TEST: Marantz Horizon - aktiver Wireless-Lautsprecher mit HEOS built-in und erstaunlicher Klanggewalt

Klang

Zunächst aktivieren wir den "Sound Master" Modus.

Wir lauschen dem Trance-Track "Odissey To Anooya" von Jam & Spoon und sind direkt zu Beginn sehr angetan von der enorm weitläufigen, zugleich kraftvollen Wiedergabe des Horizon. Er schafft viel Atmosphäre und auch hinsichtlich der Pegel weht kein "laues Lüftchen", sondern wir notieren eine beachtliche Freude des Horizon an hoher Lautstärke. Der aufleuchtende Signalring, der beim Betätigen der Lautstärkeregelung in der jeweiligen App sichtbar wird, macht optisch wirklich Spaß, wenn man ihn aus der Ferne betrachtet. Eigentlich kann man die Lautstärke durch Berühren des Leuchtrings auch direkt am Device justieren, das funktioniert aber nicht mit enormer Präzision.

Zurück zum Klangbeispiel.

Die Vocals im Track kommen sauber heraus, wenngleich nicht extrem detailreich - hier merkt man eben doch noch einen Unterschied zu einem klassischen HiFi-System mit zwei Boxen, Verstärker und Zuspieler. Sehr gut ist es ansonsten um die Klarheit des Klangbilds bestellt, das sich zudem als sehr angenehm entpuppt. 

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"Free Your Mind" (Mario Lopez) im Scotty Remix überzeugt uns ebenfalls. Hier schieben die 310 Watt so nachdrücklich an, dass man, wenn man den doch relativ kompakten aktiven Streaming-Lautsprecher nicht im Blickfeld hat, glaubt, ein recht leistungsfähiges Stereo-System mit zwei separaten Lautsprechern spielen zu hören. Das ist wirklich etwas wie Magie - wir haben schon verschiedene Single Lautsprechersysteme, vollaktiv und kraftvoll, in Aktion erlebt, aber was der Marantz Horizon hier abzieht, ist sensationell. Das Verhältnis von Größe zu akustischem Volumen und Klangqualität setzt zweifelsfrei neue Maßstäbe, die sich Marantz leider auch sehr teuer bezahlen lässt. 

Nun schauen wir uns die Einstelloptionen an.

Es findet sich noch ein "Auto" Modus (symmetrischer Sound für alle Eingänge und Signale), der noch etwas voluminöser, zugleich aber weniger natürlich im Vergleich zum Sound Master-Modus auftritt. 

Jetzt beeinflussen wir die akustischen Parameter selbst.

Es gibt die beiden voreinstellten Betriebsarten Auto und Sound Master. Bei MyMirage kann man selber Parameter justieren

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Bei "MyMirage" kann man Räumlichkeit, Wärme und Klarheit selbst einstellen und sich so die perfekt passende Kombination feinjustieren, und zwar praxisgerecht sehr präzise. Wir checken dies:

Einstellung der gewünschten Wärme

Einstellung der gewünschten Räumlichkeit

Klarheit

  • Odissey To Anooya: Der Regler "Wärme" schafft hier auch mehr Volumen und betont den Bassbereich recht deutlich, was man ab +15 sehr gut hört. Mehr als die +15 würden wir auch nicht empfehlen, alles andere ist zu viel des Guten. Ziehen wir den Regler in den Minusbereich, so wirkt alles ab -15 hörbar schlanker, davor sind es Nuancen. Natürlich hängt es auch immer von der Raumakustik ab, wenn der Raum dazu neigt, störendes Dröhnen im Bassbereich am Aufstellungsort des Horizon zu produzieren, kann man durchaus auch in den negativen Bereich gehen. Wenden wir uns der nächsten Option "Räumlichkeit" zu. Bis +20 wird wirklich eine weitere, glaubwürdige und dadurch gelungene Steigerung der Räumliochkeit erzielt. Darüber wird es dann leicht synthetisch, zwar ist die mögliche räumliche Abbildung krass, aber der Klang wirkt dann nicht mehr richtig glaubwürdig. Unter 0 würden wir nicht gehen, bei Minuswerten erscheint das Klangbild dann stufenweise gepresster, der Sound klebt dann am Lautsprecher, was normalerweise, auch in den Marantz Programmen Sound Master und Auto, in keinster Weise der Fall ist. Bleibt der Parameter "Klarheit", der hält, was er verspricht - im Regelbereich +10 bis +20 maximal tritt der Sound präziser, frischer und authentischer auf, erstaunlich, dass hier wirklich eine sinnvolle Optimierung gegeben ist. In den Minusbereich würden wir den Klarheit-Regler nicht bewegen, da dann Details verloren gehen und das akustische Ergebnis leicht dumpf erscheint, wenn man kräftig in den Minusbereich geht, wirkt dann alles stumpf und monoton. 

Marantz Horizon Verarbeitung Vorne Links

Edel und klangstark: Der Marantz Horizon

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Natürlich ist die Wirkung auch je nach Titel und Genre unterschiedlich zu bewerten. Trance- oder Dance-Titel oder auch so manches Pop- und Rock-Stück kann man mit mehr Volumen und Wärme aufpimpen, während wir für Klassik oder Jazz grundsätzlich den Sound Master-Modus wählen würden.

Nun folgen weitere Klangbeispiele im "Sound Master" Modus.
 
Hier spielen wir dem Marantz Horizon "Ain't No Sunshine" von Eva Cassidy zu. Hier beweist der aktive Lautsprecher, dass er auch als Wiedergabegerät für anspruchsvolle HiFi-Liebhaber ernster zu nehmen ist, als wir zunächst angenommen haben. Evas Stimme löst sich sehr gut vom Lautsprecher und verteilt sich frei und mit sehr ausgewogener Balance im Raum. Auch die Stimmfarbe wird sehr gut getroffen, und die Instrumente weisen alle klare, nachvollziehbare Konturen auf. Dass der Horizon trotz seines 360 Grad-Soundkonzepts so präzise agiert, verdient wirklich Respekt. 
 
Gleich legen wir mit "The Look Of Love" von Diana Krall nach. Auch hier entpuppt sich der ausgewogene, auf Klarheit und zugleich auf authentische Substanz abzielende Sound Master-Modus wieder als exzellent. Und wie wir es schon zuvor wahrgenommen haben, ist die Darstellung der Stimme wieder rundherum überzeugend. Auch, wenn Diana nur haucht, nicht "voll durchzieht", ist die Wirkung präzise und fein dosiert. Das satte Fundament muss man mögen, das ist auch uim Sound Master-Modus präsent. Wer es schlanker möchte, muss in die manuellen Einstellungen und beim Punkt "Wärme" in den Minusbereich gehen. Wir jedoch schätzen die sehr homogene, für uns auch in sich schlüssige Wiedergabecharakteristik des Horizon. 
 
"The Prayer" (Andrea Bocelli & Celine Dion) folgt als drittes Beispiel, diesmal auch mal mit einer männlichen Gesangsstimme. Aber zunächst startet Celine mit ihrem Gesang, und die leider schwer erkrankte Ausnahme-Künstlerin füllt den Raum mit feiner, exakt ausbalancierter akustische Präsenz. Nun schaltet sich Andrea mit ins Geschehen ein, und auch hier fabriziert der Marantz Streaming-Lautsprecher ein sehr akkurates, zugleich emotionales Klangbild, das seine Wirkung auch von der vorzüglichen Räumlichkeit und der angenehmen tonalen Gesamtauslegung bezieht. 
 
Da der Horizon auch einen HDMI-Anschluss besitzt, haben wir ihn noch mit einem 4K Smart-TV verbunden und ein Dolby Atmos-Klangbeispiel akustisch an den talentierten aktiven Streaming-Lautsprecher weitergeleitet. Unser Test-TV erkannte den Horizon über HDMI-eARC sofort, und wir konnten die Wiedergabe der Dolby Atmos-Tonspur der Lichtmond-Blu-ray "The Journey" starten - wir hörten die Tracks "The Journey 1" und "The Journey 2". Und auch hier ersetzt der Lautsprecher zwar kein "echtes", physisch vorhandenes Dolby Atmos-Mehrkanal-System, kommt aber selbst hochwertigen All-In-One-Soundbars oder gar manchem Soundbar-/Subwoofer-System sehr nahe. Die enorm weitläufige Räumlichkeit, die ausgezeichnete Pegelfestigkeit, die enorme Verzerrungsarmut und die trotz des großen virtuell dargestellten Raums tadellose Klarheit und Präzision sorgen hier für praktisch lückenlose Zufriedenheit. Somit kann der Horizon eine sehr gute, wenn auch teure Alternative zur Soundbar sein - nur ein Problem bleibt in dieser Funktion: Oft dürfte der Platz fehlen, den schmucken Lautsprecher etwas oberhalb oder etwas unterhalb des TVs aufzustellen. Bleibt als noch teurere Alternative, sich gleich zwei Horizon zu kaufen und diese, was möglich ist, zu einem Stereo-Paar zu verbinden. Dann aber wird nahezu jeder preisliche Rahmen, in dem sich derartige Lösungen sonst bewegen, gesprengt. 
 

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