XXL-TEST: Stereo-Vollverstärker Krell K-300i - großartiger Dynamiker mit hervorragenden Reserven
Zuspieler der Kette

Perlisten S5m
Der Perlisten S5 Monitor ist als große Regalbox ausgelegt und kompromisslos auf akustische Höchstleistungen ausgerichtet. Dank innovativer Treiber-Technologie ergolgt die Wiedergabe jedes Quellmaterials klar, homogen und detailreich. Die untere Grenzfrequenz liegt bei überraschend tiefen 29 Hz. Generell ist die Auslegung des S5 auch für Studio-Monitoring geeignet. Die gesamte S-Serie von Perlisten ist übrigens die erste Lautsprecher-Baureihe mit THX Dominus-Lizenz. THX Dominus-zertifizierte Systeme sind in der Lage, Kinoräume bis zu einer Größe von 184 Quadratmetern mit Pegeln von 120 dB zu beschallen. Und das bei niedrigsten Verzerrungswerten an jedem Hörplatz und mit jedem Material.

dCS Rossini APEX
Neben der Streaming-Sektion des K-300i arbeiteten wir auch mit dem dCS Rossini Apex Player. Ausgestattet ist der extrem hochwertig verarbeitete Universalist mit der dCS Ring DAC APEX Technologie. Er offeriert neben dem höchsten Ansprüchen genügenden CD/SACD-Laufwerk umfangreiche Streaming-Möglichkeiten von zahlreichen Plattformen: TIDAL, Qobuz und Deezer und Internetradio mittels der dCS Mosaic Control-App. Weiterhin ist der Rossini Player Roon Ready. AirPlay, Spotify Connect und der UPnP-Standard werden ebenfalls unterstützt, und vollwertiger MQA-Decoder befindet sich in der Ausstattungsliste. USB, AES, Dual AES and S/PDIF digitale Audioeingänge stehen für enorme Flexibilität.
Klang

Los geht es
Wir starten mit "Till Tomorrow" (Till Brönner & Yello). Das tieffrequente Fundament arbeitet der K-300i zusammen mit den Perlisten Lautsprechern exzellent heraus. Hier sind wir, das nebenbei bemerkt, vom ausgezeichneten Tiefgang der S5m begeistert. Der Krell agiert aber auch dann geschickt, als sich Till mit seiner Trompete nach wenigen Sekunden einbringt. Wie räumlich dicht hier die Darstellung ist, das verdient schon die Auszeichnung "Sonderklasse". Dynamische Differenzen arbeitet der K-300i mit untadeliger Impulstreue und mit der korrekten Balance ein. Mehrere musikalische Ebenen trennt der US-Verstärker auf sehr hohem Niveau, ohne aber dabei die akustische Ausrichtung als homogenes Ganzes zu stören.
Setzen wir mit dem "Imperial March", dem legendären Star-Wars Theme des Imperiums fort. Das Werk von John Williams wird von den Wiener Philharmonikern treffsicher auf den Punkt gebracht - und der K-300i liefert eine weitere exzellente Leistung ab. Die vielen einzelnen Facetten und Nuancen führt er mit Souveränität zusammen und verleiht dem orchestralen Gebilde Kontur und Kraft - letztere aber kommt stets kultiviert und zielgerichtet zum Einsatz. Die dichte Räumlichkeit, die nie künstlich oder überzogen wirkt, ist ein weiterer Pluspunkt, der für den Krell-Vollverstärker spricht. Insgesamt liegen dem US-Kraftwerk gerade solche beeindruckenden, nachdrücklichen Stücke wie der Imperial March. Die leiseren Passagen arbeitet er, was uns tief beeindruckt, aber mit genau derselben Hingabe heraus wie die großen orchestralen Einsätze.
Beim 007-Klassiker "Moonraker", gesungen von Shirley Bassey, präsentiert sich der K-300i ein weiteres Mal als Hochleistungsverstärker, den man nicht auf dem falschen Fuß erwischen kann. Er kommt mit dem Aufbau des Titels sehr gut zurecht, holt viele Einzelheiten heraus und managt die dynamischen Unterschiede höchst geschmeidig, auch, als Shirley ihre charakteristische Stimme mit Nachdruck erhebt. Der Krell schafft es zu jedem Zeitpunkt, das Verhältnis der vokalen Elemente zu den instrumentalen Elementen akkurat und treffend auszubalancieren. Und die akustische Schönheit des Songs kommt durch das genau definierte Fundament und das hohe Maß an Klarheit im Präsenzton- und im Hochtonbereich hervorragend heraus.
Stimmen kann der Krell - obwohl man ihm das als kraftvollem Dynamiker vielleicht spontan gar nicht zutrauen würde. Mit vielen charismatischen Details und einer höchst präzise getroffenen Stimmfarbe bei Andrea und bei Georgia spielt der K-300i auf sehr hohem Level. Gut, bei dem Kaufpreis MUSS er auch alles können, das nur als Anmerkung. Wie sauber definiert, wie konturenreich und wie homogen er jedoch bei "Vivo Per Lei" (Andrea Bocelli & Georgia) seiner Arbeit nachgeht, das fasziniert auch charakterlich eher trocken veranlage Mitmenschen. Er überzeugt ein weiteres Mal mit dem geschliffenen, aber zugleich energiegeladenen Auftritt und mit der absolut passenden Gewichtung der verschiedenen akustischen Elemente.
Mit "The Sun Always Shine On TV" widmen wir uns jetzt einer Chart-Legende aus den 80er Jahren. Morten Harkets Stimme präsentiert der K-300i wieder so gekonnt, dass man beinahe denkt, er gäbe eine Live-Vorstellung im Hörraum auf einer klar definierten virtuellen Bühne. Die Instrumentierung bereitet dem Vollverstärker ebenfalls keine Mühe bei der Anspruchsvillen Aufbereitung. Der Synthesizer wird fein betont und nahtlos eingearbeitet, das Schalgzeug kommt sauber auf den Punkt. Mit hohem Pegel hört man völlig bedenkenlos, da die Kraftreserven des K-300i mehr aus ausreichend dimensioniert sind.
Wir bleiben circa in derselben Ära wie beim vorherigen Song, nur muss diesmal wieder 007 auf eine Mission, die ihn ins Silicon Valley bringen wird. Fans von James wissen: Es handelt sich um den Movie "Im Angesicht des Todes" und den dazugehörigen Titelsong "A View To A Kill" von Duran Duran. Mit dem nötigen Nachdruck und hoher vokaler Darstellungskompetenz liefert der K-300i eine weitere Spitzenvorstellung ab. Kurze, scharf umrissene Impulse arbeitet er mit unmittelbarer Dynamik heraus - da zeigt er unglaubliche Stärke, denn so formt er ein komplettes Klangbild, das nahezu alle Facetten berücksichtigt und mit Punch sowie passend intensiver Räumlichkeit aufwarten kann.
Und wieder so ein Titel, der nur dann richtig wirkt, wenn der angeschlossene Verstärker Kraft und Kontrolle im Überfluss besitzt: Fly Away von Lenny Kravitz. Klar gibt es auch weniger fordernde Passagen, aber wenn Lenny richtig Gas gibt, muss der Verstärker nicht nur impulstreu auf den Punkt kommen, sondern auch massiv anschieben. All dies gelingt dem K-300i auf höchstem Level, und nie vergisst er, Lennys Stimme exakt zu integrieren, sodass man zum einen nahezu alle vokalen Details hört, zum anderen aber ein ganzheitlich runder, umfassender Klangeindruck generiert wird.
Nun holen wir noch zwei Tracks heraus, bei denen der K-300i alle Reserven mobilisieren muss - und es geht schon los mit "San Francisco" von Darius & Finlay versus Tom Borijn. Dass wir mit enorm hohem Pegel hören, macht dem US-Verstärker nichts aus, und den Perlisten Lautsprechern auch nicht. Uns werden die elektronischen Effekte "um die Ohren" geschleudert, ohne dass auch nur eine Kontur nicht präzise definiert wäre. Im Bassbereich steht allzeit massiver Schub bereit, und mit einer umfassenden räumlichen Darbietung hinsichtlich Weite und Tiefe kann uns der K-300i ebenfalls dienen.
Dass er bei "Missing" von Central Sven/DJ Mellow-D ebenfalls wieder eine Großtat vollbringt, war abzusehen. Es ist wieder dieser unmittelbare Schub, der bei zurückhaltenden Menschen schon beinahe beängstigend wirkt. Der Bass knallt hart im Hörraum auf, die Effekte umgeben die Zuhörerschaft, und die räumliche Wirkung ist ungemein hoch. Bei den Perlisten-Monitoren ist es optimal, wenn man inmitten des Stereodreiecks präzise positioniert ist, dann bekommt man ein ungemein nachdrückliches und zugleich klares akustisches Ergebnis geliefert.
Einordnung ins Konkurrenzumfeld

Hegel H600
Den Hegel H600 (11.495 EUR) konnten wir bereits hören, und wir waren begeistert von der enormen Kraft und der vorbildlichen Verarbeitung. Der Krell wirkt im direkten Vergleich deutlich zierlicher, aber auch er besitzt optisch einen hohen Wiedererkennungswert. Er spielt sehr klar, sehr genau auf den Punkt - der Krell erscheint im direkten Vergleich etwas verbindlicher, während der Hegel Mini-Details im Hochtonbereich noch eine Idee präziser durchleuchtet. Mit dem K-300i kann man schlichtweg ewig lang hohe Pegel hören - ohne jegliche Überforderung und bei gleichzeitig hoher Dynamik. Pegelfest ist der H600 ebenfalls über alle Maßen - aber er wirkt durch seine absolut jkompromisslose Neutralität dominanter, auch wenn das merkwürdig klingen mag. Fazit - zwei geniale Verstärker, welchen man nimmt, bleibt dem individuellen Anforderungsprofil überlassen.

Mark Levinson 585.5
Der schiere Wahnsinn ist der Mark Levinson 585.5 Vollverstärker. Wir arbeiteten schon häufig mit ihm, wenn es darum ging, hochkarätige Luxus-Boxen zu testen - erst kürzlich beim Check der Dali Epikore 11. Wir haben den 585.5 aber auch schon an "normaleren" Lautsprechern gehört und stellten immer wieder fest, dass er einfach immer ein Optimum an Klanggüte realisieren kann. Mit einem Preis von 18.999 EUR liegt er nochmals deutlich über dem K-300i und verdeutlicht dies schon optisch mit einer monumentaen Erscheinung. Mit einer phänomenalen abrufbaren Maximalleistung und einer kompromisslosen Premium-Phonovorstufe rechtfertigt er seinen Preis. Er verfügt über eine hochklassige analoge und eine überwältigend noble digitale Sektion und lässt sich daher flexibel einsetzen. Streaming-Funktionen wie der K-300i mit dem optionalen Digital-Modul bietet er nicht.

Technics SU-R1000
Deutlich preisgünstiger als unser Testkandidat ist der Technics SU-R1000, der auf 8.499 EUR kommt und mit seiner edlen Formensprache direkt überzeugen kann. Ein Streamingmodul gibt es nicht, dafür beleuchtete VU-Meter sowie digitale & analoge Anschlussmöglichkeiten. Mit dem angenehmen, detailreichen Klang macht sich der Technics viele Freude, pegelfest ist er auch. Der Krell macht aber deutlich, warum er teurer ist: Noch unmittelbarer, noch dynamischer macht er sich ans Werll und schafft nochmals spielerischer enorm hohe Pegel.
Fazit

Der Krell K-300i mag etwas unscheinbar aussehen - was nicht am Design, sondern an der relativ flachen Bauform liegt -, aber er hat es faustdick hinter den Ohren: Mit enormer Kraft, die stets kultiviert und homogen dargeboten wird, managt er praktisch jedes Quellmaterial. Die exzellente räumliche Abbldung, der Hang zu enormer Plastizität, der souveräne Umgang mit dynamischen Differenzen sowie die Gabe, Stimmen enorm facettenreich zu präsentieren, beweisen klar, dass der K-300i ein Ausnahmetalent ist. Mit dem optionalen Digitalmodul wird er zum medialen Zentrum der gesamten Anlage, und man braucht keine weiteren Zuspieler, um sofort an den Start gehen zu können. Blanzierend ist der US-Vollverstärker zwar ein kostspieliges Vergnügen, aber er bietet auch pure Qualität und Hörfreude vom Feinsten.
Extrem kraftvoller sowie dynamischer Vollverstärker, der zugleich feine Facetten grandios abbilden kann

Vollverstärker Luxusklasse
Test 23. Februar 2024
Test und Bilder: Carsten Rampacher
Datum: 23. Februar 2024
Weiter auf: Vorherige Seite
Tags: Audio Reference • Krell • Stereo-Vollverstärker • Streaming-Vollverstärker • Verstärker







