TEST: Wireless-Lautsprecher Dali Callisto 2 C und Dali Sound Hub mit bluOS-Modul - Hervorragendes modernes kabelloses Aktivsystem?

Nun hat der Regallautsprecher Dali Callisto 2 C, Stückpreis 1.400 EUR, nebst dem Dali Sound Hub (Stückpreis 650 EUR) und dem bluOS-Erweiterungsmodul (kommt hinten in den Slot am Sound Hub, Aufpreis fürs Modul 500 EUR) den Weg in unsere Redaktion gefunden, und wir berichten von unseren Eindrücken hinsichtlich Verarbeitung, Einrichtung und Klang.

Verarbeitung und Gehäuse der Callisto 2 C

Die wahlweise in weißer oder schwarzer Variante lieferbaren Callisto 2 C weisen eine klassische, unverkennbare Dali-Optik auf. Die Verarbeitung ist sauber, hinzu kommt eine tadellose Materialqualität. Das Gehäuse der Callisto 2 C besteht aus hochdichten 25 mm dicken MDF-Faserplatten.

Optisch typischer Dali-Stil, das sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert

Rückseite

Diese kommen nicht von einem x-beliebigen Lieferanten, sondern werden in der Dali-eigenen Holzverarbeitung in Dänemark produziert. Auch der Einbau der Lautsprecherchassis, die akustischen Testreihen, die mit jedem Lautsprecher durchgeführt werden, und die anschließende Freigabe jedes Callisto-Lautsprechers werden in Dänemark auf den dafür vorgesehenen Fertigungsstraßen durchgeführt. Im Inneren der Callisto 2 C sorgen zusätzliche Verstrebungen für eine weitere Reduzierung störender Gehäuseresonanzen. Final wird eine hochwertige Folie, die auch bei unseren Test-Modellen sauber und ohne erkennbare optische Mängel aufgebracht ist, aufgeklebt.

Technik der Callisto 2 C: Class D Verstärker und Chassis

Pro Box ist ein zweikanaliger Class D-Digitalverstärker mit satten 250 Watt Peak-Leistung integriert. Der Class D-Verstärker ist selbstschwingend und agiert mit einer globalen Gegenkopplung.Für eine Impulslänge von bis zu 5 Sekunden stehen 250 Watt an Leistung zur Verfügung. Ein digitaler Class D Verstärker wandelt das analoge kurvenförmige Eingangssignal zuerst per Pulsweiten-Modulation (PWM) in ein Rechteck-Signal um.

Pro Box sind für 5 Sekunden satte 250 Watt Peak-Performance möglich

Dieses ist dann durch eine durchweg konstante Amplitude gekennzeichnet und - in klassischen PWM-Schaltungen mit Dreiecksgeneratoren - auch durch eine konstante Frequenz. Die Musikinformation befindet sich demnach lediglich in der sich verändernden Pulsweite. Da die Leistungstransistoren bei einem zu verstärkenden Rechteck-Signal nur zwei Schaltzustände, ein oder aus, benötigen, arbeiten Class D-Verstärker im Gegensatz zu analogen Verstärkern, die auch alle Amplituden-Zwischenstufen des analogen, wellenförmigen Signals zu verstärken haben, extrem effizient (Wirkungsgrad über 90 Prozent). Aus diesem Grund bauen Class D-Verstärker sehr kompakt und brauchen keine voluminösen Kühlelemente, wie wir sie von analogen Verstärkern kennen. Das eingebaute Schaltnetzteil, das bei Dalis Class D-Verstärkern zum Einsatz kommt, liefert 50 Watt Dauerleistung und kann für bis zu 5 Sekunden Leistungsspitzen von, wie schon erwähnt, bis zu 250 Watt bereitstellen.

Dafür, dass die Leistung präzise und kontrolliert umgesetzt wird, sorgt ein 50MIPS Digitalprozessor sowie ein sehr präzise arbeitender 24-Bit-Digital-Analog-Wandler aus dem Hause Burr Brown. Der Verstärkerausgang ist direkt mit dem Lautsprecherchassis verbunden, da alle relevanten Frequenzweichen-Korrekturen innerhalb des DSP-Prozessors erfolgen, also ein extrem direkter Signalweg, bei dem alles, was stören könnte, konsequent weggelassen wurde.

Bassreflex-Öffnung hinten

Der Bassreflex-Box Callisto 2 C arbeitet mit einem von Dali hergestellten 165 mm Holzfaser-Tiefmitteltöner. Die Basis für die Konstruktion des Töners findet sich in den passiven Lautsprecher-Modellen der Dali-Serien Rubicon und Opticon. Somit ist ein enormer qualitativer Standard von vornherein garantiert, denn die auch unter hoher Belastung noch lineare Bewegung von Schwungspule und Zentrierspinne, die sich in einer souveränen, reinen Akustik bemerkbar macht, ist typisch für diesen Treiber.

165 mm Tiefmitteltöner mit Holzfaser-Membran

Das 165 mm Chassis der Callisto 2 C setzt auch auf Polstücke aus SMC, ein weiteres spezielles Dali-Merkmal. SMC reduziert die durch mechanische Verluste hervorgerufenen Verzerrungen im Magnetantrieb drastisch. SMC ist ein beschichtetes magnetisches Granulat, welches in jede gewünschte Form gebracht werden kann und sich daher als sehr flexibel erweist. Besondere Eigenschaft von SMC ist es, eine große magnetische Leitfähigkeit mit einer sehr geringen elektrischen Leitfähigkeit zu verbinden. Genauso, wie Dali es bei den Modellen der Opticon- und Rubicon-Baureihe macht, ist auch beim 165 mm Tiefmitteltöner der Callisto 2 C das SMC-Polstück mit einer Kupfer-Kappe ausgestattet. Den weiter oben beschriebenen SMC-Effekt steuern die Ingenieure über kleine schlitzförmige Ausformungen in der Kupfer-Kappe.  Das hat als unmittelbare Folge, dass sich das Wirken von SMC um den Bereich in direkter Nähe zur Schwingspule konzentriert - was wiederum für eine praktisch lineare Induktivität der Schwingspule sorgt.

Bändchen-Hochtöner

Hochton-Kalotte

Ergänzt wird der Tiefmitteltöner vom aus Bändchen und Kalotte bestehenden Hybrid-Hochtöner, der für nahtlose Übergänge aus dem Mitteltonbereich (Kalotte) sowie für erstklassige Impulstreue bei höchsten Frequenzen (Bändchen) sorgt. Während die extrem dünne und speziell beschichtete Kalotte im unteren Hochtonbereich ihr Können entfaltet, legt sich das Bändchen, im einzelnen aus vier Bändern aus leitendem Material (welche sozusagen die Membran bilden) bestehend, bei sehr hohen Frequenzen ins Zeug. Das Bändchen wird von einem überdurchschnittlich starkem Magneten unterstützt, dessen Magnetfeld die vier Bänder umgibt. Das außerordentlich breite Abstrahlverhalten des Bändchens ist ein weiterer Vorzug.

Anschlüsse an der Callisto 2 C

Der aktive Lautsprecher verfügt über einen Cinch-Eingang für ein in der Lautstärke geregeltes Audio-Signal, dadurch ist auch der direkte Anschluss einer Audioquelle möglich. Doch zur vollen Entfaltungsmöglichkeit ist der Sound Hub auf jeden Fall eine äußerst sinnvolle Ergänzung.

Sound Hub: Verarbeitung, Technik, Anschlüsse

Sound Hub

Im tadellos verarbeiteten und optisch elegant gehaltenen Sound Hub sind alle Verbindungsmöglichkeiten untergebracht.

Rückseite des Sound Hub mit bluOS-Modul (rechts oben im Bild zu erkennen)

Dort finden sich Bluetooth-Empfänger, (mit AAC plus aptX HD-Bluetooth-Streaming) ein koaxialer Digitaleingang (von 16-Bit/32 kHz bis 24-Bit/192 kHz), zwei optische Digitaleingänge (von 16 Bit/32 kHz bis 24-Bit/192 kHz), zwei analoge Eingänge (ein hochwertiger A/D-Wandler erstellt aus dem analogen Signal mit Hilfe der Masterclock des Systems ein 24-Bit/96 kHz Digitalsignal), ein Subwoofer-Ausgang und ein Vorverstärkerausgang (ermöglicht es, den Sound Hub als Vorverstärker für vorhandene Komponenten zu verwenden) und zwei Erweiterungs-Steckplätze. Ferner gibt es eine USB Stromversorgung (5V/1A), hier kann z.B. das Smartphone geladen werden oder ein Google Chromecast Audio Adapter angeschlossen werden.

Edle Glasoberseite des Sound Hub

Der Sound Hub erkennt automatisch, welche Quelle gerade aktiv ist, der entsprechende Eingang wird dann verwendet. Mitgeliefert wird eine Bluetooth-basierte kompakte Fernbedienung. Dali sieht die Vorteile der BT-Übertragung in einem großen Operationsradius und in einer stabilen Verbindung.

Fernbedienung

Auch ein Vorteil ist, dass kein Sichtkontakt zwischen Sound Hub und Fernbedienung, wie im Falle einer Infrarot-Übertragung, bestehen muss. So ist man praktisch völlig frei, wo im Raum der Sound Hub platziert wird.

Über die Fernbedienung, ebenso wie direkt am Sound Hub, kann man die gewünschte Quelle auch manuell auswählen. Der Sound Hub überträgt die Audiosignale in 24-Bit/96 kHz an die Lautsprecher.

Bedienelemente am Sound Hub

LED-Leiste an der Callisto 2

Natürlich funktioniert auch die Regelung der Systemlautstärke über die Fernbedienung.Alternativ kann die Lautstärke auch direkt am Sound Hub mittels des großen Reglers eingestellt werden, oder aber über Touch-Elemente und Anzeige-LEDs an den Callisto-Boxen.

bluOS-Modul

Gehen wir nochmals auf die Erweiterung-Steckplätze, zwei an der Zahl, auf der Rückseite des Sound Hubs ein. So kann man hier z.B. ein bluOS-Modul einschieben und hat dann volle Streaming-Fähigkeiten.Dank der IS2 Audioübertragung auf bis zu 8 Kanäle plus Steuerbefehlen für die Lautstärkeregelung ist der Sound Hub mit daran betriebenen Lautsprechern neben Streaming, Multiroom oder Mehrkanal-Erweiterungen somit schon zum heutigen Zeitpunkt für zukünftige Musikübertragung-Technologien gerüstet.

Die drahtlose Funkverbindung zwischen dem Sound Hub und den Lautsprechern erfolgt im 5,8 GHz Frequenzband. Das proprietäre 30-Bit-Protokoll überträgt ein unkomprimiertes I2S Signal im Format 24-Bit 96 kHz. Dali spricht von einer sehr stabilen und nahezu verlustfrei arbeitenden Verbindung. Eine Vorab-Fehlerkorrektur stellt zudem sicher, dass selbst dann, wenn fehlerhafte Daten übertragen werden, keine akustischen Störungen auftreten. Die Signale werden mit hoher Bandbreite und einer sehr geringen Latenz von unter 25 ms gesendet, so ist auch kein nachteilshafter Versatz zwischen den Video- und den Audiosignalen eines Films gegeben.

Einrichtung

Beide Dali Callisto Lautsprecher müssen logischerweise mit einem Stromkabel mit dem Stromnetz verbunden werden. Beim Soundhub schrauben wir auf der Rückseite das BluOS NPM-1 Wireless-Streaming-Musik-Plug-in Modul ein. Dadurch verfügt der Soundhub jetzt über eine Netzwerk-Buchse sowie zwei USB Anschlüsse.
Der Soundhub besitzt übrigens ein externes Netzteil für die Stromversorgung.

Nun schalten wir den Soundhub ein. Auf der Rückseite des Sound Hubs werden wir "Link Connect" drücken. Auch bei beiden Lautsprechern drücken wir "Link Connect", wichtig ist, festzulegen, welches der linke und welches der rechte Lautsprecher ist.

Link Connect-Taste an der Callisto 2 C

Stehen zum Beispiel beide Lautsprecher auf "links", verbindet sich nur die linke Box. Nach wenigen Sekunden sind die Callisto 2 C mit dem Soundhub verbunden. Das war schon alles, eine wahrhaftig kinderleichte Ersteinrichtung.

Die bluOS-App

Ersteinrichtung von Blues

Der Dali Sound Hub wird sofort erkannt

Weitere mögliche Schritte

Große Auswahl an möglichen Streaming-Quellen: Diese oben aufgelisteten Dienste kann man auf Wunsch hinzufügen

Tune In-Internet Radio-Wiedergabe

Hauptmenü

Mit einfacher Einrichtung, sehr zahlreich vertretenen Streaming-Quellen und problemloser Betriebssicherheit hat sich bluOS bislang in unseren Testreihen sehr gut gemacht.

Klang

Via iPhone spielen wir Musikstücke von Spotify zu. Wir hören uns zuerst von Allman Brown das Stück "Sweetest Thing". Die Callisto 2 C überzeugt uns mit einem sehr realistischen Bühnenbild. Die Stimme kommt hervorragend zur Geltung. Die Instrumente klingen authentisch und können differenziert auseinander gehalten werden. Das Anzupfen der Gitarrensaiten wirkt sehr realistisch, feine dynamische Differenten bringen die Callisto 2 C sehr gut zur Geltung. Der Bass ertönt straff und trifft genau den richtigen Punkt. Insgesamt sind die Callisto 2 C sehr stark auf das Darbieten einer feinen, "highfidelen" Auflösung getrimmt, dadurch werden auch sehr anspruchsvolle Hörer selbst bei einer simplen Spotify-Zuspielung schon glücklich gemacht.

Als nächstes hören wir von James Bay den Titel "Hold Back The River". Auch dieser Titel liegt der Callisto 2 C ohne Frage. Gerade der "sanfte" Anfang, der die vokale Präsenz fokussiert, beweist, was wir bereits zuvor Festellen konnten: Die Callisto 2 C brilliert mit enormem Auflösungsvermögen. Übrigens nicht nur im Hochtonbereich, der viel Strahlkraft mitbringt, sondern auch bei den Mitten und im Bassbereich. Das präzise, zugleich mitreißende, offene Spiel der dänischen aktiven Wireless-Lautsprecher erfreut gerade den erfahrenen Hörer, der von vielen preiswerteren drahtlosen Aktiv-Lautsprecherlösungen oftmals enttäuscht war. Ein zwar recht homogener und kräftiger, aber eben nicht sonderlich differenzierter Sound reicht dem Hörer mit einem großen Anspruch an Finesse und Klangkultur eben nicht aus. Hier springen die Callisto 2 C in die Bresche und spiegeln praktisch alle Merkmale einer hochwertigen Musikwiedergabe auf einem aktiven Wireless-Lautsprechersystem.

Als nächstes hören wir von Arizona den Robin Schulz Remix des Titels  "I was wrong". Und wieder überzeugen uns die Callisto 2 C mit einer sehr fundierten, facettenreichen Stimmwiedergabe, Aber auch der Bass kommt exakt und mit viel Ausdruckskraft zur Geltung. Die Trennung der vokalen Elemente vom akustischen Rest gelingt äußerst akkurat. Das Klangbild der Callisto 2C begeistert uns durch die Mischung von feiner Auflösung, solidem Fundament und einer enorm guten plastischen Wirkung.

Übrigens: Wer im Bassbereich eine Erweiterung wünscht, kann einen aktiven Subwoofer über den dafür vorgesehenen Pre-Out mit dem Sound Hub verbinden. Auch das haben wir bereits ausprobiert, und es funktioniert problemlos. Eine geschlossene, im Bassbereich sehr kräftige Klangkulisse haben wir in Verbindung mit einem leistungsstarken nuLine AW-1100 zu hören bekommen. Damit keine Missverständnisse aufkommen: Gerade für Jazz, Klassik und Pop-Musik reicht die sehr gute Performance im Bassbereich der Callisto 2 C bestens aus. Wer aber das Boxen-Paar auch für die Wiedergabe von Filmen z.B. verwenden möchte, kann durch die einfache Einbindung eines aktiven Subwoofers einen weitere Steigerung der akustischen Gesamtqualität herbeiführen. Der nuLine AW-1100 hat sich in unseren Testreihen bestens eingebunden, die Übergänge zwischen den Callisto 2 C und dem nuLine AW-1100 verlaufen nahtlos.

Aber auch ohne zusätzlichen Subwoofer veranstalten die Dali Callisto 2 C ein beachtliches Spektakel. Mit Paul Kalkbrenners Interpretation von Leonard Cohens "You Want it Darker" lässt sich dies leicht nachvollziehen. Der Kickbass kommt absolut präzise und auf den Punkt daher, ein Eingreifen in andere Frequenzbereiche oder gar ein Überlagern der sonstigen akustischen Elemente ist zu keinem Zeitpunkt feststellbar. Klar und sauber spielen die Callisto 2 C auf und bleiben auch bis in hohe Pegelbereiche absolut souverän. Nähert man sich extremen Sphären muss man allerdings etwas aufpassen, denn oberhalb von 85-90% werden die kompakten Lautsprecher wird es sensiblen Zuhörern obenrum ein wenig zu scharf werden. Besonders die Zisch- und Klatschgeräusche, typisch für diesen Track, können empfindliche Ohren überstrapazieren. Die Stimme wird durchweg absolut authentisch wiedergegeben, auch die Piano-Klänge, die zwischenzeitlich einfließen, gelingen ausgezeichnet.

Wir wechseln zur US-Amerikanischen Rockband "All Them Witches". Den fetten Sound von "Don't bring me Coffee" bringt das Callisto-Ensemble hervorragend an den Hörer und gefällt mit einer sehr präzisen und sauberen Darstellung der verzerrten Gitarren. Die Stimme, üblich für All Them Witches, steht nicht ganz so im Vordergrund, gelingt aber mit hoher Authentizität. Das leicht näselnde und die Rauheit des Frontmanns kommt klar heraus. Blitzschnell wird bei der Band zwischen langsamen atmosphärischen Klängen und ungebremsten Rock-Geschredder umgeschalten - die Callisto 2 C stellt dies aber vor überhaupt keine Probleme. Verzögerungslos wird bei Dynamiksprüngen agiert, auch schnelle Percussion-Elemente werden stets klar dargestellt und in ihren einzelnen Facetten erfasst. Auch bei der komplexen Kulisse der alten Scheibe "Our Mother Electricity" und Elk.Blood.Heart zeigen die Dali-Schallwandler ihre Finesse: Exzellente Struktur innerhalb der breiten Bühne und eine feine Differenzierung der einzelnen Instrumente. Auch die für die Band typisch dichte und beinahe greifbare Atmosphäre wird trotz der kompakten Gehäuse-Abmessungen exzellent wiedergegeben.

Weniger komplex aber nicht einen Deut weniger spektakulär empfinden wir Ed Sheerans "I see Fire". Bereits in den ersten Sekunden begeistern die Dali-Komponenten mit einer hervorragenden Präsentation der Stimme des britischen Sängers und Songwriters. Auch die Gitarre gelingt absolut natürlich und das Klopfen auf den Korpus der Gitarre kommt punktgenau. Trotz hohem Pegel können wir hier keine Einschränkungen attestieren. Auch hier fühlt man sich in das akustische Geschehen eingebettet. Mitreißend und lebendig, musikalisch wirkt der Klang und lädt sofort zum Mitfühlen ein. Feinheiten und Details werden aber stets berücksichtigt, so wird auch gegen Ende des Liedes, wo es etwas komplexer wird, der Saitenanschlag immer sauber erfasst. Das akustische Gesamtbild ist detailliert und wirkt sehr ausgewogen. Natürlich steht die Stimme im Fokus, steht aber nicht abseits des Geschehens.

Nochmal schnell wird es mit den Black Eyed Peas und "Don't Phunk With My Heart". Wenn auch hier sofort der präzise und satte Kickbass und die gute Stimmwiedergabe eine zentrale Stellung einnehmen, löst die ausgeprägte Räumlichkeit die größte Begeisterung aus. Die geschlossene Bühne lädt mit hoher Lebendigkeit sofort auf den Dancefloor, sowohl männliche wie weibliche Stimme gelingen absolut natürlich. Die hohe Geschwindigkeit setzen die Callisto 2 C absolut mühelos um und beweisen auch hier wieder ihre ausgezeichnete Pegelfestigkeit.

Bevor wir uns dem klassischen Genre widmen, wird es nochmal knochenhart. Das neue Album von Judas Priest mag manch einer den britischen Senioren gar nicht mehr zutrauen, nichtsdestotrotz beweisen Sie nochmal, was traditionellen Heavy Metal ausmacht. Und hier müssen sich auch die Dali Callisto 2 C keinesfalls verstecken. Die hohe Geschwindigkeit, mit der die Schallwandler agieren, zahlt sich natürlich auch hier aus. Aber auch die Kontrolle, mit der Doppelbass und schnellste Gitarrensolos reproduziert werden, ist beachtlich. Erwartungsgemäß begeistert uns auch die Stimmwiedergabe des unverwechselbaren Rob Halford. Das komplexe Gesamtgeschehen wirkt durchweg absolut dicht, gleichzeitig sauber differenziert und strukturiert.

Abschließend darf natürlich Klassik nicht fehlen. Der Frühling von Vivaldis Violinkonzert in E-Dur gefällt wenig überraschend mit einer sehr feinen Detaillierung der Streicher, auch das Zupfen an einzelnen Stellen wird absolut klar und unverwechselbar von den Dali-Lautsprechern modelliert. Schnelle Wechsel sind kein Problem, auch bei enormen Dynamiksprüngen wirken die Lautsprecher unangestrengt und stets souverän. Bei größeren Streichinstrumenten kommt das fülligere Volumen direkt zur Geltung. Besonders gut gefällt uns auch die Einhaltung der Bühnenstruktur und die präzise Platzierung der Instrumente, deren Position akustisch stets nachvollzogen werden kann. Instrumente in den hinteren Reihen sind zwar klar als solche identifizierbar, das Gespielte wird aber nicht mit weniger Sorgfalt bedacht, wirkt ebenfalls durchgehend detailliert und gliedert sich hervorragend ins Gesamtgeschehen ein. Ist einmal kräftiges zupacken gefordert, lassen sich die Callisto 2 C nicht zweimal bitten, sondern sind sofort kraftvoll und nachdrücklich zur Stelle. Beides gilt auch beim Konzert in G-Moll "L'estate", dass die Komponenten enorm fordert. Für den Zuhörer wird diese Forderung aber kaum spürbar. Auch dies gefällt uns an den Callisto-Lautsprechern besonders. Sie wirken nie angestrengt. Was verlangt wird, wird umgesetzt. Und das blitzschnell und kompromisslos. Ein sanftes Schmeicheln der Violinsaiten, flink aufeinanderfolgende Triolen, harte Stakkatos, das Callisto-Ensemble bleibt immer souverän.

Wie sieht es im Konkurrenzumfeld aus? Die KEF LS50 Wireless zum Preis von 2.299 Euro sind trotz oder gerade wegen ihres günstigeren Preises kein leichter Gegner für das Callisto-System. Optisch schick sind beide, die Dali-Lautsprecher wirken etwas geradliniger und unauffälliger, während die LS50 Wireless sich mit der geschwungenen Schallwand auffälliger zeigen. Die Verarbeitung ist bei beiden Komponenten makellos, jedoch kann die Folierung der Dänen nicht mit der absolut sauberen Lackierung der KEF-Komponenten mithalten. Dafür finden wir die Integration der Bedienelemente bei Dali besser gelöst, bei den LS50 Wireless wirken sie etwas aufgesetzt. Im Gegensatz zu Callisto ist bei den LS50 Wireless eine Kabel-Verbindung zwischen den beiden Lautsprechern notwendig. Dafür entfällt der Sound Hub, sämtliche Verbindungsmöglichkeiten - inklusive WLAN und Bluetooth - stecken im Master-Lautsprecher der KEFs. Hier wird auch ein USB-DAC für den direkten Anschluss von PC oder Mac geboten, der beim Sound Hub nicht an Bord ist. Die Einrichtung sollte bei beiden keine Probleme darstellen, gelingt bei Dali aber ein wenig flotter. Und natürlich bietet das bluOS-Modul mehr Flexibilität beim Zugriff auf Internetradios und Music-On-Demand-Diensten. Akustisch sind beide aktiven Verteter enorm stark. Während die KEFs ein wenig satter aufspielen, realisieren die Dänen einen enorm fein ziselierten und brillanten Hochtonbereich, an dem audiophile HiFi-Enthusiasten besonderen Gefallen finden werden. Pegelfest sind beide, auch im Bassbereich können sie trotz der kompakten Abmessungen absolut überzeugen.

Auch mit den nuPro-Komponenten aus dem Schwabenland muss es das Dali-System aufnehmen. Preislich liegt das Bundle der Dalis über dem größten Kompaktlautsprecher nuPro A-600 und ist auch vom Flaggschiff nuPro A-700 noch recht weit entfernt. Der Vergleich ist also nicht ideal, da die A-600 ohnehin ein etwas spezieller Fall ist und es sich bei der A-700 bereits um einen ausgewachsenen Standlautsprecher handelt. Akustisch liefern auch die Nubert-Komponenten eine hervorragende Präsentation mit ordentlich Punch im Bassbereich, obenrum warten die Dalis aber mit einem überragend detailreichen und präzisen Hochtonbereich auf. Auch die Struktur der Mitten und die hohe Präzision sind hervorzuheben. Wieder müssen wir jedoch die im Vergleich einfache Folierung der Dali-Lautsprecher erwähnen, der Schleiflack der Schwaben ist exzellent. Flexibler ist man natürlich mit dem Sound Hub, der auch gleich Zugriff auf zahlreiche Internetradios und On-Demand-Services, die auch hochauflösende Dateien streamen, ermöglicht.

Fazit

Sehr gut gemacht, Dali: Mit dem Wireless-System Callisto 2 C haben die Dänen eine in jeder Beziehung äußerst hochwertige Interpretation des Themas "Wireless Audio" auf den Markt gebracht, die auch für anspruchsvolle Stereo-Liebhaber bestens geeignet ist. Anstatt "Mainstream-Sound", homogen & kräftig, aber vordergründig & akustisch nicht komplett, setzt Dali auf klassische Tugenden klanglich hochwertiger Produkte: Dazu gehören ein feines Auflösungsvermögen über den gesamten Frequenzbereich (insbesondere der frische, filigrane Hochtonbereich überzeugt) schon bei normalen Quellen, eine tolle, charismatische Stimmwiedergabe sowie ein straffer, kontrollierter Bass. Auch bei der Pegelfestikgeit können die kompakten Komponenten überzeugen und zeigen erst in den obersten zehn Prozent eine leichte tonale Veränderung. Die Ersteinrichtung ist denkbar einfach, die Erweiterung um ein bluOS-Modul funktioniert ebenfalls reibungslos und eröffnet noch vielfältigere Möglichkeiten, da das Dali-System dann zu einer kompletten Streaming-Unit wird. Sicherlich, insgesamt 3.950 EUR (2 x Callisto 2 C, 1 x Sound Hub, 1 x bluOS-Modul) sind kein "Pappenstiel", dafür bekommt man aber auch einen erstklassigen Gegenwert.

Dali Callisto kombiniert audiophile akustische Performance auf höchstem Niveau mit drahtloser Streaming-Flexibilität

26.06.2018

Test: Carsten Rampacher, Sven Wunderlich, Philipp Kind
Bilder: Sven Wunderlich
Datum: 26. Juni 2018

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