. Beim Philips muss man auch zwingend darauf achten, das kein Standard-Bildmodus ausgewählt ist, da dieser stark überschärft ist. Verarbeitungs- und Materialqualität kann bei beiden TVs überzeugen, wenn auch bei Philips etwas mehr Metall bzw. Aluminium zum Einsatz kommt.

Im FullHD-Segment bleibt noch der Samsung H8090, der allerdings mit 2.599 EUR für das Modell in 55 Zoll noch einmal deutlich teurer als der M7 ist und als Samsungs FullHD-Flaggschiff gilt, der Vergleich hinkt also. Für den Mehrpreis erhält man ein Curved Display mit opulenter Ausstattung und hervorragenden visuellen Eigenschaften. Der Toshiba kann hier insgesamt gesehen nicht mithalten. Er hat allerdings einen entscheidenden Vorteil, die fast komplett homogene Helligkeitsverteilung dank der Full LED-Backlight-Technologie. Aufgrund der enormen Processing-Power navigiert man mit dem Samsung noch etwas geschmeidiger durch das ansprechende Menü oder die zahlreichen Smart TV-Angebote.

Klang

Der gebotene Pegel des Toshiba TV-Gerätes ist respektabel und beschallt auch größere Wohnzimmer ohne Probleme, wenn auch im maximalen Bereich die Woofer bei tieferen Sequenzen eher überfordert sind. Im Alltagsbetrieb kann der M7 mit guter Sprachverständlichkeit überzeugen, auch baut der TV eine recht solide Stereobühne auf und der Klang löst sich recht gut vom TV. Allerdings wirkt alles ein wenig, wie bei der Konkurrenz nicht anders, metallisch und konzentriert auf die Mitten. Das führt bei actionlastigen oder dramatischen Filmen natürlich nur bedingt zu einer mitreißerischen Atmosphäre, die nur mit zusätzlichen Hilfsmitteln – von der Soundbar bis zum ausgewachsenen Surround-System – erreicht werden kann. Natürlich gibt es verschiedene Ton-Modi, die unterschiedlich in den Frequenzverlauf eingreifen, aber an der endgültigen Performance nur geringfügig ändern.

Fazit

Toshiba 55M7463D Front Seitlich2

Der Toshiba 55M7463D setzt in der Mittelklasse durch die Integration von exklusiven Technologien, die bisher nur in sehr teuren Geräten zum Einsatz kam, Akzente. Allem voran steht die Full LED-Backlight Technologie, bei der die LEDs nicht wie sonst bei EDGE LED LCD-Geräten üblich an den Rändern des Displays sitzen sondern flächenmäßig hinter dem Display verteilt und in steuerbaren Clustern unterteilt sind. Das sorgt, und das konnten wir in der Praxis bestätigen, für eine besonders homogene Helligkeitsverteilung und sehr gute Kontrast- und Schwarzwerte. Auch die übrigen Parameter sorgen beim Toshiba für ein angenehmes und natürliches Bild, wenn auch die Farbtemperatur im Hollywood-Modus nicht ganz so authentisch ist wie bei früheren Generationen. Dennoch wird hier visuell hohe Performance geboten, das gilt auch für das Upscaling von DVD-Material und Live TV. Multimedial ist die große Smart TV-Platfform integriert, die neben zahlreichen Internetangeboten besonders mit der Media Guide Replay-Funktion unter Verwendung einer externen USB-Festplatte und intelligenten Aufnahme-Funktionen Benefits bietet.

Mit Full LED-Backlight im visuellen und MediaGuide Replay im multimedialen Segment platziert sich der Toshiba 55M7 in der Mittelklasse weit vorne
ueberragend
Test 17.06.2014

+ Sehr guter Schwarzwert und Kontrast
+ Full LED-Backlight-Technologie
+ Schicke Optik
+ Ausgezeichnetes Upscaling
+ Guter Tuner
+ MediaGuide Replay mit automatischer Aufnahmefunktion
+ Verbesserte grafische Benutzeroberfläche

– Farbtemperatur zu kalt
– Frame-Interpolation mit kleinen Schwächen

 

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich




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