XXL-TEST: Yamaha CX-A5200 und MX-A5200 - eine der besten AV-Vor-/Endstufen-Kombinationen?

Nach langer Zeit hat die Yamaha AV-Vorstufen-/Endstufen-Kombination, bestehend aus der mit massig DSP-Power ausgestatteten CX-A5200 Vorstufe und der MX-A5200 Elfkanal-Endstufe doch noch ihren Weg in unseren Testraum gefunden. In der typischen Aventage-Optik wird diese schöne Kombination ein echter Klassiker, denn das Design der kommenden AVENTAGE-Modelle kann man, vorsichtig, als progressiv bezeichnen. Preislich kommt die unter anderem mit Decodern für Dolby Atmos und DTS:X sowie dem Cinema DSP HD3 und SURROUND:AI ausgestattete Vorstufe auf aktuell 2.500 EUR, die massiv auftretende Endstufe liegt bei knapp 3.000 EUR. Rund 5.500 EUR müssen demnach für die Boliden-Kombi investiert werden. 

Verarbeitung und Technik

CX-A5200 in klassischer Optik

Großer und griffgünstiger Lautstärke-Drehregler

Unter der sauber verarbeiteten Klappe befinden sich weitere Bedienelemente

Die CX-A5200 Vorstufe orientiert sich optisch klar an den hochwertigen AVENTAGE AV-Receivern, legt aber z.B. bei den edlen Panels an den Seiten des Gehäuses nochmals zu. Sie verfügt ebenfalls über eine zweigeteilte Front, bei der sich der untere Bereich nach oben hin verjüngt. Dieses Segment ist aus Metall gefertigt und präsentiert sich in einem geschliffenen Alu-Finish. Die Blende, hinter der sich zahlreiche Bedienelemente befinden, verrät, wie massiv diese Konstruktion ist. Hier sitzen auch sowohl der Lautstärke- als auch der Quellenwahl-Drehregler. Beide verfügen über eine saubere Führung, der Quellenwahlregler ist zudem gerastert. Der Bereich darüber ist aus Kunststoff und in hochglänzendem schwarz gehalten.

Display mit zweizeiliger Darstellung

Oben befindet sich auch das zweizeilige Display, bei dem es ebenfalls keine Überraschung gibt: es handelt sich um ein konventionelles Punktmatrix-Display, dass erfreulicherweise recht großzügig bemessen ist. Die Schrift lässt sich also aus einiger Entfernung recht problemlos ablesen und weist auch eine gute Helligkeit auf. Die stationären Bedienelemente, allesamt aus Kunststoff, sind akkurat eingepasst und geben gutes haptisches Feedback. Hinter der Blende sitzen auch ein Kopfhöreranschluss sowie der Eingang für das Setup-Mikrofon. Die CX-A5200 steht auf großen Füßen und absolut stabil, auch der fünfte AVENTAGE-Standfuß ist natürlich mit dabei. Zudem setzt man, ebenso wie bei der Endstufe MX-A5200 auf eine besonders massive Chassis-Konstruktion mit überdurchschnittlich dicken Bodenplatten, gegenüber dem Vorgängern wurden diese praktisch verdoppelt.

Innenleben mit Chassisverstrebungen und großem Ringkerntransformator

Innen begeistert der übersichtliche Aufbau der Vorstufe. Hier finden exklusive Wandler, wie die ESS SABRE PRO Premier DACs (ES9026 PRO) Platz.

ESS-DACs

Platinenlayout bei unserem Testgerät 

Außerdem ein neu entwickelter geschirmter Netztrafo. Dieser ist auf einer Messingplatt montiert, um unerwünschte Vibrationen weiter zu minimieren. Für unterschiedliche Anwendungszwecke kommen separate Baugruppen zum Einsatz, die physisch sauber getrennt und mit kurzen Signalwegen verbunden sind. Natürlich kommen hier auch die exklusiven Yamaha DSP-Chips zum Einsatz. Der Cinema DSP HD3 arbeitet in der Vorstufe und natürlich ist auch SURROUND:AI an Bord.

Fernbedienung der Vorstufe

Die CX-A5200 bringt natürlich eine Fernbedienung mit. Diese ist recht groß dimensioniert und man muss bei nicht allzu großen Händen die Finger schon ein wenig strecken, um sie noch mit einer Hand bedienen zu können. Dafür fallen die Tasten entsprechend groß aus und eine Fehlbedienung ist nahezu ausgeschlossen. Die Tasten verfügen über einen ausgezeichneten Druckpunkt und auch die weiße Hintergrundbeleuchtung der gesamten Remote gefällt. Praktisch sind die Yamaha Szene-Tasten, die sich individuell belegen lassen und Makros zulassen, um häufig verwendete Szenarien mit nur einem Klick aufrufen zu können. Verschiedene Decoder-Möglichkeiten inklusive der Zuschaltung von SURROUND:AI oder beispielsweise auch des Yamaha Music Enhancers lassen sich direkt mit Tasten neben der Pegeleinstellung aufrufen.

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MX-A5200

Ausgezeichnet verarbeiteter, zentraler Standby-Knopf der Endstufe

Auch die Endstufe tritt massiv auf, optisch geht man aber, denken wir an die MX-A5100 zurück, ebenfalls keine neuen Wege. Die beinahe vollflächige Geräte-Front wird von zwei A/B-Schaltern für Lautsprecher und dem großen Power-Button durchbrochen, der in eingeschaltetem Zustand weiß beleuchtet ist. Wie bei der Vorstufe sind auch die schicken Seitenwangen ein optisches Design-Merkmal der MX-A5200. Die Wangen sind solide verschraubt und rundum ist an den Übergängen der einzelnen Bauteile ein gleichmäßiges Spaltmaß zu erkennen. 

Innenleben mit großem Ringkerntransformator und potenten ELKOs

Die Endstufe MX-A5200 nutzt einen großen Ringkerntransformator mit hoher Stromlieferfähigkeit. So ist schon grundsätzlich eine enorme Reserve bei hoher Grundlautstärke gegeben. Kommt es dann im z.B. im Film zu kurzzeitigen massiven Effekten - wie beispielsweise die Explosion eines Gebäudes - so stehen zwei hochkapazitive Ladekondensatoren als zusätzlicher Kurzzeit-Stromspeicher bereit. Die 11 Kanäle leisten 170 Watt (1 kHz, 2 Kanäle an 8 Ohm, 0,9% THD). Um die Leistungsreserven des MX-A5200 noch weiter zu erhöhen, lassen sich per Bridge Tied Loading (BTL) jeweils zwei Front-Kanäle für den Betrieb eines Lautsprechers brücken und so 240 Watt (1 kHz, 2 Kanäle an 8 Ohm, 0,9% THD) erreichen.

Exkurs: SURROUND:AI und Yamaha DSP-Power

Yamahas SURROUND:AI Technologie verstärkt die Wirkung von mehrkanaligen Tonspuren: Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz wird in Echtzeit jede Szene hinsichtlich der Klangbestandteile analysiert, im Anschluss werden die Surround-Parameter exakt auf die momentan vorliegende Quelle angepasst. Wie wir schon mehrfach feststellten, funktioniert dies das in der Praxis sowohl bei Filmton als auch bei Mehrkanal-Musik erstaunlich überzeugend.

DSP-Power im Inneren der Vorstufe

Zugrunde liegt Yamahas schon legendäre DSP-Technologie, die bis in die 80er Jahre des vergangenen Jahrtausends zurückgeht. Anstatt wie Mitwettbewerber DSP-Programme am Computer zu generieren und sich nachher mit der Tatsache auseinander zu setzen, dass das Ergebnis akustisch oft mehr Schwächen als Stärken mitbringt (zu viel Hall, zu viel Bass, Höhenwiedergabe eingeschränkt), entschied sich Yamaha für den Weg, Konzerthallen, Kirchen und Referenz-Kinos weltweit akustisch zu vermessen.

Die gewonnenen Resultate wurden dann in einem DSP-Modus umgesetzt. Dies hatte zur Folge, dass, wenn man das zur jeweiligen Quellmaterial passende DSP-Programm verwendete, auch ein authentisch optimierter Klang zu vernehmen war. Traditionell lassen sich die einzelnen DSP-Modi - der Umfang unterscheidet sich je nach Programm - nachbearbeiten, um die Klanggüte an den individuellen Geschmack oder an die Gegebenheiten des Hörraums anzupassen. 

Natürlich eignen sich Yamahas DSP-Modi auch für die passende Nachbearbeitung von Quellen, die in DTS:X oder Dolby Atmos vorliegen. Somit ist man sehr flexibel, nahezu jeder Inhalt kann mittels Yamahas DSP-Power entsprechend aufbereitet werden. Hinzu kommt, dass mittels OSD oder mittels der App auch noch die Möglichkeit besteht, DSP-Programme individuell anzupassen, wenn man SURROUND:AI nicht einsetzen möchte. Je nach DSP-Programm variieren aber die Parameter, die man justieren kann.

YPAO

Typisches YPAO-Messmikrofon

Wie gewohnt setzt Yamaha bei der CX-A5200 das hauseigene Lautsprecher-Einmess- und Room EQ-System YPAO mit Reflected Sound Control (R.S.C.) inklusive mitgeliefertem Messmikrofon ein. Natürlich kann eine Mehrpunkt-Einmessung für einen erweiterten Sweet Spot vorgenommen werden. Per R.S.C. (Reflected Sound Control) werden überdies frühe Reflexionen eliminiert, um den Klang klarer und präziser zur Geltung zu bringen. YPAO 3D misst die Raumfrequenzgänge der Lautsprecher inklusive der Winkel (zur Hörposition) und der Höhe der Deckenlautsprecher automatisch und optimiert per parametrischem EQ und Laufzeitkorrektur das  Lautsprechersystem. Ein besonders exakt arbeitender 64-Bit-EQ ermöglicht dabei eine sehr genau Berechnung und Korrektur und ermöglicht so eine außergewöhnlich natürliche Raumakustik. In unseren Testreihen können wir das weitgehend bestätigen.

MusicCast, Streaming, Sprachassistenten

DLNA-Streaming

FLAC-Wiedergabe von einem Server im Netzwerk

Zuspielung via AirPlay

Internetradio ist an Bord

MusicCast mit allen Streaming- und Multiroom-Optionen ist natürlich an Bord. Mittels MusicCast kann auch die eigene Musikbibliothek von PC, Mac oder NAS ganz einfach wiedergegeben werden. Die integrierten Streamingdienste wie Spotify, Deezer, Tidal und Qobuz eröffnen zudem zeitgemäße Streaming-Möglichkeiten. Überdies besteht seit einem größeren Update April vergangenen Jahres die Option, Spotity Connect auch mit einem Spotify Free Account zu betreiben. 

Die Bedienung und Einbindung erfolgt wie gewohnt in einfacher, komfortabler Manier über die MusicCast App, die überdies Hand in Hand mit der AV Controller-App arbeitet. Die CX-A5200 Vorstufe ist kompatibel mit den Sprachsteuerungs-Produkten von Amazon (Alexa) und ist kompatibel zu "Actions On Google". Apple AirPlay 2 ist mittlerweile eine Selbstverständlichkeit und fehlt bei der CX-A5200 auch nicht, ebensowenig ein Dualband WLAN. Alternativ kann man die Vorstufe natürlich auch kabelbasiert ins Heimnetzwerk einbinden. Überdies lässt sich, wie mittlerweile gewohnt, auch per Bluetooth kabellos Musik von Mobilgeräten abspielen. 

Anschlüsse

CX-A5200 von hinten

Die CX-A5200 bietet unter anderem 7 HDMI-Eingänge und 3 HDMI-Ausgänge mit HDR10, Dolby Vision™ und Hybrid Log-Gamma-Unterstützung. Ebenso findet sich ein komplettes Set an XLR-Ausgängen.

Endstufe von hinten.

Die MX-A5200 offeriert wahlweise asymmetrische Cinch-Eingänge (hochwertig vergoldet) oder aber symmetrische, aus der Profitechnik bekannte symmetrische XLR-Eingänge. Wir haben unsere Vor-/Endstufenkombination für den Testbetrieb mittels XLR verkabelt.

Bedienung

Die Yamaha CX-A5200 bringt keinen konventionellen Einrichtungsassistenten mit. Wer Hilfe bei der Installation benötigt, findet aber im App Store oder Google Play Store die Yamaha App "AV Setup Guide", die sämtliche notwendigen Schritte mit dem Anwender durchgeht und über zahlreiche Hilfetexte und Bilder verfügt. Sinnvoll ist es bei der ersten Inbetriebnahme aber immer, das Lautsprecher-Setup vorzunehmen. Heimkino-Enthusiasten, die ihren Raum perfekt kennen, können hier natürlich auf ein manuelles Setup mit präzisen Justage-Möglichkeiten zugreifen, aber auch das YPAO-Einmesssystem macht einen ausgeichneten Job und schneidet Frequenzbereiche nicht einfach stumpf ab.

Lautsprecher-Setup - manuell oder automatisch mit YPAO

Hier ein 5.1.2-Setup mit nach oben gerichteten "Dolby Atmos enabled"-Lautsprechern auf den Frontboxen

Gemessener Abstand, der sehr präzise nachjustiert werden kann

YPAO misst in bis zu 8 Positionen ein und liefert nicht nur die notwendigen Parameter für Pegel und Abstand der Schallwandler sondern berücksichtigt auch Raummoden und sonstige Besonderheiten des Raumes. Auch "Dolby Atmos"-Lautsprecher werden korrekt erkannt und eingemessen, allerdings müssen nach oben abstrahlende "Dolby Enabled"-Speaker selbst als solche in den Einstellungen festgelegt werden. Praktisch finden wir auch, und da ist die CX-A5200 Vorstufe nicht das erste Yamaha-Produkt, die dies beherrscht, dass man direkt zwei Lautsprecherprofile abspeichern kann.

Ton-Einstellungen inklusive Lip-Sync, Pegel-Voreinstellungen, Pure Direct, etc.

Die Scene-Tasten können individuell programmiert und auch mit Makros versehen werden

HDMI-Einstellungen, hier kann man auch das Upscaling aktivieren

Die Videosignalverarbeitung kann auch komplett deaktiviert werden

Netzwerk-Settings

Die Vorstufe kann drahtlos oder per Ethernet-Schnittstelle mit Kabel ins Netzwerk eingebunden werden

Systemeinstellungen - Grundlegendes

Ruft man das Setup mit der Zahnrad-Taste auf der Fernbedienung auf, meldet die CX-A5200 direkt die Möglichkeit eines Firmware-Updates, sofern die Vorstufe mit dem Internet verbunden ist und eine aktualisierte Software vorliegt. In unserem Fall war ein entsprechendes Update binnen etwa 20 Minuten erledigt.

Beim OSD kommt die modernisierte Oberfläche zum Einsatz, die auch im RX-A2080 und den übrigen aktuellen AVENTAGE AV-Receivern integriert ist. Im Gegensatz zu den früheren GUIs wird hier mehr Übersicht und eine höhere Auflösung geboten. Man findet sich schnell zurecht und auch auf Eingabebefehle reagiert die Komponente sehr zügig und ohne spürbare Verzögerung. Dies gilt sowohl beim Lautsprecher-Setup als auch bei Einstellungen, die das System betreffen. Neben der akustischen Einstellmöglichkeiten bringt das Yamaha-Gerät auch einen Video-EQ mit, der sechs Presets zur Verfügung stellt, die jeweils mit individuell festgelegten Parametern gefüttert werden können. Dazu zählen "Detailanreicherung", "Randschärfe", "Helligkeit", "Kontrast" und "Sättigung". Ein Scaler ist an Bord, der Inhalte auf bis zu 4K Ultra HD-Auflösungen hochskaliert.

Auch mit der "AV Controller App" von Yamaha kann die Vorstufe gesteuert werden. Und zwar komplett - selbst DSP-Modi sowie Klangregelung, Eingangswahl, Scene-Tasten (nur auswählen bzw. Name und Miniaturbild festlegen), etc: beinahe der komplette Funktionsumfang bis hin zum Editieren der einzelnen DSP-Modi.

Da natürlich, wie im Großteil von Yamahas Portfolio, MusicCast in der CX-A5200 steckt, kann man für die Nutzung der integrierten Streaming-Anbieter sowie Internetradio auch die MusicCast Controller App nutzen. Die Einrichtung erfolgt dabei wie bei jeder anderen MusicCast-Komponente und ist nach wenigen Schritten zuverlässig erledigt. Beim Einrichten muss man die Connect-Taste für einige Sekunden drücken, bis im Display der Vorstufe "Connect" erscheint. Als Connect-Taste dient hier die "Straight"-Taste, die sich unterhalb des Displays hinter der Frontblende befindet. Die Vorstufe wird als eigener Raum in das MusicCast Multiroom-System integriert und lässt sich dann, wie jede andere MusicCast-Komponente, steuern, mit anderen Lautsprechern/Komponenten kombinieren, etc.

App-Screenshots AV Controller App

Praktische App

Unsere Vorstufe wurde direkt gefunden

Main-Hörzone, Modus Surround:AI

Eingangsübersicht

Mehrzonen-Management

Mit schönen Thumbnails gekennzeichnete DSP-Modi

Teil 2

Teil 3

Surround:AI on/off

"Szene" Makro-Funktionen

Zahlreiche Klang-Parameter

Weitere Klang-Parameter

HDMI-Einstellungen

Weitere Einstellungen

Verwendung der App als Fernbedienung 

Die Yamaha AV Controller App ist schon bestens bekannt, und man kann sie wahlweise fürs Tablet oder fürs Smartphone herunterladen. Eine einfache Bedienung und schöne Details, wie die Bilder für jedes einzelne DSP-Programm, sind Merkmale. Des Weiteren kann man die unterschiedlichen DSP-Betriebsarten auch direkt von der App aus anpassen und nachbearbeiten.

MusicCast-App

Rasch kann die CX-A5200 ins Heimnetzwerk und ins MusicCast-System eingebunden werden 

Eingabe Ortsname

Es kann losgehen

Große Auswahl an Möglichkeiten

Räume

Einstellungen in der Übersicht

Mittels der Music-Cast-App ist es ein Leichtes, die CX-A5200 ins Heimnetzwerk und/oder in ein bereits existentes MusicCast Multiroom-Setup einzubinden. Ist die Komponente dann integriert, bestehen viele Möglichkeiten, z.B. auf nahezu alle relevanten Streamingdienste, Inhalte von Home Server oder NAS-System, oder auf Musik vom Smartphone zuzugreifen.

Klang Mission Impossible - Rogue Nation, Szene 1, Dolby Atmos nativ und Yamaha DSP "Spectacle"

Insgesamt eine zutiefst beeindruckende Vorstellung. Klar, kraftvoll, plastisch, so kann man das Wirken der Yamaha Vor-/Endstufenkombination in aller Kürze bewerten. Das brillante Auflösungsvermögen und die hohe Pegelfestigkeit gesellen sich hinzu. Auch mehrere parallel stattfindenden akustischen Ereignisse arbeitet die Yamaha Kombination mit exzellentem Differenzierungsvermögen heraus. Hier die präzisen Feststellungen:

  • Enorm immersive Präsentation, selbst in 5.1.2, auch bedingt durch eine sehr dichte Kulisse, beinahe greifbar. Bei 5.1.4 ist dieses Gefühl natürlich nochmals intensiver. Die 11-Kanal-Endstufe hat zudem mehr als genug Kraft, um 9 oder gar 11 Kanäle simultan zu befeuern.
  • Ausgezeichnete Stimmwiedergabe in den ersten Minuten der Szene, die angedeutete Funkübertragung der Stimme kann gut erkannt werden, auch die generelle Stimmcharakteristik überzeugt durch die präzise Ausprägung stimmtypischer Besonderheiten.
  • Sehr feine Detailauflösung in allen Frequenzbereichen, besonders der Hochtonbereich ist klar und brillant, ohne anstrengend zu werden. Hier ist Yamaha eine nahezu optimale Kombination gelungen. 
  • Exzellente Darbietung des Flugzeugstarts und der Motoren, hier wird präzise und kraftvoll im Tieftonbereich unterstützt, so dass ein sehr natürlich wirkendes Motorengeräusch entsteht. 
  • Flink und blitzschnell wird in allen Sequenzen agiert, sämtliche Einzelheiten und Details werden berücksichtigt, selbst bei schnellen Szenenwechseln und der Kombination aus Effekten, Musik-Score und Dialogen.
  • Die Räumlichkeit ist stark ausgeprägt, nicht nur die Überkopf-Ebene, insgesamt wirkt die Kulisse weitläufig und breit.
  • Als Ethan Hunt an der Tür des Flugzeugs hängt, fühlt man sich beinahe, als wäre man ebenfalls nur wenige Meter entfernt, so brachial bringt die Yamaha-Kombination das Geräusch der Motoren und des Fahrtwindes an den Zuhörer
  • Trotz der zahlreichen Klangobjekte lässt die Vor-Endstufen-Kombination nichts unberücksichtigt, so entsteht eine eindrucksvolle, lebendige Klangkulisse
  • Bedingt durch die hohen Leistungsreserven ist keinesfalls ein aktiver Subwoofer zwingend erforderlich. Große Standboxen mit entsprechendem Volumen können problemlos angetrieben werden, selbst wenn man solche Schallwandler für vorn und hinten verwendet.

Die hochwertigen Yamaha DSPs, in der Vorstufe sitzt der Cinema HD3 Chip von Yamaha, können sogar mit objektbasierten Tonformaten genutzt werden und generieren im Falle einer konventionellen Tonspur sogar einen Upmix, der Atmos- bzw. Height-Lautsprecher mit einbindet. Beim hier vorliegenden Rogue Nation ist dies nicht notwendig, wir schalten dennoch "Spectacle" hinzu und werden mit einer besonders intensiven und gegenüber der Original-Tonspur spektakuläreren Effekt-Wiedergabe belohnt, die durchaus zu gefallen weiß. Die Kulisse bleibt aber insgesamt ausgewogen, sowohl der Music-Score als auch Dialoge wirken stimmig, Vokalstimmen sind klar verständlich. Trotz der Bearbeitung bleibt auch die Präzision auf einem beachtlichen Level und lässt eine klare Ortung der einzelnen akustischen Effekte im generierten Raum zu. "Spectacle" wirkt noch etwas spritziger, lebendiger und dynamischer als die unbearbeitete Signalausgabe. Das ist natürlich für einen langen Filmabend ein wenig anstrengender, reißt die Zuschauer aber auch heftiger mit und lenkt die Aufmerksamkeit komplett auf das Bildgeschehen. In diesem Bereich muss, und das betonen wir bei vielen Yamaha-Tests, jeder für sich entscheiden, ob er eine Nachbearbeitung und somit "nicht originalgetreue" Wiedergabe vorzieht oder sich auf die Abmischung der Toningenieure im Studio verlässt. Yamaha bringt jedenfalls eine große, üppig bestückte Werkzeugkiste für viele Anwendungsbereiche mit, die neben Filmton auch für verschiedene Game-Genres sowie für Musik zahlreiche Möglichkeiten zur Modellierung des Klangsignals zur Verfügung stellt. Dazu gehören unter anderem auch DSPs zu Konzerthallen, Kirchen und Clubs, die von Yamaha-Ingenieuren akkurat und vor Ort vermessen wurden und bei Zuschaltung eine Klangausgabe bieten sollen, die der in diesen Räumen herrschenden Akustik möglichst nahe kommt.

Klang "Der Hobbit - Smaugs Einöde", Filmklang und Musik, DTS-HD Master Audio, nativ und mit Surround:AI sowie Dolby Surround

Stets mit hoher atmosphärischer Dichte und einer zugleich enormen Präzision. stellt die Kombination aus CX-A5200 und MX-A5200 auch sehr anspruchsvolle Filmton-Liebhaber zufrieden. Surround:AI bereitet den Klang wirkungsvoll auf, man ist nun besser im Geschehen integriert, und die Haight-Lautsprecher sorgen für mehr 3D-Gefühl. Trotzdem verliert sich die CX-A5200 nie in einer künstlich aufgeblasen wirkenden Darstellung, sondern agiert immer noch mit einer erstaunlichen Präzision. Unsere Eindrücke im einzelnen:

  • Auch hier können wir direkt unsere Begeisterung der sehr räumlichen und enorm hohen atmosphärischen Dichte zum Ausdruck bringen, allerdings fällt sofort auf, dass bei nativer Darstellung die Kulisse nach oben hin verliert, man wird nicht ganz so in das Geschehen hineingezogen als noch beim Beispiel vorhin mit Dolby Atmos.
  • Authentisch ist die Darstellung aber absolut, sei es das Entzünden der Hochöfen der Zwerge oder der darauf folgende Angriff des Drachen, bei dem die riesigen Metallstäbe des Tores verbogen werden, bis dieser sie durchbricht
  • Umherfliegende Objekte können hervorragend in der räumlichen Kulisse nachvollzogen werden.
  • Dies gilt übrigens immer noch, als wir SURROUND:AI hinzu schalten. Die Einbindung der Dolby Atmos-Lautsprecher hat kaum negativen Einfluss auf eine realistische Abbildung, erweitert das Gesamtgeschehen aber und man fühlt sich noch mehr als Teil des spannenden Kampfes zwischen Hobbits, Zwergen und Smaug.
  • Die Stimmwiedergabe, sei es von Martin Freemans Hobbit oder dem Drachen, der von Benedict Cumberbatch gesprochen wird, wird erwartungsgemäß exzellent gemeistert. Mit leichter Schärfe und sattem Fundament flößt Smaug den kleinen Gestalten Angst ein - und dies kommt auch zweifellos beim Zuschauer an.
  • Beeindruckend ist auch die Tiefe der Kulisse, die realisiert wird, die großen, weitläufigen Hallen der Zwerge werden in ihrer Akustik ausgezeichnet umgesetzt.
  • Am Ende des Filmes, während die Credits laufen, beglückt uns Ed Sheeran nochmal mit einer Musik-Darbietung von "I See Fire". Die Präsentation weckt Lust auf die Klangtestreihen in Stereo, denn die Darstellung der Vokalstimme des Iren ist geradezu sensationell, dedizierte Stereo-Komponenten, die hier mehr Charakteristik und Feinauflösung herausholen, muss man erstmal finden
  • Auch die Darstellung der Akustik-Gitarre ist exzellent, nicht zu scharf und mit erkennbarer Anschlagdynamik hört man hier zweifellos auf sehr hohem Niveau.
  • Untenrum schließt sich der Tieftonbereich nahtlos an, wirkt druckvoll, aber nicht übermäßig betont. Im Bedarfsfall packen die Yamaha-Komponenten sehr flink und kräftig zu, tragen aber niemals zu dick auf.

Wollen wir die integrierten Audio-Upscaler, z.B. Dolby Surround oder Neural:X sowie die exklusiven Yamaha DSPs verwenden, müssen wir SURROUND:AI deaktivieren. Logisch, denn wir bestimmen damit ja selbst, auf welche Art und Weise wir die Klangkulisse erleben möchten. Dolby Surround "mischt" auch die zugrunde liegende DTS HD Master Audio-Tonspur und erweitert die Klangkulisse nach oben. Insgesamt wirkt aber die Kulisse auch ein wenig breiter und vereinnehmender, so dass man sich z.B. beim Kampfgeschehen mit Smaug noch ein wenig direkter ins Geschehen mit einbezogen fühlt. Die bisherige Präzision, besonders in den oberen, aber durchaus auch in den unterschiedlichen tiefen Frequenzbereichen mit klarer Struktur, bleibt dabei unangetastet. Will man einen Kritikpunkt finden, so wirkt die Gesangseinlage von Ed Sheeran am Ende des Filmes etwas zu atmosphärisch und räumlich breiter, als sie eigentlich ist. Insgesamt aber ein sehr gutes Ergebnis des integrierten Dolby-Upscalers.

Klang Stereo

Präzision und eine enorme Detailauflösung wird bei der Vorstufe CX-A5200 groß geschrieben. In den Mehrkanal-Klangtestreihen hat es sich schon abgezeichnet und auch hier kann uns die Kombination aus CX-A5200 Vorstufe und MX-A5200 Endstufe absolut überzeugen. Zusätzlich zur feinen Strukturierung und der Ausarbeitung selbst kleinster dynamischer Unterschiede liefert das Setup auch eine enorme Kraft und treibt selbst hochanspruchsvolle Lautsprecher souverän und scheinbar mühelos an. Bei Vivaldis Vier Jahreszeiten wird eine überragend authentische Bühne geboten, die nicht nur in ihrer Breite, sondern auch bezüglich der Tiefe HiFi-Enthusiasten überzeugen wird. Einzelne Instrumente lassen sich trotz komplexer Kulisse hervorragend auseinanderdifferenzieren und die Durchhörbarkeit wirkt in allen Frequenzbereichen exzellent.

Spektakulär ist die Brillanz und Auflösung im Hochtonbereich bei gleichzeitig hoher Ausgewogenheit. High End-Komponenten kitzeln vielleicht noch einen Tick mehr heraus, dafür kann man de CX-A5200 zusammen mit der Yamaha-Endstufe stundenlang, selbst bei höherem Pegel, genießen, ohne dass es anstrengend wird. Nach Vivaldis "Adagio" lassen wir noch Hans Zimmers "Wheel of Fortune" erklingen und auch hier begeistert das Yamaha-Ensemble mit einer exzellenten Darbietung des Orchesterklanges. Massiv geht man zu Werke, untenrum muss man beinahe aufpassen, dass es nicht ein wenig zu üppig wird - aufgedickt wirkt es aber nie, brachial und monumental erklingen die Paukenschläge und das Fundament. Spielerisch gesellen sich Streicher und Bläser hinzu und nehmen den Zuhörer schwungvoll mit. Die CX-A5200 spielt durchaus lebendig auf, bleibt aber der typischen Yamaha-Maxime einer möglichst authentischen Präsentation stets treu. Die Streicher werden sehr detailliert ausstaffiert, selbst das Zupfen an vereinzelten Stellen kann man klar wahrnehmen. Wie üblich zieht uns Yamaha mit einer überaus authentischen und ausgewogenen Darstellung, die aber blitzschnell lebendig und mitreißend wird, in den Bann.

Übrigens: auch im Stereo-Betrieb kann man SURROUND:AI aktivieren. Natürlich büßt man hier etwas an der natürlichen Darstellung ein, dafür realisiert die Vorstufe aber eine sehr immersive und dichte Kulisse, je nach Genre und individueller Präferenz findet man hier eine attraktive Möglichkeit, das Klangerlebnis zu optimieren.

Video - Upscaling

Die Yamaha Vorstufe eignet sich auch zum Upscaling von konventionellem 1080p Blu-ray Material oder sogar noch niedriger auflösenden Inhalten in 480p, 576p, 720p und 1080i auf die Ultra HD 4K-Auflösung moderner TV-Geräte. Standardmäßig erfolgt die Durchleitung von Videosignalen aber mit möglichst wenig Bearbeitung, um einen latenzfreien und absolut sauberen Signaltransport zu  garantieren. Wer Scaling nutzen möchte, muss dazu im Setup-Menü unter Video/HDMI und dem Unterpunkt Videomodus von Direkt (keine Bearbeitung des Signals) auf Verarbeitung stellen. Unter "Auflösung" wählen wir dann die gewünschte "4K"-Auflösung, auch wenn man es hier theoretisch bei "Automatisch" belassen kann, da in diesem Fall die native Auflösung des angeschlossenen Bildwiedergabegerätes ausgegeben wird. Das Seitenverhältnis sollte man unverändert lassen, darüber hinaus stehen dem Anwender Anpassungsmöglichkeiten zur Verfügung:

  • Detailanreicherung (ein Schärfeoptimierer)
  • Randschärfe
  • Helligkeit
  • Kontrast
  • Sättigung

In der Regel kann man es hier bei den Standard-Werten belassen, für spezifisches Quellmaterial können sich aber einzelne Features als sinnvoll erweisen. Als Test-Sequenz haben wir uns einen alten Bekannten herausgesucht: "The Dark Knight" gefällt zwar mit einem bombastischen Soundtrack, kann aber visuell aufgrund von Warners damaligem üppigen Einsatz einer dynamischen Rauschreduzierung nicht voll überzeugen - die CX-A5200 soll schließlich ein wenig für ein gutes Bild arbeiten müssen. Besser als die Quelle kann es natürlich nicht werden, aber wir können der Vorstufe eine saubere und authentische Darstellung des Quellmaterials attestieren. Die Farbgebung sowie die gesamte Bilddynamik scheint keinesfalls verlustbehaftet zu sein, auch die Bildstabilität ist - inklusive typischem 24p-Judder, auf einem hohen Niveau. Die CX-A5200 arbeitet hier durchaus auf einem Level, das vergleichbar mit den Scalern in hochwertigen Zuspielern und TV-Geräten ist. Sehr vorteilhaft ist auch die Tatsache, dass keine Asynchronität zwischen Audio- und Videosignal durch das Scaling auftritt. Man kann sich natürlich die Frage stellen, ob eine Integration eines Video-Upscalings in Geräten dieser Klasse großartig Sinn ergibt. Es handelt sich schließlich um Komponenten für Enthusiasten, die über eine exklusive AV-Kette mit modernen Bildwiedergabe-Geräten verfügen, die mit höchster Wahrscheinlichkeit exzellente Chips für die Videosignalverarbeitung bereitstellen. Wer der CX-A5200 aber die Aufgabe für das Hochskalieren niedriger auflösender Inhalte vertrauensvoll übertragen möchte, kann dies bedenkenlos tun.

Fazit

Ein bärenstarkes Boliden-Duo! Yamahas AV-Vor-/Endstufenkombination, bestehend aus CX-A5200 und MX-A5200, besticht durch exzellente Verarbeitungsgüte sowie enorm hochwertige Baugruppen. Die Ausstattung ist, sehen wir von Auro-3D und Auro-Matic ab, komplett, die Funktionsvielfalt enorm. Die Steuerung kann mittels der sehr guten Fernbedienung und dem attraktiven OSD oder aber mittels der ebenfalls sehr gelungenen AV Controller App geschehen. Netzwerk- und Multimedia-Features sind ebenfalls zahlreich integriert und können komfortabel per MusicCast gesteuert werden, natürlich ergeben sich so auch Kombinationsmöglichkeiten mit weiteren Yamaha MusicCast-Geräten. Akustisch begeistern Yamahas Spitzenmodelle durch enormen Nachdruck, untadelige Präzision und eine extrem hohe atmosphärische Dichte. An Leistung wird es dem geneigten Heimkino-Fan keinesfalls mangeln und mit 11-Kanal-Signalverarbeitung sowie 11-Kanal-Verstärkung ist man auch frei, was die Ausstaffierung der Heimkino-Höhle mit Lautsprechern betrifft. Doch auch was die Stereo-Wiedergabe betrifft, ist man mit dem Yamaha-Duo hervorragend aufgestellt.

In der Regel werden Interessenten der Yamaha-Kombination über ein hochwertiges Bildwiedergabegerät mit eigener, exzellenter Videosignalverarbeitung verfügen. Wer dies dennoch der AV-Vorstufe überlassen möchte, kann dies ohne Einschränkungen und ohne spürbare Latenz tun. Mit SURROUND:AI ist ein mächtiges Werkzeug an Bord, das im Praxisbetrieb durchaus einen Mehrwert bietet. Besonders gut gefällt uns, dass man die Funktion auch in Kombination mit objektbasierten Tonformaten verwenden kann. Diese sind übrigens wieder in Form des Cinema DSP HD3-Chips in voller Montur an Bord. Optisch setzt man nochmal auf Bewährtes und das finden wir keinesfalls schlecht, besonders dem bulligen MX-A5200 ist das Leistungspotential direkt anzusehen. Insgesamt trifft Yamaha auch mit der aktuellen Vor-/Endstufenkombination aus CX-A5200 und MX-A5200 wieder voll ins Schwarze.

Ein Maximum an Performance zum absolut fairen Preis - wer im dedizierten Heimkino auf die Yamaha Vor-/Endstufen-Kombination setzt, erhält kompromisslose Leistung und ein Ausstattungspaket, das keine Wünsche offen lässt

AV-Vor-Endstufen-Kombinationen Oberklasse
Test 03.02.2020

Test: Philipp Kind, Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 03. Februar 2020

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