XXL-TEST: Canton Ergo GS - Jubiläums-Edition mit hochsolider Verarbeitung und klarem Klang

Klang

Canton Ergo GS Setup 2

Setup

Cambridge Audio Edge 1

Cambridge Audio Edge NQ/Edge M

Puccini, „Turandot - Nessun Dorma“, gesungen von Jonas Kaufmann

Ein sehr guter Aufbau der gesamten Arie, mit einer feinfühligen Stimmwiedergabe gepaart. Was uns direkt auffällt, dass die Ergo GS sehr verbindlich ausgelegt ist und auch bei hoher Hörlautstärke nicht zu harsch auftritt. Zugleich verleiht der Keramik-Hochtöner den hohen Frequenzen den nötigen Glanz, und im Mitteltonbereich notieren wir eine starke Präsenz von Jonas‘ Stimme, die klar fokussiert im Vordergrund steht. Die Instrumente werden mit viel Liebe zu einer authentischen Struktur wiedergegeben. Der Chor wirkt filigran, zugleich ausdrucksstark, und als sich dann Jonas‘ Stimme erneut erhebt, kommt es zu einer dynamisch sauber arrangierten akustischen Veränderung.

Andrea Bocelli & Georgia, Viva Per Lei

Hier überzeugt uns ein weiteres Mal die sehr homogene, in sich geschlossene Spielweise der Ergo GS. Wir wissen, dass ein Paar dieser Lautsprecher schon einen durchaus stolzen Kaufpreis haben – aber sie klingen noch nach einer deutlich höheren Preisklasse. Dieses Kultivierte, Geschliffene, zugleich Impulstreue im Wesen der beiden Taunus-Akustiker ermöglicht ein präzises, zugleich entspanntes Hören. Die beiden Stimmen werden mit klar definierten Konturen präsentiert, und die Dynamik während der vokalen Einlagen wirkt äußerst realistisch. Der Klang löst sich tadellosen von den beiden Lautsprechern, und der straffe, fundierte Tieftonbereich gefällt uns ebenso gut wie die gekonnte Einarbeitung des Klaviers.

Ain‘t No Sunshine, Eva Cassidy

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Sensibel, fein gestaffelt, mit einer sauberen Loslösung des Klangs von den Lautsprecher-Chassis, sammelt die Ergo GS weiter fleißig Punkte. Die enorme vokale Dynamik innerhalb Evas vokalem Auftritt arbeitet der Schallwandler aus dem Taunus hervorragend heraus. Die Konturen aller beteiligten Instrumente sind immer mit genauer Durchzeichnung versehen, was die Ehrlichkeit, die Direktheit der Wiedergabe weiter steigert. Die solide definierte virtuelle Bühne sorgt dafür, dass man sich tatsächlich inmitten des musikalischen Geschehens wähnt.

Nothing Else Matters instrumentale Version aus dem Film “Jungle Cruise”

Hervorragend gelingt den Ergo GS der Aufbau dieser kurzen, rein instrumentalen Version (nur kurz mit vokalen Elementen gegen Schluss) des Metallica-Klassikers. Mit „großer“ Filmmusik, die besonders beeindruckend, imposant und umfassend wirken soll, gibt es bei unseren Testkandidaten ebenfalls keinerlei Berührungsängste, im Gegenteil. Lebendig, mit einem sehr guten Gesamtvolumen, und mit einem Aufbau, der beinahe jedes akustische Detail berücksichtigt, bleiben die beiden Ergo GS auch bei diesem Titel ihrer Linie vollkommen treu.

Wicked Game, Chris Isaac

Sofort von Beginn an verwöhnen uns die Ergo GS mit einem sensiblen Gefühl für den Rhythmus und die Ausprägung der Stimme von Chris. Alle klanglichen Anteile verschmelzen zu einem harmonischen Ganzen, ohne aber dass Details unterschlagen werden. Auch den Background-Gesang hört man genau heraus, und dieser wird nicht von instrumentalen Anteilen überlagert. Die Detailarbeit der Ergo GS ist demnach ein weiteres Mal exzellent. Hier muss man schon sehr deutlich teurere Lautsprecher heranziehen, um noch mehr Feingefühl, noch mehr plastisches Fundament und noch exakter gezeichnete vokale Konturen zu erleben. Die sehr lebendige Herausarbeitung der E-Gitarre wäre noch zu erwähnen.

Frankie Goes To Hollywood, Relax

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Der Bass könnte hier noch etwas mehr Wucht vertragen, was aber auch mit an der nicht absolut überzeugenden Aufnahme liegt. Die charakteristische Stimme des Sängers trägt die Ergo GS mit dem Gefühl für die passende Balance und eine stimmige vokale Dynamik durch den gesamten Song. Die Wechsel im dynamischen Gefüge kommen direkt, ohne jede Verzögerung heraus, was das Hörvergnügen weiter steigert.

Lenny Kravitz, Fly Away

Nun fliegen wir – akustisch auf jeden Fall. Denn die Ergo GS holt auch hier alles heraus, was diesen Song hörenswert macht. Lennys Stimme ist nahtlos eingearbeitet, wirkt aber trotzdem nicht konturenlos. Im Gegenteil, die Dynamik innerhalb der Stimme kommt exzellent heraus. Der Bassbereich lässt es weder an Volumen, noch an Präzision  missen, und die E-Gitarre hat genau das Maß an Fetzigkeit, das für einen nachdrücklichen Gesamtauftritt notwendig ist.

Shouse, Won’t Forget You, Felix Jaehn Remix

Hier laufen die Ergo GS zur absoluten Bestform auf. Der satte, harte Bass wird nahezu perfekt wiedergegeben. Nicht nur der Druck an sich, sondern auch, wie genau, wie auf den Punkt gebracht sich alles abspielt, verdient höchsten Respekt. Lebendig, auch, was die vokalen Anteile betrifft, und mit untadeliger Standfestigkeit bei richtig hohem Pegel (welchen die beiden Cambridge Audio Edge M kompromisslos anliefern) begeistert die Ergo GS hier ausnahmslos, zumal ihre tonale Charakteristik immer souverän und angenehm bleibt.

Universal Nation, Push

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Und, weil es so gut mit vehementen Bässen funktioniert hat, darf die Ergo GS beim Trance-Klassiker gleich nochmal ran. Sie schiebt und drückt, dass es wirklich eine Freude ist, und eher ängstlich veranlagte Zeitgenossen reißen schon mal die Augen auf, wenn man es wirklich „krachen“ lässt und die Ergo GS bei hohem Pegel ihr grandioses Können entfalten kann. Die elektronischen Elemente im Track differenziert sie glasklar auseinander und baut, als wäre es nichts, eine atmosphärisch absolute Dichte auf. Wer diesen Trance-Track liebt, kommt hier voll auf seine Kosten, sollte der Ergo GS aber auch einen anständigen Vollverstärker oder eine leistungsfähige Vor-/Endstufenkombination zur Seite stellen. Denn die Ergo verträgt locker viel Leistung, und in der Praxis dürfte sich oft die Verstärkereinheit als der Flaschenhals des Systems erweisen.

Konkurrenzvergleich 

Wer einen absolut erstklassigen Regallautsprecher im sehr individuellen Design haben möchte, kann sich den Elac Concentro S 503 genauer anschauen. Hierbei handelt es sich um einen äußerst kultiviert aufspielenden Dreiwege-Regallautsprecher mit kompromisslosen Hightech-Chassis. Natürlich bringt die Ergo GS mehr Tiefgang und mehr Volumen mit - das ist klar. Aber die optisch ebenfalls sehr spezielle Concentro S 503 spielt ihre Trümpfe in Form des sehr seidigen, sehr homogenen, extremst impulstreuen Hochtonbereichs aus. Zwei Konzepte, zwei komplett unterschiedliche Boxen - der Käufer hat die Wahl. 

Mit 10.000 EUR Paarpreis liegt die ausladendere Quadral Aurum Vulkan 9 nochmals ein Stück über der Ergo GS. Dafür bietet die Aurum Vulkan 9 nochmals mehr Reserven und eignet sich exzellent auch für wirklich große Hörräume zwischen 40 und 50 Quadratmetern. Sie sieht klassisch aus und ist hervorragend verarbeitet, der quSENSE-Bändchenhochtöner agiert impulstreu und spritzig. 

Fazit

Canton Ergo GS Side

Die Canton Ergo GS mit ihrem konsequenten Retro-Look orientieren sich optisch genau an den Originalen von 1979, sind aber aus technischer Sicht hochmodern. Enorm hochwertige Chassis und ein ultrasolides Gehäuse sind wichtige Eckpfeiler, um einen hochwertigen Klang generieren zu können. Und dieses Vorhaben gelingt auf der ganzen Linie. Die Pegelfestigkeit ist überragend, daher kann man bedenkenlos auch sehr kräftige Verstärker an Cantons Retro-Klangkünstler anschließen. Zugleich punktet die Ergo GS mit einer untadeligen Homogenität, zugleich aber spielt der Lautsprecher auch dynamisch auf. Die enorme räumliche Dichte bei der gesamten akustischen Präsentation ist ein weiterer Vorzug. Bilanzierend macht man mit der Ergo GS nichts falsch, wenn man den Retro-Look schätzt: Sie ist akustisch sogar mit nochmals deutlich teureren Schallwandlern bedenkenlos zu vergleichen.

Lautsprecher im konsequenten Retro-Look, der akustisch auf höchstem Niveau spielt
Referenz neu
Gesamtreferenz Standlautsprecher Oberklasse
Test 21. Juni 2023

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Oksana Fritz
Datum: 21. Juni 2023

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