TEST: JBL E25BT – Kabelloser In-Ear mit solider Akku-Power für unter 70 EUR

JBL E25BT 6

Die neue E-Serie von JBL hat es sich in der Redaktion bequem gemacht. Zuerst konnten die Over-Ear- und On-Ear-Modelle E55BT und E45BT mit „überragenden“ Leistungen glänzen und jetzt wollen wir sehen, was der neue kabellose In-Ear-Kopfhörer E25BT zu bieten hat. Für 69,99 EUR ist der kompakten Headphones erhältlich, zur Auswahl stehen vier Farben: Schwarz, Blau, Rot und Weiß. Zu den Produkt-Highlights zählen laut Hersteller eine hohe Akkulaufzeit, ein nahtloses Umschalten zwischen Musik und Anrufen sowie die integrierte Fernbedienung mit Mikrofon.

JBL E25BT 2

Einer der Earbuds

JBL E25BT 10

Ansicht von vorne: hier steckt ein 8,6mm Treiber drin

Unser E25BT liegt in weißer Variante vor und wirkt für seine Preisklasse solide verarbeitet. Der Kunststoff wirkt nicht billig, das Kabel ist mit einem Gewebemantel versehen und die Verbindungen zwischen den einzelnen Komponenten (Earbuds, Fernbedienung und Clip) erscheint solide. Die Tasten an der Fernbedienung zählen natürlich nicht zu den hochwertigsten Details, bieten aber einen ansprechenden Druckpunkt und entsprechen insgesamt absolut der Preisklasse des JBL-Hörers. An der Fernbedienung ist der Micro-USB-Anschluss angebracht, mit dem der E25BT geladen wird.

JBL E25BT 9

Beiliegende Fernbedienung

JBL E25BT 7

Ein Mikrofon ist integriert

JBL E25BT 3

Bedientasten im Detail

Die Fernbedienung dient vornehmend der Musik-Steuerung, übernimmt also Lautstärkeregelung und Play/Pause. Betätigt man die +/- Taste 3 Sekunden lang, wird zum nächsten oder vorherigen Titel gesprungen. Außerdem kann man Anrufe entgegennehmen, abweisen und natürlich auch auflegen.

In der Kabelmitte ist ein praktischer Clip untergebracht, in dem auch die Status-LED integriert ist. Der Clip wird am Kragen im Nacken angebracht und sorgt für mehr Stabilität beim Tragen des E25BT. Der In-Ear-Kopfhörer kommt auf gerade einmal 16,9 g Gewicht.

JBL E25BT 13

Das ist im E25BT-Paket enthalten

JBL E25BT 12

USB-Ladekabel

Im Lieferumfang enthalten sind vier Ohrpolster in verschiedenen Größen sowie ein kompaktes Trage-Etui. Außerdem ein sehr kurzes Ladekabel in typischem JBL-Orange, mit dem der Kopfhörer nach etwa zwei Stunden Ladezeit komplett geladen ist.

Bei der ersten Inbetriebnahme versetzen sich die JBL-Kopfhörer direkt in den sichtbaren Modus und können mit einem Mobilgerät gekoppelt werden. Während des Ladevorgangs ist die Status-LED weiß, beim Einschalten wird die LED blau zeigt blinkend an, dass das Gerät sich im Kopplungsmodus befindet. Sofort erscheint „JBL E25BT“ unter den Geräten im Smartphone und mit einem Klick sind die Geräte miteinander verbunden. Dies klappt problemlos und diese sehr zuverlässige Verhalten ist uns schon häufig bei JBL-Produkten aufgefallen.

JBL E25BT 11

Clip mit Status-LED

Im JBL E25BT sitzen dynamische 8.6mm-Treiber. Ein Frequenzbereich von 20 Hz bis 20 kHz wird den Angaben von JBL nach abgedeckt. JBL setzt auch nach wie vor auf die Integration aktuellster Protokolle und auch der E25BT In-Ear macht hier keine Ausnahme: Bluetooth ist in der Version 4.1 an Bord.

Der E25BT bietet die Möglichkeit, sich mit zwei Bluetooth-Geräten verbinden. Nach der Kopplung mit dem ersten Gerät drückt man gleichzeitig die „Plus“- und „Power“-Taste für drei Sekunden, um den JBL-Kopfhörer erneut in den Kopplungsmodus zu versetzen und verbindet es mit dem zweiten mobilen Endgerät. Danach wird auf dem ursprünglichen Gerät im Bluetooth-Menü wieder der E25BT ausgewählt.

Klang

JBL E25BT 5

Welche Performance lässt sich aus akustischer Sicht erwarten?

Mit dem „Desert Cruiser“ von den Truckfighters lassen wir es rockig angehen. Die JBL E25BT spielen flink auf und begeistern mit schnellen Dynamik-Sprüngen, die dem In-Ear gut zu liegen scheinen. Das Klanggeschehen zeigt auch den für die schwedische Band typische massiven Sound, wenn auch die atmosphärische Dichte noch etwas ausgeprägter sein könnte. Sauber gestaffelt wirkt die Bühne, wenn auch das Schlagzeug nicht in dem Maße nach vorne bringen kann, wie es bei Vertretern aus höheren Preisklassen der Fall wäre. Die Charakteristik der Saiteninstrumente gelingt dem JBL-Kopfhörer aber sehr gut, die Verzerrer kommen authentisch rüber und bei satten Bass-Schlägen liefert der E25BT auch die entsprechende trockene Würze, ohne das dicke Fundament außer Acht zu lassen. Bei „Momentum gefällt der klare Gitarrensound und die Präzision beim Einsetzen der einzelnen Instrumente und der Stimme. Die Stimmwiedergabe selber können wir ebenfalls sehr positiv werten. Auch wenn die Bandmitglieder hier keine Arien zum Besten geben, wird der charakteristische Einschlag der Stoner-Rocker gut reproduziert. Der JBL lädt zum mitswingen ein, spielt aber nicht so spektakulär oder gar effektheischerisch auf, sondern begeistert eher durch hohe Geschwindigkeit, Präzision und Musikalität.

Elektronisch wird es mit „Goodbye (feat. Lyse)“ von Feder. Wie üblich muss man auf einen perfekten Sitz der Ohrhörer achten, damit man in den Genuß der vollen Tiefton-Power eines In-Ear-Kopfhörers kommt. Dank der vier beiliegenden unterschiedlichen Ohrpolster-Größen lässt sich der E25BT aber gut an die individuellen Ansprüche anpassen und entfalten in unserem Fall bei der kleinsten Größe ein sattes und voluminöses Tieftonfundament. Hier wirkt der JBL In-Ear auch nie schwammig, sondern präzise und auf den Punkt kommend. Die Synthesizer-Elemente in den höheren Bereichen sind sehr gut in die Kulisse integriert, der E25BT bringt eine recht klare Struktur und Definition in das Klangbild, fügt es aber immer zu einem harmonischen Ganzen zusammen, bei dem kein Frequenzbereich überrepräsentiert wirkt.

Mit sanften Klängen und einer überragenden Stimme schmeichelt „Raus raus raus“ von Mine das Innere des Gehörgangs. Sauber und angenehm gibt der E25BT die Vokalstimme wieder, sicher sind hier einige Feinheiten nicht bedacht, aber beim Preis von unter 70 EUR kann man dies problemlos vernachlässigen, denn das Gebotene ist angenehm warm und seidig. Und wenn die Gesamtkulisse nicht allzu komplex ist, kann man sogar das vereinzelte, leichte Hauchen der Sängerin durchaus wahrnehmen. Das Piano aus „Mein Freund“ ist natürlich anspruchsvoll, wird aber vom E25BT auch sehr gut gemeistert, die einsetzenden Streichklänge überraschen mit klarer Definition. Auch die Dynamik, von der dieses Lied natürlich größtenteils lebt, gefällt ausgezeichnet und gibt kaum Anlass zu Kritik. Der JBL-Kopfhörer zeigt sich auch bei der Pegelfestigkeit recht solide, innerhalb der oberen 25% schlägt es aber bei satten Bass-Punches schon einmal an, grobe Verzerrungen leistet sich der In-Ear aber nicht.

Klassik-Enthusiasten sind vermutlich nicht die klare Zielgruppe des Bluetooth-Headphones, aber auch damit weiß der E25BT ansprechend umzugehen. Beim italienischen Konert in F-Dur von Johann Sebastian Bach gefällt der JBL mit angenehmen Piano-Klängen und einer insgesamt homogenen Bühne, so dass das Hören auch nicht anstrengend wird. Sämtliche Feinheiten wie die Anschlagcharakteristik entgehen dem günstigen Hörer, Spaß wird es aber auch dem Käufer abseits der Zielgruppe machen.

Bei den Brains und ihrem Album „The Monster Within“ muss sich der JBL E25BT noch einmal der ganzen Komplexität des Punk Rock-Genres stellen. Die Aufnahmequalität lässt sich hier natürlich auch nicht mit einer 2L-Produktion vergleichen, dennoch differenziert der günstige In-Ear die einzelnen Instrumente solide auseinander und gefällt auch mit rauh verzerrtem Stahlsaiten-Klang. Klare Sounds und eine nicht ganz so chaotische Kulisse liegen dem JBL mehr, dennoch schlägt er sich innerhalb seines Rahmens außerordentlich gut und punktet mit seiner hohen Geschwindigkeit und guten Stimmwiedergabe, denn auch hier wird ein mitreißendes Feeling gut ausgeprägt.

Fazit

JBL E25BT 6

Der preisgünstige Bluetooth In-Ear Vertreter aus JBLs E-Serie gefällt mit einem insgesamt stimmigen Gesamteindruck. Die akustische Performance steht natürlich im Fokus und hier bietet der E25BT flinken Antritt, eine harmonische Gesamtpräsentation und ausgezeichnete Dynamikeigenschaften. Auch das gebotene Fundament und der klar definierte Punch in den unteren Frequenzen sind nicht zu verachten. Ob Rock, Elektro, Jazz oder Klassik, der E25BT gibt sich keine Blöße. Die Verarbeitungsqualität ist in der Preisklasse dank Gewebemantel und soliden Verbindungen ebenfalls als sehr gut einzustufen. Praktisch: Die Möglichkeit, den E25BT mit zwei Geräten gleichzeitig zu koppeln. Mit der aktuellsten Bluetooth-Version wird auch keinerlei Energie überflüssig verschwendet, der integrierte Akku sollte auch bei höherem Pegel locker sechs Stunden durchhalten.

In-Ear-Allround-Könner mit hoher Akkuleistung
ausgezeichnet
02.02.2017

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 02.02.2017




Alle aktuellen Tests auf AREA DVD
  ZURÜCK