TEST: Monster Over-Ear-DJ-Kopfhörer NCredible N-Pulse

Monster N-Pulse 1 Monster N-Pulse 4

Wer wäre nicht selber mal gerne DJ beziehungsweise würde sich wie ein solcher fühlen? Wer derartige „Gelüste“ hat, ist bei Monster hervorragend aufgehoben, denn der Over-Ear-Kopfhörer des renommierten Herstellers wirkt zumindest optisch ausgesprochen robust, professionell – und gleichzeitig auch durchaus noch recht nobel. Eine tolle Kombination für Marktpreise um die 180 EUR, und nicht nur Möchtegern-DJs werden angesprochen, sondern auch richtige – durch die schwenkbaren Ohrmuscheln und die sehr stabile Verarbeitung und den Tragekomfort soll der geschlossene Kopfhörer N-Pulse, der zur NCredible-Serie gehört, auch semiprofessionelle Musiker und eben DJs ansprechen. Neben weiß gibt es den Kopfhörer auch noch in klassischem Schwarz. Der N-Pulse mit 32 Ohm Impedanz stellt Frequenzen zwischen 20 Hz und 20 kHz dar und bietet mittels „Control Talk“, welches zusammen mit  Android-Smartphones und -Tablets sowie mit anderen mobilen Devices funktioniert – so können auf Knopfdruck mit der Kabelfernbedienung Anrufe entgegen genommen werden. Ein Mikrofon für das Führen von Gesprächen ist ebenfalls vorhanden.

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ControlTalk

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Sehr gut gepolsterte Ohrmuscheln

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Aus seitlicher Sicht

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3,5 mm Anschluss für das Kopfhörer-Kabel

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Sehr gut gepolsterter Bügel

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Verstellmechanismus

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Cooler Style –  Monster-Schriftzug auf dem Kopfband oben

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Klappbare Ohrmuscheln, „N-Pulse“ Logo in Rotschwarz

Gerade in weiß ist die optische Wirkung enorm – mit dem N-Pulse fällt man auf. Von außen betrachtet, ist in das hochglänzende Weiß der Ohrmuscheln ein Alu-naturfarbener Kranz eingelassen, der von drei eingelassenen Schrauben unterbrochen wird – das ist genau die Optik, die in den Käuferkreisen des N-Pulse geschätzt wird. Oberhalb dieses Alu-Kranzes in Richtung des sehr gut gepolsterten Kopfbandes befindet sich das spezielle rote und aufwändig gemachte „NCredible“ Logo des Kopfhörers – sozusagen als „Gütesiegel“, das für jeden sichtbar ist. Das Material der Ohrmuscheln macht einen guten Eindruck, und wir applaudieren: Das passive Noise Cancelling funktioniert tatsächlich recht gut, Außengeräusche bleiben zu einem beachtlichen Anteil außen vor. Natürlich ist das verknotungsfreie Kabel austauschbar, Monster integriert einfach eine 3,5 mm Buchse. Zwar ist Kunststoff das vorherrschende Material, dieser wirkt aber sehr hochwertig und keinesfalls billig. Auch der Verstellmechanismus für die Anpassung des Kopfbandes an die Kopfgröße wirkt recht haltbar. Praktischer Vorteil des N-Pulse ist der wirklich hohe Tragekomfort auch über längere Zeit. Sicherlich hängt das auch von der Kopfform des jeweiligen Trägers ab, wir jedenfalls sind voll des Lobes. Der stabile Hörer ist allerdings kein Leichtgewicht, wird aber auch nie als so schwer empfunden, dass es wirklich stört.

Monster-Beats – massive, schwarze Bässe – sind ein Erkennungsmerkmal der Monster Kopfhörer. Hier haben wir nachgehört, ob sich der N-Pulse dieser akustischen Auslegung anschließt. Natürlich haben wir auch auf die sonstigen klanglichen Fähigkeiten geachtet. Wir haben den N-Pulse hauptsächlich mit Material „gefüttert“, welches ihm von seiner Charakteristik her liegen müssen und starteten mit der 2014er Version des Tiesto-Klassikers „Traffic“: Hier beweist der N-Pulse gleich, dass hervorragende Grobdynamik und eine gewisse Zuneigung zu höherem Pegel zwei hervorstechende Eigenschaften sind. Im Bassbereich geht erwartungsgemäß „die Post ab“, doch wir denken: Da geht noch mehr, also Track-Wechsel: „Trumpsta“ von Contiez featuring Treyy G lockt den leistungsfähigen DJ-Kopfhörer noch hörbar mehr aus der Reserve. Satt und kraftvoll donnert der Beat, und der Anwender muss aufpassen, dass nicht durch zu hohe Pegel das Gehör geschädigt wird. Dadurch, dass der N-Pulse auch kräftige Lautstärken mit absoluter Souveränität darstellt, ist man geneigt, zu übertreiben – daher raten wir zur Vorsicht.

Bei „Leben“, der aktuellen Single des deutschen DJ-Gespanns Finger&Kadel, bringt der Kopfhörer die Gitarrenklänge zu Beginn sauber heraus, schon hier scheint das enorme dynamische Vermögen durch. Mit dem weiteren Aufbau des Tracks wird dies umso deutlicher. Die verschiedenen elektronischen Effekte schleudert der N-Pulse bis tief in den virtuellen Raum und sorgt dadurch für besonders intensive Wahrnehmung beim Hörer. „Tricky Tricky“ von Sequenza und DJ Falk im Crew Carnival-Mix ist ideal, um die Vorteile des N-Pulse nochmals vorzuführen: Satter, harter und präziser Bass, hervorragende Darstellung von Rhythmus und den elektronischen Effekten und ein ungemein lebendiges Hör-Gefühl.

„Breathe“ der britischen Breakbeat-/Crossover-„Wilden“ von The Prodigy macht mit dem N-Pulse enorm Spaß. Der im Hintergrund wummernde Bass kommt ausgezeichnet heraus. Dynamisch und nachdrücklich, geht es voran. Die zahlreichen Effekte arbeitet der Kopfhörer fließend ein. Auch beim älteren 90er Jahre-Track „Voodoo People“ macht der Monster-Over Ear-Hörer Druck: Der Bass ist hart und impulstreu, die teils schrägen Klänge werden auch bei höherem Pegel praktisch verzerrungsfrei wiedergegeben.

Wir schalten in den Black-Modus und greifen uns „I like“ von Keri Hilson heraus. Der Song hat zwar schon ein paar Jahre auf dem Buckel, gefällt aber immer  noch durch satten Bass und coolen Rhythmus. Hier bewegt der N-Pulse wieder gekonnt viel Luft, ohne, was ihm mancher User fälschlicherweise nachsagt, nur den Bassbereich zu betonen. Dies ist keinesfalls in der Praxis gegeben, vielmehr arbeitet der Kopfhörer auch Keris Stimme wirklich gelungen heraus. Also kein Nur-Bass-Athlet, sondern einer, der insgesamt mit seiner nachdrücklichen Wiedergabe fesselt und Emotionen weckt.

Kann der N-Pulse auch sanfter? Bei Carly Simons „Nobody Does It Better“ (aus dem 007-Film „Der Spion, der mich liebte“) zeigt er sich zwar nicht als Meister der subtilen Detaillierung, dafür aber hat die Wiedergabe Kraft und Fundament, daher wird durchaus auch eine beträchtliche Portion Emotionalität freigesetzt. Die Stimme kann sich gekonnt frei im virtuellen Raum platzieren, so dass man insgesamt von einer effektvollen, reichhaltigen Wiedergabe sprechen kann. Analytisch orientierte Anwender, so viel steht aber auch fest, sollten von diesem Kopfhörer Abstand nehmen. Liebhaber einer kräftigen, üppigen Wiedergabe hingegen können bedenkenlos zugreifen. Hören als Erlebnis, ohne zu sezieren – dies praktiziert der Monster N-Pulse ausgezeichnet.

Wie sieht es mit der Konkurrenz aus? Aus dem Hause beyerdynamic kommt der innovative Custom One Pro mit wechselbaren Ohrmuschel-Covern und justierbarer Bass-Performance. Ein sehr gut verarbeiteter, basskräftiger Kopfhörer, der auf eine UVP von 199 EUR kommt und beinahe, aber nicht ganz die sehr hohen Pegel des N-Pulse erreicht. Er ist im Tiefgang noch eine Idee besser als der Monster-Konkurrent. Eine feine Höhenwiedergabe ist weder vom Custom Pro noch vom N-Pulse ein besonders hervorstechendes Merkmal.

Aus gleichem  Hause kommt der Monster On-Ear-Hörer DNA im extravaganten Dreiecks-Design. Er tritt schicker und weniger wuchtig auf, damit zieht er vor allem die Blicke des weiblichen Geschlechts stärker auf sich als der N-Pulse, der maskuliner und massiver daherkommt. Im direkten Vergleich wirkt der N-Pulse noch solider und haltbarer. Ähnlich verhält es sich mit der Akustik: Der N-Pulse bietet noch mehr Wucht und Kraft beim Antritt, der DNA detailliert etwas besser.

Klangstark und günstig sind die Attribute des AKG K 518 Neon, der lediglich rund 70 EUR kostet und sich praktisch kompakt zusammen klappen lässt. AKG bezeichnet ihn als „Premium DJ Headphone“ – und durch die robuste Bauart lässt er sich in diesem Metier auch prima einsetzen. Der Klang ist homogen und dicht, erstaunlich für die günstige Preisliga. Der teurere Monster N-Pulse wirkt naturgemäß deutlich edler, ist noch pegelfester und grobdynamisch nochmals talentierter.

Fazit

Monster N-Pulse 2

Robust, mit massivem Charme, kraftvollem Klang und hohem Tragekomfort eignet sich der N-Pulse aus dem Hause Monster für viele Einsatzzwecke. Der urbane Großstadt-Styler wird ihn ebenso lieben wie der DJ mit gewissem modischem Anspruch. Der Hörer sieht gerade in weißer Version einfach glänzend aus und untermauert mit sattem Sound den Anspruch von Monster, mit einer besonders nachdrücklichen, gleichzeitig aber erstaunlich präzisen Wiedergabe auftrumpfen zu können. Für sensible Naturen eignet sich der N-Pulse allerdings weniger.

„DJ’s Dream“ – stylisch, pegelfest und mit nachdrücklichem Sound kann sich der Monster N-Pulse profilieren
ueberragend
Kopfhörer bis 200 EUR
Test 29. April 2014

+ Sehr pegelfest
+ Bassstark und enorm dynamisch
+ Hoher Tragekomfort
+ Solide Verarbeitung
+ Hochwertige Optik

– Wenig geeignet für sensible Naturen

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 29. April 2014

 




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