TEST: Ultrasone Over Ear-Kopfhörer Performance 880 mit Sirius Bluetooth-Adapter – erstklassiges Paket für 469 EUR Komplettpreis?

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Der Ultrasone Performance 880 (379 EUR UVP) wird durch den Sirius Adapter (139 EUR UVP) zu einem waschechten Over Ear-Bluetooth-Kopfhörer. Und das Schöne: Ultrasone selbst bietet für 469 EUR gleich ein preislich besonders attraktives Bundle aus dem Adapter und dem Performance 880 an – das klingt interessant. 

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Unten an der Ohrmuschel sitzt der Sirius-Bluetooth-Adapter

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Bedienelemente für Sirius

Was gibt es zu Sirius zu sagen? Mit drei Tasten, oben im Bild, wird der Adapter gesteuert. Man stellt die Lautstärke ein und startet oder pausiert die Wiedergabe. Mit dem integrierten Digital-Analog-Wandler und dem leistungsfähigen Kopfhörer-Verstärker erhöht Sirius nicht nur beim Performance 880, sondern auch bei anderen Kopfhörern der Baureihe, zu einem Komplettsystem für drahtlosen Musikgenuss. 8 bis 12 Stunden hält der in Sirius eingebaute Akku. Nur 1 Stunde dauert es, den Adapter wieder aufzuladen. Während der Kopfhörer 5 Jahre Garantie mitbringt, gibt Ultrasone auf den Sirius-Adapter 2 Jahre Garantie. 

Wenden wir uns nun dem Performance 880 zu. Natürlich ist der Kopfhörer, wie beim bayerischen Hersteller üblich, mit dem S-Logic-System für natürlichen Raumklang ausgestattet. In unserem Kopfhörer arbeitet sogar die „S-Logic Plus“-Variante. 

Das S-Logic Plus-System stellt sehr realistischen Surround-Klang auf natürliche Art und Weise, nämlich ohne DSP, sicher. Wie ist dies technisch möglich? Der Mensch braucht seine Ohrmuscheln, um überhaupt Distanzen und Richtungen wahrnehmen und zuordnen zu können. S-Logic Plus nutzt die gesamte Ohrmuschel und bezieht sie mit in den Hörvorgang ein. Beim Kopfhörer wird als Folge der Schallwandler dezentral platziert, was die gesamte Art des Hörens entsprechend verändert, dass man räumlich viel intensiver, aber gleichzeitig authentisch, hören kann. 

Richtungen sowie Distanzen werden ohne Verzögerungen, Verzerrungen oder unnatürlichen Hall wahrgenommen. Aufgrund der Arbeitsweise der S-Logic-Technologie ist es bei Ultrasone-Kopfhörern möglich, mit einem um ca. 3 bis 4 dB niedrigeren Schalldruck zu hören, und zwar natürlich bei subjektiv als gleich hoch empfundener Lautstärke. Das hat positive Folgen für die Gesundheit, denn die Ohren werden um bis zu 40 Prozent – also beinahe um die Hälfte – weniger belastet. 

Der Performance 880 setzt Akzente durch weitere Besonderheiten, so die ULE-Technologie (Ultra Low Emission) MU Metall Abschirmung, exklusiv von Ultrasone entwickelt.

Die in aktuellen Kopfhörern meist gebräuchlichen Schallwandler produzieren bei der Umwandlung elektrischer Signale in akustische (hörbar als Musik) sogenannte Niederfrequenzfelder. Auch wenn es hierfür vom Gesetzgeber bislang keine Richtlinien gibt, setzt Ultrasone eine speziell entwickelte Abschirmung (ULE-Technologie) in vielen Modellen ein, um diese Gefahrenquelle einzudämmen.

„ULE“ steht für „Ultra Low Emission“ und damit die damit verbundene MU-Metall Abschirmung zur größtmöglichen Verringerung niederfrequenter Felder. Die patentierte Ultrasone ULE-Technologie wurde ursprünglich für den professionellen Bereich entwickelt: Die dortigen Anwender begrüßen diese Eigenschaft ganz besonders, da sie enorm viel Zeit mit dem Kopfhörer auf dem Kopf verbringen. Erstmals wurde die MU-Metall Abschirmung (ULE-Technologie) serienmäßig auch in andere Kopfhörermodelle von Ultrasone in der Art integriert, dass die Trennwand (Bufferboard) zwischen dem Luftvolumen am Ohr und der Kopfhörerkapsel aus MU-Metall gefertigt wird. Die Abschirmung reduziert die magnetische Strahlung um bis zu 98% im Vergleich zu handelsüblichen Kopfhörern – das ist ausgesprochen viel. 

Der dynamische, geschlossene Kopfhörer liefert 94 dB SPL und besitzt PET/Titan-Treiber mit 40 mm Baugröße. Frequenzen zwischen 7 Hz und 35 kHz können dargestellt werden, die Impedanz liegt bei 32 Ohm. 274 Gramm wiegt der Kopfhörer, auf den Ultrasone 5 Jahre Garantie gibt. 

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Kopfband mit Logo-Prägung

Wie wir es von Ultrasone kennen, ist der Performance 880 sauber verarbeitet. Kopfband und Ohrmuscheln sind angenehm gepolstert, und man kann den Over-Ear-Hörer sehr gut auf die Kopfgröße des Trägers einstellen.

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Zubehör

Im Lieferumfang enthalten sind folgende Kabel: Ein ca. 1,2 m gerades Kabel mit Mikrofon und Fernbedienung mit 3,5 mm vergoldetem und gewinkeltem Stecker (B-Lock-Anbindung) sowie ein ca. 3 m gerades Kabel mit vergoldetem abgewinkeltem 3,5 mm Klinkenstecker (B-Lock-Anbindung). Hinzu kommt ein 3,5 mm auf 6,3 mm Schraubadapter und ein USB-Ladekabel für den Sirius-Adapter. Weiter im Karton enthalten sind ein Paar Kunstleder-Ohrpolster mit Memoryeffekt
sowie ein Paar Velour Ohrpolster.

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Zwei Paare Ohrpolster, hier ein Paar davon, im Lieferumfang

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Hochwertige Transportbox im Lieferumfang

Weiter geht es mit einer sehr gut verarbeiteten Neopren-Transportbox, in der sich der Performance 880 Platz sparend unterbringen lässt.

Klang

Wir starten mit einigen Titelsongs aus James Bond 007 Filmen. Duran Durans „A View To A Kill“ hinterlässt trotz nur befriedigender Güte des zugrunde liegenden Quellmaterials einen hervorragenden akustischen Eindruck, wenn sich der Ultrasone P880 mit installiertem Sirius-Adapter auf dem Kopf des Zuhörenden befindet. Schon die Grundvoraussetzungen sind günstig, da der Kopfhörer sich als äußerst bequem erweist. Mittels des präzise einstellbaren Kopfbandes kann man den Pro 880 sehr gut auf die Kopfgröße des Trägers einstellen. Kopfband und Ohrmuscheln sind sehr gut gepolstert, das Material der Ohrmuscheln erweist sich als hautsympathisch. Und die Klangeigenschaften passen dazu: Ein homogener, in sich schlüssiger, kraftvoller, aber niemals vordergründiger Sound. Die Detaillierung ist ausgezeichnet, und dank S-Logic Plus empfindet der Träger beim Hören ein realistisch-räumliches Gefühl, das luftig und angenehm hinsichtlich der Auslegung ist. Man hört gleichermaßen präzise wie entspannt mit dem P880. Und der Sirius Bluetooth-Adapter mit aptX? Hinsichtlich des Gewichts des P880 ist der Sirius kaum zu spüren, und die Kopplung mit dem iPhone 8 erfolgt völlig problemlos. Die Stabilität bei der Bluetooth-Signalübertragung ist exzellent, keine Unterbrechungen, Artefakte oder Störungen.

Bei „The World Is Not Enough“ von Garbage erfreut uns der Pro 880 mit seinem sehr gut gestaffelten, lebendigen Klang, Die Trennung von Instrumenten und der Stimme ist exakt, gleichzeitig aber bietet der Ultrasone eine geschlossene, in Tiefe und Weite überzeugende Gesamtvorstellung. Diese Eindrücke setzen sich bei „License To Kill“ von Gladys Knight fort. Mit sehr gutem Auflösungsvermögen und einem straffem, treffsicheren Bass spielt sich der P880 in den Vordergrund. Er hat keine „Effekthascherei“ nötig, sondern überzeugt durch natürliche Ausgewogenheit, die auch eine charismatische Stimmwiedergabe umfasst.

Wie hört sich der P880 bei „Over The Hills And Far Away“ von Nightwish an? Der Bass setzt erneut Akzente. Kräftig, aber nicht zu wuchtig, genau definiert und enorm schnell. Kleine Impulse werden zuverlässig umgesetzt. Durch S-Logic Plus wird der Hörende nicht zu punktuell penetriert, sondern kann sich entspannt zurücklehnen und ein natürliches, authentisches räumliches Gefühl des Hörens genießen. Die E-Gitarre wird ebenso wie die Vocals ausgezeichnet herausgearbeitet, mit klarer Ausrichtung und Kontur. Bei „Wish I Had An Angel“ wiederholt sich das Ganze: Nachdrücklich, zugleich exakt, mit sauberer Ausformung aller akustischen Elemente – auch innerhalb seiner Preisklasse weiß der P880 zu gefallen, nicht nur absolut – die zu investierende Summe ist für viele, geht es um die Anschaffung eines Kopfhörers, doch immens, das wollen wir nicht verschweigen. Doch der P880 ist sein Geld definitiv Wert, durch seine souveräne, klare und kultivierte, aber gleichzeitig kraftvoll-dynamische Spielweise.

Und wie sieht es mit 2017er Club-Tracks aus? Wir checken „Tuesday“ von Burak Yeter. Der massive Bass direkt am Anfang wird in überragender Qualität vom Pro 880 erfasst. Mit so einer Massivität und Klarheit hätten wir die Basswiedergabe auch in Anbetracht des renommierten Herstellers und der Preisklasse nicht erwartet. Was der P880 hier leistert, ist schlichtweg erstklassig, und wir kennen kaum Konkurrenten, die auch bei erhöhtem Pegel noch so „treffsicher“ und sauber bei der Wiedergabe tiefer Frequenzen sind. Auch sonst alles im tiefgrünen Bereich: Die akkurat eingearbeitete Stimme, die räumliche Darstellung der elektronischen Effekte – alles passt.

Auch Ofenbachs „Be Mine“ wirkt enorm dynamisch und der Aufbau des Tracks kommt gleich von Anfang an präzise heraus. Und wieder ist es der Bass, der Maßstäbe setzt. Die hochwertigen Treiber mit weitem Membranhub geben mit Erfolg ihr Bestes, ein weiterer Vorzug des P880 ist, dass der Klang, bedingt durch die enorme Ausgewogenheit, auch bei hohem Pegel nie drückend oder gar störend wird. Immer hört man gern zu, und wir weisen an dieser Stelle nochmals an den exzellenten Tragekomfort hin, der das Genießen der akustischen Fähigkeiten zusätzlich „versüßt“.  „Beachball“, der Trance/Chillout-Klassiker von Nalin&Kane, bei uns im Sebastien-Remix, „brettert“ mit wuchtigen, aber immer präzise ausgeformten Bässen durch die Ohrmuscheln. Trotz aller tieffrequenten Macht vergisst der Ultrasone nie, auch die Stimme ansprechend einzuarbeiten und kleinere Effekte feinfühlig auszuformen.

Völlig anders geartet ist Charlie Winstons „Like A Hobo“. Hier profiliert sich der Ultrasone mit einer hervorragenden Akzentuierung der Stimme und einer sensiblen Einarbeitung der akustischen Gitarre. Sehr gut ausbalanciert, sehr lebendig und frisch, und angenehm auch bei höherem Pegel: So macht der Titel Freude. Der Rhythmus kommt genau auf den Punkt heraus, und der Ultrasone „reißt“ den Zuhörer mit und lässt es zu, dass räumlich intensiv erlebt wird, ohne dass sich der Träger des Kopfhörers überfordert fühlt. Beim zweiten Charlie Winston-Titel „In Your Hands“ das gleiche Spiel: Der P880 nimmt es sehr genau bei der Präsentation des ungewöhnlichen Rhythmus, das Klavier arbeitet er ausgezeichnet ein. Der Bass erweist sich ein weiteres Mal als exakt und tadellos ausgeformt.

Andrea Bocellis „Perfidia“ wird mit einer selbst für diese Preisklasse unüblichen Sorgfalt aufbereitet. Die Instrumente präsentieren sich als fein detailliert, und Andreas Stimme scheint mitten in einem weitläufigen virtuellen Raum zu stehen. Ein richtiger Bühnen-Charakter wird hier geboten, und nicht das für viele Kopfhörer übliche Verfahren, dass die Stimme der Sängerin oder des Sängers direkt und ohne das Entfalten echter Räumlichkeit in die Gehörgänge drängt. Hier kann man intensiv und gleichzeitig mit hohem Entspannungsfaktor hören, der Performance P880 bleibt sich treu – denn so kennen wir ihn auch aus den anderen Testreihen. Cocorvado – ein Duett von Andrea Bocelli mit Nelly Furtado -, bestätigt ein weiteres Mal unsere Eindrücke. Diese Mischung aus dynamischem Antritt und feiner Modellierung aller akustischen Parts ist äußerst selten anzutreffen. Nellys und Andreas Stimme, aber auch die Instrumente – besonders hervor sticht gleich zu Beginn das Saxophon – kommen mit Glanz und Feinauflösung zum Ausdruck.

Konkurrenzvergleich

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  • beyerdynamic Aventho Wireless: Hochwertig verarbeitet, sehr impulstreu: Der Heilbronner Kopfhörer hat sogar eine aufwändige Klang-Personalisierung. Das Ganze gibt es, gleich als „fertigen“ Bluetooth-Kopfhörer, für 449 EUR. Im Vergleich zum Hightech-Paket von beyerdynamic kommt der Ultrasone richtig klassisch-konventionell daher. Man sollte sich davon aber nicht blenden lassen: Mehr Basskraft, mehr Räumlichkeit, praktisch genauso detailliert, und robuster verarbeitet, ohne grobschlächtig zu wirken: Der Oberbayer ist ein äußerst unangenehmer Konkurrent und setzt nicht zuletzt dank S-Logic Plus Akzente im Vergleich zum Aventho. 

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  • KEF Space One: Der Space One für 420 EUR verfolgt ein anderes Produktkonzept. Er ist ein kabelgebundener Over-Ear-Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung, die ausgezeichnet funktioniert. Akustisch etwas „schmäler“ auftretend als der Ultrasone, verkörpert der erstklassig verarbeitete und komfortable KEF klassische HiFI-Ideale. 

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  • JBL Everest 750 NC: Mit 299 EUR ist der JBL vergleichsweise günstig, verfügt der gut, aber nicht opulent verarbeitete Everest 750 NC über ein gutes aktives Noise Cancelling, Bluetooth und eine Steuerung per App. Klingt top, ist auch in der Praxis prima: Für seinen Kaufpreis liefert der JBL auch eine prima Leistung ab. Akustisch aber besteht eine nicht zu unterschätzende Distanz zum feiner auflösenden, räumlich dichter aufspielenden Ultrasone. 
Fazit

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Ultrasone hat mit dem Pro 880 inklusive dem Sirius Bluetooth-Adapter erneut ein bis ins Detail überzeugendes Produkt zum Test abgegeben. Schon nach dem Auspacken kommt, aufgrund der exzellenten Verarbeitung und der überdurchschnittlichen Materialqualität, Freude auf. Der Pro 880 sitzt überdies hervorragend auf dem Kopf des Trägers, er lässt sich präzise auf verschiedene Kopfgrößen einstellen. Kopfband und Ohrpolster werden auch beim längeren Tragen als sehr angenehm empfunden. Klanglich tut sich der Pro 880 dank S-Logic Plus durch eine intensive, zugleich aber sehr angenehme, homogene Räumlichkeit hervor. Die Feinauflösung ist überragend, ebenso die gesamte grobdynamische Kulisse.

Ultrasone beweist mit dem Paket aus dem Performance 880 und Sirius erneut, dass man keine Konkurrenz zu fürchten hat
referenz
Gesamt-Referenz Bluetooth-Kopfhörer
Test 19. Dezember 2017

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 19. Dezember 2017

 

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