TEST: Elac Element Series EA101EQ-G Vollverstärker – Klang-Guru mit dem App-Bonus?

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Für 699 EUR bietet Elac mit dem „Element Series EA101EQ-G“ einen ultrakompakten Stereo-Vollverstärker an, dessen Liste an Besonderheiten lang ist: So zum Beispiel ist ein Bash-Hochleistungsverstärker, der 80 Watt pro Kanal bereitstellt, an Bord. Das sollte ausreichen, um auch Standlautsprecher entsprechend zu befeuern. Im Inneren arbeitet ein DSP-Prozessor für optimale akustische Anpassung. Ein Dolby Digital-Decoder ist des Weiteren an Bord. Daher kann man den Elac Verstärker über eine optische Verbindung problemlos mit dem TV verbinden, auch wenn der TV kein PCM ausgeben kann, ist man dank des Dolby Decoders des Elac EA101EQ-G stets auf der „sicheren Seite“. 

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Rückseite komplett

Hier die Leistungsdaten im Detail:

  • Maximale Dauerausgangsleistung:
    2 x 80 Watt an 4 Ohm (bei 1 kHz), 2 Kanäle ausgesteuert
    2 x 40 Watt an 8 Ohm (bei 1 kHz), 2 Kanäle ausgesteuert
    2 x 70 Watt an 2 Ohm (bei 1 kHz), 2 Kanäle ausgesteuert
  • Spitzenausgangsleistung (CEA 2010*):
    120 Watt an 4 Ohm (bei 1 kHz), 1 Kanal ausgesteuert
    65 Watt an 8 Ohm (bei 1 kHz), 1 Kanal ausgesteuert
    170 Watt an 2 Ohm (bei 1 kHz), 1 Kanal ausgesteuert
  • THD+N (1 kHz):
    0.07 % bei 70 Watt an 4 Ohm
    0.03 % bei 40 Watt an 4 Ohm

Zum BASH-Verstärker: Das Herz des Vollverstärkers ist der neuentwickelte Vollbereichsverstärker in BASH® Technologie. Früher war die BASH Technologie vor allem Kennzeichen kraftvoller Endstufen für aktive Subwoofer. Der Verstärker im EA101EQ-G liefert 80 W Ausgangsleistung pro Kanal in 4 oder 8 Ohm und kombiniert dabei die klanglichen Eigenschaften eines Class A/B Verstärkers mit der Effizienz eines Schaltnetzteils. Mehr als 400.000-mal in der Sekunde wird das eingehende Audiosignal auf seine Amplitude hin überprüft und daraufhin die ideale Versorgungsspannung dem Class A/B Verstärker zur Verfügung gestellt. Dadurch werden ein Maximum an Effizienz und ein detailreicher, dynamischer Klang erreicht.

Der EA101EQ-G präsentiert sich mit USB-DAC bis 192 kHz/24-Bit und Bluetooth-Schnittstelle als zeitgemäß ausgestattet. An Anschlüssen ist eine gute Auswahl vorhanden:

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Zwei Cinch-Stereo-Eingänge, Subwoofer-Pre-Out, 2 optische Digitaleingänge, koaxialer Digitaleingang, USB-In für den internen USB-DAC, USB-Service-Slot

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Hochwertige Lautsprecherkabel-Anschlüsse

Die Verarbeitung des EA101EQ-G ist äußerst hochwertig. Das Gehäuse im Design mit hohem Wiedererkennungswert besticht durch sehr gute Fertigungs- und Materialqualität.

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Lautstärkeregeler mit Rasterung

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OLED-Display

Elac-Element-EA101EQ-G-Fernbedienung

Mitgelieferte Fernbedienung

Der Element-Vollverstärker ist mit einem hochauflösenden OLED-Gerätäedisplay ausgestattet, das sehr gut ablesbar ist. Der griffgünstige Lautstärke-Drehregler sieht nicht nur in seinem Hochglanz-Design sehr gut aus, sondern ist zudem gerastert. Im Lieferumfang enthalten ist eine kleine, ordentlich verarbeitete, längliche Fernbedienung in mattem Schwarz. 

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Der Verstärker wird mit dem Smartphone verbunden

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Setup-Menü

Elac App 3

Bass- und Höheneinstellung

Der EA101EQ-G ist überdies auch per App (für iOS und Android erhältlich) steuerbar. Die App funktioniert per Bluetooth und hat zahlreiche Funktionen. Nachdem der Verstärker mit dem Smartphone verbunden wurde, was problemlos vonstatten geht, wenden wir uns umgehend dem Setup zu.

 

Elac App 4

Erste Messung nahe dem Lautsprecher

Elac App 5

Ergebnisse werden gesammelt

Elac App 9

Nun wird das Smartphone an der Hörposition in die Hand genommen 

Elac App 6

Ergebnisse werden gesammelt

Elac App 7

Berechnung der Ergebnisse

Elac App 8 

Ende des Einmessvorgangs

Hier findet sich eine Raumkorrektur mit ABC-Technologie (ABC steht für „Auto Blend & Calibrate“), die das Mikrofon des jeweiligen Smartphones für die Einmessung verwendet. Wir haben ein normales 2.0 Standboxen-Setup zum Test verwendet (Nubert nuLine 284). Alternativ ist auch eine Einmessung mit aktivem Subwoofer zusätzlich möglich.

Daher fragt die App als erstes, ob ein aktiver Subwoofer angeschlossen ist, was wir verneinen. Bei uns wird nun im Anschluss an zwei Stellen eingemessen: Zunächst begibt man sich mit dem Smartphone in direkte Nähe zum Lautsprecher für die Nahfeldmessung. Anschließend erfolgt eine zweite Messung direkt vom Hörplatz aus. Nach diesen beiden Messungen wird eine entsprechende Room EQ-Korrektur angewendet. Das ganze Spiel dauert nur ca. 2 Minuten, wir sind sehr angetan vom Ergebnis. Ein satter, räumlich dichter, harmonischer und homogener Klang – schalten wir den EQ ab, ist das akustische Ergebnis deutlich weniger beeindruckend. Anmerkung: Verwendet man ein 2.1 System, also ist ein zusätzlicher aktiver Subwoofer mit dabei, dann wird auch eine optimale Übernahmefrequenz zwischen den Regallautsprechern und dem aktiven Subwoofer festgelegt. 

Elac App 10

Lernbefehle Teil 1

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Lernbefehle Teil 2

Mit der App kann man ferner die Eingänge individuell umbenennen. Vorhanden ist auch die „Remote Learning“ Funktion, die es ermöglicht, mit Hilfe der App den EA101EQ individuell zu programmieren, dass er auf die jeweils bevorzugte Fernbedienung reagiert. 

Klang

Nubert nuLine Set 2016 nuLine 284 Gruppenbild

Gibt das klanglich was? Kleiner silberner Verstärker und große schwarze Box? 

Nun sind wir gespannt: Taugt der EA101EQ-G auch, um die Nubert nuLine 284 geeignet anzutreiben?

Loten wir zunächst einmal „ganz burschikos“ die Pegelfestigkeit aus. Kein feingliedriges klassisches Konzert und kein bewegendes Jazz-Stück sind hier angesagt – sondern das DJ Scot Remix des Cosmic Gate-Klassikers „Fire Wire“. Und hier wird mit Basskraft nicht gegeizt. Der Elements-Vollverstärker geizt ebenfalls mit nichts, vor allem nicht mit Leistung satt. Was die „kleine Kieler Kiste“ hier im Bassbereich an die nuLine 284 weiterleitet, verdient nicht nur Respekt, sondern ist für einen so kleinen und recht preiswerten Vollverstärker schlichtweg phänomenal. Und sauber spielt er! Wo selbst mancher 1.000 EUR-Vollverstärker langsam, aber sicher in den Grenzbereich rudert und rüde verzerrt, schiebt der EA101EQ-G einfach weiter an, als gäbe es nichts Leichteres. Ein wahrer „Party-King“ also, und wir sagen der seriösen Musik noch für eine Weile „goodbye, bis später!“ und machen voller Freude weiter.

„Watch Out“ von den Disco Boys lässt den EA101EQ-G weiter als „Schieber“ walten. Er knüppelt den Bass in einer Härte in den Hörraum hinein, da fallen uns kaum weniger drastische Worte als die hier gewählten ein. Aber auch die Räumlichkeit ist grandios, die durchaus anspruchsvollen nuLine 284, wegen ihrer enormen Belastbarkeit, der überragenden Dynamik und der hohen Impulstreue über alle Maßen geschätzt, werden vom Elac Verstärker ausgezeichnet bedient. Das zeigt auch „Save My Night“ von Armin van Buuren. Er ist im wahrsten Wortsinn „in seinem Element“, und seine kompakten Abmessungen sollten nicht täuschen. Mancher klassische 43 cm HiFi-Verstärker wird in Ehrfurcht erstarren, wenn die kleine Kieler Kraftmaschine durchmarschiert. Und die elektronischen Effekte werden mit Verve in den Hörraum geschleudert.

Für alle Liebhaber weniger bildlicher und blumiger Formulieren fassen wir zusammen: Knackiger, gleichzeitig voluminöser Bassbereich mit hoher Kontrolle auch bei großem Pegel, sehr gute Trennung verschiedener musikalischer Ebenen voneinander, enormes Maß an Weitläufigkeit, sehr gute Loslösung des Klangs von den Lautsprechern. Der kraftvolle Bass ist stets ein Merkmal, er legt sich aber nicht störend über andere akustische Anteile. Wir beenden mit „Dash Off“ von JayB unsere Session und hören noch einmal begeistert zu, was der EA101EQ-G mit basstarker Musik anstellt.  Erwärmung ist nur in humanem Ausmaß spürbar, und der Elac-Verstärker bricht auch dann nicht ein, wenn man ihm die Hatz mit hohem Pegel über längere Zeiträume zumutet. 

Szenenwechsel – nach dem Party-Hirsch soll nun der sensiblere Hörer vom EA101EQ-G angesprochen werden. Schafft der Kieler Verstärker den Spagat? Krasser Übergang nun zum 192 kHz/24-Bit Flac-Stereo-Stück „River Towns“ von Mark Knopfler. Und auch hier zeigt der Elac Stärke. Sehr gute Herausarbeitung der Stimme, schöne räumliche Tiefe. Klar, im Hochtonbereich schaffen Oberklasseverstärker noch mehr Auflösung. Aber dafür muss man auch eine erhebliche finanzielle Mehrinvestition in Kauf nehmen. Mit dem EA101EQ-G sind auch durchaus anspruchsvolle Musikliebhaber sehr gut bedient, deren Augenmerk auch auf einem fairen Preis-/Leistungsverhältnis liegt. 

Diana Kralls Adaption des Eagles-Klassikers „Desperado“ in Flac 48/24/Stereo wird vom Elac-Vollverstärker mit großer Sorgfalt behandelt. Klare Strukturen, sehr schöne (erstaunlich!) Herausarbeitung der Anschlagdynamik des Klaviers, und ein ungefiltert-authentisches Präsentieren der charakteristischen Stimme Dianas sind Vorzüge, die die Qualität des Kieler Freudespenders klar herausstellen. Die üppige, aber nie überzogen wirkende Räumlichkeit ist auch bei diesem Klangbeispiel hervorzuheben. Bei „Don’t Dream It’s Over“ vom gleichen Album („Wallflower“ mit Diana Kralls Cover-Versionen bekannter Klassiker) findet die Erfolgsstory des kompakten EA101EQ-G die direkte Fortsetzung. Piano und auch die Harfe werden sensibel und plastisch in den Hörraum getragen. Die Trennung der Stimme von den Instrumenten gelingt sehr gut, diese Güte kann man von einem 700 EUR-Vollverstärker keinesfalls als gegeben ansehen. 

„Bella Italia“, das Feuer des Südens – versteht es sich mit der pragmatischen Kühle des deutschen Nordens? Gardasee gegen „Kieler Woche“? Alles Quatsch. Denn diejenigen, die den EA1010EQ-G akustisch abgestimmt haben, trugen mehr Feuer als Eros Ramazzotti in sich. Mit hoher emotionaler Tiefenwirkung kommt Alessis „Diamante“ in Flac 96 kHz/24-Bit heraus. Die weibliche wie auch die männliche Stimmung arbeitet der Elac-Verstärker in vielen Einzelheiten heraus. Feindynamisch ist er, ebenso wie auf dem Gebiet der Grobdynamik, ein echtes Ass. Und die ungemein angenehme Spielweise ist auch Verdienst der EQ-Einmessung, die ein enormes Maß an Wirkung mit sich bringt. 

Und Klassik? Das erste Allegro aus Wolfgang Amadeus Mozarts Violinenkonzert Nummer 4, KV 218, in Flac 96 kHz/24-Bit managt der Element-Vollverstärker höchst erfreulich. Hohe orchestrale Gesamtharmonie, und gleichzeitig eine sehr gute Herausstellung der Violinen-Soli beweisen: Der kleine Verstärker mit BASH-Endstufeneinheit zeigt sich praktisch jedem Quellmaterial souverän gewachsen. Die zahlreichen Strukturen innerhalb des Orchesters bringt er tadellos zur Geltung, die Räumlichkeit überzeugt hinsichtlich Weite und Tiefe. 

Konkurrenzvergleich

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  • Yamaha? Da war doch was! Richtig, da war was – und es war stark. Die Rede ist vom Yamaha MusicCast-Verstärker WXA-50 für schlanke 549 EUR. Top-Technik inklusive komplettem MusicCast-Modul und Bluetooth, kraftvoll-lebendiger Klang sowie edle Optik – ist der WXA-50 die noch bessere Alternative? Wer Ausstattung sucht, wird dies bejahen, denn der WXA-50 bringt beinahe alles, was auch nur denkbar ist, mit.  Aber: Wer maximale Klanggüte sucht, greift zum Elac. Nicht, dass der Yamaha auch nur annähernd unzureichend arbeiten würde. Er ist nach wie vor eines der klangstärksten Devices seiner Klasse. Aber gegen diese unbändige Power des EA101EQ-G, die mit enormer Kontrolle und hervorragender Impulstreue verbunden wird, ist nicht nur der Yamaha WXA-50 machtlos. Hinzu kommt die geniale App-Steuerung. 

Denon PMA-50 Front Seitlich

  • Denon Vollverstärker PMA-50 für 599 EUR: Schick sieht er aus, der Denon, und gut klingen, das tut er auch. USB-DAC und Bluetooth zeichnen den PMA-50 ebenfalls aus. Die angegebene Höchstleistung der eingebauten Endstufe fällt mit 2 x 30 Watt an 8 Ohm etwas geringer aus als beim Elac, der es auf 2 x 40 Watt bringt an 8 Ohm. Rund und angenehm – so ist der Sound des Denon, der aber mit großen Standboxen bei hohem Pegel mehr überfordert ist als der Sound-Meister von Elac. Wer also einen kraftvollen Klang und eine herausragende Räumlichkeit wünscht, nimmt den fairen Mehrpreis des Elac gern in Kauf. 
Fazit

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Der Elac EA101EQ-G Stereo-Vollverstärker liefert im Test einen eindrucksvollen Auftritt ab. Er brilliert mit herausragender Pegelfestigkeit, einem enorm kraftvollen sowie sauber strukturierten Bassbereich und einer exzellenten Impulstreue. Die einfache und wirksame EQ-Funktion der App ist ein weiterer großer Pluspunkt. USB-DAC bis 192 kHz/24-Bit sowie Bluetooth sind zeitgemäße Ausstattungsmerkmale des EA101EQ-G. Der kleine, kompakt bauende Verstärker ist mit moderner DSP- und Endstufentechnik ausgestattet und sehr hochwertig verarbeitet. Somit können wir dem „Könner aus Kiel“ eine große Kaufempfehlung aussprechen – hier wurde zweifelsohne sorgfältig nachgedacht und fast alles richtig gemacht. 

Große Klasse im kompakten Gewand: Der Elac Element Series EA101EQ-G zieht hinsichtlich der Klang-Performance alle Register
preisklassenreferenz
Stereo-Verstärker bis 1.000 EUR
Test 23. März 2017

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 23. März 2017




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