TEST: IOTAVX 7-Kanal Endstufe AVXP1 – Kraft satt für 1.199 EUR?

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Viele Heimkino- und Mehrkanal-Liebhaber, die Wert auf hohe Performance ihrer Komponenten legen, träumen von einer Vor-/Endstufen-Kombination. Meist allerdings sind diese „Teams“ aus Mehrkanal-Prozessor und Mehrkanal-Endstufe äußerst kostspielig. Und für viele heißt es schnell: Traum ausgeträumt. Das muss aber nicht sein, denn mit der IOTA VX AVXP1 gibt es bereits für 1.199 EUR eine veritable Siebenkanal-Endstufe, die optisch schlicht auftritt, aber mit hervorragenden Leistungsdaten auftrumpfen kann. Erhältlich ist die Endstufe im Vertrieb bei XTZ Deutschland auf www.hifipilot.de.

IOTAVX AVXP1 Verarbeitung

Detailverarbeitung auf hohem Level

Die AVXP1 ist eine 7-Kanal Class AB Endstufe mit 150W (8Ω, 2 Kanäle), 120W (8Ω, 7 Kanäle), 250W (4Ω, 2 Kanäle), beziehungsweise 170W (4Ω, 7 Kanäle) – da bleibt kaum ein Wunsch offen, für sehr große Installationen kann man sich sogar zwei dieser Endstufen holen, dann ist es auch möglich, große Konfigurationen zu betreiben. 

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Mit über 30,3kg Gewicht ist die AVXP1 ein richtiger Bolide, das zeigt sich überdies in der Aufnahmeleistung von 1300W, welche der gewaltige Ringkerntrafo bereit stellt. Große Aluminium-Kühlelemente stehen für jeden Verstärkerzug zur Verfügung. Das ist deutlich mehr Aufwand, als in vielen anderen Mehrkanal-Endstufen betrieben wird, wo sich beispielsweise nur ein Kühlelement für alle Endstufenzüge im Inneren befindet.

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Hochwertigkeit dominiert auch im Detail

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Elko-Sektion

Für kurzfristige Impulse stehen Kondensatoren mit einer Kapazität von satten 90.000µF zur Verfügung. Die Endstufe kann sowohl mit XLR- als auch Cinch-Kabeln angeschlossen werden.

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Anschlusssektion im Detail

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Rückseite komplett

Die geschirmte Netzteilsektion, große Alu-Kühlelemente und identische Arbeitsbedingungen für alle sieben Endstufen: Was das Layout angeht, könnte die AVXP1 auch locker mehr als 2.000 EUR kosten. 

Also hervorragende Eindrücke bislang – aber nun klären wir die mit Abstand wichtigste Frage: Wie klingt die massive Siebenkanal-Endstufe in den praktischen Testreihen?

Klang

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Onkyo PR-RZ5100

Als zuverlässiger Partner während der Testsequenzen kommt unsere Onkyo PR-RZ5100 Vorstufe zum Einsatz und übernimmt die Verarbeitung und Weiterleitung der akustischen Signale an die AVXP 1. Wir beginnen mit der „2L – The Nordic Sound“ Blu-ray und den darauf befindlichen Aufnahmen in 5.1 DTS-HD Master Audio. Schon nach Erklingen der ersten Takte wird deutlich, dass die AVXP1 enorm schnell und kraftvoll zupackend agiert. Wir schmähen natürlich keine hohen Pegel und sind sofort begeistert, wie mühelos, flink und reaktionsschnell die Endstufe anspruchsvolle Dynamiksprünge meistert. Trotz dieses sofortigen „zur Stelle seins“ liefert das 7-Kanal-Modell einen sehr angenehmen, harmonischen und beinahe umschmeichelnden Sound der Streicher. Auch bei hoher Lautstärke im nicht allzu großen Hörraum sind Spitzen klar und brillant, aber nie aggressiv.

Von der Bühnenstaffelung und Instrumentaldifferenzierung sind wir begeistert. Die Kombination aus der Onkyo Vorstufe und der IOTAVX AVXP1 gelingt hier eine sehr breit gefächerte Kulisse mit klarer Ortung der einzelnen Instrumente. Auch die Räumlichkeit setzt gerade in dieser Preisklasse Maßstäbe, wenn wir hier natürlich auch die hervorragende Loslösung des Klangs der verwendeten nuLine Lautsprecher von Nubert erwähnen müssen. Besonders die tolle Synthese aus hoher Geschwindigkeit und dem angenehmen Charakter des Gesamtbildes gefällt und lädt den Zuhörer zu langen Hör-Sessions ein.

Diese dürfen dann auch durchaus, wie schon eingangs erwähnt, mit einem beachtlichen Pegel genossen werden. Die IOTAVX Endstufe ruft, selbst bei Belastung aller Kanäle eine absolut souveräne Leistung ab und meistert selbst ein komplexes Geschehen und enorme Dynamiksprünge, ohne sprichwörtlich „mit der Wimper zu zucken“. Ohne die Unterstützung eines aktiven Subwoofers liefert die Endstufe bei der 2. Blu-ray von „Tiesto – Elements Of Life, Copenhagen“ in DTS-HD Master Audio eine brachiale Sound-Atmosphäre mit Großraumhallen-Feeling. Der Kickbass kommt mit sattem Punch daher, das tiefer liegende Bassfundament selbst wirkt sehr voluminös und mächtig. Auch hier können wir bestätigen, dass enorme Reserven vorherrschen. Solange die Größe des Hörräums nicht ebenfalls die Dimensionen einer Großraumhallendisco annimmt, bleibt unserer Meinung nach der Zuhörer der limitierende Faktor. Komplexeres Geschehen, wie z.B. viele einzelne Synthesizer-Elemente, die variabel im Raum platziert werden, löst die IOTAVX ebenfalls ohne Probleme. Sämtliche Details bleiben hörbar und gehen nicht im Surround-Konstrukt unter.

Wir schalten, lediglich hinsichtlich der Geschwindigkeit, einen Gang zurück und lassen unsere Vor-/Endstufen-Kombination den finalen Auftritt der Eagles, aufgenommen während der Farewell Tour in Melbourne, in DTS-HD Master Audio inszenieren. Trotz gemächlichen Beginns setzt das Intro zu „Heartache Tonight“ mit charakteristischem Stahlsaiten-Sound und einer räumlich enorm dichten Atmosphäre bereits Zeichen, für was noch folgen soll. Ob komplexes Musikgeschehen mit sauberer Differenziertheit und großem Dynamik-Spektrum, oder einzelne Instrumente, die mit hoher Detaillierung und klarer Zuordnung im Raum überzeugen, die AVXP1 stellt die notwendige Leistung binnen Sekundenbruchteilen zur Verfügung.

Das einsetzende Saxophon mit seinem klarem und brillantem Sound ist unverkennbar, aber auch die einzelnen Gitarren sind in der mitreißenden Soundkulisse noch problemlos zuzuordnen. Don Henleys‘ Stimme ist stets präsent und wird hervorragend in die breite und tief wirkende Bühne integriert.

Nun darf sich die Endstufe im Filmbetrieb austoben. Mit „John Wick“ stellen wir dem 7-Kanal-Modell eine anspruchsvolle Aufgabe. Den Begriff „Austoben“ nimmt auch Keanu Reaves alias John Wick im zweiten Kapitel sehr wörtlich, als er auf einem verlassenen Areal eines Flughafens die Muskeln seines Ford Shelby GT spielen lässt. Auch hier kommt dem IOTAVX AVXP 1 Leistungsverstärker seine flinke Reaktionsgeschwindigkeit und die hohen Leistungsreserven zu Gute. Die Dynamiksprünge, die sich besonders beim Schaltwechsel des Muscle Cars ausprägen, werden schlichtweg exzellent gemeistert. Stellenweise blitzt auch die Tieffrequenz-Performance durch, wenn der sich noch im Ruhestand befindliche Auftragsmörder den V8-Motor an seine Grenzen bringt.

Nach einem Sprung auf Minute 48 befinden wir uns in der Nachtclub-Szene, die dem Dieb des vorher genannten Wagens zum Verhängnis werden soll. Die musikalische Untermalung gefällt mit voluminösem Tiefbassgrollen und schlagkräftigen Kickbässen. Einzelne akustische Elemente bleiben aber stets klar und werden dabei exzellent ins Gesamtgeschehen integriert. Die dichte räumliche Atmosphäre betont das beklemmende Gefühl der Szene. Mit jedem Schuss aus der Handfeuerwaffe stellt die Endstufe die blitzschnelle Bereitstellung ihrer hohen Leistung unter Beweis und es zeigt sich erneut, wie gut die Integration und Lokalisation von einzelnen akustischen Elementen funktioniert. Die nachfolgende Kombination aus der einstudierten Kampfchoreographie und der elektronischen Musik versetzt den Zuhörer, nicht zuletzt dank der Direktheit der Komponenten, mitten ins Geschehen.

Nicht weniger eindrucksvoll präsentiert sich die IOTAVX Endstufe bei einem unserer Klassiker, „Batman – The Dark Knight“. Die ersten Minuten, in denen der Banküberfall stattfindet, werden mit exzellenter Grobdynamik und hoher Geschwindigkeit an den Zuhörer getragen. Gleich zu Beginn fällt die hervorragende Strukturdifferenzierung in den tiefsten Frequenzen auf. Mehrere Frequenzbereiche in tiefen Lagen überschneiden sich hier, die AVXP1 ist in der Lage, diese trennscharf abzubilden. Auch die Stimmwiedergabe der Schurken hinter ihren Clownsmasken gelingen sehr gut, trotz der ähnlich wirkenden Dämpfung sind die Stimmen der einzelnen Einbrecher gut zu unterscheiden.

Das pulsierende Fundament wirkt massiv und gelingt mit Fokus, dabei bleiben aber Feinheiten und strukturelle Details nicht außen vor. Brachial und geradezu brutal schleudert die Endstufe uns die Schüsse aus William Fichtners Schrotflinte entgegen. Dagegen wirken die Handfeuerwaffen, ihrem Kaliber entsprechend, geradezu harmlos. Die Surroundkulisse ist dicht und umhüllt den Zuschauer. Besonders imposant bleibt aber stets die Direktheit, die flinke Reaktion und die ungezügelte Leistungsfähigkeit des AVXP1.

Auch wenn der Stereo-Betrieb wohl nicht zum typischen Einsatzzweck der IOTAVX Endstufe zählen dürfte, erwarten wir aufgrund der bisherigen Erfahrungen ein gutes Ergebnis. Und wir werden nicht enttäuscht! Beim „Roller Mobster“ von Carpenter Brut vermag die Endstufe eine ebenso tolle Atmosphäre zu liefern wie beim Action-Thriller und bereitet den geneigten Synthwave-Fan auf das kommende Feuerwerk exzellent vor. Mit der dann erfolgenden Feuerrate haben aber selbst wir, als erfahrene Pegel-Liebhaber, kaum gerechnet. Die AVXP1 agiert auch bei zwei Kanälen unglaublich schnell und leistet sich Schnitzer nicht im Ansatz. Auch hier können wir eine exzellentes Abfangen sämtlicher Dynamikspitzen bestätigen. Untenrum liefert das IOTAVX-Gerät ebenfalls ein sehr massives und voluminöses Fundament, auf dessen Basis die pulsenden Effekte zu einem beeindruckenden Gesamtkonstrukt kulminieren. Auch bei der Alternation von langsamen Sequenzen und der sofortig folgenden Effekt-Armada kann man sich als IOTAVX-Nutzer entspannt zurücklehnen. Trotz mehr als beachtlichem Pegel wirkt die AVXP1 durchweg souverän und lässt sich ihre hohe Anstrengung zu keinem Zeitpunkt anmerken.

Essentielle Merkmale der AVXP1:

  • Agiert – unabhängig der Komplexität – extrem schnell
  • Für ihren Preis sensationelle Leistungsfähigkeit und hervorragende Pegelfestigkeit
  • Räumlich sehr dichte Atmosphäre und exzellente Räumlichkeit
  • Über Maß erhabene Grobdynamik
  • Kann auch feinfühlig und differenziert aufspielen
  • Ist sehr gut im Stereo-Betrieb verwendbar
  • Wird trotz enormem Pegel nie unangenehm
Konkurrenzvergleich

Marantz MM8077 Front Seitlich1

MM8077

Marantz MM8077 Innenleben Gesamt

Innenaufbau

  • Marantz MM8077: Für die Marantz 7-Kanal-Endstufe werden rund 1.800 EUR Marktpreis aufgerufen. Das ist deutlich mehr, als man für die AVXP1 berappen muss. Für das übrig gebliebene Geld kann man sich die AV-Vorstufe von IOTAVX  beinahe noch dazu kaufen. Die MM8077 agiert klanglich sehr ausgewogen und gefällig, im Vergleich packt die AVXP 1 aber noch entschlossener zu. Insgesamt ist es höchst erstaunlich, welche Qualität die AVPX 1 auch im Vergleich zum anerkannt guten Marantz-Konkurrenten aufweist. 

Onkyo_PR_MC5501_front

PA-MC5501

Onkyo_PA-MC5501_InnenlebenGesamt3

Solider innerer Aufbau mit gleichen Arbeitsbedingungen für jeden Endstufenzug

  • Onkyo PA-MC5501:Die Marantz MM8077 bekommt weitere Schwierigkeiten, denn beinahe um identischen Preis liefert die äußerst lebendig und gleichzeitig in sich geschlossen klingende Onkyo PA-MC5501 gleich 2 Kanäle mehr mit. Die PA-MC5501 überzeugt auch mit ihrem Auflösungsvermögen. Die Pegelfestigkeit ist sehr gut, hier scheint aber die AVXP 1 nochmals „eine Schippe drauf zu legen“. 
Fazit

IOTAVX AVXP1 Front Seitlich1

Volltreffer: Die IOTAVX AVXP1 begeistert mit extrem hochwertiger Verarbeitung besonders im Inneren und setzt in der Hörpraxis exzellente Leistungsreserven frei. Mit ihrer homogenen, gleichzeitig enorm dynamischen und differenzieren Auslegung eignet sich sich für praktisch jede Form von Mehrkanal- und Zweikanal-Quellmaterial. Für knapp 1.200 EUR wird man in diesem Marktsegment nichts Besseres finden können – so lautet unsere klare Prognose. 

Extrem kraftvoll, sehr kultiviert und detailreich aufspielend: Die AVXP1 erzielt ein sensationelles Ergebnis
preisklassenreferenz
Mehrkanal-Endstufen bis 2.000 EUR
Test 23. Oktober 2017

Test: Philipp Kind, Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 23. Oktober 2017




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