XXL-TEST: Bluesound Powernode Edge - kompakter Streaming-Stereoverstärker mit kraftvollen Endstufen
Musikwiedergabe

Als kompetente Ausgabeorgane haben sich mehrmals unsere Canton Townus 30 erwiesen. Deswegen verwenden wir in diesem Test gerne ein weiteres Mal die Canton-Schallwandler.
Wir beginnen unsere Klangtestreihen mit Toto und "I Will Remember". Da dieser Titel ein sehr breites Sprektum an Facetten bietet, verwenden wir diesen Titel häufig. Der gefühlvolle Song wird nicht nur mit sauberer Ausbalancierung, sondern auch mit ordentlich Nachdruck in unserem Hörraum dargestellt. Nach zwei Hörversuchen senken wir den Bassbereich in der BluOS App um 1,5 dB ab, denn so spaßig die immense Basskraft bei manchen Tracks auch sein mag, hier ist es des Guten zu viel. Die Stimme des Toto-Frontmanns wirkt klar und gut strukturiert und ebenfalls die sehr gefühlvollen Textpassagen meistert der Bluesound Powernode tadellos, nachdem wir den Bass etwas "gezähmt" haben. Die zu Beginn des Titel erklingenden Drums und der Chorgesang werden hervorragend ins tonale Gesamtgefüge eingebunden. Auch, als mehr Facetten und Dynamik hinzukommen, bleibt die Wiedergabe souverän. Die verschiedenen Instrumente, die bei diesem Titel verwendet werden, wie z.B. das Klavier, sind hinsichtlich der elementaren Strukturen prim integriert. Kleiner Kritikpunkt, trotzt Absenkung des Bassbereichs um -2 dB wirkt teilweise die Bassperformance etwas übertrieben.
Als nächstes Klangbeispiel haben wir uns für "Back To You" von Lost Frequencies, Elley Duhé und X Ambassadors ausgesucht. Das zu Beginn des Titel erklingende Klavier und der leichte Gesang wirken stimmig in ihrer räumlichen Zuordnung und Präsenz. Sehr gut kann der Powernode Edge die sehr zarte Stimme von Elley Duhé umsetzten. Diese präsentiert sich gefühlvoll und und besitzt aucu den Wiedererkennungswert, auf den Hörer mit Anspruch wert legen. Als Sam Harris und Elley gleichzeitig in den Titel einsteigen, bleiben beide Stimmcharaktere sauber und differenziert wahrnehmbar. Das Zusammenspiel aus den beiden Stimmcharakteren und der nötigen Portion Punch gelingt hervorragend. Auch die Synthesizer Effekte werden nicht klar und deutlich im Klanggeschehen sauber und ordentlich präsentiert.
Neu in unseren Klangtestreihen ist "Escapism." von Raye & 070 Shake. Der Rap-lastige Titel ist eine Produktion der britischen Sängerin Raye, in Zusammenarbeit mit der US-amerikanischen Rapperin 070 Shake. Der Titel kommt schon nach wenigen Sekunden mit harten Bässen und Gesangseinlagen von Raye zur Sache. Die Abgabe in den Hörraum gelingt dem Powernode Edge auf einem überraschend hohen Niveau. Die Bassperformance wirkt hart und zugleich sehr präzise. Auch können wir keine tonale Verfälschung von Rayes Stimme feststellen, und sie wird stets mit der richtigen Balance fokussiert.
Weiter geht es mit "I Wish That I Could Tell You" von Gabrielle Grace. Der Titel startet mit einer Akustikgitarre, die deutlich über dem sonst in dieser Preisklasse üblichen Level präsentiert wird: Plastisch und auch glaubwürdig. Als Grace mit ihrer sehr fordernden Stimme einsteigt, ist die Wiedergabe insgesamt durchaus gelungen, im Detail fehlt es aber verständlicherweise an Feindynamik. Als der Titel im Ganzen facettenreicher wird, punktet der Powernode Edge mit einer in den vorderen musikalischen Ebenen gut aufgebauten Wiedergabe. Der Bassbereich wirkt voluminös und selbst langgezogene Passpassagen meistert der kompakte Stereo-Verstärker tadellos. Als Gabrielle dann zur Kopfstimme übergeht, wird der Hochtöner der Canton niemals aggressiv oder harsch.
Als letztes Musikbeispiel haben wir uns für "Freiheit" von Unheilig entschieden. Der Titel beginnt mit einer Akustikgitarre und zahlreichen Effekten, die der Powernode Edge erstaunlich facettenreich umsetzen kann. Für die Preisliga um 600 bis 700 EUR erstklassig präsentiert wird der Stimmcharakter vom Frontmann "Der Graf". So wirkt diese sehr plastisch und wird mit ihrer Tiefe und Rauheit hervorragend umgesetzt. Als der Titel dann an Fahrt aufnimmt, bleibt die Wiedergabe nach wie vor differenziert und selbst die Chorgesänge können wir heraushören. Auch der Tieftöner unserer Canton Townus 30 wird hervorragend vom Powernode Edge befeuert. So liefern unsere Test-Boxen einen satten Bassbereich mit klarer Struktur.
Filmtonwiedergabe
Wenden wir uns nun der Filmtonwiedergabe zu, die ebenfalls für den Powernode Edge kein Problem darstellt - schließlich ist ein HDMI-Slot vorhanden. So agiert der kompakte Streamingverstärker dann als externes Audiosystem. Wichtig ist aber - da der Edge keine internen Decoder für Dolby oder DTS besitzt - dass man die Audiosignalausgabe des TVs auf PCM setzt. Wir haben uns zwei Filmbeispiele angehört - "Greyhound" ab Laufzeit 15 Minuten sowie "Survive" ab Laufzeit 26 Minuten (vor dem Absturz des Flugzeugs beginnend). Bei beiden Movies schlägt sich der Bluesound Verstärker ausgezeichnet. Besonders imponiert haben uns die dichte Räumlichkeit und die exzellente Pegelfestigkeit. Was schon bei der Musikwiedergabe auffiel, wird hier weiter unterfüttert: An Leistungsmangel leidet der Edge bestimmt nicht, ganz im Gegenteil.
Er bleibt auch bei beträchtlichem Pegel gelassen, neigt nicht zum Verzerren, und auch nicht zu einer harschen, metallischen Wiedergabe. Bei der Einstellung "0" hinsichtlich der Bassdarstellung ist ein vehementer, kraftvoller Bass vorhanden. Zweifelsohne offeriert der Streaming-Vollverstärker auch im Filmtoneinsatz eine akustische Abstimmung, bei der weniger das Ideal einer neutralen Präsentation als vielmehr der Spaß am Hören im Mittelpunkt steht. Effekte wie die tosenden Wellen oder die Sirene, die das Erreichen der Gefechtsbereitschaft signalisieren soll, gibt der Edge bei "Greyhound" hervorragend wieder.
Die Dialoge kommen ebenfalls gut heraus, natürlich darf man bei einem kompakten Streaming-Vollverstärker keine so charismatische Behandlung von vokalen Anteilen erwarten wie bei kostspieligeren Alternativen. Prima werden Details (wie das Drehen an einem Regler) eingearbeitet, das läuft besser als erwartet. Diese Detaileinarbeitung lässt sich auch bei "Survive" nachverfolgen, so, als sich die Protagonistin ein Wasserglas einlaufen lässt oder mit ihren Medikamenten hantiert. Als das Flugzeug im Sinkflug ist, kurz vor dem finalen Absturz, und alles in der Kabine durcheinander fliegt, sind wir von der Präzision bei der Ortung einzelner Effekte sehr angetan.
Einzig und allein, als Glas splittert, kommt uns dieser Effekte etwas zu wenig durchsetzungskräftig vor. Blanzierend aber, zum Beispiel in Verbindung mit den klangstarken Canton Townus 30 Regallautsprechern, schlägt sich der Bluesound richtig gut im Filmtonbetrieb, und ist nicht zwingend auf einen zusätzlichen aktiven Subwoofer angewiesen, wenn die Regallautsprecher ordentlich Basskraft besitzen und der Hörraum nicht zu groß ist (idealerweise zwischen knapp 15 und gut 20 Quadratmeter, möchte man auch mal lauter hören).
Tags: Bluesound • Netzwerk-Streamer • Stereo-Verstärker • Streaming-Verstärker












