TEST: Pioneer Blu-ray-Player BDP-LX88 – Highend is back

Pioneer BDP-LX88 Front Seitlich1

Hochwertige Blu-ray-Player sind mittlerweile Mangelware. Schon derjenige, der 300 EUR für einen BD-Spieler ausgibt, wird oft – zu Unrecht – belächelt. Schaut man im Internet, so kann man schon für 50 EUR Marken-BD-Player erstehen. Da muten die 1.499 EUR für den in schwarz (BDP-LX88-K) oder silbern (BDP-LX88-S) astronomisch hoch an. Was allerdings dafür geboten wird, hat mit einem der üblichen Billig-Plastik-Player nicht das Mindeste zu tun. Den Pioneer-Spieler und die sehr preiswerten Alternativen eint eigentlich nur, dass beide Devices Blu-rays wiedergeben, das war es auch schon.

Pioneer stößt in den Preisklassen, in denen der BDP-LX88 beheimatet ist, hauptsächlich auf Konkurrenten von Oppo, Arcam oder anderen kleineren Herstellern (Cambridge, NAD zum Beispiel). Anbieter wie Sony, Samsung, Panasonic oder LG sind in diesen Preisregionen gar nicht erst aktiv, die geringen Stückzahlen werfen keinen Profit ab und stehen hohen Entwicklungskosten gegenüber, die nicht aufgefangen werden können. 

Der BDP-LX88 ist ein Universalplayer und nimmt neben Blu-rays, 3D-Blu-rays, DVDs und CDs auch SACDs und DVD Audio-Discs entgegen. Videseitig ist er in der Lage, hochpräzise auf bis zu 4K/60p hochzurechnen. Audioseitig schöpft der Universalist aus dem Vollen und besticht mit dem ESS Sabre 32 Reference DAC ES9018 für perfekte Wandlung des digitalen in ein analoges Signal.

Eine besonders exakte Masterclock-Schaltung eliminiert potentielle Zeitlauffehler im Signal praktisch völlig. Für den Stereobetrieb werden für jeden Stereokanal gleich vier D/A-Wandlerkreise verwendet. Das hat den Vorzug eines kristallklaren, feinst detaillierten Signals. Perfekt eignet sich der BDP-LX88 demnach auch für HiRes-Audio-Dateien, die wahlweise per DLNA/Netzwerk oder per USB-Medium eingespielt werden können. AIFF, Apple Lossless, LPCM und FLAC werden unterstützt, ebenso Direct Stream Digital (DSD). 

Hier kommt eine Übersicht mit allem, was der BDP-LX88 wiedergibt:

Wiedergabe von

  • YouTube, Picasa
  • DVD-Video, VCD, CD und USB: AVCHD, AVCREC, SACD, Video CD, BD-ROM, BD-R/RE, CD-R/-RW, DTS-CD, CD-DA, CD-EXTRA, CD-GRAPHICS, DVD-R/RW, DVD+R/RW, DVD-Video, DSD discs

Dateiformate:

  • VIDEO: 3GP, AVI, DivX plus HD, FLV, MKV, MP4, MPG und WMV
  • AUDIO: AAC, AIFF, ALAC, DSD, FLAC, MP3, Monkey’s Audio, WAV und WMA
  • BILDER: JPEG, GIF, MPO und PNG

HD-Audio:

  • Dolby TrueHD, DTS-HD Master Audio, DTS-HD High Resolution Audio

Pioneer BDP-LX88 Rueckseite Seitlich1

Anschluss-Gesamtübersicht

Pioneer BDP-LX88 Anschluesse Rueckseite1

Sehr hochwertige unsymmetrische Cinch- und symmetrische XLR-Audio-Analog-Terminals

Pioneer BDP-LX88 Anschluesse Rueckseite2 

HDMI Out Sub und Main, Zero Dignal, RS-232C, optischer und koaxialer Digitalausgang, USB

Der BDP-LX88 ist extrem üppig mit Anschlüssen bestückt und offeriert zwei HDMI-Ausgänge, von denen einer für Audio und Video und einer für die reine Audio-Signalausgabe verwendet werden kann. Ein optischer und ein koaxialer Digitalausgang sind ebenso vorhanden wie ein LAN-/Ethernet-Terminal, 1 x RS232C, einmal USB hinten und einmal USB vorn.

Ein symmetrischer und ein unsymmetrischer analoger Audioausgang und einma, Zero-Signal für Audio-/Video-Qualitätsoptimierung stellen bilanzierend eine sehr reichhaltige Bestückung dar. Ein WLAN-Modul ist – gewollt – nicht an Bord, damit keine ungewollten Störungen, hervorgerufen durch das WLAN-Modul, die hochklassige Hör- und Sehfreude negativ beeinflussen. 

Der BDP-LX88 ist massiv aufgebaut, was sich in satten 13,4 kg Gewicht niederschlägt. Der Player ist 435 mm breit, 130 mm hoch und 339 mm tief. Im Betrieb liegt die Leistungsaufnahme bei 40 Watt, im Standby-Betrieb bei 0,3 Watt, Ist die HDMI-Steuerung auf „an“ gestellt, bleibt es bei 0,3 Watt, ist Netzwerk-Standby eingeschaltet, sind es 5 Watt Standby-Verbrauch. 

Pioneer BDP-LX88 Innenleben1

Sorgfältiger innerer Aufbau

Pioneer BDP-LX88 Innenleben2

Geschirmt: Laufwerk (Mitte) und Netzteil (rechts)

Pioneer BDP-LX88 Innenleben Gesamt

 Gesamtansicht innen

Der BDP-LX88 kommt mit einem besonders steifen, dreilagigen Chassis und einer leider nur durchschnittlich gelagerten, aber laut Beschreibung akustisch gedämpften Disc-Lade. Unter dem BDP-LX88 sitzen massive Standfüße für absolute Resonanzarmut. Die Bedienelemente sind sauber eingepasst und besitzen einen gut definierten Druckpunkt. Das Gerätedisplay löst befriedigend auf, ist aber kein Highlight. Mitgeliefert wird eine Pioneer-typisch schlanke, sehr hochwertige Fernbedienung, die auf Knopfdruck fast komplett zu beleuchten ist.

Pioneer BDP-LX88 Display

Display

Pioneer BDP-LX88 Disc Schublade

Disc-Lade

Pioneer BDP-LX88 Fernbedienung

Fernbedienung

Pioneer BDP-LX88 Bedienelemente Front2

Tasten mit gutem Druckpunkt, solide Standfüße

Pioneer BDP-LX88 Bedienelemente Front1

 Blau beleuchteter Standby-Knopf

Das Navigationskreuz leuchtet nicht, es ist schwarz und bietet kaum Kontrast zum ebenfalls schwarzen Gehäuse der Fernbedienung. Qualitativ wirkt die Remote sehr solide und sammelt auch durch die angenehme Gummierung der Tasten Pluspunkte. Alternativ kann man den Universalplayer mit der iControl AV5-App fürs Smartphone/Tablet steuern. 

Im Innenleben des BDP-LX88 findet sich ein Toroid-Trafo für eine besonders gute Audioperformance. Der ganze, sehr hochwertige Innenaufbau gliedert sich in drei separate Kammern, um eine gegenseitige Signalbeeinflussung völlig verhindern zu können.

hinzu kommen Pioneers HiBit-Sampling, Sound Retriever Link und PQLS, wenn der Player mit einem AV-Receiver von Pioneer in der Kette zusammenarbeitet, der ebenfalls über Precision Quartz Locking System verfügt. Sinn und Zweck dieses Systems ist es, Zeitlauffehler im Audiosignal auszuschließen, was zu einem hoch präzisen sowie feindynamisch exzellenten Klang führt. 

Videoseitig beeindruckt der BDP-LX88 beispielsweise mit einem umfangreichen Video-EQ, der für Block- und Moskito-Rauschen getrennt schaltbare Filter besitzt. „Stream Smoother“ sorgt für eine bessere Bildqualität bei komprimierten Inhalten aus dem Internet (z.B. von YouTube). Pure Cinema Progressive Scan ist für ein hochwertiges De-Interlacing, perfekt auf Filmmaterial zugeschnitten, zuständig. 

Die Menüs sind im typischen Pioneer-Stil gehalten. Leider sind sie, wenn man als Sprachwahl „Deutsch“ verwendet, nicht durch die Bank komplett übersetzt. 

Pioneer BDP-LX88 Screenshot 18

Video-EQ

Pioneer BDP-LX88 Screenshot 17

Audio-Parameter

Pioneer BDP-LX88 Screenshot 15

Grundeinstellungen „Optionen“, hier der aktivierbare Bildschirmschoner

Pioneer BDP-LX88 Screenshot 14

Grundeinstellungen „Wiedergabe“

Pioneer BDP-LX88 Screenshot 13

Grundeinstellungen „Sprache“

Pioneer BDP-LX88 Screenshot 12

Grundeinstellungen „Netzwerk“

Pioneer BDP-LX88 Screenshot 11

Grundeinstellungen „HDMI“

Pioneer BDP-LX88 Screenshot 10

Grundeinstellungen „Audio-Ausgang“

Pioneer BDP-LX88 Screenshot 9

Grundeinstellungen „Auflösung“

Pioneer BDP-LX88 Screenshot 8

Grundeinstellungen – Fensehschirm

Pioneer BDP-LX88 Screenshot 7

Keine Smart TV-Plattform, die niemand braucht, sondern nur das Nötigste

Pioneer BDP-LX88 Screenshot 6

Home Menu

Der BDP-LX88 hat auch einen bordeigenen Setup Navigator, der in fünf Schritten Grundeinstellungen durchführt: 

Pioneer BDP-LX88 Screenshot 5

Beendigung des Einrichtungsassistenten

Pioneer BDP-LX88 Screenshot 4

Seitenverhältnis

Pioneer BDP-LX88 Screenshot 3

Auflösung, die für den angeschlossenen TV geeignet ist

Pioneer BDP-LX88 Screenshot 2

Menüsprache 

Pioneer BDP-LX88 Screenshot 1

 Start des Setup-Navigators 

Bild

Wie sieht es mit der Bildqualität aus, die der BDP-LX88 realisieren kann? Natürlich sind hier die Erwartungen hoch, ein beinahe 1.500 EUR kostender Universalplayer sollte auch aus visueller Sicht den Benefit bieten, den man von einem solchen Luxus-Device erwarten kann. 

Nicht ganz so flott reagiert der BDP-LX88 ab und zu auf Befehle, die mit der Fernbedienung gegeben werden, so dauert es z.B., bis sich im linken unteren Bildschirmrand des Fenster zur weiteren Bedienung des Video-EQs öffnet. Das Laufwerk liest in annehmbarer Geschwindigkeit ein und besitzt eine gute Geräuschdämmung. Leicht zerkratzte Discs wurden ohne Schwierigkeiten wiedergegeben. Nicht ganz perfekt funktioniert das etwas träge Kapitel springen.

Der Video-EQ bietet voreinstellte Bildfelder: Projektor Digital Cinema, Projektor Film Cinema, Projektor Live, Front Panel Display Digital Cinema, Front Panel Display Film Cinema, Front Panel Display Live, Reference plus drei individuell konfigurierbare Speicherplätze. Individuell sind einzustellen: Separat justierbare Rauschfilter für Helligkeitsrauschen, Farbrauschen, Blockrauschen und Moskitorauschen, Detailschärferegler, Helligkeitsregler, Regler für Kontrast, Hue, Chroma Level sowie die Super Resolution (Auflösungsverbesserer). Weitere Parameter umfassend Progressive Motion, Pure Cinema, den Stream Smoother (fließenderer Lauf und bessere Qualität bei komprimiertem Streaming-Videomaterial) und den Film Grain (Kino-gemäße Körnigkeit bei der Darstellung von Filmmaterial). 

Wir checken ein bei den ersten Kapiteln der BD „Samsara“ und sehen die üppig geschminkten und prächtig gewandeten Mädchen tanzen. Farbecht und klar stellt der Pioneer dar, die Schminke im Gesicht und das Rouge auf den Wangen, den Glanz in den Augen und jedes Detail an den Ornamenten auf den Gewändern werden aus dem Quellmaterial geholt. Der BDP-LX88 skaliert nahezu ohne jedes Scalingrauschen hoch und schafft absolut ruhige, sichere Bewegungsabläufe. Der Bildstand ist in dieser ersten Sequenz stets solide. Als dann im 2. Kapitel ein Vulkanausbruch zu sehen ist, modelliert der Player die Aschewolken sehr exakt und ungemein plastisch heraus. Kleine durch die Luft fliegende dunkle Partikel werden sauber von den weißgrauen Aschewolken getrennt.

Die rot-orange glühende Lava kommt exzellent heraus, in den dunklen Bildbereich fasziniert das hohe Maß an Detailkontrast, welchen der Pioneer in Zusammenarbeit mit dem Panasonic 65 Zöller der WT600er Serie herausholt. Nun wenden wir uns im 3. Kapitel den Tempelanlagen zu, die inmitten grüner Natur zu sehen sind. Der BDP-LX88 weiß hier durch die sehr gelungene Differenzierung der unterschiedlichen Grün-Nuancen zu überzeugen.

Zudem holt er jedes Detail an der Flora heraus, seien es Blätter, Äste oder Grashalme – alles wird scharf, aber ohne Ringing oder Artefakte, auf den Screen gebracht. Der Dunst in der Luft wird extrem gut erfasst, er wirkt so plastisch, als würde er sich direkt vor dem Zuschauer aufbauen. Wir lernen: Ja, der BDP-LX88 spielt wirklich in einer anderen Liga, denn das Bild ist sichtbar plastischer als von einem preiswerten Player, zudem verbucht der Pioneer Vorzüge bei Gesamt-Plastizität und Farb-Modellierung, die deutlicher ausfallen, als man spontan denken könnte. Das sensationelle Upscaling ist weiteres Merkmal, das Bild ist extrem scharf und ruhig. Die Kamerafahrten im dritten Kapitel wirken gekonnt, nur ganz selten ist im Bereich einzelner Grashalme minimales Zittern im Bild zu sehen, das fällt aber nur dem sehr versierten Betrachter auf.

Der goldene Buddhakopf ein Kapitel weiter sowie die Panorama-Landschaftsaufnahme kommen so gut heraus, dass der Betrachter, der weniger tief in der Materie drin ist, Wetten darauf abschließen könnte, es handele sich um natives 4K-Material. Die schmutzigen Hände und ungepflegten Nägel der alten Frau, die die Perlenkette durch die Finger gleiten lässt, stellt der Pioneer ebenso authentisch dar wie die Kinder in den traditionellen roten Gewändern. Als Teile der religiösen Anlage von oben gezeigt werden, ist es beeindruckend, wie detailreich der BDP-LX88 die Abnutzungserscheinungen an den Wänden herausarbeitet, die Steine auf dem Boden stehen absolut stabil, es ist kein Flimmern oder Zittern festzustellen.

Im 2. Kapitel des ersten Daniel Craig 007-Films „Casino Royal“ stellt der Pioneer die provisorische Kampfarena Schlange versus Mungo aus der Vogelperspektive sauber dar. Der sandige Boden wird in genau abgestufter Farbgebung erfasst, und die beiden Tiere sind bereits aus größerer Distanz einwandfrei zu erkennen.

Als dann James Bond an den verkohlten Holzbohlen lehnt, und sein Gesicht genau zu erkennen ist, fällt wieder die Liebe des Pioneer zum visuellen Detail auf: Rechts im Bild ist die angegriffene Oberflächenstruktur des Holzbalkens genau zu erkennen, die im Kinnbereich etwas längeren Bartstoppeln des britischen Agenten arbeitet der BDP-LX88 exakt heraus. Der Glanz in den Augen und Unebenmäßigkeiten der Haut stellt der Player ebenfalls in einer Art und Weise dar, dass man nur erstaunt über diesen Hang zur Perfektion sein kann. Das von Narben entstellte Gesicht des Bombenlegers und dessen abgegriffenes Mobiltelefon arbeitet der talentierte Universalplayer ebenfalls facettenreich heraus: So hat man stets den Eindruck, komplett ins filmische Geschehen einzugreifen.

Als der Bombenleger flüchtet und die Schlange streift, zeigt uns der Pioneer, wie stabil er auch bei schnellen Bewegungen den Bildstand gestalten kann. 007 hastet dem Bombenleger hinterher, und der matschige Boden der Großbaustelle kommt exzellent heraus. Auch der große Radlader, in den Bond kurz darauf einsteigt, mit den Gebrauchsspuren an der Schaufel kommt erstklassig heraus.

Das rostrote Gerüst, auf dem die Verfolgungsjagd ihre Fortsetzung findet, ist farblich genau getroffen. Der Pioneer beeindruckt bei Nah- und Panoramaaufnahmen gleichermaßen. Die Vegetation vor dem luxuriösen Anwesen auf den Bahamas in der Nacht sowie Miami in der Nacht stellt der Pioneer mit feiner Differenzierung dar. Das satte Schwarz und der exzellente Detailkontrast verlangen nach einem entsprechend hochwertigen Bildwiedergabegerät. Auf einem Standard-TV dürfte man kaum einen Unterschied zwischen BDP-LX88 und irgendeinem Massenware-Billigplayer sehen. 

Wir setzen unsere Testreihen mit dem Filmbeginn von „Avengers“ fort. Die BD wird erneut in erstklassiger Güte auf 4K hochskaliert. Die erste, recht dunkle Sequenz zeigt uns einmal mehr, wie gut der BDP-LX88 in dunklen Bildsequenzen Details, diesmal an den Rüstungen der Alien-Krieger, herausmodelliert.

Auch der Stützpunkt der Spezialeinheit auf der Erde kurze Zeit später wird sehr fein detailliert auf den Bildschirm gebracht, minimale Bildschwächen in Form von leichtem Zittern im hochfrequenten Bildbereich ist nur zu erkennen, als der Fahrstuhl rasch nach unten fährt.  Die Schwarze Kleidung von Samuel F. Jackson wird sehr gelungen präsentiert der Mantel hebt sich tadellos von der Jacke darunter ab. Die Forschungseinrichtung tief unter der Erde mit allem Equipment wird wiederum ohne störende Artefakte oder Unschärfen präsentiert – bis in die hinteren Bildebenen stellt der BDP-LX88 ein scharfes Bild zur Verfügung. Die Lichtblitze des Tesseraktes wirken ungemein lebendig und farbecht.

Im Kapitel „Die Invasion beginnt“ stellt der Player die Abnützungserscheinungen an der Rüstung des Iron Man sehr realistisch dar. Auch die Menschen, die nichtsahnend vom drohenden Umgemacht im Café sitzen, werden von etwas weiter oben klar sowie scharf abgebildet. Loki auf dem Balkon des Stark Towers ist plastisch und fließend ins Gesamtbildgeschehen eingebunden. Das luxuriöse Innere von Starks mehrstöckiger Wohnung mit der Bar beweist ein weiteres Mal, wie enorm detailreich der Player darstellen kann: Auch die Glaskaraffe mit dem Whisky wirkt so realistisch, als könne man sie selber in die Hand nehmen,

Rechnet der Pioneer selbst DVDs in sehr guter Qualität auf 4K hoch? Wir haben uns den Anfang von Star Wars Episode III auf DVD angesehen, mit dem Sternzerstörer, der durchs Bild donnert, und mit der Weltraumschlacht pberhalb von Coruscant. Der BDP-LX88 schafft hier eine sensationelle Leistung – mit nur einem kleinen Ausrutscher: Als der republikanische Sternzerstörer kurz nach Filmbeginn durchs Bild donnert, braucht der De-Interlacer ca. 2 Sekunden, bis er einrastet.

Ansonsten besticht der BDP-LX88 durch seine grandiosen Leistungen. Die gelbe Laufschrift gleich am Anfang wird farbecht und stabil wiedergegeben. Selbst die teile der Lettern, die weit hinten im Raum sind, kommen noch klar heraus, Wellenbildung ist praktisch gar nicht zu beobachten. der Sternzerstörer wird, nach dem eben beschriebenen Einrasten des De-Interlacers, erstaunlich scharf abgebildet, als die beiden Raumjäger von Obi-Wan und Anakin von hinten heran fliegen und sich knapp oberhalb der Außenhaut des riesigen Raumschiffs Richtung Raumschlacht begeben, wird die Oberfläche des Zerstörers in vielen Details und mit hohem Detailkontrast dargestellt.

Was uns überrascht: Wie gering das Bildrauschen ausfällt. Auch an Bord des Raumschiffs von General Grievous überzeugt uns der BDP-LX88 bei den Lichtschwertgefechten und bei der Darstellung des Bodens. Hier mischen sich nur leichte Rauschmuster ins Bild, gerade bei Bewegungen, die doch auf das SD-Quellmaterial hindeuten. Bilanzierend aber sind wir beeindruckt. Der Pioneer zeigt auf, was man selbst aus SD-Material rausholen kann, wenn es auf 4K hochgerechnet und de-interlaced wird. Der BDP-LX88 verfügt offensichtlich über eine großzügig bemessene CPU-Performance, denn nie sind dem Luxusgerät Anstrengungen anzumerken. 

Klang

Hier haben wir natürlich die hervorragende Güte der eingebauten D/A-Wandler überprüfen wollen und haben für verschiedene 96 kHz HiRes-Flac-Dateien den BDP-LX88 analog mit unserem Onkyo TX-NR3030 verbunden. Die Ladezeiten für HiRes-Dateien sind nicht die kürzesten, etwas Geduld sollte man hier mitbringen. Dafür erfolgt die „Entschädigung“ fürs Warten in akustischer Hinsicht sofort.

Bei Diana Kralls „Garden In The Rain“ beweist uns der Pioneer-Player sehr viel Feingefühl und modelliert die Stimme Dianas ungemein vielschichtig heraus. Die Instrumente, ganz besonders das Klavier, wirken ungemein realistisch und direkt – kleine dynamische Unterschiede fallen dem BDP-LX88 sofort auf, sie werden impulstreu mit eingebunden. Die gesamte Räumlichkeit erscheint glaubwürdig, so dass man insgesamt extrem kultiviert und umfassend Musik in Stereo genießen kann.

Im Stereo-Modus arbeiten die D/A-Wandlereinheiten besonders präzise, wie schon in der Einführung kurz erwähnt, weil vier Wandlerkreise pro Stereokanal arbeiten. Bei „Gentle Rain“ vervollständigt sich das Bild des Musik-Könners – fein dosiert, genau ausbalanciert, besitzt der BDP-LX88 alle Tugenden, die einen hochklassigen Player hinsichtlich der Fähigkeiten bei der Musikwiedergabe auszeichnen. Das teilweise Hingehauchte bei der Stimmdarstellung setzt der hochwertige Universalspieler toll um – Respekt.

Mit dieser Auslegung werden sich auch extrem anspruchsvolle Musikkenner für den BDP-LX88 interessieren, und für diese Klientel sind die rund 1.500 EUR Kaufpreis noch nicht einmal besonders üppig. Natürlich haben wir auch eine DVD-Audio (96 kHz/24-Bit Stereo) an unserer Kette getestet. Als Lautsprecher verwendeten wir die bestens bei uns etablierten Nubert nuVero 14. Georg Friedrich Händels „Finale Part III“ aus „Susanna“, Händelwerkeverzeichnis 66, erklingt mit enormer Strahlkraft.

Der Hochtonbereich wird fein ausmodelliert, kleine Zwischenklänge kommen vortrefflich zur Geltung. Dynamische Unterschiede erkennt der BDP-LX88 auch bei diesem Stück sofort. Johann Sebastian Bachs Allgro (aus Bachwerkeverzeichnis 1034) hat uns ebenfalls von den außergewöhnlichen Qualitäten des BDP-LX88 überzeugt. Feingliedrig kommt das Cembalo heraus – ein schwierig darzustellendes, aber dafür wunderschönes Instrument. Die Holzbläser sind ebenfalls von Harmonie und hervorragender Detaillierung geprägt.

Bei der SACD „James Bond Themes“, gespielt vom Royal Philharmonic Orchestra, haben wir erneut in Stereo gehört, weil sich hier das akustische Profil des Players und die Leistung des DACs am besten feststellen lässt. Wunderbar harmonisch und gleichzeitig enorm detailreich klingt die instrumental gespielte Titelmelodie aus „From Russia With Love“. Die feine räumliche Auskleidung und die saubere, homogene Integration der Streicher sorgen hier dafür, dass auch ambitionierte Musikliebhaber viel Freude haben dürften.

Digital, per HDMI angeschlossen, im Mehrkanalbetrieb gibt sich der noble BD-Spieler auch keine Blöße. Er agiert mit feinem Detaillierungsvermögen, ausgewogener tonaler Balance und enormer Impulstreue. Lebendig und umfassend werden Filmtonspuren und musikalisches Material wiedergegeben. 

Fazit

Pioneer BDP-LX88 Front Seitlich1

 

Pioneer zelebriert mit dem BDP-LX88 das Comeback der hochwertigen Oberklasse-Blu-ray-Player – und wie: Mit bester D/A-Wandlertechnik und hochwertigen Schaltungen setzt der Audioteil Maßstäbe. Mit phänomenalem Bild bei von Full HD hochskalierten Bildinhalten und hervorragendem De-Interfacing-/Upscaling-Ergebnis selbst von SD-Quellen lässt der BDP-LX88 die versammelte BDP-Konkurrenz souverän hinter sich. Er ist kostspielig, das stimmt, und auch nicht frei von Nachteilen. So reagiert er nicht immer besonders zügig auf Bedienbefehle, die mit der Remote gegeben wurden,  das Laden von HiRes-Audiodateien über Netzwerk könnte flotter funktionieren und die Lagerung der Laufwerkslade hochwertiger ausfallen. Fernab dieser kleinen Kritikpunkte aber brilliert der Hightech-Player mit hoher Betriebssicherheit, herausragender Verarbeitung, üppiger Anschlussbestückung und tollemm Video-EQ mit drei Speicherplätzen für individuelle Justagen. Die wird man aber kaum brauchen, da die vordefinierten Bildfelder absolute Spitzenklasse sind.  

Audiovisuell markiert der BDP-LX88 souverän neue Bestmarken. Hinzu kommen edle Verarbeitung und hervorragende Ausstattung
referenz
BD-Player Luxusklasse
Test 18. März 2015

+ Bild setzt neue Maßstäbe bei Upconversion von Full HD Material
+ Hervorragende Upconversion von SD-Material
+ Exzellenter Video-EQ
+ Referenz-Audioqualitäten in jeder Betriebsart 
+ Grandioser Ess Sabre D/A-Wandler brilliert bei analoger Tonausgabe gerade in Stereo
+ Üppige Anschlussbestückung
+ Überragende Verarbeitung
+ Für Leistungsprofil angemessener Kaufpreis

– Laufwerkslade nicht perfekt ausgeführt
– Ladezeit im HiRes-Betrieb (Netzwerk)

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 18. März 2015




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