TEST: Bluetooth In-Ear-Kopfhörer JBL Everest 110 – talentierter Begleiter für 100 EUR?

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Für rund 100 EUR kann man den JBL Everest 110 Bluetooth-In-Ear-Kopfhörer erstehen. Er sieht in der Farbe „gunmetal“ richtig schick aus (alternativ gibt es auch eine hellere Farbvariante) und präsentiert sich in guter Verarbeitungsqualität. Nach Worten des Herstellers soll er mit „legendärem JBL Pro Sound“ überzeugen. Und er bietet noch mehr als nur einen lebendigen Klang: Auch eine Freisprecheinrichtung ist an Bord.

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In jedem Ohrstöpsel ist ein Akku untergebracht

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Fernbedienung

8 Stunden hält der eingebaute Lithium Ionen (3,7V, 60mAh x 2) Akku, das ist ordentlich für einen In-Ear-Kopfhörer. Die Aufladezeit des Akkus beträgt 2 Stunden, das ist recht gut. Eine Schnellladefunktion ist nicht vorhanden.

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Aufsätze in 2 Größen, eine dritte Größe ist vormontiert

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Zwei Ohrstöpsel-Größen werden mitgeliefert, eine dritte ist bereits vormontiert

Mit in der Packung liegen ergonomische Ohrstöpsel in drei Größen (S, M und L). Ins Kabel, welches die beiden Ohrkapseln verbindet, ist eine gut erreichbare Fernbedienung inklusive Mikrofon integriert. Bequem kann man die Lautstärke regeln oder einen Titel nach vorn springen, die Musik pausieren lassen oder die Wiedergabe fortsetzen. 

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5,8 mm Treiber

Verbaut sind dynamische 5,8 mm Treiber, die einen Frequenzgang von 10 Hz bis 22 kHz bereitstellen. Völlig ausreichend für den Einsatzzweck des Everest 110. Die Bluetooth-Funktion entspricht der modernen Version 4.1.  Maximal erzeugt der Everest 110 einen Schalldruck von 103 dB.

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Ladekabel

Das Zubehör umfasst neben den unterschiedlich großen Ohrstöpseln noch ein Ladekabel. Einen Tragebeutel konnten wir nicht entdecken. 

Klang

Beim 007-Titelsong „A View To A Kill“ von Duran Duran gibt der Everest 110 den gefälligen Spaß-Kopfhörer: Er sitzt passend sowie bequem im Gehörgang und entfaltet eine kräftige Basswiedergabe. Die Stimme des Sängers kommt trotz des erwähnten vehementen Basseinsatzes gut heraus. Den leicht blechernen Unterton des Quellmaterials bekommt der Everest 110 recht gut in den Griff, ganz eliminieren kann er ihn freilich nicht. 

Und wieder James Bond – diesmal „The World Is Not Enough“ von Garbage. Fundiert, dynamisch und wiederum mit nachdrücklichem Bass gefällt uns der Everest 110 auch bei diesem Song. Feindynamisch gehen seine Leistungen in Ordnung, für den äußerst kultivierten Hörer, der Sinn für die feinen Zwischentöne hat, ist der Everest 110 aber nicht der perfekte Partner. Wer richtig Kraft und Energie erleben möchte, der liegt beim bequem zu tragenden JBL hingegen absolut richtig. 

Zeit, kurz auf die Freisprecheinrichtung einzugehen. Sie sichert eine gute Stimmverständlichkeit auf beiden Seiten der Leitung, Rauschen gibt es beinahe gar nicht. Nur klingen Stimmen etwas dumpf und synthetisch, ein kleiner Schönheitsfehler. Nachdem das Gespräch beendet wurde, kehrt der JBL problemlos zur Musikwiedergabe zurück. 

Und hier steht nun „Over The Hills And Far Away“ in der Variante von Nightwish an. Man muss etwas darauf achten, dass der Everest 110 auch vernünftig sitzt, das ist typisch für viele In-Ears. Denn liegt man nur knapp daneben, ist die akustische Performance direkt unterdurchschnittlich. Also schieben wir den Everest 110 mit angemessener Präzision in die Gehörgänge, und schon geht es wieder vehement zur Sache. Ordentlich und absolut genügend sind die maximal möglichen Pegel. Selbst bei gehobener Lautstärke arbeitet der JBL In-Ear-Kopfhörer die Stimme sowie die instrumentalen Anteile noch mit sauberer Trennung heraus und punktet wieder einmal mit dem lebendigen Bassbereich.

Wir setzen mit „Wish I Had An Angel“, wiederum von Nightwish, nach. Aber der Everest 110 lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Die Stimme der Sängerin wird gut präsentiert, eine enorme Sorgfalt bei der Aufbereitung vokaler Konturen darf man nicht erwarten. Die tonale Auslegung ist frisch und energiegeladen, aber auch bei längerem Hören nicht nervend. Das Raumgefühl ist prima, auch das sorgt für Entspannung – der Everest 110 produziert keinen zu drückenden, schweren Klang.

Der Everest heißt „110“ – Zeit, die Polizei zu rufen: Mo-Do kommt mit seinem Einsatzwagen sofort vorbei. Eins Zwei Polizei, das 90er Jahre Eurodance-One-Hit-Wonder, liegt dem JBL IN-Ear erwartungsgemäß. Diesen Gag mussten wir uns in Anbetracht der Produkt-Bezeichnung einfach geben, dem Everest ist es gleich, Hauptsache, er kann Spaß beim Hören vermitteln. Kraftvoll, mit entsprechendem Nachdruck, räumlich dicht – er geht seinen Weg, den er schon bisher beschritt, konsequent fort. 

Richtig gut agiert der Everest 110 bei Mike Posners 2016er Sommer-Hit „I Took A Pill In Ibiza“. Sehr dynamisch, mit ausgezeichnetem Tiefgang im Bassbereich und einer tadellosen räumlichen Wirkung setzt sich der JBL-Kopfhörer in Szene. Den gleich zu Beginn vehementen Bass von Burak Yeters „Tuesday“ bringt der Everest ebenfalls hervorragend zur Geltung: Er produziert auch bei höherem Pegel praktisch keine Verzerrungen. Der Bass klingt mitreißend und trifft genau den richtigen Punkt – für Club-Music, das ist klar, stellt der JBL Everest 110 eine besonders gute Wahl dar. Das beweist er auch bei Ofenbachs „Be Mine“. Wieder ist es vor allem der treffsichere Bass, der für Begeisterung sorgt. Das Schöne ist: Der Everest 110 erzeugt nicht nur viel Druck, sondern setzt dies auch mit exaktem Timing um, das fällt uns hier ein weiteres Mal auf. 

Ein  Teufel Move BT klingt geschliffener und kultivierter, aber nicht so wuchtig, der günstigere Konkurrent aus eigenem Hause, der JBL E25BT, ist für sein Geld tadellos, muss aber dem maßvoll teureren Everest 110 den Vortritt lassen. Der Everest schafft mehr authentische Räumlichkeit und offeriert im Bassbereich noch mehr Punch. Mit mehr Details im Hochtonbereich und enormer Basskraft kann der Panasonic RP-HJX20 auftrumpfen. Allerdings mimt er den Puristen: Kabelgebunden und ohne Fernbedienung sowie Freisprecheinrichtung, ist er nicht so flexibel. 

Fazit

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Der JBL Everest 110 muss mit etwas Sorgfalt im Ohr befestigt werden, wie so viele In-Ears. Ist dies aber geschehen, kann im wahrsten Wortsinn „der Spaß beginnen“. Nachdrücklich, doch gleichzeitig überraschend angenehm, schiebt er an. Mit 8 Stunden fällt die Akku-Laufzeit gut, aber nicht sensationell aus. Zu loben sind die insgesamt gute Freisprecheinrichtung und die enorme Stabilität der Bluetooth-Verbindung. Insgesamt bekommt man für knapp 100 EUR einen tadellos verarbeiteten In-Ear-Kopfhörer mit hohem Gebrauchswert. 

In-Ear-Kopfhörer mit erstklassiger Bluetooth-Stabilität und Freude spendendem Klang
ueberragend
In-Ear-Bluetooth-Kopfhörer bis 100 EUR
Test 02. Dezember 2017

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 02. Dezember 2017

 




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