CES 2019: XXL-Bericht zum Hisense-Stand mit ULED XD, 75 Zoll 8K-TV und MicroLED-Wall

Zahlreiche Neuheiten und Innovationen brachte Hisense mit auf die CES, von neuen Displaytechnologien, Bildverarbeitung mit künstlicher Intelligenz und 8K-TVs bis hin  zur 2019er Variante des Vidaa U Betriebssystems. Fangen wir der Reihe nach an, lassen Sie sich überraschen, wie vielfältig der Auftritt der Chinesen auf der Messe in Las Vegas war.

ULED XD

Hisense präsentierte auf der CES mit ULED XD eine neue Displaytechologie. Zunächst klingt das, was Hisense hier realisiert hat, merkwürdig:  Ein 1080p Panel für die Graustufen wird in Sandwich-Bauweise zwischen das 4K RBG VA-Hauptpanel und das LED-Backlight „eingepflanzt“. Hisense verspricht sich von dieser Maßnahme den höchsten Dynamikumfang, den es je bei LCD-basierten Display-Lösungen gegeben hat. Keine andere vergleichbare Technologie, so argumentieren die Chinesen, kann diese Detailtreue, diese Farbpräzision und diese feinen Helligkeitsabstufungen bieten. 

Zwei Panels in Sandwichbauweise: Ein 4K RGB Panel und ein 1.080er Panel für die Graustufen 

Das 1.080p Panel für die Graustufen hat nur die Aufgabe, den Dynamikumfang, z.B. in einem Bild mit sehr hellen und sehr dunklen Bildanteilen, zu steigern. Auch die schwarzen Bildbereiche werden vom Panel für die Graustufen mit einem tiefen Schwarz versehen. Man kann dieses zweite Panel sozusagen als „Local Dimming“ Maschine verstehen – bezogen auf die 1.920 x 1.080 Pixel Auflösung des Graustufen-Panel könnte man dann schon von einem sehr präzise steuerbaren Backlight sprechen. Die auf der CES 2029 gezeigten ULED XD TVs erzielen Helligkeitswerte von maximal 2.900 Nits.

Keine Einbrenneffekte bei ULED XD

Hisense gibt als weiteren Vorzug von ULED XD an, dass es im Gegensatz zu OLED-TVs mit selbstleuchtenden Pixeln nicht zu störenden Einbrenneffekten kommen kann.

Insgesamt, so kann man es formulieren, ist ULED XD wohl, was Detailkontrast und Schwarzwert angeht, eine Alternative zu MicroLED (extrem kleine selbstleuchtende LED-Module). Natürlich kann ULED XD nicht diese Freiheit wie Micro LED von Samsung bieten. Durch den modularen Aufbau kann die Samsung-Lösung es ermöglichen, dass man sozusagen die Display-Größe des eigenen TVs selbst bestimmen kann. Es gibt keine fixen Panel-Größen mehr in der MicroLED-Zukunft, sondern die gezeigten Inhalte werden von den MicroLED-Displays entsprechend angepasst. Aber die Hisense-Lösung bringt bei der Präzision bei der Schwarz- und Grauwiedergabe, bei der Darstellung unterschiedlicher Helligkeitsverhältnisse und beim Schwarzwert zu deutlich geringeren Produktionskosten gute Ergebnisse.

Leuchtende, satte Farben beim Micro LED-Prototypen

Top Schwarzwert

146 Zoll Diagonale

Übrigens: MicroLED-TVs sind bei Hisense zusätzlich auch in der Entwicklung und ein Prototyp eines MicrolED-TVs stand ebenfalls auf der CES. Er misst 146 Zoll, hört auf den Namen „Adonis MD“ und besteht aus mehr als 10 Millionen ultrakleiner MicroLEDs. Der Adonis MD hat einen Pixelabstand von  0,833 mm und hat beim ersten kurzen Hinschauen durch ein farblich sehr lebendiges Bild und durch einen tiefen Schwarzwert überzeugt.

8K TV in 75 Zoll

Sehr hohe Plastizität

Nun haben wir uns eingehend mit ULED XD befasst – was spricht Hisense denn beim Thema 8K? Hier machen die Chinesen deutlich weniger „Wind“ als andere Hersteller wie Sony oder Samsung zum Beispiel. Auf der CES fand sich ein 8K TV in 75 Zoll, den wir auch bereits auf der IFA 2018 in Berlin, vermutlich in einem früheren Stadium, betrachten konnten. Die Familienähnlichkeit des 8K TVs zur ULED-Baureihe 9 sticht sofort ins Auge, und auch die Ausstattung dokumentiert, dass wohl die ULED-Baureihe 9 hier Pate stand.  Vermutlich wird dann auch der 75 Zoll 8K-Hisense TV mit der neuesten VIDAA-Betriebssystems-Variante ausgestattet sein. Die meisten 2019er Hisense-TVs laufen unter dem VIDAA U3 AI Betriebssystem. Was ist noch zu dem 8K-TV bekannt? Hisense spricht von einem extrem exakten Local Dimming mit nicht weniger als 5.376 lokalen Dimming-Zonen.  Der „8K Super Resolution Upscaler“ ermöglicht ein erstklassiges Upscaling von niedriger auflösenden Bildinhalten auf die native 8K-Panelauflösung.  

Hi-View Pro Engine

Mit an Bord ist zudem das „Hi-View Picture Enhancement“. Dieses neue Feature haben auch zahlreiche 4K-Modelle des Jahrgangs 2019. Bezogen auf die 4K-Modelle war diese neue Engine speziell für die nativen 4K 60 Hz Panels entwickelt worden. Kontinuierlich wird die Bildqualität analysiert und optimiert, vom eingehenden bis zum ausgehenden Signal. Eine pixelgenaue Analyse jedes Moments sei auf diese Art und Weise gegeben, argumentiert Hisense. Die Chinesen versprechen die „klarsten Bilder und die geschmeidigsten Bewegungen in der jeweiligen Klasse“.

Hohe Blickwinkel-Stabilität

Mehr als 5.000 Dimming-Zonen

Wir fügen an dieser Stelle kurz unsere Bildeindrücke zum Hisense 8K TV ein. Mitte 2019 wird der TV auf dem chinesischen Markt gebracht und gefällt, wie auch zahlreiche Modelle der Konkurrenz, mit einer sehr hohen Blickwinkelstabilität. Auch wenn man schräg vor dem TV sitzt, erkennt man das volle Farbspektrum und feine Helligkeitsabstufungen. Der 8K TV hat ein sehr ruhiges und farblich facettenreiches Bild – das lässt sich zum Beispiel beim Kolosseum in Rom sehr gut erkennen. Jeder Stein wird nicht nur extrem scharf, sondern auch natürlich und authentisch erfasst. Der Trevi-Brunnen, ebenfalls in Rom, und der Petersplatz vor dem Petersdom im Vatikan kommen sehr plastisch, aber nicht unangenehm synthetisch und künstlich überschärft zur Geltung.

Der „Mittendrin“-Effekt ist hier sehr gut spürbar, und es fällt schwer, sich wieder von den Bildern zu lösen. Gleichbleibende Bildschärfe bis in die hintersten Ebenen ist selbstverständlich auch gegeben, was man z.B. gut bei Dörfern an der Mittelmehrküste erkennen kann. Die Wasseroberfläche sieht zudem ebenfalls extrem realistisch aus. Die kleinen Boote, die im Hafen liegen, kommen mit klarer Kontur heraus., Insgesamt präsentiert der Hisense 8K diese Bilder allesamt mit einer großartigen Panorama-Wirkung, sehr intensiv und ausgesprochen dynamisch bis ins Detail. „Epic Europe in 8K“ ist das Thema beim Quellmaterial, auch die Kapellbrücke in Luzern am Vierwaldstätter See ist im Demo-Film enthalten und erstrahlt in ihrer vollen Schönheit. Auch beim Luzern-Bild fällt wieder die sehr lebendige und zugleich genaue Farbwiedergabe auf.

Niemand hätte es noch vor 5 Jahren gedacht, dass Hisense eine so überzeugende Bildgüte realisieren kann. Klar, das Quellmaterial ist perfekt auf den TV zugeschnitten, aber trotzdem muss man eine so hohe und authentische wirkende Farbbrillanz erst einmal technisch realisieren können. Natürlich hat 8K schon prinzipiell ein hohes Faszinationspotential, ohne Frage – aber Hisense hat hier wirklich einen bis ins Detail gefälligen Bildeindruck geschaffen. Warten wir ab, wann der Hisense 8K TV auch in Deutschland kommt, und dann wird die entscheidende Frage sein, wie gut er niedriger auflösende Inhalte auf die native Displayauflösung hochrechnen kann, denn momentan finden sich kaum 8K-Inhalte. Noch etwas zum Schluss: Farbverfälschungen auf den Fotos liegen an der jeweiligen Aufnahme mit der Kamera und nicht an etwaigem Unvermögen des Hisense 8K TVs.

Beauty Pro Engine

Zum schon erwähnten Hi-View-Picture Enhancement gruppiert sich noch die “Beauty Pro Engine“. Sie kümmert sich um Kontrastverhältnis, Farbwiedergabe und Rauschunterdrückung. Die neueste Generation mit einem weiter entwickelten Bildqualitäts-Prozessor und einem Timing-Controller, schleust jedes Einzelbild durch ein Arrangement von nachhaltig arbeitenden, vielschichtigen Prozess und Rauschen und Flimmereffekte zu reduzieren, und um den dynamischen Kontrast und die Farbwiedergabe zu verbessern. Laut Hersteller repräsentiert die Beauty Pro Engine die Zukunft von Hisense Premium-Display-Produkten.

PQ AI

Künstliche Intelligenz ist eines der Schlagworte bei 2019er Hightech-TVs, auch bei Hisense. Hier gibt es die „Automatic Scene Adaption Technology“, die automatisch per künstlicher Intelligenz Bild- und Tonqualität bei jeder Art von Quellmaterial optimiert.  Die Artificial Intelligence-Technology von Hisense erkennt sofort das eingehende Videosignal, und regelt dann Bild- und Tonparameter in perfekter Abstimmung aufs jeweilige Material nach.

Google Assistant integriert sowie hochwertige Mikrofontechnik mit vier Mikrofonen für beste Stimmerkennung aus jeder Position im Raum heraus

Auch Amazon Alexa wird integriert

Android-basiert

Das aktuelle 2019er VIDAA U3 AI Betriebssystem erlaubt auch die Einbindung von Amazon Alexa und Google Assistant. Viel Wert legt Hisense zudem auf hochwertige Mikrofone, die in einem großen Arbeitsfeld operieren können. Ganz gleich, wo man steht, der TV versteht dank der integrierten Lösung mit 4 Mikrofonen jedes Wort sofort.

2019er Line Up

"Premium" heißt für Hisense auch 2019 "ULED" mit Quantum Dot-Panels

U9F in 75 Zoll

Relativ hohe Bautiefe wegen Direct LED

Detail am Fuss

Was kommt in den USA an neuen 4K ULED-TVs? Hier zu nennen wäre der Android-basierte U9F, mit mehr als 2.000 Nits maximaler Helligkeit und Kompatibilität zum dynamischen HDR-Standard Dolby Vision. Alle neuen, weiter oben beschriebenen Features inklusive AI sind bei dieser Serie an Bord. Der U9F in 75 Zoll z.B. hat ein natives 120 Hz Panel und mehr als 1.000 lokale Dimming-Zonen.

Hisense R8 mit Roku TV

Hier bei der Bildwiedergabe

Darunter rangiert die Q9 Baureihe, die es bei 1.000 Nits maximaler Panelhelligkeit belässt und auf Android TV basiert. Weiter neu kommt der Hisense Roku TV R8 (4K-TV), der 600 Nits maximale Helligkeit ermöglicht und mit Dolby Vision sowie mit Dolby Atmos ausgestattet ist. Roku TV ist ein spezielles Streamingverfahren für zahlreiche stark nachgefragte Streamingdienste . Roku Devices geben den Zugang zu mehr als 4000 kostenlosen und kostenpflichtigen Streaming-Kanälen. Roku TV ist bislang nicht in Deutschland erhältlich.

Auch, wenn wir die ULED-TVs des Hauses für visuell talentierter halten:  Auch beim Thema Laser TV präsentierte Hisense auf der CES den Stand der Technik im neuen Modelljahr. Nun heißt das Device „4K Smart TriChroma Laser TV, Typ 100L7T (mit Harman Kardon-Soundsystem), und das „TriChroma“ kommt von der separaten Behandlung der drei Grundfarben rot, blau und grün. Mittels der X-Fusion Laser Light Engine werden die drei unabhängigen Laser für die Produktion der drei Grundfarben vereint. Auf diese Weise können 96,6% der ITU-R-Empfehlung BT.2020 für den Farbraum erreicht werden. Ein TI DLP®-Chip ermöglicht eine rasende Bewegungsgeschwindigkeit mit einer Bildwiederholfrequenz von 32 Mikrosekunden für 8,3 Millionen Pixel.

Ebenfalls neu ist der extrem dünne LED-TV Hisense Sonic One. Es handelt sich hierbei um einen Fernseher, der an seiner tiefsten Stelle nur 2,8 cm misst. Damit die Lasutsprechertechnik nicht die Bautiefe in die Höhe treibt, kommen besonders flach bauende piezoelektrische Lautsprecher zum Einsatz, ähnlich wie bei Sonys „Acoustic Surface“ Technik.

Special: Carsten Rampacher
Fotos: Oksana Fritz, Carsten Rampacher
Datum: 15. Januar 2019

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