SPECIAL: Was braucht man wirklich für eine hochwertige AV-Mehrkanal-Anlage - und was ist überflüssig?

Wir haben einmal in aller Kürze zusammengeführt, was wir für sinnvoll in einer modernen Mehrkanal-Anlage erachten - und zwar in einer "echten" Mehrkanal-Anlage und nicht in Soundbar-basierten Set-Ups. Wir beziehen uns aus TVs, AV-Receiver/Verstärker und Player. Potentielle Lautsprecher-Systeme arbeiten wir zu einem späteren Zeitpunkt in einem weiteren Special ab. Hier unsere Ergebnisse. 

Das braucht man wirklich:

Musterschüler: Marantz SR7013 mit 9 starken Endstufen, DTS:X, Dolby Atmos und Auro-3D

  • Im AV-Verstärker/Receiver/Prozessor: Decoder für Dolby Atmos und DTS:X inklusive der Audio-Upscaler Dolby Surround und Dolby Atmos. Sehr schön ist zusätzlich Auro-3D - gar nicht wegen dem nativen Decoding, hier ist das Software-Angebot überschaubar. Aber wegen Auro-Matic, dem exzellenten Audio-Upscaler. 

Yamaha RX-A2080: Neun analoge Endstufen, sorgfältiger Aufbau innen

  • Einen AV-/Mehrkanal-Verstärker/Receiver mit neun Endstufen, damit ein 5.1.4 Lautsprecher-Setup befeuert werden kann.

HDMI mit HDCP ist Standard 

  • HDMI-Ports (TV, AVR), die HDCP 2.2 und die unten aufgeführten relevanten HDR-Formate unterstützen

Mindestes 65 Zoll und eine sehr gute Qualität - im Bild der Panasonic FXW784 - sollten es beim TV schon sein 

Top-Qualität bieten die neuen 2019er Ultra HD-QLED-TVs von Samsung

  • Einen Ultra HD-TV mit mindestens 65 Zoll Diagonale. Ab da beginnt tatsächlich so etwas wie "Großbild". Ob OLED oder LCD-basiert, sollte von den individuellen Anforderungen abhängen. Auch, wenn LCD-TVs visuell immer besser und OLEDs immer heller und rauschärmer geworden sind, so gilt immer noch: LCDs sind noch heller und rauschärmer, OLEDs bieten noch tieferes Schwarz und authentischere Farben. Preislich sind die Differenzen - mich vor 2 Jahren waren OLED-TVs viel teurer - massiv geschrumpft. Abzuraten ist von Billig-LCDs vom 65 Zoll-Format, die es schon ab ca. 750 EUR gibt. 

Zahlreicher Philips TV-Baureihen unterstützen ab 2019 Dolby Vision, HDR10, HDR10+ und HLG

Bei Sony werden HDR10, HLG und Dolby Vision unterstützt

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Samsung unterstützt HDR10+, HDR10 und HLG

Panasonic unterstützt in ausgewählten Serien - im Bild die Top-Serie GZW2004 - ab 2019 Dolby Vision, HDR10, HDR10+ und HLG

LG unterstützt schon seit geraumer Zeit Dolby Vision, HLG und HDR10 und dazu noch Technicolor Advanced HDR mit Expert Mode

  • Einen Ultra HD-TV, der im Idealfall alle relevanten HDR-Normen unterstützt: HDR10, HLG (absolut überall Standard), zudem zumindest Dolby Vision (z.B. zahlreiche Netflix-Serien liegen in Dolby Vision vor) und am besten noch HDR10+ (wie Dolby Vision ein dynamisches HDR-Format, Amazon Prime Video bietet z.B. Material mit HDR10+ Unterstützung an, leider unterstützt derzeit kein AV-Receiver/Verstärker HDR10+ an den HDMI-Terminals)
  • Hi-Res-Audio-Support im AV-Receiver/Verstärker für WAV, FLAC, ALAC, AIFF (mindestens bis 96 kHz/24-Bit) und DSD (mindestens 2,8/5,6 MHz)
  • Dualband-WiFi und Bluetooth im AV-Receiver für größtmögliche Flexibilität, ist aber praktisch überall Standard
  • Phono-Anschluss zumindest mit MM-Equalizer für Vinylfreunde. Das ist auch deshalb wichtig, weil moderne, aktuelle AV-Verstärker und -Receiver ab rund 1.000 EUR selbst im Stereobetrieb richtig gut klingen. 

Der Panasonic DP-UB9004 ist einer der wenigen zuverlässigen Ultra HD-BD-Player

Deutlich sagt der Schriftzug auf dem Laufwerk aus, was hier Sache ist

  • Hat man eine umfangreiche Disc-Sammlung und auch einige moderne Ultra HD-Blu-rays, dann lohnt sich ein Ultra HD-Blu-ray-Player. Diesen am besten vor Ort kaufen und gerade mit UHD Blu-rays zuhause ausgiebig testen. Denn diese Geräte sind unseren reichhaltigen Erfahrungen nach extrem unzuverlässig und stoppen selbst bei nagelneuen, nicht im Ansatz zerkratzen Ultra HD-BDs mitten im Spielbetrieb unvermittelt die Wiedergabe. Blu-rays laufen praktisch immer problemlos. 

Was man nicht unbedingt braucht, unter bestimmten Bedingungen aber durchaus von Vorteil sein kann:

  • Einen AV-Receiver/Verstärker mit mehr als 9 Endstufen. Dies ist nur für sehr aufwändige Lautsprecher-Setups zu empfehlen, die natürlich mit einem größeren Installationsaufwand verbunden sind. 
  • Enorm umfangreiche Cinch-Bestückung, schon gar nicht für Multiroom (Anschluss weiterer Endstufen für einen zweiten Raum). Multiroom auf diese Art und Weise war in Deutschland noch nie extrem beliebt, zudem gibt es durch die fast überall verbauten Streaming- und Multiroom-Module (Heos, MusicCast, Chromecast etc.) viel einfachere Multiroom-Optionen. Cinch-Anschlüsse braucht man nur noch für alte CD-Player mit schlechten D/A-Wandlern und natürlich einen dedizierten Cinchanschluss für den derzeit wieder sehr beliebten Plattenspieler. 
  • Eine meist deutlich teurere AV-Vorverstärker/Endstufen-Kombination. Die Trennung von Vor- und Endstufe lassen sich die Hersteller meist teuer bezahlen. 

in großen Bilddiagonalen macht 8K Sinn. In kleineren bis 65/75 Zoll eher weniger

Gigant: 98 Zoll beim Sony ZG9

Auch in 85 Zoll, hier ein 2019er Prototyp von Samsung, ist 8K zu befürworten

  • Einen 8K-TV. Ein solcher macht im Grunde nur bei enormen Bilddiagonalen (85 oder 98 Zoll) wirklich Sinn.
  • Sündhaft teure HDMI-Kabel zur Verkabelung. Ein gut verarbeitetes, kontaktsicheres Kabel mit nicht zu auslangendem Stecker (sonst gibt es bei nebeneinander liegenden HDMI-Kabeln z.B. am TV Platzprobleme) reicht hier völlig für alle Aufgaben. 

Im VoD-Zeitalter wird nicht mehr jeder einen Disc-Player  brauchen 

Sony hat sogar in Zusammenarbeit mit Netflix einen besonders sauber abgestimmten -Bildmodus entwickelt

  • Wer kein absoluter Disc-Fan ist und seine CDs, DVDs  und Blu-rays ohnehin schon plant, zu verkaufen, braucht keinen entsprechenden Player mehr, auch keinen Ultra HD-BD-Player, wenn er zuhause einen schnellen Internet-Anschluss hat und z.B. Netflix und/oder Amazon Prime Video oder Sky abonniert hat. 

AV-Receiver mit THX-Zertifikat gibt es nur noch selten

Panasonic bietet in den Top-TVs THX-Bildprogramme 

  • Betreffend AV-Receiver/Verstärker: Eine THX-Lizenz: Diese spielt heute keine Rolle mehr auf dem Markt. Bei TVs sieht es anders aus: Hier gibt es zwar auch nicht viele TVs mit THX (praktisch ausnahmslos von Panasonic), die THX-Bildmodi Bright Room und Cinema sind aber sehr nützlich, da akkurat abgestimmt.

Neuer VSX-LX504 von Pioneer mit IMAX Enhanced

  • Betreffend AV-Receiver/Verstärker/TVs: IMAX Enhanced. Auch, wenn immer mehr AVR-Hersteller (derzeit Denon, Marantz, Arcam, Pioneer) dieses Feature anbieten, so benötigt man zwingend entsprechende IMAX Enhanced Software. Die gibt es zwar in derzeit geringem Umfang in Nordamerika, aber nicht in Europa. 

Fazit: Natürlich muss im Endeffekt jeder selbst entscheiden, was er in der täglichen Praxis benötigt. Wir hoffen jedoch, wenigstens einen Anhaltspunkt gegeben zu haben, was wirklich Sinn macht und auf was man in den meisten Fällen bei genauer Betrachtung verzichten kann.

Special: Carsten Rampacher
Datum: 03. April 2019

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