TEST: Marantz Horizon - aktiver Wireless-Lautsprecher mit HEOS built-in und erstaunlicher Klanggewalt

Hörchecks exklusiv im finalen Test

Marantz Horizon Von Schraeg Vorne

Der Horizon klingt sehr räumlich

Es wird vehement im Hörraum: Wir nehmen uns den Techno-Klassiker "Hardcore Vines" von Dune vor und sind wieder begeistert von unserem Testkandidaten: Er trifft den sehr harten Bass auf den Punkt und vermittelt auch zu jedem Zeitpunkt den nötigen Nachdruck. Die gebotene Räumlichkeit ergänzt unsere bisherigen Impressionen: Wieder entsteht ein hohes Maß an atmosphärischer Dichte, und immer wieder müssen wir nochmals zum Horizon schauen, um uns zu vergewissern, dass er wirklich alleine aufspielt. Die vokalen Anteile des Tracks gibt der aktive Lautsprecher mit sehr guter Balance wieder.

Es wird nicht einfacher für den Horizon mit unserem folgenden Track: "No Good" von The Prodigy schallt nun durch unseren Hörraum. Dem Horizon ist allerdings keinerlei Anstrengung anzumerken, er meistert jede Hürde mit Auszeichnung. Besonders hervor sticht, wie souverän er mit dem harten Breakbeat umgeht - der knallharte Bass wird in massiver Ausprägung in den Hörraum geschoben, zugleich kommen die anderne elektronisch erzeugten Effekte mit einer breiten räumlichen Wirkung heraus. Das Gesamtergebnis wirkt nahtlos, lückenlos und umfassend, sodass man den Eindruck hat, sich mitten im klanglichen Geschehen aufzuhalten. Die Wechsel im Rhythmus und in der dynamischen Darstellung vollzieht der Marantz-Lautsprecher mit tadelloser Impulstreue. 

Weiter geht es mit dem Klassiker "Radio Gaga" von Queen (Remastered 2011 Version), der mit Nachdruck herauskommt und zugleich durch ein hohes Maß an Präzision punkten kann. Kleiner Nachteil, typisch für Lautsprecher, die rundum abstrahlen: Hier wirkt Freddie Mercurys Stimme nicht so charakteristisch, wie wir sie sonst kennen, sondern hält sich etwas zu weit im Hintergrund, während der Bassbereich selbst bei verhaltener Einstellung hinsichtlich der Optionen in den Einstellungen der HEOS-App etwas zu dominant ist. Hier sollte man die Wärme etwas herabsetzen, und zugleich die Klarheit anheben, dann bessert sich das Verhältnis etwas.

Ruhiger, dafür sehr emotional wird es bei "Moonraker" von Shirley Bassey. Hier ist es erstaunlich, was aus dem alten Titel herausgeholt werden kann. Nur in akustisch hellhörigen Räumen muss man hier etwas aufpassen und gegenebenfalls die Klangeinstellungen anpassen, denn sonst ist bei deutlich gehobenem Pegel ein leichtes akustisches "Aufschaukeln" herauszuhören, dem man aber durch Justagen in den MyMirage-Paramentern Herr werden kann. Je nach Raum reicht es auch aus, den "Sound Master" Modus in Betrieb zu nehmen, dieser ist schon recht gut in Richtung einer etwas zurückhaltenderen, dafür sehr gut ausbalancierter Wiedergabe optimiert. Ein Plus hinsichtlich eines dezenteren Auftritts kann man nur durch sehr deutliches Zurücknehmen des Parameters Wärme erzielen. Die Stimme ist im "Sound Master" Modus auch aus feindynamischer Perspektive sehr gelungen integriert, und die Trennung der vokalen von den instrumentalen Anteilen managt der Horizon souverän. 

Wir schließen mit dem entspannten Titel "The Good Life" von Star-Trompeter Till Brönner ab. Den relaxten Rhythmus trifft unser Testkandidat sehr präzise, vergisst aber zeitgleich nicht, auch feine Nuancen von Tills Spiel zu berücksichtigen. Das Klavier, das sich im Hintergrund bemerkbar macht und den Song begleitet, wird klar sowie mit einer stimmigen Temperatur präsentiert. Die Räumlichkeit ist bei diesem Stück ausgeprägt, wirkt aber nie synthetisch, wenn man den Sound Master-Modus verwendet, der hier ein weiteres Mal perfekt passt.

Anzeige

Das Thema HDMI-eARC nehmen wir natürlich auch nochmals auf. Jetzt spielen wir dem Horizon die Dolby Atmos-Filmtonspur von "Rogue Nation" zu und hören uns dss Kapitel an, das in Wien spielt und in einer U-Bahn-Station unweit der Wiener Oper beginnt. Hier schafft der aktive Lautsprecher eine erstaunlich lebendige Atmosphäre und agiert auch, wenn hier nich große Effekte fehlen,  mit einer verblüffenden Räumlichkeit. Gut kommendie Dialoge zwischen Ethan und Benjamin heraus. Dann steigt der österreichische Bundeskanzler aus seinem Dienst-Maybach aus, in Begleitung seiner Frau. Sehr gekonnt gibt der Horizon das Blitzlichtgewitter der wartenden Pressefotografen wieder. In der Oper herrscht reges Treiben, kurz bevor die Aufführung der Puccini-Oper "Turandot" beginnt. Den auch vom Music Score gezogenen Spannungsbogen verdeutlicht der Marantz-Lautsprecher ausgezeichnet. Dabei fällt ein weiteres Mal auf, wie umfassend das Bassfundament ist, das bereitgestellt wird. Zugleich erstaunt uns, wie sauber auch kleinere Effekte eingebunden werden. Nun beginnt die Opernvorführung, das Publikum spendet Beifall, der räumlich dicht erfasst wird. Und auch das Geschehen auf der Bühne wird akustisch intensiv, zugleich vielschichtig, vermittelt. Auch, als Hannah Brandt ihre Waffe zusammensetzt, kann der Horizon mit seinem sehr guten Auflösungsvermögen überzeugen.Kurz darauf liefert sich Ethan eine wüste Keilerei mit dem Killer oberhalb der Bühne, und die harten Schläge werden mit dem nötigen Nachdruck darstellt -  und die parallel weitergehende Opernvorführung mit all ihrem Facettenreichtum wird ebenfalls noch überraschend komplett erfasst. Die dann folgenden Schusswechsel und erneuten Schlägereien überzeugen durch ihre Nachdrücklichkeit, zugleich wirkt der gebotene Raum größzügig und offen, sodass ein sehr realistischer Gesamteindruck entsteht, den wir in dieser Qualität nicht erwartet hätten.

Fazit

Marantz Horizon Gesamt Schraeg Links

Mit einem Kaufpreis von satten 3.800 EUR ist der Marantz Horizon noch die günstigere Alternative die beiden edlen, designorientierten Streaming-Aktivlautsprecher des Hauses betreffend. Der größere Grand Horizon verlangt gleich nach 6.000 EUR Investitionsvolumen und ist somit nochmals 2.200 EUR teurer. Durch diese Preispolitik dürfte schon von Beginn an klar sein, dass sich Marantz eindeutig an eine sehr zahlungskräftige Klientel wendet, die Wert auf ein unverwechselbares Design, eine kompromisslose Hochwertigkeit und einen ausgezeichneten Klang legen. Sieht man den kompakten aktiven Lautsprecher, möchte man zunächst nicht denken, dass ein Exemplar für eine effektive Beschallung auch etwas größerer Lokalitäten ausreicht. Hübsch sieht er ja aus, aber ist er auch akustisch stark? Nach der unkomplizierten Erstinstallation über die HEOS-App starten wir sogleich, und der Horizon verblüfft uns von der ersten Sekunde an: Er schiebt mächtig vorwärts, liefert dank der 360 Grad-Abstrahlung eine exzellente Räumlichkeit, löst aber zugleich tadellos auf und beeindruckt mit überragender Pegelfestigkeit. Kurzum, eine echte Wundertüte, die das japanische Traditionsunternehmen uns hier zugesteckt hat.Das Finish ist auch im Detail edel, in die HEOS-App wurde eine Aufstellung-Bestimmung (wandnah, in der Ecke, freistehend) integriert, ebenso finden sich zahlreiche Parameter, die der User im Verlauf des Betriebs nach eingenem Gusto justieren kann. Wer übrigens möchte, kann natürlich auch zwei Horizon zu einem Stereo-Paar koppeln. Somit sind wir insgesamt schwer begeistert von der Kreation, die trotz des Preises ihre Abnehmner finden dürfte. 

Ultranobler Design-Lautsprecher mit vortrefflichem Klang und wirksamen Einstellmöglichkeiten
Überragend 2024
Aktivlautsprecher (Einzelnutzung) Oberklasse
Test 17. Juli 2025

 

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Philipp Kind
Datum: 17. Juli 2025

Anzeige


Weiter auf: Vorherige Seite

Seiten: 1 2 3 4

Tags:

Alle aktuellen Tests auf AREA DVD

Themen-Schlagwörter (nach Häufigkeit sortiert)

Lautsprecher Blu-ray Disc-Review Samsung Panasonic IFA TV Kopfhörer Ultra HD Ultra HD Blu-ray-Review Soundbar LG Sony AV-Receiver CES Teufel Fernseher OLED Denon Subwoofer nubert Verstärker Bluetooth-Lautsprecher Special Dolby Atmos Yamaha Smartphone Bluetooth Aktivlautsprecher Stereo Canton Dali Beyerdynamic JBL Marantz Philips aktiver Lautsprecher AVR Wireless-Lautsprecher KEF Info-Special

Privacy Manager
  ZURÜCK