XXL-Test: Sony 2020er Ultra HD OLED-TV KD-65A87 - der richtige Fernseher für den Liebhaber authentischer Billddarstellung

Für exakt 2.399 EUR gibt es den Sony Ultra HD OLED-TV A87 derzeit bei den Sound Brothers Kassel, mit deren freundlicher Unterstützung wir diesen ausführlichen Test durchführen konnten. Dafür zunächst ein herzliches Dankeschön!

Was gibt es beim KD87 fürs investierte Geld? Auf jeden Fall ein sehr feines Design und eine opulente Ausstattung, die unter anderem den aktuellen Top-Prozessor X1 Ultimate und die „Acoustic Surface“ Klang-Technologie enthält. Kurz zur Audiotechnologie: Hier spielt sich alles auf der Rückseite des Displays ab, sozusagen wird diese als „Lautsprecher“ verwendet. Sogenannte „Aktuatoren“ sind für eine klare und doch räumliche Klangwiedergabe mit verantwortlich. Natürlich wird auch Dolby Atmos unterstützt, ferner Dolby Audio und DTS Digital Surround.  Als Ausgangsleistung nennt Sony insgesamt 30 Watt.

Die Funktionen X-Reality Pro, das Dual Database Processing und die Object Based Super Resolution sorgen bei beinahe jeder Bildquelle für eine erstklassige Qualität. Für beste Farbwiedergabe stehen die Live Colour-Technologie, das Precision Colour Mapping, und das Super Bit Mapping bei der HDR-Wiedergabe. Damit stets ein exzellenter Kontrast gewährleistet wird, gibt es den Dynamic Contrast Enhancer, Object-based HDR Reamster und den Pixel Contrast Booster. Jede Menge Helferlein, der Bildtest später klärt, was für eine Bildgüte erzielt wird. Dann kann auch der Bewegungs-Optimierer X-Motion Clarity seine Qualitäten beweisen. Wir ziehen es schon einmal kurz vor: Der Sony schafft tatsächlich ein Bild mit sehr lebendigem Kontrast, exzellenter Bewegungswiedergabe und hoher Klarheit. 

An Bildprogrammen integriert Sony, auch das hat schon Tradition, den „Netflix Calibrated Mode“, der exklusiv für Netflix-Inhalte vorgesehen ist. Was HDR-Normen angeht, werden HDR10, HLG sowie Dolby Vision unterstützt. Es fehlt die neueste 2020er Variante Dolby Vision IQ, die zusätzlich den Helligkeitssensor des TVs mit einbezieht. Zu HDR10+ ist der Sony nicht kompatibel. Hier wünschen wir uns für die Zukunft noch mehr Flexibilität. Bei Panasonic zum Beispiel gibt es Unterstützung für Dolby Vision IQ, HDR10, HDR10+ und HLG sowie HLG Photo.

Natürlich gibt es auch ein Triluminos-Display für die Darstellung eines erweiterten Farbraums. Wie bei Sony seit einigen Jahren üblich, läuft der A87 unter Android TV, aktuell in der Version 9.0. Im Gerät befinden sich 16 GB Speicher. Integriert ist zudem Google Assistant. Zudem trägt der KD-65A87 das Label „Works With Alexa“ und ist kompatibel zu Apple AirPlay 2 und Apple Home Kit. Der KD-65A87 verfügt über einen Doppeltuner (2 x DVB-C, DVB-T2, DVB-S2) und natürlich über WiFi und Bluetooth.

Sony hebt auf der Website die Umweltfreundlichkeit des KD-65A89 hervor. Er verfügt über einen Energiesparmodus, hier wird nur soviel Helligkeit serviert, wie es für ungetrübten Bildgenuss wirklich notwendig ist. Der Sony bringt zudem eine „Display Aus“ Funktion mit. Hier wird das Display deaktiviert, Audioinhalte werden aber trotzdem weiter wiedergegeben.

Verarbeitung

Standfuss im Detail

Seitliche Ansicht

Anzeige

Ecke rechts unten - hochwertige Materialqualität

Detail Rahmen oben

Hochwertige Fernbedienung

Rückseite

Mit Beleuchtung

Nobel und fein tritt der A87 auf. Alles, was nach Metall aussieht, ist auch tatsächlich Metall. Das gilt für den Rahmen und sogar für die Oberfläche der Fernbedienung. Letztere ist überdies beleuchtet, was den praktischen Gebrauchswert weiter erhöht.  Die Gerätefüße sehen elegant aus, schaut man genauer hin, entdeckt man auch hier die sehr gute Materialqualität.

Anschlüsse

Anschlüsse hinten

Anschlüsse seitlich

Der Sony bringt Bluetooth 4.2 und WiFi (802.11a/b/g/n/ac) mit. Zudem die Anschlüsse für den TV-Doppeltuner und insgesamt vier HDMI 2.1-Terminals (1 seitlich und 3 unten)mit HDCP 2.3 und eARC. Zudem finden sich ein digitaler optischer Audioausgang und ein seitlicher Composite-Videoeingang. Ergänzt wird das Sortiment durch insgesamt drei USB-Slots (2 seitlich, 1 unten). Die USB-Treiberformate FAT16/FAT32/exFAT und NTFS werden unterstützt.

Folgende Codecs supportet der A87 über USB: MPEG1: MPEG1 / MPEG2 PS: MPEG2 / MPEG2 TS (HDV, AVCHD): MPEG2, AVC / MP4 (XAVC S): AVC, MPEG4, HEVC / AVI: Xvid, MotionJpeg / ASF (WMV): VC1 / MOV: AVC, MPEG4, MotionJpeg / MKV: Xvid, AVC, MPEG4, VP8.HEVC / WEBM: VP8 / 3GPP: MPEG4, AVC / MP3 / ASF (WMA) / LPCM / WAV / MP4AAC / FLAC / JPEG; WEBM: VP9/AC4 / ogg / AAC/ARW (nur Miniaturansichten).

Folgende Videoformate werden über HDMI akzeptiert: HDMI™ Signal: 4.096 x 2.160p (24, 50, 60 Hz), 3.840 x 2.160p (24, 25, 30, 50, 60 Hz), 1.080p (30, 50, 60, 100, 120 Hz), 1.080/24p, 1.080i (50, 60 Hz), 720p (30, 50, 60 Hz), 720/24p, 576p, 480p.

Handling

Mittels Android 9.0 lässt sich der Sony, wie gewohnt, einfach handhaben. Im Hauptmenü wird von oben nach unten durchgescrollt, hier finden sich zum Beispiel zahlreiche angesagte Video-on-Demand-Dienste und verschiedene aktuelle Empfehlungen, mit Vorschaubild. Klickt man drauf, ist man sofort beim entsprechenden Inhalt.

Bekanntes Android TV 9.0 Menü, hier besonders wichtige Apps oben in der Übersicht, darunter Netflix und YouTube

Rakuten TV

Apps im Spotlight - ZDF

Plex

ARD-Mediathek

Wer möchte, kann auch Google Assistant verwenden. Inhalte von Apple-Devices kann man mittels Apple AirPlay 2 auf den TV bekommen, das Ganze funktioniert einfach und reibungslos. Die sehr hochwertige Fernbedienung bietet einen guten Druckpunkt bei den Bedienelementen. Der TV selbst reagiert zügig auf Befehle, die mit der Remote gegeben werden. 

Einstellungen

Menü "Fernsehen"

Menü "Anzeige und Ton"

Die eigentlichen Einstellung-Menüs werden dann im Sony-typischen Design angeboten. Hier kennt sich jeder aus, der schon einmal mit einem Sony TV Kontakt hatte. Zu loben sind, z.B. bei den Bildeinstellungen, die Hilfetexte und Beispielbilder, um eine entsprechende Funktion zu erläutern und verständlich zu machen.

Video-EQ und Bildmodi

Unter „Anzeige und Ton“ in den Einstellungen kommt man ins Bild- und Tonmenü. Wir starten mit dem Bildmenü und erläutern die Einstell-Parameter unter dem Punkt „Bild“.

Zahlreiche Bildmodi, deren Einsatzzweck mittels Hilfetext erläutert werden. Hier "Kino"

Und hier "Brillant"

Die Parameter beginnen mit den Bildmodi: Ab Werk kann der A87 zahlreiche Bildmodi aufweisen: Kräftig, Standard, Kino, Spiel, Grafik, Foto, Benutzerdefiniert, Dolby Vision Bright, Dolby Vision Dark (beide Modi für Dolby Vision HDR-Inhalte), Netflix Calibrated. Dieser kann nur bei Netflix-Material freigeschaltet werden.

Unterteilt in Submenüs für Helligkeit, Farbe, Klarheit, Bewegung, Videosignal und erweiterte Farbtemperatur

Parameter bei "Helligkeit"

Parameter bei "Farbe"

Parameter bei "Klarheit"

Parameter bei "Bewegung"

Motionflow

Erweiterte Farbtemperatur

Erweiterte Farbtemperatur: Grundeinstellungen

Es folgen die fünf mit Hilfetexten und Beispielbildern versehenen Menüpunkte Helligkeit (Helligkeit, Kontrast, Gamma, Schwarzwert, Schwarzabgleich, Erweiterter Kontrastverstärker, Spitzenluminanz), Farbe (Farbe, Farbton, Farbtemperatur, Farbbrillanz), Klarheit (Reality Creation, Zufälliges Rauschen reduzieren, Digitales Rauschen reduzieren, Gleichmäßige Abstufung), Bewegung (Motionflow mit Betriebsarten Anwender, Aus oder Automatisch, sowie der Parameter „Filmmodus“), Videosignal (HDR-Modus, HDMI-Videobereich, Farbraum) und Erweiterte Farbtemperatur (Grundeinstellungen, Mehrpunkt/10p sowie Anpassung pro Farbe).

Audio-EQ und Modi

Ton-Menü

Ton-Modi

Weitere Ton-Einstellungen

Es finden sich verschiedene Audio-Modi: Standard, Dialog, Kino, Musik, Sport, Dolby Audio. Es folgt die Tonanpassung (Surround, Raumklang-Effekt, EQ/grafischer EQ mit 7 Bändern,  Dialogangehbung, Lautstärke (Anpassung für den aktuellen Eingang: Lautstärkeversatz, Dolby Dynamikbereich, HE-AAC-Dynamikbereich, HE-AAC Audiolautstärke), Erweiterte automatische Lautstärkeregelung, Balance, Position des Fernsehgerätes,  Automatische Akustik-Kalibrierung, Normwerte.

Zwei weitere Features

Automatische Akustikkalibrierung: Diese funktioniert über das Mikrofon in der Fernbedienung. Man muss dort sitzen, wo man normalerweise sitzt, wenn man TV-Inhalte anhört. Die Spitze der Fernbedienung wird auf den TV ausgerichtet. Nur zwei, drei Sekunden werden dann Messtöne ausgegeben während man die Fernbedienung nicht bewegen darf – das war alles. Kann so ein kurzer Prozess nützlich sein? Gut, zu hoch sollten die Erwartungen nicht sein. Wir hörten Probe, mit Kalibrierung gegen ohne Kalibrierung: Der Sound ist etwas harmonischer, homogener, wenn man die Kalibrierung aktiviert.

Schnelleinstellungen

Schnelleinstellungen, früher „Action Menu“: Wenn man einmal auf der Fernbedienung auf die Taste mit dem Zahnrad drückt, kommt man in die Schnelleinstellungen, die unten im Display in Form einer Menüleiste angezeigt werden. Im Einzelnen erhält man auf Folgendes Zugriff: Alle Einstellungen (erster Menüpunkt), hier kann man gleich ins komplette Menü. Dann Bravia-Benachrichtigungen, Bildmodus, Helligkeit, Audiomodus, Bild aus, Abschalt-Timer und Editieren: Bei letzterem Punkt kann der Anwender selbst konfigurieren, was im Schnellzugriffs-Menü angezeigt wird.

Bild Sony Demo-Material, Ultra HD-Auflösung plus HDR10

Wir starten mit Sony Demo-Material in HDR10. Eindrucksvolle Landschaften und Bilder aus dem Weltall – natürlich spielt dieses Material dem KD87 in die Karten, das wollen wir nicht verleugnen. Wir lassen die Beleuchtung im Raum an, und sind beeindruckt: Das OLED Panel des Sony ist hell genug, um auch bei einer durchschnittlich hellen Lichtquelle im Raum noch ein helles, klares Bild geboten wird. Auch in dunklen Bildbereichen differenziert der KD87 noch alles sauber auseinander. Klar, die Spitzenhelligkeit eines QLED-Panels erzielt der KD87 nicht. Dafür aber stechen die typischen OLED-Trümpfe: Tiefes Schwarz (das man natürlich viel besser erkennt, wenn man den Raum abdunkelt), sehr augenfreundliche, authentische Farben und ein akkurat gestaffelter Detailkontrast.

Zu drei einzelnen Sequenzen:

Eiskristalle: Fein werden die Spitzen der Kristallzapfen herausgearbeitet, die eher kühlen Farben des Bildes bereitet der KD87 exzellent auf. Die Farbtemperatur setzt der Sony im Kino-Modus trotzdem nicht zu hoch an – alles wirkt gut ausbalanciert und realistisch.

Eindrucksvolle Felsformationen, erdige Farbtöne: Hier modelliert der KD87 in hervorragender Manier die Oberflächen der Felsen heraus. Die von oben hereinfallenden Sonnenstrahlen werden sauber eingearbeitet – es kommt nicht zu Überstrahlungseffekten. Als oben der blaue Himmel sichtbar wird, beeindruckt uns das natürliche, klare Blau. Kontrastdifferenzen im Bild stellt der Sony mit der richtigen Balance dar. Das OLED Panel ist nahezu rauschfrei. Nur, wenn man direkt Stellung vor dem TV bezieht, sind minimale Rauschmuster erkennbar.

Dichter Wald, inklusive Macro-Detailaufnahmen: Teilweise sind es relativ dunkle Aufnahmen, mit feinen Kontrast-Abstufungen. Schaut man hier mit externem Lichteinfall, kommen feinste Kontraste nicht mehr klar heraus – es sei denn, man verwendet den Bildmodus „Brillant“. Dann aber stimmt die Farbbalance nicht mehr. Im Kino-Modus gibt der Sony die Grüntöne exzellent wieder, sehr rein. Die Konturen der Blätter, das Moos auf dem Boden – alles erscheint realistisch und wie zum Anfassen.

Weltall-Sequenz: Unglaublich, wie plastisch in dieser hochwertigen Sequenz  Meteoriten und Planeten sowie das Raumschiff wiedergegeben werden. Der Triebwerksstrahl in kühlem Blau, das Innenleben des Raumschiffs mit allen Instrumenten und Bildschirmen: Alles wirkt so nah, als würde man selbst mitfliegen beziehungsweise aus dem Fenster des Raumschiffs das All betrachten können. Die Außenhaut des Raumschiffs kommt mit allen kleinen Nieten, mit denen die hitzebeständigen Platten befestigt wurden, hervorragend heraus.

Netflix (mit Modus „Netflix Calibrated“), 1.080p und 2.160p (Ultra HD)

Netflix Calibrated-Modus

Master & Commander, Full HD, ab Filmbeginn: Der Sony begeistert mit einem ruhigen stabilen Bild (Motionflow auf „Auto“). Die Szenen mit wenig Licht bewältigt der KD87 souverän. Er modelliert sogar die Oberfläche des Bodens noch präzise heraus. Nun taucht das Segelschiff mitten auf dem Meer auf. Das Schiff selbst erscheint sehr plastisch, die Wellenbewegung des Wassers kommt sehr gut heraus. Der Sony sklaiert sauber hoch, selbst die Berge im Hintergrund stellt der TV tadellos dar. Leichtes Rauschen kommt hier vom älteren Master (der Film stammt von 2003). Trotz der Tatsache, dass Nebel und eher diffuses Restlicht in der Sequenz vorherrschen, arbeitet der KD87 die Gesichter und die Kleidung der Akteure ausgezeichnet heraus. Farblich wirkt das Bild äußerst realistisch, und immer überzeugt die dreidimensionale Wirkung. Zu erwähnen ist, dass der Sony bewusst ein exakt ausbalanciertes und kein „spektakuläres“ Bild bietet. Der TV ist ideal für Anwender, die alles möglichst natürlich sehen wollen. Keine Überschärfung, kein zu stark aufgezogener Kontrast. Wechsel in der Helligkeit des Bildes (von Deck zur Szenerie unter Deck) bewältigt der Sony-TV souverän.

Serie „Der Junge Wallander“ (Full-HD, Dolby Vision): Wir sehen uns die erste Folge überhaupt an. Strömender Regen, Dunkelheit. Der KD87 stellt die niederprasselnden Wassermengen vor den Autoscheinwerfern exzellent dar, kein Überstrahlen, exakte Detaillierung. Das Upscaling auf die native Panelauflösung gelingt erneut mit natürlicher Schärfe und hoher Detailtreue. Scalingrauschen kommt praktisch nicht vor. Auch hier, als der junge Wallander zentral ins Bild kommt, erzeugt der Sony einen plastischen Bildeindruck. Die Bar, in der die illegale zu laute Feier stattfindet, kommt selbst in den hinteren Bildbereichen noch detailreich heraus. Insgesamt erweist sich der OLED-TV auch hier wieder als idealer Begleiter für denjenigen Anwender, dem der visuelle Realismus über alles geht. Die wiederum ausgesprochen präzise Bewegungsdarstellung ist mit das Beste, was man derzeit auf dem Markt findet.

Lost in Space, Staffel 1, Folge 4 – Ultra HD-Auflösung plus Dolby Vision: Die Landschaftsaufnahmen entfalten eine überwältigende Panorama-Wirkung. Details an der Rüstung bringt der TV ebenfalls sauber zur Geltung. Und an den Bäumen und Büschen ist beinahe jedes Blättchen einzeln erkennbar. Der erdige Unterboden mit den Gräsern wirkt ebenfalls sehr authentisch. Hier kann der KD87 unter Beweis stellen, was er aus visuell erstklassigem Material holt. Das Raumschiff inmitten der Wälder auf der Landefläche ist scharf und klar erkennbar, die Wasserfälle präsentiert der Sony ebenfalls sehr authentisch – das nach unten fallende Wasser wirkt homogen, zugleich detailreich.  Als das Raumschiff in Einzelheiten gezeigt wird, beeindruckt der Sony wieder mit seiner enormen Bildstabilität bei praktisch jedem Quellsignal. Klar, hier bei diesem sehr guten Ausgangsmaterial hat er deutlich weniger zu tun. Aber trotzdem: Auch hier gibt es Kontrahenten, die diesen hohen Standard nicht halten können. Dass der Sony im Netflix Calibrated Modus auch farblich auf hohem Level agiert, verdeutlicht die differenzierte, natürliche Wiedergabe der Hauttöne, auch immer präzise auf die jeweiligen Lichtverhältnisse im Bild abgestimmt.

TV-Tuner, DVB-S2

Wie wir es von Sony TVs kennen, erlaubt sich der Tuner keine Schwäche. Er stellt homogen und scharf die Programme der Öffentlich-Rechtlichen TV-Sender ARD und ZDF in 720p dar. Das Upscaling erfolgt wie üblich rauscharm und mit sauberer Detaillierung. Der Tuner rausch lediglich geringfügig, zudem ist der Bildeindruck plastisch. Natürlich, das dürfte jedem klar sein, sieht man schon, wenn älteres Material (Filme oder Serien) wiedergegeben wird, das von den Sendeanstalten hochskaliert wurde. Hier stören dann schon Faktoren wie Rauschen oder leicht unnatürliche Farbgebung, das ist aber nicht dem Sony anzulasten. Die Frame Interpolation arbeitet auch im TV-Betrieb konsequent sicher und stellt eine ruhige, souveräne Bewegungswiedergabe zur Verfügung. 

Klang

Wir hören uns Sony-Material (Musik) in Dolby Digital an und sind sehr angetan: Die freie räumliche Ausbreitung ist für einen TV hervorragend. Der Klang „klebt“ nicht am TV, sondern dringt richtig in den Raum vor. Gut, der Raum war nicht extrem groß (20 Quadratmeter circa), aber die akustische Leistung überzeugt trotzdem. Auch die Klarheit ist zu loben. Diese zeigt sich besonders im frei aufspielenden Hochtonbereich. Im Bassbereich ist ebenfalls etwas Nachdruck vorhanden, besonders groß fällt dieser natürlich nicht aus. Bei „Master & Commander“ und bei der Netflix-Serie „der junge Wallander“ punktet der KD87 mit einer sehr guten und erstaunlich charismatischen Stimmwiedergabe. Dass er durch die spezielle Technologie seines Soundsystems wie kaum ein anderer TV in der Lage ist, eine dichte, zugleich glaubwürdige Räumlichkeit zu entfalten, verdeutlicht der Sony wieder hervorragend. Den Dolby Atmos-Ton bei „Lost In Space“ wirkt erstaunlich feingliedrig, nicht so monoton, wie man es manchmal von TV-Lautsprechersystemen her kennt.

Konkurrenzvergleich

65OLED 855

Edle Fernbedienung 

Vergleichen wir mit dem Philips OLED855, so bietet der Philips durch die Kombination von Ambilight und dem AI-Bildmodus einen ungeheuren Erlebnisfaktor: Sicherlich, der Kontrastumfang ist schon extrem, die Farben stark gesättigt, die Schärfe enorm. Zugleich aber „fällt“ man richtig tief ins Bild, auch wenn der Liebhaber einer sehr authentischen Wiedergabe beim Philips eher auf einen der ausgewogenen ISF-Modi (je nach Lichteinfall Tag oder Nacht) wechseln würde. Dann entfaltet der OLED855 ein sehr realistisches und sauberes Bild. Genau in diese Ecke zielt auch der KD-65A87. Er agiert hier mustergültig neutral, das ist eine große Stärke. In den Betriebsarten Netflix Calibrated oder Kino ist er in Höchstform, er ist so präzise, dass er genau das Richtige für Filmliebhaber ist, die das Bild exakt so sehen möchten, wie vom Regisseur beabsichtigt. Das ist umso erstaunlicher, dass der Sony hier voll abliefert, denn er verfügt nicht über den Filmmaker Mode. Den hat der Philips auch nicht. Dafür unterstützt der Philips auch noch HDR10+, und die Fernbedienung mit der Leder-Rückseite ist unübertroffen. Der Sony kontert mit noch mehr Räumlichkeit und Auflösung beim Sound, obwohl das Lautsprechersystem des OLED855 auch schon richtig gut ist.

Q95T

One Connect Box

Nehmen wir uns nun den Samsung Q95T, so sticht bei diesem natürlich die extrem hoch liegende maximale Panelhelligkeit ins Auge – da hat die OLED-Konkurrenz keine Chance. Gut, wer meist bei nicht zu massivem externem Lichteinfall schaut, für den ist das kein ausschlaggebener Grund. Familien aber z.B. fahren mit dem ultrahellen QLED extrem gut. Da kann „Festtagsbeleuchtung“ abends im Wohnzimmer herrschen, und man kann immer noch in nahezu vollem Umfang HDR-Inhalte betrachten. Farbrein stellt der Samsung auch dar, aber immer mit leichter Neigung zu einer deutlichen Sättigung. Das Upscaling und der TV-Tuner des Q95T gehören zur absoluten Elite. Der Quantum 4K Prozessor arbeitet exzellent, wobei sich auch Sony und Philips hier nichts vormachen lassen. Der Samsung überzeugt mit seiner einheitlichen Bautiefe, ideal für die Wandbefestigung, während die OLEDs zwar oben deutlich dünner sind, unten aber dicker (Lautsprecher-System und TV-Tuner/Anschlusseinheit). Der Q95T hat eine Metall-Fernbedienung und wird mit der praktischen One Connect Box ausgeliefert. Das Soundsystem ist ebenfalls richtig gut, hier liegt der Sony nur knapp vor Samsung und Philips.

Fazit

Der Sony KD87 brilliert mit seinem makellos eleganten Design und mit seiner absolut authentischen Bildwiedergabe gerade im Kino-Bildmodus oder im Modus Netflix Calibrated. Auch akustisch schneidet er stark ab und liefert eine überdurchschnittlich räumliche und klare Wiedergabe. Etwas Nutzen bringt zudem die automatische Kalibrierung der Akustik mittels dem Mikrofon der Fernbedienung. Der Fernseher lässt sich einfach bedienen, Android 9.0 läuft sehr stabil und schon nach kurzer Zeit hat man sich eingewöhnt. Mit knapp 2.400 EUR (Soundbrothers-Preis) ist der Sony nicht einmal zu kostspielig - und für den ambitionierten Filmliebhaber eine besonders gute Wahl.

Der Sony KD-65A87 ist der perfekte Ultra HD OLED-TV für den versierten Filmliebhaber

65 Zoll OLED-TVs Luxusklasse
Test 10. November 2020

 

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Oksana Fritz
Redaktion: Philipp Kind
Datum: 10. November 2020

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