TEST: Humax HD Fox Twin – Kompakter Sat-Receiver mit SAT>IP Funktion

Humax HD Fox Twin Front Seitlich1

Der HD Fox Twin präsentiert sich als kompakter HDTV Satelliten-Receiver mit PVR-Funktion und Netzwerk-Features. Eine Festplatte ist zwar nicht integriert, kann aber via USB oder eSATA angeschlossen und für Aufnahmen genutzt werden. Dank des Twin Tuners der Set-Top-Box kann ein Programm aufgezeichnet werden, während man ein anderes ansehen kann. Darüber hinaus steckt die SAT>IP-Funktion im Humax-Receiver: In Kombination mit einem weiteren SAT>IP fähigen Gerät bzw. einem Smartphone oder Tablet mit entsprechender App wird das Live TV-Signal im gesamten Heimnetzwerk verteilt. Als perfekte Ergänzung ist hier der Humax H1 Media Streaming Player zu nennen, der einem das Live TV Signal auch auf einen TV mit HDMI Anschluss, aber ohne SAT-Anschluss beamen kann. In der Praxis bedeutet dies einen sofortigen Benefit – während eine Partei auf der Couch live das Satellitensignal verfolgt, kann man irgendwo anders in der Wohnung bzw. im Haus über den Netzwerk-Stream ein anderes Programm genießen. Mit der kompatiblen Smartphone-App kann der HD Fox Twin auch gesteuert werden.

Multimedia-Features wie Mediatheken, Internetradios, Musik- und Video-on-Demand-Services sowie zusätzliche Internet-Applikationen bringt der HD Fox Twin ebenfalls mit. Die UVP des Receivers liegt bei 219 EUR.

Humax HD Fox Twin Verarbeitung

Strukturierte Oberfläche an der Oberseite

Humax HD Fox Twin Display Bedienelement Front

Front-Display

Humax HD Fox Twin Rueckseite Seitlich2

Rückseite

Der HD Fox Twin kommt, auch dank dem Fehlen der internen Festplatte, recht kompakt daher – die Abmessungen betragen 200 x 125 x 37,5mm (BxTxH). Die Front ist hochglanzschwarz transparent. Im linken Bereich ist ein 7-Segment-Display mit guter Helligkeit untergebracht, dass zwar nicht überdurchschnittlich viel Platz für Informationen bietet und meist den aktuell gewählten Kanal anzeigt, aber stets problemlos abgelesen werden kann. Links neben dem Display ist der Power- bzw. Standby-Button mit solidem Druckpunkt integriert. Die Oberseite ist mattschwarz-anthrazit und kommt von der Optik einer gebürsteten Alu-Oberfläche gleich. Das erzeugt einen schicken Eindruck und gefällt auch haptisch besser als eine konventionelle Oberfläche ohne Struktur. Die Seiten sind ebenfalls hochglanzschwarz und wie die Unterseite mit Lüftungsöffnungen versehen. Unten steht die Set-Top-Box auf vier Gummifüßchen, die ausreichend Standfestigkeit bieten. Die Verarbeitungsqualität wirkt insgesamt sehr sauber, grobe Spaltmaße oder scharfe Grate sind nirgends zu erkennen. Sicher wäre ein feiner aufgelöstes Display ein netter Bonus, für die Praxistauglichkeit zwingend notwendig ist aber beim Sat-Receiver nicht.

Humax HD Fox Twin Anschluesse Rueckseite1

Anschlüsse links

Humax HD Fox Twin Anschluesse Rueckseite2

Anschlüsse rechts

Für ein derart kompaktes Gerät bietet der HD Fox Twin ein recht umfangreiches Anschlussangebot. Dazu gehören der obligatorische HDMI-Ausgang und ein zusätzlicher optischer Digitalausgang für digitale Audio-Ausgabe. Außerdem ein Ethernet-Slot und die zwei LNB-Eingänge für das Satellitensignal. Für den Anschluss einer externen Festplatte sind nicht nur zwei USB-Eingänge, sondern auch ein eSATA-Slot vorhanden. eSATA bietet deutlich höhere Übertragungsraten als die USB 2.0 Anschlüsse am Sat-Receiver, USB 3.0 Schnittstellen sind nicht integriert. Man könnte meinen, zwei USB-Anschlüsse plus eSATA wäre für den kompakten Receiver beinahe zuviel des Guten. Allerdings gibt es im HD Fox Twin kein integriertes WLAN-Modul. So muss man entweder den Sat-Receiver per Kabel ins Heimnetzwerk einbinden oder einen optionalen WLAN-Stick verwenden, der dann wiederum einen USB-Slot belegt.

Sämtliche Anschlüsse sitzen sauber im Gehäuse und wirken solide. Im rechten Bereich ist der Steckplatz für das ausgelagerte Netzteil. Darunter findet man noch den HD+ Kartenslot, in den die Smartcard für HD+ eingelegt wird.

Humax HD Fox Twin Screenshot 1

Der Installationsassistent führt durch die Ersteinrichtung

Humax HD Fox Twin Screenshot 2

Netzwerkverbindung einrichten

Humax HD Fox Twin Screenshot 4

Automatische Sendersuche

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Verwendung der internen Senderliste

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Suchlauf abgeschlossen

Humax HD Fox Twin Screenshot 8

Selbstverständlich ist ein EPG integriert

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Internet-Apps können genutzt werden

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Vom DLNA-Server bzw. Netzwerk-Speicher können Dateien wiedergegeben werden

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Das Konfigurations-Menü

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Allgemeine Einstellungen

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Video

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Ton-Parameter

Humax HD Fox Twin Screenshot 21

Netzwerk-Settings

Humax HD Fox Twin Screenshot 22

Serverfunktion des HD Fox Twin

Humax HD Fox Twin Screenshot 23

Systemeinstellungen

Humax HD Fox Twin Screenshot 25

Einstellungen zur Senderliste etc.

Bei der ersten Inbetriebnahme des HUMAX Receivers startet der automatische Installationsassistent, der in ansprechender Optik durch die Ersteinrichtung des Gerätes führt. Direkt geht es an die Netzwerk-Anbindung, die, wie bereits erwähnt, kabelgebunden erfolgen muss, wenn kein USB-Dongle parat ist. Darauf folgt der Sendersuchlauf, der unter Verwendung der vorhandenen Senderliste blitzschnell erledigt ist oder für einen kompletten Suchlauf ein paar Minuten Zeit benötigt.

Nach Abschluss der Installation öffnen sich einige Tutorial-Fenster, die die Funktionen und Möglichkeiten des HD Fox Twin visualisieren und kurz erklären. Dazu gehört das EPG, die Wiedergabe von Medien-Dateien über das Netzwerk oder die Nutzung von Internetapplikationen.

Die Einstellungen umfassen Video- und Audio-Parameter, aber natürlich auch allgemeine Dinge wie die Möglichkeit des Jugendschutzes und die Einstellung der Menüsprache. Selbstverständlich kann man hier auch nachträglich einen Sendersuchlauf durchführen bzw. Pflege der Kanalliste betreiben und Favoritenlisten erstellen. Möchte man sämtliche Funktionen und Features nutzen, muss in den Netzwerk-Einstellungen der „Netzwerk-Server“ aktiviert werden, nur dann kann der Sat-Receiver die Live-TV Inhalte und Aufnahmen über das Netzwerk transportieren.

Humax HD Fox Twin Fernbedienung

Mitgelieferte Fernbedienung

Das Menü des HD Fox Twin, wie es auch in anderen Humax Set-Top-Boxen zum Einsatz kommt, wirkt optisch sehr ansprechend und ist einfach zu durchschauen. Ebenso gefällt das Handling, störende Verzögerung bei Eingabebefehlen treten nicht auf. Die Fernbedienung basiert auf einem bewährten Layout und bietet Tasten mit solidem Druckpunkt. Die essentiellen Tasten zur Lautstärkeregelung und dem Programmwechsel sowie das Navigationskreuz sind mittig platziert. Die Zifferntasten, häufig im oberen Bereich zu finden, tauschen ihren Platz mit Steuerungs-Elementen für Timeshift bzw. Medienwiedergabe. Insgesamt eine sehr solide Steuerungseinheit. Etwas schwach ist der Boot-Vorgang, der durchaus mit bis zu einer Minute zu lange dauert.

Humax HD Fox Twin Screenshot 15

TV-Apps

Humax HD Fox Twin Screenshot 16

App Market

Damit man den Humax HD Fox Twin als digitalen Video-Rekorder für PVR-Aufnahmen nutzen kann, muss man zunächst eine externe Festplatte anschließen. Wir nehmen dazu eine 1 TB große 3,5 Zoll HD mit zusätzlicher Stromversorgung her, auch eine 2,5″ Platte, die über USB mit Strom versorgt wird, ist aber kein Problem. Die Set-Top-Box erkennt den Anschluss der HDD und fordert zur „Kopplung“ auf. Die Festplatte muss dazu nicht formatiert werden, lediglich eine Bestätigung ist notwendig.

Nun können wir mit der REC-Taste sofort eine Direktaufnahme starten und Timeshift nutzen. Wer einmal kurz vom TV weg muss und nichts verpassen will, drückt einfach die Pause-Taste. Voraussetzung hierfür ist, dass das Programm schon einige Sekunden läuft, da ein gewisser Datenpuffer aufgebaut werden muss. Man kann also nicht auf ein beliebiges Programm zappen und sofort pausieren. Das ist völlig normal und kein Nachteil des HD Fox Twin.

myhumax_manage_hdfoxtwin

HUMAX HD Fox Twin zu Geräten unter myhumax.net hinzufügen für Fernprogrammierung

Zudem kann man das Gerät auf „www.myhumax.net“ zu seinen Geräten hinzufügen und über die Website eine Fernprogrammierung durchführen. Auch von unterwegs kann man dann das EPG einsehen und einen Aufnahme-Timer erstellen, das ist aktuell aber nur bei Anschluss einer eSATA-Festplatte möglich. Am Gerät selbst ist der elektronische Programmführer mit der Guide-Taste der Fernbedienung flink geöffnet und zeigt sämtliche Informationen in einer Übersicht an. Ist mein bei der gewünschten Sendung angekommen, wählt man sie mit der OK-Taste aus und erhält mit zusätzlichen Informationen die Möglichkeit, die Sendung aufzuzeichnen. Im EPG ist die Reaktionsgeschwindigkeit des Sat-Receivers leider nicht so gut wie im Einstellungs-Menü. Das legt sich allerdings, wenn man ein paar Sekunden wartet, bis alle Informationen geladen wurden. Wie bereits erwähnt, kann man dank des Twin Tuners zwei Sendungen parallel aufzeichnen oder eine Sendung aufzeichnen und eine andere ansehen, eine entsprechende Anschluss-Konfiguration vorausgesetzt.

Humax HD Fox Twin Screenshot 12

Übersicht der am Server vorhandenen Ordner

Humax HD Fox Twin Screenshot 13

Musik-Wiedergabe

Um Dateien, die sich auf einem DLNA-Server befinden, wiedergeben zu können, muss der Sat-Receiver über eine funktionierende Netzwerk-Verbindung verfügen. Dann kann man aus der Leiste des Home-Menüs „Media Center“ auswählen. Hier gelangt man zu einer Übersicht von kürzlich wiedergegebenen Dateien und einer Übersicht der vorhandenen Server bzw. Netzwerk-Freigaben. In typischen Kategorien unterteilt, kann man auf die vorhandenen Medien zugreifen.

Etwas umständlich ist das Wechseln zwischen den Kategorien Musik, Fotos und Videos. Man muss nämlich komplett aus der Ordnerstruktur des Servers heraus und in der „Media Center“-Übersicht mit den Tasten links/rechts das gewünschte Dateiformat und danach erneut den DLNA-Server auswählen. Bei der Foto-Wiedergabe wird neben JPEG auch Bitmap und PNG unterstützt, an Musik-Dateiformaten können MP3 und AAC abgespielt werden. Bei Videos zeigt sich der HD Fox Twin ebenfalls flexibel, hier werden sowohl WMV, MPEG, TS-Aufnahmen, MP4- und MKV-Dateien und natürlich auch DivX-avi wiedergegeben.

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Humax TV Remote

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Mini-Tutorial

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Fernbedienung am Smartphone

Humax setzt schon seit einiger Zeit auf eine Aufteilung verschiedener Funktionen auf mehrere Applikationen. Für die konventionelle Steuerung des Gerätes mit dem mobilen Endgerät steht die „Humax TVRemote“ bereit und bietet eine Emulation der Fernbedienung auf dem Smartphone oder Tablet. Prinzipiell ist auch eine Funktion integriert, mit der man auf dem Smartphone/Tablet eingegebenen Text zum HD Fox Twin senden kann, in der Praxis haben wir das bei verschiedenen Suchfunktionen nicht umsetzen können.

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Ansicht „Live TV“

Mit der „Live TV“-App kann man flink und unkompliziert das Live-TV Signal des Humax-Receivers auf das Smartphone holen.

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arteHD am Smartphone ansehen

Auf dem kleinen Bildschirm kann man die Programminhalte in solider Qualität genießen. Auch aufgenommene Sendungen, die über den Reiter „Record“ einsehbar sind, kann man am Smartphone wiedergeben. Es ist möglich, auf dem am HD Fox Twin angeschlossenen Bildwiedergabegerät einen anderen Sender zu betrachten wie am Smartphone (z.B. RTL HD am TV und Das Erste HD auf dem Smartphone).

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HUMAX media player App

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Hinzufügen eines DLNA-Servers

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Übersicht vorhandener Medienserver

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Aufgenommene Inhalte

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können heruntergeladen oder an andere DLNA-Klienten gesendet werden

Schließlich gibt es noch die Humax „Media Player“ App, mit der man jeglichen DLNA-Content von verschiedenen Servern sowie auch dem Humax HD Fox Twin auf dem Smartphone oder Tablet ansehen kann. Außerdem kann man Inhalte aus dem Netzwerk an den Humax-Receiver senden und an dem dortig angeschlossenen TV wiedergeben. Ebenfalls ist es möglich, aufgenommene Sendungen vom HD Fox Twin herunterzuladen und auf dem Smartphone/Tablet abspeichern.

 Humax H1 Front Seitlich1

SAT>IP in Kombination mit dem Humax H1 Streaming Media Player

Wir gehen kurz auf die Funktionsweise in Kombination mit einem Humax H1 Media Streaming Player ein. Durch die bereits erwähnte Sat>IP Funktion kann das Live TV-Signal an den H1 gesendet werden, der es wiederum per HDMI an einen angeschlossenen Bildschirm weiterleitet. Auch an Orten, an dem kein Satellitenanschluss vorhanden ist, kann man so komfortabel fernsehen. Der H1 selbst ist mit wenigen Schritten installiert und man kann unter „Humax plus+“ den Punkt „Sat>IP“ auswählen. Der HD Fox Twin taucht dort dann als kompatibles Gerät auf und kann ausgewählt werden. Danach wählen wir den Astra 19.2 Satelliten aus, da auf diesen auch die mit dem HD Fox Twin verkabelte Satelliten-Schüssel ausgerichtet ist. Auf dem mit dem HD Fox Twin verbundenen Bildschirm wird nun eine Meldung angezeigt, dass ein Sat>IP-fähiges Gerät zugreifen möchte, dies muss man bestätigen, damit der H1 nach Kanälen suchen kann. Der Suchlauf dauert recht lange, danach kann man aber die meisten Programme, darunter auch öffentlich-rechtliche HD-Programme, in guter Qualität mit dem H1 ansehen. Umschalten ist kein Problem und gelingt recht schnell, auch eine Listenansicht der Programme gibt es.

Bild

Mit dem HD Fox Twin kann man sämtliche Bildinhalte in bis zu 1080p an ein angeschlossenes Bildwiedergabegerät senden. Je nach TV-Signal muss der Sat-Receiver dann die Videoinhalte nur hochskalieren oder de-interlacen oder eben, im Falle von SD-Signalen, beides. Die öffentlich-rechtlich Sender strahlen ihre Programminhalte in 720p aus, die Vollbilder müssen also noch vom Sat-Receiver auf die Auflösung von 1920×1080 Pixeln hochskaliert werden. Hier liefert der HD Fox Twin ein sehr ruhiges und cleanes Bild mit hoher Stabilität ab. Störende Elemente wie unsaubere Kanten oder Pixelwölkchenbildung bleibt aus. Auch die Detailschärfe gefällt mit der Ausarbeitung vieler Einzelheitung sowie guter Durchzeichnung und Strukturierung sowohl in den Gesichtern verschiedener Darsteller als auch deren Bekleidung. Selbst bei dunkleren Bildinhalten wird noch ein sehr solider Bildeindruck erreicht und Details herausgearbeitet. Bildrauschen bleibt nicht völlig aus, ist aber eher zurückhaltend und fällt wenig auf. Auch Räumlichkeit und Plastizität ist auf hohem Niveau, einzelne Bildebenen können sehr gut differenziert werden und auch Objekte wirken dreidimensional und nicht wie aufgeklebt. Die Farbgebung ist weitgehend natürlich und reizt das dynamische Spektrum des Bildwiedergabegerätes aus. Auch bei schnelleren Bewegungen oder Laufschriften im Bild zeigt sich keine Häufung von Artefakten sondern das Bild bleibt sauber, lediglich ein paar Treppenstufenartefakte an Kanten und Linien können sich einschleichen.

Das Signal in 1080i wird vorwiegend von den Privatsendern genutzt, die man mit dem HD Fox Twin und der beiliegenden HD+ Karte 12 Monate kostenlos nutzen kann, aber auch von frei empfangbaren Sendern wie Servus TV HD. Das Signal wird hier vom Humax-Gerät nicht mehr hochskaliert, muss aber von Halbbildern in Vollbilder gewandelt werden, dieses Verfahren wird De-Interlacing genannt. Der Sat-Receiver leistet hier gute Arbeit, das Bild wirkt dennoch nicht ganz frei von Artefakten wie bei der Übertragung in 720p. Besonders an beweglichen Objekten und Kanten sind leichte Unruhen vereinzelt zu beobachten. Davon abgesehen wird ein sehr plastisches und räumlich differenziertes Bild geboten, das ebenfalls mit natürlich Farbgebung punktet. Ein leichtes Rauschen ist, wie bei der 720p-Wiedergabe, vorhanden, wirklich störend ist es aber keinesfalls. Detaillierung und Schärfe ist unserer Meinung nach identisch gut ausgeprägt wie bei den öffentlich-rechtlichen HD-Sendern, hängt natürlich aber auch vornehmlich von der Qualität der Produktion ab. Beim „Durchzappen“ wird kaum ein Zuschauer großartige Unterschiede feststellen, beide Varianten bieten ein angenehmes, stabils und detailscharfes Bild.

Der SD-Betrieb bietet erwartungsgemäß weniger Schärfe und erhöhtes Bildrauschen. Die Humax Set-Top-Box realisiert aber ein weitgehend stabiles und angenehmes Bild, so dass auch Programminhalte in der sehr geringen Auflösung von 576i noch gut anzusehen sind. Je schneller Bewegungen und Kamerafahrten im Bild sind, desto mehr Artefakte sind natürlich anzutreffen. Die Farben haben weiterhin eine recht natürliche Ausprägung, sind aber in ihrer Dynamik ein wenig eingeschränkt. Das liegt primär nicht am HD Fox Twin, sondern am SD-Farbraum rec.601, der nicht ganz so großzügig dimensioniert ist wie der HD-Farbraum. Trotz der geringen Auflösung kann man Sendungen dank der soliden Stabilität und Bildruhe entspannt genießen. Abschließend bleibt noch zu sagen, dass die Umschaltzeiten des HD Fox Twin recht kurz gehalten sind. Trotz des höheren Aufwands bei der digitalen Übertragung und der HD+ Verschlüsselung wird flink agiert.

Fazit

Humax HD Fox Twin Front Seitlich2

Der HD Fox Twin von Humax überzeugt mit Betriebsstabilität, problemloser Einrichtung und ausgezeichneter Bildqualität im HD- wie SD-Betrieb. Die graphische Benutzeroberfläche ist optisch ansprechend und leicht zu durchschauen, der Bootvorgang kann aber mit bis zu einer Minute etwas lange dauern. Die Umschaltzeiten im Live-TV Betrieb sind recht kurz, auch beim Handling zeigt der Satelliten-Receiver ein gutes Reaktionsverhalten. Im Multimedia-Betrieb gefällt das kompakte Gerät mit flexibler Ausstattung und zahlreichen Features. Die Aufteilung in verschiedene Apps ist vielleicht nicht jedermanns Sache, führt aber nicht zu überladener Software. Der HD Fox Twin agiert als DLNA-Klient und gibt eine Vielzahl an Dateiformaten bei Musik, Fotos und Videos wieder, genauso kann man aber die Server-Funktion nutzen und aufgenommene Inhalte am Smartphone bzw. Tablet wiedergeben. Mithilfe der „Live TV“-App holt man sich das Sat-Signal einfach per Netzwerk aufs Handy. Ebenso funktioniert die Kombination mit dem H1 Streaming Media Player, der via SAT>IP die Live-TV Inhalte per HDMI an ein angeschlossenes Bildwiedergabegerät in solider Qualität transportiert. Die solide Verarbeitung des kompakten Gerätes mit opulenter Ausstattung rundet den ausgezeichneten Gesamteindruck ab.

 Kompakter Satelliten-Receiver mit flexiblen Einsatzmöglichkeiten und ausgezeichneter Bildqualität
ueberragend
03.12.2015

+ Ausgezeichnete Bildqualität
+ Schnelle Inbetriebnahme
+ Optisch ansprechende Benutzeroberfläche
+ Flotte Reaktionszeiten
+ SAT>IP
+ Kompakte Form
+ Solide Fernbedienung

– externes Netzteil muss separat untergebracht werden
– kein WLAN integriert, USB-Dongle optional

 

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 03.12.2015




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