TEST: Kompakter Wireless-Streaming-Lautsprecher Bluesound Pulse Flex 2i

Für 349 EUR, wahlweise in weißer oder schwarzer Variante, ist der sehr kompakte Zweiwege-Multiroom-/Streaming-Lautsprecher Pulse Flex 2i von Bluesound erhältlich. Weitere 80 EUR werden für das optionale Akkupack fällig, das die Flexibilität weiter erhöht. Für 60 EUR ist überdies eine Wandhalterung zu haben. Optisch tritt der Pulse Flex 2i im typischen Bluesound-Design auf: Schlicht, aber elegant und zugleich mit hohem Wiedererkennungswert.

Kompakt und elegant

Bedienelemente oben. Praktisch fünf Favoritentasten

Der Pulse Flex 2i ist der kleinste Bluesound Streaming-Lautsprecher - nicht der Pulse Mini, der ist eine Nummer größer

Rückseite komplett

Die Verarbeitung ist tadellos, unser weißes Testmodell gefällt durch geringe Spaltmaße und eine einwandfreie Oberflächenqualität. Auch die auf der Rückseite untergebrachten Anschlussbuchsen sitzen präzise und fest. Das Gitter, hinter dem sich das Zweiwege-Lautsprechersystem befindet, ist aus Metall. 

Was bietet der Pulse Flex 2i aus technischer Sicht? Bluesound verspricht einen "kristallklaren und kräftigen Klang". Interessant ist zudem die folgende Möglichkeit: Zusammen mit einer Pulse Soundbars 2i kann man ein drahtloses Mehrkanal-System für richtiges Kino-Feeling installieren, die beiden Pulse Flex 2i dienen dann als Surroundlautsprecher. 

Aufgrund eines empfangsstarken Dual WLAN-Moduls kommt es weder zu Verzögerungen noch zu Ausfällen, was wir im Testbetrieb bestätigen können. Überdies kann man den Bluesound Pulse Flex 2i mit einem Amazon Echo-Lautsprecher verbinden (Update bald in Deutschland verfügbar) und anschließend per Skill den Lautsprecher mittels Sprachbefehl steuern. Auch Apple AirPlay 2 ist vorhanden. Wer mittels Bluetooth (inklusive aptX) streamen möchte, kann dies ebenfalls tun. Der Standard Bluetooth 4.1 wird verwendet. Für die nötige Rechen-Power verantwortlich zeichnet sich ein ARM Cortex A9 Prozessor mit 1GHz Taktung. 

Der Pulse Flex 2i unterstützt MP3, AAC, WMA, OGG, WMA-L, ALAC sowie OPUS, hinzu kommen die hochauflösenden Formate FLAC, MQA (wichtig z.B. für TIDAL in höchster Qualitätsstufe), WAV sowie AIFF. Abstastraten zwischen 32 Hz und 192 kHz und Bittiefen zwischen 16 und 24 Bit kann der Pulse 2i verarbeiten. Folgende Betriebssysteme werden unterstützt: iOS, Android, Windows Vista, 7,8 und 10 sowie MacOS X 7-10. In der App finden sich die folgenden kostenlosen Internet Radio-Plattformen: Calm Radio, TuneIn, iHeart Radio, Radio Paradise und Slacker Radio. Wichtig - nicht alle Plattformen sind überall verfügbar.

Groß ist die Auswahl an Musikdiensten: Spotify, Tidal,  Amazon Music, Wimp, Deezer, Qobuz, Murfie, Npaster, KKBox, Bugs, Taihe Music Zone und Sound Machine. Auch hier gilt wieder, dass nicht jeder Service in jedem Land bereitsteht. Folgende Integrationspartner nennt Bluesound: Control4, Crestron, URC, push, iPort, ELAN, Lutron, Roon, Amazon Alexa Skills (kommt in Deutschland noch) und AirPlay 2. 

Was findet sich an Anschlüssen? Vorhanden sind ein USB-A-Port, ein Service-Port (USB-B Mini), ein 3,5 mm Kopfhörerausgang, einmal Ethernet sowie ein Kombi-Anschluss (Toslink/3,5mm). Das Netzteil ist intern untergebracht. 

Der Frequenzgang reicht von 45 Hz bis hoch auf 20 kHz. 25 Watt Ausgangsleistung ist für den recht kleinen Wireless-Lautsprecher durchaus als üppig zu bezeichnen. Ein 102 mm Tieftöner sowie ein 25 mm Hochtöner sind verbaut. Der Flex 2i wiegt 1,23 kg und ist 125 mm breit, 100 mm tief und 183 mm hoch.

Die Einrichtung gestaltet sich, wie wir es von Bluesound-Komponenten kennen, einfach. Wenn man die App auf dem Smartphone bereithält und noch keine weitere Bluesound-Komponente verwendet, ist es ebenso einfach wie das Hinzufügen eines Players in ein schon existentes Bluesound-Netzwerk. Das neue Gerät wird hinzugefügt, indem zunächst ein proprietäres Netzwerk zwischen dem Smartphone/Tablet und dem Pulse Flex 2i installiert wird, im Anschluss erfolgt dann die Installation ins Heimnetzwerk - und schon ist der Pulse Flex 2i einsatzbereit. Wir haben einige Screenshots der App vorbereitet: 

Los geht's 

Die App sucht nach Playern

Player wurde erkannt

Player wird benannt

Suche nach verfügbaren Updates

Updates werden installiert

Nun ist die aktuelle Firmware an Bord

Möglichkeiten

Menü

Internet Radio

Übersicht der Streaming-Musikdienste

Zweiter Teil

Audio-Einstellmöglichkeiten, die Klangregelung lässt sich auch deaktivieren

Mit aktivierter Klangregelung

Der Pulse Flex 2i ist sauber verarbeitet, schick und lässt sich innerhalb kurzer Zeit problemlos installieren. Die Leistung von 25 Watt ist für einen so kompakten Lautsprecher tadellos. Anstatt einfacher Breitbänder setzt Bluesound auf ein echtes Zweiwege-System. Der Pulse Flex 2i ist mit 349 EUR nicht eben günstig, aber wie heißt es so schön: "Qualität hat ihren Preis". Ob dies auch für die Klangqualität gilt, haben wir jetzt überprüft. 

Klang

Bei den Diana Krall-Adaptionen von "California Dreamin" und "Desperado" schlägt sich der kleine Lautsprecher tadellos. Sicherlich, das muss man gleich zu Beginn klarstellen, für detailverliebte Musikliebhaber sind solche Devices weniger geeignet. Gerade im Hochtonbereich hört der erfahrene Hörer schon Defizite, kein Wunder bei einem vergleichsweise einfachen System. Aber zum Hören mit höchstem Maß an Detaillierung und Filigranität ist ein Gerät wie der Pulse Flex 2i auch nicht gedacht. Vielmehr soll man auf angenehme, homogene Weise hören - und dieser Anforderung wird der kleine Aktivlautsprecher absolut gerecht. Vorteilhaft ist generell, wenn man sich nicht zu weit vom Pulse Flex 2i entfernt aufhält. Dann ist das Hörerlebnis verständlicherweise intensiver und räumlich dichter.

Wie auch bei "I Can See Clearly Now" vom Holly Cole Trio. Hier entfaltet der kleine Lautsprecher eine erstaunliche Souveränität, Tiefgang und Volumen sind bei Pegeln etwas über der klassischen "Zimmerlautstärke" recht ausgeprägt. Die Stimme der Sängerin trennt sich tadellos von den Instrumenten, unter denen gerade das Klavier sehr frisch und natürlich erklingt. Der Rhythmus wird impulstreu wiedergegeben, und der Aufbau des Tracks gelingt allzeit nachvollziehbar. Auch kleinere Wechsel bei der Dynamik gehen dem Pulse Flex 2i leicht von der Hand und werden glaubwürdig präsentiert. Prima gefällt uns das Piano-Solo, hier schafft es der Bluesound-Speaker, das virtuose Spiel gekonnt näher zu bringen. Wir erkennen schon eine Tendenz: Der Pulse Flex 2i ist der "Erwachsene", "Kultivierte" unter den kompakten Streaming-Lautsprechern. Die eingangs genannten akustischen Einschränkungen fallen beim Pulse Flex 2i im Vergleich zu anderen Produkten geringer aus, daher kann man ihn fürs entspannte Hören den ganzen Tag über auch Anwendern mit gewissem Anspruch bedenkenlos empfehlen.

Dies untermauert der Pulse Flex 2i bei Eva Cassidy "Ain*t No Sunshine": Wieder agiert der Lautsprecher direkt, plastisch, und bildet vokale Konturen für ein Gerät seiner Gattung äußerst facettenreich ab. Auch der Tiefgang gefällt erneut, die Trennung vokaler und instrumentaler Elemente ist ein weiteres Mal ausgezeichnet. Gerade auch Details wie das Anzupfen einer Saite arbeitet der Pulse Flex 2i prima heraus. Und wieder ist es das Klavier, das ebenfalls auffällig ist, im positiven Sinne. Das schnelle Gleiten über die Tasten bereitet dem kleinen aktiven Schallwandler wenig Probleme, er ist mit einer guten Dynamik und fehlerfreier Impulstreue zur Stelle.

Vokale Präsenz  sehr wichtig auch bei "Time To Say Goodbye" von Andrea Bocelli und Sarah Brightman. Und der Pulse Flex 2i liefert, indem er bei beiden faszinierenden Stimmen erneut die Konturen sauber herausarbeitet und die vokale Dynamik vorteilhaft betont. Gerade, wenn man den Pulse Flex 2i mittels des optimalen Akkupacks per Bluetooth im Garten betreibt, ist er in seinem Element - man kann relaxen und gleichzeitig in erstaunlich vollständiger Qualität auch differenzierte Musik hören. Aufgrund der kleinen Abmessungen ist der Pulse Flex 2i auch überall einfach unterzubringen.

Beim 007-Titelsong "A View To A Kill" von Duran Duran ist der Pulse Flex 2i in der Lage, richtig "Gas zu geben", ohne nennenswert an Dynamik einzubüßen. Nach wie vor sind die Stimmen mit klaren Konturen versehen, die Trennung zu den Instrumenten ist nach wie vor gut. Der Bass ist straff, auch das gilt noch für höhere Pegel, und hat einen ordentlichen Nachdruck. Kurzum, eine tolle Leistung für einen so kleinen aktiven Wireless-/Streaming-Lautsprecher. Nicht, dass die Konkurrenz, die zudem oftmals deutlich preiswerter ist, gegenüber dem Bluesound-Speaker versagen würde, ganz gewiss nicht. Aber so kultiviert und so komplett, wie der Pulse Flex 2i auftritt, verdeutlicht er überzeugend, warum er nicht die günstigste Alternative darstellt.

Und wie sieht es mit Dance/House-Musik wie "Cucumba" von Oliver Heldens aus? Auch hier ist dem Pulse Flex 2i seine Fähigkeit, einen soliden Bassbereich bereitzustellen, eine enorme Hilfe. Punktgenau kommt der Kickbass heraus, klar geht das noch deutlich nachdrücklicher, aber dann braucht man auch einen größeren, leistungsstärkeren Lautsprecher. Seiner kultivierten Art bleibt der Bluesound-Lautsprecher auch bei diesem Track treu. Der Aufbau des Songs gelingt lebendig, mit einer überzeugenden räumlichen Wirkung und der Fähigkeit, auch alle Effekte differenziert nebeneinander abzubilden. Und bei "Stars" von Vize geht der Pulse Flex 2i seinen Weg unbeirrt fort. Schon am Anfang des Tracks gefällt uns der Nachdruck, mit der der kompakte Speaker seiner Arbeit nachgeht. Solide, rund, klar, treffsicher - der Pulse Flex 2i lässt keine Zweifel daran aufkommen, dass er durchaus in der Lage ist, seinen höheren Kaufpreis zu rechtfertigen. 

Konkurrenzvergleich

Teufel One S: Aktuell für rund 200 EUR bei Teufel zu bekommen, ist der One S ein richtig gutes Angebot. Mehr Performance für weniger Geld dürfte schwer zu finden sein. Leider gibt es kein Akkupack für den One S, lohnen würde es sich aufgrund der kompakten Abmessungen. Zudem ist der One S prima verarbeitet, er klingt klar und dynamisch. 

JBL Link 500: Der deutlich größere Google Assistant-Lautsprecher ist pegelfester und macht im Bassbereich mehr Druck. Auch bei der Stimmwiedergabe schneidet er ordentlich ab. Was Detailarbeit und eine kultivierte Gesamtdarstellung angeht, liegt der kleine Bluesound vorne. Aber man muss sagen, dass man beim Link 500 (als "runderneuertes" Gebrauchtgerät direkt bei JBL für knapp 300, neu für knapp 400 EUR zu haben) richtig viel Lautsprecher fürs Geld bekommt. Wer eher das Besondere, Noble sucht, ist hingegen beim beim Pulse Flex 2i besonders gut bedient - und für Freude der Flexibilität: Einen Akkupack gibt es für den Link 500 nicht, er ist ein reiner Indoor-Lautsprecher für Zuhause. 

Fazit

Der Bluesound Pulse Flex 2i gefällt durch seine kompakten Abmessungen und die daraus resultierenden flexiblen - Nomen est Omen - Einsatzmöglichkeiten. Optional gibt es für recht heftige 80 EUR einen Akkupack, das erweitert den Einsatzbereich des Lautsprechers mit Dualband-WLAN und Bluetooth. Mit rund 350 EUR ist der Pulse Flex 2i alles andere als ein Schnäppchen, schon ohne Akkupack:  Aber er schafft es auch, hinsichtlich Verarbeitung, optischer Erscheinung und akustischer Leistungsfähigkeit zu überzeugen. 25 Watt Verstärkerleistung reichen für einen recht kräftigen, homogenen und kultivierten Klang locker aus. Mit tadelloser Stimmwiedergabe, solider Dynamik und einer ausgezeichneten Räumlichkeit wartet der Pulse Flex 2i ebenfalls auf. Insgesamt ein hochwertiger, leistungsfähiger kompakter Wireless-Streaming-Lautsprecher, der auch in einer drahtlosen Surround-Lösung als Rear-Box zum Einsatz kommen kann.

Kompakte Leistungsstärke: Der Bluesound Pulse Flex 2i ist zwar teuer, überzeugt aber durch exzellente Qualität in allen Belangen

Streaming-/Wireless-Lautsprecher bis 500 EUR
Test 14. Juni 2019

Test: Carsten Rampacher
Bilder: Sven Wunderlich
Datum: 14. Juni 2019

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