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TEST: Jamo 5.1-Set 360er Serie: S 35 HCS + SUB 800

18.04.2013 (cr/sw)

Unser Partner für hochauflösende Audiodateien aus dem Internet: 

Das Produkt

Jamo offeriert mit dem S 35 HCS 5.0-Set der 360er Serie vier nach dem omnipolaren Prinzip (360 Grad-Rundum-Schallabstrahlung) funktionierende 2-Wege-Satelliten und einen querformatigen Center für 1.200 EUR. Das Ganze wird noch ergänzt vom ultrakompakten Sub 800 (200x200x200 mm, quadratische Abmessungen) mit satten 800 Watt Endstufenleistung und einem 16,5 cm Aktiv-, sowie 2 x 16,5 cm Passiv-Chassis. Der kleine Bassist strahlt nach vorn ab und ist mit einer effizienten Digitalendstufe ausgestattet und kostet 650 EUR UVP, so dass das gesamte Set auf 1.850 EUR UVP kommt.  

Center, der vom Design her sehr gut zum Rest des Ensembles passt

Ohne Abdeckgitter

Saubere Verarbeitung rund  um den Hochtöner

Center von hinten

Der C 35 Centerlautsprecher arbeitet nach dem 2-Wege-Prinzip und weist eine Nominal-Impedanz von 8 Phm auf. Der Frequenzgang reicht von 86 Hz bis 25 kHz. Das Gehäuse besteht aus recht hochwertig wirkendem ABS-Kunststoff. Der Center ist für Verstärkerleistungen von 55 bis 125 Watt vorgesehen und bringt eine Empfindlichkeit von 86 dB (2,83 V/1m) mit. Im Gegensatz zu den vier identischen Satelliten arbeitet der Center direkt nach vorn abstrahlend und nicht omnipolar. Wahlweise ist er, wie auch die Satelliten, in weißer und schwarzer Variante erhältlich. 

Kleine "Discokugeln", wahlweise in schwarz oder weiß

Von hinten

Im Detail

Unterseite

Etwas fummelig gestaltet sich der Anschluss der Lautsprecherkabel

Die kleinen Kugeln arbeiten nach dem omnipolaren Prinzip, was für eine 360 Grad-Abstrahlung sorgt und neue Dimensionen hinsichtlich der gebotenen Räumlichkeit eröffnet. Die S 35 getauften Satelliten sind als 2-Wege-Konstruktionen ausgeführt und mit einem akustisch geschlossenen Gehäuse versehen. Der Standfuß aus Alu wirkt solide und passt vom Design her zum Standfuß des Centerlautsprechers. Die kompakten Kugeln sind laut Jamo für Verstärkerleistungen zwischen 40 und 125 Watt geeignet, was ein hohes Maß an Flexibilität bedeutet. Mit enorm leistungsschwachen Verstärkern sollte man die S 35 nicht befeuern. Der Wirkungsgrad ist mit 83 dB (2,83 V/1m) nicht besonders hoch. Von 108 Hz bis 23 kHz reicht das Frequenzspektrum, die Impedanz beträgt 8 Ohm. Das Gehäuse besteht aus ABS-Kunststoff, der aber einen recht hochwertigen Eindruck hinterlässt. Hebt man die Satelliten hoch, fällt das gar nicht mal so geringe Gewicht auf, das allerdings auch aus dem Standfuß resultiert.

Der SUB 800 aus seitlicher Perspektive. Lieferbar in schwarzer oder weißer Version

2 passive Radiatoren

Im Detail: Aufnahme für die Abdeckung

Rückseite mit hochwertiger Verarbeitung

Regler für Pegel, Phase, Übernahmefrequenz, hochwertige Cinchanschlüsse

Digitale Endstufe mit 800 Watt Leistung

Gutes Finish auch im Detail, Kabel im Schaumstoffmantel

Endstufentechnik auf der Innenseite der Anschlussplatte

Der extrem kompakte aktive Subwoofer hat eine sehr hoch liegende Endstufenleistung von 800 Watt. Die digitale Endstufe baut dabei sehr kompakt und arbeitet sehr effizient, da es kaum Verlustwärme gibt. Durch die digitale Endstufentechnik ist es auch ohne thermische Probleme möglich, eine extrem starke Endstufe in die beengten räumlichen Verhältnisse eines sehr kleinen Gehäuses zu installieren. Da ein Schaltnetzteil genügt, nimmt auch kein großer Transformator viel Platz ein.  Der Sub hat ein aktives 16,5 cm Chassis und zwei passive Radiatoren, um den Wirkungsgrad zu erhöhen. Er spielt hinunter bis auf 42 Hz und hat stufenlose Regler für Phase, Pegel und Übernahmefrequenz. Integriert ist auch eine An-/Abschaltautomatik. Das Gehäuse ist innen und außen sauber verarbeitet, außen sind die Gehäuseecken leicht gerundet, was den hochwertigen Gesamteindruck steigert. 

Testequipment
Klang

Komplett kostet das kompakte, interessant und hochwertig designte System über 1.800 EUR mit Subwoofer, da kann man auch aus akustischer Sicht einiges erwarten. Und bei „Stirb Langsam 4.0“ (BD, DTSHD Master Audio)enttäuscht uns das Set auch nicht. Schon gleich ab Filmbeginn fällt auf, dass die vier kugelförmigen Satelliten eine sehr räumliche Wiedergabe zur Verfügung stellen und somit geschickt suggerieren, dass man es mit deutlich größeren Lautsprechern zu tun hat. Auch auf fällt die sehr gute Einbindung des aktiven Subwoofers. So entsteht eine harmonische Front-Klangkulisse, da sich der querformatige Center ebenfalls prima integriert. Stimmen sind klar verständlich, allerdings minimal belegt. In Sequenzen, in denen große Effekte stattfinden, erscheinen die Stimmen nicht zu laut und dominant, so dass realistische Dynamikverhältnisse im Hörraum herrschen. Im Film gibt es verschiedene nachhaltige Explosionen. Kurz nach Filmbeginn explodiert das Haus des ersten Hackers bei der geplanten „Auslöschungsaktion“ der Code- und Programm-Lieferanten, im weiteren Verlauf des Films geht auch der Sprengstoff am PC von Matthew Farrell in die Luft und sorgt für einen Total-Zerlegung seiner Wohnung. Bei beiden Explosionen merkt man, dass die Endstufe des Sub 800 zwar über immense Leistungsreserven verfügt, gleichzeitig aber kann die Physik nicht überlistet werden: Das kleine Gehäusevolumen merkt man dadurch, dass Frequenzen unterhalb der 45 Hz kaum noch berücksichtigt werden. Damit fehlt es dem wahren Heimkino-Freak an Präsenz und Wucht ganz tief unten im Frequenzkeller. Im gesamten Filmverlauf fällt auf, dass das Jamo S35HCS sowohl grob- als auch feindynamisch sehr gute Leistungen vollbringt. So das Pfeifen der Turbolader in Gabriels Truck oder das Wechseln des Waffenmagazins an McLanes Handfeuerwaffe beim Kampf um das Leben Matthew Farrells. Auch weiter hinter liegende akustische Ebenen können noch gut wiedergegeben werden. Für das Jamo-Set spricht auch die gelungene akustische Gesamtauslegung. Das oftmals solchen Sub/Sat-Systemen eigene, etwas Schrille und Aggressive in der Hochtonwiedergabe ist beim dänischen Ensemble kaum heraus zu hören. Beeindruckend ist auch die Räumlichkeit im Hochtonbereich, während maximale Brillanz nicht zu den besonderen Merkmalen des S35HCS gehört. 

Beim vierten Teil der „Mission Impossile“ Filmreihe mit Tom Cruise als Ausnahme-Agent Ethan Hunt (BD, Dolby TrueHD) kann sich das Jamo-System auch gut in Szene setzen. Allerdings fehlt es zu Beginn des neunten Kapitels im Music Score doch etwas an Fundament, als die Wüste vor Dubai sichtbar wird. Die Dialoge im Land Rover erscheinen dafür realistisch und gut eingebunden. Die Räumlichkeit ist schon bei Zimmerlautstärke ausgeprägt, die Front-/Surround-Balance ist ausgewogen. Die Übergänge sind nahtlos, was zu einem erwachsenen, als ganzheitlich wahrgenommenen Klangbild führt. Auch bei unserem 2. Filmbeispiel überzeugen Dynamik und Detailwiedergabe. Das Quietschen der Reifen beim Kamel-Ausweichmanöver kommt gut heraus, und auch Kleinigkeiten wie Türenklappen oder das Tippen auf einer PC-Tastatur wirken authentisch. Kleine Nuancen im Music Score werden ebenfalls sauber präsentiert. Das Pfeifen des Windes in schwindelerregender Höhe, als Hunt auf dem Weg zum Serverraum ist, ertönt räumlich aus allen Kanälen. Als Hunt mitten im Sandsturm seinen Widersacher verbissen verfolgt, wirbeln die kleinen Sandkörner um den Zuhörer herum, der sich dadurch richtig ins Geschehen eingebunden fühlt. Der aktive Subwoofer agiert präzise und liefert klaren Bass ohne störende Nebengeräusche. Das Gehäuse verhält sich vorbildlich ruhig, die Einbindung in die gesamte Klangkulisse gelingt beinahe nahtlos. Also zumindest wenn man sich mehrkanaliges Film-Material anhört, klingt das kleine Jamo-Ensemble tatsächlich wie ein deutlich größeres Lautsprecherset. 

Aber wie sieht es bei der Wiedergabe mehrkanaliger Musik aus? Hier haben wir uns Lieder von der „Vivere – Live in Tuscany“ BD von Andrea Bocelli in PCM-Multichannel angehört. Bei „Romanza“ und „A Te“ (mit dem Tenorsaxophonisten Kenny G) beweist uns das Ensemble, dass Andreas Stimme allzeit klar verständlich und mit guter Räumlichkeit im Hörraum ertönt. Allerdings merkt man bei am Fehlen kleiner stimmtypischer Charakteristika, dass sich das S35HCS doch eher für den Normalverbraucher bis zum Hörer mit leicht gehobenem Anspruch und nicht für den sehr anspruchsvollen und erfahrenen Hörer eignet. Das ist aber auch nicht weiter verwunderlich. Als Freude bringende Lösung für jeden Tag ist das Set auf jeden Fall eine sehr gute Wahl, zumal es auch noch sehr attraktiv aussieht. Der angenehme und gleichmäßige Klang, den wir schon bei der Wiedergabe von Filmtonspuren lobten, findet auch hier seine nahtlose Fortsetzung. Schneidende, die Gesamtharmonie störende akustische Einflüsse sucht man vergeblich, selbst dann, wenn Andrea seine Stimme erhebt, bleibt das Klangbild auch bei größerem Pegel angenehm. Der kleine aktive Subwoofer spricht impulstreu an und drängt sich aus klanglicher Sicht nicht auf. Er integriert sich mit enormer Homogenität und stellt, wenn er gefragt ist, präzise Bassleistung zur Verfügung. Zu Beginn von „A Te“ ist ein Saxophonsolo zu vernehmen. Dieses ertönt mit ordentlicher Dynamik und erneut überzeugender Räumlichkeit. 

Wir haben uns das letzte Konzert der norwegischen Kult-Pop-Gruppe a-ha mit besonderer Aufmerksamkeit auf die beiden Titel „The Sun Always Shine On TV“ und „We Are Looking For The Whales“ angehört (BD, DTS-HD Master Audio). Die heftigen Beifallsbekundungen des Publikums weisen mit Nachdruck auf die immer wieder begeisternden räumlichen Tugenden des kleinen Systems hin. In Räumen mit gut 12 bis gut 20 Quadratmetern fühlt es sich im wohlsten. Zum akustischen Wohlempfinden trägt auch ein nicht allzu leistungsschwacher AV-Receiver bei. Man sollte bei den kleinen Kugeln nicht mit einem überwältigenden Wirkungsgrad rechnen. Daher schenkt man lieber kräftig Leistung ein als zu wenig, was dann auch zu unschönem Clipping führen kann, das die Gesundheit der Chassis negativ beeinflusst. Die Stimme des Sängers kann bei Beginn von „The Sun Always…“ sehr gut auf der Bühne geortet werden. Die Synthesizerklänge sind gut durchhörbar und verteilen sich gleichmäßig im Hörraum. Der Rhythmus kommt gut zum Ausdruck, dadurch wirkt das akustische Ergebnis sehr lebendig. 

Im Stereobetrieb macht das Jamo-System in 2.1 Konfiguration auch einen guten Eindruck, besonders die Räumlichkeit überrascht: Die kleinen, omnipolar abstrahlenden Kugeln sorgen für erstaunliche Atmosphäre, ohne, dass die Präzision wirklich leiden würde. Der kompakte aktive SUB 800 fügt sich ausgezeichnet in die Klangkulisse ein und schafft stets ein gleichermaßen präzises wie solides Fundament. Die im Mehrkanalbetrieb herausgehörte angenehme Klangcharakteristik ist auch im Stereoeinsatz ein Vorteil, gerade für längere Hörsessions. 

Konkurrenzvergleich
  • Teufel Cubycon 2: Das Cubycon ist auch sehr klangstark, überdies sehen die Satelliten schick aus und sind mit hochwertiger Technik (Koax-Chassis) versehen. Die Alu-Struktur derOberfläche würde bei einem Alu-naturfarbenen Set noch besser zum Ausdruck kommen. Der mitgelieferte aktive Subwoofer bringt gleich drei Chassis mit. Dies sorgt für immensen Nachdruck bei gleichzeitig hoher Impulstreue. Was den Tiefgang angeht, setzt sich der Teufel-Woofer besser in Szene als der SUB 800, der aber dank seiner extrem starken Endstufe bei hohem Pegel mindestens ebenso souverän agiert. Die Satelliten des Cubycon zeigen mehr Details im Hochtonbereich, spielen im direkte Vergleich aber eine Idee schärfer auf als die sehr harmonischen Jamo-Satelliten. 
  • Quadral Argentum New 5.1 Surroundset (Argentum 330, 320, 310 Base, Sub 63 DV Aktiv): Mit "richtigen", das heißt größeren Regallautsprechern ausgestattet ist das Argentum New-System. Im Hörvergleich sind die Argentum Boxen den sehr kompakten Jamo-Kugeln bei Grob- und Feindynamik überlegen - aber, nun kommt das Erstaunliche: Bei Gesamtharmonie und Räumlichkeit haben die Jamo-Kugeln leicht bessere Karten, es ist unglaublich, welche räumliche Wirkung die kleinen Kugeln entfalten. Der bärenstarke Jamo-Bassist lässt trotz kompakter Abmessungen dem viel schwächeren Sub 63 DV Aktiv keine Chance und sticht ihn bei Präzision und Pegelfestigkeit aus. Allerdings ist das Jamo-Ensemble auch kostspieliger, wenn es nach den UVPs geht. Für den kleinen Preis von unter 1.500 EUR stellt daher auch das Quadral-Set eine gute Wahl dar.
  • Heco Music Colors Cinema 5.1A: Optisch schön und sauber verarbeitet, überzeugt das Music Colors-Mehrkanal-System viele Anwender, die frisch Farben und ein ehrliches, gradliniges Design schätzen. Der Subwoofer agiert kraftvoll und bietet einen guten Tiefgang. Gegen die mit Bärenkräften antretende Endstufe des Jamo ist aber bei hoher Anforderung kein "Kraut" gewachsen. Auch der Punkt "Räumlichkeit" geht an die Jamo-Satelliten. Das Ganze aber ist deutlich teurer als das schmucke Heco-Set.
Fazit

Jamo hat mit dem S35HCS-Set aus der 360er Serie eine optisch attraktive, extravagante und hochwertige Lösung geschaffen, die auch akustisch durchweg überzeugen kann. Die kleinen, aufwändig konstruierten und verarbeiteten Kugeln und der vom Design her sehr gut passende Center liefert einen harmonischen und gleichzeitig dynamischen Klang. Die Pegelfestigkeit ist sehr hoch, hervor bei diesem Thema sticht der SUB 800, der mit seiner 800 Watt-Endstufe vielen, auch größeren Konkurrenten das Fürchten lehrt. Natürlich kann der kleine Kraftwürfel beim Thema Tiefgang nicht mit Subwoofern mit deutlich größerem Gehäuse mithalten, aber es ist höchst erstaunlich, wie gut der "Kleine" auch in dieser Disziplin abschneidet. Er arbeitet überdies hinaus sehr gut mit den Satelliten und dem querformatigen Center mit recht breitem Abstrahlwinkel zusammen. Gerade, wenn es um eine als realistisch empfundene Räumlichkeit geht, brillieren die dänischen Kugeln und verweisen selbst größere Regallautsprecher auf die Plätze. Als störend haben wir die etwas fummelige Befestigung der Lautsprecherkabel an den Satelliten empfunden, offensichtlich sind den Designern und Technikern hier die Ideen ausgegangen. Trotz dieses kleinen Defizits gefällt uns das Jamo-Set hervorragend, verbindet es doch edle Anmutung mit kompakten Abmessungen und richtig gutem Klang. 

Optisch extravagant, klanglich stark und ultrakompakt - die Mischung beim Jamo S 35 HCS und SUB 800 stimmt

5.1-Sub-/Satellitensystem obere Mittelklasse
Test 18. April 2013

+ Sehr gute Verarbeitung und gute Materialqualität
+ Pegelfest, vor allem der SUB 800
+ Tolle Räumlichkeit
+ Harmonischer, angenehmer Klang
+ Ultrakompakt

- Fummelige Anbringung der Lautsprecherkabel 

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 18.04.2013

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