TEST: Yamaha Front Surround-Soundbar YAS-103

Yamaha YAS-103 Front Seitlich6

Yamaha macht Druck im Soundbar-Segment: Die YAS-103 läuft bei den Japanern unter der Bezeichnung „Front Surround System“ und kommt, wahlweise in weißer oder schwarzer Version, auf 239 EUR. Für den fairen Kaufpreis kann man nur überrascht sein, was man alles bekommt: Eine optisch sehr schicke Soundbar mit Bluetooth und zwei integrierten Subwoofern, AIR SURROUND XTREME für simulierten 7.1 Kanal-Klang, ClearVoice für saubere Stimmwiedergabe und die Steuerung mittels der Yamaha Home Theater App, die für Android- und Apple iOS-Devices verfügbar ist. 

Yamaha YAS-103 App 1

Die Yamaha-App im App Store von Apple

Yamaha YAS-103 App 2

 Übersichtlich und schick gestaltet

Yamaha YAS-103 App 3

 Eingangswahl

Yamaha YAS-103 App 6

 Surroundprogramme

Yamaha YAS-103 App 7

 Einstellungen 

Ein separater aktiver Subwoofer ist nicht nötig, daher lässt sich YAS-103 ausgesprochen platzsparend einsetzen und ermöglicht mit nur einer Komponente tadellose klangliche Leistungen – so das Versprechen des Herstellers. 

Im Einzelnen besitzt YAS-103 zwei Breitbänder mit 6,5 cm Chassis und zwei 7,5 cm Subwoofer. Die Basskraft wird durch den seitlich untergebrachten Bassreflexkanal weiter optimiert. An Leistung stehen für Front L/R jeweils 30 Watt (6 Ohm, 1 kHz, 10 % Klarrfaktor) und 60 Watt für den Subwooferkanal (3 Ohm, 100 kHz, 10 % Klirr) zur Verfügung, was recht üppig ist. Im Standby-Betrieb braucht Yamahas Front Surround System nur 0,5 Watt. An Audioformaten kommt die YAS-103 Soundbar mit Dolby Digital, Dolby Pro Logic II und DTS zurecht – sehr gut. Als Bluetooth-Version ist 2.1 mit EDR und A2DP an Bord. Es fehlt der aptX-Support. Und noch etwas vermissen wir – es kann immer nur ein Device mit der YAS-103 gekoppelt werden, die parallele Kopplung mit 2 mobilen Devices ist nicht möglich.

Yamaha YAS-103 Standfuss

2 x 6,5 cm Breitbänder

Yamaha YAS-103 Tieftoener

Tieftöner

Yamaha YAS-103 Wandhalter

Wandhalterung

Yamaha YAS-103 Unterseite1

Unterseite

Die Soundbar ist 890 mm breit, 109 mm hoch und 121 mm tief, das Gewicht beträgt 4 kg. Unter der Soundbar sind zwei Füße für sicheren Stand angebracht. Wahlweise ist natürlich auch eine Wandbefestigung möglich. Im Lieferumfang enthalten ist eine kleine Fernbedienung, mit der sich die Quelle anwählen und die Lautstärke verändern lässt – Gesamtlautstärke und, separat, die Subwoofer-Lautstärke. Auch die Surroundfunktion ist mittels Fernbedienung anwählbar, ebenso Clear Voice, Uni Volume (für gleichbleibende Lautstärke unabhängig vom gerade gehörten Content) und die Audio Delay-Zeit. Besonders gut funktioniert die Bedienung mit der App, hier kamm man komfortabel zwischen den Surroundprogrammen durchschalten: TV-Programm, Movie, Music, Sports, Game oder aber normales Stereo. 

Yamaha YAS-103 Fernbedienung1

Mitgelieferte Fernbedienung

Yamaha YAS-103 Bassreflexoeffnung1

 Bassreflexöffnung seitlich

Yamaha YAS-103 Bedienelemente Front

 Bedienelemente an der Front

Yamaha YAS-103 Detail Front

 Status-LEDs

Yamaha YAS-103 Anschluesse Rueckseite

 Anschlüsse

In die YAS-103 eingebaut ist auch ein IR-Flasher, der hilft, wenn die Soundbar den IR-Sensor des hinter der Soundbar befindlichen TV-Gerätes verdeckt. Zudem kann die YAS-103 Signale von der TV-Fernbedienung lernen, somit kann man dann Ein- und Ausschalten sowie die Lautstärkeregelung über die TV-Fernbedienung vornehmen. Da Yamahas Front Surround System kein eigenes Display besitzt, geben die Status-LEDs auf der Front Auskunft über den aktuellen „Stand der Dinge“

An Anschlüssen finden sich zwei optische Digitaleingänge, ein koaxialer Digitaleingang und ein analoger Cinch-Stereoeingang. HDMI-beschaltet ist die YAS-103 nicht. 

Die Bluetooth-Kopplung mit dem Smartphone geht einfach und schnell vonstatten, die Übertragung weist keinerlei Schwächen auf: Sie ist stabil und frei von Störungen. Bei a-has „The Living Daylight“, dem Titellied des James Bond-Films „Der Hauch Des Todes“, bietet die YAS-103 ein fundiertes, klares Klangbild, das gerade bei aktiverter 7.1-Surround-Simulation erstaunlich weitläufig ausgelegt ist. Bei „Nobody Does It Better“, dem Titelsong des 007-Films „Der Spion, Der Mich Liebte“, bewährt sich die YAS-103 mit prima Stimmwiedergabe, einem guten, glaubwürdigen Gesamtvolumen und tadelloser Trennung von Stimmen und Instrumenten.  Die Stimme wird bei „A Viewo To A Kill“ von Duran Duran sehr gelungen eingearbeitet, der straffe Bass ertönt überraschend fundiert und keinesfalls oberflächlich und aufgeweicht. Mit aktueller elektronischer Club-Musik geht die YAS-103 ebenfalls gut um, der sehr bassstarke Beginn von „Awakening“ (Skyfreak) aber bringt das kompakte System doch an seine Grenzen. Im weiteren Verlauf des Titels aber legt sich die schicke Soundbar ordentlich „ins Zeug“ und erweist sich, ebenso wie bei „Bang Bang“ von Rene Rodrigezz, als recht pegelfest. Hier kennen wir kaum ein Konkurrenten, der so viel Pegel aus einem so schlanken Gehäuse holt. Umso besser, dass sich zudem die Verzerrungen in Grenzen halten. 

Beim letzten Konzert der norwegischen Popgruppe a-ha 2010 entstand auch die Basis für eine Blu-ray – von dieser haben wir uns „The Sun Always Shine On TV“ über die YAS-103 angehört. Die Beifallsbekundungen des Publikums überträgt die Soundbar mit gutem Aufbau eines virtuellen Raums, der Zuhörer hat, wenn er nicht allzu weit von der Soundbar entfernt sitzt, tatsächlich den Eindruck, sich inmitten des Geschehens zu befinden. Das „Music“ DSP ist gut geeignet, eine räumlich echte, dichte Klangkulisse zu erzeugen. Als der Song startet, baut die YAS-103 die Kulisse klar definiert auf und fokussiert die Stimme mit ordentlicher Präsenz inmitten der virtuellen Bühne. Der Synthesizer wird prima herausgearbeitet, das Schlagzeug verfügt allerdings nicht ganz über die Prägnanz, die ihm zusteht. Bei „We’re Looking For The Whales“ kann man mit der Leistung der YAS-103 ebenfalls sehr zufrieden sein. Die Dynamik ist für eine solche All-In-One-Soundbar richtig gut, auch die Stimme kommt erneut tadellos heraus. 

Bei „Ein Quantum Trost“ (BD) haben wir die Fähigkeiten bei der Filmtonwiedergabe überprüft. Die bedrohliche Musik gleich zu Beginn wird sehr gut wiedergegeben, der plötzliche Dynamiksprung kommt erstaunlich gut heraus – der Zuhörer ist nun mitten in einer wilden Verfolgungsjagd rund um den Gardasee. 007 im Aston Martin DBS wird von einem schießwütigen Killerkommando in Alfa Romeo 159 verfolgt, die es nicht nur auf den britischen Doppelnullagenten, sondern auch auf seine Geisel im Kofferraum abgesehen haben. Die Fahrgeräusche des potenten Hochleistungssportwagens kommen gut heraus, das gilt auch für die Schüsse aus den Automatikwaffen der Gangster. Natürlich darf man im Bassbereich kein extrem nachdrückliches Antreten erwarten, aber die YAS-103 hat nicht den Job, ein leistungsfähiges Surround-Mehrkanalsystem zu ersetzen, sondern effektiv und kostengünstig den Klang von Flachbildschirmen aufzubessern – und diese Mission erfüllt die YAS-103 nicht nur mit gepflegtem Sound, sondern auch mit lobenswerter Pegelfestigkeit – kein Vergleich zu den oft muffig und monoton klingenden Fernseher-Lautsprechern. Die verschiedenen Crashs mit nach allen Seiten wegspritzenden Trümmerteilen erfreuen durch die akkurat aufbereitete Räumlichkeit, sogar ein gewisser Facettenreichtum ist herauszuhören.

Nach der Eröffnungsszene gibt die YAS-103 den Titelsong wieder. Schaltet man hier zwischen Stereo und Surround um, zeigt die Soundbar Yamahas hohe DSP-Kompetenz: Die Wiedergabe ist auch im Surroundprogramm klar und lebendig (sogar im Kino-DSP erträglich, sonst wählt man für die Wiedergabe des Titelsongs das Music-DSP), es existiert nicht zu viel Hall – vielmehr ist der Zugewinn an Räumlichkeit klar nachzuvollziehen. Die Stimme integriert sich gut, die Impulstreue der Soundbar gibt keinen Anlass zur Kritik, wenn man die Produktgattung mit in die Rechnung einbezieht. 

Ruhiger geht es einige Kapitel weiter in der Szene, die im verregneten London spielt, zu. Hier gibt die YAS-103 den niederprasselnden Regen ebenso wie die Stimmen ausgezeichnet wieder. Wenn man Probleme mit der Stimmverständlichkeit hat, kann man „Clear Voice“ aktivieren, dann werden Stimmen mehr hervorgehoben, ohne dass das Gesamtklangbild zu stark vokal fokussiert wird.  Im nächsten Kapitel ist 007 in Port-Au-Prince in einem heruntergekommenen Hotel unterwegs, um einen der HIntermänner dingfest zu machen. Der Music Score kommt lebendig und mit guter räumlicher Wirkung zum Ausdruck. Die kurze, heftige Schlägerei im Hotelzimmer, bei der der Ganove den Tod findet, zeigt, wie gut die YAS-103 auch mit massiver Dynamik umgehen kann. Tonal ist sie stets um Neutralität bemüht, was die Darbietung deutlich realistischer macht. Sicher, zaubern kann, gerade zu diesem Kaufpreis, auch Yamaha nicht  – aber die YAS-103 holt aus dem Konzept einer kompakten, schicken Soundbar akustisch enorm viel heraus. 

Natürlich stößt die YAS-103 auch auf Konkurrenz, sowohl aus dem Soundbar- als auch aus dem Soundbase-Sektor. Zum Beispiel steuert Panasonic die SC-HTB170 bei, ebenfalls eine All-In-One-Soundbar. Kostenpunkt laut UVP: 249 EUR. Die Panasonic-Soundbar sieht auch richtig gut aus, die Yamaha YAS-103 wirkt im Detail noch eine Idee edler. Dafür verfügt die Panasonic-Soundbar über HDMI-Beschaltung.  Akustisch können beide Lösungen überzeugen, die hervorragenden DSP-Programme der YAS-103 gefallen uns aber noch eine Idee besser. Für deutlich mehr Geld, nämlich 449 EUR, kann man sich die Canton All-In-One-Soundbar DM9 ins Haus holen. Leider fehlt bei der gediegen auftretenden hessischen Lösung der DTS-Decoder. Dafür rechtfertigt die DM9 akustisch ihren Kaufpreis, sie spielt sehr lebendig, ist enorm pegelfest und überdies im Bassbereich überraschend kräftig.

Yamaha YAS-93 Front Seitlich1

Yamaha YAS-93, hier in schwarzer Version

Aus dem gleichen Hause wie unser Testsample hier – also auch von Yamaha – kann man für 189 EUR auch die weitgehende baugleiche YAS-93 kaufen, die nicht über Bluetooth verfügt und demnach auch nicht per App gesteuert werden kann. Wer kein Bluetooth benötigt, macht mit dem Kauf der YAS-93 keinen Fehler, für wenig Geld wird hier viel Klang geboten. 

Wer lieber eine Soundbase für den TV haben möchte, kann sich bei Denon umschauen. Hier gibt es für 299 EUR den TV-Speaker DHT-T100 mit sauberem Klang, 2-Wege-System und speziellem Bassreflexsystem und tadellosen DSP-Programmen. Der Lautsprecher sieht schlicht aus, ist aber sauber verarbeitet und verfügt über eine recht hochwertige Fernbedienung. 

Fazit

Yamaha YAS-103 Front Seitlich6

Yamaha offeriert mit der YAS-103 eine moderne, elegante, sauber verarbeitete und klanglich überzeugende All-In-One-Soundbar zum günstigen Kaufpreis. Gerade in weiß sieht sie richtig gut aus, die sehr gut abgestimmten DSP-Programme, die bequeme App-Steuerung und die erstaunlich gute Pegelfestigkeit sind hervorzuheben. 

Modern, schick, gut klingend – Yamahas YAS-103 ist eine gute Wahl ohne störende Kompromisse
ueberragend
All-In-One-Soundbar Mittelklasse
Test 13. März 2014

+ Schicke Optik und saubere Verarbeitung
+ Bedienung funktioniert per App sehr komfortabel
+ Ausgewogener, natürlicher Klang
+ Bluetooth
+ Sehr gute DSP-Programme

– Kein Display

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Test: 13. März 2014

 




Alle aktuellen Tests auf AREA DVD
  ZURÜCK