TEST: Samsung Galaxy S21 Ultra 5G - Galaxy-Topmodell mit Referenz-Display und Top-Kamera

Kampf der Titanen: Nach dem sich das Apple iPhone 12 Pro Max dem Härtetest unterzog, vergleichen wir es direkt mit dem aktuellen Flaggschiff aus Korea. Das iPhone und die Samsung Galaxy S Modelle sind die unbestrittenen Superstars auf dem Smartphone-Parkett – und mit die einzigen, deren Release stets mit einem großen Medienrummel begleitet werden. Früher gab es immer die Schlagzeile „Ist das der iPhone-Killer?“, doch diese Zeiten sind schon lange vorbei, da die Android-Mittbewerber selbst den Qualitätstakt schwingen und Apple bereits viele Ideen vom anderen Öko-System übernommen hat. Gut so, denn so beschleunigen sich die Qualitätssprünge zusätzlich. 

Rückseite

Dass Samsungs S-Klasse preisintensiv ist, vermittelt bereits die edle und hochwertige Optik. Der schwere Metallrahmen und das Glas sorgen für maximale Robustheit – und für 227 Gramm auf der Waage. Mittlerweile selbstredend, dass der Edelfunker eine IP68-Zertifierung vorweist. Der Kamera-Block auf der matten Rückseite mutet wie eine Kampfansage an die Konkurrenz an, denn gleich sechs Linsen ragen 1,9 Millimeter hervor. Doch dazu später mehr. Gut: Der Knipser wurde verglichen mit dem Vorgängermodell deutlich dezenter in Gehäuse integriert.

Die absolute Show ist jedoch das Display, das sich erneut nahezu komplett über die Frontseite streckt. Mit 6,8 Zoll in der Diagonalen ist es zwar ein Mü kleiner als beim S20, doch die Qualität ist zum Niederknien. Das OLED-Panel weist eine Auflösung von 3.200 x 1.440 Pixel (WQHD+) auf, was für ein gestochen scharfes Bild sorgt. Und nicht nur das: Auch die Farbsättigung und die Helligkeit sind brillant. On Top gibt es zudem noch eine 120-Hz-Displaytechnik für eine optimale Geschmeidigkeit. Fazit: Es gibt im Smartphone-Bereich derzeit kaum etwas Besseres – dieser Punkt geht daher an Samsung.

Rückseite mit integrierter Kamera

Wer bietet mehr Linsen? Das Samsung Galaxy S21 Ultra wartet gleich mit fünf plus LED-Blitz auf. Das ist schon beeindruckend, doch bei den Specs legt der Hersteller noch eine Schippe drauf. Die Hauptlinse mit lichtstarker f/1.8-Blende und 108-Megapixel-Sensor wird sekundiert von zwei 10-Megapixel-Tele-Linsen mit 3-fach- und 10-fach-Zoom. On Top gibt es noch eine Ultraweitwinkel-Linse mit f/2.2 und 12 Megapixel und die zwei Zoom-Linsen verfügen über einen optischen Bildstabilisator. – das ist eine klare Qualitätsansage!

Außenaufnahme bei Tageslicht

bei etwas schwächerem Licht

Auch die Ausstattung bietet weitaus mehr als die üblichen Standards. Gute Idee: Mit der Funktion "Zoom-Lock“ hat der Nutzer keinen Zugriff mehr auf den Digitalzoom, der die Qualität mindert. Auf der anderen Seite lässt sich auf diesem Umweg auf bis zu Faktor 100 vergrößern, was aber eher eine Spielerei ist, denn die Qualität ist dann entsprechend mies. Überhaupt nicht mies ist die Fotoqualität hingegen im Normalbetrieb. Bei Tageslicht sind Schnappschüsse eine farbenprächtige und detaillierte Augenweide. Im direkten Vergleich zum aktuellen iPhone-Topmodell wirken die Bilder etwas farblich „übertrieben“, während beim Kalifornier mehr Wert auf Natürlichkeit gelegt wird. Bei Schwachlichtaufnahmen hat der Koreaner die Nase leicht vorne, denn was man mit der neuen S-Klasse abends qualitativ einfängt, hielt man vor ein paar Jahren nicht für möglich, da man die Physik nicht austricksen könne. Möglich wird das auch durch den neuen Nachtmodus und dem sogenannten Single Take. Eine KI zieht aus einer 15 Sekunden-Sequenz die beste Auswahl an Foto- und Videoaufnahmen. Im Nachgang stellt Samsung ein breites Angebot für die Bild- und Videobearbeitung bereit und auch das flexible RAW-Format wird unterstützt.

Aufgenommen im schlecht beleuchteten Keller

Panorama-Aufnahme

Apropos Videos: Mit der Vlogger-Ansicht lassen sich Videos gleichzeitig mit der Front- und der Rückkamera aufnehmen und für Soziale Netzwerke gibt es auch Hochformatvideos. Gedreht werden können sogar 8K-Filme mit 24 Bildern pro Sekunde oder 4K-Filme mit maximal 60 Bildern pro Sekunde. Über den Sinn der 8K-Filme lässt sich diskutieren, Fakt ist aber, dass diese Clips brutale Speichersauger sind. Im Zusammenspiel mit dem „Profi-Video“-Modus ist zwar die Ausstattung brillant, doch Videodreharbeiten bei Schwachlicht sind enttäuschend – hier muss man kräftig nachbearbeiten. Ein ganz klarer Punkt für den iPhone-Camcorder. Pluspunkte sammelt das S-Modell dafür wieder bei der Selfie-Kamera. Die 40 Megapixel ermöglichen dank integriertem Autofokus knackig scharfe Aufnahmen.

Referenzwürdig präsentiert sich der Fernöstler im Bereich Datenschnittstellen. Das 5G-Modem unterstützt alle 5G-Frequenzen plus LTE mit bis zu 2.100 MHz – das bietet derzeit kein anderes Smartphone. NFC, das brandneue Bluetooth 5.2, USB Typ-C 3.1 sowie WiFi 6 lassen keine Frage aufkommen, wer der aktuelle Datenkönig auf dem Markt ist.

Rückseite


Ein krasser Gegensatz dazu sind die Beilagen, denn es gibt weder ein Netzteil noch ein Headset. Auch beim Speicherplatz wird gespart. Zwar gibt es verschiedene Ausführungen (bis zu 512 GByte Speicherplatz), doch wie beim iPhone streicht auch Samsung den Slot für microSD-Speicherkarten. Schade.

Mit dem neuen S-Klasse Smarthone gibt es auch stets die neueste Software-Ausstattung. Daher ist das brandneue Android 11 vorinstalliert. Mit dem Update gibt es u.a. zahlreiche Verbesserungen der Sicherheits- und Privatsphäre-Einstellungen, einen eigenen Screenrecorder für Video-Aufnahmen sowie eine neue Darstellung der Benachrichtigungen für Messaging-Apps. Das Betriebssystem wird unterstützt vom hauseigenen User Interface 3.1. Für den Nutzer bedeutet das unzählige Möglichkeiten der Personalisierungen und Eingabehilfen. Der Nutzer sollte sich daher viel Zeit bei der Einrichtung nehmen, um für sich die besten Optionen herauszufiltern.

Benutzeroberfläche

App Drawer

Für kreative Geister besteht diesmal sogar die Möglichkeit der S-Pen-Nutzung. Im Gegensatz zu den Note-Modellen lässt sich Samsungs Eingabestift allerdings nicht im Gehäuse integrieren. Der Hersteller bietet dafür aber zwei unterschiedliche Schutzhüllen an, in denen man den Stift am Gerät aufbewahren kann. Diese und der S-Pen müssen separat erworben werden.

Ganz stark aufgestellt ist die neue S-Klasse bei Thema Entsperrung, denn es gibt sowohl einen Ultraschall-Fingerabdruckscanner, der im Display integriert ist, als auch eine sichere und flotte Gesichtserkennung. Mit diesem Tandem lässt sich der Koreaner in allen Lagen schnell aus dem Tiefschlaf holen. In diesem Punkt ist das Samsung Galaxy S21 Ultra 5G dem iPhone überlegen, da hier der Fingerprintsensor wegrationalisiert wurde. Unter dem Strich lassen sich aber beide Referenz-Smartphones wunderbar bedienen und die Unterschiede sind eher marginal. Dennoch: Im Bereich Handhabung hat die S-Klasse leichte Vorteile gegenüber dem US-Amerikaner.

Wie Apple setzt auch Samsung beim Top-Modell auf einen hauseigenen Power-Prozessor. Das neueste Modell trägt den Namen Exynos 2100. Die große Besonderheit: Er bietet extern entwickelte Prozessorkerne System-on-Chip (SoC) die auf ARM-Referenzdesigns basieren. Die Taktung ist mit 2,8 GHz nicht ganz so flott wie beim iPhone Max Pro, doch dafür gibt es imposante 12 oder 16 GByte Arbeitsspeicher zur Auswahl. Dass die Performance absolute Spitzenklasse ist, muss nicht erwähnt werden. Spannender ist vielmehr, dass Samsung neuestes Modell immer näher an Apples Leistung heranrückt. Letztendlich muss man schon Spezial-Software bemühen, um einen nennenswerten Unterschied zwischen dem S-Modell und iPhone zu finden – Punkteteilung.

Kamera im Detail

Beeindruckende 5.000 mAh liefert der fest eingebaute Akkublock, doch im Praxistest ist die Vorstellung ambivalent. Während der Koreaner unter Dauerbelastung die 12-Stunden-Marke knackt, ist die Rufbereitschaft mit drei bis vier Tagen durchschnittlich. Hier ermöglicht das iPhone Pro Max mehr Spielraum.

Nanu? Offenbar haben sich Samsung und Apple abgesprochen, denn auch die Koreaner legen kein Netzteil mehr in den Karton. Wer noch eines mit 25 Watt besitzt, erreicht die 100% wieder nach ca. 1,5 Stunden, was eine gute Leistung ist. Länger dauert das induktive Aufladen, da nur 15 Watt unterstützt wird. Übrigens: Mit dem Smartphone lassen sich kabellos auch andere passende Geräte aufladen. Und wem gebührt hier der Punkt? Wem Rufbereitschaft wichtig ist, sollte das iPhone wählen, Multimedia-Junkies dürften sich hingegen beim S-Modell in puncto Akkuleistung wohler fühlen.

Auch das Galaxy S21 Ultra setzt auf Dual-Lautsprecher unterhalb des Displays, ein echtes Stereo-Erlebnis gibt es somit nicht. Dennoch kann man nicht meckern, denn das Klangerlebnis ist lebendig und weist ein gutes Bassfundament auf. Das iPhone spielt allerdings noch eine Klasse präziser, klarer und breit gefächerter auf – dieser Punkt geht an die Kalifornier. Telefonieren macht allerdings mit beiden Smartphones Spaß. Die Stimmen werden in beiden Senderichtungen sehr sauber und präsent transportiert – das geht schon in Richtung Festnetz-Niveau. Fazit: Unter dem Strich sind die Messwerte vom iPhone Pro Max etwas besser aufgestellt.

Samsung Galaxy S21 Ultra 5G

Fazit

Der Samsung Galaxy S21 Ultra 5G steht diesmal im direkten Vergleich zum Apple iPhone 12 Pro Max. Das drängt sich auch förmlich auf, denn beide Referenz-Funker sind mittlerweile frappierend ähnlich, da die Koreaner viele iPhone-Marotten 1:1 übernommen haben: Kein microSD-Speicherkarten-Slot mehr und auch das Netzteil fehlt auf einmal. Das mutet angesichts des extrem hohen Preises doch etwas geizig an. Unter dem Strich ist die neue S-Klasse aber vorne. Vor allem im Bereich Kamera- und Display-Qualität gibt es derzeit kaum Besseres. Der Vergleichstest mit den Kaliforniern gewinnt Samsung aber nur knapp, da das iPhone bei den Messwerten Pluspunkte sammelt und der Camcorder des Samsung leicht schwächelt. Ist ein Smartphone ca. 1.300 Euro wert? Diese Frage müssen sich schon seit Längerem nicht nur iPhone-Besitzer stellen.

Top-Display, 1A Kamera und starke Performance, aber auch hier wird bei der Ausstattung gespart

Datum: 13.03.2021

 

Test: Ulf Schneider
Datum: 13.03.2021

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