XXL-PREVIEW: LG OLED65C49LA - Vieles gleich, doch alles Neu?
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Blu-ray Disc, Mission Impossible, Rogue Nation, Filmbeginn, Modus: Filmmaker Mode
Wir schauen diesen Film im abgedunkelten Raum und im Filmmaker Mode. Gleich zu Beginn sind einige visuelle Herausforderungen zu meistern, was dem C4 aber souverän gelingt. Benji befindet sich getarnt auf einer Wiese, die einzelnen Grashalme sind gut voneinander zu differenzieren. Auch sein Gesicht wirkt authentisch sowie facettenreich. Beeindruckend ist die enorme Plastizität, die der OLED65C49LA bereitstellt, hier können wir nochmals, selbst bei einer Blu-ray ohne HDR, eine Verbesserung feststellen. Noch stärker prägt sich dies aber bei der Detaillierung und Schärfe aus. Obwohl der C4 weder beim Panel noch beim Prozessor technische Neuerungen mitbringt - die neue Prozessorgeneration ist dem G4 und höher vorbehalten - liefert der 2024er LG OLED ein klarer gezeichnetes, strukturierteres Bild. Das gilt sowohl für die Kanten- als auch für die Detailschärfe. Die Ingenieure und Entwickler scheinen hier also, trotz der identischen Ausgangslage, bei der Signalverarbeitung nochmal eklatant nachgebessert zu haben.
Das leichte Rauschen, das wir sehen, kommt weder vom Panel noch vom Upscaling. Dieses liegt am zwar guten, aber nicht exzellenten Quellmaterial. Und wer nun denkt, hier könnte sich doch ein moderner Rauschfilter beweisen: Eher nicht, denn dreht man die Rauschreduktion zu weit auf, dann wirkt das Bild, wie bei jedem TV, eher synthetisch, weich gezeichnet und weniger natürlich. Die Authentizität und natürliche Darstellung hat sich der C4 nämlich 1:1 beibehalten und liefert ein absolut glaubwürdiges, tiefengestaffeltes, dynamisches Bild.
Sehr gut arbeitet der C4 die Details an der großen Militärmaschine heraus, in die Ethan Hunt verzweifelt versucht, einzusteigen. Die Außenhaut des Flugzeugs wird farblich sauber getroffen, und der Bewegungsablauf beim Startvorgang läuft flüssig ab. Als sich der große Airbus bewegt, sind kaum Bewegungsunschärfen auszumachen. Das Innere des Fluggeräts kommt ebenso detailreich zum Ausdruck, so zum Beispiel Details im Cockpit oder im Bereich der Laderampe. Ein guter Hinweis darauf, dass es sich um hochskaliertes Full HD-Material handelt, bietet die Großaufnahme von Benjis iPad. Die Bildschirmanzeige, auf dem die technischen Einrichtungen des Airbus zu sehen sind, wirkt auflösungsbedingt minimal unscharf. Insgesamt überzeugt uns der LG mit einer sauberen, realistischen Farbwiedergabe und mit sehr guten Kontrasten selbst beim hier vorliegenden SDR-Content. Auch bei der Helligkeit wurde optimiert, LG gibt hier ein Plus von bis zu 30% an. Im SDR-Betrieb, und gerade bei dieser abgedunkelten Umgebung, reichte uns der Vorgänger aber schon absolut aus. Hier werden wir bei der HDR-Wiedergabe nochmals genau hinsehen.
Die Kontrast-Differenzen im Flugzeug und außerhalb des Flugzeugs werden glaubwürdig herausgearbeitet. Lobenswert ist auch, dass er LG selbst in hinteren Bildebenen Details noch gut erfasst und nicht zu unscharf abbildet. Dadurch entsteht ein komplett und kultiviert wirkendes Bild, das viele Nuancen sehr gut berücksichtig, ohne dabei die gesamte Balance zu vernachlässigen.
Wir springen im Film vor bis in die Wien-Sequenz. Hier sind Ethan und Benji in der legendären Wiener Staatsoper, in der eine Vorstellung von Puccinis „Turandot“ gegeben wird. Die teils gedämpften Lichtverhältnisse machen dem C4 nichts aus, er holt auch im Zuschauerraum, der recht dunkel ist, viele Einzelheiten heraus. Schwarzwert und Kontrast sind über jeden Zweifel erhaben. Sehr gut differenziert der LG die Kontrastunterschiede zwischen der hell erleuchteten Bühne, dem abgedunkelten Zuschauerraum und dem Rest der visuellen Schauplätze auseinander. Sei es Benji im Technikraum oder aber Ethan, der hoch oben über der Bühne in eine wilde Keilerei verwickelt wird – der C4 behält stets die visuelle Oberhand und punktet ebenfalls mit seinem OLED-typisch hervorragenden Schwarzwert. Gerade in solchen Szenen merkt man, wie deutlich dieser ein positives Seherlebnis beeinflusst. Keine Helligkeitsflecken, praktisch keine Detailverluste in den zahlreichen dunklen Bildbereichen: So macht das Filme betrachten einfach Freude.
Dass der LG dabei auch nur in seltenen Fällen Bildruckler oder visuelle Instabilitäten präsentiert, steigert den Filmgenuss weiter. Insgesamt wird eine ausgezeichnete native 24p-Wiedergabe geboten, die dem typischen Kino-Look absolut gerecht wird. Aber auch bei der Zuschaltung der "True Motion"-Zwischenbildberechnung gelingt ein - je nach gewählter Einstellung - authentisches Bild. Derart eklatante Fortschritte wie bei der Schärfe und gesteigerten Helligkeit können wir hier nicht nachvollziehen. Allerdings wurde hier bereits in den früheren Generationen ein gutes Ergebnis erzielt. Wer sich den authentischen Film-Look zu nahezu 100% erhalten möchte, der wählt lediglich den Modus "Filmische Bewegung". Er greift kaum sichtbar in die Darstellung ein, jedoch wird auch nur ein sehr kleiner Benefit im Bereich einer klaren Abbildung und Bewegungsoptimierung erkennbar. Die stärker eingreifenden Modi Natürlich und Glatte Bewegung liefern eine sehr clean wirkende Darstellung mit verbesserter Bewegungsschärfe, die erfreulicherweise mit nur sehr gering ausgeprägten Artefakten überzeugt. Das Bild wirkt aber schon sichtbar weniger wie im Kino und eignet sich einen zu klinischen Video-Look an. Mit der Einstellung "Nutzerauswahl" lässt sich die Intensität der Frame-Interpolation auch noch persönlich justieren.
Ultra HD Blu-ray, Mord im Orientexpress, verschiedene Sequenzen, Filmmaker Mode
Direkt zu Beginn können wir bereits zahlreiche lobende Worte über den LG verlieren. Die diffusen Lichtverhältnisse in dem Raum, indem Hercule seine berühmten Frühstückseier verspeisen möchte, kommen exzellent zum Ausdruck. Keine störenden Detailverluste und keine Überstrahlungseffekte, bedingt durchs Licht, das durch die Fenster in den Raum eindringt: Der C4 erledigt seinen Job souverän. Man erkennt auch in jeder Sequenz, dass die Helligkeitsreserven des Panels wirklich groß sind und LG nicht zuviel versprochen hat. Der aktuelle C4 macht einen nachvollziehbaren Sprung und setzt sich nochmal deutlich vom Vorjahresmodell ab. Highlights wirken eindrücklicher und auch, was den Kontrast betrifft, sieht man nochmals feinere Konturen und Nuancen, und das selbst mit externem Lichteinfall.
Grundsätzlich betrachten wir die UHD-Disc im abgedunkelten Raum, lassen aber vergleichsweise auch mal die Jalousien nach oben gleiten und wechseln in den normalen Film-Modus, der etwas heller ist als der Filmmaker Mode. Auch hier überzeugt uns der LG. Klar, die Reflexionen auf dem Panel mögen etwas störend gerade in den dunklen Sequenzen sein. Ist der Fernseher direkt neben einem Fenster platziert, fallen bei Sonnenschein die Spiegelungen schon unschön aus. Abgesehen von derartigen Härtefällen liefert der C4 aber auch bei Tageslicht im Alltag ein farbenfrohes, natürliches und dynamisches Bild ab.
Aber nochmal: Was die möglichen Helligkeitswerte angeht, lässt sich der C4 nichts vormachen. Noch vor einigen Jahren wäre ein OLED hier finster und kontrastarm aufgetreten, wenn so viel externer Lichteinfall vorhanden ist. Nun folgt die Szene, in der Hercule Poirot zur Klagemauer geht, um einen Fall näher zu untersuchen. Details, auch wenn sie für den Meisterdetektiv eher unschön sind, holt der LG 4K-OLED sehr deutlich ans Licht, so als Hercule mit seinem handgenähten Budapester Schuh in die Hinterlassenschaften eines Pferdes tritt. Der sandige Boden wird auch aus der Vogelperspektive scharf und mit vielen Facetten wiedergegeben, das gilt auch für die Steine der Klagemauer, zwischen denen sich vertrocknete Gräser finden. Nicht nur was die Helligkeit betrifft, auch den bereits bei der BD erkennbaren Fortschritt bei der Kanten- und Detailschärfe können wir hier in vollem Umfang nachvollziehen.
Wir bewegen uns einige Kapitel vorwärts und landen mitten im Schneesturm in den Alpen. Der Orientexpress kommt nicht mehr weiter, Schneeverwehungen und ein Lawinenabgang stoppen den Luxuszug. Der C4 schafft es, den Schneesturm draußen farblich echt und mit einer enormen Plastizität wiederzugeben. Die Konturen der schneebedeckten Berge sind deutlich zu erkennen, auch Einzelheiten vergisst der LG nicht. Im Inneren des Luxuszugs modelliert der 4K-OLED die Holztäfelungen in den Gängen der Waggons fein heraus, auch das Innere der Kabine von Hercule wird akkurat aufbereitet. Immer zeigt sich das Können des OLED65C4 in der Art und Weise, wie er auch kleine Kontrastdifferenzen berücksichtigt. Bei diesem HDR10-Inhalt verdeutlicht unser Testkandidat auf jeden Fall eindrucksvoll, was selbst statisches HDR ohne dynamische Szenenanpassung bewirken kann, wenn ein entsprechend kompetenter TV die Bildwiedergabe übernimmt. Die Gesichter der Protagonisten sind trotz der dunklen Lichtverhältnisse immer gut zu erkennen, und es ist wirklich überzeugend, wie gut der LG die Darstellung der Hautfarben auf die Lichtverhältnisse innerhalb der Szene anpasst. Daher wirkt das Bild enorm echt und vielschichtig.
Bei der Zwischenbildberechnung macht der LG TV keinen Unterschied, ob ihm 1080p-Material oder UHD zugespielt wird. Wieder gilt, wer auf einen authentischen Kino-Look steht, der wählt maximal die Option "Filmische Bewegung". Bei allen anderen halten sich die Ghostingartefakte und Ruckler im Rahmen, das Bild wirkt aber nicht mehr so kinogerecht. Erfreulicherweise ist die native 24p-Darstellung sowas von gleichmäßig und angenehm, dass man problemlos gänzlich auf Frame Interpolation verzichten kann.
Auf der letzten Seite ziehen wir ein erstes Fazit zum neuen OLED65C49LA von LG!
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Tags: Fernseher • LG • TV






