XXL-DOPPELTEST: Yamaha MusicCast-Verstärker WXA-50 und MusicCast-Vorverstärker WXA-50

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Auf der IFA 2016 präsentierte Yamaha den MusicCast-Kompaktverstärker WXA-50 (549 EUR) und den vom Design und der Ausstattung her nahezu identischen MusicCast Kompakt-Vorverstärker WXC-50 (399 EUR). 

Wir widmen beiden optisch und technisch hochmodernen Devices in der schicken Gehäusefarbe „Dark Silver“ nun einen Doppeltest. Mit einer Breite von lediglich 214 mm treten die schicken Komponenten sehr kompakt auf und finden beinahe überall Platz.

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WXA-50 mit großem, sehr gutem Lautstärke-Drehregler

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WXC-50 mit deutlich kleinerem, nicht so hochwertigen Lautstärke-Drehregler

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Flexibel: Beide Komponenten können nicht nur horizontal, sondern auch vertikal aufgegtellt werden. Gut sehen sie immer aus

Auch, wenn sich die zwei Geräte stark ähneln, kann man sie doch einfach unterscheiden. Von vorn durch den deutlich größeren sowie tieferen Lautstärkedrehregler des WXA-50 (leider überzeugt der nicht optimal entgratete, recht kleine Drehregler des WXC-50 nicht), von hinten durch die hoch soliden, formschön gestalteten Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse des WXA-50.

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WXA-50 aus seitlicher Perspektive

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Top-Cover aus Metall

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Kleine Fernbedienung im Lieferumfang beider Devices

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Bei vertikalem Aufbau wird die Oberseite zum Seitenteil

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Das ist beim horizontalen Aufbau die Unterseite, bei vertikaler Verwendung ein Seitenteil

Das Top Cover besteht aus Aluminium, ums das eigentliche Gehäuse besteht aus einem fast lückenlosen (nur das Anschlusspanel ist separat), an den Ecken runden Metallband in Dark Grey – eine edle und unverwechselbare Optik ist garantiert. Yamaha setzt, mal abgesehen von der kleinen Fernbedienung im Scheckkarten-Format und mit Folientasten, Maßstäbe hinsichtlich der Fertigungsqualität. 

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Nochmals im Detail: Lautstärke-Drehregler des WXA-50

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Bei beiden Modellen identisch: Funktionstasten und LEDs am Gerät

Das Innenleben erscheint recht aufgeräumt.

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Prall gefüllt, wegen der Endstufen, zeigt sich das Gehäuse des WXA-50

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Große Freiheit: Die wenigen Komponenten im WXC-50 haben Platz

Im Innenleben des WXA-50 herrscht durchaus Enge, da sich noch die leistungsstarken Endstufen dort aufhalten. Im Inneren des WXC-50 Vorverstärkers hingegen wäre noch Platz für mehr. 

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Alles da: Rückseite des WXC-50

Hinsichtlich der Anschlüsse steht ein breites Angebot bereit. Beim WXC-50 sind vorhanden:

  • Trigger In/Out, Remote In für die Integration in Custom Systems/Haus-Installationsssysteme
  • Optischer Digitaleingang
  • Netzwerkschnittstelle
  • WLAN-Modul
  • Bluetooth integriert (per MusicCast-App bequem anwählbar)
  • Koaxialer Digitalausgang
  • Optischer Digitalausgang
  • Cinch-Eingang
  • Cinch-Ausgang
  • Pre-Out zum direkten Anschluss eines aktiven Subwoofers

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Beim WXA-50 ist folgendes Angebot am Start:

  • Trigger In/Out, Remote In für die Integration in Custom Systems/Haus-Installationsssysteme
  • Optischer Digitaleingang
  • Netzwerkschnittstelle
  • WLAN-Modul
  • Bluetooth integriert (per MusicCast-App bequem anwählbar
  • Cinch-Eingang
  • Cinch-Ausgang
  • Pre-Out zum direkten Anschluss eines aktiven Subwoofers
  • Lautsprecherkabel-Anschlüsse 

Auch akustisch sollen Maßstäbe in dieser Liga gesetzt werden. Um hohen Anforderungen gerecht zu werden, befinden sich in beiden Devices die folgenden hochwertigen Ausstattungsmerkmale:

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Alles drin: Compressed Music Enhancer, Volume-Adaptive EQ, Advanced Bass Extension, Direct Mode

Viel Technik im Dienst des guten Klangs:

  • Der „Compressed Music Enhancer“ verbessert wirkungsvoll den Klang von stark datenreduzierten Dateien, z.B. in MP3 oder AAC
  • Der Volume-Adaptive EQ bietet bei jeder Hörlautstärke und bei jeder Frequenz einen gleichbleibend guten Klang
  • Die Advanced Bass Extension sorgt für einen besonders weitläufigen und nachdrücklichen Bassbereich
  • Der Direct Mode ist ein besonders kurzer direkter Signalweg für die Wiedergabe von HiRes-Audiomaterial, welches das Audio-Signal-Processing umgeht. 

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Weitere Merkmale

Weiter verantwortlich für besten Sound sind:

  • Eine besonders präzise digitale Lautstärkekontrolle
  • Das „Simplified High-Resolution Design“ für ein Signal mit extrem geringem Jitterwert
  • „DAC On Ground“: Proprietäre Strom-/Erdungskonfiguration sorgt für exzellente Klangqualität.
  • Das robuste Chassis unterbindet nachhaltig Vibrationen sowie störende Resonanzen

Damit eignen sich die Yamaha-Devices sehr gut für High Resolution Audio, folgende Formate werden wiedergegeben:

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Alles dabei – kein Mangel herrscht bei den HiRes-Audio-Formaten, die wiedergegeben werden können

Nicht nur fürs Hören in bester Qualität, auch fürs Stromsparen im Standby-Betrieb sind beide Yamaha MusicCast-Devices ideal: Weniger als 2 Watt werden im Standby-Betrieb (WXA-50) konsumiert. 

Besonderheiten der beiden Yamaha WXA/WXC-Devices:

  • Horizontal oder vertikal aufstellbar
  • Mit mehreren Geräten kann ein umfangreiches Audiosystem eingerichtet werden – im ganzen Haus, je nach Bedarf
  • Passend für ein 19 Zoll HE Rack dank 214 mm Breite und 42 mm Höhe (ohne Füße)
  • Professionelle Ausstattung: Flexibles Trigger In/Out-Setup, Verbindung auch per Netzwerkkabel möglich, WLAN deaktivierbar, Einrichtung per Web-Interface möglich

Spezielle Merkmale WXA-50:

  • Eingebauter kraftvoller Verstärker, 90 W pro Kanal (6 Ohm, 1 kHz, 0,9 % THD, 1 Kanal angesteuert), 70 W pro Kanal (6 Ohm, 20 Hz-20 kHz, 0,06 % THD, 2 Kanäle angesteuert)

Spezielle Merkmale WXC-50:

  • Falls die Lautstärke per HiFi-Verstärker oder AV-Receiver gesteuert werden soll, kann der Pre-Amp-Modus des WXC-50 deaktiviert werden. Er fungiert dann als reiner Netzwerk-Audiozuspieler. Wird der Player-Modus verwendet, fließen die Signale nicht durch die Lautstärkeregelung oder andere Signalverarbeitungen, sodass hochauflösende Audiosignale direkt und unverändert wiedergegeben werden.

Wie bereits erwähnt:  Im Lieferumfang beider Devices befindet sich auch eine kleine Fernbedienung mit Folientasten im Scheckkartenformat. Auf dieser befinden sich auch sechs Favoriten-Tasten, auf denen die bevorzugten Netzwerk- und USB-Quellen gespeichert werden können. 

Yamaha Music Cast

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Streaming – mit allen Typen von Geräten, ganz gleich, ob Stereo-Komponente oder Mehrkanal-Receiver, in viele Räume mit vielen Quellen

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Flexibel und mit App-Steuerung: MusicCast eignet sich für das Streaming nahezu aller Quellen

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Musik vom Smartphone, vom Notebook/Home Server/NAS-System, von Streamingdiensten, von USB-Stick und selbst vom Plattenspieler – alles ist möglich

Yamahas „MusicCast“ System vorzustellen, haben wir schon des Öfteren getan. Trotzdem möchten wir auch an dieser Stelle nicht darauf verzichten, die Vorzüge zu schildern und Screenshots zur App zu präsentieren. MusicCast ist in mittlerweile beinahe allen Yamaha-Produkten – hier einige Tests bei areadvd mit MusicCast-Devices:

Unter anderem steckt MusicCast in folgenden Devices:

  • AV-Receiver
  • Soundprojektoren und Soundbars
  • Stereo-Netzwerk-Receiver
  • PianoCraft Kompakt-HiFi-Anlagen
  • Wireless-Aktivlautsprecher

Bei unseren WXA/WXC-Komponenten läuft es folgendermaßen: Ein Druck auf eine beliebige Taste auf der sehr gut verarbeiteten Front schaltet das Device ein, die Wiedergabe der zuletzt verwendeten Quelle wird gestartet. Die Farbe der LEDs verrät die jeweilige Quelle bzw. den Betriebszustand:

  • Tiefblau steht für Bluetooth
  • Hellblau für USB
  • Grün für Network
  • Violett für den optischen Digitaleingang
  • Weiß für den „AUX“ Eingang
  • Pink für Apple AirPlay
  • Orange für Netzwerk-Standby
Yamaha Music Cast – die Einrichtung per App

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Einschalten der betreffenden Komponente

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„Connect“ Knopf 5 Sekunden lang gedrückt halten

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Integration ins Netzwerk, Teil 1

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Finale Verbindung mit dem Router

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Eingabe Raumname

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Zugriff auf die Kamera wegen Fotos vom Aufstellungsraum

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Das eigene Bild kann direkt verwendet werden

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Nun kann es losgehen

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Man hat die Möglichkeit, ein weiteres Device gleich hinzuzufügen

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Firmware-Update

MusicCast-App – Screenshots aus dem Betrieb

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Übersicht

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My Music

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Quellen

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Server, PCs und NAS-Systeme in der Übersicht

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High Resolution

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Standard Resolution File vom Server

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Tipps zur Verwendung von Spotify

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QOBUZ

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Internet Radio

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Einstellungen

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Weitere Einstellungen

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Advanced Settings

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Sound-Einstellungen

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Bluetooth

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Räume verbinden

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„Schnell-Menü“ für den Klang

An die Handhabung der MusicCast-App hat man sich schnell gewöhnt. Es stehen viele relevante Streaming-Dienste bereit. Was derzeit fehlt, ist Tidal und eine Integration von Google Cast for Audio. 

 

Klang WXA-50

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Lebensmüde? Wir schlossen die Canton Reference 5 K an den Yamaha WXA-50 an

Generell:

  • Andere Auslegung als uns bekannte Yamaha Stereoverstärker im klassischen 43 cm Format wie der Yamaha A-S801 oder der Yamaha A-S701. Der WXA-50 klingt satter, kraftvoller, legt im Bassbereich bewusst Wert auf entsprechenden „Dampf“ und tritt daher voller und nachdrücklicher auf. Das „Erlebnishören“ scheint beim WXA-50 stark fokussiert worden zu sein. Der Bassbereich ist überdies rund, homogen und daher angenehm.
  • Leistungsstark: Wir haben es auf die Spitze getrieben und die Canton Reference 5 K als Standlautsprecher an den WXA-50 angeschlossen – kann so etwas funktionieren? Klare Antwort: Klar – und wie gut! Dank der außergewöhnlich kraftvollen sowie geschmeidigen Endstufen werden selbst die voluminösen, edlen Luxus-Lautsprecher (Stückpreis 3.500 EUR) angemessen angetrieben. Klar können die Reference 5 K noch deutlich mehr, aber es ist schon erstaunlich, dass überhaupt eine so gute Zusammenarbeit möglich ist. 
  • Dichte Räumlichkeit: Der WXA-50 sichert eine räumlich enorm dichte Wiedergabe, selbst im Hörraum von 25 bis 30 Quadratmetern. Bei der Musikdarstellung realisiert der WXA-50 eine ebenso gute räumliche Tiefe wie eine überzeugende räumliche Weite.
  • Hochtonbereich: Recht gute Auflösung, sehr ansprechend für die Preisklasse, aber selbst bei deutlich gehobenem Pegel nie schrill, metallisch oder aggressiv. 
  • Stimmwiedergabe: Stimmen lösen sich sehr gut von den Lautsprechern, die auf Räumlichkeit bedachte Auslegung des WXA-50 unterstützt die herausragenden Fahigkeiten der Canton Reference 5 K ausgezeichnet. 

Wiedergabe von Tracks von Spotify:

  • Poison 2k11 – General Base: Sehr voluminöser, dichter Klang, mit sehr guter räumlicher Herausarbeitung aller akustischen Effekte. Der Bass tritt souverän und satt auf, mit enormem Nachdruck, dem man dem kompakten Verstärker nicht zutrauen würde. Den digitalen Hochleistungsendstufen sei Dank – sie beanspruchen nur wenig Raum, legen sich aber mächtig ins Zeug. Durch den effizienten Verstärkungsprozess entsteht überdies kaum Verlustwärme, der WXA-50 wird nicht heiß. 
  • The Sun Always Shine On TV, Version von Mario Lopez: Und wieder sorgt der Yamaha MusicCast-Verstärker für basses Erstaunen! Es geht richtig „ab“, dynamisch, gleichzeitig aber rund und homogen, da hört man gerne zu. Sehr gut gelingt die Loslösung der weiblichen Stimme von den Lautsprecher-Chassis. Bis weit in den Hörraum transportiert der WXA-50 alle Spielarten elektronischer Effekte. Beeindruckend ist, wie akkurat auch bei hohem Pegel noch alle Konturen herausmodelliert werden. 
  • Mit seinem sehr harten Bass ist das Original von „The Power Of American Natives“ von Dance 2 Trance nach wie vor eine große Herausforderung für die adäquate Wiedergabe. Der WXA-50 stellt sich dem neuen Job allerdings souverän und überzeugt mit hoher Impulstreue und enormer Lebendigkeit – nicht nur im Bassbereich, sondern übers ganze Frequenzspektrum. Der „Punch“ ist für eine solche Komponente erstklassig, ebenso die Differenzierungsmöglichkeit für die verschiedenen musikalischen Ebenen. 
  • Die 2016er Version des Haddaway-Klassikers aus den 90er Jahren „What Is Love“ wird von Lost Frequencies präsentiert. Der Yamaha WXA-50 macht auch bei diesem akustischen Beispiel sehr viel Freude und arbeitet die vokalen Elemente sehr natürlich heraus. Untermauert wird alles von einem kräftigen Bass, der eine tolle Räumlichkeit entfaltet.

Wiedergabe von HiRes-FLAC-Material vom NAS-System:

  • Diana Krall, „Desperado“, 48 kHz/24-Bit: Sauber kommt das Klavier gleich zu Beginn heraus. Die Anschlagdynamik der Tasten, das ist sensationell für die günstige Preisklasse, kommt tadellos heraus. Dianas charakteristische Stimme löst sich ausgezeichnet von den Lautsprechern. Erstaunlich ist ein weiteres Mal, wie gut die Zusammenarbeit des WXA-50 mit den teuren Canton Reference 5 K funktioniert – hier kann man nur den Hut ziehen. 
  • Giacomo Puccini, „Nessun Dorma“ aus der Oper „Turandot“, gesungen von Jonas Kaufmann, 96 kHz/24-Bit: Auch mit der komplexen Arie hat der WXA-50 keine Berührungsängste. Natürlich geht hier noch viel mehr, das dürfte klar sein. Was vokale Transparenz angeht, ebenso die Ausprägung der Konturen beim Chor, kann der Yamaha seine günstige Preisklasse nicht verleugnen. Aber – er könnte durchaus auch 800 EUR kosten, also doch einiges mehr, als er tatsächlich „verschlingt“. Für gerade einmal 549 EUR brilliert er demnach auch hier, mit einem in sich schlüssigen, räumlich echten Klang mit klarer Ortungsmöglichkeit zu jedem Zeitpunkt. Kaufmanns faszinierende Stimme ist in vielen Ansätzen sehr gut und klar definiert im Hörraum zu finden.
  • Mark Knopfler, „Basil“, 192 kHz/24-Bit: Sehr filigran modelliert der WXA-50 direkt den Anfang heraus. Die akustische Gitarre entwickelt ebenso viel Charisma wie Marks Stimme. Die Melancholie im Song stellt der Yamaha MusicCast-Verstärker glaubwürdig und authentisch heraus. Wieder überragend: Das dichte räumliche Gefühl. 
  • Sandra & Toni Alessi, 96 kHz/24-Bit: „Bella Italia“ trifft auf japanische Klang-Finesse: Der WXA-50 schafft auch hier, eine äußerst respektable Leistung abzugeben. Klar, die Stimmen könnte noch etwas mehr Feindynamik vertragen, aber dafür bleibt der Yamaha immer auf der „sicheren Seite“ und sorgt nicht durch akustisch schrilles Auftreten für Missstimmung beim Hörer. Wieder top: Bass-Volumen, Bass-Präzision sowie die räumliche Ausprägung. Ab an den Gardasee! Und den WXA-50 mit einpacken!
  • Torsten Goods, „Freedom Everyday“, 88,2 kHz/24-Bit: Sehr stimmige Gesamtakustik, rund, „easy“ und entspannt. Der Charakter des Stücks kommt überragend heraus. Der Bass ist straff, hat viel Kraft und trifft exakt den richtigen Punkt. Die männliche Stimme löst sich auch hier gut von den Lautsprechern und verteilt sich mit sauberer Auflösung im Hörraum. 
Klang WXC-50

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Yamaha A-S801

Wir setzen den MusicCast Vorverstärker WXC-50 zusammen mit dem Yamaha Stereo-Verstärker A-S801 ein und lassen den WXC-50 die digital-analoge Wandlung übernehmen, um festzustellen, wie gut er ist. Klar dürfte sein: Der enorm edle DAC des Yamaha A-S801 agiert detailreicher, verarbeitet mehr räumliche Einzelheiten. Für einen 399 EUR-MusicCast-Vorverstärker aber agiert der WXC-50 sehr gekonnt. Unsere Eindrücke bei Hires-Audio-FLAC-Files:

  • Diana Krall, I Can’t Tell You Why, FLAC 48 kHz/24-Bit: Sehr feinfühlig, mit guter Räumlichkeit, macht sich der WXC-50 ans Werk. In Verbindung mit dem recht neutral ausgelegten A-S801 wird mehr Kontur, mehr Auflösung als beim WXA-50 geboten, aber: Auf die Gefahr hin, dass wir uns unbeliebt machen, mehr Spaß hatten wir beim Hören mit dem WXA-50. Wem aber das „seriöse“ Hören ans Herz gewachsen ist, der wird mit dieser Kombination sehr viel Freude haben. Dianas Stimme löst sich sehr gut von den Lautsprechern, die vokale Feindynamik ist besser als beim WXA-50.
  • Jan Lundgren Trio, „Flowers Of Sendai“, FLAC 96 kHz/24-Bit: Das hohe Differenzierungsvermögen kommt bei diesem von fernöstlicher Musik inspirierten Stück sehr gut zum Tragen. Die Anschlagdynamik des Pianos wird in erstaunlich kompletter Ausprägung präsentiert. Die Räumlichkeit wirkt natürlich und echt. 
  • Mark Knopfler, „Basil“, 192 kHz/24-Bit: Noch filigraner als bei der Wiedergabe mittels des WXA-50 kommen die akustische Gitarre von Marks Stimme heraus. Kleine akustische Einzelheiten modelliert die Kombi aus WXC-50 und A-S801 besser heraus. Für den klassischen HiFi und Hires-Hörer mit hohem Anspruch auf Authentizität wird hier viel Detailtreue zum fairen Kaufpreis geboten. 
  • Torsten Goods, „Freedom Everyday“ – nüchterner, aber detailreicher – so lautet das Kurz-Fazit im Vergleich zur Präsentation des WXA-50, der mehr Esprit und Spielfreude offerierte. Wer es aber ganz genau nimmt: Strukturen und Auflösung sind bei der Kombination von WXC-50 und A-S801 noch ausgeprägter. 
  • Voces8, „My Lord Has Come“, 96 kHz/24-Bit: Was die Ausformung von Stimmen angeht – und dieses wunderschöne Stück ist ja rein vokal – liefert das Yamaha MusicCast/HiFi-Verstärker-Duo eine erneut hervorragende Leistung ab. Die Ortungsmöglichkeit der einzelnen Stimmen im Hörraum ist erstklassig, darum wird ein luftiger, in allen Dimensionen glaubwürdiger Raum aufgebaut. 
  • Das krasse Gegenteil: „Past Is Dead“ (88,2 kHz/24-Bit) ist ein kraftvoll arrangierter Punkrock-Song von Bad Religion. Hier zeigt sich, dass der S-801 durchaus Power hat, um in Zusammenarbeit mit dem sauber vom WXC-50 angelieferten HiRes-Signal eine lebendige, nachdrückliche Wiedergabe mit feiner Detaillierung aller Konturen zu liefern. 
Konkurrenzvergleich:

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HEOS Amp HS2

Denon Heos Amp HS2 App12

Auswahl bei HEOS

  • HEOS Amp HS2, HEOS Link HS2: Auch die HEOS-Komponenten wissen zu überzeugen. Der Amp klingt sehr gut, bietet ein ausgezeichnetes Leistungspotential und kann auch mit Standboxen betrieben werden. Vorteil HEOS by Denon ist die Integration von Tidal. So können auch per Streaming hochauflösende Audiodateien gehört werden. Doch auch Yamaha hat mit QOBUZ einen kostenpflichtigen Streaming-Dienst für HiRes-Dateien verfügbar. Nachteil HEOS: DSD-Update ist zwar geplant, aktuell unseres Wissens aber noch nicht verfügbar. HEOS Amp HS2 und auch Yamaha WXA-50 können HiRes-Formate nativ verarbeiten. Vorteil Yamaha: Eine kleine Fernbedienung im Scheckkartenformat mit Favoritentasten wird mitgeliefert. Eine Remote fehlt beim HEOS Amp gänzlich. Bei Verarbeitung und dem Formfaktor setzt sich die Yamaha-Kombi ebenfalls ab. Die Komponenten wirken deutlich edler, alles besteht aus Metall. Zudem ist der Einbau in ein 19 Zoll-Rack möglich. 

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Pioneer N-70A (oben) und A-70DA (unten)

  • Pioneer A-70DA, N-70 Kombination in klassischem 43 cm Format: Nicht Multiroom in allen Räumen eines Hauses, sondern schlichtweg Streaming auf höchstem Niveau lautet das Credo der viel teureren, sehr gut verarbeiteten Pioneer-Devices im klassischen 43 Zoll-Rastermaß. Verarbeitung von bis zu Quad-DSD (11,2 MHz) und geballte Endstufen-Power mit extrem hochwertigen digitalen Endstufen-Einheiten im A-70DA sorgen zusammen mit ESS Sabre UltraDAC Highend-D/A-Wandlern für Musik-Erlebnisse auf allerhöchstem Level. Allerdings zum drastisch höheren Preis – das Pioneer-Team kostet zusammen laut derzeitigen Marktpreisen knapp 2.500 EUR zusammen. Dafür wird weniger Flexibilität, aber mehr klassische HiFi-Tugend geboten. In ihrer Klasse stellen die Pioneer- und die Yamaha-Devices auf jeden Fall eine erstklassige Wahl dar. 

 

Fazit

Yamaha setzt auf ein Höchstmaß an Qualität und Flexibilität bei WXA-50 und WXC-50. Besonders angetan hat es uns der kraftvoll und lebendig antretende WXA-50. Er befeuert auch in souveräner Manier große Standlautsprecher und liefert eine ausgesprochen überzeugende Pegelfestigkeit. Für vergleichsweise kleines Geld einfach ein „großer Verstärker“, der mit edlem, modernen Design ebenso begeistert wie mit der enorm soliden Verarbeitung. Das integrierte MusicCast-Modul, die umfangreichen High Resolution Audio-Qualitäten und die sehr gut arbeitende App sind handfeste Vorzüge, die sich Yamaha nicht zu teuer bezahlen lässt. Gut ist ferner, dass beiden Komponenten auch eine kleine Fernbedienung zur Bedienung elementarer Funktionen beiliegt. Der WXC-50 ist ein vollwertiger Pre-Amp mit Lautstärkeregelung sowie vielfältigen Anschlussmöglichkeiten und somit keine reine Link-Unit. Die tolle Verarbeitung, die hohe Flexibilität und die üppige Ausstattung hat der MusicCast-Vorverstärker mit dem WXA-50 gemein. Dass der WXA-50 noch besser abschneidet, liegt daran, dass man zum äußerst moderaten Mehrpreis gleich noch erstklassige Endstufen mit einkauft. 

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Er hat’s drauf: Der Yamaha MusicCast WXA-50 ist ein hervorragend klingender, flexibel einzusetzender und formschöner Stereoverstärker
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Netzwerk/Multiroom-Stereoverstärker 
Test 02. Dezember 2016

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Komplette Ausstattung, schicke Optik, fairer Preis: Der MusicCast WXC-50 Vorverstärker verdient sich eine große Empfehlung
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Netzwerk/Multiroom LInk-Unit/Pre-Amp
Test 02. Dezember 2016

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Philipp Kind
Datum: 02. Dezember 2016




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