TEST: Dockin D Mate Direct - Schlicht eleganter BT-Speaker mit natürlicher Klangcharakteristik

Nicht zum ersten Mal findet sich ein Bluetooth-Lautsprecher des Berliner Herstellers Dockin in der Redaktion zum Test ein. Der D Mate Direct ist der direkte Nachfolger des D Mate, soll aber laut den Hauptstädtern ganz in der Tradition des größten und auch erfolgreichsten Lautsprechers des damaligen Start-Ups, dem Dockin D Fine, stehen. Den konnten wir damals genau unter die Lupe nehmen und da erwarten wir uns vom Neuzugang selbstverständlich ebenfalls eine hervorragende Klangperformance. Ein präziser, natürlicher Sound, das schlanke Design, praktische Outdoor-Features und ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis stehen laut Dockin im Fokus des D Mate Direct. Als Einzelgerät ist der Bluetooth-Speaker für 79,95 Euro erhältlich. Mit einem zweiten Lautsprecher lässt sich außerdem ein Stereo-Setup realisieren und wer hier gleich doppelt zuschlägt, erhält das Stereo-Bundle zum vergünstigten Kurs von 149,95 Euro.

Saubere Materialübergänge

Rückseite

Bedienelemente

Beiliegende Kabel

Der D Mate Direct kommt in einer schicken mattschwarzen Verpackung daher, darin befinden sich der Lautsprecher, eine Bedienungsanleitung sowie ein USB-A- zu USB-C-Ladekabel und ein Kabel mit zwei Miniklinken-Anschlüssen für die analoge Direktverbindung mit analogen Musikquellen. Der Speaker macht sofort einen sehr sauber verarbeiteten und hochwertigen Eindruck. Die Stoffbespannung zwischen den beiden gummierten Seitenteilen ist sehr sauber aufgebracht und sämtliche Materialübergänge wirken gleichmäßig. Unschön hingegen ist der strenge Geruch nach Lösungsmittel, der vom Gerät ausgeht.

Hinter dem Stoff verbergen sich zwei 25 mm Treiber, die beide nach vorne abstrahlen. Zwei Passivmembranen gibt es zur Unterstützung des Tieftonbereichs auf der Rückseite. Angetrieben wird von einem 25 Watt Class D-Verstärker. An Bord ist hier auch aptX, um via Bluetooth 4.2 eine Signalübertragung in CD-Qualität zu ermöglichen. Bei der vom Hersteller anvisierten natürlichen und authentischen akustischen Auslegung ergibt dies freilich Sinn. Neben der linearen Klangausgabe gibt es noch einen Bass Boost-Modus. Damit soll der D Mate Direct untenrum etwas kräftiger klingen und insbesondere im Außenbereich die fehlenden und tiefton-fördernden Reflexionen kompensieren. Auch bei niedrigerer Lautstärke oder bei schlecht aufgenommenen Stücken kann man dem Dockin-Gerät so noch ein wenig mehr Fundament entlocken.

Praktisch ist auch, dass der D Mate Direct via USB-C an einen PC angeschlossen werden kann und das Audiosignal digital zum Lautsprecher übertragen wird. Dazu soll es genügen, das beigelegte Kabel mit dem USB-C Anschluss auf der Rückseite und mit dem PC zu verbinden. Nach dem Einschalten des Speakers wird dieser automatisch erkannt und kann in den Wiedergabegeräten in Windows als Standard festgelegt werden.

Anschlüsse

Eingebettetes Dockin-Logo

Der neue Dockin-Lautsprecher ist spritzwassergeschützt und bestätigt dies mit dem IPX6-Zertifikat. Daher sind auch die Anschlüsse mit einer gummierten Abdeckung versehen. Darunter verbergen sich der USB-C Ladeanschluss, ein Miniklinken-AUX-Eingang und ein konventioneller USB-Anschluss vom Typ A, der Ladestrom für Smartphones bereitstellt. Die Kapazität des integrierten Akkus beträgt übrigens 6700 mAh und damit soll der D Mate Direct etwa 16 Stunden Musikgenuss bieten können.

Das Gerät ist 220 x 85 x 85 mm groß und wiegt 825 g. Im Gegensatz zum D Fine ist er als aufrechter Lautsprecher konzipiert, obenauf befindet sich eine gummierte Oberfläche mit Bedienelementen. Darunter der Power-Button, Play/Pause und Lautstärketasten sowie Status-LEDs für den Ladezustand des Akkus. Darüber ist der Pairing-Button für die Verbindung mit einem zweiten D Mate Direct angebracht.

Klang

Bevor wir mit den Klangtestreihen beginnen können, müssen sich Smartphone bzw. Bluetooth-kompatibles Gerät und D Mate Direct zunächst verständigen. Das gelingt absolut problemlos, beim Geräte-Start befindet sich der D Mate Direct automatisch im sichtbaren Modus und kann von anderen Bluetooth-Komponenten gefunden werden. Ein Klick und binnen wenigen Sekunden waren wir mit dem Dockin-Lautsprecher verbunden. Eine Trennung des Geräts kann durch drücken der Play/Bluetooth-Taste für drei Sekunden erfolgen.

Wir starten mit klassischem Rock und lassen D-A-D an Gitarre und Schlagzeug walten. Bereits in den ersten Sekunden von "Sleeping My Day Away" fällt eine sehr klare Wiedergabe auf. Den Fokus auf einen natürlich Klang kann man direkt nachvollziehen. Hier muss man allerdings vorsichtig sein, dass die Mitten nicht etwas überbetont wirken und der Tieftonbereich zu sehr in den Hintergrund gerät. Die Höhen wirken ebenfalls klar und werden bei höherem Pegel nicht unangenehm. Sehr gut gelungen ist die Stimmwiedergabe, mit charakteristischen Zügen  geht der D Mate Direct zu Werke und stellt auch detaillierte Facetten der rauhen Stimme dar. Ausgezeichnet gefällt außerdem das Abstrahlverhalten und die gebotene Räumlichkeit. Man muss nicht direkt vor dem Lautsprecher sitzen, um ein authentisches Bühnenbild zu erhalten.

Bei entsprechendem Einsatz der Bassdrum entfaltet der Dockin durchaus kräftige Punches und Nachdruck. Häufig bleibt dies bei deaktiviertem Bass Boost aber ein wenig zu zurückhaltend und es wirkt, als würde es dem Gesamtgeschehen ein wenig an Fundament mangeln. Dafür kommen sämtliche Strukturen und Elemente sehr präzise und sauber, auch mit hoher Geschwindigkeit hat der Speaker keine Probleme.

Viele sind bei einem Bluetooth-Lautsprecher eine etwas "spektakulärere" Auslegung gewohnt. Dieses Ziel verfolgt der D Mate Direct absolut nicht. Hier wird versucht, möglichst authentisch zu präsentieren. Minimal sind die Audio-Ingenieure hier vielleicht über das Ziel hinaus geschossen. Ein Bluetooth-Lautsprecher in dieser kompakten Größe ist schlichtweg nicht für eine absolut authentische, natürliche Wiedergabe gemacht. Das Klangbild wirkt nicht ganz so ausgewogen und harmonisch, wie wir es von anderen Dockin-Komponenten kennen.

Wie sieht es mit dem Bass Boost aus? Den Bass Boost aktiviert man mit gleichzeitigem Drücken der + und - Tasten für etwa drei Sekunden. Mit der Anhebung des Tieftonbereiches geht auch eine Erhöhung des generellen Lautstärkepegels einher und so geht der Modus auch geringfügig auf Kosten der Akkulaufzeit. Der Bassbereich ist hier intensiver und haucht dem Klanggeschehen mehr Leben und Dynamik ein. Eine ganzheitliche Änderung gibt es aber nicht, Mitten und Höhen bleiben weiterhin klar und im Fokus. Natürlich kommt es auch auf das Quellmaterial an. Bei einer besseren Aufnahme von "Grow or Pay" kann der D Mate Direct sein Potential deutlich besser entfalten und kommt mit satten Bass-Schlägen sowie harmonischen und dazu stimmigen Mitten und Höhen daher. Exzellent gefallen hier die Gitarrensoli, die Stahlsaiten sind unverkennbar und sogar das leichte Nachschwingen der Saiten bleibt hörbar.

Aufpassen muss man ein wenig mit der Maximallautstärke. Prinzipiell liefert der D Mate Direct durchaus Power, um kleinere Räume souverän zu beschallen. Allerdings muss man im Single-Betrieb hin zum Maximalbereich aufpassen, da es dann schon mal zu Verzerrungen kommen kann. Insbesondere dann, wenn man hier den Bass Boost zuschalten möchte, dieser zieht ja eine Pegelanhebung zwangsläufig nach sich. Bis hin zu den Lautstärkebereichen, in denen Verzerrungen auftreten, bleiben die charakteristischen Eigenschaften allerdings unbeeinflusst.

Der Gesang von Mine sollte unserer Meinung nach für den D Mate Direct perfekt geeignet sein. Und erwartungsgemäß zeigt der Lautsprecher hier Stärke. Die Stimmwiedergabe ist begeisternd und auch die elektronischen Klänge im Hintergrund weiß der Lautsprecher sehr authentisch zu meistern. Hier klingt auch ohne Bass Bost die Gesamtheit stimmig, mit dichter Atmosphäre und sehr guter Räumlichkeit. Wer es kräftiger mag, kann aber hier bedenkenlos auch zum Bass Boost greifen und holt noch etwas mehr Punch und Sattheit heraus. Allerdings sollte, insbesondere wenn die Klangkulisse sehr komplex ist, dann die Lautstärke 75% nicht übersteigen.

D Mate Direct als Stereo-Setup

Ebenfalls prädestiniert sind die Tracks der beiden Österreicher "Seiler und Speer". Bei "Soits lebn" und "Ham kummst" gefällt der D Mate Direct wieder mit sehr sauberer Darstellung der Stimmen, aber auch der Gitarren. Der grundsätzlich dezente Einsatz des Schlagzeugs kommt dem Lautsprecher entgegen, zudem agiert er sehr präzise und flink. Hier wirkt die Kulisse insgesamt ausgewogen, lebendig und mitreißend.

Wir nehmen dies zum Anlass, einen zweiten D Mate Direct zu koppeln. Das Pairing erfolgt ohne Probleme. Zunächst wird der erste D Mate Direct per Bluetooth mit dem Zuspieler verbunden, danach drückt man die Pairing-Taste für drei Sekunden am verbundenen Lautsprecher, danach für drei Sekunden die Pairing-Taste des zweiten D Mate Direct. Das Koppeln dauerte in unserem Fall etwa fünf Sekunden, kann aber wohl bis zu einer Minute dauern. Die erfolgreiche Verbindung wird durch das dauerhafte Leuchten der beiden Bluetooth Status LEDs angezeigt. Lautstärke und Änderung des Pegels werden dabei bei beiden Geräten übernommen. Die Komponente, mit der das Smartphone verbunden ist, ist immer der linke Kanal, ändern kann man dies nicht. Drückt man einen Pairing Button erneut für drei Sekunden wird die Kopplung vorübergehend deaktiviert.

Der Benefit ist sofort erkennbar. Insbesondere die Räumlichkeit profitiert, aber auch die Staffelung und Breite der Bühne steigert sich eklatant. Die Stimmen stehen zentral und auch die Instrumente können gut lokalisiert werden. Natürlich ist so auch ein deutlich höherer Pegel möglich. Mit der Wahl des entsprechenden Genres und durch die höhere Pegelfestigkeit im Paarbetrieb können die angesprochenen negativen Punkte hier beinahe vollständig ausgemerzt werden. Der D Mate Direct wirkt beinahe wie für das Stereo-Setup gemacht. Ein ausgewogenes, harmonisches und kraftvolles Klangbild, dass durchaus schwunghafte Lebendigkeit versprüht, aber insgesamt sehr authentisch bleibt. Auch eine zeitliche Verzögerung können wir nur minimal, wenn überhaupt, beobachten.

Natürlich haben wir uns auch mit der Freisprecheinrichtung auseinander gesetzt. Der Dockin-Lautsprecher sorgt für eine sehr solide Sprachausgabe, die im Vergleich mit einem Smartphone lediglich ein wenig gedämpft wirkt. Auf beiden Gesprächsseiten gab es keine Verzerrungen oder störende Knackser. Beim Empfänger macht es ein wenig den Eindruck, als würde der Gesprächspartner, der mit dem D Mate Direct tefeloniert, aus einiger Entfernung sprechen. Insgesamt aber eine sehr gute Leistung ohne essentielle Schwächen.

Fazit

Der Dockin D Mate Direct verfolgt ein interessantes Konzept. In der Pressemitteilung wurde dies mit dem Hinweis auf eine natürliche Auslegung bereits angedeutet. Dass der Lautsprecher des Berliner Unternehmens dies aber derart konsequent verfolgt, damit hätten wir im Bereich der kompakten Bluetooth-Speaker nicht gerechnet. Wer sehr viel Wert auf Authentizität und insbesondere eine hervorragende Stimmwiedergabe legt und nichts von den grundsätzlich etwas lebhafter ausgelegten Abstimmungen von den übrigen BT-Lautsprechern am Markt hält, ist hier perfekt aufgehoben. Feindynamische Meisterleistungen darf man allerdings auch hier nicht erwarten, das obliegt schon der Größe und der drahtlosen Signalübertragung via Bluetooth - und vielen wird es ein wenig an Spektakel mangeln. Das lässt sich zwar mit zugeschaltetem Bass Boost herauskitzeln, allerdings darf man es dann mit dem Pegel nicht übertreiben. Für den aufgerufenen Preis handelt es sich aber zweifellos um einen ausgezeichneten Bluetooth-Lautsprecher. Zudem können wir die Kopplung mit einem weiteren D MATE DIRECT ausschließlich empfehlen. Dann muss man auch nicht zu sehr auf den Maximalpegel achten, da die Komponenten gemeinsam natürlich deutlich lauter aufspielen. Im Paarbetrieb lassen die Dockin-Lautsprecher für knapp 150 Euro kaum Wünsche offen. Wir sind nicht ganz sicher, wie hoch der Bedarf in der Nische ist, die der D Mate Direct als Einzel-Lautsprecher besetzen möchte. Uns haben die Vorgänger, die auch bereits über eine klar natürlichere Abstimmung verfügten als die Konkurrenz, zumindest im Alleingang besser gefallen. Nichtsdestotrotz ist, wie bereits erwähnt, der D Mate Direct ein sehr guter Bluetooth-Speaker mit sehr natürlicher akustischer Abstimmung. Und wenn man die schiere Masse an Produkten in diesem Markt bedenkt, ist es vielleicht gar nicht so übel, dass man hier einen eigenen Weg beschreitet.

Schlichter, eleganter Bluetooth-Lautsprecher mit Fokus auf eine natürliche und klare Klangwiedergabe

09.04.2019

Test: Philipp Kind
Bilder: Sven Wunderlich
Datum: 09.04.2019

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