INFO-SPECIAL: Wissenswertes in Kurzform über SAT>IP

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Seit Panasonic die Top-TV-Serien 2014 mit dieser Funktion ausrüstet, ist sie in aller Munde: „SAT>IP“ heißt das Zauberwort. Darunter versteht man, in aller Kürze, das ein im jeweiligen Haushalt mit Satelliten-Empfangsanlage eingehendes Signal von einem „Master“ genannten Satelliten-Receiver mit SAT>IP-Funktionalität in ein IP-Netzwerksignal umgewandelt wird. Der SAT>IP-Master ist mit dem Router des Hauses verbunden, und von dort aus kann das nun in Netzwerk-Streaming-Form vorliegende Signal im ganzen Hause mittels des Heimnetzwerks verteilt werden. Dabei stehen alle Wege offen, von normalem LAN über Power LAN bis hin zu WLAN.  Die Server, oder auch Konverterboxen, können dann verschiedene TV-Signale an verschiedene Endgeräte verteilen.  SAT>IP wurde im übrigen im Jahre 2012 erstmals der breiten Masse vorgestellt.

Gerade für Satellitenfernsehen lohnt sich dieses Verfahren besonders, da der Empfang des TV-Programms über Satellite gegenüber anderen Empfangswegen wie DBB-C oder DVB-T die größte Sendervielfalt bietet. Gerade das HDTV-Angebot ist groß. Überdies entfallen die Gebühren, die man im Falle von DVB-C dem Kabelnetzbetreiber gegenüber entrichten muss.  Aktuell sind über die ASTRA-Satelliten rund 300 Sender in deutscher Sprache zu empfangen. Über 80 davon in hoher HD-Qualität. 

Gleich vier der neuen 2014er TV-Modellreihen stattet Panasonic mit SAT>IP aus. Damit ist auch für höchstmögliche Flexibilität gesorgt, denn es handelt sich keinesfalls nur um riesige Bildgiganten, sondern auch um Fernsehgeräte mit kleineren Diagonalen, wie gemacht auch für Gäste- oder Schlafzimmer. 

Folgende Panasonic-TVs sind mit SAT>IP-Funktionalität ausgestattet:

AXW804-Serie (UHD)

  • TX-65AXW804 (65 Zoll, 164 cm)
  • TX-58AXW804 (58 Zoll, 146 cm)
  • TX-50AXW804 (50 Zoll, 126 cm

ASW754-Serie

  • TX-55ASW754 (55 Zoll, 139 cm)
  • TX-47ASW754 (47 Zoll, 119 cm)
  • TX-42ASW754 (42 Zoll, 106 cm)
  • TX-39ASW754 (39 Zoll, 98 cm)

ASW654-Serie

  • TX-60ASW654 (60 Zoll, 151 cm)
  • TX-55ASW654 (55 Zoll, 139 cm)
  • TX-50ASW654 (50 Zoll, 126 cm)
  • TX-47ASW654 (47 Zoll, 119 cm)
  • TX-42ASW654 (42 Zoll, 106 cm)
  • TX-39ASW654 (39 Zoll, 98 cm)

ASW504-Serie

  • TX-50ASW504 (50 Zoll, 126 cm)
  • TX-42ASW504 (42 Zoll, 106 cm)
  • TX-39ASW504 (39 Zoll, 98 cm)
  • TX-32ASW504 (32 Zoll, 80 cm)
  • TX-24ASW504 (24 Zoll, 60 cm)

Wichtig ist bei SAT>IP, dass es sich hier keinesfalls um ein Verfahren handelt, das nur von Panasonic und einigen wenigen Herstellern hochwertiger Settop-Satelliten Boxen eingesetzt wird, Wie z.B. auch bei DLNA, handelt es sich um ein Zertifikat, und alle Devices, die mit diesem Zertifikat ausgestattet sind, können miteinander arbeiten. Somit ist SAT>IP auch hinsichtlich der zum Einsatz kommenden Geräte praktisch beliebig erweiterbar, und es ist davon auszugehen, dass sich der Kreis der Hersteller, die TVs mit SAT>IP-Client anbieten, deutlich vergrößern wird.

Nun hört sich dies alles schön an – aber worin bestehen die Vorteile von SAT>IP genau? Schließlich war es, z.B. bei Philips und Panasonic, schon zuvor möglich, TV-Signale via Netzwerk auf andere, nur mit dem Netzwerk und nicht mit Satellit oder Kabel verbundene TVs zu streamen. Somit hatte man auch hier schon die Möglichkeit, einen Fernseher beispielsweise im Keller aufzustellen, wo sich keine Buchse für den Signalempfang befindet. WLAN, Power LAN oder LAN, eine entsprechende Bandbreite (gerade für HD-Sender) vorausgesetzt, reicht, um loszulegen. Wo also soll der Vorteil bei SAT>IP liegen?

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Infos zum SAT>IP-Server, in diesem Falle von Kathrein

Diese Frage lässt sich recht einfach beantworten, und zwar auf verschiedene Art und Weise. So ist es von den Bedienschritten her umständlich, bei der Netzwerk-DLNA-Streaming-Geschichte ohne SAT>IP endlich dorthin zu kommen, wo der im Netzwerk vorhandene TV angesteuert werden soll. Bei SAT>IP wird einmal der TV hinzugefügt, der als SAT>IP-Client arbeiten soll, und dann kann man sofort auf diesen zugreifen, ohne zusätzliche Bedienschritte und Eingaben. Des Weiteren ist mittels SAT>IP auch der identische Zusatznutzen zum normalen Programmsignal enthalten. So können EPG, HbbTV, der normale Teletext oder USB-Recording verwendet werden. Auch die Entschlüsselung von Pay TV-Programmen wie z.B. HD+-Sender ist über den im TV integrierten CI+ Slot möglich 

Panasonics TVs sind daher mit allen derzeit zertifizierten SAT>IP Servern kompatibel und unterstützen neben dem Unicast- auch den Multicast-Standard. Dadurch sind die TVs sogar in der Lage, unabhängig voneinander auf mehrere SAT>IP-Server zuzugreifen. Dadurch können sie z.B. auch in Hotels perfekt integriert werden. 

SAT>IP-Clients können im Übrigen keinesfalls nur TVs sein. Mit entsprechender App können die Signale auch aufs Smartphone gestreamt werden. Auch andere mobile Geräte wie Laptops im Netzwerk können die Signale empfangen und umsetzen. 

Für die Hersteller von Satellitenreceivern und Sat-Zubehör tun sich durch Satellite to IP, so die lange Form, natürlich auch neue Chancen auf. War so mancher Settop-Satelliten-Receiver-Boxen hersteller durch die in moderne Flachbildschirme integrierten DVB-S2 Tuner arg gegängelt worden, gibt es nun die Möglichkeit, mehr und mehr z.B. Settop-Boxen herzustellen, die als SAT>IP-Server arbeiten.

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Humax iCord Pro

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Humax iCord Evolution

Humax zum Beispiel zeigte auf der ANGACOM zwei multifunktionale Satellitenreceiver – den von uns schon getesteten iCord Evolution, der nun ebenfalls nach Software-Update als SAT>IP-Server agieren kann (599 EUR) und den brandneuen iCord Pro (379 EUR), der schon gleich zum Serienstart über diese Funktion verfügt. Auch unter ungünstigen Bedienungen kann man hier ein zuverlässig agierendes Netzwerk aufbauen. 

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SAT>IP TV-Lifestream vom smart Mirage CX06 aufs Apple iPhone 

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TV-Programm

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Wahlmöglichkeiten

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Mirage CX-06 für knapp 90 EUR – auch günstige Geräte können hochmodern ausgestattet sein

Beim deutschen Hersteller smart aus dem Schwarzwald heißt die Technologie „Mirage“, und sie kann übrigens nicht nur bei satellitenbasierten Boxen, sondern auch bei Kabel-Set-Top-Boxen angewandt werden. Der deutsche Traditionshersteller Kathrein führt natürlich ebenfalls Satelliten-Settop-Boxen im Programm, die sich als SAT>IP-Master eignen. 

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devolo dLAN 500 WiFi Network Kit

Für die Hausvernetzung bietet sich die Power LAN-Alternative an, gegebenenfalls auch mit WLAN kombiniert. Der renommierte deutsche Anbieter devolo aus Aaachen hat entsprechende Produkte im Programm, so zum Beispiel das devolo dLAN 500 WiFi Network Kit.

Wichtig noch zu wissen – die benötigte Netzbandbreite beträgt bei HD-Streams rund 30 Mbit/s und bei SD-SYtreams 10 Mbit/s.

Wir werden, sobald wir neue 2014er Panasonic Viera Smart TVs als Testsample hier haben, in Verbindung mit Humax- und devolo-Komponenten ein SAT>IP-Netzwerk aufbauen und dieses dann in einem entsprechenden Bericht ausführlich erklären. 

Text: Carsten Rampacher

Fotos: Sven Wunderlich, Philipp Kind
Datum: 23. Mai 2014




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