XXL-TEST: LG OLED65E7V – Premium-Design, Vollausstattung und visuelles Kino-Feeling

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LG setzt voll auf OLED – und auf Flat-TVs. Die Ära „Curved“ ist bei den Südkoreanern ebenso vorbei wie die Ära der 3D-Wiedergabe. Mit einem großen OLED-Portfolio startet man aktuell durch: Sattes Schwarz, dynamische Farben, eine große Vielfalt an darstellbaren HDR-Formaten und eine gediegene Akustik sollten LGs OLED-Modelle auszeichnen. Grund genug für uns, einem aktuellen LG-OLED einmal „auf den Zahn“ zu fühlen. Gelingt eine vortreffliche Synthese aus Noblesse, Ausstattungsvielfalt, Bildstärke und akustischer Qualität?

Auf welches Modell fällt unsere Wahl? Wir testen den LG OLED65E7V, der bei 5.999 EUR unverbindlicher Preisempfehlung liegt und ist alternativ noch in 55 Zoll erhältlich ist (OLED55E7N). Der Ultra HD-OLED-TV in Flat-Ausführung ist mit umfangreicher HDR-Kompatibilität (Dolby Vision Hybrid Log Gamma/HLG, HDR10,) ausgestattet. Dank des LG-eigenen „Active HDR“ wird die HDR-Bildgüte in jeder Szene erneut optimiert, bei jedem Standard. Mit der „HDR Effekt“ Schaltung gibt es ferner eine Möglichkeit, aus SDR-Content einen HDR-ähnlichen Bildeffekt zu generieren. Der Südkoreaner begeistert sogar aus akustischer Sicht mit Dolby Atmos-Kompatibilität. Für Flexibilität beim TV-Empfang zeichnet sich der Dual Triple Tuner verantwortlich. „Perfect Color“ garantiert eine überragende Farbwiedergabe. 

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Seitlich: 3 x HDMI, USB 3.0, CI+Slot

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Hinten: LAN-Schnittstelle, Tuner-Anschlüsse, 2 x USB 2.0

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Anschlüsse in der Gesamtübersicht

An Anschlüssen finden sich neben dem obligatorischen WLAN-Modul insgesamt 4 x HDMI, ein AV in/Component in/PC Audio, Eingänge für den DVB-S2/DVB-C/DVB-T2 Twin Tuner, 2 x USB 2.0, 1 x USB 3.0, ein digitaler optischer Ausgang sowie ein 3,5 mm Kopfhörerausgang. Insgesamt eine normale Bestückung, es fehlt nichts, es wird aber auch nicht mehr geboten, als die Kontrahenten offerieren. Der LG OLED findet sich im Übrigen in der Energie-Effizienzklasse A wieder, im Standby-Betrieb werden nur 0,3 Watt aufgenommen, im Betrieb sind es 154 Watt. 

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Rückseite aus Acrylglas

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Optisch schick integriertes Soundsystem

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Standfuß im Detail

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Rahmen im Detail

Extrem gut gefallen uns Optik und Verarbeitung des Hightech OLED-Ultra HD-TVs. Um den eigentlichen Screen legen die Südkoreaner noch einen schmalen Acrylglasrahmen, der den noblen Gesamteindruck weiter verstärkt. Genau genommen sieht das Konstrukt nur von vorne wie ein Rahmen aus. Wer den 65E7V von hinten in Augenschein nimmt, stellt fest, dass die ganze Rückseite aus Acrylglas gefertigt ist, das an den Rändern leicht übersteht. LG nennt diesen Style „Picture-on-Glass“ und spricht von einem „vollkommenen Kunstwerk“. Sehr elegant wurde auch das wie eine schmale Soundbar unter dem Fernseher liegende 4.2-Lautsprechersystem mit 60 Watt Gesamtleistung integriert.

Die silbernen, prägnanten Rippen verdeutlichen, dass LG stolz auf eine komplett eigene Formensprache sein kann – früher kannte man so ausgeklügeltes, gekonntes Design eher von Loewe oder Bang & Olufsen. Nun also LG – und dass der 65E7V ein Designer-Stück ist, verdeutlicht auch die Rückseite und die extrem geringe Bautiefe. Da sie keine separate Hintergrundbeleuchtung benötigen, kann man OLED-TVs besonders flach gestalten. Zum noblen Ultra HD-OLED passt auch die im Lieferumfang enthaltene Fernbedienung.  

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Magic Remote

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webOS 3.5

Sie liegt sehr gut in der Hand und sieht schick aus. Allerdings fehlt eine Beleuchtung, diese ist zum Beispiel bei der noch hochwertigeren, aber etwas konservativer wirkenden Fernbedienung bei Panasonics Top-TVs vorhanden. Auf der Magic Remote finden sich Tasten für den direkten Zugang zu Netflix und Amazon Prime Video. „Magic Remote“ heißt die Fernbedienung, weil man sie, ähnlich wie z.B. den Controller der Nintendo Wii Spielekonsole, wie eine „Air-Mouse“ einsetzen. Nach kurzer Eingewöhnungszeit „fliegt“ man recht zielgerichtet über den Bildschirm. Auch innerhalb der Menüs kann man sich so fortbewegen, man muss es aber nicht. es ist auch möglich, sich auf normale Weise Step by Step durch die Menüs zu schalten. Der LG agiert mit fast untadeliger Betriebssicherheit und braucht nur eine Kurze Zeit zum Hochfahren wenn man ihn einschaltet. 

Fazit: LG stellt eine besonders hoch entwickelte Navigationseinheit in den Fokus der „Magic Remote, mit der man den wie gewohnt mit webOS (in der Version 3.5) als Betriebssystem arbeitenden OLED gut steuern kann. LG war einer der ersten, wenn nicht der erste Hersteller, der es ermöglichte, mittels von Widgets in Leistenform unten im Bildschirm direkt aus dem Live TV-Betrieb z.B. zu YouTube oder anderen Apps zu wechseln („Launcher Bar“).

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Bild-Menü

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Zahlreiche Bildprogramme für SDR-Content. Die Auswahl bei HDR-Inhalten unterscheidet sich

Wie sieht es ansonsten mit der Übersichtlichkeit aus? Alle Menüs, auch die für die Einstellungen, sind klar gegliedert. Natürlich gibt es einen Einrichtungsassistenten.

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Los geht es

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Standort und Sprache

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Wo steht der TV?

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Herstellen einer Netzwerk-/Internet-Verbindung – bei LG sehr wichtig und gleich am Anfang des Assistenten

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Wie wird das übertragende TV-Signal empfangen?

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Wahl des Tuners

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Einstellart des verwendeten Satelliten

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Überprüfen der Satelliteneinstellungen

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Satelliten-Sendersuche

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automatische Einstellung ist abgeschlossen

Im Einstellungsmenü finden sich Bild, Ton, Sender, Netzwerk, Allgemein, Sicherheit und Barrierefreiheit. Zu jeder Funktion gibt es erläuternde kurze Hilfetexte. Es gibt im Bild-Menü zahlreiche vordefinierte Bildfelder. Heraus ragen die ISF „Experte“ Bildfelder für den Betrieb des TVs bei Tag oder Nacht. Des Weiteren stehen zur Verfügung: Lebhaft, Standard, Sparmodus, Kino, Sport, Spiel, HDR-Effekt (für eine Quasi HDR-Darstellung, anzuwählen sind: schwach, mittel, stark).

Wird HDR-Content wiedergegeben, stehen folgende Modi zur Verfügung: Lebhaft, Standard, Kino-Home, Kino (sehr empfehlenswert – aber am besten wirklich im abgedunkelten Raum verwenden!) und Spiel. 

Besondere „Spezialitäten“ finden sich im Bild-Submenü „Experteneinstellungen“. Dynamischer Kontrast, Super Resolution, der Farbumfang, ein Kantenschärfer, ein Farbfilter (für die RGB only-Darstellung), eine Justagemöglichkeit für den Gammawert, ein Weißabgleich sowie das Farbverwaltungssystem (pro Farbe einstellbar: Sättigung, Farbton, Leuchtdichte) kann man anwählen. In den Bild-Optionen gibt es noch mehr zu tun: Die globale Rauschunterdrückung, eine MPEG-Rauschunterdrückung, die Justage des Schwarzwertes, die Betriebsart „Echtes Kino“, die automatische Helligkeitsregelung, die Frame Interpolation „TruMotion“ (mit verschiedenen Modi: Klar, Flüssig und Benutzer. Bei „Benutzer“ kann man „Entruckeln“ und „Schärfen“ selbst justieren. Übrigens: Es sind spezielle Hintergrundbilder, auch mit „Bilderrahmen“, am Bord, so dass man den E7V tatsächlich wie ein Kunstwerk aussehen lassen kann. 

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Ton-Menü

Auch im Ton-Menü ist nicht alles wie sonst: Dolby Atmos ist hier zu aktivieren – man glaubt es kaum, aber selbst damit ist LGs Hightech-OLED ausgestattet. Der „Smart Sound Modus“ stellt den Ton automatisch anhand des Inhaltstyps passend ein. Man kann alternativ auch manuell zwischen verschiedenen Surround-Betriebsarten wählen: Standard, Kino, Klare Stimme, Sport, Musik sowie Spiel. 

Unter die Rubrik „Spielerei“ fällt das „Magic Sound Tuning“. Mit der Magic Remote kann die Raumakustik bestimmt werden, die Klangwiedergabe des LG-OLEDs kann dann nach diesem Einsatz entsprechend optimiert werden. Man findet die Modi „Standard“, „Bass“ und „Höhen“. 

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Wer die Eingangs-Taste auf der Magic Remote (zwischen Netflix und Amazon Direktwahltaste) drückt, erhält dieses Menü

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EPG

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Zugriff aufs NAS-System im Heimnetzwerk

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Natürlich hat auch LG einen „Content Store“, hier kann man sich neue Apps herunterladen

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Gang und gäbe heutzutage: Oft finden sich neue Firmware-Versionen, die man herunterladen sollte

Der E7V ist hervorragend verarbeitet, er sieht glänzend aus und besticht durch die hochwertige sowie umfangreiche Ausstattung. Nun überprüfen wir, wie sich der OLED-UHD-TV im Bild- und Ton-Test schlägt. 

Bild und Ton
720p DVB-S2-Tunersignale mit dem Programm „ISF Day“

In den Testreihen hat uns der Tuner ebenso überzeugt wie das ISF „Day“ Bildprogramm. Beim Ersten Deutschen Fernsehen (ARD) in 720p Auflösung gefällt der 65E7V mit plastischem sowie sehr angenehmen Bild. Schon, wenn es nicht komplett dunkel ist, fällt der hervorragende, OLED-typisch tiefe Schwarzwert auf. Das Bild steht stabil und präsentiert sich aus farblicher Sicht als sehr dynamisch. Dass LG sehr viel Erfahrung – mehr als jeder andere Hersteller – mit der OLED-Technologie hat, beweist die Rauscharmut des Panels. Diese wird vom ebenfalls nur sehr gering ausgeprägten Rauschverhalten des Tuners im DVB-S2 Betrieb sinnvoll ergänzt. Auch große einfarbige Flächen stellt der LG exzellent dar: Sattes Rot kommt strahlend und mit hoher Reinheit heraus, leichtes Rauschen sieht man nur manchmal in blauen Flächen. 

Ultra HD Blu-ray: Independence Day – Die Wiederkehr

Kann der 65E7V aus visueller und akustischer Sicht bei „Independence Day – Die Wiederkehr“ mit Dolby Atmos-Tonspur überzeugen? Wir sind zunächst sehr erfreut, wie gut die Akustik ist. Im Bassbereich tut sich nicht enorm viel, aber ansonsten punktet der LG-OLED mit räumlich klarer Wiedergabe (Dolby Atmos aktiviert, Soundprogramm „Kino“). Die regen Ereignisse mit dem schwierigen Andock-Manöver auf dem Mond, der Music Score und auch der Albtraum des EX-US-Präsidenten gleich zu Anfang: Akustisch liefert der LG eine ausgezeichnete Performance. Bei hochwertigen TV-Geräten gehört demnach auch eine gelungene Akustik zum Gesamtkonzept. Das haben auch der Panasonic TX-65EZW1004 und der Sony Bravia A1 schon unter Beweis gestellt. 

Visuell ist der LG OLED 65E7V bei HDR-Material am Tage am besten im Modus „Standard“ zu betreiben. Dann kann der volle Umfang, auch mit zahlreichen Kontrastdetails, wahrgenommen werden. Einzelheiten an der Mondstation und an der Mondfähre sowie die Hautoberfläche der Akteure auch in den Szenen, die wenig Licht enthalten – kein Problem, wenn „Standard“ als HDR-Bildmodus aktiviert ist. Auffällig ist, wie ungemein plastisch das Bild ist. Beispiel: Zwei Protagonisten unterhalten sich im Bildvordergrund. Es ist sensationell, wie klar der LG hier die verschiedenen visuellen Ebenen auseinander differenziert und eine tolle Bildtiefe generiert. Im 13. Kapitel, als der Lichtstrahl aus dem Alien-Raumschiff auf die Wasseroberfläche trifft, schafft der LG OLED ein weiteres Mal das Kunststück, ein Bild, das ungemein dreidimensional erscheint, auf den Screen zu bringen.

Die Vorzüge von HDR10 Material bringt der OLED auf jeden Fall sehr gut heraus. Die maximale Helligkeit reicht für die meisten praktischen Anwendungen aus – natürlich sind moderne LCD-TVs deutlich heller, dafür aber produzieren sie kein Bild mit einem so hohen „Kino-Faktor“ wie ein OLED. Das zeigt uns: Ähnlich, wie es früher beim „Duell“ Plasma gegen LCD war, so verhält es sich heute mit OLED versus LCD. OLEDs mit ihren selbstleuchtenden Pixeln schaffen ein ungemein authentisches Bild, das im von vielen Fans geliebten Film-Look erscheint und sehr charismatisch wirkt. Extrem scharf, hell, und enorm rauscharm – diesen Look kreieren moderne Hightech-LCDs.

Demnach ist es letzten Endes eine Geschmacks- und eine Nutzungsfrage, ob man sich für einen LCD oder einen OLED entscheidet. Wer oft auch am Tag Filme und Sendungen anschaut, nimmt besser einen LCD, wer meist abends schaut und auf eine exzellenten Film-Look und ein sehr augenfreundliches Bild Wert legt, greift zum OLED. 

Ultra HD Blu-ray „San Andreas“, Kapitel 5 und folgende

Die Ultra HD-BD von „San Andreas“ ist aus qualitativer Sicht kein Maßstab. Wir wollten daher überprüfen, was der LG OLED bezüglich der Bildgüte und der Akustik aus der Disc herausholen kann. Wir haben diesmal im abgedunkelten Raum gecheckt und den „Kino“ HDR-Bildmodus für die Darstellung des HDR10-Contents verwendet. Mit einer räumlich gut strukturierten Wiedergabe punktet auch die Akustik der 4.2 Soundbar. Die Fluggeräusche des Helikopters kommen gut heraus, tonal wirken sie nur etwas zu hell. Wird der E7V im abgedunkelten Raum betrieben, ermöglicht er einen überragenden Detailkontrast. Die Trümmerwüste nach dem verheerenden Erdbeben stellt er facettenreich dar.

Das Innere des Hubschraubers mit den gesteppten Verkleidungen kommt scharf zur Geltung. Die sehr gute Zwischenbildberechnung sichert stets eine stabile Bewegungswiedergabe. Nur ganz selten ist leichtes Ruckeln zu sehen. Als der Helikopter davonfliegt und der Blick nochmals kurz auf das zerstörte Los Angeles fällt, begeistert uns der LG einmal mehr mit seinem plastischen Bild, das überdies viel Kino-Feeling durch die Farbgebung sowie die augenfreundliche Helligkeit versprüht. Als ray nach der Rettung seiner Frau einen weiteren Notruf von seiner Tochter Blake  bekommt, wird Blakes Gesicht scharf und detailreich, trotz der geringen Helligkeit im Bild, präsentiert.

Klanglich schafft der LG-OLED wirklich Erstaunliches, auch herumfliegende Trümmerteile oder niederbröselnder Staub wird räumlich lebendig präsentiert: Akustik und Bild gehen somit eine überraschend gelungene Verbindung ein, in der auch die Einarbeitung des Music Scores gekonnt geregelt wird. Deutlich zeigt der E7V die Vorzüge von HDR-Material: Feine Grauabstufungen sind gut erkennbar, wirken immer natürlich und nie synthetisch-übertrieben. Die Bildebenen modelliert der OLED in allen von uns betrachteten Sequenzen akkurat auseinander. Das Chaos mit herumfliegenden Papierzetteln und die herumstehenden Notebooks gibt der LG zu Beginn des 6. Kapitels sehr gut wieder.

Das große Panorama zum Start von Kapitel 8 beweist ein weiteres Mal: Der E7V ist ein Meister der plastischen Bildwiedergabe. Das durch die Luft fliegende Sportflugzeug wird mit klaren Konturen, ohne störendes Ringing, aber mit hoch liegender Gesamtschärfe, präsentiert. So extrem scharf wie ein LCD ist ein OLED nicht – was aber nicht als Kritik verstanden werden sollte. Nicht jeder mag ein extrem scharfes, enorm knackiges Bild. Ein etwas weicheres, homogenes Bild im klassischen Kino-Look ist für nicht wenige Anwender eine verheißungsvolle Alternative. 

Blu-ray „Stirb Langsam 4.0“ mit Test des „HDR Effect“ Modus

Im 5. Kapitel der Blu-ray „Stirb Langsam 4.0“, als Gabriels Killer den Ex-PC-Hacker Matthew Farrell erschießen möchten, haben wir die Qualität der LG-eigenen „HDR Effect“ Schaltung überprüft. Und wir sind positiv erstaunt: In dieser sehr dunklen Sequenz bringt die Stellung „mittel“ bei HDR Effect eine deutliche Verbesserung des Detailkontrastes, ohne dass das Bild  unnatürlich erscheint. Z.B. wird die Struktur eines abgenutzten Türrahmens (Holzoberfläche) viel besser erkennbar, ebenso Details im dunklen Treppenhaus.

Hier hat LG, so unsere bisherigen Eindrücke, sehr gute Arbeit geleistet. Auch die Gesichter von McLane, Farrell und den Killern sind in Details besser auszumachen, so kommt die Hautoberfläche mit aktiviertem „HDR Effekt – Stufe Mittel“ plastischer und schärfer heraus, ohne dass starkes, unpassendes Rauschen zu beobachten wäre. Das Upscaling des Full HD-Inhaltes auf UHD gelingt mit nur geringem Scalingrauschen und mit einer sauberen Detaillierung. In allen Betriebsarten fällt auf, dass LG einen großen Schritt nach vorn beim Thema Frame Interpolation gemacht hat: Flüssige, klare Bewegungen gehen mit einem natürlichen und nicht synthetisch wirkenden Bild einher. 

Blu-ray „A-Team – der Film“, Anfangssequenz

Hannibal ist in der dunklen Lagerhalle als Geisel der Banditen inmitten der Wüste Mexikos. Der LG gefällt auch hier wieder mit facettenreicher Wiedergabe bei aktiviertem „HDR Effect“ Modus. Im Vergleich zu den anderen Bildprogrammen, selbst zu den guten, harmonischen ISF-Modis, die für Blu-rays zur Verfügung stehen, holt der HDR Effect-Modus noch mehr Detailkontrast heraus, was man z.B. bei Hannibals gefesselten Händen sehen kann. Was in den anderen Bildprogrammen einfach nur dunkel ist, besitzt in der Einstellung „Mittel“ beim HDR-Effektmodus noch Struktur. Erfreulicherweise wird der Bildeindruck bei Verwendung des Modus nicht durch unpassendes Rauschen verunstaltet.  Das eigentliche Upscaling von 1.080p auf 2.160p gelingt dem LG auch bei dieser Blu-ray hervorragend. Viele Details werden gezeigt, aber nicht überscharf, sondern fließend eingearbeitet.

Das ist einem natürlichen Bildeindruck sehr zuträglich. Grundsätzlich setzt der E7V auch bei dieser Disc seinen Weg fort: Gerade im abgedunkelten Raum kann man ihn Film-Liebhabern wärmstens empfehlen. Ungemein angenehm, aber gleichzeitig fesselnd: Das Bild des LG ist ideal auch für mehrstündige Film-Sessions. Die Atmosphäre in der mexikanischen Wüste mit den sandig-erdigen Farbtönen gibt der E7V ebenfalls ausgezeichnet wieder, aus der Vogelperspektive betrachtet, stellt er überdies den Boden enorm scharf und facettenreich dar. Das Scalingrauschen fällt, typisch für aktuelle Hightech-TVs, sehr gering aus. 

Akustisch haben wir nur Gutes zu berichten: Räumlichkeit, gesamte klangliche Intensität, Wiedergabe von Stimmen sowie die Pegelfestigkeit: Hat man normale akustische Ansprüche, muss man nichts extra kaufen, wenn man den OLED65E7V ersteht. Das 60 Watt-Soundbar-System reicht für die Wiedergabe praktisch aller Inhalte bestens aus. Versierte Anwender, die hochwertige Mehrkanal-Systemlösungen mit AV-Receiver und entsprechendem Lautsprecher-Setup kennen, sollten hingegen ihrer Leidenschaft treu bleiben. Selbst ein gutes Soundbar-System ist hier kein adäquater Ersatz. 

Konkurrenzvergleich

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Harter Konkurrent ist naturgemäß der mit 6.999 EUR (UVP) noch teurere Panasonic TX-65EZW1004. Was rechtfertigt den Mehrpreis? Optik und Verarbeitung definitiv nicht. Hier schneidet der ultraschicke LG besser ab. Das Technics-Soundsystem des EZW1004? Auch hier winken wir ab. Das LG-Soundsystem liegt beinahe gleichauf. Die Soundbar des EZW1004 klingt noch etwas klarer und frischer, ok.

Aber das allein rechtfertigt den Mehrpreis nicht. Hier schauen wir eher auf das noch geringfügig schärfere und detailreichere Upscaling. Viel schlechter ist der LG allerdings nicht. Auch er bringt ein plastisches, lebendiges hochskaliertes Bild mit sehr geringem Scalingrauschen zustande. Hier hat LG große Fortschritte gemacht. Das gilt auch für den Tuner im DVB-S2-Betrieb. Der Panasonic kann sich hier nicht mehr entscheidend absetzen, bietet aber noch TV>IP als derzeitiges Alleinstellungsmerkmal.

Bei externem Lichteinfall bietet der EZW1004 allerdings mehr Struktur im Bild, hier also können wir ansetzen. Der Panasonic ist noch alltagstauglicher, zudem bringt er zwei THX-Bildmodi mit. ISF-Bildfelder, die sehr ausgewogen sind, finden sich auch beim LG. Was das Thema Zwischenbildberechnung angeht: Hier ist LG mittlerweile richtig gut, aber Panasonics IFC ist noch eine Idee besser. Dafür unterstützt der LG auch Dolby Vision und nicht  nur HDR10 und HLG wie der Panasonic.

Panasonic und LG sind sehr betriebssicher, allerdings kann sich der Panasonic, bei dem es nicht zur kleinsten Störung kam, noch besser in Szene setzen. Der LG brauchte einmal einen zweiten Anlauf bei einem Firmware-Update und verweigerte einmal während der Wiedergabe eines Hi-Res-Audio-Titels den weiteren Spielbetrieb. Wirklich schlimm ist das nicht, aber der Panasonic behielt eine völlig weiße Weste. Die Hauptfernbedienung des Panasonic wirkt von der Materialqualität her noch hochwertiger, überdies ist sie beleuchtet. Die „Magic Remote“ des OLED65E7V macht aber auch einiges her, und schon nach kurzer Zeit hat man das Bedienkonzept durchschaut. 

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Der Sony Bravia A1 ist laut unverbindlicher Preisempfehlung mit 5.499 EUR günstiger. Und edle Optik, ein tolles unsichtbares Lautsprechersystem sowie ein Bild mit sehr guter Dynamik, feinen Farbübergängen und dem OLED-typischen tiefen Schwarz gehören auch hier zum Konzept. Die maximal mögliche Helligkeit des Bravia A1 reicht für beinahe alle Alltagssituationen aus.

Am hellsten ist aber der Panasonic EZW1004, so unsere Eindrücke. Leider fällt die Fernbedienung des Sony, was Anmutung und Materialqualität angeht, hinter die Konkurrenz zurück. Was die Zuverlässigkeit angeht, liegen Sony und LG gleichauf. Gut gefallen uns beim Sony die Bildprogramme Cinema Home und Cinema Pro. Leider gibt es bei Sony weder ISF- noch THX-Bildmodi. Diese könnten vielleicht die exzellenten Voraussetzungen des Bravia A1 – Top-Bildprozessor mit hoher Rechenleistung – noch besser umsetzen.

Der Bravia A1, der wie bei Sony üblich unter Android läuft, entpuppt sich als einfach im Handling. Eine enorm starke Leistung offeriert auch beim Sony der Tuner – hier hat sich viel getan. Der LG unterstützt mehr HDR-Formate, unter anderem auch Dolby Vision. Der Sony benötigt für die Wiedergabe von Dolby Vision noch ein Update der Firmware. 

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Das es den LG OLED E7 auch in 55 Zoll gibt, tritt er in diesem Format in direkte Konkurrenz zum Philips 55POS901. Der Philips wird für rund 3.000 EUR Marktpreis angeboten, der LG OLED55EV7 kommt auf derzeit rund 3.600 EUR Marktpreis bei seriösen Anbietern. Ohne Frage stellt auch der Philips eine gute Wahl dar. Zuverlässig arbeitend und mit guter, zweiseitiger Fernbedienung versehen, liegt der Bedienkomfort hoch.

Das Dolby-zertifizierte Soundbar-System ist ebenfalls als sehr ordentlich zu bezeichnen. LG liefert hier aber ebenfalls eine reife Leistung ab. Zudem bietet der E7 deutlich mehr Flexibilität bei den HDR-Formaten und unterstützt schon jetzt Dolby Vision. 

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Der Samsung Q8C für 4.499 EUR liefert ein unter allen Bedingungen extrem helles sowie kontrastreiches Bild,, das ungemeinn „clean“ wirkt und präsentiert damit ein Gegen-Konzept zum OLED-Bild des LG mit hohem „Kino-Feeling“. Es ist eine Frage des persönlichen Geschmacks, welchen TV man nehmen soll: Perfektes Schwarz und augenfreundliches Bild mit authentischen Farben – LG – versus satte, intensive Farben, enorme Helligkeit und extreme Schärfe beim Q8C. Faszinierend sind beide TVs. Den nicht eben geringen Mehrpreis rechtgertigt der LG durch noch mehr Noblesse bei der Verarbeitung (Stichwort „Picture On Glass“) und durch den umfangreicheren Video-EQ inklusive ISF-Programmen. Akustisch gefällt uns der Samsung auch sehr gut, das LG-Soundsystem ist aber noch etwas aufwändiger und technischer Sicht. 

Fazit

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Der LG Ultra HD-OLED 65E7V bietet jede Menge an Technik und Qualität und geht bezüglich der Optik seinen eigenen Weg. Das charakteristische Design gefällt und strahlt Noblesse aus. Sehr gediegen ist das Soundsystem integriert – das auch noch Dolby Atmos unterstützt und wirklich gut klingt, bis auf etwas wenig Volumen im Bassbereich. Visuell begeistert der LG mit einwandfreiem Upscaling, enormer Plastizität in allen Betriebsarten, einer sehr guten Zwischenbildberechnung und mit einem umfangreichen Video-EQ. Der Tuner hinterlässt im DVB-S2-Betrieb einen ausgereiften und leistungsstarken Eindruck. Zu loben beim LG ist auch, dass mit HDR10, HLG und Dolby Vision alle relevanten HDR-Formate unterstützt werden. LGs selbst entwickeltes „HDR Effect“ arbeitet überraschend gut und sorgt für einen gelungenen Quasi-HDR-Bildeindruck bei SDR-Inhalten. Das Bedienkonzept ist gut, nach kurzer Eingewöhnungszeit kann man die Magic Remote komfortabel einsetzen. Das Betriebssystem webOS 3.5 hat man schnell durchschaut, die Handhabung erweist sich insgesamt als praktisch. Extrem hell ist der OLED E7V nicht.

Das Kunstwerk unter den OLED UHD-TVs: Extrem elegant, zudem üppig ausgestattet, da passt das sehr harmonische Bild perfekt dazu
referenz
Ultra HD-TVs Luxusklasse bis 65 Zoll
Test 13. Juli 2017

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 13. Juli 2017




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