TEST: LG Ultra HD-TV OLED55C7D – erstklassiger „Volks-OLED“ für 2.499 EUR?

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OLED-TVs haben ein ausgezeichnetes, Kino-likes Bild, sind aber auch überirdisch teuer – das war gestern so. Heute nicht mehr, denn LG offeriert den 2017er 55-Zoll-OLED-TV OLED55C7D ab 01. September für 2.499 EUR, hinzu kommen noch Aktionen mit Handelspartnern rund um die IFA, die sogar noch attraktivere Konditionen versprechen – lassen wir uns überraschen. Fest steht schon jetzt, dass der OLED55C7D alles bietet, was einen modernen Ultra HD-Fernseher auszeichnet. Aber fangen wir von vorn an, packen den Ultra HD-OLED-TV aus und freuen uns über das schlichte, hochwertige und zeitlose Design.

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Hochwertig wirkender Standfuß

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Dünner und schicker Rahmen

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Rückseite komplett

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Standfuß hinten

Die Materialqualität ist tadellos, OLED-typisch (OLED-TVs brauchen keine Hintergrundbeleuchtung wie ein LCD-TV) ist der C7D extrem dünn, vorzüglich daher auch für die Wandmontage geeignet. Wie wir es vom teureren OLED65E7V auch kennen, ist nicht nur Dolby Vision als als visuelle HDR-Variante integriert, sondern auch Dolby Atmos – erstaunlich in dieser Preisklasse, und wir sind gespannt, wie der C7D klingt. Aber dazu später mehr. Neben Dolby Vision werden auch Hybrid Log Gamma (HLG) und natürlich der aktuell am meisten verbreitete HDR-Standard HDR10 unterstützt. Aufgrund spezieller LG-eigener HDR-Verarbeitung wird die HDR-Bildgüte für jede Filmszene entsprechend optimiert. 

Was gibt es an Anschlüssen? Viermal HDMI, dreimal USB (einer davon USB 3.0), WLAN plus Ethernetanschluss, CI+ Slot, optischer Digitalausgang, Anschlüsse für den Doppeltuner (2 x DVB-C, DVB-S2, DVB-T2), Audioausgang 3,5 mm – das Übliche demnach. Irgendwelche YUV- oder Scart-Slots sucht man vergeblich, wer aber noch auf diese veralteten Anschlussformen setzt, braucht bestimmt keinen Hightech-OLED-TV.

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Anschlussübersicht seitlich: 3 x HDMI, USB 3.0, CI+ Einschub

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Hinten: Audio-Out, optischer Digitalausgang, HDMI In 4, Tuner-Anschlüsse (Doppeltuner vorhanden), 2 x USB

Natürlich bringt der C7D einen Assistenten für die erste Einrichtung des OLED-TVs mit.

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Die Einrichtung startet

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Standort- und Spracheinstellungen

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Modi „Daheim“ und „Geschäft“

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Herstellen einer Internet-Verbindung

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Nun geht es an die Tuner-Einstellungen

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Wahl des Tuners: DVB-T2, DVB-C oder DVB-S2?

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Satelliteneinstellungen

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Gefundene DVB-S2 Sender

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Fernbedienung

Der C7D nutzt das ebenfalls LG-eigene webOS 3.5 als Betriebssystem, als zugehöriges Steuerungswerkzeug liegt die Magic Remote bei. Zwar nicht so opulent wie beim OLED65E7V, aber auch das hier beiliegende Modell liegt gut in der Hand und ist ordentlich verarbeitet. Man muss das Prinzip der Magic Remote kurz verinnerlichen und dann eine kurze Zeit „üben“, dann hat man den C7D voll im Griff. Ähnlich wie bei der Nintendo-Spielekonsolo Wii funktioniert die Magic Remote wie eine „Air-Maus“, und man kann so gezielt Menü-Punkte und Funktionen ansteuern. Ein normales Navigationskreuz ist ebenfalls vorhanden, die Steuerung ist recht knackig, mit klaren Druckpunkten.

Für Netflix und Amazon Video finden sich Direktzugriffstasten auf der Fernbedienung, die sich als erstaunlich schwer erweist. Kommen wir auf webOs in der aktuellen Version 3.5 zu sprechen. LG wirbt mit dem derzeit für viele Anwender wichtigen Thema Sicherheit. „Der Security Manager in webOS 3.5, zertifiziert durch das UL Cybersecurity Assurance Program (CAP2900-1) bietet ein intelligentes TV-Erlebnis, dem Sie vertrauen können“, heißt es dazu auf der LG-Website. Die Installation von nicht durch den Anwender autorisierten Anwendungen, Hacking-Versuche und weitere Verletzungen der Privatsphäre des Anwenders werden wirkungsvoll unterbunden, verspricht LG. Das ist aber nicht der einzige Vorzug von webOS.

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Typische Optik der webOS 3.5 Benutzeroberfläche, sehr praktisch in der Handhabung

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LG Content Store

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Abteilung „Apps und Spiele“

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Natürlich fehlt auch ein Internet-Browser nicht

LG war damals einer der ersten Hersteller, der es möglich macht, mit Hilfe von Widgets, die unten in Form einer Leiste eingeblendet werden (Launcher Bar), z.B. aus dem Live TV-Betrieb direkt zu einer App wie Netflix oder YouTube wechseln zu können. 

Die Menüs für Bild-, Ton- und weitere Einstellungen sind recht schlicht gehalten, es finden sich zahlreiche Bildprogramme für SDR-Inhalte (Lebhaft, Standard, Sparmodus, Kino, Sport, Spiel, HDR-Effekt, ISF Experte für helle Räume, ISF Experte für dunkle Räume), die Bildprogramme für native HDR-Inhalte sind anders aufgebaut (hier stehen Lebhaft, Standard, Kino-Home, und Kino bereit). 

Generell gilt: Bei den unterschiedlichen Funktionen gibt es gleich Hilfetexte, so z.B. zum Verständnis der Frame Interpolation oder zu den Experteneinstellungen. 

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Bildfelder für SDR-Material

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Bildmodus „Experte“

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Erklärung der Funktion „dynamischer Kontrast“

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Farbverwaltung

Weitere Bild-Parameter finden sich im Bild-Submenü „Experteneinstellungen“. Dynamischer Kontrast, Super Resolution, der Farbumfang, ein Kantenschärfer, ein Farbfilter (für die RGB only-Darstellung), eine Justagemöglichkeit für den Gammawert, ein Weißabgleich sowie das Farbverwaltungssystem (pro Farbe einstellbar: Sättigung, Farbton, Leuchtdichte) kann man anwählen. In den Bild-Optionen gibt es noch mehr zu tun: Die globale Rauschunterdrückung, eine MPEG-Rauschunterdrückung, die Justage des Schwarzwertes, die Betriebsart „Echtes Kino“, die automatische Helligkeitsregelung, die Frame Interpolation „TruMotion“ (mit verschiedenen Modi: Klar, Flüssig und Benutzer. Bei „Benutzer“ kann man „Entruckeln“ und „Schärfen“ selbst justieren.

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Ton-Einstellungen, wie üblich mit Hilfetexten zum besseren Verständnis

Highlight im Ton-Menü: Dolby Atmos ist hier zu aktivieren – schon der preislich besonders attraktive C7D verfügt über dieses Feature. Der „Smart Sound Modus“ stellt den Ton automatisch anhand des Inhaltstyps passend ein. Man kann alternativ auch manuell zwischen verschiedenen Surround-Betriebsarten wählen: Standard, Kino, Klare Stimme, Sport, Musik sowie Spiel. Nicht unbedingt braucht man das „Magic Sound Tuning“. Mit der Magic Remote kann die Raumakustik bestimmt werden, die Klangwiedergabe des LG-OLEDs kann dann nach diesem Einsatz entsprechend optimiert werden. Man findet die Modi „Standard“, „Bass“ und „Höhen“. 

Der C7D erwies sich als sehr betriebssicher in den Testreihen, alles funktionierte tadellos. Der eingebaute Prozessor ermöglicht eine flinke Bedienung, ein, wie wir weiter unten sehen werden, einwandfreies Upscaling und ein tadelloses Handling der Netzwerk-Multimedia-Funktionen. Das Herunterladen von App-Aktualisierungen (Test-Beispiel: Neue Netflix-Version) geht schnell vonstatten. 

Bild Tuner, DVB-S2

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EPG beim LG OLED55C7D

Wir verwenden den Modus „Expert – ISF Heller Raum“und schauen uns das ARD Mittagsmagazin in nativen 720p an. Der C7D rechnet das Signal auf die native Panelauflösung von 3.840 x 2.160 Pixel hoch, was sehr gut gelingt. Wenig Scalingrauschen und eine geringe Rauschneigung des DVB-S2-Tuners sind positive Feststellungen bei den Checks.

Wie verhält es sich mit der „Tru Motion“ Zwischenbildberechnung des C7D sowie den Rauschunterdrückungen? Wir stellen Tru Motion auf den Modus „Flüssig“ und die globale sowie die MPEG-Rauschunterdrückung auf „Mittel“. Das Resultat überzeugt uns: Ohne, dass das Bild an Details verliert, wird das Rauschen nochmals weniger, somit kann man der Wirkung der Rauschfilter ein gutes Zeugnis ausstellen. Tru Motion arbeitet wirklich gut: Bewegungen oder auch Kamerafahrten und Kameraschwenks erscheinen ohne Schärfeverluste und mit flüssiger Bildfolge vor dem Auge des Anwenders.

Man kann auch ruhig genauer hinschauen: Der C7D bietet auch für penible Zeitgenossen ein nicht nur solides, sondern enorm gutes Bild im 720p DVB-S2-Einsatz. Nun aber kommen wir zu einem heiklen Thema – der maximalen Helligkeit, zunächst bei SDR-Material. Moderne LCDs sind auch dann, wenn draußen die Sonne scheint, enorm hell. Reicht die Helligkeit des C7D aus? Das Wetter spielt mit, heute ist, eine Seltenheit im verregneten Sommer, wahrhaftig Sonnenschein, die Zeit: 14 Uhr. Und siehe da, auch wenn sich ein Fenster, dessen Rollo nicht heruntergelassen ist, gleich hinter dem LG OLED befindet, reicht im SDR-Betrieb die Helligkeit bestens aus. Im oben erwähnten Experten ISF-Modus gefällt die authentische, angenehme Farbwiedergabe, die Farbtemperatur ist nicht zu kalt, sondern augenfreundlich.

Schon bei Tageslicht sichtbar sind die enormen Fähigkeiten des C7D im Hinblick auf den Schwarzwert, dazu aber später mehr. Panelrauschen findet sich kaum, hier unterscheidet sich der LG OLED praktisch nicht mehr von aktuellen sehr guten LCD-Modellen. Das war früher, als der Zweikampf Plasma versus LCD hieß, anders, eine gewisse Rauschneigung war jedem Plasma-Panel eigen, auch wenn sie immer geringer wurde durch weitere technische Verfeinerungen: Sichtbar war sie auch bei den letzten gebauten Plasma-TVs. 

Bild Blu-ray, Upscaling von Full-HD auf 3.840 x 2.160 Pixel, Mission Impossible „Rogue Nation“, 4. Kapitel, Bildmodus „HDR Effect“

Der C7D skaliert im 4. Kapitel sauber von Full-HD auf die native Ultra HD-Panelauflösung hoch, schon die Kulisse des nächtlichen Wiens gleich am Kapitelbeginn verdeutlicht dies. Der „HDR Effekt“ Modus vergrößert auf angenehm schonende und nicht überzogene Art und Weise den Kontrastumfang, das sieht man schon gut bei den Gebäuden in Wien, die mehr Feinheiten und Gesamtstruktur zeigen.  

Auch das Wiener Opernhaus von vorn sieht visuell sehr dynamisch aus, die Fassade ist akkurat durchzeichnet. Durch den „HDR Effekt“ erscheint das Bild facettenreicher, greifbarer, plastischer. Das prächtige Innere des Opernhauses kommt sehr gut heraus, so zum Beispiel die Verzierungen im Treppenhaus. Die Oberfläche des verwendeten Marmors präsentiert der LG sehr präzise. Auch das Mischpult im Regie-Raum erscheint äußerst plastisch, jeder Schalter ist erkennbar – das beweist nicht nur die Güte des Bild-Modus, sondern auch die Qualität des Upscalings, das sehr scharf ist, trotzdem gibt es kaum störende Doppelkonturen oder Pixelmuster.

Als das Licht im Zuschauerraum vor dem Start von Turandot ausgeht, und man die Zuschauer und das Orchester aus der Vogelperspektive betrachtet, beweist der LG Stärke durch den tadellosen Bildstand. Wie gut der OLED agiert, sieht man im Besonderen, als sich der Vorhang öffnet, und man die Strukturen im gesamten Saal und auf der Bühne fein gezeichnet erkennen kann. 

Bild Ultra HD Blu-ray, Mad Max, Fury Road, Filmbeginn, HDR10, bei Tageslicht

Die uns bestens bekannte Ultra HD Blu-ray legen wir nun ein und sind gespannt: Ist der HDR Kontrastumfang auch bei Tageslichteinfall an einem sonnigen Nachmittag zu genießen? Wo sind Abstriche zu machen? Bewusst wollen wir den HDR Bildmodus „Standard“ nehmen, denn bei den für Filme eigentlich besseren (mehr Farbechtheit) Modi Kino-Home und Kino ist die Helligkeit bewusst heruntergesetzt. Daher würden wir diese zwei Betriebsarten für den abgedunkelten beziehungsweise ziemlich dunklen Raum empfehlen. Klar kann man durch Herumspielen an verschiedenen Parametern die Bildmodis optimieren, aber generell sind die Kino-Betriebsarten auch wirklich für Kino-ähnliche Verhältnisse am Aufstellungsort geschaffen. Der weiter im HDR-Modus verfügbare Bildmodus „Lebendig“ macht das Bild zu scharf, und die Farben wirken etwas kalt, so unsere erste Einschätzung.

Soweit die Theorie. In der Praxis nehmen wir dann doch den „Lebendig“ Bildmodus, denn im Modus „Standard“ war uns das Bild bei HDR-Content in der Praxis etwas zu dunkel. Im Lebendig-Modus reduzieren wir die Bildschärfe von 30 auf 25, dann gibt es praktisch kein störendes Ringing mehr. Nun kann man problemlos HDR-Inhalte in wirklich guter Qualität auch bei Tageslicht sehen. Natürlich gehen einzelne Details, die der Cineast liebt, so verloren – das aber, so müssen wir der Fairness halber erwähnen, passiert auch bei LCDs, wenn auch in geringerem Umfang. Der Samsung QLED-UHD-TV Q8C bietet, das muss gesagt werden, bei Tageslicht noch mehr Struktur. Dass ein OLED aber ungeeignet sei für das Betrachten von HDR-Content bei Tageslicht, ist schlichtweg Unfug, wie unsere Tests beweisen. Der C7D zeichnet in der Anfangsszene den sandigen Boden ausgezeichnet durch, und als Mad Max mit seinem alten Ford auf der Anhöhe steht und ins Tag blickt, ist die Panoramawirkung des Bildes überragend.

Als der hungrige Max die arme Echse verspeist, kommt dieses für empfindsame Zeitgenossen durchaus Ekel-Potential bietende Husarenstück scharf und stabil zur Geltung. Mit der sehr guten Tru Motion Frame Interpolation gelingt die Darstellung der sehr kurzen und für Mad Max schlecht endenden Verfolgungsjagd ruckelfrei und flüssig. Als der Truck-Trailer mit dem speziellen Reifen-Design nebst Truck klar gemacht werden und sich Immortan Joe für seinen Auftritt ausrüsten lässt, besticht der LG durch sauber integrierte Details, so z.B. am zerschundenen Körper des Tyrannen. Anschließend steht Joe außen auf einem Felsvorsprung, die Struktur der Felsen sowie deren Farbgebung arbeitet der C7D sehr realistisch heraus, das Rauschen ist nur gering ausgeprägt: Die leistungsstarken Rauschfilter kann man selbst bei Ultra HD-BD Material Gewinn bringend verwenden.

Nun strömt das Wasser für kurze Zeit, und die armen Menschen prügeln sich förmlich um das kühle Nass – die Wasserbewegung und die Struktur des Wasserstroms beweisen ein weiteres Mal wie überlegen der C7D arbeitet. Auch die Nässe auf dem sandigen, steinigen Unterboden wird gut sichtbar. Kleinere Kontrastdifferenzen bringt der LG auch bei Tageslichteinfall akkurat zur Geltung. 

Bild Ultra HD Blu-ray, Inpedependence Day, „Die Wiederkehr“, Kapitel 3, HDR10, bei abgedunkeltem Raum

Wir setzen nun auf den Modus „Kino-Home“ und schauen, wie sich der Geländewagen-Konvoi mit David Levinson an Bord durch die zentralafrikanische Wüste bewegt. Und hier trumpft der C7D auf: Die Karosserien der weißen Geländefahrzeuge sind klar zu erkennen, der Strahl der Haupt- und der Zusatzscheinwerfer ist klar definiert. Rauschen gibt es kaum. Selbst die unwirtliche Landschaft links und rechts des Fahrtweges ist teilweise erkennbar – eine Top-Leistung, die für Zweifler auch gleich belegt, warum das Kino- und Film-Feeling bei HDR-Inhalten noch ausgeprägter ist. Im Inneren des Geländewagens von David findet eine Unterhaltung zwischen den Insassen statt, die Gesichter der Akteure sind trotz des dämmerigen Lichts gut erkennbar, sogar die weiße Naht am schwarzen Lederarmband von Davids Armbanduhr und sein Drei-Tage-Bart.

Wechseln wir wieder nach draußen, das Heck des Hummers der UN, welcher den Konvoi begleitet, ist deutlich und scharf zu erkennen. Nun kommen die Fahrzeuge bei den Rebellen an, und man trifft den Chef. Die Alien-Technology-Waffen, welche die Rebellen auf David und sein Team richten, bringt der C7D scharf und detailreich heraus. Der sandige Boden und die karge Vegetation sind trotz des beinahe dunklen Bildes erkennbar. Als David und Catherine Marceaux zum Alien-Raumschiff gehen, passieren sie einige Felsen, deren Oberfläche auch in der fast völligen Dunkelheit gut zu sehen ist. Das Raumschiff wird dann sichtbar, mit klaren Umrissen und vielen kleinen Lichtern.

Das Bild, soviel wird schnell klar, ist bezüglich des Kontrastumfangs und des Schwarzwerts so gut, dass es schwer fallen dürfte, selbst anspruchsvolle Anwender zu noch höheren Investitionen für einen Ultra HD-TV bewegen zu können. Gut, 55 Zoll ist an heutigen Maßstäben gemessen recht klein, aber den C7D gibt es auch in 65 Zoll. Danach ist leider Schluss, wir wünschen uns eine größere Variante für die Zukunft. Das Sonnensystem, welches im Inneren des gigantischen Raumschiffs projiziert wird, erscheint plastisch, wie greifbar. 

Klang Mission Impossible, „Rogue Nation“, Dolby Atmos, Wien-Kapitel

Der OLED55C7D kann auch Dolby Atmos, kann man auf der Website von LG nachlesen, wiedergeben. Also schauen wir mal, was der OLED-TV akustisch „drauf hat“. Man sieht eigentlich nichts vom angeblich Atmos-fähigen Lautsprechersystem, darum ist unsere Erwartungshaltung eher gering. Ok, wir geben dem LG eine Chance, und setzen auf den Klang-Modus „Kino“. Los geht es mit dem Wien-Kapitel von „Rogue Nation“, das wir auswendig kennen.  Wer nun an „dünnen Klang aus dünnen Bildschirmen“ denkt, den belehrt der C7D schnell eines besseren. Schon der kurze orchestrale Auftakt mit klassischer Musik vor der nächtlichen Kulisse der österreichischen Hauptstadt wird überraschend kraftvoll und räumlich präsentiert.

Anschließend befinden wir uns in einer U-Bahn-Station gegenüber des weltberühmten Wiener Opernhauses. Benjamin Dunn kommt gerade an und bekommt unauffällig ein Päckchen von Ethan Hunt ausgehändigt, in dem sich eine Spezialbrille befindet, die er gleich für die Mission im Opernhaus braucht, während der Aufführung von Puccinis Oper „Turandot“. Sehr gut arbeitet der C7D die Stimmung in der U-Bahn-Station heraus, die Dialogen zwischen Ethan und Benjamin, das Gemurmel der Menschen, den herausfahrenden U-Bahn-Zug sowie die Brille, während sie Benjis Gesicht scannt. 

Benjamin Dunn geht nun aus der U-Bahn-Station heraus. Währenddessen fährt der österreichische Bundeskanzler mit seinem Dienst-Maybach vor dem Opernhaus vor, das Blitzlichtgewitter der anwesenden Pressefotografen erwartet ihn und seine Ehefrau. Akustisch setzt der C7D diese Vorkommnisse erstaunlich souverän um – auch bei höheren Pegeln, die so hoch sind, dass man einen Kinoabend auf der Couch locker ohne zusätzliches Soundsystem bestreiten kann. Es ist laut genug, damit sich gewisses akustisches Feeling breit macht, und mehr möchten manche Anwender gar nicht. Klar, ein dediziertes Mehrkanal-Lautsprechersystem nebst AV-Receiver sorgt für sehr deutlich mehr Nachdruck, Auflösung udn Räumlichkeit, aber was LG für den fairen Preis des C7D noch an Klangqualität aufbieten kann, ist wirklich lobenswert. 

Diese Feststellung setzt sich während der Oper fort. Hier beeindruckt uns am meisten, wie fein die Stimmen der Sängerinnen und Sängerinnen herauskommen – mehr noch als die Härte der Faustschläge bei der Keilerei zwischen Ethan und seinem widerspenstigen Gegner. Der C7D bietet, wenn man nicht zu weit vom TV entfernt sitzt, ein ausgeprägtes Raumgefühl, man denkt gar nicht, dass nur das praktisch unsichtbare Soundsystem des OLED-TVs aktiv ist. Wir sind tief beeindruckt – der C7D scheint alles zu können und überzeugt nicht nur mit einem tollen Bild, sondern auch mit sattem Klang. Einerseits schön für LG, andererseits auch weniger erfreulich: Der „OLED-Einsteiger“ C7D ist bereits so gut und kommt mit so vielen nützlichen Features, dass sich die Frage stellt: Warum ein teureres und größeres Modell kaufen?

Konkurrenzvergleich

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  • Philips OLED-Ultra HD-TV 55POS901, Marktpreis derzeit rund 2.300 EUR: Zunächst wollen wir vorausschicken, dass der 55POS901 ein 2016er Modell ist und letztes Jahr auf der IFA erstmals präsentiert wurde. Der 2017er 55-Zoll UHD-OLED 55POS9002, der schon bei der Markteinführung, die gerade erfolgt, nur 2.499 EUR kostet, wird von uns bald getestet (im Oktober voraussichtlich) und erzielt bestimmt nochmals bessere Ergebnisse als der 55POS901. Nun aber zum Vergleich des 55POS901 mit dem LG OLEDC7D. Hier hat der für sich betrachtet wirklich gute 2016er Philips keine Chance. Einige Eckpunkte: Der Philips unterstützt nur HDR10, ist nicht so hell, er rauscht stärker, skaliert nicht so präzise auf die native Bildschirmauflösung hoch, und das Soundsystem ist nicht so durchsetzungsstark. 

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  • Panasonic TX-65EXW784: Ja, das klingt doch gut: Für 2.399 EUR bekommt man einen leistungsstarken Ultra HD-TV, der auf LCD-Technik basiert und für die HDR-Normen HDR10 und HLG vorbereitet ist. Dolby Vision unterstützt der EXW784 nicht, dafür aber, was einigen Anwendern äußerst wichtig ist, noch die Darstellung von 3D-Inhalten. Mit hervorragendem, natürlichen Bild sowie einer auch bei Tageslicht überzeugenden Helligkeit setzt der EXW784 Akzente. Der Quattro-Tuner, der auch TV>IP unterstützt, ist auch Vorzug des Panasonic: Bildstark, scharf, lebendig, rauscharm. Echte Kino-Bildfreunde haben eine schwere Entscheidung vor sich: Das größere, noch etwas schärfere Bild des Panasonic oder das noch augenfreundlichere, den typischen Film-Look noch überzeugender kultivierende Bild mit Spitzen-schwarzwert des kleineren LG? Wir können keinem die Entscheidung abnehmen, wollen aber hinzufügen, dass das Soundsystem des LG noch besser ist, dafür überzeugt der TV-Tuner des Panasonic im Detail noch mehr. Zwei hervorragende UHD-TVs zum fairen Preis, die individuellen Schwerpunkte sollten hier kaufentscheidend sein. 
Fazit

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Der LG OLED55C7D erzielt ein erstklassiges Testergebnis. Sauber verarbeitet und mit sehr edler Optik, fällt er schon gleich nach dem Auspacken positiv auf. Die ordentliche, mitgelieferte „Magic Remote“ passt für die Preisklasse sehr gut dazu, und nach kurzer Eingewöhnung ist die Handhabung des UHD OLEDSs mit webOS 3.5 sehr einfach. Der C7D gefällt mit einem sehr angenehmen Bild, einer für einen OLED Ultra HD-TV absolut ausreichenden maximalen Bildhelligkeit und einer sehr guten, im Vergleich zu früheren LG Modellen deutlich verbesserten Zwischenbildberechnung (Tru Motion). Gute Bildprogramme, der OLED-typische tiefe Schwarzwert und das ausgezeichnete Upscaling tragen ebenso zum exzellenten Gesamteindruck bei wie der stark auftretende TV-Tuner. Eine faustdicke Überraschung gelingt dem zum fairen Preis erhältlichen OLED55C7D beim Thema Klangqualität: Räumlich dicht,  lebendig, klar und mit tadelloser Pegelfestigkeit, trumpft der OLED-TV hier kompromisslos auf. Bilanzierend stellt sich die Frage: Wer braucht mehr, als der C7D bietet? Klare Antwort: Eigentlich kaum jemand, außer vielleicht einer größeren Bilddiagonale. Bis 65 Zoll ist diese Baureihe lieferbar, leider nicht noch größer. 

Visuell und akustisch exzellenter Ultra HD OLED-TV, der überdies reichhaltig ausgestattet ist und mit seiner Betriebssicherheit punktet
preisklassenreferenz
55 Zoll-TVs Oberklasse
Test 24. August 2017

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 24. August 2017




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