EXKLUSIV-TEST: JBL Flip 5 Bluetooth-Lautsprecher - klangstarke Neuauflage des Bestsellers?

Gerade noch rechtzeitig zum Test vor der IFA fand sich der neue JBL Flip 5 für 129 EUR im auffällig-coolen Camouflage-Design in unserer Redaktion ein. Wie gehabt überzeugt der Bluetooth-Lautsprecher durch die solide Verarbeitung und durch das wasserdichte (IPX7-zertifiziert) Gehäuse. Prominent ist im markentypischen Orange das JBL-Logo zentral auf dem Flip 5 platziert.

Typisches, weiter verfeinertes JBL-Design mit sichtbarem Treiber

Ausrufezeichen: Passt auf, hier kommt der neue Platzhirsch

Standby-Knopf und Bluetooth-Kopplung

Frisch ausgepackt

Die Farbauswahl ist JBL-typisch groß: Desert Sand, Mustert Yellow, Dusty Pink, Grey Stone, River Teal, Fiesta Red, Ocean Blue, Midnight Black, Steel White, Forest Green oder Squad, da findet jeder seinen farblichen Favoriten. Einige Farben werden etwas später nachgereicht. Auf der JBL-Website kann man schon jetzt auf Einkaufstour gehen und sich den Flip 5 ordern. 

Akustisch, so führt JBL aus, hat sich einiges getan. Schon der 2017 eingeführte Flip 4 konnte hier überzeugen, daher sind wir gespannt, was der Flip 5 klanglich nochmals besser macht - dazu später mehr in den entsprechenden Testreihen. Beschäftigen wir uns zunächst mit dem, was JBL verspricht: "JBL hebt den legendären JBL Signature Sound auf die nächste Stufe", heißt es hier vollmundig. Durch das neue akustische Layout sollen sich Hochton- und Basswiedergabe weiter verbessert haben. Gerade für einen noch kräftigeren Bass soll der neu entwickelte, sogenannte "Racetrack-Treiber" stehen. Die verbauten Treibereinheiten messen 44 x 80 mm. 

Mit "PartyBoost" Funktion

Mit an Bord ist die "PartyBoost"-Technologie. Mittels dieser können nicht nur zwei Flip 5 zu einem Stereo-Paar gemacht werden, sondern man kann auch über 100 PartyBoost-fähige Bluetooth-Speaker miteinander verbinden. Länger als 12 Stunden ohne Lade-Möglichkeit sollte die Party aber nicht gehen, denn 12 Stunden beträgt die maximale Spieldauer des eingebauten 3,6 V/4.800mAH-Akkus. Lädt man den komplett leeren Akku wieder auf, vergehen bis zur 100 Prozent-Marke 2,5 Stunden. Eine Schnellladefunktion ist nicht vorhanden. Wir haben hier noch einige Screenshots von der App zur Verwendung der PartyBoost-Funktion:

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Der Flip 5 wird von der App umgehend erkannt

Überblick

Man kann dem Flip 5 einen eigenen Namen verpassen

Einstellungen

Nutzen des Party-Modus

Hier wird erklärt, wie man den PartyBoost Modus aktiviert

Nun muss nur noch Musik auf einem verbundenen JBL Speaker laufen

Stereo-Modus mit zwei JBL Flip 5

Stereo-Paring - Erklärung 

Kanäle umschalten

Interessant sind zwei Dinge: JBL belässt es laut den technischen Angaben auf der Website bei Bluetooth 4.2 - kein Bluetooth 5.0, was bei einem mobilen, flexiblen Bluetooth-Lautsprecher aufgrund der höheren Übertragungsreichweite durchaus Sinn machen würde. Der zweite, diesmal positive Punkt ist die mit 20 Watt recht hohe Ausgangsleistung. Frequenzen von 65 Hz bis 20 kHz werden wiedergegeben. JBL hat viel in guten Sound investiert, was sehr löblich ist. Auf der Strecke blieb dafür die bei vielen Modellen vorhandene Freisprecheinrichtung. Der Flip 5 wiegt 540 Gramm und misst 18.1 x 6.9 x 7.4 cm, nach wie vor ist er also ultraportabel und man kann ihn überall hin mitnehmen. 

Klang

Wir starten hier mit dem SLORAX & Dosner Mix des Klassikers "Stream & Short". Hier kann sich der JBL 5 direkt beweisen, was die Basswiedergabe angeht, und wir spüren: Keine leeren Worte. Für einen Bluetooth-Lautsprecher, der keine 130 EUR kostet, erzeugt er wirklich gute, glaubwürdige Bässe, die ein solides akustisches Fundament geben. Verbessert werden konnte aber nicht nur die Vehemenz, sondern auch die Struktur. Der Bass erscheint weniger "verwaschen", kommt präziser auf den Punkt. 

Das hören wir auch bei "Move Like This" von Burak Meter heraus. Der Rhythmus wird impulstreu präsentiert, der Bass stimmt hinsichtlich des Timings und der Ausdruckskraft. Die Stimmwiedergabe ist gut, hier muss man natürlich auch immer die eher schlichte Chassis-Technologie in einem sehr kompakten Bluetooth-Lautsprecher berücksichtigen. Was Kontur und charismatische Ausprägung betrifft, blamiert sich der Flip 5 aber keinesfalls - im Gegenteil. Der Präsenztonbereich ist deutlich sorgfältiger ausgeführt als bei früheren Modellen, wobei der direkte Vorgänger Flip 4 seine Sache auch schon sehr ordentlich machte. Der Hochtonbereich präsentiert sich als recht angenehm, trotzdem ist auch einiges an Dynamik und Frische da. Eine sehr gelungene Auslegung, wie sich bei diesem Klangbeispiel zeigt.

"Queen For The Day" von Lookee macht richtig Spaß. Der Bass überzeugt gerade dann, wenn man nicht zu weit entfernt vom Flip 5 sitzt, mit einer homogenen Ausbreitung und der ordentlichen Kraft. Die weibliche Gesangsstimme arbeitet der Bluetooth-Lautsprecher gefällig ein, mit einer passenden Gewichtung, das heißt: Die vokalen Elemente sind schon im Fokus und "gehen nicht unter", gleichzeitig aber berücksichtigt der Flip 5 auch die anderen akustischen Elemente stets.

Wechseln wir den Musikstil, und hören uns "Shallow" von Lady Gaga und Bradley Cooper an. Klar ertönt Bradleys Stimme gleich zu Beginn, die akustische Gitarre wird glaubwürdig präsentiert. Auch die Stimme von Lady Gaga ertönt recht klar und lebendig. Die gesamte Atmosphäre wirkt überraschend komplett, auch die Räumlichkeit ist wieder ordentlich.

Insgesamt erscheint der JBL Flip 5 dynamischer, aber zugleich kultivierter, eine sehr schöne Mischung. Bei "Paradise" von Bazzi kann er natürlich den sehr nachdrücklichen Bass nicht in vollem Umfang wiedergeben, aber doch soweit, dass man zufrieden sein kann. Zudem ist die Trennung der Stimme vom Rest der Akustik tadellos. Der bewusste leichte Hall bei der vokalen Darstellung wird gut herausgearbeitet. Was die maximal möglichen Pegel angeht, schlägt sich der Flip 5 JBL-typisch ausgezeichnet. Es ist immer wieder erstaunlich, wie es der Hersteller schafft, so viel Lautstärke - und zwar ohne richtig störende Verzerrungen - aus einem kompakten Gehäuse zu zaubern.

Selbst bei "No More" von Disturbed schlägt sich der Flip 5 gut. Klar, die volle Dynamik des Stücks kann er nicht wiedergeben, aber die Wucht in den E-Gitarren-Parts und die Aggressivität in der Stimme des Sängers setzt der Bluetooth-Lautsprecher gut um. Er baut alle akustischen Elemente zu einer räumlich überraschend dichten Vorführung zusammen, dabei vermeidet er es (es sei denn, man übertreibt es mit dem Pegel) geschickt, alle akustischen Elemente auf einer einzigen Ebene zu platzieren. 

Auch das ruhige "Desperado" in der Cover-Version von Diana Krall gibt der JBL Flip 5 ansprechend wieder. Bei solchen Titeln hört man die Verbesserungen recht genau heraus: Hier etwas mehr vokale Kontur, dort etwas mehr Finesse beim Klavier. Klar - HiFi-Fans sollten sich nach wie vor anderer Lösungen bedienen, das merkt man am eingeschränkten Auflösungsvermögen. Aber für den Alltagsgebrauch, sozusagen für "alle Lebenslagen", eignet sich der Flip 5 exzellent. Erfreut hat uns, dass JBL nicht nur Phrasen klopft, sondern dass die akustischen Optimierungen wirklich hörbar sind. 

Konkurrenzvergleich

JBL Flip 4: Der Vorgänger ist nach wie vor empfehlenswert. Auch er überzeugt schon durch lebendige Darstellung, gute Räumlichkeit und einen ordentlichen Bass. Der Flip 5 wurde aber in allen Punkten mit Sorgfalt optimiert. Für den Flip 4 sprechen ganz klar die sehr günstigen Marktpreise ab rund 70 EUR. 

Teufel Rockster Go: Der Berliner Konkurrent erfreut uns mit einem eigenständigen Design und einem kräftigen Sound. Preislich liegt er aktuell (03. September 2019, Normalpreis 149,99 EUR) exakt auf dem Level des Flip 5. Der Rockster Go hat eine niedrigere untere Grenzfrequenz im Datenblatt (60 zu 65 Hz) und bietet tatsächlich in der Praxis minimal mehr Tiefgang - dafür aber klingt der Flip 5 noch homogener und angenehmer. Der Rockster Go gibt sich aber keinesfalls geschlagen und kokettiert mit seiner breiten, trotzdem realistischen Stereo-Bühne dank Teufel-eigenem, "Dynamore"-System. Zwei Rockster Go lassen sich, wie auch beim Flip 5, zu einem Stereo-Paar verbinden. Überdies besitzt der Rockster Go eine Freisprecheinrichtung, die  beim JBL Flip 5 fehlt. Im Gegenzug ist die Farbauswahl beim JBL Lautsprecher riesig, beim Rockster Go gibt es aber nur eine Farbgebung.Die Akkulaufzeit beträgt auch beim Rockster Go 12 Stunden, der Aufladevorgang dauert viel zu lang (4,5 Stunden beim Rockster Go zu 2,5 Stunden beim Flip 5).

Für lediglich 80 EUR/Stück (knapp 140 EUR Spezialpreis für 2 Dockin D Mate Direct/Stereo-Paar) bietet der Dockin D Mate Direct einen guten Gegenwert fürs Geld. Klanglich sehr direkt und natürlich, ist er kein "Meister der Bässe", sondern fühlt sich stets einer akustisch authentischen Darstellung, sofern das für einen kompakten BT-Speaker möglich ist, verpflichtet. Er agiert gerade im Hochtonbereich überraschend frisch, für seinen Kaufpreis ist er richtig gut. Er bietet Bluetooth 4.2 und sogar satte 25 Watt Verstärkerleistung. Im Gegensatz zum Flip 5 ist Bluetooth inklusive Qualcomm aptX an Bord. Weiterer Pluspunkt ist der mit 6.700 mAH große Akku, der für 16 Stunden Musik sicherstellt, ein sehr guter Wert. 

Fazit

Extrem viel Auswahl bei den Farben, eine unverwechselbare Optik, wasserfest und robust verarbeitet, akustisch gekonnt weiter optimiert: Der preislich fair kalkulierte JBL Flip 5 hat uns überzeugt. Er ist überraschend pegelfest und bassstark, gibt aber auch Stimmen sauber wieder. Die Trennung von Stimmen und Instrumenten gelingt tadellos. Zudem ist es einfach möglich, zwei Flip 5 zu einem Stereo-Paar zu verbinden, auch mehrere JBL Flip 5 kann man überdies im "PartyBoost" Modus zusammen spielen lassen. Die Akkulaufzeit ist mit 12 Stunden auf durchschnittlichem Niveau, das Nachladen dauert 2,5 Stunden, auch das ein durchschnittlicher Wert. JBL hat das Pulver für die ausgezeichnete Akustik verschossen, daher war keines mehr für eine Freisprecheinrichtung übrig. 

Gelungene neue Modellgeneration mit dynamischer, kräftiger Akustik und JBL-typisch hohem Gebrauchswert

Bluetooth-Lautsprecher bis 150 EUR
Test 04. September 2019

Test: Carsten Rampacher, Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 04. September 2019

 

 

 

 

 

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