XXL-TEST: Ultra HD-Topmodell Samsung Q95T im Test (65 Zoll) & Highlights im Video - QLED-Bildgigant mit einfachem Handling?

So wie der Samsung Q950T das Topmodell im 8K-Portfolio des südkoreanischen Herstellers markiert, steht der Q95T an der Spitze des 4K/Ultra HD-Sortiments und soll als Messlatte der aktuellen Geräte mit der nativen Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixeln gelten. Die Auswahl an Bilddiagonalen ist groß, der Samsung Q95T ist in 55, 65, 75 und 85 Zoll erhältlich und kommt in allen Varianten mit einem attraktiven Entertainment-Paket daher, dass mit Zugriffsmöglichkeiten auf zahlreiche hochauflösende Inhalte in FullHD und UltraHD einen klaren praktischen Mehrwert bietet. Unser Samsung Q95T-Testgerät mit der Bilddiagonale von 65 Zoll ist zum Preis von 2.387,26 Euro erhältlich. Aktuell läuft sogar bei Samsung eine Cashback-Aktion, bei der man beim Q95T in 65 Zoll satte 300 EUR zurückbekommt. Damit stehen als finaler Preis nur noch 2.087,26 EUR auf dem Preisschild. 

Features und Highlights im Video (Helligkeit, Anti-Reflexion, kein Burn-in, HDR10+)

 

Direktlink zum Video

Q95T mit edlem und elegantem Erscheinungsbild

Samsung Q95T in 65 Zoll

Rückseite

Elegante Rückseite, die auch eine angenehme Haptik bietet

Oberer Bereich

Intelligentes Anschluss- und Kabelmanagement

Optisch setzt Samsung 2020 im UHD-Bereich auf Bewährtes. Während das große 8K-Modell mit dem "Infinity Screen" mit einem sehr schicken, rahmenlosen Design daherkommt, ist der Q95T vom Vorjahresmodell kaum zu unterscheiden. Samsung begeht hier keinen Fehler, das 4K-Topmodell sieht sehr edel und elegant aus, zudem benötigt der zeitlos schlichte Standfuß wenig Stellfläche. Wie im letzten Jahr besteht der Standfuß aus Metall und ist mit einer schwarzen Lackierung überzogen. Auch die Rückseite gefällt mit einer haptisch angenehmen Kunststoff-Oberfläche im geschliffenen Alu-Look. Da der Q95T als 4K-Flaggschiff als einzig übrig gebliebener Samsung Ultra HD TV mit der One Connect Box ausgestattet ist, ist hier auch lediglich der Anschluss für das One Invisible Cable zu finden. Das Kabel verschwindet in einem geschickt platzierten Kanal und wird am Standfuß entlang geführt - die One Connect Box kann dann unsichtbar im TV-Rack verschwinden und der gesamte Aufbau wirkt aufgeräumt und stimmig.

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One Connect Box (und der No Gap Wall-Mount) sorgen für eine einfache, aufgeräumte Integration des Samsung Q95T im heimischen Wohnzimmer

Identisch in Aufbau und Verarbeitungsqualität zum Vorjahr

Rückseite der One Connect Box

HDMI-Slots und One Connect-Anschluss, der mit dem One Invisible Cable verbunden wird

Ausgezeichnete Gaming-Performance, kein Burn-In

Wichtigstes Merkmal der One Connect Box sind selbstverständlich die integrierten HDMI-Schnittstellen - Wichtig: wer 8K-Signale oder 4K-Signale mit einer hohen Bildwiederholrate von 120 Bildern pro Sekunde zuspielen möchte, muss den HDMI-Eingang 4 wählen. Auch die HDMI 2.1-Features VRR (Variable Refresh Rate) und ALLM (Auto Low Latency Mode) werden hier unterstützt und sollen für ein ausgezeichnetes Gaming-Erlebnis sorgen. Samsung unterstützt darüber hinaus AMD FreeSync und bringt im Q95T den "Real Game Enhancer+" mit. Hier kann man laut Hersteller bei flinken Szenen Unschärfen reduzieren oder in dunkler Umgebung dafür sorgen, dass man die Gegner besser sehen kann. Angst vor Burn-In muss man hier natürlich auch nicht haben. eARC wird auch unterstützt, allerdings ist hierfür HDMI 3 vorgesehen. Nutzt man z.B. einen 8K-fähigen AV-Receiver, wie ein aktuelles Denon- oder Marantz-Modell bzw. zukünftige Yamaha-Komponenten, wäre idealerweise der 8K-Eingang am Samsung auch für eARC zuständig - allerdings ist dieses Anforderungsprofil momentan definitiv vernachlässigbar, so dass das nicht wirklich als Nachteil zu werten ist.

Detailansicht vorne rechts

Edler Rahmen

Bautiefe des Samsung Q95T

Einwandfreies Kontrastverhältnis, satter Schwarzwert, Helligkeit ohne Blooming

Wie auch im letzten Jahr bietet der Samsung Q95T eine über den gesamten TV gleichmäßig und gleich bleibende Bautiefe, die aber insgesamt höher ausfällt als bei vergleichbaren TV-Geräten. Dies ist auf die Direct Full Array LED-Hintergrundbeleuchtung zurückzuführen, die vollflächig hinter dem ganzen Panel sitzt und dank zahlreicher, einzeln ansteuerbarer Zonen unter anderem für ein tadelloses Kontrastverhältnis, einen tief sitzenden Schwarzwert und eine homogene Verteilung der Helligkeit ohne Blooming (Beeinflussung benachbarter dunkler Bereiche des Bildes durch helle Elemente) verantwortlich ist. Zwar wurde die Zonenanzahl gegenüber dem Vorjahres-Topmodells reduziert, aufgrund optimierter und höherer Präzision bei der Ansteuerung der einzelnen Zonen soll die visuelle Performance darunter aber nicht leiden.

Anti-Reflexionsschicht minimiert Spiegelungseffekte

Nochmals verbessert wurde in 2020 die Ultra Viewing Angle-Technologie und Anti-Reflexionsschicht, die im Q95T zum Einsatz kommt. Der Betrachtungswinkel ist tatsächlich enorm breit und selbst, wenn man in den Randbereichen sitzt, kommt man noch in den Genuss eines kontrastreichen, farbechten Bildes. Die Spiegelungen entgegen wirkende Schicht funktioniert hervorragend, kein Vergleich zu aktuellen, spiegelnden Panels von Konkurrenzgeräten. Selbst bei hohem externen Lichteinfall oder extrem problematischen Konstellationen, in denen der Samsung QLED TV in der Nähe eines Fensters aufgestellt ist, kann man mit vergleichsweise geringem negativen Einfluss rechnen.

Samsung Q95T punktet mit maximaler Helligkeit

Der Samsung Q95T ist mit "Quantum HDR2000" ausgestattet, was die mögliche maximale Helligkeit von rund 2.000 Nits beschreibt. Diese hohen Nit-Werte, Samsung TVs liegen in der Praxis häufig sogar noch ein wenig darüber, erreichen die Q95T-Modelle ab 65 Zoll. Der kleinere 55-Zöller muss mit etwa 1.500 Nit haushalten, im Vergleich zur Konkurrenztechnologie OLED ist allerdings dass auch noch ein überdurchschnittlich hoher Wert. Samsung hält an der Unterstützung von HDR10+ als einzigem dynamischen HDR-Verfahren fest und erhält nun Rückhalt durch die neue MagentaTV App, die UHD-Inhalte inklusive HDR10+ auf Samsung sowie andere kompatible TVs bringt. Dennoch liegt der Großteil der Inhalte mit dynamischen HDR-Informationen in Dolby Vision vor.

 

Standfuß vorne

Unterer Rahmen des Q95T

Leistungsstarker Quantum-Prozessor, Einsatz von KI für Bild und Ton

Quantum lautet auch das Stichwort bezüglich der Prozessorleistung und Signalverarbeitung des Samsung Oberklasse-TVs. Der Quantum Prozessor 4K ist in der Lage, unter Zuhilfenahme von künstlicher Intelligenz, das Bildsignal von Szene zu Szene in Echtzeit zu analysieren und für optimale Qualität anzupassen. Davon profitiert auch stark das Upscaling von niedriger auflösenden Inhalten. Hinzu kommt die "Adaptive Picture"-Funktion, die die Inhalte auch anhand der Umgebungshelligkeit anpasst und stets für ein authentisches Bild sorgen soll.

Auch die akustische Komponente des Samsung UHD-Flaggschiffs wurde optimiert. Mit Object Tracking Sound+ (OTS+) wird das Audiogeschehen der Quelle erfasst und analysiert. Insbesondere direktionale Effekte sollen unter Zuhilfenahme von Up- und Down-Firing-Lautsprechern damit verstärkt werden, so dass man selbst kleine Bewegungen verfolgen kann und feindynamische Differenzen besser erkennt. Anspruchsvolle Hörer setzen auch weiterhin auf zusätzliche Lautsprecher-Komponenten oder eine Soundbar, allerdings bietet OTS+ durchaus einen spürbaren Benefit, der in seiner Intensität allerdings auch von der Beschaffenheit der Audioquelle abhängt.

Serienmäßiges Extra: DVB-T2 HD-Anschluss

Samsung weist 2020 besonders darauf hin, dass man ein Modell "Made for Germany" erwirbt und Grauimporten keine Chance lässt. Geräte mit deutschem Modellcode sind mit einem DVB-T2 HD-Anschluss ausgestattet, bieten mit HbbTV Zugang zu Mediatheken und weiteren praktischen Features sowie Support für Unicable und vorsortierte TV-Sender-Listen. Außerdem kommt man nur so in den Genuss des Entertainment-Paketes "Samsung Collection" mit 12 Monate kostenfreiem Zugang zu HD+, DAZN, Rakuten TV, Sky Ticket, waipu.tv und Sportworld.

Samsung Smart Remote

Gewohnte intuitive Bedienung via Smart Remote

Bei der Bedienung setzt Samsung wieder auf die bekannte Smart Remote. Die kompakte Fernbedienung im Vollmetallgehäuse läuft mit zwei AA-Batterien und ermöglicht mit wenigen Tasten die volle Kontrolle über sämtliche Funktionen und Features des Samsung-Fernsehers. Netflix, Prime Video und Rakuten TV verfügen über dedizierte Tasten und können direkt mit nur einem einzigen Knopfdruck aufgerufen werden. Als Betriebssystem kommt Tizen mit dem "Smart Hub" zum Einsatz, der jegliche Entertainment-Inhalte in einer Leisten-Ansicht vereint und auch Zugriff auf die weiteren Einstellungsmöglichkeiten des TVs bietet.

Willkommensbildschirm des Samsung Q95T

Die Erstinstallation ist direkt mit dem TV oder per Smartphone möglich

Angeschlossene Quellen und Geräte erkennen

Satelliten-Sendersuchlauf

Netzwerkverbindung einrichten

Samsung Konto-Anmeldung (optional)

Voice Assistant wählen

Dem Smart Hub bei der Ersteinrichtung zusätzliche Apps hinzufügen

Intelligenten Modus aktivieren

Hinweis auf Tap View

Funktion der Fernbedienung prüfen

Ersteinrichtung abgeschlossen

Samsung QLED einrichten: Über Assistenten oder Smartphone-App

Bei der ersten Inbetriebnahme des Fernsehers startet sich ein Einrichtungsassistent, der grundlegende Einstellungen vornimmt, den TV mit dem Heimnetzwerk und Internet verbindet, einen Sendersuchlauf durchführt und auch direkt via HDMI angeschlossene Geräte erkennt und auf die Steuerungsmöglichkeit mit der Samsung Smart Remote hin überprüft. Der TV lässt sich optional auch mit dem eigenen Samsung-Konto verbinden und lässt sich auch komfortabel per Smartphone-App einrichten. Man kann auch hier bereits festlegen, ob man den intelligenten Modus verwenden möchte, der Bild und Ton im Hinblick auf die Gegebenheiten der Umgebung justiert.

Nach der Erstinstallation ist der TV betriebsbereit und man kann sofort mit der Wiedergabe von Inhalten starten. Ein Firmware-Update brachte bei uns direkt noch den Filmmaker Mode, der eine authentische Darstellung von Filminhalten ohne Zwischenbildberechnung und unter Deaktivierung sämtlicher sonstigen Optimierer realisiert, auf den Q95T.

Smart Hub mit Netflix + Thumbnails

Joyn

DAZN

Apple TV

Sportworld

Direkter Zugriff auf sämtliche Quellen

Schnelleinstellungen

weitere Einstellungsmöglichkeiten in den "Schnelleinstellungen"

Drückt man beim Navigationskreuz nach unten, gibt es zahlreiche Vorschläge in größerer Ansicht

Die Vorschläge setzen sich aus verschiedenen Quellen zusammen

Live-TV Auswahl im Smart Hub

Bildeinstellungen im eigentlichen Einstellungsmenü

Wahl des Bildmodus, nach einem FW-Update ist auch der Filmmaker Mode verfügbar

Experteneinstellungen

Einstellungen zur Zwischenbildberechnung

weitere Punkte in den Experteneinstellungen

Experteneinstellungen - Weißabgleich

Weißabgleich im "20 Punkte"-Modus in vielen Intervallen möglich

Toneinstellungen

HDMI eARC aktivieren

Experteneinstellungen Ton

EQ integriert

Allgemeine Einstellungen

Hier können der intelligente Modus global oder einzelne Funktionen des intelligenten Modus aktiviert werden

Im Menüpunkt "Unterstützung" findet man u.a. die Möglichkeit zum Firmware-Update

Smart Hub des Q95T: Praktisch und übersichtlich

Der Smart Hub ist sehr praktisch und übersichtlich aufgeteilt. Neben "Live TV" finden sich Direktzugriffe auf alle integrierten und relevanten Video-on-Demand-Angebote inklusive Netflix, Rakuten TV, Prime Video, Apple TV, Joyn, Disney+, etc. Bei nahezu allen Services erscheinen Thumbnails zu den aktuellen Serienhighlights, nur bei Prime Video muss man hierauf verzichten. Wie auch schon beim 8K-Modell Q950T bemängelt, benötigt der Q95T eine kurze Zeit nach dem Standby-Start, bis das Menü die volle Geschwindigkeit und eine sofortige Umsetzung von Eingabebefehlen der Fernbedienung gewährleistet. Das UHD-Topmodell ist aber einen Tick schneller und so gelingt die Bedienung schon nach einigen Sekunden flüssig und verzögerungsfrei. 

Die Schnelleinstellungen, ein eigener Menüpunkt im Smart Hub, sind umfangreich und man kann hier bereits viele relevante Punkte im Direktzugriff erreichen. Das eigentliche Konfigurationsmenü ist übersichtlich und hält viele "Experteneinstellungen" bereit, um besonders im Bildbereich tiefer einzusteigen. Der Smart Hub ist bis zu einem gewissen Grad auch individualisierbar und dadurch, dass er sich im unteren Bildbereich über das aktuelle Bildgeschehen legt, kann man auch direkt beim Betrachten von Inhalten kurze Einstellungen vornehmen, ohne dass man komplett aus dem Entertainment-Genuss gerissen wird.

Samsung Q95T im Test: Detailanalyse der Bild-Performance (Ultra HD)

Ultra HD Blu-ray, Mord im Orient-Express bei dunkler/heller Umgebung, mit/ohne Zwischenbildberechnung, Intelligenter Modus an/aus

Wir füttern das Samsung 4K-Topmodell zu Beginn der visuellen Testreihen mit hochwertigem Material in seiner nativen Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixeln. Die UHD Blu-ray "Mord im Orient-Express" darf der TV mit dem per Firmware-Update neu hinzugekommenen Bildmodus "Filmmaker Mode" präsentieren. In diesem Preset, dass in seiner Farbgebung weitgehend dem Modus "Film" des Samsung Q95T entspricht, werden zusätzliche Bildoptimierer, wie etwa eine Zwischenbildberechnung für eine flüssige Bewegungswiedergabe, deaktiviert. Wer möchte, kann allerdings im Nachhinein auch im Filmmaker Mode die Frame-Interpolation des Samsung TVs nutzen, muss diese aber in den Experteneinstellungen im Punkt "Bild" im Menü aktivieren.

Filmmaker Mode erfüllt seinen Zweck

Wir nehmen zunächst keine weiteren Einstellungen vor und sehen uns die visuelle Performance im Filmmaker Mode bei dunkler Umgebung an. In den ersten Sekunden des ersten Kapitels, in denen auch die Studio- sowie Produktionsfirmen-Logos zu sehen sind, erkennen wir direkt eine sehr homogene Helligkeitsverteilung. Trotz Reduktion der Zonen ist hier eine sehr ausgewogene und gleichmäßige Darstellung ohne Hot Spots zu sehen. Ganz leicht kann man in dunkler Umgebung einen leicht helleren Bereich in der unteren schwarzen Leiste des Bildes sehen, hier muss man allerdings schon sehr genau hinsehen. Auch Blooming und einen negativen Einfluss von hellen auf dunkle Bereiche können wir hier in den ersten Minuten nicht bzw. nur ganz minimal feststellen. Natürlich darf man erwähnen, dass in diesem Punkt OLEDs noch tiefere Schwarzwerte erzielen und eine eindeutigere Trennung der Hell/Dunkel-Bereiche technologisch bedingt obligatorisch ist, für einen LCD-TV setzt der Samsung hier aber klare Bestmarken und übertrumpft bisherige 2020er LCD-Testgeräte. Mit der Tatsache, dass es zwischen OLED und QLED keinen klaren Sieger gibt, sondern beide Technologien sowohl Vorteile als Nachteile aufweisen, beschäftigen wir uns im separaten Special "OLED vs. QLED - die führenden Bildtechnologien im Vergleich".

Anzumerken ist dazu noch, dass im Filmmaker Mode bei HDR-Material, im Gegensatz zum normalen Film-Modus (hier wird der Wert auf Standard gesetzt), die höchste Stufe von "Lokales Dimming" aktiviert ist, um den tiefstmöglichen Schwarzwert zu erzielen. Dies gelingt im Samsung Q95T-Test sehr gut, allerdings wird hier recht stark angezogen, so dass man auf ein paar feinste Details in dunklen Bereichen verzichten muss. Hier kann der Enthusiast ruhig ein wenig mit den Einstellungen spielen, um für sich das Optimum zu finden. Die erste Szene von Mord im Orient-Express ist ein beliebtes Mittel, um die Bewegungswiedergabe und 24p-Darstellung eines TVs zu bewerten. Der langsame Kameraschwenk von der gleißenden Sonne hinunter auf die zahlreichen, kleinen bewegten Objekte der Gläubigen vor der Klagemauer stellen eine große Herausforderung dar, insbesondere ohne Frame-Interpolation. Samsungs 24p-Darstellung ist erfreulicherweise, und das stellten wir auch beim 8K-Topmodell fest, geradezu überragend. Natürlich kann man den 24p-Judder nicht völlig ausmerzen, an der Mauer ist mal ein leichtes Zittern an einer Steinkante zu sehen und die Objektkanten der laufenden Touristen bei der Panorama-Aufnahme sind nicht überall 100% stabil. Im Vergleich zu ähnlich teuren Konkurrenzgeräten gelingt aber ein sehr guter Bildstand mit hoher Stabilität und guter Bewegungsschärfe. Eklatantes Ruckeln oder zitternde, springende Kanten gibt es zu keinem Zeitpunkt.  Bei weniger stark fordernden Szenen wirkt das ganze natürlich noch eindrucksvoller und so auch sehr angenehm und natürlich. Ebenso fällt die natürlich Farbgebung und die sehr gute Durchzeichnung von hellen Bereichen auf, minimale Details fehlen am dunklen Anzug des Meisterdetektivs oder des Polizeichefs und in tiefschwarzen Bereichen von im Schatten liegenden Ebenen des Bildes. Diese sind aber nahezu vernachlässigbar, zumal man hier auch noch die "Lokales Dimming"-Stufe individuell behandeln kann.

Exzellente Detaildarstellungen des Q95T

Auf die Detaillierung und Schärfe müssen wir nicht großartig eingehen, der Samsung Q95T liefert hier eine exzellente Darstellung sämtlicher Details und bleibt quasi völlig rauschfrei, selbst in der problematischen Schwarz-/Weiß-Szene. Die zusätzlichen HDR-Informationen sind klar erkennbar und werden erwartungsgemäß bei sehr hellen Bereichen exzellent differenziert. Auch bei Tageslicht (mäßiges Wetter, kein direkter Einfall) darf sich der Q95T hier beweisen und verzeichnet subjektiv nur geringe Einbußen gegenüber der Performance im völlig abgedunkeltem Raum.

"Auto"- und intelligenter Modus im Check

Wir schalten im Test die Zwischenbildberechnung zu und sehen uns das erste Kapitel erneut an. Absolut flüssig gelingt die Wiedergabe im Modus "Auto". Wer geringfügigen Judder nicht abkann und auf das stark bereinigte Bild ohne jegliches Kantenzittern steht, kann hier bedenkenlos die Frame Interpolation aktivieren. Artefakte bleiben nicht völlig aus, z.B. beim Aufblitzen der Sonnenstrahlen bei direktem Blick in die Sonne ist für den Bruchteil einer Sekunde eine "Geisterkante" zu sehen und bei schnellen Bewegungen kann man immer mal Unschärfen erkennen - halten sich ruckartige Kameraschwenks und Bewegungen im Bild aber in Grenzen, ist hiervon generell nicht abzuraten. Der Film-Look ist nicht mehr ganz so stark ausgeprägt, geht aber auch nicht völlig verloren. Uns persönlich greift "Auto" etwas zu stark ein, wenngleich das Ergebnis durchaus souverän ist. Wir empfehlen, die Bildschärfe-Einstellung auf Benutzerdefiniert zu setzen und dann sowohl Judder-Minderung und Unschärfe-Minderung zurückzunehmen, bis der gewünschte Kompromiss gefunden wurde. Damit lässt sich ein sehr angenehmes, flüssiges Bild erzielen, dass auch noch Film-Look bietet und bei dem man kaum 24p-Judder in Kauf nehmen muss.

Von der Aktivierung des intelligenten Modus würden wir bei aussschließlichem Filmbetrieb aber eher abraten, da hier der Eingriff in verschiedene Bildparameter recht stark ausfällt. Die Farbgebung im Test ist eindeutig kälter und wirkt nicht mehr so authentisch, zudem wird auch die Bildschärfe spürbar angezogen, so dass das Bild an Natürlichkeit verliert. Subjektiv profitiert davon die Räumlichkeit und Differenzierung, diese ist aber auch ohne die Überschärfung sehr gut und das Bild wirkt plastisch und greifbar.

Einstellungen: Frame-Interpolation und lokales Dimming

Blu-ray-Disc, Skyfall, Frame-Interpolation an/aus, Lokales Dimming Gering/Standard/Hoch

Bei Skyfall, der auf Blu-ray Disc in FullHD-Auflösung vorliegt, fällt für den Q95T auch Scaling-Aufwand auf seine native UHD-Auflösung an. Der erhöhte Rechenaufwand macht sich allerdings im Test zu keinem Zeitpunkt bemerkbar und das Topmodell weist identische Merkmale wie bei der Darstellung der UHD Disc auf. Das Bild gelingt auch ohne Frame-Interpolation ausgezeichnet und gefällt hier bei der schnellen Verfolgungsjagd im zweiten Kapitel sogar noch besser. Keine zitternden Kanten, keine klar erkennbaren Unschärfen, der Samsung Q95T bietet zu jedem Zeitpunkt ein sauberes und stabiles Bild in authentischem Film-Look. Bei der Auto-Einstellung der Zwischenbildberechnung geht auch hier der Film-Look geringfügig verloren, das Bild wirkt bereinigt und glatt. Gefühlt wirkt die Kanten-und Detailschärfe in nicht allzu dramatischen Szenen etwas höher, allerdings muss man bei den schnellen Bewegungen, wie sie auf dem Motorrad oder im Auto während der halsbrecherischen Jagd auf den Schurken häufig vorkommen, mit leichter Artefaktebildung leben. Wie auch schon bei Ultra HD empfehlen wir hier einen gesunden Kompromiss, der sich in den Bildschärfe-Einstellungen mit der Auswahl des Punktes "Benutzerdefiniert" sehr gut finden lässt.

Für ein ausgeglichenes Bild bezüglich Kontrast und Schwarzwert geben wir für Lokales Dimming die Empfehlung, auf den Wert "Gering" zu setzen. Die Voreinstellung ist bei SDR-Material mit dem Wert "Standard" sowohl beim Modus Film als auch im Filmmaker Mode identisch. Der Schwarzwert ist auch bei "Gering" für einen LCD-TV im Test des Samsung Q95T immer noch sehr beachtlich und dennoch gehen die wenigsten Details in dunklen sowie hellen Bereichen verloren. Als Bond durch den dunklen Gang ins schwach beleuchtete Zimmer schreitet und den verwundeten Kollegen vorfindet, sehen wir hier eine sehr gute Herausarbeitung vieler Detailstrukturen und eine hervorragende Durchzeichnung sowohl der Gesichtsmerkmale als auch am Anzug des Agenten. Die Farbgebung gefällt auch bei Blu-ray Disc und rec.709 mit hoher Natürlichkeit, die Hauttöne sind in ihrer Intensität leicht erhöht, dies fällt aber in der Praxis kaum negativ ins Gewicht. Auch die Objektplastizität und räumliche Wirkung des Geschehens ist ausgezeichnet.

Einwandfreies Upscaling

Tuner 720p & 1080i, Tageslichtbetrieb / Anti-Reflexionsschicht

Dank den exzellenten Upscaling-Eigenschaften das Samsung Q95T liefert der Fernseher auch bei den im Vergleich niedrig auflösenden TV-Sendern, die in 720p- oder 1080i-Auflösung ausstrahlen, im Test ein angenehmes, stabiles und detailliertes Bild. Zusätzlich zum ohnehin rauschfreien Panel erkennen wir bei nicht allzu schwach produziertem Material kein Scaling-Rauschen oder sonstige störende Artefakte. Sicher wirken feine Details in der Nahaufnahme weicher gezeichnet als bei hochwertigen UHD Blu-rays oder auch FullHD Blu-ray-Discs, insgesamt wird aber ein sehr sauber wirkendes und natürliches Bild mit hoher Kantenschärfe geboten. Im alltäglichen Tageslichtbetrieb werden auch sehr gute Kontrastwerte erreicht und auch in dunkleren Ebenen sind noch Strukturen sichtbar.

Während einer Natur-Doku auf 3Sat HD, in der eine Fledermaus nachts auf Beutejagd geht, sitzt der subjektiv empfundene Schwarzwert sehr tief und ein Ausufern des helleren Tierkörpers in die tiefschwarze Nacht ist nicht eklatant bemerkbar. Auch die Helligkeitsverteilung wirkt hier sehr homogen und sauber, eindeutige Hot Spots, wie sie selbst viele hochwertige und teure LCD-Geräte besitzen, sind beim Samsung Q95T in dieser Situation nicht sichtbar. Die Farbgebung ist ausdrucksstark und wirkt für den konventionellen rec.709-Bereich intensiv und dynamisch. Überzogen oder überstrahlend wirkt der TV aber zu keinem Zeitpunkt, gerade die Grüntöne gelingen ausgesprochen authentisch und der Gesamteindruck ist harmonisch und stimmig.

Auch beim Fernsehen im Alltag macht sich die Anti-Reflexionsbeschichtung der Samsung QLED-Geräte positiv bemerkbar. Im Test haben wir den Q95T direkt neben einem Fenster platziert, zusätzlich ist etwa 1,20m über der Oberkante des Bildschirms eine helle Zimmerleuchte angebracht. Von direkter und sehr heller Sonneneinstrahlung abgesehen, bringt den Samsung Q95T das extern einfallende Licht des Tageslichtfensters nicht im geringsten aus der Ruhe und wir können weder eindeutige Spiegelungen noch eine Minderung der gesamten visuellen Performance feststellen. Die Zimmerleuchte, die leicht vor dem TV platziert ist und helles Licht direkt auf den Screen wirft, macht ihm etwas mehr zu schaffen und kann nicht völlig ausgeblendet werden. Jedoch macht sich die Lampe als dünner Streifen, der diffus auf dem Samsung TV erscheint, bemerkbar und nicht als Spiegelung, die eindeutig auf dem Panel lokal zugeordnet werden kann. Wir haben hier natürlich eine Extremsituation heraufbeschworen, die jeder Anwender ohnehin vermeidet und auch leicht vermeiden kann, dennoch geht der Q95T ausgezeichnet damit um, bei anderen Geräten wäre der negative Einfluss auf das Bildgeschehen deutlich stärker ausgeprägt.

Klangeigenschaften

Im alltäglichen TV-Betrieb macht der Samsung eine exzellente Figur und überzeugt mit hoher Klarheit und hervorragender Sprachverständlichkeit in jeder Situation. Das Wohnzimmer kann auch durchaus etwas größer sein, der Q95T ist pegelfest und zeigt sich auch im Maximalbereich der Lautstärke souverän. Ein Anschlagen der Woofer ist zu keinem Zeitpunkt feststellbar, Dialoge wirken stets authentisch und auch die Räumlichkeit beim Seriengenuss ist überzeugend.

Richtig erstaunt hat uns der Samsung TV im Test aber erst, als wir uns das erste Kapitel aus Mission Impossible: Rogue Nation gönnen und das UHD-Topmodell mit einer überzeugenden und sehr weitläufigen räumlichen Präsentation den Einsatz Ethan Hunts präsentiert, der sich waghalsig an ein gerade startendes Militärflugzeug haftet. Sicher sprechen wir hier immer noch über die akustische Performance eines Flachbildschirms, diesbezüglich schlägt sich der Q95T aber beachtlich und bringt sogar ein wenig Tiefgang und Volumen ins sonst häufig überhaupt nicht bedachte Bassfundament. Bei einigen direktionalen Effekten ist auch der Benefit von OTS+ durchaus nachvollziehbar. Nicht nur die Verständlichkeit, auch die charakteristischen Eigenschaften von Vokalstimmen setzt der Samsung TV sehr gut um. Die Kombination der positiven Eigenschaften ermöglicht ein immersives und lebendiges Klangerlebnis für einen Flachbildschirm, so dass man bei gelegentlichem Filmgenuss durchaus auf die integrierten TV-Lautsprecher des Samsungs setzen kann.

Preise, Features und Co. – Samsung Q95T im Vergleich vs. OLED

Vergleichen wir den Samsung Q95T zunächst "familienintern" mit dem Q90T. Der günstigere Q90T hat nicht die praktische One Connect Box, die 2020 nur noch der Q95T (UltraHD) und der Q950T (8K) mitbringen. Nach dem Neuestern Update hat natürlich auch der Q90T nun den Filmmaker Mode. Aktuell kostet der Q90T in 65 Zoll (mit Cashback in Höhe von 250 EUR) rund 1.950 EUR. Damit lohnt sich der Q90T schon finanziell kaum, und alleine der "Hardware-Mehrwert" durch die One Connect Box ist den fairen Aufpreis Wert. Visuell ist der Q90T zwar nur geringfügig schlechter bzw. identisch (so haben beide Quantum HDR 2000 mit 2.000 Nits maximaler Helligkeit), aber dafür ist er auch kaum günstiger. 

Zum Preis von 2.630,96 EUR (direkt auf der Panasonic-Website) beziehungsweise von  bekommt man den Panasonic HZW1004 (Test in 55 Zoll) in 65 Zoll. Im Netz ist er nicht wirklich günstiger zu finden (Preise ab 2.600 EURT). Dieses Selbstbewusstsein ist aber gerechtfertigt. Denn der HZW1004 überzeugt mit vielen Pluspunkten. Dem Samsung Q95T hat er vor allem voraus, dass er das wichtige Dolby Vision (sogar in der neuesten Version Dolby Vision IQ) unterstützt (plus alle anderen HDR-Formate). Ansonsten gilt das Übliche bei QLED vs. OLED: Der Samsung ist heller, beim Panasonic sitzt der Schwarzwert tiefer. Pluspunkt Samsung ist das antireflektive Display, Pluspunkt Panasonic sind die zahlreichen Bildmodi wie Professionell 1/2 (entspricht ISF Day/Night) und der Netflix Calibrated Modus. Demnach sind beide TVs auf absolutem Spitzenniveau, für den Q95T spricht aktuell der günstige Kaufpreis. 

Der LG CX9, von uns in 55 Zoll getestet, steht laut aktuellen Preisen ab Marktpreisen von 2.200 EUR bereit. Dafür bekommt der geneigte Käufer einen sehr eleganten OLED-TV mit den typischen OLED-Vorzügen wie Top-Schwarzwert und feinster Detailkontrast. Für den LG spricht auch, dass Dolby Vision IQ unterstützt wird. Dafür fehlt beim LG HDR10+. Nach heutiger Bewertung würde der LG zu einer Preisklassenreferenz aufrücken, zum damaligen Testzeitpunkt war der 55-Zöller (laut damaliger UVP) teurer als heute laut Marktpreis der 65-Zöller. Zum heutigen Marktpreis macht man gerade als Filmliebhaber gar nichts falsch, wenn man zum LG greift, der zudem ebenfalls relativ gut klingt. Der Q95T bringt das hellere Panel und die praktische One Connect Box mit.

Fazit unseres Samsung Q95T-Tests

Unser Test hat ergeben: Der Samsung Q95T des Modelljahres 2020 begeistert mit einer extrem hoch liegenden Gesamtperformance. Sein Panel punktet mit einer enormen maximalen Helligkeit, was die Darstellung von HDR-Inhalten selbst bei externem Lichteinfall in nahezu vollem Umfang möglich macht. Die effektiv arbeitende Antireflexionsschicht tut ihr Übriges dazu: Störende Reflexionen, entweder von außen oder von Lichtquellen im Raum, kommen praktisch nicht mehr aufs Display. Der Schwarzwert erreicht im Test nicht ganz OLED-Niveau, genügt aber souverän hohen Ansprüchen. Der Betrachtungswinkel ist breit, die Optik wirkt edel. Hinzu kommt, dass beim Q95T noch die praktische One Connect Box mitgeliefert wird. Der Q95T klingt überdies richtig gut - was uns überrascht hat. Samsung macht um die Akustik der TVs gar nicht soviel "Wind" - aber in der Praxis kann man mit dem Sound sehr zufrieden sein. Somit bleibt eigentlich nur als Nachteil, dass nach wie vor kein Dolby Vision unterstützt wird.

Preislich faires Ultra HD-Topmodell mit exzellenten Bild und überraschend guter Akustik

Ultra HD-TVs Oberklasse
Test: 28.10.2020

 

Test & Fotos: Philipp Kind
Redaktion: Carsten Rampacher
Datum: 28.10.2020

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