TEST: SVS aktiver Subwoofer PC-2000 – Druck-Röhre mit Kultstatus?

SVS PC-2000 Front Seitlich3

„Tolle Tonne“ mag aufs erste Hinhören nicht allzu schmeichelhaft klingen, beschreibt den 999 EUR kostenden SVS-Hochleistungsaktivsubwoofer PC-2000, ausschließlich in schwarz lieferbar, aber sehr präzise. Der US-Tieftonexpierte kokettiert nicht nur mit einem Frequenzgang von 16 bis 260 Hz (+(- 3 dB), sondern auch mit 500 Watt RMS-Dauerleistung und 1.100 Watt kurzzeitiger Peak-Power. 23 kg wiegt die flotte Röhre, nicht allzu viel, wenn man bedenkt, ein Objekt mit 87 cm Höhe und 42 cm Durchmesser vor sich zu haben, Ein 30 cm Tieftöner ist verbaut und soll den Bass-Spaß auf die Spitze treiben. Der PC-2000 eignet sich besonders für Anwender, die nur relativ wenig Stellfläche zur Verfügung haben, auf einen leistungsstarken Subwoofer aber trotzdem nicht verzichten möchten. 

SVS PC-2000 Bedienelemente Anschluesse

 Regler für Lautstärke, Phase, Tiefpassfilter, Auto-Standby sowie Line-Eingänge

SVS PC-2000 Bassreflexrohr

Bassreflexöffnung hinten

SVS PC-2000 Oberseite

Von oben aus betrachtet

SVS PC-2000 Rueckseite Seitlich2

komplette Rückseite

SVS PC-2000 Standfuesse

 Standfüße

Der Bassreflex-Subwoofer besitzt die Bassreflexöffnung auf der Gehäuserückseite, der 30 cm Tieftöner ist auf der Unterseite montiert. 

SVS PC-2000 Tieftoener

30 cm Basschassis, Downfire

Der aktive Subwoofer verfügt über „SoundPath“ Isolations-Füße, was für eine optimale Bodenentkopplung sorgt. Das Gehäuse des Zylinders hinterlässt einen robusten Eindruck und besteht aus MDF. Die gesamte Anmutung mit der einfachen Stoffbespannung und der insgesamt nur befriedigenden Materialqualität ist nicht dazu angetan, Maßstäbe zu setzen. 

Der verbaute Treiber besitzt eine große leistungsfähige Schwingspule und eine weiter optimierte Zentrierspinne für Linearität bei hohem Antrieb. Langlebigkeit garantiert die Langhub-Gummisicke. Der Korb des 30 cm Basschassis besteht aus Aluminium-Druckguss, die Kabel zwischen den Anschlüssen und der Schwingspule sind beweglich ausgeführt. Doppelte großformatige Ferrit-Magnete ermöglichen enorme Performance. Die Membran besteht aus Aluminium-Polypropylen und verbindet Leichtigkeit mit hoher Steifigkeit. Für bessere Kühlung, niedrigere Geräusche und reduzierte Luftkompression gibt es eine Polkernentlüftung. 

SVS PC-2000 Innenleben Gesamt

 Elektronik in der Übersicht

SVS PC-2000 Innenleben1

Class-D-Endstufe

SVS PC-2000 Innenleben2

 Im Detail

Die eingebaute Endstufe vom Typ Sledge STA-500D ist mit einer präzisen DSP-Steuerung versehen. Es handelt sich, wie meist üblich,  um eine digitale Class-D-Endstufe – hohe Effizienz, geringe Verlustwärme, das sind hier die Vorzüge. Im Standby-Modus verbraucht der PC-2000 umweltfreundlich weniger als 0,5 Watt. 

Klang

Akustisch zeigt uns der PC-2000 bei „Back In Your Head“ (Tegan&Sara, Tiesto Remix) von der Tiesto BD „Copenhagen – Elements Of Life“ (DTS-HD Master Audio) gleich die Zähne. Allerdings muss man ihn höher einpegeln, als man es vielleicht erwarten würde. Erst machte sich ziemliche Enttäuschung breit, weil sich schlichtweg nichts tat, man war sich nicht sicher, ob der aktive Subwoofer überhaupt läuft. Dann haben wir ihn höher eingepegelt, hinten auf ca. 75 Prozent und auf 0,0 dB am Marantz SR7009, und nun geht die Post ab: Hart, kräftig, raumfüllend bläst die Sledge-Endstufe die Leistung raus. Das belastbare 30 cm Chassis sorgt dafür, dass der Hörraum massiv unter Bassdruck gesetzt wird. Tiefgang, Staffelung, Volumen – alles absolut auf Top-Level.

Tiesto mixt in seine Show auch Klaus Badelts „He’s A Pirate“ – der nächste Track, den wir uns anhören. Massiv, bis tief nach unten, kraftvoll im Kickbass-Bereich – der US-Woofer macht dem Ruf der Marke SVS, Bass-Kraftwerke zu bauen, alle Ehre. Was uns sehr gut gefällt, ist überdies die Präzision, mit der der Bass-Experte seiner Arbeit nachgeht. Trotz des mit 30 cm großen Chassis werden auch kleine Bass-Impulse tadellos verarbeitet. Der Basslautsprecher spielt so tief in den Frequenzkeller, dass auch die Zusammenarbeit mit relativ großen Standlautsprechern noch einen Vorteil bringt. Natürlich kommt die Tiefbass-Fähigkeit im Filmtonbetrieb noch besser heraus, aber schon bei der Tiesto-BD zeigen sich große Vorteile des US-Krachers. Auch parallel stattfindende Bass-Ereignisse werden solide aufgebaut, und selbst bei enormer Hörlautstärke souverän in den Hörraum geschleudert. Das Feeling des großen Tiesto-Events kommt mit dem PC-2000 hervorragend heraus – großes Kompliment an SVS, das macht extrem viel Spaß. 

Weiter geht es mit der BD „Lichtmond 3“ (DTS-HD Master Audio 5.1), wir nehmen das Titel-Stück „Days Of Eternity“. Hier kann sich der PC-2000 gleich von Beginn an mit purer Bassgewalt exzellent in Szene setzen. Raumfüllend, mit Wucht und Tiefgang, macht er sich ans Werk und beweist, was wir schon vorher feststellten: Nachdruck, Präzision und Volumen sind die großen Spezialitäten. Er liefert bei großem Pegel genauso souverän tieffrequente Kraft wie bei Zimmerlautstärke.

Es empfiehlt sich für den ambitionierten Einsatz ein akustisch optimierter Raum sowie einen sorgfältige Positionierung, um störende Einflüsse des Raumes (Stichwort: Stehende Wellen) tunlichst zu vermeiden. Dann erntet man als Gewinn bringendes Ergebnis puren, satten Bass. Bedingt durch die präzise Steuerung, werden selbst im Grenzbereich Überlastungserscheinungen weitgehend vermieden. Es macht enorme Freude, bei „Days Of Eternity“ richtig Gas zu geben (70 dB in der Anzeige des Marantz SR7009), hier schiebt der PC-2000 derart unnnachgiebig, dass zwar besaitete Zeitgenossen es mit der puren Angst zu tun bekommen. Das 30 cm Langhub-Chassis ermöglicht ohne störende Effekte große Auslenkungen. 

Wir ignorieren es einfach geflissentlich, dass man normalerweise sagt, SVS-Subwoofer wären besonders gut für den Filmtonbetrieb geeignet. Später werden wir uns auch noch ein Filmbeispiel anhören. Aber dieses Biest macht so viel Spaß bei Musik, dass wir gleich zum nächsten Angriff auf die Standfestigkeit aller im Hörraum befindlichen Gegenstände übergehen. Das Intro plus dem ersten Song „Jillian (I’D Give My Heart) und dem zweiten Song „The Howling“ in DTS 96/24 hören wir uns nun an.

Und wiederum pusht der PC-2000 nachhaltig und schafft auch im 25 Quadratmeter-Hörraum eine dichte Bass-Atmosphäre. Die Kraftreserven scheinen beinahe unerschöpflich zu sein. Verschiedene DSP-Programme z.B. für Musik und Film oder einen parametrischen EQ wie andere aktive Subwoofer offeriert der PC-2000 nicht – dafür aber Leistung satt und einen robusten Aufbau, der auch hoher Belastung standhält. Mit einem massiven Unterbau sorgt der PC-2000 hier für Furore, er fügt sich trotz aller Macht gelungen in die Gesamt-Klangkulisse ein und besticht auch durch das stimmige Timing. 

Das zweite Kapitel von „Amazing Spiderman – The Rise Of Electro“ präsentiert uns die Filmton-Fähigkeiten des PC-2000. Er bietet ein sehr kraftvolles tieffrequentes Fundament, mit donnernden Rotoren von Helikoptern, dem explosiven Music Score und einer Serie von Unfällen auf den Straßen New Yorks, die uns verdeutlichen – mit diesem Subwoofer kann man wirklich von einem HeimKINO-Erlebnis sprechen. Der PC-2000 ist, wenn er gefordert ist, sofort zur Stelle, und bringt in die zahlreichen Explosionen und Schusswechsel auch jede Menge Struktur. Die räumliche Dichte bei den Effekt-Kombinationen ist hervorragend, und wie wir es auch von den Musik-Beispielen her kennen, schafft es der PC-2000, auch parallel stattfindende Bassereignisse sehr gut zu verarbeiten.

Er lässt gern seine Muskeln spielen, ist er richtig eingepegelt, setzt er massive Kräfte frei. Das ist auch etwas das Problem, es gibt keinen „richtigen“ Mittelweg, entweder der PC-2000 spielt wie entfesselt auf, oder er ist etwas zu deutlich im Hintergrund. Wer mit Heimkino- oder Musik-Genuss ein intensives Erleben gleichsetzt, wird sich freuen über den Nachdruck des SVS-Kraftwerks, wer es gern im Bassbereich absolut natürlich – aber auch nicht zu zurückhaltend – angehen lassen möchte, wird vielleicht im PC-2000 nicht den idealen Partner finden. 

Das 15. Kapitel der „Avengers“ Blu-ray heißt „der Krieg“ – und genau so derb, wie man annehmen kann, geht es auch zu: Eine gepanzerte Riesenechse kriecht aus dem schwarzen Loch und zieht eine Schneise der Verwüstung hinter sich. Das ohrenbetäubende Geschrei, einstürzende Fassaden von Skyscrapern, der nachdrückliche Music Score, es gibt viel zu tun für den PC-2000. Erneut mobilisiert er erfolgreich seine Kraftreserven und lädt das Auditorium zu echtem Kino-Spaß zu Hause ein.

Er pariert auch anspruchsvolle Basseffekte, als ein Gebäude von Schüssen getroffen wird und Flammen herausschießen, ausgezeichnet. Somit kann man festhalten, dass sich der PC-2000 für Filmtonspuren ebenso für Musik sehr gut eignet, immer ist das gebotene Fundament überragend, und wenn zusätzlich noch Spitzen kommen, die nach noch mehr Power verlangen, ist der Basslautsprecher mit seiner hohen kurzzeitigen Peak-Leistung zur Stelle. Kurze, heftige Bass-Impulse werden sehr gut erkannt, und sehr intensive Effekte wie das Gebrüll von Hulk kommen auch ausgezeichnet heraus. 

Fazit

SVS PC-2000 Front Seitlich4

Mit dem PC-2000 ist SVS erneut ein hervorragender aktiver Subwoofer gelungen, der kraftvolle und präzise Basswiedergabe mit ausgezeichnetem Tiefgang verbindet. Das Finish ist robust, aber für rund 1.000 EUR Kaufpreis etwas einfach. Das gilt auch für die Ausstattung, verschiedene vorprogrammierte EQ-Kurven z.B. für Musik und Filmton gibt es nicht, ebenso wenig findet sich ein parametrischer EQ. Die eingebaute digitale Endstufe ist enorm pegelfest und beschallt problemlos auch Räume, die über 30 Quadratmeter haben. Ist der PC-2000 richtig eingepegelt, „geht die Post ab“- für sensiblere Naturen ist das Basskraftwerk eher weniger geeignet. Wer aber im wahrsten Wortsinne „etwas erleben“ möchte, findet im SVS-Sub den idealen Partner. 

Extrem leistungsfähiger aktiver Subwoofer mit hoher Pegelfestigkeit
ueberragend
Aktive Subwoofer bis 1.000 EUR
Test 02. April 2015

+ Sehr pegelfest
+ Enormer Nachdruck
+ Sehr guter Tiefgang
+ Benötigt wenig Stellfläche
+ Gute Präzision

– Einfache Materialanmutung
– Keine EQ-Programme bzw. kein parametrischer EQ

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 02. April 2015

 




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